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Region Informationen Region: Guizhou

Informationen:


Guizhou (chinesisch èČŽć·žçœÂ /Â èŽ”ć·žçœ, Pinyin GuĂŹzhƍu Shěng, ) ist eine Provinz im SĂŒdwesten Chinas.

Die Provinz ist eine gebirgige Region, in der es sprichwörtlich „keine drei Tage klaren Himmel, keine drei Li flachen Landes und keinen Menschen mit drei Fen Silber“ (ć€©æ— äž‰æ—„æ™Žă€ćœ°æ— äž‰é‡Œćčłă€äșșæ— äž‰ćˆ†é“¶) gibt. Sie war von der Außenwelt schwer zugĂ€nglich und ist traditionell eine der Ă€rmsten Provinzen Chinas. Wie auch in den Nachbarprovinzen gehört ein erheblicher Teil der Bevölkerung nationalen Minderheiten an.

Geographie

Etwa 80 Prozent Guizhous bestehen aus Bergland, das sich aus den GebirgszĂŒgen Miaoling, Daloushan und Wumengshan zusammensetzt. Die Topographie ist durch zahlreiche Berge, HĂŒgel, Becken und TĂ€ler sehr wechselhaft. Von West nach Ost besteht ein deutlicher Höhengradient. Die westlichen Regionen der Provinz, die in das Hochland von Tibet ĂŒbergehen, liegen auf einer Höhe von 1000 bis 2000 Metern und die östlichen nur auf etwa 600 Meter Höhe. In ĂŒber 73 Prozent der FlĂ€che besteht der Boden aus anstehendem Kalkstein. Unter dem Einfluss der Erosion haben sich im Verlauf der Erdgeschichte typische Karstlandschaften mit vielen Höhlen, unterirdischen FlĂŒssen und markanten Gesteinsformationen herausgebildet. Die Provinz weist zahlreiche Naturschönheiten auf, unter anderem mit dem Huangguoshu-Wasserfall den grĂ¶ĂŸten Wasserfall Asiens.

Die Miaoling-Bergkette bildet die Wasserscheide zwischen den nördlichen Flusssystem des Yangtse und dem sĂŒdlichen Flusssystem des Perlflusses. Im Norden fließen der Wujiang, der grĂ¶ĂŸte Nebenfluss des Yangtse in Guizhou, sowie der Chishui He und der Qingshuijiang. Im SĂŒden sind der Nanpanjiang und der Beipanjiang, die OberlĂ€ufe des Westflusses (Xijiang), des Perlfluss-Hauptstroms, die wichtigsten. Die FlĂŒsse finden sich oft in tief eingeschnittenen FlusstĂ€lern und weisen ein großes GefĂ€lle auf. WasserfĂ€lle, Stromschnellen und Klippen erschweren die Schiffbarkeit. Der flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte See der Provinz und der grĂ¶ĂŸte Karstsee Chinas ist der im Westen gelegene, nur wenige Meter tiefe Caohai-See. Durch ĂŒbermĂ€ĂŸige Wassernutzung in der Vergangenheit verkleinerte sich die SeeflĂ€che stark. Nachdem das Gebiet 1985/1992 zum Naturschutzgebiet erklĂ€rt wurde, renaturiert sich der See wieder.

Klima

Das Klima ist gemĂ€ĂŸigt subtropisch-feucht mit unscharfen Jahreszeitgrenzen ohne Temperaturextreme. Die Jahresmitteltemperatur betrĂ€gt 15 °C, mit Schwankungen je nach Ort zwischen 4 und 9 °C im Januar und 20 bis 28 °C im Juli. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei 800–1600 mm. Die Provinz liegt hĂ€ufig unter einer Wolkendecke und die jĂ€hrliche Sonnenscheindauer ist mit 1500 bis 1800 Stunden niedrig. Guizhou ist damit die Provinz mit den meisten Wolkentagen. Der Name der Provinzhauptstadt Guiyang wird volksetymologisch auch als „wertvoller Sonnenschein“ interpretiert.

Geschichte

Im Gebiet des heutigen Guizhou fanden sich alte Spuren frĂŒhmenschlicher Besiedlung. Steinartefakte aus der Guanyindong-Höhle wurden auf ein Alter von 170.000–80.000 Jahren geschĂ€tzt. Daneben wurden zahlreiche weitere palĂ€olithische Fundstellen, typischerweise in Höhlen, identifiziert.

Vor der Qin-Dynastie (221 – 201 v. Chr.) wurde Guizhou von verschiedenen Stammesvölkern bewohnt. Danach gelangte es unter die Herrschaft der Qin und trat damit gewissermaßen in die eigentliche chinesische Geschichte ein. WĂ€hrend der Zeit der drei Reiche (ca. 208–280 n. Chr.) war es Teil des sĂŒdlichen Staates Shu Han und unter dem Namen Zanke (ç‰‚æŸŻ, Zāngkē) oder Zangge (牂牁, Zānggē) bekannt. Zur Zeit der Tang-Dynastie, etwa um 740 n. Chr. gab es eine Verwaltungseinheit Qianzhong Dao (黔䞭道, QiĂĄnzhƍng dĂ o), die wohl ungefĂ€hr das heutige Guizhou umfasste. FĂŒr den Ursprung des Namens Guizhou werden verschiedene Theorien bemĂŒht. Sicher ist, dass der Name spĂ€testens wĂ€hrend der Yuan-Dynastie ungefĂ€hr um 1330 fĂŒr das heutige Guiyang, die Hauptstadt Guizhous verwendet wurde. Eine eigentliche Provinz dieses Namens wurde formell wĂ€hrend der Ming-Dynastie im Jahr 1413 eingerichtet.

Die Einwanderung von Han-Chinesen begann wĂ€hrend der Sui- und Tang-Dynastie, also zwischen dem spĂ€ten 6. und frĂŒhen 10. Jahrhundert, zunĂ€chst nur in den Westteil der heutigen Provinz. In wachsender Zahl wanderten Han-Chinesen ab dem spĂ€ten 14. Jh., wĂ€hrend der Ming- und Qing-Dynastie, in die gesamte Provinz ein. Besonders die Tunpu (汯栥äșș), eine Gruppe von Han-Chinesen, deren Vorfahren vor rund 600 Jahren einwanderten, haben bis heute viele Besonderheiten ming-zeitlicher Kultur bewahrt.

Nach dem Sturz des Kaiserreichs 1911 und des damit beginnenden Zusammenbruchs der Zentralgewalt beherrschten in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts Warlords die Provinz. Um 1920 dominierte Liu Xianshi (ćˆ˜æ˜Ÿäž–), um 1926 kontrollierte der die Nachbarprovinz Yunnan beherrschende General Tang Jiyao (攐继氧) auch Guizhou. Nachdem die chinesischen Kommunisten mit ihrem Experiment einer chinesischen Sowjetrepublik im benachbarten Jiangxi gescheitert waren, bewegten sie sich, bedrĂ€ngt von den Truppen der nationalchinesischen Kuomintang-Regierung, im Rahmen des Langen Marsches zunĂ€chst Richtung Westen nach Guangxi. 1935 fand hier die Zunyi-Konferenz statt, auf der Mao Zedong seinen bestimmenden Einfluss auf die Parteilinie durchsetzen, und seine parteiinternen Gegner, die sogenannten Internationalisten und Komintern-Vertreter, entmachten konnte. Im Zweiten Weltkrieg flĂŒchteten zahlreiche Kaufleute, Beamte und Intellektuelle vor den Japanern hierher. Sie spielten fĂŒr die Entwicklung von Wirtschaft und Bildungswesen nach dem Krieg eine bedeutende Rolle. Am 15. November 1949 wurde die Hauptstadt Guiyang von der Volksbefreiungsarmee erobert und am 26. Dezember 1949 die Volksregierung der Provinz Guizhou gegrĂŒndet.

Bevölkerung

Bei der VolkszÀhlung 2020 wurden 34.746.468 stÀndige Einwohner ermittelt. Das waren 3.815.680 mehr (+10,98 %), als bei der vorangegangenen VolkszÀhlung 2010.

Im Jahr 2020 umfasste die Han-Bevölkerung 24.511.882 Personen (63,56 %) und die Minderheitsbevölkerung 14.050.266 Personen (36,44 %). Im Vergleich zu 2010 wuchs die Han-Bevölkerung um 2.313.397 Personen (+10,42 %) und die Bevölkerung verschiedener ethnischer Minderheiten nahm um 1.502.283 Personen zu (+11,97 %). Die nach den Han zahlenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten Ethnien sind die Miao, Bouyei (Buyi), Dong, Tujia, Yi, Gelao, Sui, Hui und Bai.

Ethnische Minderheiten

In Guizhou gibt es 17 verschiedene ethnische Minderheiten, unter denen 14 als autochthon bezeichnet werden können. Letztere sind vor allem die Bouyei, Miao und Dong, aber auch Bai, Gelao, Maonan, Mulam, Qiang, She, Sui, Tujia, Yao, Yi und Zhuang. Im Laufe der chinesischen Geschichte in grĂ¶ĂŸerer Zahl zugewandert sind die Hui, Mandschu und Mongolen. Zusammen machen die ethnischen Minderheiten 37 % der Bevölkerung aus und haben auf 55 % der FlĂ€che regionale Autonomie. Hier sind besonders die drei Autonomen Bezirke im SĂŒden der Provinz zu nennen: Qiannan, Qianxinan und Qiandongnan. Die meisten autochthonen ethnischen Minderheiten leben in den Bergen, wohin sie sich beim Vordringen der Han-Chinesen zurĂŒckgezogen haben.

Verwaltungsgliederung

Die Provinz Guizhou war im Jahr 2020 auf Bezirksebene in sechs bezirksfreie StĂ€dte und drei autonome Bezirke eingeteilt. Auf Kreisebene bestanden 88 Verwaltungseinheiten: 16 Stadtbezirke, neun kreisfreie StĂ€dte, 51 Kreise, 11 autonome Kreise und ein Sondergebiet. Auf Gemeindeebene gab es 1.509 Verwaltungseinheiten: 361 Straßenviertel, 833 Großgemeinden, 122 Gemeinden und 193 NationalitĂ€tengemeinden.

GrĂ¶ĂŸte StĂ€dte

Die zehn grĂ¶ĂŸten StĂ€dte der Provinz mit Einwohnerzahlen der eigentlichen stĂ€dtischen Siedlung auf dem Stand der VolkszĂ€hlung 2020 sind die folgenden:

Wirtschaft

Das wirtschaftliche Zentrum der Provinz ist die Hauptstadt Guiyang. Das milde Klima bietet gute Voraussetzungen fĂŒr die Landwirtschaft. Die Hauptanbauprodukte sind Reis, Mais, Kartoffeln, Tabak und Zuckerrohr. Die Provinz produziert eine große Anzahl verschiedener HeilkrĂ€uter und ist eines von vier großen HeilkrĂ€uter-Anbaugebieten in China.

Guizhou weist eine Vielzahl an BodenschĂ€tzen auf. Die Provinz hat die bedeutendsten Quecksilbervorkommen Chinas. Die VorrĂ€te an Bauxit, Phosphor, Mangan, Antimon und Kohle gehören zu den bedeutendsten im Land. In der Industrie dominieren deswegen Zweige wie Bergbau, HĂŒttenindustrie, Buntmetallindustrie, Chemie und Maschinenbau. Die Nahrungsmittel- und Tabakindustrie sind weitere wichtige Branchen. Am bekanntesten ist jedoch der Maotai-Schnaps.

Im Jahr 2024 betrug das BIP pro Kopf 51.211 Yuan pro Jahr. Das Wohlstandsniveau in der Provinz betrug 61 % des chinesischen Durchschnitts.

Ein gutes Entwicklungspotenzial wird im Fremdenverkehr gesehen. Die dafĂŒr nötige Verkehrsinfrastruktur ist großenteils bereits vorhanden.

UngefĂ€hr 170 Straßenkilometer sĂŒdlich der Provinzhauptstadt Guiyang, in der NĂ€he der Gemeinde Dawodang, wurde im September 2016 das grĂ¶ĂŸte und genaueste Radioteleskop der Welt mit der Bezeichnung Five hundred meter Aperture Spherical Telescope (kurz FAST) fertiggestellt.

Verkehr

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden gewaltige Anstrengungen zur Erschließung der topographisch schwierigen Provinz unternommen. Stand 2025 befinden sich in Guizhou 16 der weltweit insgesamt 24 BrĂŒcken mit mehr als 300 m Höhe ĂŒber Grund.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Die ethnischen Minderheiten in Guizhou gehören zu den kĂŒnstlerisch und musikalisch begabtesten in China. Auch die Han haben hier eine lange, abwechslungsreiche kulturelle Vergangenheit. In den Landesteilen sind verschiedene Arten des Volksdramas verbreitet, von denen einige auch mit VolkstĂ€nzen kombiniert werden. Einige Han-Volksdramen wie huadeng („Blumenlaterne“) im Norden und dixi im SĂŒden Guizhous sind auch bei den Minderheiten beliebt. Zu den festlichen AktivitĂ€ten ĂŒber Neujahr gehören BĂŒffelkĂ€mpfe, insbesondere bei den Miao, Yao und Zhuang. Die Miao besingen hĂ€ufig ihre revolutionĂ€re Geschichte und Helden, die Volkslieder der Miao und Dong sind sehr bekannt. Bei allen Minderheitsgruppen sind Scherenschnitt und Stickerei wichtige Formen der Volkskunst. Die Bouyei und Gelao sind besonders fĂŒr ihre Batik bekannt, die Miao und Bouyei fĂŒr ihre komplizierten, gefĂ€rbten Kreuzstich-Arbeiten und die Miao fĂŒr ihre schweren Silberornamente.

Guizhou hat zahlreiche Touristenattraktionen vorzuweisen, auch scheint der Tourismus in der Region immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Zu den beachtenswertesten SehenswĂŒrdigkeiten zĂ€hlen der Huangguoshu-Wasserfall, der grĂ¶ĂŸte Wasserfall in China und Asien; die Zhijin-Höhle, Chinas grĂ¶ĂŸter Tropfsteinhöhlen-Komplex; die Schluchten des Wuyanghe und die umgebende Karstlandschaft; die Drachenpalast-Höhle (Longgong), bei der die einzelnen Kammern wie bei einer Perlenkette aneinandergereiht sind; und das GebĂ€ude, in dem 1935 die Zunyi-Konferenz stattfand.

Weblinks

  • ReisefĂŒhrer Guizhou mit zahlreichen Fotos (deutsch)
  • Daten und Fotos zur chinesischen Provinz Guizhou

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch: GĂčizhou

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Sheng

Fläche ca.: 175156.70 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 29.246
südlichster Punkt: 24.631
westlichster Punkt: 103.596
östlichster Punkt: 109.521

 
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