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Region Shanxi
Lage, Gebirge
Informationen Region: ShanxiShanxi (chinesischÂ ć±±è„ż, Pinyin ) ist eine Provinz im Norden der Volksrepublik China. Gelegentlich wird sie mit der westlichen Nachbarprovinz Shaanxi (chinesisch éè„żÂ / éè„ż, Pinyin ShÇnxÄ«) verwechselt, da sich die Aussprache der Namen nur im Ton der ersten Silbe unterscheidet.
Wegen ihrer Lage westlich des Taihangshan-Gebirges trĂ€gt die Provinz den Namen ShÄnxÄ«, der westlich der Berge bedeutet. Die AbkĂŒrzung der Provinz lautet Jin (æÂ / æ). Jin ist der Name eines antiken chinesischen Staates, der im Gebiet Shanxis lag.
Shanxi liegt im Osten des Lössplateaus zwischen der nordchinesischen Ebene und dem mittleren Lauf des Gelben Flusses, welcher die Provinz im Westen und im SĂŒden begrenzt. Im Norden verlĂ€uft die Chinesische Mauer entlang der Grenze. Nachbarprovinzen sind Shaanxi im Westen, Henan im SĂŒden, Hebei im Osten und die Innere Mongolei im Norden.
Ein groĂer Teil der Provinz liegt höher als 1000 m ĂŒber dem Meeresspiegel. Die Höhe nimmt von Nordwesten nach SĂŒdosten hin ab. Die Provinz ist durch Gebirge, HĂŒgelland und Ebenen vielfĂ€ltig strukturiert. Gebirge machen 67,5 % der FlĂ€che der Provinz aus. Im Westen dominiert der Taihangshan (bis 2322 m). Daneben erstrecken sich von Norden nach SĂŒden die Gebirge Hengshan (bis 2017 m), Wutaishan (bis 3058 m), Taiyueshan (bis 2567 m) und Zhongtiaoshan (bis 2322 m). In der Mitte der Provinz findet sich eine niedrig gelegenere Region, das Mittel-Shanxi-Becken, das durch Verwerfungen in Nord-SĂŒd-Richtung entstand. Es umfasst die FlusstĂ€ler der FlĂŒsse Datong, Xinzhou, Taiyuan, Linfen und Yuncheng, die allmĂ€hlich von 1000 Meter auf 250 Meter abfallen. Im Westen von Shanxi findet sich ein Tafelland, das vom LĂŒlianshan dominiert wird. Dieses Gebiet ist stark von Erosion geprĂ€gt, so dass sich zahlreiche steil eingeschnitte TĂ€ler finden.
Das Klima in Shanxi ist kalt und trocken. Die Temperaturen liegen im Jahresdurchschnitt im Norden bei etwa 5 °C und im SĂŒden bei etwa 15 °C. Die frostfreie Periode dauert im Norden etwa vier und im SĂŒden etwa sieben Monate. Der Jahresniederschlag nimmt von Nordwesten nach SĂŒdosten zu und betrĂ€gt 350 bis 700 mm. Etwa 60 % der NiederschlĂ€ge fallen im Sommer.
Wichtige FlĂŒsse sind Gelber Fluss, Fen He, Sanggang He und Hutuo He.
Shanxi gehört zu den Wiegen der chinesischen Kultur. Unter anderem hat sich in Shanxi im Neolithikum die frĂŒhe Xia-Dynastie herausgebildet. Insbesondere der fruchtbare SĂŒden der Provinz mit seinen Lössböden gehörte zu diesem Kern. Die archĂ€ologischen Funde im Norden der Provinz belegen die ErschlieĂung dieses Gebietes durch die Zhou-Dynastie (1100â771 v. Chr.).
WÀhrend der Zeit der Streitenden Reiche gehörte die Region zuerst zum Königreich Jin (HauptstÀdte u. a. in Linfen und Quwo), dann zu den Reichen Wei und Zhao. Nach der Einigung des Reiches durch Qin Shihuangdi war dieses Territorium ein stÀndiger Bestandteil Chinas. Unter der Han-Dynastie begann die Förderung der Kohlevorkommen bei Datong (Tatung).
Die Tang-Dynastie (618â907) ist in Taiyuan in der Provinz Shanxi entstanden. Aufgrund der historischen Bedeutung bzw. dem Einfluss und StĂ€rke der Tang-Dynastie in der Geschichte wurde der Begriff âTang Renâ (ćäșș, TĂĄngrĂ©n â âMenschen der Tangzeitâ) in der chinesischen Sprache zum Synonym fĂŒr Chinesen allgemein. WĂ€hrend der Tang-Dynastie wurde die Region Hedong (æČłæ±Â / æČłäž, HĂ©dĆng), wörtl. âöstlich des (Gelben) Flussesâ, genannt. Die Kaiserin Wu Zetian, Chinas einzige Herrscherin, wurde in der Provinz Shanxi geboren.
WĂ€hrend Ming- und Qing-Dynastien war die Stadt Pingyao das Finanzzentrum Chinas. 1556 war auch die Provinz Shanxi durch das schwere Erdbeben in Shaanxi betroffen. Bei der Hungersnot 1876â79 starben mehrere Millionen Menschen. Um 1900 breitete sich der Boxeraufstand auf Shanxi aus, und seit der Revolution von 1911 wurde die Provinz durch den MilitĂ€rgouverneur Yan Xishan beherrscht und wiederaufgebaut. Im zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg war die Provinz von 1937 bis 1945 durch die Japaner besetzt. 1947 ĂŒbernahmen die Kommunisten unter Mao Zedong, deren Basis im benachbarten Yanâan lag, die Macht.
Auf Bezirksebene setzt sich Shanxi aus elf bezirksfreien StĂ€dten zusammen (2020). Auf Kreisebene war die Provinz im Jahr 2020 in 117 Verwaltungseinheiten unterteilt: 26 Stadtbezirke, 11 kreisfreie StĂ€dte und 80 Kreise. Auf Gemeindeebene bestanden im selben Jahr 1395 Verwaltungseinheiten: 207 StraĂenviertel, 579 GroĂgemeinden und 610 Gemeinden.
Die zehn gröĂten StĂ€dte der Provinz mit Einwohnerzahlen der eigentlichen stĂ€dtischen Siedlung auf dem Stand der VolkszĂ€hlung 2020 sind die folgenden:
Bei der VolkszĂ€hlung 2020 wurde eine stĂ€ndige Bevölkerung von 34.915.616 Personen ermittelt. Im Vergleich zur vorangegangenen VolkszĂ€hlung 2010 hatte die Einwohnerzahl um 796.495 Personen abgenommen (â2,23 %).
Beim Zensus 2002 wurden 32.368.083 Angehörige der Han-NationalitÀt, das sind 99,68 % der Bevölkerung, gezÀhlt. Weitere ethnische Gruppen sind die Hui mit 0,19 % der Bevölkerung, die Mandschu mit 0,04 %, die Mongolen mit 0,03 % und die Miao mit 0,01 %.
Shanxi verfĂŒgt ĂŒber sehr reiche Vorkommen an Kohle und anderen Rohstoffen, wie zum Beispiel Bauxit, Kupfer, Aluminium und Schwefel. Die Kohlereviere machen 37 Prozent der FlĂ€che Shanxis aus und beherbergen mit 200 Milliarden Tonnen ein Drittel der Kohlevorkommen Chinas. Kohle aus Shanxi wird exportiert und in mehr als 20 Provinzen, regierungsunmittelbare StĂ€dte und autonome Gebiete geliefert. Ferner sind die Erzeugung von Stahl, der Maschinenbau, die chemische Industrie und die Textilindustrie, mit Baumwollexport, wichtige Wirtschaftszweige. Der Transport der GĂŒter, insbesondere der Kohle, erfolgt vorrangig ĂŒber das chinesische Schienennetz. Von den 20 gröĂten GĂŒterbahnhöfen der Volksrepublik China gemessen an der Menge der verladenen GĂŒter in Tonnen befanden sich im Jahr 2012 alleine 15 in der Provinz Shanxi. Wichtige Knotenpunkte sind Datong, wo die Bahnstrecke DatongâPuzhou und die Bahnstrecke Datong-Qinhuangdao beginnen, und die Hauptstadt Taiyuan.
In der Landwirtschaft sind der Anbau von Weizen, Hirse und Gaoliang (é«çȱ, gÄoliang, eine Gattung der Sorghum-Hirse, aus der man gern einen hochprozentigen Schnaps brennt) im Terrassenfeldbau von Bedeutung, sowie die Schweinezucht.
Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2003 245,7 Milliarden RMB und 7410 RMB pro Kopf.
Im Juni 2007 befreite die Polizei in Shanxi und Henan Hunderte Sklavenarbeiter, darunter Dutzende Kinder, aus Kohlebergwerken und Ziegeleien. Es handelte sich mehrheitlich um Arbeitssuchende aus lÀndlichen Gebieten in Henan, die in die FÀnge illegaler Arbeitsvermittler geraten waren.
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