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Karte Karte: Region Tianjin

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Region Informationen Region: Tianjin

Informationen:


Tianjin, nach Post und nach Stange Tientsin (chinesischÂ ć€©æŽ„ćž‚, Pinyin TiānjÄ«n shĂŹ, W.-G. T’ien-chin – „wörtlich Himmelsfurt-Stadt“), ist eine Hafenstadt in der Volksrepublik China. Das Verwaltungsgebiet der Stadt hat eine FlĂ€che von 11.943 Quadratkilometern. Tianjin ist eine der vier regierungsunmittelbaren StĂ€dte in China, das heißt direkt der Zentralregierung in Peking unterstellt, und hat damit denselben Status wie eine Provinz.

Das Verwaltungsgebiet Tianjins hat 12,94 Millionen Einwohner (Stand: Zensus 2010). Davon sind 9,5 Millionen registrierte Bewohner mit stĂ€ndigem Wohnsitz (æˆ·ćŁ, hĂčkǒu) und 1,0 Millionen temporĂ€re Einwohner (æ”ćŠšäșș揣, liĂșdĂČng rĂ©nkǒu) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (æš‚äœèŻ, zĂ nzhĂčzhĂšng). Wenn man die Kernstadt mit deren hoher Bebauungsdichte und geschlossener Ortsform als Grundlage nimmt, leben in Tianjin 3,8 Millionen Menschen mit Hauptwohnsitz. Der Ballungsraum hat 6,4 Millionen Einwohner, einschließlich Vororte. (Stand: 2007)

Die Stadt ist Industriezentrum, Verkehrsknoten und kultureller Mittelpunkt der Region mit UniversitĂ€ten, Hochschulen, Museen und BaudenkmĂ€lern. Das Verwaltungsgebiet Tianjins stellt kein zusammenhĂ€ngendes Stadtgebiet dar, sondern ist – mit seiner dominierenden lĂ€ndlichen Siedlungsstruktur – eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar. Historisch war Tianjin die Hauptstadt der ehemaligen Provinz Zhili.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt im Norden des Landes sĂŒdöstlich von Peking fĂŒnf Meter ĂŒber dem Meeresspiegel, am Zusammenfluss des Hai He mit dem Kaiserkanal. Sie grenzt an die Regierungsunmittelbare Stadt Peking und die Provinz Hebei.

Das administrative Stadtgebiet hat eine FlĂ€che von 11.943 Quadratkilometer. Das entspricht ungefĂ€hr der BodenflĂ€che von Oberösterreich und ist etwas kleiner als Schleswig-Holstein. Davon gehören 167,8 kmÂČ (1,4 %) zur Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) und 11.775,2 kmÂČ (98,6 %) zu VorstĂ€dten und Gebieten mit lĂ€ndlicher Siedlungsstruktur.

Vom Stadtzentrum Tianjins bis Peking sind es 120 Kilometer. Die Bohai-Bucht befindet sich 50 Kilometer östlich von Tianjin. Durch die Stadt fließt der Hai He-Fluss zur Bohai-Bucht.

Das gesamte Verwaltungsgebiet der regierungsunmittelbaren Stadt Tianjin hat eine Nord-SĂŒd-Ausdehnung von 186 Kilometern und eine Ost-West-Ausdehnung von 101 Kilometern. Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind: Tianjin 3.755.249 Einwohner, Tanggu 564.498 Einwohner, Hangu 227.358 Einwohner, Gangdong 141.741 Einwohner, Yangliuqing 77.768 Einwohner, Xianshuigu 75.366 Einwohner und Yangcun 64.908 Einwohner.(Stand: 1. Januar 2007)

Geologie

Die nordchinesische Ebene (Große Ebene), in der Tianjin liegt, ist geologisch ein Einbruchsfeld, das spĂ€ter von den Deltabildungen der nordchinesischen Ströme ausgefĂŒllt wurde. Sie besteht aus SchwemmlĂ¶ĂŸ und Sanden, die von den FlĂŒssen aus den westlichen GebirgslĂ€ndern herangefĂŒhrt worden sind. Die Ebene ist also eine Fortsetzung des LĂ¶ĂŸlandes.

Auch klimatisch – heißfeuchte Sommer und trockenkalte Winter mit StaubstĂŒrmen – und pflanzengeographisch – Parklandschaft mit steppenhaften ZĂŒgen – Ă€hnelt sie den benachbarten LĂ¶ĂŸberglĂ€ndern. Die Nordchinesische Ebene stellt einen riesigen Schwemmkegel dar, den der Huang He, der schlammreichste Fluss der Erde, im Laufe vieler Jahrtausende aufgeschĂŒttet hat und dessen AuslĂ€ufer nördlich und sĂŒdlich der Halbinsel Shandong das Gelbe Meer erreichen. Das Gebiet ist starken tektonischen Spannungen ausgesetzt, die immer wieder zu Erdbeben fĂŒhren. Ursache ist die langsame Verschiebung der indischen Kontinentalplatte nach Norden in die eurasische Kontinentalplatte. Die Geschwindigkeit der Plattentektonik betrĂ€gt im Mittel etwa vier Zentimeter pro Jahr.

Am 28. Juli 1976 ereignete sich in Tangshan, 120 Kilometer östlich von Tianjin, das schwerste Erdbeben des 20. Jahrhunderts (siehe Beben von Tangshan 1976). Es hatte eine StĂ€rke von 8,2 auf der Richterskala. Die offizielle Angabe der Regierung der Volksrepublik China ĂŒber die Zahl der Toten betrĂ€gt 242.419, doch manche SchĂ€tzungen geben eine Zahl bis zu 800.000 Toten an, davon 25.000 in Tianjin, auch die StĂ€rke wird offiziell nur mit 7,8 angegeben. Das Beben fĂŒhrte in Tianjin und anderen StĂ€dten der Region zu schweren SchĂ€den.

Stadtgliederung

Das Verwaltungsgebiet der Stadt gliedert sich in 15 Stadtbezirke und einen „neuen“ Stadtbezirk.

Die Kernstadt teilt sich in sechs Stadtbezirke (Stand: Zensus 2020):

  • Heping (撌ćčłćŒș, HĂ©pĂ­ng QĆ«), 10 kmÂČ, 355.000 Einwohner;
  • Hexi (æČłè„żćŒș HĂ©xÄ« QĆ«), 39 kmÂČ, 822.174 Einwohner;
  • Hebei (æČłćŒ—ćŒș, HĂ©běi QĆ«), 30 kmÂČ, 647.702 Einwohner;
  • Nankai (ć—ćŒ€ćŒș, NĂĄnkāi QĆ«), 41 kmÂČ, 890.422 Einwohner;
  • Hedong (æČłäžœćŒș, HĂ©dƍng QĆ«), 42 kmÂČ, 858.787 Einwohner;
  • Hongqiao (çșąæĄ„ćŒș, HĂłngqiĂĄo QĆ«), 23 kmÂČ, 483.130 Einwohner.

Vier weitere Stadtbezirke befinden sich in der nahen Umgebung der Kernstadt (Stand: Zensus 2020):

  • Jinnan (æŽ„ć—ćŒș, JÄ«nnĂĄn QĆ«), 386 kmÂČ, 928.066 Einwohner;
  • Dongli (䞜䞜ćŒș, DƍnglĂŹ QĆ«), 469 kmÂČ, 857.027 Einwohner;
  • Xiqing (è„żé’ćŒș, XÄ«qÄ«ng QĆ«), 563 kmÂČ, 1.195.124 Einwohner;
  • Beichen (ćŒ—èŸ°ćŒș, BěichĂ©n QĆ«), 474 kmÂČ, 909.643 Einwohner.

FĂŒnf Stadtbezirke und der neue Stadtbezirk Binhai liegen in den lĂ€ndlichen Gebieten außerhalb der Kernstadt (Stand: Zensus 2020):

  • Binhai (滚攷新ćŒș, BÄ«nhaǐ XÄ«nqĆ«), 2.610 kmÂČ, 2.067.318 Einwohner;
  • Baodi (ćźć»ćŒș, Bǎodǐ QĆ«), 1.510 kmÂČ, 722.367 Einwohner – Kreis bis 2001
  • Wuqing (æ­Šæž…ćŒș, WǔqÄ«ng QĆ«), 1.574 kmÂČ, 1.151.313 Einwohner – Kreis bis 2000
  • Jizhou (è“Ÿć·žćŒș, JĂŹzhƍu QĆ«), 1.590 kmÂČ, 795.516 Einwohner – Kreis Ji bis 2016
  • Jinghai (静攷ćŒș, JĂŹnghǎi QĆ«), 1.441 kmÂČ, 787.106 Einwohner – Kreis bis 2015
  • Ninghe (柁æČłćŒș, NĂ­nghĂ© QĆ«), 1.154 kmÂČ, 395.314 Einwohner – Kreis bis 2015

Siehe auch Liste der Stadtbezirke von Tianjin

Klima

Obwohl Tianjin nur etwa 50 Kilometer von der KĂŒste entfernt liegt, hat es aufgrund der Lage im WestwindgĂŒrtel ein gemĂ€ĂŸigtes kontinentales Klima, also warme feuchte Sommer und kalte trockene Winter. Die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge liegt bei 560,2 Millimeter im Durchschnitt, davon fallen etwa 61 Prozent in den Monaten Juli und August.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 13,0 °C. WĂ€rmster Monat ist der Juli mit 30,7 °C mittlerer Tageshöchst- und 22,7 °C mittlerer nĂ€chtlicher Tiefsttemperatur. Der kĂ€lteste Monat ist in der Gegend um Tianjin der Januar mit 1,6 °C mittlerer Tageshöchst- und −7,7 °C mittlerer nĂ€chtlicher Tiefsttemperatur.

Im Winter herrschen Temperaturen bis zu −20 Grad Celsius und ein eisiger, aus den Ebenen der Inneren Mongolei wehender Wind. Der Sommer (Juni bis August) ist schwĂŒl und heiß mit Temperaturen bis zu 35 Grad Celsius, der kurze FrĂŒhling (April und Mai) trocken, aber windig. Im Herbst (September und Oktober) herrscht trockenes und mildes Wetter.

Wenn der Wind aus dem Norden kommt, kann es im Winter sehr kalt werden, und im FrĂŒhjahr gibt es hĂ€ufig SandstĂŒrme. Die höchste jemals registrierte Temperatur wurde offiziell am 4. Juli 1972 mit 39,7 °C gemessen, die tiefste am 22. Februar 1966 mit −22,9 °C.

Geschichte

Ursprung und weitere Entwicklung

Die Geschichte des Ortes vom Fischerdorf zur modernen Handelsmetropole reicht viele Jahrhunderte zurĂŒck und ist stark mit der Geschichte Pekings verknĂŒpft. Vom 11. bis 14. Jahrhundert war Tianjin ein kleiner Seehafen, der fĂŒr den kaiserlichen Hof als Getreidelager hohe Bedeutung hatte. SpĂ€ter, als ursprĂŒnglich unabhĂ€ngige Reiche im SĂŒden Chinas unterworfen wurden, war die Stadt Durchgangshafen fĂŒr die Tribute und Lieferungen aus jenen Reichen an die Hauptstadt. WĂ€hrend der Yuan-Dynastie wurde im 13. Jahrhundert schließlich der durch Tianjin fĂŒhrende Kaiserkanal fertiggestellt bzw. bis in Dadu (Peking) verlĂ€ngert.

Den Namen Tianjin erhielt die Stadt vom Kaiser Zhudi wĂ€hrend der frĂŒhen Jahre der Ming-Dynastie (1368–1644). Zu dieser Zeit erhielt es seine Vorrangstellung als Hafen fĂŒr Peking und stark befestigte Garnisonsstadt. SpĂ€ter, unter der Qing-Dynastie (1644–1911), wurde es ein florierendes Handelszentrum (vor allem fĂŒr Meersalz).

AuslÀndische Konzessionen

Im 19. Jahrhundert wurden die seefahrenden MĂ€chte aus dem Westen auf die Stadt aufmerksam. Infolge der Niederlage Chinas im Ersten Opiumkrieg erzwang Großbritannien durch den Vertrag von Nanking 1842 die Öffnung fĂŒnf sĂŒdchinesischer HafenstĂ€dte fĂŒr seinen Handel (siehe Ungleiche VertrĂ€ge). Unter dem Vorwand – chinesische Beamte hatten am 8. Oktober 1856 die unter britischer Flagge fahrende Lorcha Arrow festgesetzt – erklĂ€rte das Vereinigte Königreich China erneut den Krieg. Auch in diesem sogenannten Zweiten Opiumkrieg, auch „Arrow-Krieg“ genannt, dem sich Frankreich aus vergleichbaren, handelspolitischen Motiven auf britischer Seite anschloss, erwiesen sich die europĂ€ischen Kanonenboote und KriegsfĂŒhrung als ĂŒberlegen (siehe Kanonenbootpolitik). Mit dem am 27. Juni 1858 unterzeichneten Vertrag von Tianjin erhielten die siegreichen EuropĂ€er das Recht, auf dem chinesischen Festland weitere Konzessionen zu errichten. Als Gegenleistung war der RĂŒckzug der EnglĂ€nder aus Tianjin (historische Umschrift Tientsin) und die RĂ€umung der Festung Dagu, 60 Kilometer sĂŒdöstlich der Stadt, vorgesehen. China weigerte sich im Anschluss, den Vertrag umzusetzen. Daraufhin eröffneten die Briten im Juni 1859 mit einem erneuten Angriff auf Dagukou die zweite Phase des Zweiten Opiumkriegs. Erst nach dem Feldzug im Jahr 1860, im Rahmen dessen ein Invasionsheer unter FĂŒhrung Lord Elgins unter anderem den Alten Sommerpalast in Peking in Schutt und Asche legte, bestĂ€tigte Prinz Gong in Vertretung des in die Mandschurei geflohenen Kaisers Xianfeng die Vertragsbedingungen. In der sogenannten Pekinger Konvention vom 18. Oktober 1860 wurden sie um weitere Punkte ergĂ€nzt, insbesondere die Öffnung des Hafens von Tianjin selbst, weitere Reparationsleistungen sowie Gebietsabtretungen an Großbritannien und Russland.

Auf dieser Grundlage errichteten zunĂ€chst Großbritannien und Frankreich (wie bereits in den 1840ern in Shanghai) in Tianjin sĂŒdöstlich der ummauerten Stadt zwei Konzessionsgebiete, von denen aus Nordchina fĂŒr den internationalen Handel erschlossen werden konnte. Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Stadt als wichtiges Handels- und Kommunikationszentrum (als „Shanghai des Nordens“) unweit Pekings folgten bis 1895/1900 weitere KolonialmĂ€chte (Russland, Japan, Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Belgien und Italien) die ihrerseits mittels diplomatischen, aber auch militĂ€rischen Drucks FolgevertrĂ€ge (siehe Ungleiche VertrĂ€ge) aushandelten und separate Konzessionen entlang des Hai He anlegten. Diese – in dem jeweiligen nationalen Architekturstil bebauten – auslĂ€ndischen Enklaven verfĂŒgten ĂŒber ihre eigene Infrastruktur und Verwaltung. Der Erste Weltkrieg gab der jungen Republik China die Gelegenheit, 1917 zumindest die österreichisch-ungarische und die deutsche Konzessionszone zu besetzen und zurĂŒckzugewinnen – ebenso wie der Russische BĂŒrgerkrieg die RĂŒckgewinnung der russischen Konzession ermöglichte (1924 auch von der Sowjetunion anerkannt). WĂ€hrend der Weltwirtschaftskrise gab Belgien seine Konzession 1931 aus KostengrĂŒnden freiwillig zurĂŒck. Die ĂŒbrigen Konzessionen existierten de jure bis 1943 fort, waren jedoch seit 1937 de facto von Japan besetzt.

Die Konzessionen prĂ€gten die Entwicklung Tianjins zu einer modernen Stadt, aber symbolisierten gleichermaßen die quasi-koloniale Durchdringung Chinas. Eine der Hauptstraßen, die durch diese europĂ€ischen Stadtviertel verlief (die heutige „Jiefang Beilu“, è§Łæ”ŸćŒ—è·ŻÂ â€“Â â€žwörtlich Befreiungsweg Nord“), fĂŒhrte abschnittsweise Namen, die die jeweilige Herrschaft reprĂ€sentierten: „Rue de la France“, „Victoria Road“ und „Wilhelmstraße“ (bzw. nach 1919 „Woodrow Wilson Road“). 1900 war Tianjin Schauplatz erbitterter KĂ€mpfe im Rahmen des Boxeraufstandes, infolgedessen auch die geopolitische Bedeutung der Stadt mit verstĂ€rkten auslĂ€ndischen Garnisonen wuchs.

Im Rahmen der olympischen Spiele 2008 in Peking wurden Teile der ehemals italienischen Konzessionsgebiete als Touristenattraktion revitalisiert. Ein Àhnliches Projekt zum österreichischen Konzessionsgebiet befindet sich in Vorbereitung.

AufstÀnde und Japanische Besetzung

Spannungen zwischen der einheimischen Bevölkerung und den privilegierten AuslĂ€ndern entluden sich u. a. in den Ereignissen von Tianjin am 21. Juni 1870, dem sogenannten Tianjin-Massaker (ć€©æŽ„æ•™æĄˆ, TiānjÄ«n jiĂ o'Ă n, historische Schreibweise Tientsin-Massaker), als eine aufgebrachte chinesische Menge das französische Waisenhaus der Notre-Dame-des-Victoires (æœ›æ”·æ„Œæ•™ć ‚Â â€“Â â€žWanghailou-Kirche“) angriff. Anlass waren GerĂŒchte ĂŒber gekaufte oder dorthin verschleppte chinesische Waisenkinder und sogar ĂŒber FĂ€lle von Kannibalismus seitens der europĂ€ischen Nonnen. Trotz BemĂŒhungen chinesischer Beamter das Volk zu beruhigen, eskalierte die Situation, infolge derer der französische Konsul, Nonnen, Priester, weitere AuslĂ€nder und chinesische Christen getötet wurden. Man geht insgesamt von ca. 60 Opfern aus. Zwanzig Chinesen wurden daraufhin enthauptet und der PrĂ€fekt aus der Stadt verbannt.

Obwohl oder eher gerade weil Tianjin (historisch Tientsin) faktisch ein Protektorat der europĂ€ischen FremdmĂ€chte war, stieg die Stadt nach Shanghai zum zweitgrĂ¶ĂŸten Handels- und Kommunikationszentrum in China auf.

Als Zentrum des geheimen Widerstands gegen die EuropĂ€er war die Stadt im Sommer 1900 Schauplatz erbitterter KĂ€mpfe im Rahmen des Boxeraufstandes. Von hier aus brach das von Soldaten aus acht Nationen gebildete Expeditionskorps (insgesamt 2066 Soldaten) zum Entsatz des von AufstĂ€ndischen und regulĂ€ren kaiserlich-chinesischen Truppen belagerten Legationsviertels in Peking am 10. Juni 1900 auf, kam aber nicht durch und geriet selbst in Tianjin zwischenzeitlich in die Defensive. Mit der Anlandung grĂ¶ĂŸerer auslĂ€ndischer Truppenkontingente (vor allem britisch-indischer, russischer, japanischer und US-amerikanischer Einheiten) und deren Ankunft in Tianjin am 14. Juli 1900 war die Verbindung zur KĂŒste wiederhergestellt. In den Konzessionen erfolgte der Aufmarsch der nunmehr deutlich verstĂ€rkten multinationalen Armee (ca. 20.000 Soldaten), die am 13. August 1900 Peking erreichte und die eingeschlossenen AuslĂ€nder befreien konnte. GrĂ¶ĂŸere Teile der Altstadt einschließlich der Stadtmauer Tianjins wurden wĂ€hrend der Gefechte zerstört, aber bald im europĂ€ischen Stil wieder aufgebaut. Schließlich erwirkten die AuslĂ€nder die Abtragung der Mauern und des alten Chinesenviertels, um die Bewohner besser im Blick zu haben.

Ein prominenter Resident in Tianjin zur Zeit des Boxerkrieges war Herbert Hoover, der spĂ€tere (31.) PrĂ€sident der USA, der damals als Bergbauingenieur in China tĂ€tig war. Nachdem er den wochenlangen Beschuss der auslĂ€ndischen Konzessionen durch die „Boxer“ mit seiner Familie ĂŒberstanden hatte, konnte er als Ortskundiger den nachgerĂŒckten US-Marines nĂŒtzlich sein. FĂŒr Hoover war Tianjin eine „universal city – wie eine Welt in Kleinformat mit all ihren NationalitĂ€ten, ihren Baustilen und ihren KĂŒchen“.

Infolge des Boxeraufstandes und dessen Niederschlagung wuchs die geopolitische Bedeutung der Stadt aufgrund der verstÀrkten auslÀndischen Garnisonen.

Von 1900 bis 1909 wurde die Stadt von einer internationalen Kommission verwaltet, in der jene MĂ€chte vertreten waren, die Niederlassungen in Tianjin besaßen: Russland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Japan, Italien, Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich.

1906 wurde in Tianjin die erste Straßenbahn in Betrieb genommen.

Nachdem er aus der Verbotenen Stadt vertrieben worden war und sich in die Obhut der japanischen Gesandtschaft begeben hatte, ĂŒbersiedelte Aisin Gioro Pu Yi, der letzte Kaiser der Qing-Dynastie, am 23. Februar 1925 nach Tianjin. Hier residierte er bis 1932 in einer herrschaftlichen Villa in der japanischen Konzession und nahm rege am gesellschaftlichen Leben der kosmopolitischen Hafenstadt teil.

1927 erhielt Tianjin den Status einer selbststĂ€ndigen Stadt auf Provinzebene (ç›ŽèŸ–ćž‚Â â€“Â â€žRegierungsunmittelbare Stadt“).

Mit Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges infolge des sog. Zwischenfalls an der Marco-Polo-BrĂŒcke (Lugouqiao) am 7. Juli 1937 bei Peking (damals Peiping) rĂŒckten japanische Truppen, die schon 1931 die Mandschurei besetzt hatten und weite Teile Nordchinas bereits kontrollierten (siehe Mandschurei-Krise), ĂŒber die Große Mauer bei Shanhaiguan nach SĂŒden vor. Am 29. Juli 1937 wurde Tianjin – insbesondere die der japanischen Konzession benachbarte Nankai-UniversitĂ€t als aktives Zentrum „anti-japanischer Agitation“ der nationalbewussten chinesischen Studentenschaft – von japanischen Flugzeugen bombardiert. Die wenigen, schlecht gefĂŒhrten chinesischen Einheiten konnten kaum Widerstand gegen die Übermacht der japanischen Armee leisten, so dass die Stadt tags darauf fast kampflos eingenommen wurde und bis zum Ende des Krieges unter japanischer Besatzung stand. Die Hoheitsrechte der ĂŒbrigen KolonialmĂ€chte, mit denen Japan (noch) nicht im Krieg lag, wurden dabei zunĂ€chst respektiert, so dass die auslĂ€ndischen Konzessionen fortbestanden. Es offenbarte sich mit der japanischen Blockade der britischen Konzession im Sommer 1939 aber schon bald, dass diese militĂ€risch nicht zu halten waren. Noch vor Kriegseintritt Japans gegen die USA und Großbritannien zogen deren Garnisonen 1940 aus Tianjin ab.

In diese Zeit fÀllt der Ausbau des Seehafens Tianjin-Xingang.

Die Japanische Besetzung dauerte bis zum 15. August 1945, als US-amerikanische StreitkrĂ€fte nach Kapitulation Japans und damit Beendigung des Zweiten Weltkrieges in die Stadt einmarschierten. Im Dezember 1946 löste die Vergewaltigung chinesischer Frauen in Tianjin durch amerikanische Soldaten Proteste in der Stadt aus, die in einer großen Demonstration am 1. Januar 1947 kulminierten. Die US-amerikanischen Truppen zogen daraufhin im Juni 1947 aus Tianjin ab.

Kommunistische Regierungszeit

Kommunistische Truppen nahmen Tianjin am 15. Januar 1949 nach einer 29 Stunden dauernden Schlacht wĂ€hrend des BĂŒrgerkriegs mit den Kuomintang-Truppen ein. Nach der kommunistischen Übernahme blieb Tianjin zunĂ€chst ein selbstĂ€ndiger Stadtbezirk auf Provinzebene in China. 1958 wurde Tianjin Hauptstadt der Provinz Hebei und erhielt 1967 den Status einer Regierungsunmittelbaren Stadt.

Durch das Erdbeben von Tangshan im Jahre 1976 starben nach offiziellen Angaben in Tianjin 23.938 Menschen, die Stadt erlitt schwere Zerstörungen. Die Wirtschaft Tianjins weist seit Umsetzung der 1978 von der chinesischen Regierung beschlossenen Wirtschaftsreformen bis heute ein hohes stabiles Wachstum auf, was zu einem schnell wachsenden Wohlstand großer Teile der Bevölkerung fĂŒhrte.

Die grĂ¶ĂŸten Probleme, denen sich die Stadt wegen der verfehlten modernen Stadtplanungspolitik heute gegenĂŒbersieht, sind die wachsende Zuwanderung, die Luftverschmutzung, verursacht durch unmoderne Fabrikanlagen und der ausufernde Verkehr, der seinen Teil zur schlechten LuftqualitĂ€t beitrĂ€gt und die Stadt an den Rand eines Verkehrskollapses bringt. Eine Renaissance erleben aber auch viele soziale Probleme, von denen gedacht wurde, die Kommunisten hĂ€tten sie nach 1949 fĂŒr immer beseitigt. Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch und Prostitution weisen ein starkes Wachstum auf.

Am 12. August 2015 ereigneten sich am Hafen in Tianjin (in Binhai) schwere Explosionen in einem Lagerhaus fĂŒr GefahrstoffgĂŒter. Es starben 173 Personen und es wurden 797 verletzt.

Einwohnerentwicklung

WĂ€hrend sich die Einwohnerzahl Tianjins seit den 1950er Jahren verdoppelt hat, blieb sie seit Anfang der 1990er Jahre – auch auf Grund der EinfĂŒhrung der Ein-Kind-Politik – relativ konstant. In der Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) leben 3,8 Millionen Menschen mit Hauptwohnsitz (2007). Die Bevölkerungsdichte betrĂ€gt 22.379 Einwohner pro Quadratkilometer.

Das gesamte Verwaltungsgebiet der Regierungsunmittelbaren Stadt hat 10,5 Millionen Einwohner (2007). Davon sind 9,5 Millionen registrierte Bewohner mit stĂ€ndigem Wohnsitz (æˆ·ćŁ, hĂčkǒu) und 1,0 Millionen temporĂ€re Einwohner (æ”ćŠšäșș揣, liĂșdĂČng rĂ©nkǒu) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (æš‚äœèŻ, zĂ nzhĂčzhĂšng). Die Bevölkerungsdichte betrĂ€gt 879 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Urbanisierungsrate fĂŒr das gesamte Verwaltungsgebiet Tianjins wird mit 72 Prozent angegeben.

Wer sich lĂ€nger als drei Tage in der Stadt aufhalten möchte, muss sich beim Amt fĂŒr öffentliche Sicherheit melden und wird dort registriert. Der Antragsteller erhĂ€lt dann eine zeitweilige Aufenthaltsgenehmigung fĂŒr drei Monate, die nach Ablauf der Frist verlĂ€ngert werden muss. Beim Amt muss eine Bescheinigung vom Heimatort vorgelegt werden, die bestĂ€tigt, das die Person dort gemeldet ist.

Von den 9.848.731 Einwohnern Tianjins, die bei der VolkszÀhlung im Jahre 2000 ermittelt wurden, waren 97,29 % Han-Chinesen, 1,75 % muslimische Hui-Chinesen, 0,57 % Mandschu, 0,12 % Mongolen und 0,11 % Koreaner. Von den 56 offiziell anerkannten NationalitÀten Chinas sind nur vier nicht unter den Einwohnern Tianjins vertreten.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Kernstadt (ohne VorortgĂŒrtel). AufgefĂŒhrt sind die registrierten Bewohner mit Hauptwohnsitz in Tianjin.

Entwicklung der Wohnsituation

Nach wie vor prekÀr ist die Versorgung mit Wohnraum, wenn sich auch nach offiziellen Angaben der Stadtregierung die WohnflÀche pro Kopf seit 1957 verdreifacht hat. Die kommunistische Stadtregierung war keineswegs untÀtig gewesen, bereits seit Anfang der 1950er Jahre wurden die Wohn- und LebensverhÀltnisse in den Stadtvierteln mit unzureichendem Standard verbessert und viele neue Wohngebiete errichtet. In China rechnet man damit, dass in den nÀchsten Jahrzehnten weitere bis zu 350 Millionen Landbewohner in die stÀdtischen Ballungsgebiete strömen werden.

Seit einigen Jahren ist die Tendenz zu erkennen, großflĂ€chige Neubausiedlungen in Verbindung mit Landschaftsparks, GolfplĂ€tzen und kĂŒnstlich angelegten Seeuferpartien zu errichten. Diese Bauten liegen meist ĂŒber dem normalen Standard, sind fĂŒr eine gut verdienende Mittelschicht ausgelegt und fĂŒr den Durchschnittsverdiener kaum erschwinglich. Ein besonderes Projekt ist die Errichtung einer ökologisch nachhaltigen Großsiedlung. Rund 24 Kilometer sĂŒdlich von der Innenstadt entfernt wird rund um einen 7 Kilometer langen und 3 Kilometer breiten kĂŒnstlichen See versucht, der MonotonitĂ€t einer mit Hochbauten seriell bestĂŒckten Schlafstadt etwas anderes entgegenzusetzen. Die mehreren Quadratkilometer großen Areale östlich des Vororts Jinghai sollen sich zu etwa einem Drittel mit erneuerbarer Energie versorgen, ansonsten eine alltagstaugliche Infrastruktur und siedlungsnahe ArbeitsstĂ€tten erhalten. Die chinesische Regierung hat das Vorhaben zum Referenzprojekt fĂŒr zukĂŒnftige Urbanisationen erklĂ€rt. Die ersten Wohnungen sind Anfang 2013 bezugsfertig, bis 2020 soll alles fertig sein.

Die Wohnsituation der rund eine Million Einwohner mit beschrĂ€nkter Aufenthaltsgenehmigung ist im Gegensatz zu den Bewohnern mit Hauptwohnsitz deutlich schlechter. Zahlreiche Migranten, ĂŒberwiegend frĂŒhere Bauern aus den lĂ€ndlichen Regionen Chinas, leben auf den Baustellen, in einfachen Betriebs-Wohnheimen oder sie mieten sich einen Raum bei Bauern an der Peripherie der Stadt. Ein großer Teil der temporĂ€ren Einwohner lebt am Stadtrand, weil dort eher Platz fĂŒr selbstgebaute HĂŒtten vorhanden ist.

Politik

Stadtregierung

Huang Xingguo war von 2007 bis 2016 BĂŒrgermeister von Tianjin und gleichzeitig kommissarischer ParteisekretĂ€r der Kommunistischen Partei Chinas. Am 10. September 2016 wurde er wegen KorruptionsvorwĂŒrfen von beiden Positionen entbunden. ParteisekretĂ€r ist seit dem 13. September Li Hongzhong. Am 14. September 2016 wurde Wang Dongfeng als geschĂ€ftsfĂŒhrender BĂŒrgermeister berufen.

Der Stadtregierung unterstehen die Regierungen von 15 Stadtbezirken und drei Kreisen. Die Stadtbezirke gliedern sich wiederum in Straßenviertel, zum Teil auch in Gemeinden und Großgemeinden. Die Kreise setzen sich hingegen aus Gemeinden und Großgemeinden zusammen, nur im Kreis Ji, der ein kleines urbanes Zentrum ausgebildet hat, gibt es ein Straßenviertel. Am unteren Ende der Verwaltungspyramide Tianjins befinden sich in den urbanen Gebieten die sogenannten Einwohnergemeinschaften (瀟ćŒș), die von den Einwohnerkomitees (ć±…æ°‘ć§”ć‘˜äŒš, jĆ«mĂ­n wěiyuĂĄnhĂči) verwaltet werden und in den lĂ€ndlichen Regionen die Dörfer (村), die von Dorfkomitees (æ‘æ°‘ć§”ć‘˜äŒš, cĆ«nmĂ­n wěiyuĂĄnhĂči) verwaltet werden.

StÀdtepartnerschaften

Tianjin unterhÀlt u. a. mit folgenden StÀdten Partnerschaften:

Regionenpartnerschaften

Tianjin unterhÀlt u. a. mit folgenden Regionen Partnerschaften:

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Theater

Tianjin beherbergt zahlreiche Theater-, Opern- und KonzerthĂ€user. Das People’s Art Theater wurde 1951 eröffnet und zeigt zeitgenössische und klassische StĂŒcke. Das Opera and Dance Drama Theater eröffnete 1959 und hat in seinem Repertoire klassische Opern- und TanzauffĂŒhrungen. Das Tianjin Peking Opera Theater wurde 1995 eröffnet und zeigt vor allem klassische Peking-Opern.

Auch im Guangdong-Gildenhaus, ein Theater mit Platz fĂŒr 700 bis 800 Menschen, werden Peking-Opern aufgefĂŒhrt. Das Haus entstand zu Beginn der Qing-Dynastie (1644–1911) ĂŒberwiegend aus Holz. Jeder der drei HaupttrĂ€ger des Theaters wurde aus einem Baum von mindestens 40 bis 50 Metern LĂ€nge gefertigt. Die BĂŒhne ist an drei Seiten offen, womit auch die an den SeitenrĂ€ngen sitzenden Zuschauer eine hervorragende Sicht besitzen. Weitere Theater in Tianjin sind das Grand Opera Theater, das Song and Dance Theater und das Staatliche Puppentheater.

Museen

Das Kunstmuseum, ein prunkvolles altes GebĂ€ude, beherbergt eine Sammlung von GemĂ€lden, Drachen, chinesischen Neujahrsdrucken und Lehmfiguren (niren), deren Herstellung sich im 19. Jahrhundert zu einer beliebten Handwerkskunst entwickelte. Zu ihren bedeutendsten Vertretern gehörte der Karikaturist Zhang, der Opernstars und andere BerĂŒhmtheiten nachbildete, von denen einige im Museum zu sehen sind.

Das neue Museum fĂŒr Wissenschaft und Technik besitzt eine Vielzahl von Exponaten, die wissenschaftliche Erkenntnisse anschaulich darstellen. Daneben gibt es Ausstellungen zu den Themen Akupunktur und Physiologie sowie Modelle der chinesischen „Langer-Marsch-Raketen“. In dem Teil des Museums, der sich der Schwerkraft widmet, können sich Besucher mit Kugellagern beschĂ€ftigen und die Optikabteilung zeigt verzerrte Bilder von Mao und Marx, die zu Demonstrationszwecken ausgestellt sind. Weiter oben im Haus befindet sich ein 360-Grad-Projektionsraum, in dem man sich einen Film ĂŒber Astronomie anschauen kann.

SĂŒdwestlich des Zentrums wird mit der riesigen Zhou-Enlai-GedenkstĂ€tte dem berĂŒhmtesten Sohn der Stadt Anerkennung gezollt. Am Nordrand des Shuishang-Parks liegt der Bunker, dessen Inneres Wachsfiguren, das Flugzeug sowie die Limousine Zhou Enlais beherbergt, außerdem vereinzelte Angaben in englischer Sprache zu seinen Errungenschaften. Die GedenkstĂ€tte fĂŒr Zhou Enlai, der hier zwischen 1913 und 1917 zur Schule ging, wurde im Jahr 1978 eingerichtet.

Bauwerke

In Tianjin sind vor allem die StraßenzĂŒge mit ihren GebĂ€uden aus dem 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert interessant, zumeist europĂ€ischen Stils und Seite an Seite mit den Beton- und Glasbauten des wohlhabenden China von heute. Die Altstadt war frĂŒher streng nach nationaler Zugehörigkeit aufgeteilt und jeder Teil hat sich ein StĂŒck seines Charakters bewahrt. Nordwestlich des Hauptbahnhofes, auf der Westseite des Hai He, befand sich das alte Chinesenviertel.

In Richtung Osten, am Nordufer des Flusses, lagen die österreichischen, italienischen, russischen und belgischen Konzessionen, deren alte GebĂ€ude zum Großteil zerstört wurden. Unverkennbar sind die Chateaux der französischen Konzession, die heute den Innenstadtbereich sĂŒdlich des Flusses ausmachen, sowie die HerrenhĂ€user der Briten östlich davon. Noch weiter östlich, ebenfalls auf der SĂŒdseite des Flusses, stehen in einem sonst eher unauffĂ€lligen Viertel Beispiele strenger deutscher Architektur.

Eine der wichtigsten SehenswĂŒrdigkeiten ist der Tempel des Großen Mitleids (Da Bei Yuan), dessen Ă€ltester Teil 1669 unter Kaiser Kangxi entstand. Die im Jahr 1940 ergĂ€nzte Anlage wurde nach dem Erdbeben von 1976 nach alten PlĂ€nen wieder aufgebaut. Kleine antike, buddhistische Statuetten aus Holz und Bronze sind in einem Saal im Westen des Komplexes ausgestellt.

Am Nordufer des Flusses steht die Kathedrale Notre Dame des Victoires („Wanghailou-Kirche“). Sie wurde 1904 erbaut und ist bereits die dritte an dieser Stelle – der erste Bau wurde ein Jahr nach seiner Errichtung bei dem Massaker von 1870 zerstört, der zweite brannte im Jahr 1900 wĂ€hrend des Boxeraufstands ab. Die schmucklose Kathedrale mit ihren dunklen Steinen und ihrer strengen Förmlichkeit ihrer Linien steht ganz im Gegensatz zur Katholischen Kirche weiter sĂŒdlich.

Der direkt am Zusammenfluss des Hai He mit dem Kaiserkanal gelegene Palast der Himmelsgöttin (Tianhou Gong) wurde im Jahr 1326 in der Zeit der Yuan-Dynastie begrĂŒndet und unter den folgenden Dynastien ausgebaut. Es ist das Ă€lteste GebĂ€ude in Tianjin. In den NebensĂ€len gibt es eine Ausstellung lokaler Handwerkskunst zu sehen. Im Hof der Anlage wird das ĂŒberregional bedeutende Tempelfest gefeiert.

GrĂ¶ĂŸter unversehrt erhaltener Tempel in Tianjin ist der 1436 erbaute Wen Miao. Abseits der Dafeng-Straße liegt eine Moschee. Dieses erlesene Beispiel chinesischer Muslim-Architektur besticht durch die floralen Holzschnitzereien an DachvorsprĂŒngen und Fenstern.

In Tianjin steht der derzeit sechsthöchste Fernsehturm der Welt, der Tianjin Radio- und Fernsehturm.

Mit dem 597 Meter hohen und unvollendeten Goldin-Finance-117-Hochhaus steht in Tianjin die höchste Bauruine der Welt.

Als moderne Wahrzeichen der Stadt können das Tianjin Eye, ein Riesenrad im Stadtzentrum, sowie die Binhai-Bibliothek im Stadtentwicklungsgebiet Binhai gelten. Das 2008 eröffnete Riesenrad ist einem Durchmesser von 110 Metern eines der grĂ¶ĂŸten weltweit und ist mit 48 Kapseln fĂŒr je 8 Besucher ausgestattet. Eine Besonderheit ist die Konstruktion auf einer befahrenen BrĂŒcke. Die vom niederlĂ€ndischen ArchitekturbĂŒro MVRDV geplante Tianjin Binhai-Bibliothek sticht vor allem wegen der futuristisch anmutenden Haupthalle hervor. Sie hat sich mittlerweile als beliebtes Fotoobjekt in sozialen Medien etabliert.

Parks

SĂŒdlich des Zentrums, an der Longcheng-Straße, liegt der VergnĂŒgungspark Leyuan mit dem Museum fĂŒr Wissenschaft und Technik, einer Kartsport-Bahn, Karussells, einem Riesenrad und mechanischen Figuren, die den Besuchern am Eingang zunicken.

Von dort besteht eine Busverbindung zum Zhongxin-Park, der eigentlich nur ein besserer Kreisverkehr ist. Der Park befindet sich an der nördlichen Grenze eines großen Einkaufsviertels. SĂŒdwestlich des Zentrums befindet sich der Shuishang-Park mit der Zhou-Enlai-GedenkstĂ€tte und der Statue von Nie Zhongjie, einem General zu Pferde.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

FĂŒr die Bewohner Tianjins haben traditionelle chinesische Feste eine große Bedeutung. Zu beachten ist, dass die Daten der chinesischen Feste nach dem chinesischen Mondkalender berechnet werden und deshalb im gregorianischen Kalender wandern. Zu den wichtigsten Festen gehört das chinesische Neujahrsfest, das in den Januar oder Februar fĂ€llt. Zwei Wochen darauf gibt es das Laternenfest (auch chinesischer Valentinstag genannt).

Weiterhin sind das Tin Hau Festival Ende MĂ€rz, das Qingming-Fest (Totenfest) Anfang April, das Festival of the Bun Hills (Cheng Chau) und das Mondfest am 15. Tag des 8. Mondmonats von Bedeutung. Im Altertum opferten die Kaiser im FrĂŒhling der Sonne und im Herbst dem Mond. Das Mondfest wurde in der Tang-Dynastie (618–907), der Ming- und der Qing-Dynastie (1368–1911) eines der wichtigsten Feste Chinas.

Kulinarische SpezialitÀten

Eine kulinarische SpezialitĂ€t der Region ist das „chinesische Fondue“. Dabei gart man rohes Fleisch oder GemĂŒse in heißer HĂŒhnerbrĂŒhe. Die Speise wird dann mit verschieden gewĂŒrzten Soßen serviert. Eine weitere SpezialitĂ€t ist Shuijiao. Dabei handelt es sich um mit Schweinefleisch, Schnittlauch und Zwiebeln gefĂŒllte Teigtaschen.

Ein anderes bekanntes Gericht ist der Mongolische Feuertopf, bei dem in einen Topf mit kochender, meist von unten auf Temperatur gehaltener BrĂŒhe in Streifen geschnittenes Hammelfleisch sowie Kohl und Nudeln gestippt werden. Der Rest wird am Ende mitunter als Suppe getrunken.

Auch einen Besuch wert ist ein Goubuli-Restaurant. Goubuli-Baozi (gedĂ€mpfte gefĂŒllte Teigtaschen) werden in der Stadt und vielleicht auch darĂŒber hinaus als die besten gerĂŒhmt. Die Legende besagt, dass die Baozi des GrĂŒnders so gut waren, dass er immer zu beschĂ€ftigt war neue herzustellen. Wenn Freunde kamen und ihn ansprachen, so reagierte er nicht immer sofort. Daher der Name „GǒubĂčlǐ“ (狗侍理), was wörtlich so viel heißt, wie „selbst einen Hund ignorieren“, also „auf niemanden reagieren“. Was vor ĂŒber 150 Jahren als StraßengarkĂŒche begann ist lĂ€ngst die grĂ¶ĂŸte Lebensmittelmarke Tianjins.

Handel

Das Kaufhaus Quanye, ein neungeschossiges tĂŒrkisfarbenes GebĂ€ude an der Binjiang Dao, Ecke Heping-Straße, wartet mit einem großen Warenangebot auf und lockt tĂ€glich mehr als 200.000 Kunden an. In den oberen Stockwerken befinden sich mehrere Fastfood-Restaurants und Videospiel-Anlagen. Eine große Auswahl an preisgĂŒnstiger Kleidung bietet der riesige Straßenmarkt ĂŒber die ganze LĂ€nge der Binjiang Dao bis hin zur Kathedrale.

Unmittelbar westlich von dort befindet sich der AntiquitĂ€tenmarkt, mit Zentrum in der Shenyang Dao und AuslĂ€ufern in den Seitenstraßen. Die Warenvielfalt ist außergewöhnlich groß: Neben den ĂŒblichen GegenstĂ€nden wie Jadeschmuck, Keramikteekannen, FĂ€chern und ParfĂŒmflaschen werden russische Armeeuhren, Opiumpfeifen, Schnupftabakdosen, kunstvolle Spielkarten, alte Fotografien, pornografische GemĂ€lde und Sonnenbrillen angeboten.

In Tianjin sind 2012 mit 2,45 Millionen mÂČ mehr Einkaufszentren in verschiedenen Stadien der Fertigstellung als irgendwo anders auf der Welt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Wirtschaft der Stadt basiert unter anderem auf der Herstellung von chemischen Produkten, elektronischen GerĂ€ten, Stahl und Textilien. DarĂŒber hinaus sind auch Fahrzeug- und Maschinenbau sowie die Verarbeitung von Erdöl von Bedeutung. Tianjin ist Sitz zahlreicher auslĂ€ndischer Handelsniederlassungen.

Der Hafen der Stadt an der MĂŒndung des Hai He ist einer der grĂ¶ĂŸten AußenhandelshĂ€fen der Volksrepublik China. Er wird von der Tianjin Port Company betrieben. Seit 1984 entsteht in der NĂ€he von Tianjin die Sonderwirtschaftszone TEDA (Tianjin Economic and Technological Development Area), die auslĂ€ndischen Investoren offensteht.

In der Stadt befindet sich das Tianjin Nationale Supercomputerzentrum (ć›œćź¶è¶…çș§èźĄçź—ć€©æŽ„䞭濃), das mit Tianhe-1A (2010) und Tianhe-2 (2013) zweimal den weltweit leistungsstĂ€rksten Supercomputer stellte.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 erwirtschafte Tianjin ein Bruttoinlandsprodukt von 371,9 Milliarden US-Dollar (KKB). In der Rangliste der wirtschaftsstĂ€rksten Metropolregionen weltweit belegte sie damit den 20. Platz und den vierten Platz in China. Das BIP pro Kopf lag bei 24.224 US-Dollar womit Tianjin unter die wohlhabendsten Regionen der Volksrepublik einzuordnen ist. Von 2000 bis 2014 wuchs das BIP pro Kopf im Durchschnitt jedes Jahr zweistellig und 2014 noch mit 3,3 Prozent. 2014 gab es in der Stadt 5,7 Millionen ArbeitsplĂ€tze. Die Industrie beschĂ€ftigt 2006 etwa 41 Prozent der ArbeitskrĂ€fte Tianjins und erwirtschaftet die HĂ€lfte des BIP. Die Industrieproduktion lag im Jahre 2000 etwas höher als jene von Guangzhou oder Shenzhen. Etwa zwei Drittel werden von der Schwerindustrie umgesetzt, wobei große Unternehmen dominieren, die Tendenz jedoch fallend ist.

Der Service-Sektor erwirtschaftete im Jahre 2000 etwa 45 Prozent des BIP und beschÀftigte etwa 40 Prozent aller Arbeitnehmer, wobei die wichtigsten Branchen Verkehr, Transport, Lagerung und Telekommunikation waren. Der Tourismus spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Etwa 20 Prozent der Bewohner des von Tianjin administrierten Gebietes sind in der Landwirtschaft beschĂ€ftigt, auch wenn diese weniger als fĂŒnf Prozent zum BIP beitrĂ€gt. Auf mehr als fĂŒnf Millionen Hektar werden Getreide und GemĂŒse angebaut, daneben Schweine (1,6 Millionen), Ziegen, Schafe und Rinder gehalten. Von den 250.000 Tonnen Fisch, die in Tianjin gefangen werden, stammt der grĂ¶ĂŸte Teil aus Zuchtanlagen.

Viele europÀische Unternehmen wie Airbus, Vitesco Technologies und GEZE besitzen in Tianjin Produktionswerke.

Verkehr

Tianjin ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, wo sich Eisenbahnstrecken und Autobahnen kreuzen. Mit der Chinesischen Staatseisenbahn Tientsin–Pukow wurde die Stadt schon sehr frĂŒh mit Peking und Shanghai verbunden. Insgesamt verfĂŒgt das Territorium ĂŒber fast 9000 Kilometer Straße, davon 300 Kilometer Autobahn, 530 Kilometer Eisenbahn und 440 Kilometer schiffbare Wasserstraßen. Auf der Autobahn betrĂ€gt die Fahrzeit von Tianjin nach Peking knapp eine Stunde.

Der Flughafen Tianjin liegt 15 Kilometer östlich der Stadt und wird regelmĂ€ĂŸig von Shuttle-Bussen angefahren, die vor den BĂŒros von Air China enden, oder nach Peking fahren. Mit dem Taxi kann man vom Flughafen ins Zentrum von Tianjin oder nach Peking fahren.

Der Bahnhof Tianjin ist gĂŒnstig gelegen, gleich nördlich des Hai He, das Stadtzentrum liegt einige Kilometer weiter sĂŒdlich. Die beiden anderen Stadtbahnhöfe sind der Nordbahnhof, an dem man mit ZĂŒgen aus dem Nordosten des Landes ankommt, und der Westbahnhof an der Schnellfahrstrecke Peking–Tianjin sowie zu sĂŒdlichen Reisezielen.

Der Hafenbetrieb von Tianjin hat sich in die 50 Kilometer entfernt gelegene Stadt Tanggu verlagert. Von dort legen FĂ€hren nach Kƍbe in Japan und Incheon in SĂŒdkorea ab. InlandsfĂ€hren verkehren nach Dalian und Yantai. Vom Hauptbahnhof in Tianjin verkehren regelmĂ€ĂŸig Minibusse nach Tanggu, staatliche Busse fahren vom SĂŒdbahnhof ab. Vom Hauptbahnhof ist Tanggu auch tĂ€glich mit dem Zug erreichbar, der knapp eine Stunde unterwegs ist.

Der erste Streckenabschnitt der U-Bahn Tianjin wurde 1976 eröffnet. 2013 war ein Netz von 139,1 Kilometern LĂ€nge mit fĂŒnf Linien und 95 Stationen in Betrieb. Ein großer Teil des ÖPNVs wird von dieselbetriebenen Omnibussen bewĂ€ltigt. Das Busnetz der Stadt ist unĂŒbersichtlich und völlig ĂŒberlastet. Zwischen dem 16. Februar 1906 und 1972 gab es Straßenbahnen. O-Busse verkehrten zwischen dem 1. Juli 1951 und April 1997. Am 6. Dezember 2006 nahm in Tianjin die Translohr-Linie 1, eine sogenannte Tramway sur pneumatiques („Straßenbahn auf GummirĂ€dern“) des Unternehmens Lohr Industrie den Betrieb auf. Die Strecke fĂŒhrt in Nord-SĂŒd-Richtung durch den Westen der Sonderwirtschaftszone TEDA. Sie hat eine LĂ€nge von 7,86 Kilometern mit 14 Haltestellen.

Bildung

Tianjin besitzt zahlreiche UniversitĂ€ten, Hoch- und Fachschulen, Forschungsinstitute sowie Bibliotheken. Zu den bedeutendsten Bildungseinrichtungen der Stadt gehören die Tianjin-UniversitĂ€t (ć€©æŽ„ć€§ć­Š, TiānjÄ«n DĂ xuĂ©) – 1895 gegrĂŒndete, die Nankai-UniversitĂ€t (ć—ćŒ€ć€§ć­Š, NĂĄnkāi DĂ xuĂ©) – gegrĂŒndet 1919 – und die Tianjin University of Technology (ć€©æŽ„ç†ć·„ć€§ć­Š, TiānjÄ«n Lǐgƍng DĂ xuĂ©) – gegrĂŒndet 1960.

Weitere UniversitĂ€ten in Tianjin sind die Civil Aviation University of China (äž­ć›œæ°‘ç”šèˆȘç©ș歩陱, ZhƍngguĂł RĂ©nyĂČng HĂĄngkƍng XuĂ©yuĂ n), die FremdsprachenuniversitĂ€t Tianjin (ć€©æŽ„ć€–ć›œèŻ­ć€§ć­Š, TiānjÄ«n WĂ iguĂłyǔ DĂ xuĂ©), die Medizinische UniversitĂ€t Tianjin (ć€©æŽ„ćŒ»ç§‘ć€§ć­Š, TiānjÄ«n YÄ«kē DĂ xuĂ©), die PĂ€dagogische UniversitĂ€t Tianjin (ć€©æŽ„ćžˆèŒƒć€§ć­Š, TiānjÄ«n ShÄ«fĂ n DĂ xuĂ©), die Tianjin Polytechnic University (ć€©æŽ„ć·„äžšć€§ć­Š, TiānjÄ«n GƍngyĂš DĂ xuĂ©), die Tianjin University of Commerce China (ć€©æŽ„ć•†ć­Šé™ą, TiānjÄ«n ShāngxuĂ©yuĂ n), die Tianjin University of Finance & Economics (ć€©æŽ„èŽąç»ć€§ć­Š, TiānjÄ«n CĂĄijÄ«ng DĂ xuĂ©), die Tianjin University of Science & Technology (ć€©æŽ„ç§‘æŠ€ć€§ć­Š, TiānjÄ«n KējĂŹ DĂ xuĂ©), die Tianjin University of Technology and Education (ć€©æŽ„èŒäžšæŠ€æœŻćžˆèŒƒć­Šé™ą, TiānjÄ«n ZhÄ«yĂš JĂŹshu ShÄ«fĂ n XuĂ©yuĂ n) und die Tianjin University of Traditional Chinese Medicine (ć€©æŽ„äž­ćŒ»ć­Šé™ą, TiānjÄ«n ZhƍngyÄ« XuĂ©yuĂ n).

Weitere bedeutende Bildungseinrichtungen der Stadt sind die Tianjin Academy of Fine Arts (ć€©æŽ„çŸŽæœŻć­Šé™ą, TiānjÄ«n MĕishĂč XuĂ©yuĂ n), das Tianjin Agricultural College (ć€©æŽ„ć†œć­Šé™ą, TiānjÄ«n NĂłngxuĂ©yuĂ n), das Tianjin Conservatory of Music (ć€©æŽ„éŸłäčć­Šé™ą, TiānjÄ«n YÄ«nyuĂš XuĂ©yuĂ n), das Tianjin Institute of Physical Education (ć€©æŽ„äœ“è‚Č歩陱, TiānjÄ«n TÄ­yĂč XuĂ©yuĂ n) und das Tianjin Urban Construction Institute (ć€©æŽ„ćŸŽćž‚ć»șèźŸć­Šé™ą, TiānjÄ«n ChĂ©ngshĂŹ JiĂ nshĂš XuĂ©yuĂ n).

Sport

1995 richtete die Stadt Tianjin die 43. Tischtennis-Weltmeisterschaft aus. Hierbei nahmen im Tianjin-Gymnasium Spieler aus 104 Nationen teil.

2007 war Tianjin einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Neben zwei Vorrundenspielen fanden zwei Viertelfinalspiele und ein Halbfinalspiel im Tianjin Olympic Centre Stadium statt.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Huo Yuanjia (1868–1910), KampfkĂŒnstler
  • Gerald Lankester Harding (1901–1979), britischer ArchĂ€ologe
  • Eric Liddell (1902–1945), schottischer Sportler (Olympiasieger 1924) und Missionar
  • Fritz Wölcken (1903–1992), deutscher Professor fĂŒr Anglistik
  • Kurt Wölcken (1904–1992), deutscher Geophysiker, Meteorologe und Polarforscher
  • Sari Maritza (1910–1987), britische Filmschauspielerin
  • Gerhard Frickhöffer (1913–1980), deutscher Film- und Fernsehschauspieler
  • John Hersey (1914–1993), US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist
  • John H. Cushman (1921–2017), Generalleutnant der United States Army
  • AndrĂ© LĂ©vy (1925–2017), französischer Sinologe
  • Hans Werner Lautenschlager (1927–2019), deutscher Diplomat
  • Claude Winter (1931–2011), französische Theater- und Filmschauspielerin
  • Adeline Yen Mah (* 1937), chinesisch-US-amerikanische Romanautorin
  • Lubert Stryer (1938–2024), US-amerikanischer Biochemiker
  • Wen Jiabao (* 1942), MinisterprĂ€sident der VR China (2003–2013)
  • Alex Bryner (* 1943), US-amerikanischer Richter
  • Ernst Wolff (* 1950), deutscher Autor
  • Wang Xiaohui (* 1957), Fotografin, Architektin, KĂŒnstlerin und Professorin
  • Liu Hui (* 1959), Politikerin
  • Qin Gang (* 1966), Diplomat der Volksrepublik China
  • Qianhong Gotsch (* 1968), chinesisch-deutsche Tischtennisspielerin
  • Shi Guihong (* 1968), Fußballspielerin
  • Chen Zhaojing (* 1969), Sprinterin
  • Lei Liang (* 1972), chinesisch-amerikanischer Komponist, Pianist, Musikwissenschaftler und MusikpĂ€dagoge
  • Gao Jing (* 1975), SportschĂŒtzin
  • Zhang Na (* 1980), Volleyballspielerin und Olympiasiegerin
  • Zhang Pengxiang (* 1980), Schachgroßmeister
  • Qu Bo (* 1981), Fußballspieler
  • Li Juan (* 1981), Volleyballspielerin
  • Wang Yu (* 1981), Tennisspieler
  • Chun Wang (* 1982), maltesischer Krypto-MilliardĂ€r, Investor und Unternehmer
  • Liu Song (* 1983), Snookerspieler
  • Sun Peng (* 1983), Tennisspieler
  • Lei Sheng (* 1984), Florettfechter und Olympiasieger
  • Ji Wei (* 1984), HĂŒrdenlĂ€ufer
  • Sang Xue (* 1984), Wasserspringerin, Olympiasiegerin und Weltmeisterin
  • Xuan Liu (* 1985), Pokerspielerin
  • Li Zhe (* 1986), Tennisspieler
  • Chang Yu (* 1988), Tennisspieler
  • Wei Qiuyue (* 1988), Volleyballspielerin und Olympiasiegerin
  • Xu Yifan (* 1988), Tennisspielerin
  • Joe Wang Miller (* 1989), Fußballspieler der Nördlichen Marianen
  • Zhang Shuai (* 1989), Tennisspielerin
  • Chen Fei (* 1990), Judoka
  • Wang Hao (* 1992), Wasserspringerin
  • Wang Qiang (* 1992), Tennisspielerin
  • Gao Xin (* 1994), Tennisspieler
  • Yan Wengang (* 1997), Skeletonfahrer
  • Zhao Lingxi (* 2000), Tennisspieler
  • Feng Yanzhe (* 2001), Badmintonspieler

Sonstiges

Die Stadt ist Namensgeber fĂŒr den Asteroiden (2209) Tianjin.

Literatur

  • Gail Hershatter: The Workers of Tianjin, 1900–1949. Stanford University Press, Stanford (CA) 1986, ISBN 0-8047-1318-9.
  • Brian Hook: Beijing and Tianjin: Towards a Millennial Megalopolis (Regional Development in China, Vol IV). Oxford University Press, Hongkong 1998, ISBN 0-19-586183-3.
  • Man Bun Kwan: The Salt Merchants of Tianjin: State-Making and Civil Society In Late Imperial China. University of Hawaii Press, Honolulu 2001, ISBN 0-8248-2275-7.
  • Isabelle Maynard: China Dreams – 侭朋äč‹ć€ą – Growing Up Jewish in Tientsin. University of Iowa Press, Iowa City (IA) 1996, ISBN 0-87745-571-6.
  • Barbara Tuchman: Sand gegen den Wind – General Stilwell und die amerikanische Politik in China 1911–1945. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-596-24388-2.

Weblinks

  • Offizielle Website (chinesisch, englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch:

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: ZhĂ­xiĂĄshĂŹ

Fläche ca.: 1357.50 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 40.093
südlichster Punkt: 39.617
westlichster Punkt: 116.744
östlichster Punkt: 117.263

 
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