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Gebirge in Hamburg: 1
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Region Informationen Bundesland: Hamburg

Informationen:


Hamburg ([ˈhambʊʁk] ; regiolektal auch [ˈhambʊÉȘÌŻĂ§] , dialektal ˈhambɔʁχ), amtlich Freie und Hansestadt Hamburg (niederdeutsch Friee un Hansestadt Hamborg, LĂ€ndercode HH), ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Der amtliche Name verweist auf die Geschichte Hamburgs als Freie Reichsstadt und als fĂŒhrendes Mitglied des Handelsbundes der Hanse.

Hamburg ist mit rund 1,85 Millionen Einwohnern die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Deutschlands und die drittgrĂ¶ĂŸte im deutschen Sprachraum. Mit rund 755 Quadratkilometern ist Hamburg die zweitgrĂ¶ĂŸte Gemeinde Deutschlands. Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.

Der Hamburger Hafen zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten UmschlaghĂ€fen weltweit und macht Hamburg zusammen mit dem internationalen Flughafen zu einem bedeutenden Logistikstandort. Wirtschaftlich und wissenschaftlich ist die Metropole vor allem im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik, der Biowissenschaften und der Informationstechnik sowie fĂŒr die KonsumgĂŒterbranche und als Medienstandort bedeutend. Seit 1996 ist Hamburg zudem Sitz des Internationalen Seegerichtshofs (ISGH).

Hamburg verzeichnet ein starkes Wachstum im Bereich des internationalen Stadttourismus. Im jĂ€hrlichen Ranking der StĂ€dte mit der höchsten LebensqualitĂ€t in der Welt des Beratungsunternehmens EIU fiel Hamburg im Jahr 2021 von Platz 13 auf Platz 47. Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Weitere bekannte KulturdenkmĂ€ler und Wahrzeichen sind das Hamburger Rathaus und die fĂŒnf Hauptkirchen. Typisch fĂŒr das Stadtbild sind weiterhin viele Klinkerfassaden sowie die WassernĂ€he mit zahlreichen FlĂŒssen, Fleeten und KanĂ€len. International bekannt sind auch das VergnĂŒgungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

Geographie

Lage

Hamburg liegt in Norddeutschland an den MĂŒndungen der Bille und der Alster in die Unterelbe, die etwa 100 Kilometer weiter nordwestlich in die Nordsee mĂŒndet. Nahe dieser MĂŒndung befindet sich der aus drei Inseln bestehende Stadtteil Neuwerk. An der Elbe erstreckt sich der Tidehafen etwa von der Veddel bis Finkenwerder, hauptsĂ€chlich auf dem SĂŒdufer der Norderelbe, gegenĂŒber den Stadtteilen St. Pauli und Altona. Die beiden Ufer sind durch die ElbbrĂŒcken im Osten sowie durch den Alten und Neuen Elbtunnel verbunden. Das Land sĂŒdlich und nördlich des Flusses ist Geest, höher gelegene FlĂ€chen, die durch die Sand- und Geröllablagerungen der Gletscher wĂ€hrend der Eiszeiten entstanden sind. Die nördlichsten Bereiche der Stadt gehören zum fruchtbaren JungmorĂ€nenland. Die unmittelbar am Fluss liegenden Marschen wurden auf beiden Seiten der Elbe ĂŒber Jahrhunderte von Nebenarmen der Elbe durchzogen und vom Flutwasser der Nordsee ĂŒberschwemmt, wobei sich Sand und Schlick abgelagert haben. Inzwischen ist die Elbe beidseitig eingedeicht, Nebenarme wurden trockengelegt, umgeleitet, kanalisiert oder abgedeicht. Alte Deichanlagen erinnern in den Außenorten noch an die Zeit, als bei Hochwasser ganze Viertel ĂŒberflutet waren. Höchste Erhebung ist mit 116,2 mÂ ĂŒ. NHN der Hasselbrack in einem NordauslĂ€ufer der Harburger Berge.

Die Alster in der Innenstadt wurde schon seit dem Mittelalter zu einem See aufgestaut. Dieser teilt sich in die grĂ¶ĂŸere Außenalster und die kleinere, vom historischen Kern der Stadt umschlossene Binnenalster. Die ZuflĂŒsse der Alster – wie die Alster selbst – sind im Stadtgebiet zum Teil kanalisiert. Sie sind zumeist von ausgedehnten öffentlichen Parkanlagen gesĂ€umt. Die zahlreichen Fleete, FlĂŒsschen und KanĂ€le der Stadt werden von fast 2500 BrĂŒcken ĂŒberspannt. Weithin unbekannt ist, dass sich auf der grĂ¶ĂŸten Flussinsel der Elbe, in Wilhelmsburg, einer der letzten TideauenwĂ€lder Europas befindet.

Hamburg grenzt im Norden an Schleswig-Holstein und im SĂŒden an Niedersachsen. Bis auf einige kleinere „Gebietsbereinigungen“, wie den Erwerb der Insel Neuwerk und von FlurstĂŒcken beim Stauwerk Geesthacht, bestehen die heutigen Grenzen der Stadt Hamburg seit dem Groß-Hamburg-Gesetz, das am 1. April 1937 in Kraft trat. Die Stadt ist nach Berlin sowohl hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl als auch ihrer FlĂ€che die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Deutschlands.

SĂŒdlich der Binnenalster liegt das historische Zentrum der Stadt. Der geographische Mittelpunkt von Hamburg in seinen gegenwĂ€rtigen politischen Grenzen soll ein Punkt am KuhmĂŒhlenteich im Stadtteil Uhlenhorst sein. Der nördlichste Punkt Hamburgs ist die Insel Scharhörn, der östlichste Altengamme, der sĂŒdlichste der Krauel und der westlichste die Insel Nigehörn. Die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung von der Stadt in Ost-West-Richtung betrĂ€gt 39,88 km und in Nord-SĂŒd-Richtung 42,31 km.

Die Stadt Hamburg besteht zu 92 Prozent aus Land- und zu acht Prozent aus WasserflÀche.

FließgewĂ€sser

  • Elbe (Unterelbe) mit Norderelbe, SĂŒderelbe, Köhlbrand, Reiherstieg, Rethe, Dove Elbe und Gose Elbe
  • NebenflĂŒsse der Elbe: Seevekanal, Bille, Alster, Flottbek und Este
  • NebenflĂŒsse der Alster: Eilbek (Wandse), Osterbek, Goldbek, Isebek, Tarpenbek, Saselbek, Rodenbek, Bredenbek, Ammersbek

Schutzgebiete

Geologie

Verwaltungsgliederung

Bezirke

Hamburgs Landesverfassung bestimmt, dass Bezirke zu bilden sind, in denen BezirksĂ€mtern die selbstĂ€ndige Erledigung ĂŒbertragener Aufgaben obliegt. Die sieben Bezirke sind in insgesamt 104 Stadtteile unterteilt. Die meisten Stadtteile sind weiter in mehrere Ortsteile gegliedert, seit dem 1. Januar 2011 insgesamt 181. Einige Stadtteile im Kernbereich der Bezirke wurden bis 2008 direkt vom betreffenden Bezirksamt verwaltet, fĂŒr die anderen Stadtteile der Bezirke gab es jeweils ein eigenes Ortsamt; insgesamt waren 13 OrtsĂ€mter eingerichtet. Anfang 2008 wurden durch eine Gebietsreform die Grenzen einzelner Stadtteile und Bezirke neu gezogen. So fiel der Stadtteil Wilhelmsburg vom Bezirk Harburg an Mitte, und die Stadtteile Sternschanze im Bezirk Altona und HafenCity im Bezirk Hamburg-Mitte wurden neu geschaffen.

Exklaven

Hamburg verfĂŒgt ĂŒber mehrere Exklaven. Zu Hamburg gehören die Nordseeinseln Neuwerk, Scharhörn und Nigehörn sowie der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, der 2011 zum Gebiet des Weltnaturerbes des Wattenmeeres der Nordsee hinzukam. Als Stadtteil Hamburg-Neuwerk gehören sie zum Bezirk Hamburg-Mitte, der deshalb nördlichster und westlichster Bezirk Hamburgs ist. Die Volksdorfer Buschwiese ist eine Hamburger Exklave, die vollstĂ€ndig vom Gebiet der Gemeinde Ammersbek in Schleswig-Holstein umschlossen ist und zum Bezirk Wandsbek gehört.

NachbarstÀdte und Gemeinden

Folgende StÀdte und Gemeinden grenzen an die Stadt Hamburg; sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten genannt:

  • in Schleswig-Holstein:
    • im Kreis Pinneberg (PI): Wedel, Appen, Pinneberg, Schenefeld, Halstenbek, Rellingen, Ellerbek (Amt Pinnau) und Bönningstedt
    • im Kreis Segeberg (SE): Norderstedt
    • im Kreis Stormarn (OD): Tangstedt (Stormarn), Jersbek (Amt Bargteheide-Land), Ammersbek, Ahrensburg, Stapelfeld (Amt Siek), BarsbĂŒttel, Oststeinbek, Glinde und Reinbek
    • im Kreis Herzogtum Lauenburg (RZ): Wentorf bei Hamburg, Börnsen und Escheburg (beide Amt Hohe Elbgeest) und Geesthacht
  • in Niedersachsen:
    • im Landkreis Harburg (WL): Drage (Samtgemeinde Elbmarsch), Winsen (Luhe), Stelle, Seevetal, Rosengarten und Neu Wulmstorf
    • im Landkreis Stade (STD): Jork
    • im Landkreis Cuxhaven (CUX): Cuxhaven (Festland bei Neuwerk)

Klima

Hamburg liegt in der kĂŒhlgemĂ€ĂŸigten Klimazone und ist durch ein Seeklima geprĂ€gt. Aufgrund der durch vorherrschende Westwinde maritimen EinflĂŒsse ist das Klima im Winter milder, im Sommer kĂŒhler als im östlichen Hinterland.

Die Jahresdurchschnittstemperatur betrĂ€gt 9,4 °C. Der wĂ€rmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 18,1 °C, der kĂ€lteste der Januar mit 1,6 °C. Temperaturen um die 28 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. An der Wetterstation Hamburg-FuhlsbĂŒttel wurde ein Maximalwert von 37,3 °C (9. August 1992) gemessen. Das absolute Temperaturminimum liegt bei −29,1 °C (13. Februar 1940). Das Klima ist ganzjĂ€hrig feucht. Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich 773 mm Niederschlag, an durchschnittlich 52 Tagen im Jahr herrscht Nebel. Der meiste Regen fĂ€llt in den 31 Tagen, die um den 29. Juni liegen; der wenigste fĂ€llt um den 16. April herum. Im Winterhalbjahr kann es sehr stĂŒrmisch werden. Sprichwörtlich ist das Hamburger Schmuddelwetter (regional Schietwedder genannt).

Umwelt

Die Umweltsituation ist und war in Hamburg hĂ€ufig Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen. RegelmĂ€ĂŸig ist die fĂŒr zahlreiche Einwohner gesundheitsgefĂ€hrdende Belastung durch LĂ€rm aufgrund des Straßen-, Bahn- und Luftverkehrs ein Thema. Hamburg hat trotz hohem Kraftfahrzeuganteil an den Wegen der Einwohner und einem hohen Pendleraufkommen, das ebenfalls zu einem erheblichen Anteil mit Kraftfahrzeugen erfolgt, keine Umweltzone, anders als die meisten anderen deutschen Ballungsgebiete. Bei der Luftverschmutzung kommen zu den fĂŒr GroßstĂ€dte typischen Belastungen aus Heizungen, Stromerzeugung, drei MĂŒllverbrennungsanlagen und Autoverkehr weitere Belastungen durch hafenbezogenen Schiffsverkehr und Industrie, hier auch mit GeruchsbelĂ€stigungen, hinzu.

Hamburg hat seit 1978 eine Behörde, die das Wort „Umwelt“ in ihrem Namen trĂ€gt. Sie bewarb sich fĂŒr die Stadt erfolgreich um den Titel Umwelthauptstadt Europas, den Hamburg 2011 fĂŒhren durfte, was bei UmweltverbĂ€nden kritisch bewertet wurde.

Naturschutz

Debatten gab es Anfang der 2000er-Jahre um die Erweiterung bei Airbus und im Zusammenhang damit das teilweise VerfĂŒllen des MĂŒhlenberger Lochs und bis 2008 um den Neubau des Kohlekraftwerks Moorburg. Bundesweit bekannt geworden sind Umweltskandale wie die Dioxin-Verseuchung des Boehringer-GelĂ€ndes in Billbrook und der Giftberg mit Dioxin und Parathion in Georgswerder Anfang der 1980er-Jahre sowie die Probleme mit belastetem oder giftigem Elbschlick, unter anderem in Altenwerder. Zudem ist die Elbvertiefung ein Streitpunkt in der Hamburger Politik.

Luft

Bis zum Jahr 2000 ging die Luftverschmutzung mit Stickstoffdioxid (NO2) stetig zurĂŒck. Dies wurde auf die verbindliche EinfĂŒhrung des Katalysators und die Erneuerung der Kraftfahrzeugflotte zurĂŒckgefĂŒhrt. Seitdem blieb die Belastung auf dem erreichten Niveau oder stieg an einigen Stationen wieder an. Wegen der Überschreitung der NO2-Grenzwerte wurde 2004 erstmals ein Luftreinhalteplan angeordnet, der Maßnahmen beinhaltete, die eine Einhaltung der NO2-Grenzwerte auf Dauer sicherstellen sollten.

Die weiterhin anhaltenden NO2-GrenzwertĂŒberschreitungen fĂŒhrten im Jahr 2012 zu einer Fortschreibung des Hamburger Luftreinhalteplans. Außerdem konnte die Zahl der pro Kalenderjahr erlaubten 35 Überschreitungen des Tagesmittelgrenzwertes fĂŒr Feinstaub (PM10) in den Jahren 2005 und 2006 erstmals nicht eingehalten werden. Die erste Fortschreibung des Hamburger Luftreinhalteplans enthĂ€lt deshalb verschiedene Maßnahmen zur Reduktion der Schadstoffe Stickstoffdioxid und Feinstaub.

Aufgrund von weiterhin anhaltenden GrenzwertĂŒberschreitungen bei Stickstoffdioxid wurde die Stadt durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts Hamburg vom 5. November 2014 (Aktenzeichen 9 K 1280/13) verpflichtet, „den derzeit gĂŒltigen Luftreinhalteplan so zu Ă€ndern, dass dieser die erforderlichen Maßnahmen zur schnellstmöglichen Einhaltung des ĂŒber ein Kalenderjahr gemittelten Immissionswertes fĂŒr NO2 von 40 Όg/mÂł enthĂ€lt.“ Die zweite Fortschreibung des Luftreinhalteplans, in Kraft getreten am 30. Juni 2017, dient insbesondere der Umsetzung dieses Urteils.

Klimawandel

In Hamburg fĂŒhrt die globale ErwĂ€rmung zu einer grĂ¶ĂŸeren Zahl von Sommertagen, heißen Tagen und tropischen NĂ€chten, was Auswirkungen auf ArbeitsproduktivitĂ€t, KonzentrationsfĂ€higkeit und die Gesundheit der Stadtbevölkerung hat. Der noch grĂ¶ĂŸere RĂŒckgang an fĂŒr die Landwirtschaft bedeutenden Frost- und Eistagen hat fĂŒr Hamburg als Stadt weniger große Relevanz. BezĂŒglich der Entwicklung der Niederschlagsmengen liegen bislang keine ausreichenden Daten vor. Der Anstieg des Meeresspiegels wird zu einem erhöhten Sturmflutrisiko und mehr Sedimenten und einer Verschiebung der Brackwasserzone in der Elbe fĂŒhren.

Die Stadtverwaltung beobachtet diese Folgen des Klimawandels auf der Grundlage eines „Klimaplans“, um sie zu bewerten und Anpassungsmaßnahmen zu treffen.

Geschichte

Die Ă€ltesten festen Behausungen datieren auf das 4. Jahrhundert v. Chr. fĂŒr die Ortschaft, die von dem antiken Wissenschaftler Claudius PtolemĂ€us noch als Treva bezeichnet wurde. Vom 4. bis ins 6. Jahrhundert siedelten sich Sachsen im nordelbischen Raum an.

Im 8. Jahrhundert entstand die Hammaburg, in der Karl der Große im Jahr 810 eine Taufkirche errichten ließ, um den heidnischen Norden zu missionieren. 831 begrĂŒndete Ludwig der Fromme hier ein Bistum, das kurze Zeit spĂ€ter zum Erzbistum wurde. Doch schon kurz nach der Reichsteilung von Verdun 843 ĂŒberfielen Wikinger die Region, spĂ€ter die slawischen Abodriten, der Erzbischof verlegte seinen Amtssitz nach Bremen.

Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein war im 12. Jahrhundert der GrĂŒnder einer Handels- und Marktsiedlung am westlichen Alsterufer. Durch das angeblich von Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1189 verliehene Hafenrecht an diese Siedlung und die Handelsprivilegien fĂŒr die ganze Unterelbe entwickelte sich die Stadt im Mittelalter zu einem florierenden Handelszentrum und galt mit ihren zeitweilig 600 Brauereien als „Brauhaus der Hanse“. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Hamburg als eines der ersten Mitglieder des Kaufmannsbundes Hanse zum wichtigsten deutschen Umschlag- und Stapelplatz zwischen Nord- und Ostsee. Ab 1510 galt Hamburg endgĂŒltig als Reichsstadt. 1558 wurde die Hamburger Börse als eine der ersten Deutschlands eröffnet, im Jahre 1678 unter dem Namen Opern-Theatrum die erste deutsche Oper am GĂ€nsemarkt. Zur Reformationszeit wurde der Stadtstaat ohne Blutvergießen evangelisch. Die Stadt Hamburg erlebte ihre kulturelle BlĂŒte vor allem im 17. und 18. Jahrhundert unter anderem mit der GrĂŒndung des Hamburgischen Nationaltheaters (1767).

Auch nach dem Niedergang der Hanse und wĂ€hrend der AufklĂ€rung und der Industrialisierung blieb die Stadt neben Berlin das bedeutendste Wirtschaftszentrum Norddeutschlands. Hamburg blieb von den Auswirkungen des DreißigjĂ€hrigen Krieges verschont und konnte diesen zum Vorteil nutzen, um seine Vormachtstellung im Handel auszubauen. In ihrer wechselvollen Geschichte unterstand die Stadt der dĂ€nischen Königskrone (aber nie von Hamburg formal anerkannt), war Teil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und Hauptstadt des DĂ©partements ElbmĂŒndung (DĂ©partement des Bouches de l’Elbe) im französischen Kaiserreich (Hamburger Franzosenzeit). 1813–1814 wurde Hamburg vom russischen General Bennigsen belagert. Als Freie Stadt trat es 1815 nach dem Wiener Kongress dem Deutschen Bund bei. 1867 wurde es Mitglied des von Otto von Bismarck initiierten Norddeutschen Bundes und blieb 1871 Gliedstaat des nun in Deutsches Reich umbenannten Bundesstaates.

Besondere Ereignisse der Neuzeit waren der große Hamburger Brand 1842, die Choleraepidemie 1892, der erhebliche FlĂ€chen- und Bevölkerungszuwachs 1937/38 durch das Groß-Hamburg-Gesetz, die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg 1943, die Zerstörung der jĂŒdischen Gemeinde (→ Geschichte der Juden in Hamburg), die Errichtung des Konzentrationslagers Neuengamme und seiner zahlreichen Nebenlager im Stadtgebiet, die kampflose Übergabe an die englischen Truppen am 3. Mai 1945, die Sturmflut 1962, die Anbindung an das internationale Straßennetz und den Flugverkehr (Finkenwerder und FuhlsbĂŒttel), die VerĂ€nderung im Hafen und die Auseinandersetzungen um die Hafenstraße in den 1980er-Jahren.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Den bislang höchsten Einwohnerstand mit (gemĂ€ĂŸ Melderegister) 1,899 Millionen erreichte Hamburg im Jahre 2019, zuvor war der Höchststand mit 1,86 Millionen im Jahre 1964. Allerdings liegt seit dem Zensus 2011 die amtlich fortgeschriebene Bevölkerungszahl um ca. 50.000 niedriger.

Nach 1964 fĂŒhrte Stadtflucht (Suburbanisierung) zu einem BevölkerungsrĂŒckgang bis 1986 auf rund 1,6 Millionen Einwohner. Seitdem ist die Bevölkerungszahl auf 1,81 Millionen (Dezember 2016) angestiegen. FĂŒr die kommenden Jahre (bis 2030) wird fĂŒr Hamburg ein weiterer Bevölkerungsanstieg vorausgesagt, in der mittleren Projektion auf etwa 1,9 Millionen Einwohner. Neuerdings (2013) wird auch ein Wachstum auf ĂŒber zwei Millionen Einwohner diskutiert.

2010 und 2011 wurden in Hamburg erstmals seit Jahrzehnten wieder GeburtenĂŒberschĂŒsse verzeichnet. 2010 brachten Frauen in Hamburg 17.377 Kinder zur Welt, 2011 waren es 17.125. Dem standen 2010 17.060 und 2011 ebenfalls 17.060 SterbefĂ€lle gegenĂŒber. Daraus ergab sich 2011 ein positiver Saldo von 65 Einwohnern. Außerdem sorgten 93.466 ZuzĂŒge bei nur 81.231 FortzĂŒgen zu einer Bevölkerungszunahme von 12.235 Einwohnern gegenĂŒber 2010.

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Zeitraum 2015/17 bei 78,5 Jahren fĂŒr MĂ€nner und bei 83,2 Jahren fĂŒr Frauen. Die MĂ€nner und Frauen belegen damit unter den deutschen BundeslĂ€ndern jeweils Rang 5.

Bevölkerungsstruktur

Herkunft

Ende 2013 hatten 550.000 Einwohner einen Migrationshintergrund (melderechtlich registrierte Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit und zugleich auslĂ€ndischer Herkunft), dies sind etwa 31 Prozent aller Einwohner Hamburgs. Die Zahl an AuslĂ€ndern (melderechtlich registrierte Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit) bezifferte sich Ende 2012 auf 238.000 Einwohner. Ende 2012 wurden 197.000 Personen eingebĂŒrgert und 78.000 waren Aussiedler. Der AuslĂ€nderanteil betrug Ende 2013 13,2 Prozent. Vertreten waren 183 Staatsangehörigkeiten.

Von den Einwohnern ohne deutsche Staatsangehörigkeit kamen Ende 2012 51.799 Personen aus der TĂŒrkei, 20.635 aus Polen, 11.732 aus Afghanistan und 11.081 aus dem ehemaligen Serbien und Montenegro.

Aus MitgliedslÀndern der EuropÀischen Union kamen mehr als ein Viertel aller in Hamburg gemeldeten AuslÀnder.

BeschÀftigung

2014 waren in Hamburg insgesamt 1.193.400 Menschen erwerbstĂ€tig. 339.600 davon waren bei öffentlichen und privaten Dienstleistern, 393.100 im Handel, Verkehr, Gastgewerbe, sowie im Informations- und Kommunikationsbereich, 304.300 im Unternehmensdienstleistungsbereich (Finanzwesen, Unternehmensdienstleistungen, GrundstĂŒcks- und Wohnungswesen), 115.900 im produzierenden Gewerbe, 38.200 im Baugewerbe sowie 2.400 in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft beschĂ€ftigt.

Einkommen

2006 betrug das durchschnittliche steuerpflichtige Einkommen 35.887 Euro brutto jĂ€hrlich. Weibliche Arbeitnehmer verdienten in Hamburg 2010 durchschnittlich rund 20 Prozent weniger als ihre mĂ€nnlichen Kollegen. An den FlĂŒssen und an der waldreichen Peripherie des Nordostens haben sich drei grĂ¶ĂŸere Gebiete etabliert, in denen die Einwohner durchschnittlich ĂŒber ein besonders hohes Einkommen verfĂŒgen: in den Elbvororten im Westen, in den im Nordosten gelegenen Stadtteilen samt den Walddörfern und rund um die Außenalster bzw. nördlich von ihr im Bereich der nördlichen Stadtmitte. Hinzu kommt der im Osten liegende Stadtteil Marienthal. Die höchsten durchschnittlichen EinkĂŒnfte haben die Einwohner der Elbvororte. Nienstedten liegt mit durchschnittlich 170.408 Euro (2007) weit vorn, gefolgt von Blankenese mit 110.108 Euro. In den Walddörfern erreichen die Einwohner in Wohldorf-Ohlstedt mit durchschnittlich 105.305 Euro (2007) die höchsten Einkommen. In den Stadtteilen rund um die Außenalster verfĂŒgen die Harvestehuder ĂŒber 88.746 Euro (2007). Hamburg ist die Stadt mit den meisten (Vermögens-)MillionĂ€ren Deutschlands. Hamburg hatte 2019 außerdem mit 10,9 % die höchste Reichtumsquote im Vergleich der BundeslĂ€nder und den höchsten Anteil an EinkommensmillionĂ€ren.

Der GĂŒrtel der einkommensschwachen Gegenden zieht sich von Billstedt im Osten bis an die östliche Innenstadt; die Elbinsel Wilhelmsburg mit der Veddel und das sĂŒdlich der Elbe gelegene Harburg; die westlichen Stadtteile Altona-Altstadt, Altona-Nord und St. Pauli. DarĂŒber hinaus sind die östlichen Stadtteile Dulsberg, Barmbek-Nord und Steilshoop und der westliche Stadtteil Lurup betroffen. Das geringste durchschnittliche Einkommen haben die Einwohner der auf der Elbinsel gelegenen Stadtteile Veddel, Kleiner Grasbrook und Steinwerder mit 11.756 bis 15.491 Euro (2007). Danach folgt der Stadtteil Rothenburgsort mit 18.850 Euro. All diesen Stadtteilen ist die NĂ€he zum Hamburger Hafen und zu den Industrie- und Gewerbegebieten gemein. Der einkommensschwĂ€chste Stadtteil im zentralen Stadtgebiet ist Dulsberg mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 18.927 Euro. Der Stadtteil weist eine Ă€ltere, sehr dichte Bebauung auf.

LeistungsempfÀnger

Die Quote der LeistungsempfĂ€nger nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (kurz SGB II), die Arbeitslosengeld II beziehen, lag hamburgweit im MĂ€rz 2013 bei durchschnittlich 10,3 Prozent und damit unter dem Durchschnitt des Stadtstaates Berlin und des Landes Bremen von 14,5 Prozent. In den einkommensstarken Gebieten, in den nördlichen Stadtteilen, sĂŒdlichen Randgebieten und im grĂ¶ĂŸten Teil des Bezirks Bergedorf sind vergleichsweise wenige LeistungsempfĂ€nger registriert. Die Quote liegt dabei teilweise bei unter einem Prozent. In den einkommensschwachen dichtbesiedelten Altbau-Stadtteilen Altona und St. Pauli sowie in Stadtteilen mit Hochhaussiedlungen wie Steilshoop, Lurup und Hausbruch liegt der Anteil der HilfeempfĂ€nger höher. Bei ĂŒber 22 Prozent HilfeempfĂ€nger liegen die Stadtteile, die sich im Osten von Jenfeld bis in den SĂŒden nach Wilhelmsburg ziehen und durch Industrie und/oder Hochhaussiedlungen wie MĂŒmmelmannsberg oder Kirchdorf-SĂŒd geprĂ€gt sind.

Religionen und Weltanschauungen

Konfessionsstatistik

GemĂ€ĂŸ dem Zensus 2011 waren 29,8 Prozent der Einwohner evangelisch, 9,8 Prozent römisch-katholisch und 60,4 Prozent waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an. Die Zahl der Katholiken und vor allem die der Protestanten ist seitdem gesunken. Ende 2020 hatte Hamburg 1.852.478 Einwohner davon 23,6 Prozent, 9,4 Prozent Katholiken und 66,9 Prozent hatten entweder eine andere oder keine Religionszugehörigkeit.

Religionsgeschichte

Hamburg war seit der Reformation eine evangelisch-lutherisch geprÀgte Stadt. Der Rat der Stadt Hamburg unterzeichnete die lutherische Konkordienformel von 1577.

Durch seine Stellung als wichtige Hafenstadt war es aber schon lange offen fĂŒr andere Konfessionen. So entstand hier zum Beispiel 1834 die erste deutsche Baptistengemeinde. In Altona wurde bereits 1601 die heute noch bestehende Hamburger Mennonitengemeinde gegrĂŒndet. Auch fĂŒr die Apostolischen Gemeinschaften ist die Hansestadt ein wichtiger Ort. Von hier aus erfolgte die Trennung der Allgemeinen Christlichen Apostolischen Mission von den katholisch-apostolischen Gemeinden und die Entwicklung zur Neuapostolischen Kirche. Heute gibt es 16 neuapostolische Kirchen in Hamburg, ebenso ist in Hamburg der Sitz der Neuapostolischen Kirche Norddeutschland. Hamburg ist außerdem seit 1995 Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Hamburg mit seinem Zentrum im Neuen Mariendom. Hamburg ist auch der Geburtsort der Jesus Freaks und der Flussschifferkirche, einem Kirchenschiff im Binnenhafen. Seit 1910 gibt es auch in Hamburg Jehovas Zeugen.

Die jĂŒdische Gemeinde hat in Hamburg eine lange Tradition, die Ende des 16. Jahrhunderts mit der Ansiedelung europĂ€ischer Juden begann und ĂŒber die Jahrhunderte verschiedene Synagogen im Hamburger Raum entstehen ließ. WĂ€hrend der Novemberpogrome 1938 wurden die meisten Synagogen zerstört. Der 1611 gegrĂŒndete jĂŒdische Friedhof in Altona, auf dem sowohl von der Iberischen Halbinsel eingewanderte Juden (Sepharden) als auch mittel- und osteuropĂ€ischen Juden (Aschkenasim) bestattet wurden, ist heute noch Zeugnis dieser ĂŒber Jahrhunderte wĂ€hrenden Geschichte. Auf Grund seines Alters und der Anzahl an wertvollen Grabsteinen zĂ€hlt der Friedhof zu den bedeutendsten jĂŒdischen GrĂ€berfeldern der Welt. Die JĂŒdische Gemeinde Hamburg ist heute mit ca. 3500 Mitgliedern eine der grĂ¶ĂŸten jĂŒdischen Gemeinden Deutschlands. Das Zentrum jĂŒdischen Lebens in der Stadt befindet sich rund um die Talmud-Tora-Schule am Grindel, im Bezirk EimsbĂŒttel.

Seit den 1960er-Jahren gibt es einen bedeutenden Anteil muslimischer Bevölkerung. Am 22. Juni 1957 wurde in Stellingen mit der Fazle-Omar-Moschee die erste Moschee, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland entstanden ist, von der Ahmadiyya Muslim Jamaat eröffnet. Auch andere Religionen sind in Hamburg in zunehmendem Maße vertreten. Die AnhĂ€ngerschaft des Buddhismus besteht sowohl aus asiatischen Einwanderern als auch aus deutschstĂ€mmigen Konvertiten. Insbesondere die buddhistischen Richtungen Zen und tibetischer Buddhismus genießen eine gewisse PopularitĂ€t.

Sprache und Mundarten

Bis weit ins 19. Jahrhundert war Niederdeutsch (Plattdeutsch) die allgemeine Umgangssprache in der Stadt. Dann wurde es vom Hochdeutschen, das schon seit dem 16. Jahrhundert zunehmend als Schriftsprache Verwendung fand, allmĂ€hlich verdrĂ€ngt und verschwand um die Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend aus dem öffentlichen Gebrauch. Entgegen diesem Trend veröffentlichte die Pressestelle der BĂŒrgerschaft 1980 eine plattdeutsche Fassung der hamburgischen Verfassung. Der niederdeutsche Einfluss bleibt jedoch auch im Hochdeutschen der Hamburger allgegenwĂ€rtig und manifestiert sich besonders im „Missingsch“.

Etwa sechs Prozent der Einwohner Hamburgs sprechen heute noch Niederdeutsch (Hamburger Platt). DarĂŒber hinaus wird Platt von vielen Hamburgern verstanden und in Literatur, Zeitungskolumnen usw. gepflegt. Dokumentiert wird es im Hamburgischen Wörterbuch und in mehreren dialektologischen Dissertationen wissenschaftlich untersucht. Der bekannteste Ort der Mundartpflege in Hamburg ist das Ohnsorg-Theater, das AuffĂŒhrungen in niederdeutscher Sprache anbietet.

Infolge der starken Einwanderung aus dem Ausland sind seit den 1960er Jahren in einigen Stadtteilen neben der deutschen und der niederdeutschen Sprache auch andere Sprachen im öffentlichen Raum gegenwĂ€rtig: TĂŒrkisch, Persisch, Paschto, Kurdisch und Albanisch in Altona, St. Georg, Harburg, Veddel und Wilhelmsburg, Portugiesisch im Hafenviertel („Portugiesenviertel“) und Russisch und Polnisch vor allem durch Teile der deutschstĂ€mmigen Aussiedler bzw. SpĂ€taussiedler.

Nach einer Studie der UniversitÀt Hamburg aus dem Jahr 2015 gehören rund 25.000 Hamburger, also 1,4 Prozent, der deutsch-dÀnischen Minderheit an.

Rechtlichen Status gemĂ€ĂŸ der EuropĂ€ischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen besitzen in Hamburg Niederdeutsch als Regionalsprache gemĂ€ĂŸ Teil III der Charta und Romanes als Minderheitensprache gemĂ€ĂŸ Teil II der Charta.

Persönlichkeiten

Die lange Geschichte Hamburgs weist eine große Anzahl von wichtigen Personen aus allen Bereichen auf. Die Liste von Persönlichkeiten der Stadt Hamburg kann daher nur eine Auswahl ohne Bewertung bieten und steht stellvertretend fĂŒr die zahllosen ungenannten Menschen, die die Stadt prĂ€gten und von ihr geprĂ€gt wurden. 86 % der nach Personen benannten Straßen sind in Hamburg nach MĂ€nnern und 14 % nach Frauen benannt.

Haustiere

Hunde

2016 waren im Hamburger Hunderegister 73.394 Tiere eingetragen, im Jahr 2019 89.551. Seit 2007 besteht in Hamburg fĂŒr Hunde außerhalb von PrivatgrundstĂŒcken und den ungefĂ€hr 122 Hundeauslaufzonen eine generelle Leinenpflicht. Sogenannte gefĂ€hrliche Hunde sind auch innerhalb der Hundeauslaufzonen anzuleinen. Vom Leinenzwang im Stadtgebiet ausgenommen sind Hunde, die erfolgreich eine GehorsamsprĂŒfung abgelegt haben. EingezĂ€unte und nicht eingezĂ€unte Auslaufzonen fĂŒr Hunde finden sich beispielsweise im Alstervorland und Höltigbaum, am Kupferteich, auf der Horner Rennbahn sowie im Öjendorfer Park. Die GesamtflĂ€che der unterschiedlich großen Hundeauslaufzonen betrĂ€gt mehr als 239 Hektar. Außerhalb von Hundeauslaufzonen gilt in öffentlichen GrĂŒn- und Erholungsanlagen stets Leinenzwang; ausgenommen sind freigegebene Wege, Pfade und RasenflĂ€chen fĂŒr gehorsamsgeprĂŒfte Hunde. In einige Hamburger Parkanlagen dĂŒrfen Hunde – ausgenommen FĂŒhrhunde – grundsĂ€tzlich nicht mitgenommen werden. Auch ist die Mitnahme von Hunden auf Hamburger WochenmĂ€rkte und Volksfeste (z. B. den DOM) sowie zum Hafengeburtstag nicht gestattet. Nach dem Hamburger Hundegesetz gilt in der Hansestadt eine Chip-, Registrier- und Versicherungspflicht.

Erstmals 1954 war Hamburg Austragungsort fĂŒr das Deutsche Windhund-Derby. Das Rennen findet seit 2001 auf der Hunderennbahn am Höltigbaum statt. Veranstalter ist der Norddeutsche Windhund-Rennverein.

Pferde

Mindestens 3800 Pferde wurden im Jahr 2013 in Hamburg gehalten.

Politik und Staat

Staatsrecht

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist als Stadtstaat ein Land (Gliedstaat) der Bundesrepublik Deutschland und zugleich als Stadt eine Einheitsgemeinde. Hamburg verfĂŒgt ĂŒber eine lange Tradition als bĂŒrgerliche Stadtrepublik und ist heute gemĂ€ĂŸ der Landesverfassung ein demokratischer und sozialer Rechtsstaat. Eine Trennung von gemeindlichen und staatlichen Aufgaben erfolgt nicht. Die Staatsgewalt geht vom Volk aus, das das Landesparlament, die Hamburgische BĂŒrgerschaft, wĂ€hlt, eigene Entscheidungen durch Volksgesetzgebung einbringt und in der Verwaltung, wie in den Deputationen, mitwirkt.

Die Regierung des Landes ist der Senat, dessen PrĂ€sident der Erste BĂŒrgermeister ist. Der Erste BĂŒrgermeister wird seit Änderung der Verfassung 1996 direkt durch die BĂŒrgerschaft gewĂ€hlt, hat seitdem die Richtlinienkompetenz in der Politik und beruft seinen Stellvertreter (Zweiter BĂŒrgermeister) und die ĂŒbrigen Senatoren, die von der BĂŒrgerschaft bestĂ€tigt werden mĂŒssen. Jeder Senator leitet als PrĂ€ses eine der Senatsbehörden, vergleichbar einem von einem Minister geleiteten Ministerium in anderen LĂ€ndern.

Zu Hamburgs Verfassungsorganen zĂ€hlt neben BĂŒrgerschaft und Senat zudem noch das Hamburgische Verfassungsgericht als Landesverfassungsgericht.

Auf der Ebene der jeweiligen Bezirke in Hamburg wird mit den Bezirksversammlungen jeweils eine eigene Volksvertretung gewĂ€hlt. Diese haben rechtlich allerdings die Stellung von VerwaltungsausschĂŒssen, mit eingeschrĂ€nkten Kompetenzen.

Auf ĂŒberregionaler Ebene hat Hamburg einen Sitz (drei Stimmen) im Bundesrat und ist mit sechs Direktmandaten der Wahlkreise Mitte, Altona, EimsbĂŒttel, Nord, Wandsbek und Bergedorf-Harburg sowie weiteren Abgeordneten ĂŒber die Landesliste im Bundestag vertreten. Hamburg ist Mitglied im Deutschen StĂ€dtetag und entsendet einen Vertreter in den Ausschuss der Regionen.

Eine LĂ€nderfusion – also ein Zusammenschluss Hamburgs mit anderen norddeutschen LĂ€ndern – wird seit Jahrzehnten unter dem Begriff Nordstaat gelegentlich ins GesprĂ€ch gebracht. Aus dieser Diskussion ist eine stĂ€rkere lĂ€nderĂŒbergreifende Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, wie in der Metropolregion Hamburg oder gemeinsamen Einrichtungen, wie dem Statistikamt Nord, hervorgegangen.

Wahl zur Hamburgischen BĂŒrgerschaft 2020

Die Wahl zur 22. Hamburgischen BĂŒrgerschaft fand am 23. Februar 2020 statt.

Die amtierende rot-grĂŒne Regierungskoalition gewann im vorlĂ€ufigen Ergebnis der Landesliste insgesamt an Zustimmung und hat erstmals eine Zweidrittelmehrheit. Die SPD blieb dabei stĂ€rkste Kraft, verlor jedoch vier Sitze, wĂ€hrend der bisherige Regierungspartner GrĂŒne seine Mandate von 15 auf 33 erhöhte. Die CDU verlor rund ein Drittel ihres Stimmenanteils und hat mit 11,2 Prozent ihr zweitniedrigstes Ergebnis bei der Wahl eines Landesparlaments seit ParteigrĂŒndung verzeichnet. Die Linke gewann marginal hinzu. Die AfD verlor erstmals seit ihrer GrĂŒndung 2013 im Vergleich zu einer vorangegangenen ĂŒberregionalen Wahl, erreichte aber mit 5,3 Prozent erneut die BĂŒrgerschaft. Auch die FDP verlor ein gutes Drittel ihres Stimmenanteils und scheiterte nach dem vorlĂ€ufigen Resultat mit 4,961 Prozent an der FĂŒnfprozenthĂŒrde. Die FDP-Spitzenkandidatin Anna-Elisabeth von Treuenfels-Frowein hat ein Direktmandat im Wahlkreises Blankenese gewonnen und wird somit in der BĂŒrgerschaft vertreten sein.

Weitere Wahlen

In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse von Bundestags- und Europawahlen in Hamburg dargestellt.

1 bis 2007: PDS

Vertretungen und Konsulate

Die wirtschaftliche Bedeutung Hamburgs fĂŒr den Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland („Hamburg, das Tor zur Welt“) sowie die Bedeutung als wichtiges Zentrum von Industrie, Handel und Logistik, als Sitz von auslĂ€ndischen Unternehmen und mit einer Bevölkerung, in der mehr als 180 verschiedene Staatsangehörigkeiten vertreten sind, hat dazu gefĂŒhrt, dass Hamburg mit 100 Konsulaten (April 2010) nach New York, Frankfurt am Main und Hongkong der viertgrĂ¶ĂŸte Konsularstandort weltweit ist. Über den Hafen bestanden bereits seit der Hansezeit Handelsbeziehungen zu anderen StĂ€dten und LĂ€ndern. Die ersten Vertretungen wurden von europĂ€ischen Staaten eröffnet, bevor im 18. und 19. Jahrhundert auch Staaten aus Nord- und SĂŒdamerika hinzukamen. Österreich (seit 1570) und Frankreich (1579) betreiben derzeit die am lĂ€ngsten ansĂ€ssigen Konsulate. Besonders bekannt ist das Amerikanische Generalkonsulat am Alsterufer 27/28, das ursprĂŒnglich von Martin Haller als Doppelvilla erbaut wurde. Es wird oft als das „Weiße Haus an der Alster“ bezeichnet.

AuswÀrtige Vertretungen Hamburgs

Hamburg seinerseits hatte ebenfalls bereits frĂŒh auswĂ€rtige Vertretungen. Dies reichte von den gemeinschaftlichen Handelskontoren der Kaufleute der Hansezeit ĂŒber gemeinsame konsularische Vertretungen mit den verbliebenen HansestĂ€dten LĂŒbeck und Bremen. Heute besteht die Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund als Landesvertretung in Berlin. Als gemeinsame Vertretung von Hamburg und Schleswig-Holstein besteht das Hanse-Office bei der EuropĂ€ischen Union in BrĂŒssel und in St. Petersburg. Gemeinsam mit der Handelskammer Hamburg und anderen Partnern unterhĂ€lt der Senat zudem die Hamburg-Vertretungen Hamburg Liaison Office in Shanghai und Hamburg Representative Office in Dubai. Zudem besteht im Ausland ein Netzwerk von ehrenamtlichen Botschaftern, den Hamburg Ambassadors, die vom Ersten BĂŒrgermeister ernannt werden und fĂŒr die Stadt werben sollen.

StÀdtepartnerschaften

Die Freie und Hansestadt Hamburg unterhÀlt Partnerschaften mit neun StÀdten, vor allem mit anderen HafenstÀdten:

  • Russland Sankt Petersburg, Russland, seit 1957
  • Frankreich Marseille, Frankreich, seit 1958
  • China Volksrepublik Shanghai, Volksrepublik China, seit 1986
  • Deutschland Dresden, Deutschland, seit 1987
  • Japan Osaka, Japan, seit 1989
  • Nicaragua LeĂłn, Nicaragua, seit 1990
  • Tschechien Prag, Tschechien, seit 1990
  • Vereinigte Staaten Chicago, Vereinigte Staaten, seit 1994
  • Tansania Daressalam, Tansania, seit 2010

Der erste – mĂŒndliche – Partnerschaftsvertrag wurde 1957 mit Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, Russland, geschlossen. Der Hamburger Senat war gegen den Willen des AuswĂ€rtigen Amtes einer Einladung in die Sowjetunion gefolgt. Die Partnerschaft ist die Ă€lteste zwischen einer deutschen und einer damals sowjetischen Stadt. Seit 1981 gibt es „Hamburg-Tage“ in Leningrad. Die Partnerschaft umfasst seit 1990 auch finanzielle UnterstĂŒtzung in sozialen Angelegenheiten. Im Krisenwinter von 1990/1991 halfen Hamburger BĂŒrger mit 400.000 Hilfspaketen gegen den Hunger in Sankt Petersburg. Es gibt einen Austausch von SchĂŒlern, Sportlern, Wissenschaftlern und KĂŒnstlern.

Im Rahmen der Deutsch-französischen Freundschaft wurde 1958 die Partnerschaft mit Marseille besiegelt. Sie ist geprĂ€gt durch den Austausch auf wirtschaftlicher Ebene, SchĂŒler- und Jugendaustausch. Hamburg hat Ă€hnliche Problemstellungen wie die Partnerstadt Marseille. Dies betrifft den Hafen, Hafenausbau, die Entwicklung von alten HafenflĂ€chen, die Architekturen der HafenCity in Hamburg und der EuromĂ©diterranĂ©e in Marseille sowie die Integration von Zuwanderern. Zwischen der Schulbehörde Hamburg und der AcadĂ©mie d’Aix-Marseille besteht eine institutionelle Partnerschaft ĂŒber die Zusammenarbeit beim SchĂŒleraustausch und bei der Lehrerbildung. Die Zusammenarbeit wird um das Projekt der Digitalisierung und der Verringerung von Emissionen erweitert. Es gibt eine Kooperationsvereinbarung zwischen HafenCity GmbH und EuromĂ©diterrannĂ©e.

Die 1986 begonnene Partnerschaft mit Shanghai, Volksrepublik China, wurde 1989 nach den Massaker auf dem Platz am Tor des Himmlischen Friedens eingefroren. Der Austausch in kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen bestand jedoch weiter. Hamburg und China haben seit Jahrhunderten gute Handelsbeziehungen. Alle zwei Jahre im Herbst findet in Hamburg die dreiwöchige Veranstaltungsreihe „China Time“ mit VortrĂ€gen, Konzerten und Ausstellungen statt. Themen sind Kunst, Kultur, Bildung, Wirtschaft, Recht, Politik, Gesundheit, Bewegungskunst und Heilwissen. Die StĂ€dtepartnerschaft beinhaltet insbesondere auch die Partnerschaft zu Shanghais seit 2003 im Bau befindlichen Hafenstadt Lingang New City.

Am 14. Dezember 1987 wurde die Partnerschaft mit der Elbstadt Dresden, damals Deutsche Demokratische Republik, in Dresden und am 16. Dezember 1987 in Hamburg unterzeichnet. Sie war durch GesprĂ€che zwischen Dohnanyi und Erich Honecker bei der 750-Jahr-Feier in Ost-Berlin vereinbart worden. Nach der Wiedervereinigung wurde 1990 ein „Beauftragter der Freien und Hansestadt Hamburg in Dresden und Sachsen“ ernannt. Ab 1991 half Hamburg bei der Strukturierung der Dresdener Verwaltung. Im Jahr 2002 half Hamburg der Stadt Dresden bei der BewĂ€ltigung der Folgen der Elbflut. Schwerpunkt ist der regelmĂ€ĂŸige Austausch in der Kunstszene und die Reinhaltung der Elbe. Hamburg und Dresden fĂŒhren beide seit den frĂŒhen Nachkriegsjahren eine Partnerschaft mit Sankt Petersburg.

Die Partnerschaft mit Osaka, Japan, wurde 1989 geschlossen, nachdem der Senat seine bisherige außenpolitische Haltung aufgegeben und eine Orientierung in sogenannten Schwerpunktregionen beschlossen hatte. Höhepunkt der Partnerschaft war die Eröffnung des japanischen Gartens in Planten un Blomen.

Zu León in Nicaragua besteht seit 1990 eine Partnerschaft, die hauptsÀchlich von Hamburger Entwicklungshilfe geprÀgt ist.

Am 19. April 1990 wurde in Hamburg im Rahmen der Ost-West-AnnĂ€herung eine Partnerschaft mit der damaligen tschechoslowakischen, heute tschechischen Hauptstadt Prag zwischen dem Ersten BĂŒrgermeister von Hamburg Henning Voscherau und Prags PrimĂĄtor Jaroslav KorĂĄn geschlossen. Moldau und Elbe verbinden Prag und Hamburg. Im Dezember 2012 half Hamburg bei der BewĂ€ltigung der Folgen des Moldau-Hochwassers. Die StĂ€dtepartnerschaft konzentriert sich auf Verwaltung, Infrastruktur, kulturellen Austausch, SchĂŒleraustausch und Wirtschaftsforen.

Auf Initiative Chicagos besteht seit 1994 eine weitere StĂ€dtepartnerschaft. GrĂŒnde waren die große Zahl von in Chicago lebenden Nachfahren deutscher Auswanderer des neunzehnten Jahrhunderts und ein großes Interesse Hamburger Schulen an einer deutsch-amerikanischen Partnerschaft.

Im Juni 2010 wurde die StĂ€dtepartnerschaft mit Daressalam in Tansania durch die Hamburger BĂŒrgerschaft bestĂ€tigt und am 1. Juli durch den Hamburger BĂŒrgermeister und den BĂŒrgermeister Daressalams besiegelt.

Weitere VertrÀge oder Partnerschaften

Der Hamburger Hafen nimmt in Bezug auf Partnerschaften eine Sonderstellung ein. Mit einigen der HĂ€fen zu denen Hamburgs Hafen in Verbindung steht, wurden Hafenpartnerschaften zum regelmĂ€ĂŸigen fachlichen Wissensaustausch begrĂŒndet. Seit 1992 besteht die erste Partnerschaft mit dem Hafen von Yokohama (Japan). Es folgten Hafenpartnerschaften mit Kaohsiung (auf Taiwan), dem Hafen von Shanghai (China; 2004), Montevideo (Uruguay), Dar es Salaam (Tansania; 2010), Shenzhen (China), Busan (SĂŒdkorea; 2010), Halifax (Kanada, 2014) und als jĂŒngste Hafenpartnerschaften 2015 die HĂ€fen von Göteborg (Schweden) und Bronka/Sankt Petersburg (Russland).

Die Partnerschaft mit Daressalam umfasst Klimaschutzprojekte, Zusammenarbeit von Kliniken, Schulen sowie bei Berufsbildung und Kunst.

Zudem existieren unabhĂ€ngige Bezirkspatenschaften. So unterhĂ€lt der Bezirk Hamburg-Mitte offizielle Beziehungen zu Shanghais innerem Stadtbezirk Hongkou (seit 2007), der Bezirk EimsbĂŒttel zur Stadt Warna (Bulgarien; seit 2003) sowie der Bezirk Wandsbek mit Londons Bezirk Waltham Forest (frĂŒher Leyton; seit 1949). Bereits aus dem Jahr 1281 stammt ein Beistands- und Partnerschaftsabkommen mit Wöhrden im heutigen Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein. Dieses wurde vom Hamburger Senat im Juli 2007 offiziell erneuert, zĂ€hlt jedoch nicht zu den StĂ€dtepartnerschaften im modernen Sinne.

Hamburg ist seit Juni 2019 Teil des Fab-City-Netzwerks, deren Mitglieder bis 2054 alle KonsumgĂŒter selbst herstellen wollen. Damit soll das urbane Wirkungsprinzip des „Product-In, Trash-Out“ durch offene Dokumentation und lokale Produktion ersetzt werden.

Hoheitszeichen

Hamburg hat drei Wappen, drei Flaggen, ein Wappenzeichen, ein Logo und einen Stander. Die Landesflagge und das Wappenzeichen dĂŒrfen von den BĂŒrgern frei verwendet werden, die Verwendung der weiteren Hoheitszeichen ist dem Staat vorbehalten. In der Landesverfassung sind die Gestalt von Wappen und Flagge sowie die Landesfarben weiß-rot geregelt. Letztere entsprechen den traditionellen Farben der Hanse.

Wappen, Logo, Wappenzeichen

Das kleine Staatswappen zeigt eine weiße (bzw. silberne) Burg in rotem Schild und geht auf die Stadtsiegel des 12. und 13. Jahrhunderts zurĂŒck. Der mittlere Turm, auf dem ein Kreuz steht, wird als Hinweis auf den Sitz eines Bischofs und als Darstellung des mittelalterlichen Mariendoms gedeutet, welcher der Schutzpatronin der Stadt geweiht war und von der auch die „Mariensterne“ ĂŒber den SeitentĂŒrmen ihren Namen haben sollen. Die Gestaltung der Burg variierte im Laufe der Zeit erheblich. Das Tor war mal geöffnet, mit Fallgitter versehen oder als Ausdruck einer wehrhaften Stadt und der UnabhĂ€ngigkeit gegenĂŒber anderen Landesherren geschlossen. Seit 1835 besteht das Wappen mit geringen Änderungen in seiner heutigen Form. Das von Senat und BĂŒrgerschaft verwendete große Staatswappen mit Helm, Helmzier und Löwen als Schildhalter entstand im 16. Jahrhundert. UrsprĂŒnglich wurde die Burg, entsprechend der Backstein-Bauweise in Hamburg, rot und der Fond weiß dargestellt. Dies wurde beim 1998 vom Designer Peter Schmidt entworfenen Hamburg-Logo wieder aufgenommen. Die Welle symbolisiert darin die Dynamik und Bedeutsamkeit des Hafens, wĂ€hrend das offene Tor der roten Burg auf Hamburgs Weltoffenheit hindeutet. Mit dem eigens entwickelten Hamburg-Symbol erfĂŒllte der Senat den Wunsch der BĂŒrger nach einem von jedem verwendbaren Wappenzeichen, als Ausdruck der Zugehörigkeit oder Verbundenheit zu Hamburg.

Flaggen und AdmiralitÀt

Die Landesflagge zeigt die Wappen-Burg auf rotem Grund. Mit dem Ă€ltesten derartigen Gesetz regelte Hamburg die FlaggenfĂŒhrung auf Schiffen seit 1270. ZunĂ€chst ist es eine rote Flagge auf die spĂ€ter das Wappen gesetzt wird. Aufgrund zunehmender Uneinheitlichkeit von Farben und Burg wird die genaue Gestaltung vom Senat 1751 und nochmals 1834 mit durchgreifenderem Erfolg festgelegt. Die Gestaltung der Burg folgt seit 1860 der Wappen-Darstellung. Die Staatsflagge ist dem Senat vorbehalten. Sie zeigt das große Wappen mit weißer Umrahmung auf rotem Grund und wurde 1897 geschaffen. Eine schwarz-rot-golden unterlegte Staatsflagge bildet den Stander, der vom Ersten BĂŒrgermeister und dem BĂŒrgerschaftsprĂ€sidenten bei Staatsbesuchen am Fahrzeug gefĂŒhrt wird.

Ein Wappen der AdmiralitĂ€t, die Wappen-Burg mit darunter gelegtem Anker, besteht seit 1642 und wird von staatlichen Wasserfahrzeugen gefĂŒhrt. Ebenso tragen diese die AdmiralitĂ€tsflagge, die das Wappen auf rotem Grund zeigt, als Bugflagge (Gösch). Sie wird sonst ausschließlich von Behörden verwendet, die der Seeschifffahrt dienen.

Hymne, Stadtname, Stadtpatrone, WahlsprĂŒche

Die bei offiziellen AnlĂ€ssen verwendete, aber nicht rechtlich festgeschriebene Landeshymne Hamburgs ist Stadt Hamburg an der Elbe Auen. Das 1828 entstandene Lied wird auch Hammonia genannt, eine neulateinische Form des Stadtnamens (eigentlich Hamburgum). 1370 wird in einem Schreiben der Stadtname erstmals fĂ€lschlich als Burg bzw. Stadt des Hammon (= römischer Gott Jupiter) bezeichnet. TatsĂ€chlich leitet sich der Name Hamburg – ausgehend von der Hammaburg im 9. Jahrhundert – vom altsĂ€chsischen Wort hamme/ham, fĂŒr ein in die Marsch vorspringendes erhöhtes (auch bewaldetes) GelĂ€nde am Ufer von Fluss oder Sumpf ab. Die Bezeichnung Hammonia, als Name der Schutzgöttin der Stadt, geht auf eine 1710 geschaffene Kantate von Barthold Heinrich Brockes zurĂŒck und wird nachfolgend auch hĂ€ufig als bildliche Allegorie, in Form einer Frauengestalt dargestellt, die die Stadt reprĂ€sentiert. Stadtpatronin der Zeit vor der Reformation ist hingegen Maria, der auch der ehemalige Hamburger Mariendom geweiht war.

Der lateinische Inschrift ĂŒber dem Portal des Rathauses: „Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas“ (sinngemĂ€ĂŸ: „Die Freiheit, die die Alten erwarben, möge die Nachwelt wĂŒrdig zu erhalten sich bemĂŒhen“) wird auch als Wahlspruch der Stadt angesehen, ist als solcher jedoch nicht verankert. Er war bereits an zwei frĂŒheren Stadttoren und im mittelalterlichen alten Rathaus zu lesen und weist auf das Selbstbewusstsein eines Stadtstaates hin, der als reichsunmittelbare Freie Reichsstadt jedwede FĂŒrstenherrschaft abgestreift hat. Am Sitz von Parlament und Landesregierung wird er heute auch im Hinblick auf die errungene freiheitlich Demokratie und die republikanische Tradition der Stadt gedeutet. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts trĂ€gt die Stadt auch offiziell den Beinamen Freie Stadt, als ehemals völlig souverĂ€ner Staat und heutiges Bundesland. In gleicher Zeit wurde der bereits zuvor verwendete Zusatz Hansestadt, wie auch in den beiden anderen gemeinsamen Erben der Hanse, der SchwesterstĂ€dte Bremen und LĂŒbeck, Teil des Staatstitels.

Der Ausspruch „Hamburg – Das Tor zur Welt“ oder „Deutschlands Tor zur Welt“ besitzt seit langem eine hohe Bekanntheit, im Gegensatz zu anderen kurzfristigen Beinamen oder SprĂŒchen der Stadtwerbung. Er tauchte erstmals nach dem Beitritt Hamburgs zum deutschen Zollgebiet (1888) auf, einer Zeit, in der sich Hamburg zu einem der fĂŒhrenden WelthĂ€fen entwickelte. In der PrĂ€ambel der 1952 verabschiedeten Landesverfassung bezeichnet Hamburg sich selbst als „Welthafenstadt“, die „eine ihr durch Geschichte und Lage zugewiesene, besondere Aufgabe gegenĂŒber dem deutschen Volke zu erfĂŒllen [hat]. Sie will im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt sein.“

Auszeichnungen

ZurĂŒckgehend auf das Hamburger Stadtrecht des 13. Jahrhunderts dĂŒrfen Hanseaten keine Auszeichnungen „fremder Herren“ annehmen. An diese Tradition hĂ€lt man sich in der Regel bis heute und sie ist insbesondere bei Bediensteten des Staates vorgeschrieben. So lehnte der Hamburger Senator und Bundeskanzler Helmut Schmidt mehrfach die Annahme des Bundesverdienstordens ab.

Da Hamburg auch selbst keine Orden vergibt, ehrt der Senat seit 1813 Persönlichkeiten mit der EhrenbĂŒrgerwĂŒrde als wichtigster Auszeichnung (siehe: Liste Hamburger EhrenbĂŒrger). Daneben bestehen eine Reihe weiterer Auszeichnungen, Medaillen, Ehrentitel und Kulturpreise der Stadt und die Vergabe der traditionellen Portugaleser-MĂŒnzen (weitere Preise: BĂŒrgermeister-Stolten-Medaille, Biermann-Ratjen-Medaille, Lessing-Preis, Bach-Preis, Lichtwark-Preis, Fritz-Schumacher-Preis, Hubert-Fichte-Preis, Edwin-Scharff-Preis, Aby-M.-Warburg-Preis, Medaille fĂŒr treue Arbeit im Dienste des Volkes). DarĂŒber hinaus werden von anderen Hamburger Institutionen oder Stiftungen weitere Auszeichnungen und Preise vergeben.

Webauftritt

Der Webauftritt der Stadt Hamburg (hamburg.de) bietet mit Hotelangeboten, VeranstaltungsankĂŒndigungen, Jobinformationen und weiteren Informationen ein breites Angebot. Die Stadt Hamburg ist mit 87 Prozent an dem Portal beteiligt, die Hamburger Sparkasse mit 10,5 Prozent und die Sparkasse Harburg-Buxtehude mit 2,5 Prozent. Der Webauftritt hatte im Mai 2015 knapp 5,2 Millionen Besucher.

Hamburg Welcome Center

Das Hamburg Welcome Center (HWC) in der SĂŒderstraße 32b ist eine zentrale Anlaufstelle rund um die berufliche Integration von Menschen, die nach Hamburg zuwandern und zugewandert sind. Unter einem Dach arbeiten dort Sozialbehörde, Behörde fĂŒr Inneres und Sport, Agentur fĂŒr Arbeit, team.arbeit.hamburg und weitere Organisationen zusammen.

Kultur

Hamburg hat ĂŒber 60 Theater, ĂŒber 100 Musikclubs, etwa 60 Museen, rund 280 Musikverlage und 200 TontrĂ€ger-Unternehmen. Laut der Clubstudie 2021 der Initiative Musik hat Hamburg nach MĂŒnchen und vor Köln und Berlin die zweithöchste MusikspielstĂ€tten-Dichte der grĂ¶ĂŸten StĂ€dte Deutschlands. Außerdem leben und arbeiten in Hamburg mehr als 10.000 selbststĂ€ndige KĂŒnstler. Es gibt fast 30 Kinos und Programmkinos. Über 10,3 Millionen Besucher zĂ€hlte 2006 die Hamburger Kulturbehörde alleine fĂŒr Veranstaltungen, die öffentlich gefördert wurden. 4,2 Millionen Besucher zĂ€hlten die TheaterbĂŒhnen der Stadt in der Saison 2005/2006. Hamburg ist mit 2383 Theaterbesuchern je 1000 Einwohner fĂŒhrend in Deutschland und liegt selbst nach Abzug der Musicalbesucher vor den nachfolgenden LĂ€ndern Bremen (921) und Berlin (907).

Zudem sind in Hamburg einige SehenswĂŒrdigkeiten von ĂŒberregionaler Bedeutung beheimatet. In einer weltweiten Umfrage der Deutschen Zentrale fĂŒr Tourismus wurden 2017 erneut zahlreiche Hamburg SehenswĂŒrdigkeiten unter die Top 100 in Deutschland gewĂ€hlt, darunter das Miniatur Wunderland auf Platz 1.

Kulinarische SpezialitÀten

Zu den bekannten Hamburger Gerichten gehören unter anderem Birnen, Bohnen und Speck, Scholle Finkenwerder Art, Stint, GrĂŒnkohl, Hamburger Aalsuppe, Labskaus, Snuten un Poten, RundstĂŒck warm, Rote GrĂŒtze, Schwarzsauer und Franzbrötchen.

Hamburgensien

Hamburger Liedgut

Neben der rechtlich inoffiziellen Hymne des Landes („Stadt Hamburg an der Elbe Auen“) gibt es viele Lieder mit Bezug zu Hamburg, wie zum Beispiel „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ (unter anderem gesungen von Hans Albers) oder „In Hamburg sagt man tschĂŒĂŸâ€œ (unter anderem gesungen von Heidi Kabel) sowie dem Shanty „Ick heff ’mol een Hamborger Veermaster seh’n“. Bis in die 1950er-Jahre wurden MusikstĂŒcke mit lokalem Anklang auch gerne von Pankokenkapellen auf der Straße gespielt. Vor dem Zweiten Weltkrieg war „An de Eck steiht’n Jung mit’n TĂŒdelband“ der GebrĂŒder Wolf sehr beliebt, neuer ist „Hamburg, meine Perle“ von Lotto King Karl.

Mit den Bands Blumfeld, Die Sterne und Tocotronic ging ab etwa 1990 der Begriff der Hamburger Schule als eigenstĂ€ndiges Genre deutschsprachiger Musik in die Popkultur ein. Erweitert wird die mit Hamburg verbundene alternative Musik mittlerweile von Kettcar und Tomte. Auch die deutschsprachige Hip-Hop-Band Absolute Beginner beschreibt in „City Blues“ ihr LebensgefĂŒhl zu ihrer Heimatstadt; Samy Deluxe in „Hamburg Anthem“.

Als Urgesteine gelten mittlerweile die Hip-Hopper von Fettes Brot, die ursprĂŒnglich aus dem Kreis Pinneberg stammen und sich selbst als „Hamburgs Hip-Hop-Dinosaurier“ bezeichnen. 1995 schrieben sie mit „Nordisch by Nature“ ein Loblied ĂŒber den Norden Deutschlands im Allgemeinen und die Hansestadt im Speziellen. Bekannt ist außerdem Udo Lindenberg, dessen Wurzeln in der Hamburger Szene sind.

„Hamburger Gruß“

Der Hamburger Gruß „Hummel, Hummel“, beantwortet mit „Mors, Mors“, stammt einer Legende zufolge vom WassertrĂ€ger Johann Wilhelm Bentz, der den Spitznamen „Hummel“ trug und bis zu seinem Tod 1854 in Hamburg lebte. Wenn er vorbeikam, riefen ihn die Kinder spöttisch „Hummel, Hummel“. Er antwortete darauf wĂŒtend mit „Mors, Mors“ (verkĂŒrzend fĂŒr „Klei mi an’n Mors“, das plattdeutsche Pendant des Götz-Zitates). Thematisiert wird dies am Hummel-Brunnen in der Neustadt (Rademachergang/Breiter Gang), der den WassertrĂ€ger darstellt. An den gegenĂŒberliegenden Hausfassaden finden sich Kinderskulpturen, die ihm ihr entblĂ¶ĂŸtes Hinterteil prĂ€sentieren.

Der Hamburger Gruß wird allerdings eher außerhalb Hamburgs als Erkennungszeichen oder wie beim Fußball als Schlachtruf verwendet. Zur BegrĂŒĂŸung allgemein ĂŒblicher ist zum Beispiel das in Teilen Norddeutschlands verbreitete „Moin“, beziehungsweise „TschĂŒs“ zur Verabschiedung.

Hamburger Witze

Es gibt eine Reihe traditioneller Figuren, die in Hamburger Witzen vorkommen, insbesondere die Hafenarbeiter Hein und Fiete sowie die Göre Klein Erna mit ihren Verwandten und der Nachbarschaft (gesammelt von Vera Möller). Die Witze um diese Gestalten besitzen tendenziell ziemlich lakonische und hĂ€ufig auch recht anzĂŒgliche Pointen. Ebenso hat sich die Spielart des He lĂŒcht in Bezug auf die Hafenrundfahrt herausgebildet.

Hamburger Aalsuppe

Überregional bekannt ist die besonders reichhaltige Hamburger Aalsuppe, die Backobst enthĂ€lt und dadurch eine sĂŒĂŸsĂ€uerliche Note erhĂ€lt. Sie wird als Hauptgericht serviert.

Fliegender Hamburger

Der Verbrennungstriebwagen 877 (spĂ€ter DB-Baureihe VT 04.0) war der erste Dieselschnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn und zugleich der erste Stromlinienzug in planmĂ€ĂŸigem Einsatz. Mit ihm wurde ab 1933 zwischen Berlin und Hamburg die damals weltweit schnellste Zugverbindung hergestellt. Er war als „Fliegender Hamburger“ bekannt.

Briefmarken

Bis 1868 waren die Stadt Hamburg und die zeitweise vom Land Hamburg regierte Stadt Bergedorf, berechtigt, eigene Postwertzeichen herauszugeben. Außerdem gibt es einige Beispiele von Hamburger Motiven auf Briefmarken.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Hamburg bietet zu jeder Jahreszeit Veranstaltungen, wie den allsonntĂ€glichen Hamburger Fischmarkt und den dreimal im Jahr stattfindenden „Hamburger Dom“, einen großen Jahrmarkt. Der Hafengeburtstag, der im Mai gefeiert wird, ist neben dem AlstervergnĂŒgen, das im August rund um die Binnenalster stattfindet, mit mehr als einer Million Besucher die grĂ¶ĂŸte Veranstaltung. Die Cruise Days finden alle zwei Jahre im August/September mit 200.000 Zuschauern statt mit der Auslaufparade mehrerer Kreuzfahrtschiffe im besonders beleuchteten Hafen.

Einige Filmfestivals (Filmfest Hamburg, cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes, Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg, Fantasy Filmfest); der Christopher Street Day (CSD) sowie die Hamburg Harley-Days, eines der grĂ¶ĂŸten deutschen Motorradtreffen finden hier alljĂ€hrlich statt. Jedes Jahr im Sommer wird der europaweit grĂ¶ĂŸte Motorradgottesdienst mit bis zu 40.000 Teilnehmern abgehalten.

Im August findet auf dem GelĂ€nde der Theaterfabrik Kampnagel das Internationale Sommerfestival statt, das grĂ¶ĂŸte Festival fĂŒr zeitgenössischen Tanz, Performances, Konzerte und Theater in der Hansestadt. Im Bezirk Altona findet seit 1999 im Juni die altonale statt, ein zweiwöchiges Kultur- und Straßenfest. Im September findet jĂ€hrlich das Internationale Straßenkunstfestival STAMP und im Winter der Hamburger Weihnachtsmarkt statt.

Musik

Musicals

Hamburg ist – mit einigem Abstand – der weltweit drittgrĂ¶ĂŸte Musicalstandort nach New York und London und zĂ€hlte im Jahr 2007 zwei Millionen Musicalbesucher. Die Stage Entertainment unterhĂ€lt mit dem Operettenhaus, der „Neuen Flora“, dem Theater im Hafen und dem Theater an der Elbe vier grĂ¶ĂŸere Musicaltheater mit einer BesucherkapazitĂ€t zwischen 1400 (Operettenhaus) und 2030 (Theater im Hafen) PlĂ€tzen sowie in der Speicherstadt das „Theater Kehrwieder“ (bis 320 PlĂ€tze) in dem zeitweise unter anderem Musicals, VarietĂ© oder Kabarett dargeboten werden. In dem alten Speicher sind ebenfalls die Stage Entertainment Studios und die Joop van den Ende Academy eingerichtet, die auf die Musicalausbildung spezialisiert ist. Auch die seit 1985 bestehende Stage School bildet Darsteller fĂŒr diesen Bereich aus.

Hinzu kommen zahlreiche kleinere BĂŒhnen, wie beispielsweise das St. Pauli Theater, der Delphi Showpalast oder Schmidts Tivoli und Schmidt Theater, auf denen vornehmlich eigenproduzierte Musicals und GastauffĂŒhrungen gespielt werden. Gastspiele sind zudem hĂ€ufig in zahlreichen anderen HĂ€usern, wie auch den großen Staatstheatern wĂ€hrend der sommerlichen Spielzeitpausen, oder in temporĂ€ren SpielstĂ€tten zu sehen. So kehrte Ende 2010 Cats vorĂŒbergehend nach Hamburg zurĂŒck: Zum Auftakt einer Europa-Tournee gastierte das Musical fĂŒr zwei Monate in einem eigens angefertigten Musical-Zelt auf dem Heiligengeistfeld.

Am 13. MĂ€rz 2013 feierte das vierte große Musicaltheater – nach dem Operettenhaus, Neuer Flora und Theater im Hafen – in der Hansestadt Richtfest. Das Stage Theater an der Elbe wurde im FrĂŒhjahr 2014 fertiggestellt und bietet 1.850 SitzplĂ€tze. Im Stadtteil Hamburg-Hammerbrook, integriert in die bestehende Hamburger Großmarkthalle, eröffnete im MĂ€rz 2015 ein weiteres Musical-Theater, das Mehr! Theater, betrieben von Mehr! Entertainment. Das Theater zeichnet sich durch eine besonders wandlungsfĂ€hige BĂŒhne aus, die neben Musicals fĂŒr viele unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden soll und bis zu 3.500 Zuschauern Platz bietet.

Ein Meilenstein bei der Entwicklung zur Musicalstadt war die Deutschlandpremiere von Andrew Lloyd Webbers Cats 1986 im umgebauten Operettenhaus, das durchgehend fĂŒnfzehn Jahre (bis 2001) gespielt wurde. Der Mann, der mit seiner „Stella-Theater-Produktion GmbH“ in der Hansestadt Hamburg den deutschen Musicalboom entfachte, hieß Friedrich Kurz. Weit mehr als 50 Millionen Zuschauer haben hier seit der Premiere von Cats im April 1986 bis heute ein Musical besucht. Mit dem Startenor Peter Hoffmann in der Hauptrolle produzierte Friedrich Kurz 1990 das Musical Das Phantom der Oper. In eigens neu erbauten Theatern folgten die Produktionen von Das Phantom der Oper, das in der Neuen Flora ab 1990 fĂŒr elf Jahre gespielt wurde und Buddy, das ab 1994 ĂŒber sechs Jahre im Theater im Hafen lief. Weitere mehrjĂ€hrig gespielte Musicals in den gleichen SpielstĂ€tten waren Tanz der Vampire (Dezember 2003 bis Januar 2006), Dirty Dancing (MĂ€rz 2006 bis Juni 2008), Mamma Mia! (November 2002 bis September 2007), Ich war noch niemals in New York (Dezember 2007 bis September 2010), Sister Act, Dezember 2010 bis August 2012 im Operettenhaus, und Tarzan (Oktober 2008 bis September 2013).

Zu den aktuellen Produktionen der Großtheater gehören Der König der Löwen – seit 2001 im Theater im Hafen, Paramour – seit 2019 in der Neuen Flora, Tina – Das Tina Turner Musical – seit 2019 im Operettenhaus, und seit September 2019 Pretty Woman im Theater an der Elbe.

Oper und Ballett

Die staatseigene Hamburgische Staatsoper wurde am 2. Januar 1678 als erstes öffentliches Opernhaus Deutschlands in Hamburg gegrĂŒndet. Kunstsinnige Hamburger BĂŒrger setzten sich seinerzeit fĂŒr eine „Oper fĂŒr Jedermann“ in Hamburg ein.

Ratsherr Gerhard Schott, Jurist Peter LĂŒtjens und Organist Johann Adam Reincken setzen nicht nur die GrĂŒndung eines öffentlichen Opernhauses im Senat durch, sondern bildeten auch das erste Direktorium dieser auf privatwirtschaftlicher Basis gefĂŒhrten Oper am GĂ€nsemarkt. Hier kam es zur BlĂŒte der Barockoper, innerhalb welcher Georg Friedrich HĂ€ndel und Georg Philipp Telemann zahlreich Opern fĂŒr Hamburg schrieben.

ZunĂ€chst als schlichter Holzbau des italienischen Architekten Sartorio erbaut, wurde dieses Haus Mitte des 18. Jahrhunderts abgerissen und an seinem heutigen Standort an der Dammtorstraße von dem Architekten Carl L. Wimmel neu erbaut; spĂ€ter dann – wiederum von Martin Haller – prunkvoller umgestaltet. Dieser Bau wurde durch die Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges erheblich beschĂ€digt. Heute steht an dieser Stelle ein FĂŒnfziger-Jahre-Kubusbau, dessen Architektur nicht unumstritten ist.

Die Hamburgische Staatsoper ist eine Oper von Weltruf: Montserrat Caballé begann hier ihre Weltkarriere, Plåcido Domingo startete von hier aus seine Karriere in Europa, ferner traten unter anderem Opernstars wie Enrico Caruso, Luciano Pavarotti, Mirella Freni, Birgit Nilsson und Maria Callas hier auf.

Seit 2015 ist Kent Nagano Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und des 1828 gegrĂŒndeten Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Opern- und Orchesterintendant ist der Schweizer Georges Delnon. In der Dekade von 2005 bis 2015 war die australische Dirigentin Simone Young Intendantin sowie Generalmusikdirektorin des Hauses.

Eines der weltbesten Ballett-Ensembles, das Hamburg Ballett unter der Leitung von John Neumeier (seit 1973) hat an der Staatsoper seine Heimat. Unter Neumeier entstand auch ein Ballettzentrum mit seiner Ballettschule im Stadtteil Hamm.

KonzerthÀuser

Bis 2017 stand den Hamburgern und Besuchern nur ein Konzerthaus fĂŒr klassische Musik zur VerfĂŒgung: die Laeiszhalle, benannt nach dem Reeder Carl Laeisz und dessen Frau Sophie Christine, die testamentarisch mit einer großzĂŒgigen Summe den Bau eines Konzerthauses ermöglichten. Nach den PlĂ€nen von Martin Haller und Wilhelm Emil Meerwein wurde das neobarocke Konzerthaus zwischen 1904 und 1908 am heutigen Johannes-Brahms-Platz errichtet. Inzwischen finden dort nicht nur klassische Konzerte statt, sondern auch Konzerte moderner Musikrichtungen, wie beispielsweise Jazz.

Neben der Laeiszhalle wurde am 11. Januar 2017 ein zweites Konzerthaus mit einem Festakt eröffnet: die Elbphilharmonie in der HafenCity. Nahezu zehn Jahre waren von der Idee ĂŒber die Planung bis zur Fertigstellung vergangen. Dieser reprĂ€sentative Bau hat eine Fassade aus Glas, Ă€hnelnd einem Eisberg bzw. einer Meereswoge; sie wurde auf dem ehemaligen Kaispeicher A (Baujahr 1963) am Zipfel des Dalmannkais errichtet. 2150 SitzplĂ€tze bietet der große, weitere 550 der kleine Saal. Ebenso beherbergt das Konzerthaus ein 5-Sterne-Hotel mit Hafenblick sowie 45 Wohnungen. Der Bau stammt von dem Basler ArchitektenbĂŒro Herzog & de Meuron.

Theater

Hamburg verfĂŒgt ĂŒber zwei staatseigene Sprechtheater, das Deutsche Schauspielhaus und das Thalia Theater sowie eine große Zahl privat gefĂŒhrter Theater. Zu einem der Ă€ltesten und durch die zahlreichen TV-Sendungen bekanntesten Theater in Hamburg zĂ€hlt das Ohnsorg-Theater, in dem StĂŒcke in plattdeutscher Sprache aufgefĂŒhrt werden. Die grĂ¶ĂŸten BĂŒhnen fĂŒr internationalen zeitgenössischen Tanz und Theater bietet die internationale Kulturfabrik Kampnagel in Winterhude. (Weitere Theater)

Besucherorganisationen

Hamburgs grĂ¶ĂŸte Besucherorganisation ist die Hamburger VolksbĂŒhne e. V. Sie wurde am 4. Januar 1919 als Verein gegrĂŒndet und hat ĂŒber 22.000 Mitglieder. Die TheaterGemeinde Hamburg e. V. wurde 1984 gegrĂŒndet und hat 14.000 Mitglieder.

Öffentliche BĂŒcherhallen

2015 existierten in Hamburg 36 BĂŒcherhallen, die sich ĂŒber das gesamte Stadtgebiet verteilen. 1.780.906 Medien (BĂŒcher, Blu-rays, DVDs, Zeitschriften etc.) befanden sich im Medienbestand und wurden von 4.735.154 Besuchern 13.730.455 mal ausgeliehen.

Museen und Ausstellungen

In Hamburg sind etwa 60 Museen beheimatet. Darunter sind sieben staatliche Museen mit weiteren Außenstellen sowie zahlreiche private Museen und Sammlungen. Die Kunsthalle und das Museum fĂŒr Kunst und Gewerbe zĂ€hlen zu den wichtigen Kunstmuseen und die Deichtorhallen und das Bucerius Kunst Forum prĂ€sentieren bedeutende Ausstellungen. Daneben gibt es Museen zur Regionalgeschichte, wie das Museum fĂŒr Hamburgische Geschichte, zu den Themen Technik und Arbeit, wie das Museum der Arbeit sowie eine Reihe von Sammlungen aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft vom Museum am Rothenbaum – Kulturen und KĂŒnste der Welt bis zum modernen Planetarium.

Einige Ausstellungen haben eher unterhaltenden Charakter, wie das Miniatur Wunderland mit der grĂ¶ĂŸten Modelleisenbahn der Welt oder Deutschlands Ă€ltestes Wachsfigurenkabinett, das Panoptikum. Das Internationale Maritime Museum ist eines von mehreren Museen, die auf die Themen Schifffahrt, Hafen und dort umgeschlagene Waren ausgerichtet sind. Darunter sind auch verschiedene, teils noch betriebsfĂ€hige Museumsschiffe im Hafen oder die BallinStadt, die ĂŒber die frĂŒher von dort aufgebrochenen Auswanderer informiert.

Einige Gedenkorte, wie die KZ-GedenkstÀtte Neuengamme, erinnern zudem an die Verfolgungen wÀhrend der Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg.

Bauwerke und Stadtentwicklung

Das Ă€lteste GebĂ€ude Hamburgs steht auf Hamburgs Exklave, der Insel Neuwerk in der ElbmĂŒndung. Der dortige Leuchtturm Neuwerk wurde 1310 errichtet. Das GebĂ€ude mit einer noch Ă€lteren Geschichte auf dem Boden Hamburgs ist die Kirche Sinstorf im Stadtteil Sinstorf mit knapp 1000 Jahren, sie ist jedoch nicht originĂ€r von Hamburg erbaut worden.

Die Stadtansicht wird geprĂ€gt durch die TĂŒrme der fĂŒnf Hauptkirchen St. Petri, St. Jacobi, St. Katharinen und St. Michaelis („Michel“, 1648–1673), dem Wahrzeichen der Stadt, sowie die als Mahnmal fĂŒr den Zweiten Weltkrieg erhalten gebliebene Turmruine von St. Nikolai. Wenig bekannt ist, dass der Turm das höchste konventionelle GebĂ€ude der Stadt ist und von 1874 bis 1876 das höchste weltweit war.

Sechster Turm ist das 1897 fertiggestellte Rathaus mit seinen 647 teils prunkvoll ausgestalteten SĂ€len und Zimmern. Auf seiner RĂŒckseite steht die Handelskammer Hamburg mit der Hamburger Börse. Diese architektonische Silhouette soll gewahrt werden, weshalb sich nur wenige andere hohe GebĂ€ude in der weiteren Innenstadt befinden.

Die Hamburger Wallanlagen wurden von 1616 bis 1625 um Hamburg herum zum Schutz vor dem Königreich DĂ€nemark errichtet. Mit dem Wall wurde die Alster fortan in Außen- und Binnenalster getrennt, wo sich heute die LombardsbrĂŒcke und KennedybrĂŒcke befinden. WĂ€hrend der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts wurden die Wallanlagen abgetragen und in GrĂŒnanlagen entlang des Holstenwalls umgewandelt, in die Parkanlagen Planten un Blomen mit Teilen des Alten Botanischen Gartens und dem Wallringpark, mit den Kleinen und Großen Wallanlagen, sowie dem Alten Elbpark, nahe den St. Pauli-LandungsbrĂŒcken an der Elbe.

Die Grenze zwischen Altstadt und Neustadt und die sĂŒdliche Altstadt wird von Fleeten und KanĂ€len durchzogen, die ĂŒber die Binnenalster das Zentrum mit dem Hafen verbinden und frĂŒher als Transportwege elementarer Bestandteil der Hamburger Wirtschaft waren.

Relikte des „alten Hamburg“ sind in der Innenstadt in der Deichstraße und dem auf dem anderen Ufer des Nikolaifleets im Cremon zu sehen. Auch das GĂ€ngeviertel sowie die Krameramtswohnungen von 1676 bieten einen Einblick in typische Hamburger Bebauung vor der großflĂ€chigen Umgestaltung der City im 19. und 20. Jahrhundert.

Das Altonaer Rathaus am Platz der Republik in Hamburg-Altona-Altstadt ist seit 1898 das (zeitlich dritte) Rathaus der bis 1938 selbstÀndigen Stadt Altona.

Die Hamburger Sternwarte (1909) im Stadtteil Bergedorf, die als Forschungssternwarte der UniversitÀt Hamburg betrieben wird, wurde 2008 mit ihren zahlreichen historischen GebÀuden und Instrumenten zum Kulturdenkmal von nationalem Rang ernannt.

Der Bereich um die Binnenalster mit dem Jungfernstieg, dem Ballindamm, den Alsterarkaden (1843–1846) und den Colonnaden gilt als Hamburgs Flaniermeile.

Am Hafen und entlang der Elbe gibt es zahlreiche SehenswĂŒrdigkeiten wie die Speicherstadt, die LandungsbrĂŒcken (1839), der 1911 fĂŒr den FußgĂ€ngerverkehr und Fahrzeuge freigegebene Alte Elbtunnel, der Altonaer Fischmarkt mit der Fischauktionshalle (1896) und das Blankeneser Treppenviertel.

Die Speicherstadt als grĂ¶ĂŸtes zusammenhĂ€ngendes Lagerhaus-Ensemble mit ihren BrĂŒcken, Wasserwegen und Straßen wurde zwischen 1885 und 1927 in drei Bauabschnitten auf einer Inselgruppe in der Elbe errichtet. Mit dem benachbarten Kontorhausviertel wurde es 2015 zum UNESCO-Welterbe ernannt. Hamburg war damit das letzte deutsche Bundesland, das eine eigene Kulturerbe-StĂ€tte bekam. Beide Viertel stehen fĂŒr die Entwicklung Hamburgs zu einer weltweiten Handelsmetropole, in der im Gegensatz zum vormaligen alt-hamburgischen BĂŒrgerhaus, eine Trennung von Warenlagerung, BĂŒro- und Wohnnutzung notwendig wurde.

Wie im ganzen norddeutschen Raum ist auch in Hamburg die traditionelle Grundbausubstanz aus Backstein bzw. Klinker. Die zwischen 1920 und 1940 ĂŒberwiegend mit regionaltypischen Klinkerfassaden errichteten HĂ€user des Kontorhausviertels bildeten das erste eigene BĂŒrostadtviertel auf dem europĂ€ischen Kontinent. Der Bautypus des Kontorhauses, dessen deutsches Zentrum und Ausgangsort in Hamburg lag, erreichte hier den Höhepunkt seiner Entwicklung. So ist die Gestaltung des 1924 erbauten Chilehauses, mit seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitze, ein herausragendes Beispiel der Architektur der Moderne und Paradebeispiel des Backsteinexpressionismus.

Weitere architektonische Besonderheiten in der Hamburger Innenstadt sind der Hauptbahnhof, der Bahnhof Hamburg Dammtor und das Curiohaus (1908–1911). Am Sievekingplatz befindet sich das Justizforum, das aus dem Hanseatische Oberlandesgericht (1912) im Zentrum, dem StrafjustizgebĂ€ude und dem ZiviljustizgebĂ€ude besteht. Zusammen mit den GrĂŒnflĂ€chen rundherum und der benachbarten Laeiszhalle (1908) stellt das Justizforum ein Ensemble historischer Architektur dar, das unter Denkmalschutz steht.

Durch schwere Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurden ganze Stadtteile vollstĂ€ndig zerstört, und stĂ€dtebauliche Maßnahmen der nachfolgenden Jahrzehnte taten ihr Übriges, so dass heute verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenig zusammenhĂ€ngende Quartiere aus alten GebĂ€uden in Hamburg zu finden sind. So sind beispielsweise in EimsbĂŒttel, im Grindelviertel oder in Eppendorf noch zusammenhĂ€ngende Viertel aus grĂŒnderzeitlichen EtagenhĂ€usern zu finden, in Harvestehude und entlang des Elbufers viele Ă€ltere Villen aus den letzten zwei Jahrhunderten.

Zu den herausstechenden Nachkriegsbauten Hamburgs zĂ€hlen das dreiflĂŒgelige Emporio-Hochhaus (vormals Unilever-Haus) von 1964, das Hotel am Kongresszentrum von 1973, der Baukomplex am Berliner Tor von 1962 bzw. 2004 und die drei Mundsburg-TĂŒrme. Die höchsten Bauwerke sind der 279,8 Meter hohe Fernsehsender Heinrich-Hertz-Turm („Tele-Michel“) und ein Sendemast des Rundfunksenders Billwerder-Moorfleet mit 304 m. Markantestes Bauwerk im Hafen ist die 1974 erbaute KöhlbrandbrĂŒcke.

Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach BĂŒroflĂ€chen in Hamburg in den 1960er Jahren, insbesondere fĂŒr die Hauptverwaltungen von Großkonzernen, wurde zur Entlastung des innerstĂ€dtischen Ballungsraums nördlich des Hamburger Stadtparks die BĂŒrostadt City Nord errichtet. Auf einem 117 Hektar großen GelĂ€nde haben sich rund 300 Unternehmen mit etwa 29.000 BeschĂ€ftigten angesiedelt. Zwar wurden 2018 in Hamburg 10.674 neue Wohnungen fertiggestellt, so viele wie zuletzt im Jahr 1977. Dennoch ist auf dem Hamburger Wohnungsmarkt die Nachfrage höher als das Angebot. Daher kĂŒndigte Finanzsenator Dressel 2019 an, ab 2025 Bauland-EigentĂŒmer mit einem Steuerzuschlag fĂŒr unbebaute GrundstĂŒcke zu belasten.

Die grĂ¶ĂŸten stĂ€dtebaulichen VerĂ€nderungen in der Innenstadt nach der Jahrtausendwende sind der Bau der HafenCity mit der 2017 eingeweihten Elbphilharmonie, der U-Bahn-Linie U4 und des Kreuzfahrtterminals.

BrĂŒcken

Mit etwa 2500 BrĂŒcken gilt die Stadt als eine der brĂŒckenreichsten in Europa. Bedingt ist diese hohe Zahl durch die Lage der Stadt im Binnendelta der Elbe sowie den Niederungen von Alster und Bille nebst zahlreichen NebenflĂŒssen, Fleeten und KanĂ€len. Hinzu kommen der Ausbau des Hafens und dessen Anschluss an ein dichtes Straßen- und Eisenbahnnetz, das die vielen WasserlĂ€ufe ĂŒberbrĂŒckt. Eine weitere Besonderheit ist die als Hochbahn ausgebaute U-Bahn, die zu großen Teilen oberirdisch und damit ĂŒber zahlreiche BrĂŒcken durch die Stadt verlĂ€uft.

Die tatsĂ€chliche Zahl der BrĂŒcken ist nicht bekannt. Die ZĂ€hlung von BrĂŒcken gilt als schwierig, weil unterschiedliche Definitionen einer BrĂŒcke bestehen. Nach dem Hamburger Landesbetrieb Straßen, BrĂŒcken und GewĂ€sser (LSBG) gilt als FahrzeugbrĂŒcke, was mindestens eine lichte Weite von zwei Metern, und als FußgĂ€ngerbrĂŒcke, was eine StĂŒtzweite von mindestens fĂŒnf Metern hat. Wenn eine ÜberfĂŒhrung allerdings mehr als 80 Meter Breite hat, so ist sie ein Tunnel. Die Deutsche Bahn hingegen definiert alles, was mehr als zwei Meter Spannweite hat, als BrĂŒcke, so dass auch grĂ¶ĂŸere Signalausleger ĂŒber Gleisen dazu gehören.

Nach einer offiziellen Statistik hatte die Stadt Hamburg im Jahr 2004 einen Bestand von 2496 BrĂŒcken, davon wurden 1256 von dem Landesbetrieb (LSBG) betreut, 354 standen als HafenbrĂŒcken unter der Verwaltung der Hamburg Port Authority (HPA) einschließlich der BrĂŒcken der Hafenbahn, 477 BrĂŒcken gehören zur Deutschen Bahn, 396 zur Hamburger Hochbahn und 13 zur AKN Eisenbahn. Private BrĂŒcken, wie zum Beispiel in Hagenbecks Tierpark oder auf FabrikgrundstĂŒcken wurden nicht einbezogen. Hingegen zĂ€hlen RohrbrĂŒcken, also die Überbauungen fĂŒr FernwĂ€rme und Wasserleitungen, oder auch grĂ¶ĂŸere SchildertrĂ€ger ĂŒber Autobahnen und die Blendschutzbauten ĂŒber die Flughafenumgehung in FuhlsbĂŒttel dazu.

Stolpersteine

In Hamburg wurden seit 2002 durch den KĂŒnstler Gunter Demnig und eine lokale UnterstĂŒtzer-Initiative 6193 (Stand: November 2021) Stolpersteine verlegt, um an das Schicksal der Menschen zu erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Eine detaillierte Aufstellung und weiterfĂŒhrende Informationen enthĂ€lt die Liste der Stolpersteine in Hamburg.

Parks und GrĂŒnanlagen

Über das gesamte Stadtgebiet hinweg sind kleinere Parks und GrĂŒnanlagen verteilt, die Hamburg zu einer grĂŒnen Stadt machen. Zu den grĂ¶ĂŸten Anlagen zĂ€hlen der Altonaer Volkspark und der Stadtpark. Zu den besonders aufwendig gestalteten Anlagen gehört Planten un Blomen mit der grĂ¶ĂŸten japanischen Gartenanlage in Deutschland. Bekannt sind weiterhin der Loki-Schmidt-Garten oder der Jenischpark. SĂŒdöstlich befinden sich die weitlĂ€ufigen Obstanbaugebiete der Vier- und Marschlande. Insgesamt grĂ¶ĂŸte GrĂŒnanlage ist mit 400 Hektar der Friedhof Ohlsdorf, der grĂ¶ĂŸte Parkfriedhof der Welt. Der Alsterpark rund um die Außenalster ist Hamburgs beliebteste Joggingstrecke.

Der Tierpark Hagenbeck verfĂŒgt ebenfalls ĂŒber eine Parkanlage, wird jedoch vor allem durch seine 210 Tierarten zur SehenswĂŒrdigkeit. Der von der Familie Carl Hagenbecks gefĂŒhrte Tierpark war bereits zu seiner Eröffnung als weltweit erster „gitterloser Zoo“ wegweisend fĂŒr die Gestaltung solcher Anlagen und wird neben den historischen Freigehegen bestĂ€ndig erweitert. Als eigenstĂ€ndige Attraktion entstand so auch 2007 das Tropen-Aquarium Hagenbeck.

Sport

Bedeutende SportstĂ€tten Hamburgs sind das Volksparkstadion, die Barclays Arena, die Alsterschwimmhalle, die Sporthalle Hamburg (auch als „Alsterdorfer Sporthalle“ bekannt), das Millerntor-Stadion und die Jahnkampfbahn im Hamburger Stadtpark. Der Ă€lteste deutsche Sportverein kommt mit der Hamburger Turnerschaft von 1816 aus Hamburg.

Der 1919 aus einer Fusion örtlicher Sportvereine hervorgegangene Hamburger SV spielte von 1963 bis 2018 ohne Unterbrechung in der Fußball-Bundesliga. Mit dem FC St. Pauli kommt ein weiterer Verein, der schon mehrfach in der ersten Fußball-Bundesliga spielte, aus Hamburg. Im JubilĂ€umsjahr 2010 feiert der Verein seinen fĂŒnften Aufstieg in die erste Liga. Im Hockey gehören Hamburger Vereine wie Der Club an der Alster, der Harvestehuder THC, oder der Uhlenhorster HC sowohl bei den Herren als auch den Damen bundesweit zu den dominierenden Klubs. Im Unihockey ist der ETV Hamburg seit 2003 in der 1. Bundesliga der Herren. Im Basketball sind seit der Saison 2014/15 die Hamburg Towers in der ProA aktiv. Sie schafften in der Saison 2018/19 den Aufstieg in die BBL. Der Baseball-Bundesligist Hamburg Stealers war 2000 Deutscher Meister. Im American Football spielen die Hamburg Huskies in der höchsten deutschen Spielklasse der German Football League. In der Box-Bundesliga wird Hamburg durch die Hamburg Giants vertreten.

Von 2002 an waren die Handballer des HSV Hamburg (Handball-Bundesliga, bis 2015; 2. Handball-Bundesliga seit 2018) sowie das Eishockeyteam der Hamburg Freezers (Deutsche Eishockey Liga, bis 2016) in der Barclays Arena zu Hause. Der VT Aurubis Hamburg, der in der CU-Arena in Hamburg-Neugraben spielte, gehörte bis 2016 zur 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen.

Zu den großen jĂ€hrlichen Sportereignissen in Hamburg gehören in der zweiten AprilhĂ€lfte der Hamburg-Marathon sowie im Sommer der ITU World Triathlon Hamburg, der Ironman Hamburg, das Radrennen Vattenfall Cyclassics und der HSH Nordbank Run durch die Hafen-City. Alle Ereignisse ziehen an den Wettkampfstrecken durch die Stadt ein Massenpublikum an. Pferdesport hat in der Hansestadt einen hohen Stellenwert. Ein gesellschaftliches Ereignis sind die Hamburger Derbys im Pferderennen (Juli) sowie im Springreiten (Mai). Ebenso seit 1892 die German Open im Herrentennis.

Hamburg gehörte zu den offiziellen Ausrichtungsorten der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 und 2006 sowie der Handball-Weltmeisterschaft der MĂ€nner 2007 und war im August 2007 Gastgeber der ITU World Championships 2007 im Triathlon. Am 12. Mai 2010 fand im Volksparkstadion das Finale der Europa League statt.

Der Snookerverein SC Hamburg spielt in der 1. Bundesliga Snooker. Der Squashverein Sportwerk Hamburg Walddörfer ist in der 1. Squash-Bundesliga aktiv.
Der Billardverein BC Queue Hamburg spielt in der 2. Bundesliga Pool.

Die 1875 gegrĂŒndete Sektion Hamburg und Niederelbe des Deutschen Alpenvereins ist mit 23.100 Mitgliedern (Stand: 31. Dezember 2020) die grĂ¶ĂŸte Sektion im Norden Deutschlands und die fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte Sektion des Deutschen Alpenvereins. Sie betreibt mehrere alpine HĂŒtten und das eigenen Angaben nach grĂ¶ĂŸte Kletterzentrum Norddeutschlands. Die Sektion ist DAV-StĂŒtzpunkt fĂŒr Klettern und Bouldern.

Hamburg bewarb sich fĂŒr die Austragung der Olympischen Spiele 2024. Die Stadt zog ihre Bewerbung aber zurĂŒck, nachdem sich die Hamburger Bevölkerung in einem Referendum mit 51,6 % gegen die Bewerbung entschieden hatte. Zuvor hatte sich Hamburg bereits um die Olympischen Spiele 2012 beworben, scheiterte jedoch in der nationalen Auswahl an Leipzig.

Nach dem Abstieg des HSVs war Hamburg 2018/19 in keiner der fĂŒnf wichtigsten MĂ€nner-Teamsportarten mit einer Mannschaft in der ersten Klasse vertreten, dies Ă€nderte sich jedoch mit dem Aufstieg der Hamburg Towers in die Basketball-Bundesliga zur Saison 2019/2020 wieder.

Wirtschaft und Infrastruktur

Hamburg hat als Handels-, Verkehrs- und Dienstleistungszentrum ĂŒberregionale Bedeutung und zĂ€hlt zu den wichtigsten Industriestandorten in Deutschland. Der Hafen zĂ€hlt zu den weltweit fĂŒhrenden SeehĂ€fen. Wichtigste Wirtschaftszweige sind Logistik, Hafen und maritime Wirtschaft, Luftfahrtindustrie (drittgrĂ¶ĂŸter Standort weltweit), KonsumgĂŒterindustrie (vor allem Lebensmittel), Chemie, Elektrotechnik, Maschinen-, Fahrzeug- und Schiffbau, Mineralölwirtschaft, Banken, Medien und Versicherungen. Neben dem Handels- und Dienstleistungssektor spielen zudem die Bereiche Tourismus, Regenerative Energien und Life Sciences (Medizin und Biotechnologie) eine zunehmend wichtige Rolle. Im Zukunftsatlas 2016 belegte die Stadt Hamburg Platz 18 von 402 Landkreisen und kreisfreien StĂ€dten in Deutschland und zĂ€hlt damit zu den Orten mit „sehr hohen Zukunftschancen“.

Über 160.000 Unternehmen sind Mitglied in der Handelskammer Hamburg, die als Ă€lteste deutsche Handelskammer (1665) ihren Sitz im GebĂ€ude der Hamburger Börse hat.

Die Wirtschaftsleistung im Land Hamburg lag, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), bei 94,4 Milliarden Euro im Jahr 2011 (2010: 92,2 Milliarden Euro) und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt um 1,4 Prozent. Die Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe lag (2010) bei 10,0 Milliarden Euro. Im Vergleich von 272 Regionen der EuropĂ€ischen Union (ausgehend von Zahlen aus 2011) steht Hamburg nach London, Luxemburg und BrĂŒssel in der Liste der Regionen mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt je Einwohner auf dem vierten Platz und hĂ€lt diesen Platz auch in Bezug auf den Kaufkraftstandard (KKS = 202 im Vergleich zum EU-Durchschnitt: EU-28 = 100).

Hamburg verzeichnet unter den BundeslĂ€ndern den zweithöchsten Kaufkraftindex von 108,3 Prozent im Jahr 2021 (nach Bayern und vor Baden-WĂŒrttemberg und Hessen). Als Region, im Sinne der NUTS-Systematik (Ebene 3), liegt die Kaufkraft Hamburgs bundesweit gesehen jedoch auf Rang 52, wĂ€hrend die nordöstliche Nachbarregion, der Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein hingegen, den Rang 12 belegt.

Nach dem Regierungswechsel 2001 bemĂŒhte sich der Senat, mit dem Leitspruch „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“ den Wirtschaftsstandort auszubauen und ein langfristiges Bevölkerungswachstum zu erreichen. Als Ansatzpunkt verfolgte der Senat eine kombinierte Strategie aus der Aktivierung endogener Potenziale und der StĂ€rkung von Hamburgs internationaler Ausstrahlung. Hierdurch wurde auch die Entwicklung Hamburgs zum bevorzugten Standort chinesischer Unternehmen in Deutschland gefördert, von denen die Stadt 2013 mehr als 500 beheimatete – so viele wie keine andere deutsche Stadt. Das Leitbild wurde unter dem CDU-GrĂŒnen-Senat im Jahre 2010 inhaltlich weiterentwickelt in „Wachsen mit Weitsicht“. Seit dem Regierungswechsel 2011 lautet das Leitbild des derzeitigen SPD-Senats „Wir schaffen das moderne Hamburg“. Auch dieses Leitbild entwickelt die Schwerpunkte der Wirtschafts- und Stadtentwicklung in den Bereichen Wirtschaft und Innovation, Hafen und Schifffahrt, Verkehr und Infrastruktur weiter. Nach den Wahlen 2015 wurde daraus der Koalitionsvertrag zwischen SPD und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen mit dem Titel „Zusammen schaffen wir das moderne Hamburg“.

Staatsverschuldung

Der Schuldenstand des Hamburger Haushalts belief sich im Juni 2013 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 24,913 Milliarden Euro. Dabei werden viele Auslagerungen in andere Haushalte (Öffentliche Fonds, Einrichtungen und wirtschaftliche Unternehmen, zum Teil auch gemeinsam mit anderen LĂ€ndern) nicht berĂŒcksichtigt. Bei Einbeziehung dieser Schattenhaushalte ergab sich 2013 ein Gesamtschuldenstand von 37,40 Milliarden Euro. Ferner ist bei diesen Zahlen zu beachten, dass es BĂŒrgschaften gibt, die ausfallen können. Diese beliefen sich 2013 auf ĂŒber 20 Milliarden Euro. Belastungen durch die HSH Nordbank waren in den Folgejahren noch nicht abzuschĂ€tzen, da Ende 2015 Kredite zur Rettung dieser Bank bewilligt wurden und Erlöse aus dem Verkauf dieser Bank Anfang MĂ€rz 2017 noch ungewiss waren.

Am 30. September 2017 war die Pro-Kopf-Verschuldung Hamburgs mit 17.755 Euro die zweithöchste aller deutschen BundeslÀnder.

Den öffentlichen Schulden standen Ende Juli 2012 private Vermögen in Höhe von 218 Milliarden Euro gegenĂŒber. Statistisch verfĂŒgte demnach jeder Hamburger ĂŒber ein Vermögen von ĂŒber 120.000 Euro.

2019 hat Hamburg mehr Schulden getilgt als je zuvor. Insgesamt wurden 1,1 Milliarden Euro zurĂŒckgezahlt. Von dieser Summe entfallen rund 650 Millionen Euro auf den Kernhaushalt sowie 450 Millionen Euro auf eine Zahlung gegenĂŒber dem HSH Finanzfonds, wo Altlasten aus der Zeit der HSH Nordbank liegen.

Unternehmen

In Hamburg haben mindestens 1 von 30 DAX-, 4 von 50 MDAX- und 6 von 50 SDAX-Unternehmen ihren Hauptsitz (DAX: Beiersdorf AG; MDAX: alstria office REIT-AG, Aurubis AG, Evotec SE und TAG Immobilien AG; SDAX: Deutsche EuroShop AG, Encavis AG, Fielmann AG, Hamburger Hafen und Logistik AG, Jungheinrich AG und New Work SE).

Nach Anzahl der BeschĂ€ftigten waren im Jahr 2018 die drei grĂ¶ĂŸten Arbeitgeber in Hamburg: Airbus (14.700 Mitarbeiter), Asklepios Kliniken Hamburg (14.600 Mitarbeiter) und UniversitĂ€tsklinikum Hamburg-Eppendorf (11.348 Mitarbeiter). Stadteigene Unternehmensbeteiligungen werden grĂ¶ĂŸtenteils ĂŒber die HGV Hamburger Gesellschaft fĂŒr Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH verwaltet.

Hamburg ist auch ein fĂŒhrender Medienstandort, siehe dazu den Artikel Medien in Hamburg.

Verkehr

Verkehrsmittelverteilung

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) hatte 2008 in Hamburg einen Anteil von 18 Prozent an der Verkehrsmittelwahl. Der motorisierte Individualverkehr hatte einen Anteil von 42 Prozent, der Fußverkehr 28 Prozent und der Radverkehr 12 Prozent.

Im Vergleich der fĂŒnf grĂ¶ĂŸten deutschen StĂ€dte hatte Hamburg damit den geringsten Anteil des ÖPNV an der Verkehrsmittelwahl (Berlin 26 %, Frankfurt am Main 24 Prozent, MĂŒnchen und Köln jeweils 21 Prozent) und, zusammen mit Köln, den höchsten Anteil am Kraftfahrzeugverkehr.

Straßenverkehr

Im Jahr 2017 gab es in Hamburg 892.367 Kraftfahrzeuge, davon waren 771.573 Personenkraftwagen. JĂ€hrlich werden in Hamburg etwa 150.000 neue Kraftfahrzeuge zugelassen.

Hamburg verfĂŒgt ĂŒber gĂŒnstige Straßenverbindungen im Fernverkehr. Mehrere Bundesautobahnen berĂŒhren das Stadtgebiet: die A 1 (im Raum Hamburg zudem als Europastraße E 22), A 7 (im Raum Hamburg zudem als Europastraße E 45), A 23, A 24 (im Raum Hamburg zudem als E 26) und A 25. Ferner existieren sĂŒdlich der Elbe Autobahnabschnitte mit wenigen Kilometern, die als A 252, A 253 und A 255 bezeichnet sind.

Geplant ist eine weitrĂ€umige Umfahrung Hamburgs mit der A 20, die von Prenzlau/Rostock kommend derzeit bei Bad Segeberg endet. Sie soll kĂŒnftig ĂŒber das nördliche und westliche Umland Hamburgs durch einen neuen, westlich gelegenen Elbtunnel an die A 26 (Hamburg–Stade), von der erst ein Teil gebaut ist, angeschlossen werden. Von dort soll sie durch den Wesertunnel die A 28 und die A 29 anbinden. Diese Planung ist in Schleswig-Holstein umstritten.

Auf hamburgischem Gebiet verlaufen die Bundesstraßen B 3, B 4, B 5, B 73, B 75, B 207, B 431, B 432, B 433 und B 447, die grĂ¶ĂŸtenteils radial auf den Innenstadtbereich zufĂŒhren. Damit wird der Straßenverkehr dort konzentriert, was zu erheblichen Verkehrsproblemen fĂŒhrt. Tangentialverbindungen zur Umleitung des Durchgangsverkehrs und zur großrĂ€umigen Erschließung des Stadtgebietes waren in den 1960er-Jahren als Stadtautobahnen geplant. Die Planungen wurden grĂ¶ĂŸtenteils, auch durch massive Proteste aus der Bevölkerung insbesondere der betroffenen Stadtteile, aufgegeben.

Es bestehen jedoch drei Ringstraßen, die halbkreisförmig um die innere (Ring 1) und Ă€ußere Innenstadt (Ring 2) herum und als Viertelkreis durch die nordwestlichen Außenbezirke (Ring 3) verlaufen. Dazu kommen einige weitere vierspurige ausgebaute Hauptstraßen. Das so gebildete „Kernnetz“ ist sehr stark durch den Auto- und Schwerlastverkehr belastet, obwohl es hĂ€ufig als Stadtstraße direkt durch dichtbesiedelte Quartiere fĂŒhrt. So fuhren 2013 durchschnittlich 54.000 Fahrzeuge pro Werktag ĂŒber die Fruchtallee im Stadtteil EimsbĂŒttel, davon waren ĂŒber 3.000 Fahrzeuge des Schwerverkehrs.

Insgesamt hat Hamburg fast 4.000 Kilometer Straßen (August 2006) mit etwa 7.000 Straßennamen. Ein großer Teil dieser Straßen liegt in Tempo-30-Zonen, die 1983 erstmals in Hamburg eingefĂŒhrt wurden. Hamburg gilt (gemessen daran, wie viel Prozent lĂ€nger eine Fahrt infolge eines Staus dauert) als staureichste Stadt Deutschlands.

Radverkehr

Hamburg verfĂŒgt ĂŒber etwa 1700 Kilometer Radwege in ĂŒberwiegend marodem Zustand, die oft den geltenden Verwaltungsvorschriften in der BauausfĂŒhrung nicht entsprechen. Beim sogenannten Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs im Jahr 2005, einer Radfahrerbefragung, hat Hamburg als schlechteste aller 28 beteiligten StĂ€dte ĂŒber 200.000 Einwohner abgeschnitten. Obwohl vom Senat 2008 die Umsetzung einer Radverkehrsstrategie beschlossen wurde, konnte auch 2012 nur Platz 34 von 38 beteiligten StĂ€dten dieser GrĂ¶ĂŸe erreicht werden. Die Umsetzung des Fahrradverleihsystems „StadtRAD“ wurde von den befragten Radfahrern allerdings mit der besten Note aller deutschen StĂ€dte gewĂŒrdigt. Bei mehreren anderen Themen, so Falschparker auf Radwegen, deren Breite und OberflĂ€chenbeschaffenheit sowie Ampelschaltungen, hat Hamburg hingegen die schlechtesten oder zweitschlechtesten Bewertungen aller 332 beteiligen StĂ€dte erhalten.

Eine Besonderheit sind die Hamburger FahrradhĂ€uschen, die seit Anfang der 1990er-Jahre vor allem in den dichtbebauten Wohngebieten der Bezirke Altona, EimsbĂŒttel und Hamburg-Nord stehen. Darin können FahrrĂ€der abgestellt werden, fĂŒr die in den grĂŒnderzeitlichen GebĂ€uden und auf den stark genutzten GrundstĂŒcken anderweitig kaum diebstahl- und vandalismussichere AbstellplĂ€tze bestehen.

Auf einigen wenigen bereits ausgebauten Abschnitten von Velorouten sind Straßenabschnitte als Fahrradstraßen ausgewiesen, so etwa entlang des Eilbekkanals und seit 2012 am Falkensteiner Ufer im Verlauf des Elberadwegs. Im Herbst 2014 ließ der Senat am Westufer der Außenalster den Harvestehuder Weg in eine Fahrradstraße umbauen. Dies sorgte zunĂ€chst fĂŒr Diskussionen, weil ParkplĂ€tze auf die Fahrbahn verlegt worden waren, um den Kraftverkehr auszubremsen. Nach einem knappen Jahr wurden die Parkmarkierungen abgefrĂ€st und das Parken auf dem Seitenstreifen wieder erlaubt.

In Hamburg sind etwa 700 von 900 Einbahnstraßenabschnitte innerhalb von Tempo-30-Straßen fĂŒr Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung freigegeben. Seit etwa 2010 werden im Rahmen des Busbeschleunigungprogramms des Senates bei Straßenumbauten hĂ€ufiger Radfahrstreifen und Schutzstreifen eingesetzt.

Die Stadt verfĂŒgt ĂŒber ein Netz an Fahrradrouten. FĂŒr Fahrten in die Region oder in andere LĂ€nder ist Hamburg an zahlreiche nationale und internationale touristische Fernradwege angeschlossen, u. a. an die „EuroVelo“-Route NordseekĂŒsten-Radweg, den Elberadweg und den Radfernweg Hamburg–Bremen.

Der rot-grĂŒne Senat der 21. Legislaturperiode gab das Ziel aus, Hamburg bis zur Mitte der 2020er-Jahre zu „Fahrradstadt“ zu machen. Hierzu sollen die 14 Fahrradrouten mit einer GesamtlĂ€nge von 280 Kilometern bis 2020 fertig gestellt werden, jĂ€hrlich 50 Kilometer Radwege saniert oder umgewidmet werden und das „StadtRAD“-Angebot mit der Neuausschreibung 2017 ausgebaut und attraktiver gestaltet werden. Daneben ist die Planung von je einem Radschnellweg pro Bezirk geplant, die bis 2025 umgesetzt werden sollen.

Der Loop in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel sowie die Konzertkultour Fahrradgarderobe haben 2014 den Deutschen Fahrradpreis, gewonnen, einmal in der Kategorie AlltagsmobilitÀt, einmal in Freizeit und Tourismus.

Öffentlicher Personenverkehr

Schienenfernverkehr

Hamburg ist der grĂ¶ĂŸte Eisenbahnknotenpunkt Nordeuropas. Die Hansestadt kann auf eine lange Eisenbahngeschichte, seit der ersten Strecke 1842, zurĂŒckblicken. Im Schienenpersonenfernverkehr bestehen verschiedene ICE-Linien und IC-Linien bis in das europĂ€ische Ausland, beispielsweise nach Kopenhagen oder Basel, einzelne ZĂŒge fahren nach Breslau, Wien oder Prag. Durch NachtzĂŒge sind unter anderem MĂŒnchen, Basel, ZĂŒrich und Wien direkt von Hamburg aus erreichbar. Die meisten FernzĂŒge fĂŒhren ĂŒber den Hauptbahnhof und beginnen und enden oft im Bahnhof Hamburg-Altona. Daneben existieren die Fernbahnhöfe Hamburg Dammtor, Hamburg-Harburg und Hamburg-Bergedorf.

Vom Hamburger Zentral-Omnibusbahnhof (ZOB) beim Hauptbahnhof bestehen Fernbuslinien in das In- und Ausland, besonders nach Osteuropa (Baltikum, Polen). Mehrmals tÀglich verkehren Busse in Richtung Berlin.

SĂŒdlich der Stadtgrenze – im niedersĂ€chsischen Maschen – befindet sich der grĂ¶ĂŸte Rangierbahnhof Europas (→ Maschen Rangierbahnhof). Er hat Bedeutung fĂŒr den paneuropĂ€ischen SchienengĂŒterverkehr. Hier beginnt oder endet etwa zehn Prozent des deutschen SchienengĂŒterverkehrs. Die Hamburger Hafenbahn besitzt und unterhĂ€lt das Schienennetz im Hamburger Hafen.

Öffentlicher Stadt- und Regionalverkehr

Neben zahlreichen Regionalbahn-Linien, die das Hamburger Umland erschließen, bestehen Regional-Express-Verbindungen in Richtung Elmshorn–NeumĂŒnster–Kiel bzw. Flensburg–Padborg, LĂŒbeck, Schwerin–Rostock, Elmshorn–Westerland (Sylt), Stade–Cuxhaven, Bremen und LĂŒneburg–Uelzen(–Hannover).

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird u. a. durch ein Schnellbahnnetz bedient, das vorwiegend aus sechs S-Bahn- und vier U-Bahn-Linien besteht. Das Netz erschließt auch einige Vororte außerhalb des Stadtgebietes. Außerdem verkehren Regionalbahnen und Regional-Express-ZĂŒge sowie im Norden der Stadt die SchnellbahnzĂŒge der AKN von (NeumĂŒnster–)Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg bis Hamburg-Eidelstedt bzw. Norderstedt Mitte.

Zur Erschließung der HafenCity sĂŒdlich der frĂŒher abgetrennten Speicherstadt wurde eine U-Bahn-Strecke vom Bahnhof Jungfernstieg neu gebaut. Die Linie wird als U4 bezeichnet und fĂŒhrt in östlicher Richtung zur Entlastung der U2 weiter bis Billstedt. Sie wurde am 29. November 2012 eröffnet.

Daneben besteht ein flĂ€chenmĂ€ĂŸig gut ausgebautes, jedoch tendenziell deutlich ĂŒberlastetes Stadtbusnetz (auch Metrobusse, Eilbusse, zuschlagpflichtige Schnellbusse). Der Hafen wird neben Bus- und BahnanschlĂŒssen auch von HafenfĂ€hren erschlossen. In den NĂ€chten vor Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen werden die wichtigsten Buslinien, U- und S-Bahnen durchgehend betrieben (Nachtverkehrsnetz), wobei Randbereiche durch besondere Nachtbuslinien erschlossen werden. FĂŒr die ĂŒbrigen NĂ€chte gibt es ein Nachtbusnetz mit 19 Linien.

Die Straßenbahn Hamburg wurde Strecke fĂŒr Strecke bis 1978 eingestellt. Die WiedereinfĂŒhrung als Stadtbahn war bereits mehrere Male Ziel einer Hamburger Regierung. 2001 und 2011 waren die Vorbereitungen bis zum Planfeststellungsverfahren vorangeschritten. Beide Male wurden diese umfangreichen Arbeiten unmittelbar nach einem Regierungswechsel vom Senat wieder eingestellt.

Alle Verkehrsmittel des Regional- und Nahverkehrs (alle RegionalzĂŒge, auch von privaten Betreibern, S-, U-, A-Bahn sowie Busse und HafenfĂ€hren) können in und um Hamburg mit Fahrkarten des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV), der 1965 als erster Verkehrsverbund der Welt gegrĂŒndet wurde, benutzt werden. Außerdem sind die LĂ€ndertickets Schleswig-Holstein-Ticket, Niedersachsen-Ticket und Mecklenburg-Vorpommern-Ticket auch fĂŒr alle Verkehrsmittel des HVV im „Großbereich Hamburg“ (Schnellbusse mit Zuschlag) gĂŒltig.

Wasserverkehr

Wasserwege

Die Niederelbe verbindet Hamburg direkt mit dem offenen Meer, der Nordsee. Seeschiffe können den Hamburger Hafen von dort und von der Ostsee ĂŒber den elbabwĂ€rts gelegenen Nord-Ostsee-Kanal erreichen. Kreuzfahrtschiffe legen an den drei Kreuzfahrtterminals an. ElbaufwĂ€rts bestehen weitere Wasserstraßen fĂŒr die Binnenschifffahrt, die Hamburg ĂŒber die Elbe (Richtung Magdeburg, Dresden bis Tschechien) und abzweigende KanĂ€le mit dem weiteren Hinterland und dem Binnenwasserstraßennetz verbinden. So sind ĂŒber ein kurzes StĂŒck der oberen Unterelbe und der Oberelbe der abzweigende Elbe-LĂŒbeck-Kanal (Verbindung nach LĂŒbeck und zur Ostsee) und der Elbe-Seitenkanal (Verbindung zum Mittellandkanal) zu erreichen.

FĂ€hrdienste

Im Stadtgebiet verkehren auf der Elbe und besonders im Hafengebiet sechs Schiffslinien bzw. FĂ€hren der HADAG zum Verbundtarif des HVV. Die Linien 62 und 64 (FĂ€hre ab TeufelsbrĂŒck) dienen zur Anbindung des Stadtteils Finkenwerder. Außerdem gibt es eine FĂ€hre ab Blankenese nach Cranz. Als Touristik- und Ausflugslinie besteht eine Verbindung St. Pauli-LandungsbrĂŒcken–Blankenese–Wittenbergen–Schulau–LĂŒhe–Stadersand.

Am Jungfernstieg beginnen die Touristik- und Linienverkehre der Alsterschifffahrt. Bis 1984 ĂŒbernahmen Alsterdampfer als fester Bestandteil des Verkehrsverbundes Aufgaben im ÖPNV. Heute gibt es eine „Kreuzfahrt-Linie“ und Alsterrundfahrten, teilweise kommen Museumsschiffe zum Einsatz.

Hafen

Der Hamburger Hafen, auch „Deutschlands Tor zur Welt“ genannt, ist der grĂ¶ĂŸte Seehafen in Deutschland und der drittgrĂ¶ĂŸte in Europa (nach Rotterdam und Antwerpen, Stand 2016). Weltweit steht der Hamburger Hafen an 15. Stelle. FĂŒr einige SpezialgĂŒter, zum Beispiel Teppiche, ist er der grĂ¶ĂŸte Umschlaghafen weltweit.

Den grĂ¶ĂŸten Umsatz macht der Hafen mit dem Containerumschlag. Es befinden sich mit den Firmen Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und der Bremer Firma Eurogate GmbH & Co. KGaA zwei Hauptcontainer-Terminal-Betreiber in Hamburg. Das Hafengebiet umfasst etwa 7399 Hektar (nutzbar 6480 ha), von denen 4331 Hektar (nutzbar 3412 ha) LandflĂ€chen sind. Dazu kommen 919 Hektar, die zum Teil seit Jahrzehnten stadtplanerisch fĂŒr die Hafenerweiterung vorgesehen sind.

Auch fĂŒr den Hamburg-Tourismus hat der Hafen eine große Bedeutung. Angeboten werden Hafenrundfahrten mit unterschiedlichsten Schiffstypen, angefangen bei einfachen Barkassen bis zu großen Schaufelraddampfern mit Gastronomie. Anziehungskraft haben auch Aussichtspunkte rund um die Elbe (u. a. Altonaer Balkon) oder der Alte Elbtunnel.

Angesichts von KonstruktionsĂŒberlegungen fĂŒr ContainerschiffsgrĂ¶ĂŸen mit einem maximalen Tiefgang von mehr als 16 m hat Hamburg eine Anpassung des Fahrwassers der Unterelbe beim Bund beantragt. Die Stadt Hamburg fordert eine Vertiefung der Unterelbe um 1,50 m. Dieses Projekt befindet sich in der PrĂŒfung. Aus der Zusammenarbeit mit Niedersachsen und Bremen zum Bau des neuen Containerhafens JadeWeserPort hat sich die Stadt Hamburg nach dem Regierungswechsel 2001 zurĂŒckgezogen, weil die im Hamburger Hafen anstehenden Investitionsvorhaben von vordringlicher Bedeutung sind.

In direkter Anbindung an die Speicherstadt und den Innenstadtbereich wird der neue Stadtteil HafenCity bebaut. Das Projekt HafenCity soll auf einer FlĂ€che von 155 Hektar Wohnen, Arbeiten und Unterhaltung ermöglichen. Seit dem ersten MĂ€rz 2008 ist die HafenCity formell ein eigener Stadtteil Hamburgs. Unmittelbar zwischen der historischen Speicherstadt und der Elbe entstehen von Norden nach SĂŒden, von Westen nach Osten 13 Teilquartiere, die die Innenstadt Hamburgs um 40 Prozent vergrĂ¶ĂŸern werden.

Luftverkehr

Der internationale Flughafen Hamburg (HAM) – eigene Bezeichnung Hamburg Airport (seit 2016 mit dem Beinamen Helmut Schmidt) – ist vom Passagieraufkommen der fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte und der Ă€lteste noch in Betrieb befindliche Flughafen Deutschlands. Er wurde 1911 in FuhlsbĂŒttel bei Hamburg eröffnet und liegt etwa 11 km nördlich des Stadtzentrums. Etwa 60 Fluggesellschaften bedienen 125 ZielflughĂ€fen, darunter auch die Langstreckenziele Dubai, New York City und Teheran. Der Flughafen zĂ€hlt nach einem bis 2008/2009 gefĂŒhrten, umfassenden Ausbauprogramm zu den modernsten in Europa und ist seitdem mit der S-Bahn-Linie S1 an die Innenstadt angeschlossen. Daneben ist er ĂŒber einige Buslinien des Hamburger Verkehrsverbundes und Fernbuslinien zu erreichen. Zudem wurde die Zahl der PKW-ParkplĂ€tze fĂŒr Besucher auf 12.000 erhöht und die Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten erweitert. Am Flughafen befindet sich auch die Basis der Lufthansa Technik. Wegen der LĂ€rmbelĂ€stigung in den relativ dicht besiedelten Einflugschneisen besteht ein Nachtflugverbot. Als Ersatz fĂŒr den Flughafen FuhlsbĂŒttel ist seit den 1960er-Jahren der Bau eines neuen Großflughafens in der NĂ€he von Kaltenkirchen im GesprĂ€ch, der bisher nicht realisiert wurde.

Auf dem GelĂ€nde der Airbus Operations GmbH (einer Division der Airbus Group, ehemals EADS) – ca. 10 km sĂŒdwestlich des Hamburger Stadtzentrums – befindet sich der Werksflugplatz Hamburg-Finkenwerder. Dort landen neben den dort endmontierten Maschinen der Airbus-A320-Familie und der zur Lackierung und InnenausrĂŒstung der Kabine aus Toulouse ĂŒberfĂŒhrten Airbus A380, nur Flugzeuge zur hauseigenen Versorgung, wie der Airbus Beluga sowie Verkehrsflugzeuge, die Werksangehörige von und nach Toulouse bringen.

Der Flughafen LĂŒbeck (LBC) ist mit einer Busverbindung von Hamburg aus erreichbar. Obwohl er rund 70 km von Hamburg entfernt liegt, kommen nach Angaben des Flughafens etwa 40 Prozent der FluggĂ€ste aus Hamburg. Von der Billigfluggesellschaft Ryanair, die von 2005 bis 2014 den Flughafen anflog, wurde er als „Hamburg-LĂŒbeck“ bezeichnet.

Versorger

Wasserversorgung

Die Trinkwasserversorgung Hamburgs wird durch die 17 Wasserwerke Baursberg, Bergedorf, Billbrook, Bostelbek, Curslack, Glinde, Großensee, Großhansdorf, Haseldorfer Marsch, Langenhorn, LohbrĂŒgge, Hausbruch, Nordheide, Schnelsen, Stellingen, SĂŒderelbmarsch und Walddörfer sichergestellt, die vom Gleichordnungskonzern Hamburg Wasser betrieben werden. Je nach Jahreszeit werden tĂ€glich zwischen 250.000 und 400.000 mÂł Trinkwasser bereitgestellt.

Energieversorgung

In den 1990er-Jahren wurden die Gas-, Strom- und FernwĂ€rmeversorgung der Stadt Hamburg in Gestalt der HeinGas Hamburger Gaswerke GmbH sowie der Hamburgische ElectricitĂ€ts-Werke AG privatisiert. Von 1974 bis 2001 wurde im Stadtteil Moorburg ein Kraftwerk betrieben, das fĂŒr die Verbrennung von Gas und Öl ausgelegt war. Dieses Kraftwerk wurde durch das Kohlekraftwerk Moorburg ersetzt, das 2015 in Betrieb genommen und im Juli 2021 stillgelegt wurde.

Industrie

Hamburg ist mit dem Airbus-Werk im Stadtteil Finkenwerder der grĂ¶ĂŸte deutsche, zweitgrĂ¶ĂŸte europĂ€ische (nach Toulouse) und weltweit drittgrĂ¶ĂŸte (nach Seattle und Toulouse) Flugzeugbau-Standort. Einige Zulieferer wie Diehl Aerosystems sind ebenfalls in Hamburg aktiv. Der Werft-Standort Hamburg umfasst unter anderem die grĂ¶ĂŸeren Firmen Blohm & Voss sowie J. J. Sietas mit den Tochterunternehmen Norderwerft und Neuenfelder Maschinenfabrik, einem der weltweit fĂŒhrenden Hersteller von SchiffskrĂ€nen. Auch Schiffbau-Zulieferer wie Muehlhan sind in der Hansestadt ansĂ€ssig. Die Beiersdorf AG hat nicht nur ihren Sitz in Hamburg, sondern produziert dort auch Produkte der Marken Nivea und Tesa. Das Mercedes-Benz-Werk Hamburg der Daimler AG im Stadtteil Heimfeld fertigt Achsen und Komponenten fĂŒr PKW. Es ging aus dem 1928 gegrĂŒndeten Vidal & Sohn Tempo-Werk hervor, das u. a. in den 1960er Jahren den Harburger Transporter produzierte. Die Deutschland-Tochter des niederlĂ€ndischen Philips-Konzern, Philips Deutschland GmbH befindet sich in Hamburg, wo unter anderem auch Medizin-GerĂ€te hergestellt werden. Das aus dem Philips-Konzern ausgegliederte Unternehmen NXP Semiconductors produziert im Stadtteil Hausbruch Halbleiter. Im Bereich der Rohstoffverarbeitung sind die Aurubis AG auf der Peute (Europas grĂ¶ĂŸte KupferhĂŒtte), Trimet Aluminium sowie das Stahlwerk von ArcelorMittal zu nennen. Es existieren Erdölraffinerien der Firmen Holborn, H&R Ölwerke Schindler und Nynas. Die Sasol Wax GmbH betreibt im Hamburger Hafen zwei Produktionsstandorte. Das Maschinenbauunternehmen Körber AG hat seinen Sitz in Hamburg. Zu dem Konzern gehört unter anderem Hauni Maschinenbau, WeltmarktfĂŒhrer bei Maschinen und Anlagen fĂŒr die Tabakindustrie und damit einer von mehreren sogenannten Hidden Champions in der Hansestadt. Zu ihnen gehören auch die Maschinenbauer Harburg-Freudenberger und BW Papersystems Hamburg (als E.C.H. Will in Hamburg gegrĂŒndet, inzwischen Produktion in Wedel). Die Hamburger Unternehmen Jungheinrich (produziert allerdings im benachbarten Norderstedt und in LĂŒneburg) und Still stellen (Flur-)Förderfahrzeuge her. Der Klavier- und FlĂŒgelhersteller Steinway & Sons fertigt im Stadtteil Bahrenfeld, der SchreibgerĂ€tehersteller Montblanc im benachbarten Eidelstedt. Uhren verlassen die Manufaktur des Herstellers Wempe Chronometerwerke. Der SĂ€gen-Hersteller Dolmar produziert in Jenfeld. Der Agrarprodukte-Konzern Archer Daniels Midland besitzt die ÖlmĂŒhle Hamburg an der Nippoldstraße und die PalmölmĂŒhle der frĂŒheren Noblee & Thoerl GmbH in Harburg. NestlĂ©, Cargill und Ingredion betreiben ebenfalls Produktionsstandorte in Hamburg. Die Holsten-Brauerei braut in Hausbruch Biere.

Lediglich mit der Verwaltung, nicht aber mit Produktionsstandorten in Hamburg vertreten sind die Nahrungsmittelhersteller Unilever (Deutschland-Zentrale) und Carl KĂŒhne KG sowie die Windenergieanlagen-Hersteller Senvion und Nordex.

Dienstleistungen

Tourismus

Hamburg ist das am schnellsten wachsende Tourismusziel in Europa der vergangenen zehn Jahre (Stand 2017). Zwischen 2008 und 2018 stieg die Zahl der Übernachtungen um 88 %. Im Jahr 2018 verbrachten 7,2 Millionen GĂ€ste 14,5 Millionen NĂ€chte in den 397 gewerblichen Beherbergungsbetrieben Hamburgs. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 2 NĂ€chte. So waren die meisten der 6,2 Millionen Besucher der Stadt im Jahr 2015 Deutsche, wĂ€hrend etwa 1,39 Millionen aus dem Ausland kamen.

Entsprechend der steigenden Übernachtungs- und GĂ€stezahlen nahm auch das Angebotsvolumen (Bettenzahl) seit 2008 stetig zu, was wiederum fĂŒr die Bedeutung Hamburgs als attraktiven Standort fĂŒr den Tourismus und die entsprechenden Investitionen spricht. Trotz der Vielzahl neuer Betriebe und Betten kann die Bettenauslastung auf einem stabilen Niveau gehalten werden. FĂŒr 2018 ergibt sich eine durchschnittliche Bettenauslastung von 58,8 %.

Seit 2013 erhebt Hamburg eine Kultur- und Tourismustaxe, die zu 100 Prozent in touristische, kulturelle und sportliche Projekte investiert wird.

Hamburg ist die deutsche Stadt mit den meisten 5-Sterne-Hotels (Stand 2017).

Medien

Unter anderem werden Der Spiegel, Stern und Die Zeit in Hamburg produziert. Zahlreiche Verlage, darunter die Großverlage Gruner + Jahr sowie die Bauer Verlagsgruppe, die Verlagsgruppe Milchstrasse (mittlerweile Teil des Burda-Verlags) und der Jahreszeiten-Verlag, haben hier ihren Sitz. Auch Axel-Springer kommt ursprĂŒnglich aus Hamburg, hat aber seit 1966 seinen Hauptsitz in Berlin. Insgesamt wird gut die HĂ€lfte aller ĂŒberregionalen Presseprodukte Deutschlands in Hamburg produziert. Zwei bedeutende Tiefdruckereien befinden sich im Großraum Hamburg. Dies sind Gruner Druck, Itzehoe, und die Axel Springer Tiefdruckerei, Ahrensburg, die der prinovis angehören. Außerdem hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) ihren Sitz in der Hansestadt. Die ARD-Redaktion fĂŒr Nachrichten und Zeitgeschehen ARD-aktuell produziert auf dem NDR-GelĂ€nde in Lokstedt unter anderem die Tagesschau, die Tagesthemen, das Nachtmagazin und Tagesschau24, das Informationsprogramm innerhalb der Senderfamilie der ARD.

Hamburg ist traditionell Sitz zahlreicher Firmen aus der Musikbranche, allen voran der Deutschlandzentrale von Warner Music sowie Edel Music. Trotzdem verlor die Stadt im Sommer 2002 Universal Music und den Deutschen Phonoverband an Berlin. Der ausschlaggebende Grund, die Subventionierung des Umzugs durch Berlin, zog seitens Hamburg Kritik nach sich, da Berlin seinen Haushalt mit Hilfe des LĂ€nderfinanzausgleiches stĂŒtzt, in den unter anderem Hamburg einzahlte – Hamburg hĂ€tte damit in gewisser Hinsicht die Abwanderung selbst bezahlt.

Weiterhin ist Hamburg Hauptsitz des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und seiner (ĂŒber die NDR Media GmbH) Enkeltochtergesellschaft Studio Hamburg, die zahlreiche Fernsehsendungen und auch Filme entweder selbst produziert, synchronisiert oder ihre KapazitĂ€ten zur VerfĂŒgung stellt. Außerdem ist Hamburg Sitz eines ZDF-, RTL- sowie Sat.1-Landesstudios sowie des regionalen Fernsehsenders Hamburg 1.

Um die Belange der örtlichen, nationalen, wie auch internationalen Filmwirtschaft kĂŒmmert sich von staatlicher Seite die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.

Die Sitze zahlreicher international renommierter Werbeagenturen wie Scholz & Friends, Jung von Matt, TBWA, Zum goldenen Hirschen, Kolle Rebbe, Grabarz&Partner und Designagenturen, darunter Peter Schmidt Group, Landor Associates und Factor Design, machen Hamburg zu einem ĂŒberregionalen Standort der Werbe- und Designbranche.

Informations- und Telekommunikationssektor

Der Informations- und Telekommunikationssektor (IT-Sektor) gehört zu den Branchen, die den Wirtschaftsstandort Hamburg prÀgen. Die Zahl der Unternehmen hat sich seit 1996 auf fast 8000 mehr als verdoppelt, und die Branche beschÀftigt ca. 45.000 Mitarbeiter (Stand 2. Halbjahr 2006). Hamburg ist einer der zentralen IT-Standorte Deutschlands.

Die Branchenstruktur der Hamburger IT-Unternehmen gliedert sich in die Sektoren Multimedia, GerĂ€teherstellung, Telekommunikation, Hard- und Softwareberatung und DV-Dienste. Die anteilsmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten ZuwĂ€chse der letzten Jahre im IT-Sektor verzeichnet der Multimediawirtschaftszweig. Die Zahl der ihr zugehörigen Unternehmen ist seit dem Jahr 2000 um ĂŒber 50 Prozent auf 2227 Unternehmen angewachsen (Stand 2. Halbjahr 2006). Zu den bekanntesten Internetdienstleistern der Elbmetropole gehören unter anderem SinnerSchrader, Immonet oder Tipp24.

Seit der Jahrtausendwende haben sich in Hamburg vermehrt Social-Media-Unternehmen angesiedelt. Unter anderem haben Xing, ElitePartner und Parship ihren Hauptsitz in Hamburg. Unternehmen wie Google, Facebook, Twitter, Yelp und Dropbox unterhalten Niederlassungen in Hamburg. Mit der Freenet Group hat auch ein großer deutscher Telekommunikationsdienst- und Internetanbieter in Hamburg seinen Standort. Des Weiteren umfasst die Multimedia-Branche Online-Vermarkter wie beispielsweise Bauer Media und Quality Channel sowie international bekannte Suchmaschinen wie Google Germany GmbH und Yahoo Marketplace/Kelkoo Deutschland GmbH.

Ein weiterer Bereich der Multimedia-Branche ist die Videospiel-Branche. Zahlreiche Publisher haben sich angesiedelt, (zum Beispiel dtp entertainment, Codemasters, Eidos, Bigpoint, InnoGames, Goodgame Studios). DarĂŒber hinaus haben Anbieter mobiler Entertainment-Inhalte (zum Beispiel Fishlabs Entertainment) ihren Sitz in der Hansestadt.

Mit 1.900 Unternehmen sind die Software-Unternehmen am zweitstĂ€rksten in der Hamburger IT-Wirtschaft vertreten (Stand 2. Halbjahr 2006). In Hamburg sind einige der grĂ¶ĂŸten internationalen und deutschen Software-Unternehmen angesiedelt, darunter unter anderem IBM, Lufthansa Systems, Oracle, Adobe Inc., Logica sowie die SAP.

Die Rolle Hamburgs als Medienstadt kommt der IT-Branche entgegen und ermöglicht Synergien mit den verschiedenen Mediengattungen. Hamburger Institutionen wie die Behörde fĂŒr Wirtschaft, Verkehr und Innovation, die Hamburgische Gesellschaft fĂŒr Wirtschaftsförderung mbH und Unternehmen der IT- und Medien-Branche haben sich in der Initiative Hamburg@work zusammengeschlossen, um die Zusammenarbeit der beiden Sektoren zu unterstĂŒtzen und Neuankömmlingen einen Branchen-Überblick zu geben.

Finanzdienstleistungen

Banken

Hamburg ist der bedeutendste Bankenplatz im norddeutschen Raum. Eine von neun Hauptverwaltungen der Deutschen Bundesbank befindet sich in der Willy-Brandt-Straße (ehemals Ost-West-Straße) in Hamburg. Sie ist fĂŒr die LĂ€nder Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zustĂ€ndig. Außerdem ist die Ă€lteste deutsche MĂŒnzprĂ€geanstalt, die Hamburgische MĂŒnze mit dem MĂŒnzzeichen „J“, in Hamburg beheimatet.

Zum öffentlichen Bankensektor gehört neben der HSH Nordbank AG (ehemals: Hamburgische Landesbank), die einen ihrer zwei Hauptsitze in der Hansestadt hat, mit der Hamburger Sparkasse (HASPA) auch die grĂ¶ĂŸte deutsche Sparkasse. Als weiteres, deutlich kleineres Institut hat die Sparkasse Harburg-Buxtehude ihren Sitz in Hamburg. Auch der Dachverband fĂŒr Hamburg und Bremen, der Hanseatische Sparkassen- und Giroverband, befindet sich in Hamburg.

Die genossenschaftliche Bankengruppe ist in Hamburg mit der ĂŒberregionalen DZ Hyp AG (der frĂŒheren DG HYP) sowie den regionalen Instituten Hamburger Volksbank und Sparda-Bank Hamburg vertreten. Weitere Genossenschaftsbanken mit Sitz in Hamburg sind die MKB Mittelstandskreditbank AG, die Edekabank AG und die NetBank AG.

Auch Großbanken haben Hamburger Wurzeln, die Deutsche Bank mit der Norddeutschen Bank, die Unicredit Bank/Hypovereinsbank mit der Vereins- und Westbank und die UBS mit dem Bankhaus Schröder, MĂŒnchmeyer, Hengst & Co. Die Commerzbank hatte in der Anfangszeit als Commerz- und Disconto-Bank sogar ihren Sitz in Hamburg.

Traditionell sind bedeutende Privatbanken in Hamburg beheimatet. Mit der M. M. Warburg Bank hat eine der grĂ¶ĂŸten Privatbanken Deutschlands ihren Sitz in Hamburg. Weitere Hamburger Privatbanken sind Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG, Bankhaus Wölbern & Co., Donner & Reuschel (zur Signal-Iduna Gruppe), Bankhaus Marcard, Stein & Co, Otto M. Schröder Bank AG, Goyer & Göppel und Max Heinr. Sutor oHG.

ZusÀtzlich hat die Bank des Otto-Versand, die Hanseatic Bank, ihren Sitz in Hamburg. Aufgrund Hamburgs internationaler Bedeutung als Handelsplatz sind zahlreiche auslÀndische Banken mit einer Niederlassung in Hamburg vertreten. In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Hamburg im Jahr 2018 den 29. Platz und den zweiten in Deutschland.

Versicherungen

Hamburg ist mit 21.850 BeschĂ€ftigten nach MĂŒnchen und Köln drittgrĂ¶ĂŸter Versicherungsstandort in Deutschland. Der Versicherungsplatz ist mit rund 300 Versicherungsgesellschaften insbesondere von mittelstĂ€ndischen Versicherungsgesellschaften, Versicherungsmaklern und -vermittlern geprĂ€gt, wie der Signal Iduna Gruppe einschließlich des Deutschen Rings, der HanseMerkur Versicherungsgruppe, der neue leben, der Hamburger Pensionskasse von 1905, des grĂ¶ĂŸten deutschen Versicherungsmaklers Aon Jauch & HĂŒbener und des grĂ¶ĂŸten deutschen inhabergefĂŒhrten Versicherungsmaklers Funk Gruppe.

Große Versicherungskonzerne sind zwar nicht mit ihrem Konzernsitz, wohl aber mit wichtigen Konzernteilen in Hamburg vertreten. Der Allianz Versicherungskonzern mit dem Kreditversicherer Euler Hermes, die MĂŒnchener RĂŒck mit der Ergo Lebensversicherung (ehemals Hamburg-Mannheimer), die Generali-Gruppe mit VolksfĂŒrsorge und Advocard Rechtsschutzversicherung, die R+V Versicherung mit Condor und KRAVAG und die BĂąloise mit der Deutscher Ring Versicherungsgruppe.

Hamburg ist Sitz der Techniker Krankenkasse, der grĂ¶ĂŸten Krankenkasse innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung, sowie der DAK-Gesundheit, HEK – Hanseatische Krankenkasse und Continentale Betriebskrankenkasse.

Die sehr lange Tradition der Versicherungswirtschaft in Hamburg wird durch das Ă€lteste Versicherungsunternehmen der Welt, die 1676 gegrĂŒndete Hamburger Feuerkasse und eine von nur drei Versicherungsbörsen weltweit, die mit der Vermittlung und dem Abschluss von VersicherungsvertrĂ€gen seit GrĂŒndung der Hamburger Börse 1558 zum BörsengeschĂ€ft gehört, unterstrichen.

Der Versicherungsstandort Hamburg wird durch den Sitz der GDV Dienstleistungs-GmbH des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, dem Verband Deutscher Versicherungsmakler, dem 1982 in Hamburg gegrĂŒndeten und nun im Umland beheimateten Bund der Versicherten und dem börsenĂ€hnlichen Policenhandel (Handel mit bestehenden Lebens- und Rentenversicherungspolicen) der BÖAG Börsen in Hamburg abgerundet.

Handel

Börse

Die Hamburger Börse wurde 1558 als erste Börse in Deutschland und vierte in Europa gegrĂŒndet. Sie hat heute keine nennenswerte Bedeutung mehr fĂŒr den Aktienhandel, konnte jedoch als BÖAG ein eigenes Profil entwickeln und spezialisierte sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts auf den Handel mit Fondsanteilen.

Messen und Kongresse

Hamburg wird zu den fĂŒhrenden Kongressorten weltweit gezĂ€hlt. Das Congress Center Hamburg (CCH) wurde 1973 als Deutschlands erstes Kongress- und Tagungszentrum zusammen mit einem Hotelturm, Hamburgs höchstem Haus, neben dem Dammtorbahnhof eröffnet. Mit einem 2008 beendeten Ausbau auf 23 SĂ€le mit 12.500 SitzplĂ€tzen und einer multifunktionalen Ausstellungshalle mit 7000 Quadratmetern hofft die Stadt unter die weltweit ersten zehn Kongressorte vorzurĂŒcken. JĂ€hrlich finden dort etwa 400 Kongresse, Veranstaltungen und Konzerte statt.

Nahe dem CCH und ĂŒber einen ĂŒberdachten Gang durch den Park Planten un Blomen erreichbar, befindet sich das Hamburger MessegelĂ€nde. Die Hamburg Messe wurde bis zum Jahr 2008 auf elf Messehallen mit einer FlĂ€che von 87.000 Quadratmetern erweitert. Über eine Million Besucher verzeichnen die etwa 45 Messen und anderen Veranstaltungen pro Jahr. Darunter international bedeutende Fachmessen wie die traditionsreiche Internorga (Hotellerie- und Gastronomie-Fachmesse) oder die Weltleitmesse der Schifffahrtsindustrie SMM (Shipbuilding, Machinery & Marine technology), die publikumsstarke Bootsausstellung hanseboot, die 2009 zum 50. Mal stattfand.

Bei der Auslastung der MesseflĂ€chen war die Hamburg Messe im Jahr 2008 in Deutschland fĂŒhrend. Einschließlich der FlĂ€chen des CCH stehen insgesamt 107.000 Quadratmeter an AusstellungsflĂ€chen zur VerfĂŒgung, die von der stĂ€dtischen Hamburg Messe und Congress GmbH vermarktet werden.

Einzelhandel

Neben dem Außenhandel mit Ein- und Ausfuhr sowie dem Großhandel ist der Einzelhandel von Bedeutung. Die GeschĂ€fte fĂŒr den Massenkonsum liegen in der Spitalerstraße und der Mönckebergstraße. Sehr unterschiedliche GeschĂ€fte findet man in der Straße Neuer Wall. Wegen des nassen Wetters in Hamburg wurde ein Netz von Einkaufspassagen aufgebaut. Sie fĂŒhren von der Shoppingpassage am Mönckebergbrunnen zur Europa Passage, zum Kaufmannshaus, zum Hanseviertel bis zur GĂ€nsemarktpassage und andere wetterfeste Passagen.

Institutionen, öffentliche Einrichtungen und Stiftungen

Die bedeutendste Einrichtung der Vereinten Nationen in Deutschland, der Internationale Seegerichtshof, residiert in Hamburg. Er wurde 1982 eingerichtet. In ihrem GebĂ€ude an der berĂŒhmten Elbchaussee amtieren die UN-Richter seit 1996.

Weiterhin ist Hamburg unter anderem Sitz folgender Institutionen:

  • Hanseatisches Oberlandesgericht (HansOLG)
  • Landgericht Hamburg
  • Bundesforschungsanstalt fĂŒr Fischerei (BFAFi)
  • Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) (vormals: Deutsches Hydrographisches Institut (DHI))
  • Deutscher Wetterdienst (DWD; Seewetteramt)
  • Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin (BNI)
  • Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut fĂŒr Experimentelle Virologie (HPI)
  • Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY)
  • Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststĂ€tten (NGG)
  • Greenpeace Deutschland
  • Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland

Ferner sind in Hamburg drei HauptzollĂ€mter (Hamburg-Hafen, Hamburg-Jonas und Hamburg-Stadt), zwei Bundespolizeiinspektionen (1. Hamburg mit den Bundespolizeirevieren Hamburg-Hauptbahnhof, Hamburg-Altona und Hamburg-Harburg sowie 2. Flughafen Hamburg), ein Dienstsitz der Generalzolldirektion, ein PrĂŒfungsamt des Bundes, ein Wasser- und Schifffahrtsamt und ein Zollfahndungsamt sowie drei von neun Berufsgenossenschaften angesiedelt.

Mit der FĂŒhrungsakademie und der Helmut-Schmidt-UniversitĂ€t/UniversitĂ€t der Bundeswehr Hamburg befinden sich zudem zwei bedeutende Dienststellen der Bundeswehr in Hamburg.

Aus alter Hamburger Tradition geben einige der reichen BĂŒrger als MĂ€zen ihrer Stadt etwas von ihrem Reichtum zurĂŒck, so dass es in Hamburg mehr als 1400 Stiftungen gibt, die das Leben in allen Lebensbereichen der Stadt unterstĂŒtzen – auch dies ist ein Rekord in Deutschland.

Feuerwehr

Hamburg verfĂŒgt ĂŒber eine Berufsfeuerwehr mit 23 Feuerwachen und 34 Rettungswachen, sowie 86 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr.

Bildung und Forschung

Bildung

Hamburg bietet neben seinen allgemein- und berufsbildenden Schulen spezielle Sonderschulen wie zum Beispiel die Sprachheilschulen sowie 19 Hochschulen. 2012 waren in Hamburg 222.700 SchĂŒler an 218 Grund- und 297 weiterfĂŒhrenden Schulen gemeldet, hinzu kamen 19.300 SchĂŒler an 95 privaten Schulen. Die Hoch- und Fachschulen besuchten 75.514 Studenten.

2010 wurden 64.044 SchĂŒler an 178 berufsbildenden Schulen unterrichtet. 2012 beschĂ€ftigte die Stadt Hamburg 12.256 LehrkrĂ€fte. Das Durchschnittsalter lag 2011 bei 46,02 und wird aufgrund vieler Neueinstellungen in den nĂ€chsten Jahren weiter sinken. Hamburg war damals das einzige deutsche Land mit einem wachsenden Schulsystem. Im restlichen Bundesgebiet sanken die SchĂŒlerzahlen und damit der Bedarf an LehrkrĂ€ften. Der Senat stellte deshalb von 2013 bis 2019 zusĂ€tzliche zwei Milliarden Euro fĂŒr Sanierungen, Neu- und Umbauten zur VerfĂŒgung. 2012 wurden mehr als 10.000 Kinder in ĂŒber 400 Containern unterrichtet.

Forschung

An der Grenze zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein ist der europĂ€ische Röntgenlaser European XFEL entstanden. Das Forschungszentrum Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) hat fĂŒr die internationale Forschungseinrichtung den auf Supraleiter-Technik ausgelegten 1,7 km langen Teilchenbeschleuniger gebaut. Der Freie-Elektronen-Laser fĂŒr Röntgenlicht (XFEL steht fĂŒr X-ray free-electron laser) beschleunigt Elektronen auf sehr hohe Energien und regt sie anschließend zur Aussendung von hochintensiven Röntgenlaserblitzen an. Die einzigartigen Röntgenlaserblitze des XFEL eröffnen völlig neue experimentelle Möglichkeiten in der Strukturbiologie, der Chemie, der Physik und der Materialforschung. 2009 wurde mit seinem Bau begonnen, die Inbetriebnahme erfolgte 2016.

Gesundheit

Ende 2014 waren in Hamburg 12.197 Ärzte, 1.906 ZahnĂ€rzte (2013) und 1.445 Apotheker (2013) berufstĂ€tig. 2015 standen in 52 (2013) Hamburger KrankenhĂ€usern 12.407 Betten zur VerfĂŒgung, es wurden ca. 502.000 Patienten stationĂ€r behandelt. Die Bettenauslastung betrug 83,7 % und die durchschnittliche Verweildauer sank von 7,7 Tagen im Jahr 2014 auf 7,5 Tage (2015). Insgesamt waren 2013 28.761 Personen in den Hamburger Kliniken beschĂ€ftigt.

Im Vergleich der BundeslÀnder war Hamburg 2017 das Bundesland, das bundesweit unter Frauen die höchste Suizidrate hatte.


Siehe auch

Literatur

  • Uwe Bahnsen, Kerstin von StĂŒrmer: Die Stadt, die auferstand: Hamburgs Wiederaufbau 1948–1960. Convent, Hamburg 2005, ISBN 3-934613-89-6.
  • Behörde fĂŒr Stadtentwicklung und Umwelt, Freie und Hansestadt Hamburg: Hamburg. Architektur der sich wandelnden Stadt – Stadtentwicklung und Denkmalschutz. JOVIS, Berlin 2010, ISBN 978-3-86859-078-4.
  • Jörg Berlin (Hrsg.): Das andere Hamburg. Freiheitliche Bestrebungen in der Hansestadt seit dem SpĂ€tmittelalter. Pahl-Rugenstein Verlag, Köln 1981, ISBN 3-7609-0654-0.
  • Matthias Blazek: Die Geschichte des Hamburger Sportvereins von 1887: 125 Jahre im Leben eines der populĂ€rsten Fußballvereine. Mit einem besonderen Blick auf die VorgĂ€ngervereine, die FrĂŒhzeit des Hamburger Ballsports und das Fusionsjahr 1919. Ibidem, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8382-0387-4.
  • Matthias Blazek: SeerĂ€uberei, Mord und SĂŒhne – Eine 700-jĂ€hrige Geschichte der Todesstrafe in Hamburg 1292–1949. Ibidem, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8382-0457-4.
  • Hans Bunge, Gert KĂ€hler (Hrsg.): Villen und LandhĂ€user. BĂŒrgerliche Baukultur in den Hamburger Elbvororten von 1900 bis 1935. Dölling und Galitz, MĂŒnchen 2012, ISBN 978-3-86218-031-8.
  • Ulrich Alexis Christiansen: Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt. Ch. Links, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-473-0.
  • Jörg Duppler (Hrsg.): Hamburg zur See. Maritime und militĂ€rische BeitrĂ€ge zur Geschichte Hamburgs. Im Auftrag der FĂŒhrungsakademie der Bundeswehr, Mittler, Herford 1989, ISBN 3-8132-0318-2.
  • Jörn DĂŒwel/Niels Gutschow: „Ein seltsam glĂŒcklicher Augenblick“. Zerstörung und StĂ€dtebau in Hamburg 1842 und 1943. Berlin 2013, ISBN 978-3-86922-320-9.
  • Richard Evans: Tod in Hamburg. Stadt, Gesellschaft und Politik in den Cholera-Jahren 1830–1910. Berlin 1990.
  • Siegfried GrĂ€ff: Tod im Luftangriff Ergebnisse pathologisch-anatomischer Untersuchungen anlĂ€sslich der Angriffe auf Hamburg in den Jahren 1943–1945, H. H. Nölke Verlag, Hamburg 1948, Katalogeintrag in der Deutschen Nationalbibliothek
  • Volker Hage: Hamburg 1943. Literarische Zeugnisse zum Feuersturm. Fischer, Frankfurt 2003, ISBN 3-596-16036-7.
  • Freie und Hansestadt Hamburg: Mit Hamburg verbunden – Hamburg-Handbuch 2012/2013.
  • Georg Hindrichson: Zur geographischen Lage des Ă€lteren Hamburg. Hamburg 1889.
  • Werner Jochmann, Hans-Dieter Loose: Hamburg, Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner. Band 1: Von den AnfĂ€ngen bis zur ReichsgrĂŒndung. Hoffmann und Campe, Hamburg 1986, ISBN 3-455-08709-4.
  • Werner Jochmann, Hans-Dieter Loose: Hamburg, Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner. Band 2: Vom Kaiserreich bis zur Gegenwart. Hoffmann und Campe, Hamburg 1986, ISBN 3-455-08255-6.
  • Hella Kemper, Kerstin Schmidtfrerick, Eva-Christiane Wetterer: Hummelbuch, Hamburg Brevier. Murmann, Hamburg 2007, ISBN 978-3-86774-009-8.
  • Ute KleinelĂŒmern, Hanno Ballhausen: Alles ĂŒber Hamburg. Erstaunliches & Kurioses. Zahlen Daten Fakten. Komet, Köln 2008, ISBN 978-3-89836-784-4.
  • Eckart Kleßmann: Geschichte der Stadt Hamburg. Die Hanse / Groenewold / EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52596-3.
  • Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg Lexikon. 4., aktualisierte und erweiterte Sonderausgabe. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0373-3.
  • Martin Krieger: Kleine Geschichte Hamburgs, Beck, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-406-66193-8.
  • Ralf Lange: Hamburg – Wiederaufbau und Neuplanung 1943–1963. Königstein i. Ts. 1994, ISBN 3-7845-4610-2.
  • Hans-Helmut Poppendieck u. a. (Hrsg.): Der Hamburger Pflanzenatlas von A bis Z. Dölling und Galitz, MĂŒnchen und Hamburg 2010, ISBN 978-3-937904-93-1.
  • Hermann Rauhe: Musikstadt Hamburg. Eine klingende Chronik. Ellert & Richter, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8319-0314-6.
  • Hermann Schnabel: Hamburg: 99× die Nummer eins. 10. Auflage. DV Druck&Design, 2004.
  • Rolf Stephan: Hamburg, ehemals, gestern und heute. Steinkopf, Stuttgart 1985, ISBN 3-7984-0633-2.
  • Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg von Altona bis Zollenspieker. Das Haspa-Handbuch fĂŒr alle Stadtteile der Hansestadt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, ISBN 3-455-11333-8.
  • Erik Verg, Martin Verg: Das Abenteuer das Hamburg heißt. Der weite Weg zur Weltstadt. Ellert & Richter, Hamburg 1997, ISBN 3-8319-0137-6.

Weblinks

  • Offizielle WebprĂ€senz der Freien und Hansestadt Hamburg
  • Hamburg Wissen Digital
  • Hamburg-Bibliographie

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Bundesland

Fläche ca.: 773.60 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 54.02765
südlichster Punkt: 53.3951118
westlichster Punkt: 8.1044993
östlichster Punkt: 10.3252805

 
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