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Gebirge in Bihar: 1
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Region Informationen Region: Bihar

Informationen:


Bihar (Hindi: à€Źà€żà€čà€Ÿà€°, Bihār [bÉȘˈhɑːr]) ist ein indischer Bundesstaat mit einer FlĂ€che von 94.163 kmÂČ und rund 104 Millionen Einwohnern (VolkszĂ€hlung 2011). Seine Hauptstadt ist Patna, das antike Pataliputra. Bihar gilt als Ă€rmster und sozioökonomisch unterentwickeltster Bundesstaat Indiens.

Geographie

Bihar grenzt an die Bundesstaaten Uttar Pradesh (Westen), Jharkhand (SĂŒden) und Westbengalen sowie im Norden an Nepal.

Der Bundesstaat ist jedes Jahr von MonsunregenfĂ€llen betroffen, wodurch oft mehrere Millionen Menschen durch Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen werden.

GrĂ¶ĂŸte StĂ€dte

(Stand: VolkszÀhlung 2011)

Bevölkerung

Demografie

Laut der indischen VolkszĂ€hlung 2011 hatte Bihar 103.804.637 Einwohner. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Bihar nach Uttar Pradesh und Maharashtra der drittgrĂ¶ĂŸte Bundesstaat Indiens. Die Einwohnerzahl ist stark ansteigend: Zwischen 2001 und 2011 nahm sie um 25,1 Prozent zu. Damit gehört die Wachstumsrate zu den höchsten aller Bundesstaaten Indiens und liegt ĂŒber dem Landesdurchschnitt von 17,6 Prozent im Vergleichszeitraum. Bihar ist Ă€ußerst dicht besiedelt: Auf einem Quadratkilometer leben durchschnittlich 1102 Menschen. Die Bevölkerungsdichte ist damit die höchste der indischen Bundesstaaten und fast dreimal so hoch wie der gesamtindische Durchschnitt von 382 Einwohnern pro Quadratkilometer. Dabei konzentriert sich ein großer Teil der Bevölkerung auf die lĂ€ndlichen Gebiete: Nur 11,3 Prozent der Einwohner Bihars leben in StĂ€dten. Der Urbanisierungsgrad ist damit einer der niedrigsten Indiens und deutlich niedriger als der Landesdurchschnitt von 31,2 Prozent.

Bihar gehört zu den Ă€rmsten und rĂŒckstĂ€ndigsten Gegenden Indiens. So ist die Alphabetisierungsrate die niedrigste aller indischen Bundesstaaten: Nur 63,8 Prozent der Einwohner Bihars können lesen und schreiben (MĂ€nner 73,4 Prozent, Frauen 53,3 Prozent), wĂ€hrend der gesamtindische Durchschnitt 74,0 Prozent betrĂ€gt. Allerdings sind hier deutliche Verbesserungen zu verzeichnen. Die Alphabetisierungsrate stieg zwischen 2001 und 2011 von 47,0 % auf 63,8 % (+16,8 %) – der stĂ€rkste Anstieg unter allen indischen FlĂ€chenstaaten. Problematisch sind gezielte Abtreibungen weiblicher Föten, die zu einem verzerrten GeschlechterverhĂ€ltnis fĂŒhren. So kommen in Bihar auf 1000 MĂ€nner nur 916 Frauen. Im Zeitraum von 2010 bis 2014 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung 68,1 Jahre (der indische Durchschnitt betrug 67,9 Jahre). Die FertilitĂ€tsrate betrug 3,37 Kinder pro Frau (Stand: 2016) wĂ€hrend der indische Durchschnitt im selben Jahr bei 2,23 Kinder lag. Bihar hatte damit die höchste Geburtenrate unter allen Staaten Indiens.

Bevölkerungsentwicklung

Zensusbevölkerung von Bihar (in den heutigen Grenzen) seit der ersten VolkszÀhlung im Jahr 1951.

Sprachen

Die Amtssprache Bihars ist Hindi. Laut dem indischen Zensus von 2001 sprechen 73 Prozent der Bevölkerung Bihars Hindi als Muttersprache. TatsĂ€chlich handelt es sich aber grĂ¶ĂŸtenteils um Sprecher von Sprachen aus der Bihari-Gruppe (hauptsĂ€chlich Bhojpuri und Magahi). Diese nah mit dem Hindi verwandten Regionalsprachen werden von der indischen Regierung offiziell als Hindi-Dialekte gezĂ€hlt. Maithili, das linguistisch ebenfalls zu den Bihari-Sprachen gehört, gilt dagegen seit 2003 nicht mehr als Hindi-Dialekt, sondern als eigenstĂ€ndige Sprache und ist als eine von 22 Nationalsprachen Indiens anerkannt worden. In Bihar wird Maithili von 14 Prozent der Bevölkerung gesprochen. Unter den Muslimen Bihars ist Urdu, die in arabischer Schrift geschriebene muslimische Variante des Hindi, mit 11 Prozent verbreitet. Alle erwĂ€hnten Sprachen gehören der indoarischen Sprachgruppe an. Eine kleinere Gruppe von Stammesangehörigen (Adivasi) im Grenzgebiet zu Jharkhand spricht die Munda-Sprache Santali, dessen Sprecher 0,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Englisch ist wie in ganz Indien als Verkehrs- und Bildungssprache allgegenwĂ€rtig.

Religionen

Nach der VolkszĂ€hlung 2011 sind 83 Prozent der Einwohner Bihars Hindus. Daneben gibt es eine grĂ¶ĂŸere Minderheit von Muslimen, die 17 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Übrige Religionen sind mit einem Anteil von 0,4 Prozent praktisch nicht prĂ€sent.

Geschichte

Bihar bildete im Mittelalter ein eigenes, mĂ€chtiges Reich und wurde nach 1525 dem Mogulreich einverleibt, von diesem aber 1765 an die Englische Ostindien-Kompanie abgetreten. Es entsprach damals seiner Lage nach dem alten Reich Magadha (mit der Hauptstadt Pataliputra), wo der Stifter des Buddhismus im 6. Jh. v. Chr. zuerst seine Lehre vortrug und das somit der Ă€lteste und lange Zeit hauptsĂ€chlichste Sitz der buddhistischen Religion war. Diesem Umstand verdankt die Landschaft ihre Bedeutung. Die schönsten GebĂ€ude und religiösen DenkmĂ€ler zierten sie; spĂ€ter sind sie verfallen, und die von SchlinggewĂ€chsen ĂŒberzogenen Ruinen konnten teilweise nur mit MĂŒhe wieder aufgefunden werden, da der Brahmanismus, der hier seit dem 8. Jh. n. Chr. den Buddhismus verdrĂ€ngte, alle Zeugen des Glanzes der frĂŒheren Religion vernichtete.

Im 18. Jahrhundert begann, ausgehend vom benachbarten Bengalen, die Herrschaft der Britischen Ostindien-Kompanie. Das Gebiet des heutigen Bihar wurde administrativ zunĂ€chst der PrĂ€sidentschaft Bengalen angegliedert und 1912 Teil der Provinz Bihar und Orissa. Im Jahr 1936 wurde das Gebiet Orissas als eigene Provinz herausgelöst. Nach der UnabhĂ€ngigkeit Indiens 1947 und dem Inkrafttreten der indischen Verfassung 1950 wurde Bihar ein Bundesstaat. 1956 mussten im States Reorganisation Act kleinere bengalischsprachige Grenzgebiete an den benachbarten Bundesstaat Westbengalen abgetreten werden. Nachdem es schon seit lĂ€ngerem Abspaltungsbestrebungen gegeben hatte, wurde der sĂŒdliche Teil Bihars am 15. November 2000 ausgegliedert und unter dem Namen Jharkhand ein neuer Bundesstaat.

Seit Jahren ist die Situation in Bihar von gewalttĂ€tigen Auseinandersetzungen zwischen den Milizen verschiedener politischer Parteien, Privatarmeen der Großgrundbesitzer und maoistischen Rebellen geprĂ€gt.

Durch eine Pockenepidemie starben 1974 25.000 Menschen in Bihar.

Seit April 2016 gilt in ganz Bihar ein striktes Alkoholverbot; seit Juli 2016 wird auch die Verwendung von Messwein in christlichen Kirchen nicht mehr geduldet.

Naturkatastrophen

Ende August 2008 kam es nach wochenlangen MonsunregenfĂ€llen und einem großen Deichbruch am Oberlauf des Flusses Koshi in Nepal zu großflĂ€chigen Überschwemmungen. Durch die Überschwemmungen in ĂŒber 1600 Dörfern des Bundesstaates sind ĂŒber 1,2 Millionen Menschen obdachlos geworden und hunderte Menschen umgekommen. Indiens Premierminister Manmohan Singh bezeichnete die Überschwemmungen als „nationale Katastrophe“ und mobilisierte ĂŒber 5000 Soldaten zur Evakuierung von ĂŒber 90.000 Menschen. Er sagte Hilfslieferungen von 125.000 Tonnen Getreide und Finanzhilfen von umgerechnet etwa 155 Millionen Euro zu.

Politik

Politisches System

Die Legislative besteht aus einem Zweikammernparlament – Vidhan Sabha (Unterhaus) und Vidhan Parishad (Oberhaus). Die 243 Abgeordneten der Vidhan Sabha werden in ebenso vielen Wahlkreisen nach relativem Mehrheitswahlrecht fĂŒr 5 Jahre gewĂ€hlt. Scheidet ein Abgeordneter vorzeitig aus, erfolgt eine Nachwahl. Ein weiterer Abgeordneter wird als Vertreter der anglo-indischen Minderheit vom Gouverneur ernannt.

Parteien

Bis etwa Anfang der 1990er Jahre war die Politik Bihars wesentlich von der Kongresspartei (INC) dominiert. Nach der GrĂŒndung der Janata Dal 1988 gewann diese im Bundesstaat die Mehrheit. In den 1990er Jahren zerfiel die Janata Dal in zahlreiche Nachfolgeparteien. Zwei dieser Parteien, die Janata Dal (United) (JD(U)) und die Rashtriya Janata Dal (RJD) sind seitdem die wichtigsten politischen Parteien in Bihar und haben sich in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden an der Regierung abgewechselt. Beide Parteien sind relativ stark von Kasten- und Klienteldenken geprĂ€gt. Daneben spielt auch die Bharatiya Janata Party (BJP) eine wichtige Rolle. Das politische Gewicht der Kongresspartei hat dagegen deutlich abgenommen. Eine kleine Rolle spielen auch kommunistische Parteien (Communist Party of India CPI, Communist Party of India (Marxist-Leninist) Liberation CPI(ML)L, Communist Party of India (Marxist) CPI(M)). Zwischen 1998 und 2013 waren JD(U) und BJP im Rahmen der National Democratic Alliance verbĂŒndet, wĂ€hrend die RJD sich zeitweilig mit der Kongresspartei assoziierte. 2013 zerbrach das BĂŒndnis von BJP und JD(U) und beide gingen getrennte Wege.

Bei der Wahl zum Parlament von Bihar 2015, die an fĂŒnf einzelnen Tagen zwischen dem 12. Oktober und 5. November 2015 stattfand, traten RJD, Kongresspartei und JD(U) in einem BĂŒndnis, der „Grand Alliance“ gegen die BJP an und gewannen die Wahl. Chief Minister wurde ab dem 22. Februar 2015 Nitish Kumar (JD(U)), der dieses Amt bereits mehrfach bekleidet hatte.Diese Koalition zerbrach allerdings Ende Juli 2017 und es bildete sich eine neue Koalition aus JD(U), BJP und der kleinen Lok Janshakti Party (LJP). Der Chief Minister blieb der alte.

Bei der Parlamentswahl 2020 in Bihar, die auf drei Tage verteilt am 28. Oktober, sowie 3. und 7. November 2020 unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie standfand, standen sich mehrere Gruppierungen und Parteien gegenĂŒber. Zum einen waren dies die NDA-Koalition aus BJP, JD(U) und kleineren Parteien (Hindustani Awam Morcha (Secular) – HAM(S), Vikassheel Insaan Party – VIP), zum anderen eine „Große Allianz“ (Mahagathbandan) aus RJD, Kongresspartei und den drei kommunistischen Parteien CPI, CPI(ML)L und CPI(M). Die NDA-Allianz gewann 125 Mandate und damit die Mehrheit, die Große Allianz gewann 110 Mandate. Die Kommunisten, darunter insbesondere die CPI(ML)L gewannen deutlich hinzu, erhielten zusammen 4,6 % der WĂ€hlerstimmen und 16 Wahlkreise (6,6 %). Bemerkenswert war auch das relativ gute Abschneiden der islamischen All India Majlis-e-Ittehadul Muslimeen (AIMIM), die zuvor in Bihar gar keine Rolle spielte. AIMIM gewann im östlichen Landesteil Seemanchal fĂŒnf Sitze. In elf Wahlkreisen fiel das Ergebnis mit weniger als 1000 WĂ€hlerstimmen Unterschied zwischen dem erst- und zweitplatzierten Kandidaten sehr knapp aus. Am 16. November 2020 wurde Nitish Kumar fĂŒr eine erneute Amtszeit als Chief Minister vereidigt.

Verwaltungsgliederung

Der Bundesstaat Bihar ist in folgende 38 Distrikte untergliedert (Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte nach der VolkszÀhlung 2011):

Wirtschaft

Bihar zĂ€hlt zu den Ă€rmsten indischen Bundesstaaten. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 2015–2016 26.801 Rupien, was nur etwa einem Drittel des indischen Mittelwerts (77.435 Rp.) entsprach und womit der Bundesstaat an letzter Stelle in Indien lag. Trotz hohem Wirtschaftswachstum hat der Abstand zu den anderen Bundesstaaten in den letzten Jahren kaum abgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (zu Preisen 2011–12) belief sich 2015 auf 3,143 Billionen Rupien (ca. 44 Mrd. Euro), wozu der PrimĂ€rsektor 18,3 Prozent, der SekundĂ€rsektor 18,1 Prozent und der TertiĂ€rsektor 59,9 Prozent beisteuerte. In den letzten Jahren nahm der Anteil des PrimĂ€rsektors ab und der des TertiĂ€rsektors entsprechend zu. Innerhalb Bihars gibt es eine erhebliche wirtschaftliche Ungleichheit. Die drei wohlhabendsten Distrikte waren 2007-12 Patna, Munger und Begusarai, die drei Ă€rmsten waren Madhepura, Supaul und Sheohar.

Mit einem Wert von 0,551 belegte Bihar 2015 den letzten Platz unter den 29 Bundesstaaten und Unionsterritorien Indiens im Index der menschlichen Entwicklung.

Landwirtschaft

In den Jahren 2013 und 2014 wurden 56,1 Prozent der LandesflĂ€che landwirtschaftlich genutzt. Die Schwemmlandböden der Gangesebene geben außerordentlich fruchtbare Böden ab und liefern hohe ErtrĂ€ge. Die Landwirtschaft Bihars ist stark von Subsistenzwirtschaft geprĂ€gt. Auf mehr als 90 % der landwirtschaftlich genutzten Böden werden verschiedene Getreide angebaut. Die Jahresproduktion betrug im Jahr 2015–16 etwa 6,8 Millionen Tonnen (Mt) Reis, 4,7 Mt Weizen, 2,5 Mt Mais, 420.000 Tonnen HĂŒlsenfrĂŒchte, 130.000 Tonnen Ölsaaten und 119.100 Tonnen Zuckerrohr. Etwa 14,3 Millionen Tonnen GemĂŒse wurden im Jahr 2015–16 geerntet, davon 6,3 Mt Kartoffeln, 1,2 Mt Zwiebeln, 1,1 Mt Auberginen, 1 Mt Tomaten, 1 Mt Blumenkohl, 763.000 t Okra (Bhindi), 720.000 t Weißkohl, 630.000 t FlaschenkĂŒrbis, 247.000 t Garten-Rettich. Bihar ist der grĂ¶ĂŸte Produzent von GemĂŒse in Indien. Die Produktionszahlen fĂŒr die hauptsĂ€chlich angebauten FrĂŒchte in Bihar waren im selben Jahr: 1535 Tausend Tonnen (kt) Bananen, 1465 kt Mangos, 370 kt Guaven, 198 kt Litschi, 129 kt Zitronen, 116 kt Ananas, 53 kt Papaya und 14 kt Amla. Die WaldflĂ€che in Bihar liegt mit 6,6 Prozent der LandesflĂ€che deutlich unter dem indischen Durchschnitt. FĂŒr die Landwirtschaft ist die BewĂ€sserung von großer Bedeutung, da die durchschnittliche Regenmenge zwar groß ist, jedoch zwischen den Jahren stark schwanken kann. Nach Planungen der Regierung Bihars soll die GesamtflĂ€che bewĂ€sserte Landes auf 10,2 Millionen Hektar anwachsen.

Seit etwa dem Jahr 2000 hat auch der Teeanbau in Bihar zugenommen. Anbaugebiet ist der Distrikt Kishanganj, wo Tee auf 50.000 acres geerntet wird. Die Jahresproduktion betrÀgt ca. 2.300 Tonnen (2015).

In der Nutztierhaltung hat die Produktion von Milch (8,2 Mt), Eiern (1 Mrd.) und Fischen (0,5 Mt; Zahlen alle fĂŒr 2015-16) stark zugenommen. Dies erfolgte parallel zur Zunahme der Nutztierhaltung. Im Jahr 2012 wurden 32,9 Millionen Nutztiere gezĂ€hlt: 12,2 Millionen Rinder, 12,1 Millionen Ziegen, 7,6 Millionen BĂŒffel, 12,7 Millionen GeflĂŒgel, 0,65 Mio. Schweine, 0,23 Mio. Schafe, 49.000 Pferde. Durch die Regierung Bihars wird der Seidenbau gefördert.

Industrie

Mit der Abspaltung des sĂŒdlichen Landesteils als neuer Bundesstaat Jharkhand im Jahr 2000 verlor Bihar den großen Teil seiner BodenschĂ€tze und die damit zusammenhĂ€ngenden (Schwer-)Industrie, die vor allem in Jharkhand angesiedelt war. Ein erheblicher Teil der im heutigen Bihar ansĂ€ssigen Industrie ist mit der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte befasst. Im Zeitraum 2013–14 waren dies 1036 von 3132 Fabriken. Ein wesentlicher Teil der Kleinindustrien ist nicht registriert und wird daher nicht statistisch erfasst. Der Beitrag der Industrie zum Bruttoinlandprodukt Bihars lag mit 19,0 % (2015) deutlich unter dem indischen Durchschnitt (31,3 %). An nicht-landwirtschaftlich-basierten Industrien gibt es die Web- und Textilindustrie, die mit der Verarbeitung von Baumwolle, Seide, Wolle und Jute befasst ist und zu einem erheblichen Teil in Handarbeit als Kleinindustrie betrieben wird. Maschinelle Textilindustrie gibt es in Bhagalpur, Banka und Gaya.

Infrastruktur und Transport

Die Regierungen Bihars haben in den letzten Jahren die Entwicklung der Infrastruktur vorangetrieben. Die Investitionen in Straßen und BrĂŒcken stiegen zwischen 2007 und 2008 von 2696 auf 7696 crore Rupien im Jahr 2016–17. Das Straßennetz umfasste im September 2016 4621 Kilometer National Highways, 4253 Kilometer State Highways und 11.054 Kilometer Haupt-Distriktstraßen. Die National Highways waren zu etwa 30 Prozent mehrspurig (> 7 Meter breit) und zu 41 Prozent zweispurig (7 Meter breit), die State Highways waren zu 78 Prozent und die Distriktstraßen zu 14 Prozent zweispurig. Den Rest machten einspurige (3,75 m) und intermediĂ€re Straßen (5,5 m) aus.

Im Bundesstaat waren 2015 45,9 Motorkraftfahrzeuge pro 1000 Einwohner registriert (Indien gesamt: 173,5, Deutschland: 684). Öffentliche Transportdienste bietet die staatliche Bihar State Road Transport Corporation (BSRTC) an, die im Jahr 2016 350 private Busse und 141 Stadtbusse in den Patna, Gaya, Darbhanga und Chhapra betrieb. Die Zahl der Nutzer belief sich 2015–16 auf 126.000.

Im Jahr 2014 hatte Bihar 3639 Kilometer Eisenbahnen. Bezogen auf die FlÀche war die Eisenbahndichte höher als im indischen Durchschnitt, bezogen auf die Bevölkerung jedoch niedriger. Der Luftverkehr ist stark zunehmend (2010-11: 9547 Flugbewegungen, 2015-16: 18.744 Flugbewegungen) und parallel dazu auch die Zahl der Flugpassagiere (2010-11: 839.000, 2015-16: 1.6 Millionen).

Energie

Der Energieverbrauch stieg seit etlichen Jahren parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung stark an. In den drei Jahren 2012–13 bis 2015–16, betrug die Steigerungsrate 78 Prozent. Die Planungen der Regierung sahen fĂŒr 2018–19 eine EnergieerzeugungskapazitĂ€t von 8925 MW vor, davon 8220 MW konventionell und 705 MW (8 %) nicht-konventionelle Energien. Im MĂ€rz 2016 wurden 86,4 Prozent der Energie in Kohlekraftwerken erzeugt, 9,7 Prozent kamen aus Wasserkraft und 3,9 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Energiewirtschaft befand sich in Staatsbesitz. Die Nutzung von Solarenergie ist noch in den AnfĂ€ngen. 2013–16 wurden verschiedene zentrale staatliche GebĂ€ude, unter anderem die Residenzen des Obersten Richters (Chief Justice House), des Gouverneurs (Governor House), des Chief Ministers (Chief Minister’s House) und weitere mit Solaranlagen ausgestattet sowie mehr als 10.000 solarbetriebene Straßenlampen im ganzen Staat installiert.

Telekommunikation

Im Bereich des Telefonnetzes ist seit der Jahrtausendwende ein exponentielles Wachstum zu beobachten. Die Zahl der Telefonverbindungen nahm von 970.000 im Jahr 2001 auf 74,8 Millionen im Jahr 2016 zu. In Bihar kamen 2016 auf 1000 Einwohner 54,3 Telefone (indischer Durchschnitt: 83,4). Die indische Post verfĂŒgte im MĂ€rz 2015 ĂŒber 9067 PostĂ€mter in Bihar.

Tourismus

Das Potential Bihars fĂŒr den Tourismus ist aufgrund der vielfachen SehenswĂŒrdigkeiten erheblich, aber bisher nur ganz unzureichend ausgeschöpft. Im Jahr 2015 besuchten 2,9 Millionen Touristen den Bundesstaat, von denen 923.000 aus dem Ausland kamen.

Weblinks

  • Offizielle WebprĂ€senz der Regierung von Bihar
  • Auf den modernen indischen RĂ€dern Eine satirische Kolumne des aus Bihar entstammenden Schriftstellers Anant Kumar

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch:

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: State

Fläche ca.: 94693.50 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 27.520895
südlichster Punkt: 24.329244
westlichster Punkt: 83.43546
östlichster Punkt: 88.275338

 
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