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Gebirge in Delhi: 1
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Region Informationen Region: Delhi

Informationen:


Delhi (Hindi à€Šà€żà€Čà„à€Čà„€, Urdu ŰŻÙ„ÛŒ, Panjabi àšŠàšżà©±àšČੀ; DillÄ«) ist eine Metropole im Norden Indiens und als Nationales Hauptstadtterritorium Delhi (National Capital Territory of Delhi, kurz NCT) ein direkt der indischen Zentralregierung unterstelltes Unionsterritorium. Delhi ist Teil der National Capital Region. Delhi schließt mit Neu-Delhi die indische Hauptstadt ein.

Das Unionsterritorium untersteht direkt der indischen Zentralregierung, wobei ihm seit 1992 durch einen Sonderstatus ein gewisses Maß an Autonomie zusteht. So hat Delhi ein eigenes Parlament (Delhi Legislative Assembly) und eine eigene Regierung, der ein vom Parlament gewĂ€hlter Chief Minister vorsteht. Das eine einzige Agglomeration bildende Hauptstadtterritorium Delhi ist seit 2012 in elf Distrikte sowie fĂŒnf Kommunalverwaltungen unterteilt.

Das Hauptstadtterritorium Delhi hatte bei der VolkszÀhlung 2011 rund 16,8 Millionen Einwohner und gehört weltweit zu den MegastÀdten.

Die National Capital Region ist eine 1991 eingefĂŒhrte Planungsbehörde, die weite Teile der angrenzenden Bundesstaaten Haryana und Uttar Pradesh sowie bis nach Rajasthan mit den GroßstĂ€dten Gurugram, Ghaziabad, Noida, Faridabad, Meerut etc. einschließt und somit ca. 45 Millionen Menschen mitverwaltet.

Name der Stadt

Der Name der Stadt lautet in den westlichen Sprachen Delhi. In den lokalen Sprachen (Hindi, Urdu und Panjabi) wird Delhi meist DillÄ« genannt. Daneben existiert die Variante DehlÄ« oder DihlÄ«, die ursprĂŒnglich vor allem von den Muslimen benutzt wurde. Der Name leitet sich vermutlich vom alten Hindustani-Wort dil fĂŒr „HĂŒgel“ ab. Oft wird der Name auch von einem legendĂ€ren König namens Dhilu abgeleitet, der im 1. Jahrhundert v. Chr. in Delhi geherrscht haben soll. Auch eine Herleitung vom Sanskrit-Wort dehalÄ« fĂŒr „Schwelle“ oder dem Persischen dehlÄ«z fĂŒr „Diele“ ist vorgeschlagen worden; demnach bezöge sich der Name auf die Lage Delhis an der „Schwelle“ zwischen Punjab und dem Doab. Die Herleitung von dem aus dem Persischen stammenden Hindustani-Wort dil fĂŒr „Herz“ (Delhi wĂ€re demnach die „Stadt des Herzens“) muss dagegen als Volksetymologie gelten.

In jĂŒngerer Zeit ist vorgeschlagen worden, den englischen Namen der Stadt von Delhi in Dilli zu Ă€ndern. In Ă€hnlicher Weise sind bei einer Reihe anderer indischer StĂ€dte die kolonialzeitlichen Namensformen ersetzt worden (vgl. die Umbenennung von Bombay in Mumbai, Calcutta in Kolkata und Madras in Chennai).

Das VerhĂ€ltnis zwischen den Namen Delhi und Neu-Delhi ist komplex. Im engeren Sinne bezeichnet Neu-Delhi nur das wĂ€hrend der britischen Kolonialzeit planmĂ€ĂŸig angelegte Regierungsviertel. Dies entspricht auch den administrativen Grenzen Neu-Delhis. Oft wird Neu-Delhi aber auch komplementĂ€r zu Alt-Delhi bzw. Old Delhi fĂŒr alle Gebiete Delhis außerhalb Shahjahanabads benutzt. HĂ€ufig sind die Namen Delhi und Neu-Delhi gĂ€nzlich austauschbar.

Geografie

Geografische Lage

Delhi liegt am Fluss Yamuna durchschnittlich 216 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel.

Klima

Die Jahresdurchschnittstemperatur betrÀgt 25 Grad Celsius, die jÀhrliche Niederschlagsmenge 719 Millimeter im Mittel. Der wÀrmste Monat ist der Juni mit durchschnittlich 33,4 Grad Celsius und der kÀlteste der Januar mit 14,5 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fÀllt im Monat August mit durchschnittlich 206 Millimetern, der wenigste im November mit 4 Millimetern im Mittel.

Geschichte

Delhi wird traditionell mit der im indischen Epos Mahabharata genannten Stadt Indraprastha in Zusammenhang gebracht, die speziell im Gebiet der Purana Qila lokalisiert wird. Dort wurden bei archĂ€ologischen Ausgrabungen zwar Funde aus dem Zeitraum um 1000 v. Chr. zu Tage gefördert, fĂŒr eine Identifizierung dieser Siedlungsreste mit der legendĂ€ren Stadt Indraprastha gibt es allerdings keine Evidenz.

Delhi lag in der Maurya-Ära (322 v. Chr.-72 v. Chr.) an einer wichtigen Verbindungsstrecke sowohl in west-östlicher als auch in nord-sĂŒdlicher Richtung.

Die UrsprĂŒnge des modernen Delhi werden gemeinhin auf den Bau der Festung Lal Kot im 11. Jahrhundert n. Chr. durch die Tomara-Rajputen zurĂŒckgefĂŒhrt, gefolgt von zahlreichen weiteren Siedlungs-, Festungs- und StadtgrĂŒndungen auf dem Gebiet des heutigen Delhi. Dabei wird gerne auf die „sieben StĂ€dte von Delhi“ verwiesen; die klassische Liste von sieben StĂ€dten, geprĂ€gt von kolonialzeitlichen Historikern, nimmt allerdings nur Bezug auf die GrĂŒndungstĂ€tigkeiten der islamischen Ära, also der Sultanats- und Mogulzeit, und umfasst den Qutb-Komplex/Mehrauli, Siri, Tughlaqabad, Jahanpanah, Ferozabad, Dinpanah/Shergarh und Shahjahanabad. Sieben-StĂ€dte-Listen neueren Datums fĂŒhren oft aber auch andere der zahlreichen Siedlungen an, die vor, wĂ€hrend und nach der islamischen Ära gegrĂŒndet wurden.

Im Jahr 1192 fiel der Rajputen-FĂŒrst Prithviraj III. Chauhan (1162–1192) als letzter hinduistischer König in einer Schlacht gegen die schon seit geraumer Zeit immer wieder angreifenden Moslems. Der um 1200 errichtete Siegesturm Qutb Minar stammt aus dieser Zeit. Die islamische Herrschaft dauerte bis zur britischen Kolonialzeit an. Das im Jahr 1206 ausgerufene Sultanat von Delhi konnte sich, trotz einer teilweise katastrophalen Politik mehrerer Dynastien, bis zum Sieg Baburs, des BegrĂŒnders des Mogulreiches, in der ersten Schlacht von Panipat (1526) halten.

Unter der Herrschaft der Tughluq-Dynastie (1320–1413) wurde Delhi sogar zugunsten der ca. 1000 km weiter sĂŒdlich auf dem Dekkan gelegenen neuen Hauptstadt Daulatabad aufgegeben. Diese Episode endete jedoch, als Timur Lenk mit seinem Mongolenheer im Jahr 1398 in den Norden Indiens einfiel – er verwĂŒstete Delhi und tötete ĂŒber 100.000 Einwohner. Es folgten die islamischen Dynastien der Sayyid (1414–1451) und Lodi-Dynastien (1451–1526), sowie ab 1526 die Moguln, aus deren Zeit das Rote Fort und die Jami Masjid stammen. Die berĂŒhmtesten Großmoguln waren Akbar I. (1542–1605), Erbauer der neuen Hauptstadt Fatehpur Sikri, und Shah Jahan (1592–1666), der das Grabmal Taj Mahal in Agra errichten ließ. Die Moguln regierten das Land von insgesamt vier StĂ€dten aus: Delhi, Agra, Fatehpur Skri und Lahore.

Der Perserkönig Nadir Schah (1688–1747) brachte mit seinen Truppen im Jahr 1739 Delhi schwere VerwĂŒstungen bei. Großmogul Muhammad Schah hatte am 13. Februar die Schlacht von Karnal verloren. Weil er die verlangte Kontribution nicht zahlen konnte, rĂŒckte das persische Heer mit beiden Herrschern am 9. MĂ€rz in die Stadt ein. Als die Truppen mit dem Eintreiben der auferlegten Last beschĂ€ftigt waren, wurden sie von der Bevölkerung angegriffen und viele von ihnen getötet. Nachdem Nadir Schah vergebens versucht hatte, der Tumulte Herr zu werden, gab er schließlich den Befehl fĂŒr ein Massaker an den Einwohnern sowie zur PlĂŒnderung. Bei diesem Blutbad kamen mindestens 20.000 Menschen ums Leben (ĂŒber die Höhe gibt es widersprĂŒchliche Quellenangaben). Er ließ die Stadt ausrauben und nahm bei ihrem Verlassen am 5. Mai 1739 unter anderem auch den berĂŒhmten „Pfauenthron“ mit. Ferner wechselte neben anderen Edelsteinen auch der Koh-i-Noor-Diamant seinen Besitzer.

Die Stadt gilt gemeinhin auch als Krönungsstadt der Kaiser von Indien.

Die Britische Ostindien-Kompanie grĂŒndete Mitte des 18. Jahrhunderts eine Handelsniederlassung in der Stadt, und in den nachfolgenden Kriegen gegen die von SĂŒden angreifenden Hinduheere schlugen die Briten sich stets auf die Seite der Moguln, die die mehrfachen Belagerungen heil ĂŒberstanden. Nur der Afghanenkönig Ahmad Schah Durrani (1724–1773) plĂŒnderte Delhi 1752 erfolgreich.

Am 30. Dezember 1803 eroberten britische StreitkrĂ€fte die Stadt. Der von den Briten eingesetzte Verwalter beließ den Moguln Titel und Privatbesitz. Im Jahr 1857 kam es zu einem große Teile Indiens umfassenden Aufstand mit einer Meuterei in Teilen der indischen Armee gegen die britischen Kolonialherren. Viele in Delhi lebende Briten verloren ihr Leben. Die Stadt wurde allerdings schon vier Monate spĂ€ter von den Briten zurĂŒckerobert, die den letzten Großmogul, der den Aufstand unterstĂŒtzt hatte, absetzten und ins Exil verbannten. Die Hauptstadt Britisch-Indiens blieb bis 1911 Kalkutta, das heutige Kolkata in Bengalen. Bei der Proklamation König Georgs V. zum Kaiser von Indien auf dem sogenannten Delhi Durbar ließ dieser am 12. Dezember 1911 die Verlegung der Hauptstadt von Kalkutta nach Delhi ankĂŒndigen. Die Verlegung der Hauptstadt in die ehemalige Hauptstadt der muslimischen Mogul-Herrscher war auch als Konzession an die Muslime gedacht, um sie von Autonomiebestrebungen abzuhalten.

Ab 1911, dem Jahr der Grundsteinlegung, entstand sĂŒdwestlich von Shahjahanabad das moderne Neu-Delhi. Die von den britischen Architekten Edwin Lutyens (1869–1944) und Herbert Baker (1862–1946) geplante Reißbrettsiedlung nach dem Vorbild einer britischen Gartenstadt wurde 1931 eingeweiht und ist noch heute Sitz aller Regierungsstellen der Republik Indien.

Nach dem Ende der britischen Kolonialzeit bzw. der Teilung Indiens 1947 wuchs die Bevölkerung enorm durch große FlĂŒchtlingsbewegungen aus dem Punjab. Mit dem States Reorganisation Act wurde Delhi 1956 zu einem bundesunmittelbaren Unionsterritorium, das seit 1991 offiziell den Namen National Capital Territory trĂ€gt.

Bevölkerung

Bevölkerungsstruktur

Nach der indischen VolkszĂ€hlung 2011 lebten in der Agglomeration des Hauptstadtterritoriums rund 16,8 Millionen Menschen. Bei einer FlĂ€che von 1.483 Quadratkilometern hatte das Hauptstadtterritorium Delhi eine Bevölkerungsdichte von 11.320 Einwohnern pro Quadratkilometer (zum Vergleich: Mumbai ca. 28.500 Ew./kmÂČ, New York City ca. 10.500 Ew./kmÂČ, Berlin ca. 3.900 Ew./kmÂČ).

Die Agglomeration Delhi war gemĂ€ĂŸ derselben VolkszĂ€hlung nach Mumbai (18,4 Millionen Einwohner) die zweitgrĂ¶ĂŸte Indiens. Die Zahlen sind jedoch nur bedingt vergleichbar. Was die GrĂ¶ĂŸe des Ballungsraums angeht, umfasst die Agglomeration Mumbai ein deutlich weiteres Gebiet als die Agglomeration Delhi: Weil in den Statistiken Agglomerationen nicht ĂŒber Bundesstaatsgrenzen hinweg erfasst werden, werden SatellitenstĂ€dte wie Noida, Greater Noida, Ghaziabad, Gurugram und Faridabad, die sich im Gebiet der Nachbarbundesstaaten Uttar Pradesh und Haryana befinden, nicht zur Agglomeration Delhi dazugezĂ€hlt. Inklusive dieser StĂ€dte hat die Agglomeration Delhi 21,7 Millionen Einwohner, wĂ€hrend Mumbai auch inklusive weiter entfernter SatellitenstĂ€dte „nur“ auf 20,7 Millionen Einwohner kommt.

Wie in allen Metropolen Indiens besteht in Delhi ein großes Maß an sozialer Ungleichheit. Ein betrĂ€chtlicher Teil der Stadtbevölkerung lebt unter prekĂ€ren Bedingungen: Nach der VolkszĂ€hlung 2001 wohnen fast 1,9 Millionen Einwohner Delhis (19 Prozent der Bevölkerung) in Slums. Gleichwohl ist der Anteil der Slumbevölkerung deutlich niedriger als in Mumbai (49 Prozent) oder Kolkata (32 Prozent). Ein erhebliches Problem in Delhi ist, wie in großen Teilen Indiens, die gezielte Abtreibung weiblicher Föten und das daraus resultierende ungleiche GeschlechterverhĂ€ltnis: Auf 1000 MĂ€nner kommen im Hauptstadtterritorium Delhi nur 868 Frauen, bei den bis 6-JĂ€hrigen sind es 871. Diese Werte liegen deutlich unter dem indischen Durchschnitt von 943 bzw. 919 fĂŒr die bis 6-JĂ€hrigen. 86 Prozent der Einwohner des Hauptstadtterritoriums Delhi können lesen und schreiben (MĂ€nner: 91 Prozent, Frauen 81 Prozent). Die Alphabetisierungsquote liegt deutlich ĂŒber dem gesamtindischen Durchschnitt von 73 Prozent, aber nur wenig ĂŒber dem Durchschnitt von 84 Prozent fĂŒr die stĂ€dtische Bevölkerung.

Einwohnerentwicklung

Wie andere indische GroßstĂ€dte hat Delhi durch GeburtenĂŒberschuss und Landflucht eine Bevölkerungsexplosion erlebt. 1901 zĂ€hlte das Gebiet des heutigen Unionsterritoriums noch knapp ĂŒber 400.000 Einwohner. Bei der letzten VolkszĂ€hlung unter britischer Herrschaft im Jahr 1941 lag die Einwohnerzahl schon bei fast 920.000. In den Jahrzehnten nach der indischen UnabhĂ€ngigkeit vervielfachte sich die Einwohnerzahl: 1971 hatte sie 4 Millionen erreicht, 1991 waren es ĂŒber 9,4 Millionen. In den letzten Jahrzehnten ist die Wachstumskurve dagegen etwas abgeflacht: Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Einwohnerzahl Delhis um nur 21,6 Prozent, was nur wenig mehr ist als der gesamtindische Durchschnitt von 18 Prozent. Hauptgrund dafĂŒr ist, dass im bereits dicht besiedelten Stadtgebiet zunehmend Platz fĂŒr weiteres Wachstum fehlt. Stattdessen verlagert sich das Bevölkerungswachstum auf das Umland Delhis: Die Einwohnerzahl des Distrikts Gurugram wuchs etwa binnen zehn Jahren um 74 Prozent, die des Distrikts Gautam Buddha Nagar um 51 Prozent.

Sprachen

Die Hauptsprache Delhis ist Hindi. Nach der VolkszĂ€hlung 2001 wird es von 81 Prozent der Bevölkerung des Hauptstadtterritoriums als Muttersprache gesprochen. Unter den Muslimen Delhis ist teilweise Urdu, die muslimische Variante des Hindi, verbreitet. Seine Sprecher machen gut 6 Prozent der Einwohner Delhis aus. Sowohl das Standard-Hindi als auch das Standard-Urdu beruhen auf der Khariboli, der Mundart von Delhi und Umgebung. Hindi und Urdu unterscheiden sich aber vor allem in den höheren Registern im Wortschatz, außerdem wird das Hindi in Devanagari, das Urdu in persisch-arabischer Schrift geschrieben.

Die dritte wichtige Sprache Delhis neben Hindi und Urdu ist das Panjabi, die Muttersprache von etwas ĂŒber 7 Prozent der Bevölkerung. Es wird vor allem von Nachfahren der FlĂŒchtlinge aus dem Punjab, die nach der Teilung Indiens nach Delhi kamen, gesprochen. Eine Vielzahl sonstiger Sprachen (insgesamt 5,5 Prozent) ist unter den Einwanderern aus anderen Teilen Indiens verbreitet. Zwölf weitere Sprachen haben nach der VolkszĂ€hlung 2001 mehr als 10.000 Sprecher in Delhi. Dies sind in absteigender Bedeutung Bengali, Tamil, Malayalam, Maithili, Gujarati, Nepali, Sindhi, Oriya, Telugu, Marathi, Kashmiri und Kannada.

Als Amtssprachen des Hauptstadtterritoriums Delhi dienen Hindi, Urdu und Panjabi. Englisch ist wie ĂŒberall in Indien als Verkehrs- und Bildungssprache verbreitet.

Religionen

Die Mehrheit der Einwohner Delhis sind Hindus. Nach der VolkszĂ€hlung 2001 machen sie 82 Prozent der Bevölkerung des Hauptstadtterritoriums aus. Die grĂ¶ĂŸte Minderheit sind die Muslime mit 13 Prozent. Gut 3 Prozent der Bevölkerung sind Sikhs. Jainas und Christen stellen mit je etwa 1 Prozent kleinere Minderheiten.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Bauwerke

Delhi ist aufgrund seiner langen Geschichte ĂŒberaus reich an historischen Bauwerken, wenngleich Ă€ltere buddhistische, hinduistische oder jainistische Tempel etc. fehlen bzw. in islamischer Zeit zerstört wurden. Hervorzuheben sind die zahlreichen Mausoleen der Sultane und sonstiger WĂŒrdentrĂ€ger im SĂŒden der Stadt (siehe Lodi-GĂ€rten, Humayun-Mausoleum, Safdarjung-Mausoleum, Lal Gumbad etc.)

Rotes Fort

Delhis grĂ¶ĂŸtes Bauwerk ist Lal Qila, was Rotes Fort heißt, das in der nordöstlichen Ecke des alten Shahjahanabad liegt. Die dicken, roten Sandsteinmauern mit den TĂŒrmen und Zinnen sind von einem breiten, ausgetrockneten Burggraben umgeben. Das monumentale Bauwerk, 1639 bis 1648 erbaut, ist dem Fort in Agra nachempfunden. Es stand gleichzeitig fĂŒr das Machtzentrum der Moguln: Hallen fĂŒr private und öffentliche EmpfĂ€nge, MarmorpalĂ€ste, luxuriöse PrivatrĂ€ume, eine Moschee und kunstvoll angelegte GĂ€rten.

Einfache Marmorkuppeln haben die Kupferplatten ersetzt und auch von den kostbaren Steinen und Juwelen, die einst die WĂ€nde schmĂŒckten, ist kaum etwas ĂŒbrig. Grund fĂŒr den Verfall waren unter anderem die PlĂŒnderungen 1739 durch den persischen Herrscher Nadir Schah (1688–1747) und 1857 durch die britischen Soldaten.

Seit 2007 ist das Rote Fort als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt. Die Koordinaten sind N=28,656 E077,2378.

Jama Masjid

Weithin sichtbar ĂŒberragt Delhis rot-weiße Jami Masjid die umgebenden Basare gut 500 Meter westlich des Roten Forts. In ihrem Innenhof finden bis zu 25.000 GlĂ€ubige Platz.

Die Jami Masjid ist Indiens grĂ¶ĂŸte Moschee. Der Entwurf stammt von Schah Jahan (1592–1666), dessen Leidenschaft die Architektur war. Realisiert wurde der Bau zwischen 1650 und 1656. Die Jami Masjid steht auf dem Bho Jhala, einem der beiden HĂŒgel von Shahjahanabad, und gewĂ€hrt einen Rundblick auf das Rote Fort und die Straßen des historischen Viertels. Die Hauptgebetshalle im Innenhof wird von drei zwiebelförmigen Kuppeln aus Marmor gekrönt.

Qutb Minar

Die ersten Bauwerke des muslimischen Indiens sind heute als Qutb-Komplex bekannt.

Erbaut wurden sie auf den TrĂŒmmern von Lal Kot, einer im 8. Jahrhundert von den Tomara-Rajputen gegrĂŒndeten und im 12. Jahrhundert von den Chauhans erweiterten Festung mit einem Hindutempel. Heute findet sich hier eines von Delhis berĂŒhmtesten Wahrzeichen: der spitz zulaufende, rote Sandsteinturm des Qutb Minar. Als bekanntes Relikt des ehemaligen Tempels befindet sich auf dem GelĂ€nde auch die Eiserne SĂ€ule, eines der weltweit ersten metallurgischen Monumente, das aus rostfreiem Schmiedeeisen besteht.

Inmitten der Ruinen der ehemaligen Quwwat-ul-Islam-Moschee ist der Qutb Minar ĂŒber 70 Meter hoch und mit Ornamenten und Koranversen verziert. Das Minarett wurde 1199 als Siegesturm zusammen mit der ehemaligen Moschee von Qutb-ud-Din Aibak (1150–1210), BegrĂŒnder des Sultanats von Delhi, errichtet. Man feierte damit den Beginn der muslimischen Vorherrschaft ĂŒber Delhi und weite Teile des Subkontinents.

Hazrat Nizamuddin

Der Stadtteil Nizamuddin liegt im SĂŒden Delhis. Die Straßen mit ihren gut besuchten Restaurants und GeschĂ€ften gruppieren sich um einen der bedeutendsten Schreine des Sufismus. Der marmorne Innenhof birgt den Hazrat Nizamuddin Dargah, die GrabstĂ€tte des moslemischen Chishti-Heiligen Scheich Nizamuddin Aulia (1236–1325). Der Schrein wurde in seinem Todesjahr erbaut, hat aber im Laufe der Zeit viele VerĂ€nderungen erfahren und stammt in seiner gegenwĂ€rtigen Form aus dem Jahre 1562. Der von Marmor-Veranden umgebende Raum wird von einer Kuppel aus weißem Marmor gekrönt. Das sich im Inneren des Heiligtums befindliche Grab ist von Gitterfenstern (Jalis) und einem GelĂ€nder aus Marmor geschĂŒtzt.

Humayun-Mausoleum

Nahe dem mittelalterlichen muslimischen Zentrum von Nizamuddin steht an der Kreuzung Lodi Road und Mathura Road das Mausoleum von Humayun. Mit dem Bau an Delhis erstem Mogul-Grab wurde 1564 nach dem Tod des zweiten Mogul-Herrschers begonnen.

Haji Begum, Humayuns Witwe und Mutter von Akbar I. (1542–1605), hielt ein wachsames Auge auf die Arbeiten und schlug sogar vor Ort ihr Lager auf. SpĂ€ter wurde das GelĂ€nde zur Bestattung weiterer Moguln genutzt. Es diente als Zufluchtsort fĂŒr den letzten Herrscher, Bahadur Schah II. (1775–1862), den die Briten 1857 an diesem Ort gefangen nahmen. Das Grab gehört aufgrund des eleganten persischen Stils zu den prĂ€chtigsten historischen Bauwerken in Delhi.

Weiteres

Museen

In Neu-Delhi befinden sich eine große Anzahl hervorragender Museen fĂŒr Geschichte, Kunst und Kunsthandwerk.

National Museum

Das National Museum ist Neu-Delhis grĂ¶ĂŸtes Museum und vermittelt den besten Überblick zur Kultur und Geschichte Indiens. Die zahlreichen AusstellungsstĂŒcke decken einen Zeitraum von 5.000 Jahren ab und sind auf mehrere Galerien verteilt, die um einen zentralen Innenhof liegen.

Im Erdgeschoss befinden sich architektonische Exponate und eine exzellente Sammlung juwelenbesetzter Kleider, dunkler Holzkisten mit Intarsienarbeiten aus Perlmutt, Speere, Dolche, Schwerter, Wandteppiche aus Elfenbeinschmuck und Seide. Ebenso sind GemÀlde aus verschiedenen indischen Schulen sowie Figuren und Masken aus Nagaland zu sehen.

Das zweite Stockwerk zeigt ausgewĂ€hlte Masken und religiöse Statuen aus Peru, Costa Rica und Marokko. Im obersten Stockwerk werden verschiedene schwere und kunstvoll geschnitzte HolztĂŒren, FensterlĂ€den und TĂŒrstĂŒrze aus Gujarat ausgestellt, die Beispiele einer hervorragenden Tischlerkunst sind. Eine benachbarte Abteilung zeigt 300 Musikinstrumente aus Indiens reicher musikalischer Tradition.

National Gallery of Modern Art

Die National Gallery of Modern Art zeigt Skulpturen und Bilder vor allem indischer Kunstschaffender. Das Spektrum reicht von der traditionellen Miniaturenmalerei (ab dem 16. Jahrhundert) bis zu zeitgenössischer indischer Kunst.

Rajghat

An Mahatma Gandhi erinnert heute das Rajghat. Nach seiner Ermordung wurde Gandhi eingeĂ€schert und seine Asche im Ganges verstreut. An der Stelle, an der seine sterblichen Überreste 1948 verbrannten, dem Samadhi am Rajghat, wurde spĂ€ter ein Denkmal errichtet. Eine schlichte, schwarze Marmorplatte, auf der eine ewige Flamme brennt, ehrt den Friedenslehrer und „geistigen Vater“ Indiens. Zu sanfter Musik, umgeben von grĂŒnem Gras und MagnolienbĂ€umen gedenken hier AnhĂ€nger des Verstorbenen. Eine Inschrift auf der mit Blumen geschmĂŒckten Plattform erinnert an die letzten Worte Gandhis „hey ram“ („oh Gott“). Jeden Freitag werden hier in der Parkanlage des Rajghat Gebete abgehalten. An Gandhis Geburtstag, dem 2. Oktober und an seinem Todestag, dem 30. Januar, versammeln sich zahllose AnhĂ€nger Gandhis um hier Blumen niederzulegen.

Tempel

Lotustempel

Der Lotustempel (Ortschaft: Bahapur) ist ein Haus der Andacht der Religionsgemeinschaft der Bahai. Der Name Lotustempel ist dabei an die Form des GebĂ€udes angelehnt, die eine blumenĂ€hnliche Gestalt hat. Das GebĂ€ude wurde im Jahr 1986 fertiggestellt und dient als Muttertempel fĂŒr den indischen Subkontinent. Der Tempel hat zahlreiche Architekturwettbewerbe gewonnen und wurde in unzĂ€hligen Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt. Die Architektur stammt vom iranischen Architekten Fariborz Sahba. Die neun ZugangstĂŒren öffnen zu einer großen, 40 Meter hohen Andachtshalle die im inneren aus weißem Marmor besteht. Insgesamt bietet die Andachtshalle 2.500 Menschen platz. Der Lotustempel ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Neu-Delhi. Er hat jĂ€hrlich mehr als vier Millionen Besucher.

Akshardham

Akshardham (Gujarati: àȘŠàȘżàȘČ્àȘčી àȘ…àȘ•à«àȘ·àȘ°àȘ§àȘŸàȘź, Devanagari: à€Šà€żà€Čà„à€Čà„€ à€…à€•à„à€·à€°à€§à€Ÿà€ź) ist ein hinduistischer Tempelkomplex in Neu-Delhi auf einem Areal von 360.000 mÂČ. Der Tempel ist sehr aufwendig gestaltet und zeigt traditionelle Darstellungen der indischen und hinduistischen Kultur, sowohl spirituell als auch architektonisch. Der Tempel wurde erschaffen auf Inspiration von Pramukh Swami Maharaj, dem Oberhaupt der hinduistischen Religionsgemeinschaft Bochasanwasi Shri Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha. Durch Mitwirken von 3.000 Freiwilligen und 7.000 Kunsthandwerkern konnte der Tempel am 6. November 2005 nach 5-jĂ€hriger Bauzeit eröffnet werden. Seit Dezember 2007 hat der Tempel einen Eintrag im Guinness-Buch der Weltrekorde als FlĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸter Hindu Tempel der Welt. Neben dem TempelgebĂ€ude befinden sich auf dem Areal mehrere Ausstellungshallen, die Werte des Hinduismus sowie die Geschichte der vedischen Kultur darstellen. Außerdem wird in einem IMAX-Kino der Film Mystic India gezeigt, der die siebenjĂ€hrige Pilgerreise des jugendlichen Swaminarayan durch Indien darstellt. In der Sahaj Anand Water Show wird multimedial eine Geschichte aus den Upanishaden erzĂ€hlt.

Sport

In Delhi befindet sich mit dem Feroz Shah Kotla Ground ein Test-Cricket-Stadion. In der Stadt bestreitet die Indische Cricket-Nationalmannschaft regelmĂ€ĂŸig Heimspiele gegen andere Nationalmannschaften. Im Feroz Shah Kotla Ground fanden unter anderem Spiele bei den Cricket World Cups 1987, 1996 und 2011, der ICC World Twenty20 2016 und der ICC Women’s World Twenty20 2016 statt.

Delhi war Austragungsort der Asienspiele 1951 und 1982. 2010 fanden hier die Commonwealth Games und die Feldhockey-Weltmeisterschaft der Herren statt.

2004 war Delhi Schauplatz der Halbmarathon-Weltmeisterschaften. Seitdem wird jedes Jahr im Herbst der Delhi-Halbmarathon ausgetragen.

Politik und Verwaltung

Nationales Hauptstadtterritorium

Politisches System

Unter dem Namen Nationales Hauptstadtterritorium (National Capital Territory, kurz NCT) untersteht Delhi als Unionsterritorium direkt der indischen Zentralregierung, vertreten durch einen Vizegouverneur (Lieutenant Governor). Der Vizegouverneur ist seit 2016 Anil Baijal. Seit 1992 besitzt das Nationale Hauptstadtterritorium Delhi aber, wie das Unionsterritorium Puducherry, einen Sonderstatus, das ihm ein gewisses Maß an Selbstverwaltung zugesteht. So hat Delhi ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Die Legislative Delhis besteht aus einem Einkammernparlament, der Delhi Legislative Assembly oder Vidhan Sabha. Die 70 Abgeordneten des Parlaments werden alle fĂŒnf Jahre durch Direktwahl bestimmt. Zwölf Sitze sind dabei fĂŒr Angehörige niederer Kasten (Scheduled Castes) reserviert. Der Regierung Delhis steht ein vom Parlament gewĂ€hlter Chief Minister vor. Höchster Gerichtshof Delhis ist der Delhi High Court.

Bei den Wahlen zur Lok Sabha, dem Unterhaus des gesamtindischen Parlaments, ist Delhi in sieben Wahlkreise unterteilt, die jeweils einen Abgeordneten entsenden. Ferner entsendet das Parlament Delhis drei Abgeordnete in die Rajya Sabha, das Oberhaus des indischen Parlaments.

Parteien

Die Politik Delhis wird traditionell von zwei ĂŒberregionalen Parteien, dem Indischen Nationalkongress und der Bharatiya Janata Party (BJP), dominiert. Bei der letzten Parlamentswahl im Dezember 2013 gesellte sich als dritte Kraft die neugegrĂŒndete Aam Aadmi Party (AAP) dazu, sodass sich unklare MehrheitsverhĂ€ltnisse ergaben. GrĂ¶ĂŸte Partei wurde die hindunationalistische BJP, die aber mit 31 Abgeordneten die absolute Mehrheit verfehlte. Die grĂ¶ĂŸte Wahlgewinnerin war die AAP. Die aus der Anti-Korruptionsbewegung hervorgegangene Partei trat in Delhi erstmals bei Wahlen an und konnte auf Anhieb 28 Wahlkreise gewinnen. Die Kongresspartei die seit 1998 ununterbrochen regiert hatte, wurde dagegen deutlich abgestraft und konnte nur noch acht von 70 Wahlkreisen fĂŒr sich entscheiden. Ferner waren im Parlament noch die Janata Dal (United) (JD(U)) und die Sikh-Partei Shiromani Akali Dal (SAD) mit jeweils einem Sitz und ein unabhĂ€ngiger Abgeordneter vertreten.

Auf die Wahl folgte eine politische Pattsituation, da kein Lager ĂŒber eine eigene Mehrheit verfĂŒgte und Kongresspartei, BJP und AAP jeweils eine Zusammenarbeit miteinander ausgeschlossen hatten. Schließlich beschloss die AAP aber eine Minderheitsregierung mit UnterstĂŒtzung der Kongresspartei zu bilden. Am 28. Dezember 2013 wurde der AAP-Vorsitzende Arvind Kejriwal als Chief Minister von Delhi vereidigt. Nach weniger als zwei Monaten trat Kejriwal aber wieder zurĂŒck, weil ein aus Sicht der AAP wichtiges Anti-Korruptionsgesetz im Parlament blockiert wurde. Der Vizegouverneur stellte Delhi daraufhin am 16. Februar 2014 unter President’s rule. Am 7. Februar 2015 folgte eine neue Wahl zum Parlament von Delhi, die von der AAP – begĂŒnstigt durch das geltende Mehrheitswahlrecht – in einem Erdrutschsieg gewonnen wurde. Die AAP erhielt 54,3 % der Stimmen und gewann 67 von 70 (95,7 %) Wahlkreisen. Anschließend wurde Kejriwal erneut zum Chief Minister gewĂ€hlt. Die darauf folgende Wahl am 8. Februar 2020 wurde von der AAP mit vergleichbarer Mehrheit von 53,6 % der Stimmen und 62 von 70 Sitzen gewonnen.

Distrikte

Das Hauptstadtterritorium Delhi ist in elf Distrikte unterteilt. Die Distrikte gliedern sich weiter in 33 Tehsils (Unterdistrikte), jeweils drei pro Distrikt. Die Distrikte Delhis wurden im Jahr 2012 neu gegliedert: Durch die GrĂŒndung der neuen Distrikte Shahdara und South East Delhi stieg die Zahl der Distrikte von neun auf elf, zugleich wurde der Zuschnitt der bestehenden Distrikte geĂ€ndert. Im Folgenden sind die Distrikte Delhis vor der Neugliederung aufgezĂ€hlt (Daten nach der VolkszĂ€hlung 2011):

Kommunalverwaltungen

Auf kommunaler Ebene untersteht die Metropole Delhi keiner einheitlichen Stadtverwaltung, sondern ist in die fĂŒnf Kommunalverwaltungen North Delhi, South Delhi, East Delhi, New Delhi und Delhi Cantonment unterteilt. Die entsprechenden Verwaltungsbehörden heißen North Delhi Municipal Corporation, South Delhi Municipal Corporation, East Delhi Municipal Corporation, New Delhi Municipal Council und Delhi Cantonment Board. North Delhi, South Delhi und East Delhi entstanden 2012 durch Dreiteilung der damaligen Delhi Municipal Corporation, die mit 1397,3 Quadratkilometern den weitaus grĂ¶ĂŸten Teil des Hauptstadtterritoriums umfasste. Zu New Delhi und Delhi Cantonment gehört jeweils nur ein verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleines Gebiet von 42,7 bzw. 43 Quadratkilometern.

North Delhi, South Delhi und East Delhi besitzen jeweils einen eigenen BĂŒrgermeister, der vom Stadtrat (council) gewĂ€hlt wird. Die direkt gewĂ€hlten Mitglieder der StadtrĂ€te vertreten jeweils ein Stadtviertel (ward). North Delhi und South Delhi sind in jeweils 104 und East Delhi in 64 wards unterteilt. Im Gegensatz dazu werden New Delhi und Delhi Cantonment durch einen ernannten Stadtrat regiert.

Luftaufnahme von Delhi

Wirtschaft und Infrastruktur

Überblick

Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 erwirtschafte der Großraum Delhi ein Bruttoinlandsprodukt von 293,6 Milliarden US-Dollar (KKB). In der Rangliste der wirtschaftsstĂ€rksten Metropolregionen weltweit belegte er damit den 38. Platz. Das BIP pro Kopf betrug 12.747 US-Dollar. Delhi war damit der grĂ¶ĂŸte Wirtschaftsraum in Indien und hatte das höchste Pro-Kopf Einkommen.

Im Index der menschlichen Entwicklung erreichte das Unionsterritorium Delhi 2015 einen Wert von 0,734 gegenĂŒber einem gesamtindischen Durchschnitt von 0,624.

Wirtschaft

Delhi gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszentren des Landes. Es besitzt eine vielfĂ€ltige verarbeitende Industrie. In der Stadt werden Textilien, elektrische und elektronische Anlagen, PrĂ€zisionswerkzeuge und Kraftfahrzeuge hergestellt. Delhi als Bundesstadt hat landesweit die grĂ¶ĂŸte Konzentration von öffentlich Bediensteten.

Ein großes Angebot im Bereich des Kunsthandwerks vermittelt einen nahezu umfassenden Überblick ĂŒber das kulturelle Erbe Indiens. In den GeschĂ€ften werden Waren aus allen Teilen des Landes angeboten – von tibetischen Teppichen, AntiquitĂ€ten und Schmuck bis zu moderner Kunst und Designerkleidung ist alles zu bekommen.

Nach Jahren der wirtschaftlichen Isolierung, verursacht durch die strengen Handelsgesetze, die nach der UnabhĂ€ngigkeit von Großbritannien erlassen wurden, erfĂ€hrt Delhi heute einen rasanten Wirtschaftsboom.

Die Umgebung der Stadt wurde traditionell landwirtschaftlich genutzt. Es werden Weizen, HĂŒlsenfrĂŒchte, Obst und GemĂŒse angebaut. Die Milchviehzucht ist ein bedeutender Wirtschaftszweig. Der betrĂ€chtliche FlĂ€chenverbrauch und die steigenden Landpreise um Delhi herum fĂŒhrt hier aber zur VerdrĂ€ngung vieler Kleinbetriebe in weiter entfernte Gebiete.

Die an Delhi angrenzenden Territorien haben ihre Entwicklung vorwiegend auf die Zusammenarbeit mit der Bundeshauptstadt ausgerichtet. In den letzten Jahrzehnten sind große TrabantenstĂ€dte wie Gurugram, Dwarka oder Noida entstanden, in denen sich aufstrebende Wirtschaftszweige wie Elektro- und Computerindustrie, Softwareerstellung, Industrieverwaltungen u. À. niedergelassen haben. Die dazugehörige soziale und Verkehrs-Infrastruktur ist z. T. noch lĂŒckenhaft, aber wo vorhanden, den Einrichtungen in Delhi ebenbĂŒrtig. In diesem „SpeckgĂŒrtel“ Delhis siedeln sich ĂŒberdurchschnittlich viele junge, gut ausgebildete Menschen in modernen Hochhaussiedlungen an. Diese aus dem ganzen Land stammende Zuwanderung bildet den Kern einer schnell wachsenden indischen Mittelschicht.

Zu den vier stĂ€dtischen MĂŒlldeponien zĂ€hlt die 1984 eröffnete MĂŒlldeponie Ghazipur.

In einer Rangliste der StÀdte nach ihrer LebensqualitÀt belegte Delhi im Jahre 2018 den 162. Platz unter 231 untersuchten StÀdten weltweit.

Verkehr

Überblick

Delhi ist ein nationaler und internationaler Verkehrsknotenpunkt mit Autobahnen, Überland-Busterminals, Eisenbahnlinien, einer U-Bahn sowie zwei FlughĂ€fen. Die internationalen FlĂŒge landen auf dem 23 Kilometer sĂŒdwestlich vom Stadtzentrum liegenden Indira Gandhi International Airport, die InlandsflĂŒge auf dem 15 Kilometer sĂŒdwestlich der Stadt gelegenen Domestic Airport.

Die öffentlichen Verkehrsmittel können bis jetzt die BedĂŒrfnisse der wachsenden Stadtregion Delhi nicht befriedigen. Deshalb ist ein weiterer Ausbau des U-Bahn-Netzes (Metro) geplant. Bis zum Jahre 2021 soll das Netz auf eine LĂ€nge von 240 Kilometer erweitert werden. Die am 24. Dezember 2002 in Betrieb genommene U-Bahn befuhr im Jahre 2004 nur einen 22 Kilometer langen Streckenabschnitt. Im Februar 2011 betrug die LĂ€nge nach großen Anstrengungen zu den Commonwealth-Spielen 2010 bereits 181,8 km. Auch der Indira Gandhi International Airport ist seit 23. Februar 2011 an das U-Bahn-Netz angeschlossen.

Die SatellitenstĂ€dte, die sich rund um die Metropole entwickeln, sind schlecht an das Autobahnnetz angeschlossen. Um die Verkehrsstaus zu verringern, wurde ein großes Straßenbauprogramm begonnen. Um der ausufernden Umweltverschmutzung Einhalt zu gebieten, wurde der öffentliche Nahverkehr auf Erdgas (CNG: Compressed Natural Gas) umgestellt. Diese Maßnahme betraf die öffentlichen Busse sowie Taxis und Motor-Rikschas.

Verkehrsbauwerke

Bildung

Die fĂŒnf wichtigsten UniversitĂ€ten in Delhi sind die University of Delhi, die Jawaharlal Nehru University, die Guru Gobind Singh Indraprastha University, die Jamia Millia Islamia und die Indira Gandhi National Open University. Weitere wichtige Bildungseinrichtungen sind das All India Institute of Medical Sciences, das Indian Institute of Technology Delhi, die Delhi School of Economics, das Shri Ram College of Commerce, das Lady Shri Ram College for Women, das Netaji Subhas Institute of Technology, das Delhi College of Engineering sowie das St. Stephen’s College.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Dietmar Rothermund: Delhi, 15. August 1947. Dtv, 1998, ISBN 3-423-30608-4.

Weblinks

  • Website der Stadt Delhi
  • Offizielle Website der Delhi Metro Rail

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch:

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Union Territor

Fläche ca.: 1482.30 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 28.882
südlichster Punkt: 28.433
westlichster Punkt: 76.834
östlichster Punkt: 77.338

 
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