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Gebirge in Nagaland: 1
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Region Informationen Region: Nagaland

Informationen:


Nagaland ist ein indischer Bundesstaat mit einer FlÀche von 16.527 Quadratkilometern und knapp zwei Millionen Einwohnern (Stand 2011). Die Hauptstadt Nagalands ist Kohima, die offizielle Landessprache ist Englisch. Benannt ist Nagaland nach der Volksgruppe der Naga.

Geografie

Lage und Ausdehnung

Nagaland liegt im Ă€ußersten Nordosten Indiens zwischen 93° 20’ und 95° 15’ östlicher LĂ€nge und nördlich des Äquators zwischen 25° 6' und 27° 4' nördlicher Breite. Mit einer FlĂ€che von 16,527 kmÂČ entspricht der Bundesstaat von der GrĂ¶ĂŸe her etwa dem deutschen Bundesland ThĂŒringen oder dem österreichischen Bundesland Steiermark. Begrenzt wird Nagaland im Osten durch die internationale Staatsgrenze zu Myanmar. Im Norden grenzt es an den Bundesstaat Arunachal Pradesh, im Westen an Assam und im SĂŒden an Manipur. Die Landesnatur ist durch Berg- und HĂŒgelland geprĂ€gt. Die höchsten Erhebungen finden sich Richtung Nordosten. Höchster Berg ist der Saramati (3826–3841 m) und der zweithöchste der JapfĂŒ (3020–3043 m). Nagaland ist einer der sogenannten „Sieben Schwesterstaaten“, die den Nordosten Indiens ausmachen.

Klima

Das Klima variiert entsprechend der wechselhaften Topografie. In den Regionen, die zwischen 1000 und 1200 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel liegen, ist das Klima subtropisch-warm bis heiß. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt in den TĂ€lern bei 23 °C bis 25 °C, in den etwas höhergelegenen Regionen bei 18 °C bis 20 °C. Der höchste Berg Saramati ist im Winter schneebedeckt. Das Klima ist stark durch den Monsun geprĂ€gt, der 5 Monate von Mai bis September andauert. Juni bis August sind die regenreichsten Monate und der kĂ€lteste Monat ist der Januar.

Flora und Fauna

Entsprechend der sehr verschiedenen Klimazonen besitzt Nagaland eine sehr diversifizierte Fauna und Flora. Im Jahr 2013 waren nach offiziellen Angaben etwa 55 % der LandesflĂ€che mit Wald bedeckt. Im Vergleich zu frĂŒheren Erhebungen hatten die WaldbestĂ€nde deutlich abgenommen. Die WĂ€lder reichen von immergrĂŒnem tropischen Regenwald ĂŒber subtropischen Regenwald bis hin zu NadelwĂ€ldern und alpinem Baumbestand in den höheren Bergregionen.

Mindestens 106 SĂ€ugetier-Spezies sind in Nagaland zu finden, darunter neun Insektenfresser, 34 Fledermausarten, sieben Primatenarten, ein Schuppentier, 34 Fleischfresser, der asiatische Elefant, sieben Arten von Huftieren und mindestens 12 Nagetierarten. Die sieben Primatenarten sind Sunda-Plumplori (Nycticebus coucang), Nördlicher Schweinsaffe (Macaca leonina), Rhesusaffe (Macaca mulatto), Assam-Makak (Macaca assamensis), BĂ€renmakak (Macaca arctoides), Kappenlangur (Trachypithecus pileatus) und der Hulock (Hylobates hoolock). Von den fĂŒnf vorkommenden kleineren Katzenartigen sind drei – Marmorkatze (Pardofelis marmorata), Asiatische Goldkatze (Catopuma temmincki) und Fischkatze (Prionailurus viverrinus) – extrem selten geworden. Der frĂŒher hĂ€ufiger anzutreffende Königstiger ist extrem selten geworden, ebenso wie der Indische Leopard (Panthera pardus fusca) und der Nebelparder (Neofelis nebulosa). Das frĂŒher zu findende Sumatra-Nashorn ist ausgerottet und es gibt nur noch wenige Elefanten. Auch der Gaur ist sehr selten geworden. Nagaland verfĂŒgt ĂŒber eine sehr reiche Vogelwelt mit geschĂ€tzt ĂŒber 400 Arten. Von den Reptilien ist der Gangesgavial fast ausgerottet und auch einige Schildkröten- und Eidechsenarten sind stark dezimiert.

GrĂ¶ĂŸte StĂ€dte

(Stand: VolkszÀhlung 2001)

Bevölkerung

Demografie

Nach der indischen VolkszĂ€hlung 2011 hat Nagaland 1.980.602 Einwohner. Damit gehört Nagaland zu den kleineren Bundesstaaten Indiens. Die Bevölkerungsdichte Nagalands betrĂ€gt 119 Einwohner pro Quadratkilometer und liegt damit deutlich unter dem gesamtindischen Durchschnitt von 382 Einwohnern pro Quadratkilometer. 29,0 Prozent der Einwohner des Bundesstaates leben in StĂ€dten. Der Urbanisierungsgrad entspricht damit dem Landesdurchschnitt von 31,2 Prozent. Als einziger Bundesstaat Indiens hat Nagaland eine negative Bevölkerungsentwicklung: Zwischen 2001 und 2011 schrumpfte die Einwohnerzahl um 0,5 Prozent. Die Alphabetisierungsquote in Nagaland lag bei der VolkszĂ€hlung 2001 mit 80,1 Prozent ĂŒber dem Mittelwert Indiens (74,0 Prozent).

Nagaland wird ĂŒberwiegend von Naga besiedelt. Dabei handelt es sich um einen Oberbegriff fĂŒr eine Gruppe von indigenen Völkern des indischen Nordostens. Indische Regierungsstellen zĂ€hlen sie zu den „Stammesvölkern“, denen besondere Rechte zukommen (scheduled tribes). Nach der VolkszĂ€hlung 2001 machen die Naga 87,5 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates aus und teilen sich auf 16 verschiedene StĂ€mme auf. Diese sind (in GrĂ¶ĂŸenordnung) die Konyak, Sema, Ao, Lotha, Chakhesang, Angami, Phom, Sangtam, YimchungrĂŒ, Zeliang, Chang, Rengma, Khiamniungan, Pochury, Tikhir und Chirr. Außer den Naga werden weitere 1,6 Prozent der Einwohner Nagalands zur Stammesbevölkerung gezĂ€hlt. GrĂ¶ĂŸtenteils handelt es sich dabei um Angehörige der Kuki. Die restliche Bevölkerung besteht aus Einwanderern aus anderen Teilen Indiens.

Sprachen

In Nagaland herrscht eine enorme Sprachenvielfalt. Die verschiedenen Naga-StĂ€mme sprechen unterschiedliche tibetobirmanische Sprachen aus der Untergruppe der Kuki-Chin-Naga-Sprachen, deren Namen meist mit denen der entsprechenden StĂ€mme identisch sind. Eine gegenseitige VerstĂ€ndigung ist unter den Sprechern der unterschiedlichen Naga-Sprachen nicht möglich. Nach der VolkszĂ€hlung 2001 gibt es in Nagaland 14 Naga-Sprachen, deren Sprecher jeweils mindestens ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, wobei keine von ihnen einen Anteil von mehr als 15 Prozent erreicht. Diese Sprachen sind (absteigend nach der Anzahl der Sprecher sortiert) Ao, Konyak, Lotha, Angami, Phom, Sema, YimchungrĂŒ, Sangtam, Chakru, Chang, Zeliang, Rengma, Khezha und Khiamniungan.

Unter der nicht-indigenen Bevölkerung sind die indoarischen Sprachen Bengali (3,3 Prozent), Hindi (3,2 Prozent), Nepali (1,9 Prozent) und Assamesisch (0,9 Prozent) verbreitet. Als Verkehrssprache dient ein Nagamesisch genanntes Pidgin auf Grundlage des Assamesischen. Amtssprache des Bundesstaates ist Englisch.

Religionen

Die vorherrschende Religion in Nagaland ist das Christentum. Nach der VolkszÀhlung 2011 sind 88 Prozent der Einwohner des Bundesstaates Christen. Nagaland ist damit der indische Bundesstaat mit dem höchsten christlichen Bevölkerungsanteil und neben den ebenfalls im indischen Nordosten gelegenen Bundesstaaten Mizoram und Meghalaya einer von drei Bundesstaaten, in denen Christen die Bevölkerungsmehrheit stellen. Der hohe christliche Bevölkerungsanteil ist Folge der Christianisierung der Naga durch amerikanische Missionare ab dem spÀten 19. Jahrhundert. Die Mehrzahl der Christen in dem Bundesstaat sind Baptisten. Nagaland gilt als die Region mit dem weltweit höchsten baptistischen Bevölkerungsanteil. Unter der aus anderen Teilen Indiens zugewanderten Bevölkerung sind Hinduismus (8,7 Prozent) und Islam (2,5 Prozent) verbreitet.

Geschichte

Die genaue Herkunft der namensgebenden Naga-StĂ€mme ist unbekannt. Eine Einwanderung aus SĂŒdwestchina, SĂŒdostasien oder den nördlichen mongolischen Regionen wird diskutiert. Die Naga waren bei der Entstehung des Ahom-Reiches in Assam 1228 schon im spĂ€teren Nagaland ansĂ€ssig. Die Nagas lebten in kriegerischen Stammesgesellschaften und praktizierten unter anderem die Kopfjagd. Nach dem Ende des Ahom-Reiches in Assam kam dieses 1826 unter die Kontrolle der Britischen Ostindien-Kompanie. Die Nagas gerieten durch ihre Praxis, RaubzĂŒge in das Tiefland zu unternehmen in Konflikt mit den Briten und diese antworteten mit verschiedenen Strafexpeditionen nach Nagaland, die jedoch zu keiner dauerhaften Befriedung fĂŒhrten. Im Jahr 1866 errichtete die britisch-indische Administration in Samaguting (ab 1878 in Kohima) einen Verwaltungsposten, um das Gebiet administrativ zu organisieren. 1879/80 kam es zu einem landesweiten Aufstand, der durch britische Truppen im Gefecht von Khonoma niedergeschlagen wurde. Danach gaben die Naga ihren bewaffneten Widerstand weitgehend auf. In der Folgezeit kamen christliche Missionare ins Land, die einen großen Teil der Bevölkerung von den bisherigen ethnischen Religionen zum Christentum bekehrten. Ein Teil des Landes wurde durch die Briten als Distrikt organisiert (Naga Hills district), der weiter zum Bergland hin gelegene Teil blieb weitgehend unorganisiert (Naga tribal area). Formal unterstanden die Gebiete dem Gouverneur der Provinz Assam.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das benachbarte Burma von japanischen Truppen besetzt. Auf dem Gebiet Nagalands fanden Kampfhandlungen statt, unter anderem die Schlacht von Kohima vom 4. April bis 22. Juni 1944, die den Beginn der britischen Gegenoffensive in Burma einleitete.

Schon zu Zeiten Britisch-Indiens bewahrten sich die Naga ein ausgesprochenes Eigenbewusstsein. Dies kam in dem Memorandum vom 10. Januar 1929, das Naga-FĂŒhrer der britischen Simon-Kommission vorlegten, zum Ausdruck. Darin erbaten die Nagas eine weitere Respektierung ihrer Sonderrechte durch die Kolonialadministration. Nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1947 schloss sich Nagaland Indien an. In den ersten Jahren nach der UnabhĂ€ngigkeit forderten Naga-Politiker den Zusammenschluss aller Naga-Gebiete (die Teilung in Naga Hills district und Naga tribal area bestand weiter fort) sowie eine weitgehende Autonomie Nagalands und liebĂ€ugelten mit der vollstĂ€ndigen UnabhĂ€ngigkeit. Es kam zu bewaffneten Auseinandersetzungen, die zum lĂ€ngeren Einsatz der indischen Armee fĂŒhrten.

Am 1. Dezember 1957 trat der Naga Hills-Tuensang Area Act, 1957 in Kraft, der aus Naga Hills district und Naga tribal area die Naga Hills-Tuensang Area (NHTA) formte, die den Status eines zentral direkt durch den Gouverneur von Assam administrierten Territoriums erhielt. Dieser Status stellte die Naga nicht zufrieden und die gewalttÀtigen Auseinandersetzungen zwischen den staatlichen AutoritÀten und militanten Naga-Aktivisten gingen weiter. Die Auseinandersetzungen fanden weitgehend ihr Ende, als Nagaland am 1. Dezember 1963 mit Inkrafttreten des State Of Nagaland Act, 1962 ein eigener indischer Bundesstaat wurde.

Politik

Politisches System

Die Legislative des Bundesstaates Nagaland besteht aus einem Einkammernparlament, der Nagaland Legislative Assembly. Die 60 Abgeordneten des Parlaments werden alle fĂŒnf Jahre durch Direktwahl bestimmt. Das Parlament hat seinen Sitz in Kohima. Der Chief Minister (Regierungschef) Nagaland, wird vom Parlament gewĂ€hlt. An der Spitze des Bundesstaats steht jedoch der vom indischen PrĂ€sidenten ernannte Gouverneur (Governor). Seine Hauptaufgaben sind die Ernennung des Chief Ministers und dessen Beauftragung mit der Regierungsbildung. Der fĂŒr Nagaland zustĂ€ndige höchste Gerichtshof ist der Gauhati High Court mit Sitz in Guwahati. Eine Zweigstelle besteht in Kohima.

Nagaland stellt jeweils einen Abgeordneten in der Lok Sabha, dem Unterhaus des indischen Parlaments, und im Oberhaus, der Rajya Sabha.

Parteien

Nagaland wurde seit 2003 von der Regionalpartei Naga People’s Front (NPF) regiert. Bei der Parlamentswahl im Februar 2013 gewann sie mit 38 von 60 Sitzen die absolute Mehrheit. Die wichtigste Oppositionspartei war die Kongresspartei, die sechs Abgeordnete stellte. Weiterhin im Parlament vertreten waren die Nationalist Congress Party (NCP) mit vier Sitzen, die Bharatiya Janata Party (BJP) und die Janata Dal (United) (JD(U)) mit jeweils einem Sitz sowie sieben unabhĂ€ngige Kandidaten. Als Ergebnis der Wahl wurde der NPF-Politiker Neiphiu Rio im Amt bestĂ€tigt. Nachdem Rio in die Lok Sabha eingezogen war, ersetzte ihn sein Parteikollege T. R. Zeliang am 24. Mai 2014 als Chief Minister Nagalands. Auch bei den gesamtindischen Parlamentswahlen 2004, 2009 und 2014 gewann die NPF den Wahlkreis Nagaland.

Am 22. November 2015 schlossen sich alle 8 Abgeordneten der Kongresspartei im Parlament der Regierungspartei NPF an, so dass danach alle Parlamentsabgeordneten der regierenden Koalition angehörten.

Im Januar 2017 entzĂŒndeten sich öffentliche Proteste an der Frage einer Frauenquote von 33 % bei Wahlen zu Gemeindeparlamenten. Verschiedene Stammesorganisationen machten geltend, dass die in der Verfassung Indiens verankerte Quote die Verfassungsklausel 371A verletze, die politische und soziale Gepflogenheiten der Nagas unter besonderen Schutz stellt. Am 31. Januar 2017 wurden bei Auseinandersetzungen in Dimapur zwei Jugendliche getötet. Weitere Unruhen und Generalstreiks (bandhs) erzwangen am 19. Februar 2017 den RĂŒcktritt von Chief Minister T. R. Zeliang. Sein Nachfolger wurde am 22. Februar 2017 Shurhozelie Liezietsu. T. R. Zeliang sammelte daraufhin seine AnhĂ€nger in der NPF-Fraktion und leitete eine innerparteiliche Revolte gegen seinen Nachfolger. Trotz Parteiausschluss aus der NPF schaffte er es, genĂŒgend UnterstĂŒtzung unter den Parlamentsabgeordneten zu gewinnen, so dass er am 19. Juli 2017 erneut zum Chief Minister ernannt wurde. Liezietsu und Zeliang einigten sich in der Folgezeit wieder und vereinten ihre politischen KrĂ€fte um ein politisches comeback des frĂŒheren Parteivorsitzenden Neiphiu Rio in Nagaland zu verhindern.

Bei der Parlamentswahl in Nagaland am 27. Februar 2018 kam es zu erheblichen Verschiebungen im Parteienspektrum. Die Bharatiya Janata Party (BJP), die bei der Wahl 2013 nur einen einzigen der 60 Wahlkreise gewinnen konnte, gewann diesmal 12. Die NPF kam auf 27, die Nationalist Democratic Progressive Party (NDPP), eine mit der BJP verbĂŒndete Abspaltung der NPF, kam auf 16 Mandate. Zwei Mandate gewann die National People’s Party (NPP) und je ein Mandat erhielten ein UnabhĂ€ngiger, sowie ein Kandidat der Janata Dal (United).

Am 8. MĂ€rz 2018 wurde der NDPP-ParteifĂŒhrer Neiphiu Rio durch den Gouverneur zum neuen Chief Minister ernannt. Seine Regierung wird wesentlich durch die BJP gestĂŒtzt.

Verwaltungsgliederung

Der Bundesstaat Nagaland ist in folgende elf Distrikte untergliedert (Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte nach der VolkszÀhlung 2011):

Wirtschaft

Mit einem Wert von 0,681 erreicht Nagaland 2015 den 11. Platz unter den 29 Bundesstaaten Indiens im Index der menschlichen Entwicklung.

Landwirtschaft

Die Wirtschaft Nagalands ist immer noch relativ stark durch die Landwirtschaft geprĂ€gt. In diesem Sektor waren 2011 45,5 % der Bevölkerung beschĂ€ftigt. Der Beitrag der Landwirtschaft zur gesamten volkswirtschaftlichen Wertschöpfung nimmt allerdings laufend ab und betrug im Jahr 2016/17 etwa 28,1 %. Betrieben wird vor allem Terrassenreisanbau, Nassreisanbau und traditionelle Brandrodung. Reis ist das wichtigste angebaute Grundnahrungsmittel und wird auf etwas mehr als 50 % der landwirtschaftlich genutzten FlĂ€che angebaut. Die Gesamtreisproduktion lag im Jahr 2016/17 bei 478.210 Tonnen. Deutlich ansteigend und durch die Regierung gefördert ist der Anbau von Obst und GemĂŒse. Zwischen 2011/12 und 2014/15 stieg die Produktion um 85 bzw. 117 %. Angebaut werden Ananas, Bananen, ZitrusfrĂŒchte, ZitronengrĂ€ser, Passionsfrucht, Schwarzer Kardamom, Kurkuma, Papaya und Litschi. An PlantagenfrĂŒchten werden Kokosnuss, Betelnuss, Cashewnuss und Kaffeebohnen geerntet. Auch der Zierpflanzenbau spielt mit der Produktion von Rosen, Lilien, Inkalilien, Flamingoblumen, Gerbera und Orchideen eine Rolle.

Die offizielle Statistik zĂ€hlte im Jahr 2012 3,2 Millionen Nutztiere, darunter etwa eine halbe Million Schweine, 2 Millionen HaushĂŒhner, und 235.000 Rinder. Im Jahr 2015/16 lag der Verbrauch an Fleisch, Eiern und Milch etwa 50 Prozent höher als die eigene Produktion, so dass dies wesentliche ImportgĂŒter sind. Durch die Regierung wird daher die Nutztierhaltung, insbesondere Schweinezucht gefördert.

Die gesamte WaldflĂ€che wurde 2013 auf 13.347 kmÂČ beziffert, was etwa 80,5 % der FlĂ€che des Bundesstaats entsprach. Davor wurden allerdings nur 134 kmÂČ als „sehr dichter Wald“ klassifiziert, 28,3 % als „mĂ€ĂŸig dicht“ und 42,1 % als „offener Wald“. Den höchsten Anteil an WaldflĂ€che hatte der Distrikt Kohima (87 %), den niedrigsten der Distrikt Dimapur (54 %). Als ein Problem wird die schnell voranschreitende Entwaldung gesehen.

Handel, Gewerbe und Industrie sowie mineralische Rohstoffe

Obwohl sich die Regierungen Nagalands seit Jahren bemĂŒhen, insbesondere exportorientierte Gewerbe und Industrien anzusiedeln, sind die Erfolge bisher eher bescheiden. Die Industrie ist gering entwickelt. Es dominieren dabei textilverarbeitende Betriebe und solche, die landwirtschaftliche Produkte verarbeiten.

Nagaland gilt als reich an mineralischen Rohstoffen. Dazu zĂ€hlen Erdöl- und ErdgasvorrĂ€te im Nordwesten entlang der Grenze zu Assam, deren VorrĂ€te auf 600 Millionen Tonnen geschĂ€tzt werden. Die KohlelagerstĂ€tten werden auf 317 Millionen Tonnen veranschlagt, Kalkstein und Marmorressourcen auf 1000 Millionen Tonnen. Hinzu kommen etwa 5 Millionen Tonnen an verschiedenen Buntmetallen (Nickel, Kobalt und Chrom), andere Metalle wie Zink und MolybdĂ€n, sowie möglicherweise auch Edelmetallvorkommen (Gold, Platin) in den sĂŒdwestlichen Distrikten Phek, Kiphire und Tuensang.

Tourismus

Dem Tourismus wird ein großes Wachstumspotential eingerĂ€umt. Bisher ist er nur gering entwickelt. In der Saison 2016–2017 wurde Nagaland von 58.178 einheimischen und 3260 auswĂ€rtigen Touristen besucht. Ein Haupt-Touristenmagnet ist das jĂ€hrliche Hornbill Festival im Dezember. In Nagaland gilt seit 1989 die Prohibition, d. h. der Kauf alkoholischer GetrĂ€nke ist nicht legal möglich. Der private Konsum ist nicht strafbar und die Kontrollen sind nach Berichten sehr oberflĂ€chlich.

Infrastruktur

Straßen und Eisenbahnen

Der Straßentransport hat in Bezug auf die Transportinfrastruktur die grĂ¶ĂŸte Bedeutung. 2016/16 gab es 12.080 Kilometer Straßen. Hinzu kamen 1546,7 km National Highways. Im August 2016 legte der damalige Eisenbahnminister Suresh Prabhu den Grundstein fĂŒr die 88 km lange Eisenbahnlinie Dimapur-Zubza-Kohima. Der Baubeginn hatte sich wegen Eigentumsfragen um 6 Jahre verzögert.

Flugverkehr

Innerhalb Nagalands hat der Flugverkehr nur geringe Bedeutung (es gibt einige wenige Hubschrauberverbindungen). Der einzige grĂ¶ĂŸere Flughafen ist der Flughafen Dimapur, der 7 km von Dimapur und etwa 70 km von Kohima entfernt ist. Von hier gibt es LinienflĂŒge nach Kalkutta in Westbengalen und Dibrugarh in Assam.

Stromversorgung

Im Jahr 2015/16 wurde elektrische Energie zu 59 Prozent aus Wasserkraft, 17 % aus Kohle und 24 Prozent aus Gas gewonnen. In der regenarmen Jahreszeit (November bis Mai) reduziert sich der Anteil der Wasserkraft auf etwa 30 Prozent, wodurch es wiederholt zu EngpÀssen kam. Andererseits können in der regenreichen Monsunperiode aufgrund von unzureichender Stromnetze die maximalen KapazitÀten gar nicht ausgenutzt werden. Der Spitzenbedarf lag 2015/16 bei 156 MW und es wurde geschÀtzt, dass dieser bis zu den Jahren 2020 und 2030 auf 250 MW bzw. 500 MW ansteigen wird. 2015/16 waren von den 436.217 Haushalten 141.049 (32 %) noch nicht elektrifiziert, davon 24.566 in stÀdtischen und 116.483 in lÀndlichen Regionen.

Postwesen

Das Postwesen wurde kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 2014/15 gab es 328 PostÀmter.

Naturparks und Naturschutz

Nagaland hatte im Jahr 2016 einen Nationalpark und drei Wildreservate (Wildlife Sanctuaries). Der Umweltschutzgedanke dringt durch großangelegte AufklĂ€rungsprogramme und durch die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung allmĂ€hlich in das Allgemeinbewusstsein. Ein Beispiel hierfĂŒr ist der weitgehende RĂŒckgang der Jagd auf den Amurfalken, der frĂŒher in einer Zahl von bis zu etwa 100.000 jĂ€hrlich in großen Netzen gefangen und getötet worden war. Nach internationalen Protesten wurde die Jagd verboten und ein großangelegtes Erziehungsprogramm begonnen, so dass die Zugvögel seit 2013 wieder weitgehend ungehindert durch Nagaland fliegen.

Weblinks

  • Webseite der Regierung von Nagaland (englisch)
  • AusfĂŒhrlicher deutscher Reisebericht mit (wenig genauen) Hintergrundinfos

Einzelnachweise


 

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auch:

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: State

Fläche ca.: 16265.80 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 27.033
südlichster Punkt: 25.206
westlichster Punkt: 93.336
östlichster Punkt: 95.247

 
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