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Gebirge in Toskana: 5
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Region Informationen Region: Toskana

Informationen:


Die Toskana (italienisch Toscana, frĂŒher Etruria) ist eine Region in Mittel-Italien. Sie grenzt im Norden an Ligurien und die Emilia-Romagna, im Osten an die Marken und an Umbrien und im SĂŒden an Latium. Die Toskana gilt als historische Landschaft, bedeutende Kulturlandschaft und Kernland der Renaissance.

Ihre Bezeichnung leitet sich von dem in der Antike dort ansÀssigen Volk der Etrusker ab.

Geografie

Die Toskana hat eine FlĂ€che von rund 22.990 kmÂČ und 3.722.729 Einwohner (Stand 31. Dezember 2019). Die Hauptstadt ist Florenz im Norden der Region. Weitere wichtige StĂ€dte sind Arezzo, Grosseto, Livorno, Lucca, Pisa, Pistoia, Prato und Siena. HauptflĂŒsse sind der Arno (im Norden) und der Ombrone (im SĂŒden).

Die Toskana ist bekannt fĂŒr ihre hĂŒgelige Landschaft, die sich besonders durch die vielen Pinien, SĂ€ulenzypressen, OlivenbĂ€ume und Weinreben auszeichnet. Ihr höchster Berg ist der Monte Prado (2054 m). Die Toskana hat Waldgebiete von 10.000 km2 FlĂ€che. In ihrem SĂŒden befindet sich ein großes Naturschutzgebiet, der Parco dell’Uccellina, mit außergewöhnlich seltener Flora und Fauna.

Der Toskanische Archipel umfasst neben Elba, der drittgrĂ¶ĂŸten Insel Italiens, unter anderen auch die kleineren Inseln Giglio, Capraia, Pianosa, Montecristo, Giannutri und Gorgona.

Landschaften

Zu den bekanntesten und beliebtesten Landschaften der Toskana zĂ€hlen die Maremma im SĂŒden, das Chianti-Gebiet zwischen Florenz und Siena sowie die Versilia-KĂŒste im Nordwesten und die Etruskische Riviera, die sich von Livorno bis nach Piombino entlang der toskanischen KĂŒste erstreckt. Im Norden wird die Toskana durch den Apennin, dessen HöhenzĂŒge als Apuanische Alpen eine Höhe von knapp 2000 Metern und im Appennino Tosco-Emiliano von ĂŒber 2000 Metern erreichen, begrenzt. Weitere Landschaften sind das Gebiet des Monte Amiata, der Mugello, das Chianatal (Val di Chiana), die Lunigiana und Garfagnana, das Elsatal (Val d’Elsa) und Val d’Orcia (Orcia-Tal), die Montagnola Senese und die Crete Senesi sowie die Colline Metallifere und das Casentino.

Verwaltungsgliederung

Die Hauptstadt der Toskana ist Florenz. Die Region Toskana gliedert sich in neun Provinzen und eine Metropolitanstadt:

Wirtschaft

Die Wirtschaft der Toskana wird hauptsĂ€chlich durch Tourismus und Anbau von Wein und Gewinnung von Olivenöl sowie durch Kunsthandwerk geprĂ€gt. Zu den bekanntesten toskanischen Weinen zĂ€hlen der Chianti, der Sassicaia, der Brunello di Montalcino und der Vino Nobile di Montepulciano. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist seit der Herrschaft der Etrusker die Stahlproduktion in der Gegend um Piombino. An BodenschĂ€tzen finden sich Eisenerz, Pyrit, Zinkerz, Quecksilber, Marmor (aus Carrara und Massa) und Salz. Bergbau wurde hauptsĂ€chlich in der Gegend um Gavorrano und Ribolla betrieben. Die Rinderrasse Chianina, die grĂ¶ĂŸte der Welt, hat ihren Ursprung ebenfalls in der Toskana.

Die Toskana gehört zu den wohlhabendsten Teilen des Landes. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreicht die Region einen Index von 105 (Durchschnitt EU-25: 100) (2015). Mit einem Wert von 0,903 erreicht die Toskana Platz 5 unter den 21 Regionen und autonomen Provinzen Italiens im Index der menschlichen Entwicklung.

Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 8,6 %.

Geschichte

Wappen

Blasonierung: In Rot ein nach links aufspringender silberner Pegasus.

Antike

Als Kerngebiet der Etrusker war Etrurien eines der bedeutenden LÀnder im Mittelmeerraum, bevor es vom 4. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. vom Römischen Reich schrittweise unterworfen und in die Römische Republik eingegliedert wurde.

Seit Kaiser Augustus bildete das Gebiet unter dem Namen „Etruria“ die siebente von elf Regionen, in die Italien zu administrativen Zwecken gegliedert worden war. Unter Kaiser Diokletian wurde es Ende des 3. Jahrhunderts mit Umbrien in der Provinz „Tuscia et Umbria“ vereinigt, ein Arrangement, das mindestens bis ins Jahr 400 andauerte.

Der römische Historiker Ammianus Marcellinus unterschied Ende des 4. Jahrhunderts zwischen „tuscia suburbicaria“ (sĂŒdlich des Arno) und „tuscia annonaria“ (nördlich des Arno).

Mittelalter

Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches geriet Tuscia unter den Einfluss der Heruler, der Ostgoten, der Westgoten, des Byzantinischen Reiches und des Langobardischen Königreiches. Unter den Langobarden wurde „Tuscia Langobardorum“, bestehend aus den Bezirken Viterbo, Corneto und Bolsena, unterschieden vom weiter nördlich liegenden „Tuscia Regni“.

Mit der „Pippinischen Schenkung“ kam der sĂŒdliche Teil (in etwa die heutige Provinz Viterbo) 754 zum Patrimonium Petri; der nördliche Teil wurde zur Markgrafschaft Tuszien, die unter den Staufern zusammen mit der Lombardei und der Markgrafschaft Verona das Königreich Italien im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bildete.

Unter Karl dem Großen wurde der Name „Tuscia“ bzw. „Toscana“ auf die „Tuscia Regni“ eingeengt. Der frĂ€nkische Markgraf Bonifatius II. kĂ€mpfte um 828 in Afrika erfolgreich gegen die Sarazenen. Markgraf Adalbert I. ergriff die Partei Karlmanns gegen dessen Bruder Ludwig III. von Frankreich und erlitt in der Folge Exkommunikation und Inhaftierung. Adalbert II. der Reiche (Markgraf von Tuszien), der die ehrgeizige Bertha, Tochter des lotharingischen Königs Lothar II., heiratete, spielte eine prominente Rolle in der Politik seiner Zeit.

Ein nachfolgender Markgraf, Hugo der Große, wurde 989 auch Herzog von Spoleto. Die mĂ€nnliche Linie der Markgrafen endete mit Bonifaz II. (oder III.), der 1052 ermordet wurde. Seine Witwe Beatrix heiratete 1055 Gottfried, Herzog von Lothringen, und regierte das Land bis zu ihrem Tod 1076. Dann folgte ihr Matilda, ihr einziges Kind von ihrem ersten Ehemann. Matilda starb 1115 ohne Nachkommen und hinterließ all ihre umfangreichen BesitztĂŒmer zuerst der Kirche, setzte dann aber 1111 den Kaiser zu ihrem Erben ein. Daraus folgte eine lange Streiterei zwischen den PĂ€psten, die das Erbe beanspruchten, und den Kaisern, die sich einerseits auf das Erbe von 1111 beriefen, andererseits der GrĂ€fin das Recht absprachen, ĂŒber kaiserliche Lehen zu verfĂŒgen. Der Konflikt um die Mathildischen GĂŒter ermöglichte es den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten der Toskana, allmĂ€hlich ihre UnabhĂ€ngigkeit zu gewinnen. Die wichtigsten dieser toskanischen Republiken waren Florenz, Pisa, Siena, Arezzo, Pistoia und Lucca.

Zeit der Stadtrepubliken

Die florentinische Republik eroberte im 15. Jahrhundert wichtige toskanische StĂ€dte und wurde innerhalb der Toskana und Italiens immer dominanter. Siena besiegte im Jahr 1260 Florenz in der großen Schlacht von Montaperti, ohne dass Florenz dabei dauerhaften Schaden erlitt. Siena verlor seine SelbststĂ€ndigkeit erst wieder im 16. Jahrhundert und wurde an das Herzogtum bzw. Großherzogtum Toskana angeschlossen. Lucca blieb noch bis ĂŒber die Napoleon-Herrschaft hinaus unabhĂ€ngig von der Toskana. FĂŒr eine detaillierte Darstellung dieses Teils der Geschichte, siehe auch Republik Florenz, Republik Siena, Republik Pisa

Großherzogtum Toskana

Das Großherzogtum Toskana (italienisch Granducato di Toscana) entstand in dieser Form im 16. Jahrhundert unter Cosimo I. de’ Medici. Es war formal ein Lehen des römisch-deutschen Kaisers als Teil Reichsitaliens und gelangte 1737 mit dem Tod Gian Gastone de’ Medicis in den Besitz der Habsburger. Als Peter Leopold 1790 als Leopold II. Kaiser wurde, machte er das Großherzogtum zu einer Sekundogenitur des Hauses Österreich-Lothringen. Mit Unterbrechungen wĂ€hrend der Revolutionszeit und der napoleonischen Ära blieb das Großherzogtum bis zum Aufgehen im Königreich Italien im Jahr 1861 habsburgisch.

Tourismus und SehenswĂŒrdigkeiten

Der Tourismus ist fĂŒr die Bewohner der Toskana eine der wichtigsten Einnahmequellen. Die Toskana besitzt eine große Anzahl an historisch und kunstgeschichtlich bedeutsamen StĂ€dten, meist etruskischen Ursprungs. Hauptziel der Touristen ist Florenz mit dem Dom, den Uffizien, dem Ponte Vecchio und den vielen RenaissancepalĂ€sten. Aber auch Pisa, mit dem berĂŒhmten Schiefen Turm, Siena, mit dem alljĂ€hrlichen Pferderennen namens Palio, sowie San Gimignano, ein von mittelalterlicher Architektur geprĂ€gter Ort, der zum Weltkulturerbe der UNESCO zĂ€hlt, sind beliebte Stationen auf einer Kulturreise durch die Toskana.

Badetouristen finden gute Bedingungen an der Etruskischen Riviera und der KĂŒste der Maremma entlang des Festlands sowie auf der Insel Elba, die ĂŒber den FĂ€hrhafen Piombino erreicht werden kann. Die 397 km lange KĂŒste der Toskana ist abwechslungsreich: Der nördliche Abschnitt, die Versilia, bietet lange, breite und vor allem feinsandige StrĂ€nde. Der sich anschließende Teil, die etruskische Riviera, weist viele einsame Buchten auf, die zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen sind. Viel besuchte SeebĂ€der sind Viareggio und Forte dei Marmi.

Eine weitere Attraktion sind die vielen Thermalquellen der Toskana, besonders die Kurorte Montecatini Terme, Gambassi Terme, San Casciano dei Bagni, Bagno Vignoni, Rapolano Terme und Saturnia sowie das kleine Örtchen Bagni San Filippo.

Die Toskana erlangte als Synonym fĂŒr hedonistische Lebensart eine gewisse BerĂŒhmtheit als bevorzugtes Reiseziel einer Gruppe linksliberaler deutscher Intellektueller („Toskanafraktion“).

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Galerie

"Toskana" außerhalb Italiens

Etliche RegionalrĂ€ume außerhalb Italiens werden wegen ihrer geologischen Ähnlichkeit mit der Toskana und ihrer vergleichbaren Vegetation als „Toskana“ bezeichnet.

Beispiele in Deutschland:

  • Das MarkgrĂ€flerland gilt als "Toskana Deutschlands", ebenso auch die Weinbaugebiete in Rheinhessen.
  • Die UNESCO-BiosphĂ€renregion „Bliesgau“ im Saarland wird landlĂ€ufig als „Toskana des Saarlandes“ bezeichnet.
  • Der östliche Teil des Weimarer Landes um Bad Sulza in ThĂŒringen wird gleichwertend als „Toskana des Ostens“ bezeichnet. Dies hat zu einer Partnerschaft der Orte Apolda und San Miniato, ausgehend von Letzterer, gefĂŒhrt, die als Partnerschaft auf die umgebende Gegend ausgedehnt wurde.

In Österreich wird das Weingebiet in der SĂŒdweststeiermark „Steirische Toskana“ genannt.

Siehe auch

  • Toskanische KĂŒche
  • Renaissance

Literatur

ArchÀologie

  • Atlante dei siti archeologici della Toscana, L’erma di Bretschneider, Rom 1992.
  • Emiliano Scampoli: Firenze, archeologia di una citta (secoli I a.C.–XIII), Firenze University Press, 2010.
  • Antonio Radmilli: Il popolamento umano dell’Arcipelago Toscano prima dell’etĂ  romana, Forli 1975, S. 899–916 (wissenschaftsgeschichtlich bedeutend). (online, PDF)
  • Jean-Marc Irollo: Histoire des Étrusques – l’antique civilisation toscane VIIIe – Ier siĂšcle av. J.-C. Perrin, Paris 2004, ISBN 2-262-02066-3
  • Friedhelm Prayon: Die Etrusker. Geschichte – Religion – Kunst (= Beck’sche Reihe. C. H. Beck Wissen 2040). 1. Auflage. Beck, MĂŒnchen 1996 (5. ĂŒberarbeitete Auflage. Beck, MĂŒnchen 2010)

Geschichte

  • Didier Boisseuil: Le thermalisme en Toscane Ă  la fin du Moyen Age – les bains siennois de la fin du XIIIe siĂšcle au dĂ©but du XVIe siĂšcle. École Française de Rome [u. a.], Rome 2002, ISBN 2-7283-0574-9
  • Jean Boutier: Florence et la Toscane – XIVe – XIXe siĂšcles; les dynamiques d’un État italien. Presses Univ. de Rennes, Rennes 2004, ISBN 2-86847-992-8
  • Robert Davidsohn: Geschichte von Florenz. 4 Bde., Berlin 1896ff. (deutschsprachiges Standardwerk, wenn auch veraltet)
  • Gloria Fossi: Florenz – blĂŒhende Metropole der Toskana; ein Begleiter durch Geschichte, Kunst und Kultur. Callwey, MĂŒnchen 1987, ISBN 3-7667-0824-4
  • John M. Najemy: A History of Florence 1200–1575, Blackwell 2006, Wiley 2008.
  • Cinzio Violante: Economia, societĂ , istituzioni a Pisa nel Medioevo, Dedalo, Bari 1980.
  • Ulrich Wyrwa: Juden in der Toskana und in Preußen im Vergleich. AufklĂ€rung und Emanzipation in Florenz, Livorno, Berlin und Königsberg in Preußen, Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2003.

KulturfĂŒhrer

  • Mariella Sgaravatti Poli, Mario Ciampi: KĂŒnstlergĂ€rten in der Toskana. Hirmer, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-7774-2555-9
  • Klaus Zimmermann: Toscana: das HĂŒgelland und die historischen Stadtzentren. DuMont, Köln 1996, ISBN 3-7701-3556-3
  • Sophie Bajard: Villen und GĂ€rten der Toskana. Mit 230 Farbfotographien von Raffaello Bencini. 224 Seiten, Editiones Pierre Terrail, Paris 1992, ISBN 2879390583 + ISBN 9782879390581.

Weblinks

  • WebprĂ€senz der Region Toskana (italienisch)
  • Linkkatalog zum Thema Toskana bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Istituto Nazionale di Studi Etruschi ed Italici
  • Arbeitsgemeinschaft "Etrusker und Italiker", Deutscher ArchĂ€ologen-Verband e.V.

Einzelnachweise



 

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auch: Toscana, Tuscany, Toscane
Wappen/Flagge: Toskana

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Region

Fläche ca.: 22934.90 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 44.4725475
südlichster Punkt: 42.2376428
westlichster Punkt: 9.6867915
östlichster Punkt: 12.3723258

 
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