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Region Informationen Gouvernement: Ma`an

Informationen:


Das Gouvernement Maʿan (arabisch محافظة معان, DMG Muḥāfaẓat Maʿān) ist eines der zwölf Gouvernements Jordaniens. Sitz der Gouvernementsverwaltung ist das gleichnamige Maʿan.

Lage und Geographie

Das Gouvernement Maʿan liegt im Südosten des Landes. Es grenzt im Norden ans Gouvernement Amman, im Westen an die Gouvernements al-Karak, at-Tafila und Aqaba sowie im Osten und Süden an das Königreich Saudi-Arabien.

Das Gouvernement wird größtenteils von Wüste bedeckt, im Westen des Gouvernements liegt die asch-Scharat-Bergkette mit mehreren Berggipfeln über 1500 m.

Das Gouvernement umfasst eine Fläche von 32.832 km² und nimmt damit mehr als ein Drittel des gesamten Staatsgebiets ein.

Geschichte

Das Gouvernement Maʿan ist reich an Geschichte, wie unter anderem die steinzeitlichen Fundorte Basta und Baʿdscha bezeugen. Einst Teil des Herrschaftsgebiets der Edomiter, beherbergte die Region später mit Petra die Hauptstadt des Nabatäerreiches. Nachdem die Region unter anderem unter römischer Kontrolle war, wurde sie im 7. Jahrhundert n. Chr. von der Islamischen Expansion erfasst. Von der Präsenz der Kreuzfahrer zeugt noch heute die Kreuzfahrerburg Montreal.

Im Jahre 1579 errichtete die Hohe Pforte das Sandschak Maʿan als osmanische Verwaltungseinheit an der Etappe Maʿan des Pilgerwegs der Haddsch von Damaskus nach Mekka und Medina. Maʿan war auch Sitz des Verwaltungsleiters, amtlich Mutasarrıf genannt. Das Sandschak (Osmanisches Reich) war Teil des Eyâlets al-Scham (Sitz: Damaskus) und ab 1864 Vilâyets Syrien (Sitz: Damaskus). Nachdem das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland das osmanischen Chedivat Ägypten 1882 seinem Einflussgebiet einverleibt hatte, war das Sandschak Maʿan Grenzprovinz, denn seine Westgrenze verlief nicht wie seit 1923 in der Senke ʿArava, sondern weiter westlich und folgte ab Südende des Toten Meeres quer durch die Wüste Negev der südwestwärts verlaufenden Wasserscheide zwischen den Gewässersystemen des Roten Meeres und des mediterranen Levantischen Meeres bis zur ägyptischen Halbinsel Sinai.

Daher band die Hohe Pforte das Sandschak 1893 näher an sich und besetzte den Posten des Mutasarrıfen zentral, ohne sonst übliche Abstimmung mit dem ihm als Mittelinstanz vorgesetzten Wālī des Vilâyets Syrien. Das erzeugte einen Antagonismus, da der Mutasarrıf weiter dem Wālī unterstand, aber nur die Hohe Pforte ihn absetzen konnte. Der Sitz des Mutasarrıfen wurde vom öden Maʿan ins wirtlichere al-Karak verlegt. Es bürgerte sich die Bezeichnung Mutasarrıflik al-Karak ein, doch amtlich blieb es, auch in zeitgenössischen Kartenwerken, das Sandschak Maʿan (Sitz: al-Karak).

Der osmanische Versuch im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Mittelmächte, den Suezkanal zu blockieren, um so die Verbindungen zwischen den Teilen des Britischen Imperiums auf weite Umwege zu zwingen und im Falle eines Sieges das bis 1882 verlorene Ägypten dem britischen Einfluss wieder zu entreißen, endete schließlich mit der Niederlage und Auflösung des Osmanischen Reiches. Siegreiche Gegenvorstöße der Egyptian Expeditionary Force (EEF) der Triple Entente trieben die Streitkräfte der Mittelmächte vom ägyptischen Sinai immer weiter nordostwärts über die osmanische Grenze ins Mutesarriflik Jerusalem. In Tradition der europäischen Fremdbezeichnung beschrieb britisches Militär in seinen Lageberichten die levantinische Frontlinie zwischen Entente und Mittelmächten als Palästinafront, obwohl es keine osmanische Verwaltungseinheit dieses Namens und dieser territorialen Fassung gab.

Die EEF eroberte das Mutesariflik Jerusalem zwischen Januar 1916 und Dezember 1917, das die Briten in die Besatzungszone für osmanisches Territorium namens Occupied Enemy Territory Administration South (OETA South) wandelten, wie im Sykes-Picot-Abkommen 1916 ansatzweise angedacht. Die OETA South, welche die osmanische Verwaltung ersetzte, bestand aus dem osmanischen Mutesarriflik Jerusalem, den bis Herbst 1918 eroberten osmanisch-libanesischen Sandschaks al-Balqa wie Akkon und den südlichen Sandsschaks des osmanischen Syriens (Hauran, Sitz: Darʿa, und Maʿan, Sitz: al-Karak). Für den Fall, dass Fürsten aus dem Geschlecht der Haschimiten, die das osmanische Amt des Scherifen von Mekka innehatten sich aber 1916 zu Königen von Hedschas aufschwangen, durch die Arabische Revolte mit ihren Kämpfern eine weitere Front gegen das Osmanische Reich eröffnen würden, versprach London (Hussein-McMahon-Korrespondenz) die Unabhängigkeit der Arabischen Halbinsel vom Osmanischen Reich. Ab 1916 eroberten Kämpfer, rund 1.000 Mann irreguläre Kräfte und rund 2.500 übergelaufene osmanische Soldaten im Zuge der Revolte unter Haschimiten-Führern, darunter Prinz Faisal, und mit T. E. Lawrence von Arabien das Sandschak Maʿan. Inzwischen hatte London mit der Balfour-Deklaration 1917 zionistischen Vertretern eine jüdische nationale Heimstätte im noch osmanischen Heiligen Land versprochen.

In seinem Heerlager im Sandschak Maʿan empfing Prinz Faisal am 4. Juni 1918 den Zionisten Chaim Weizmann, der zwischen April und September die osmanischen Gebiete in Händen der Entente-Streitkräfte und ihrer Verbündeten besuchte. Dabei besprachen beide Chancen der Zusammenarbeit der arabischen und jüdischen Nationalbewegungen, Faisal sicherte seine Unterstützung der jüdischen nationalen Heimstätte zu, Weizmann die seinige für eine arabische Unabhängigkeit. Dann eroberten die Kämpfer der Revolte das nördlich angrenzende Sandschak Hauran und zogen am 26. September 1918 weiter nach Damaskus, das ein Korps von ANZAC-Lanzenreitern für die Entente eingenommen hatte. Dadurch gerieten sie sich mit ihren Verbündeten von der Entente ins Gehege. Es entbrannte ein Streit: Die arabische Seite beanspruchte die Levante als Teil der Arabischen Halbinsel, Britannien sah diese aber nicht als zur Halbinsel zugehörig. Die Briten überließen Damaskus wie 1916 im Sykes-Picot-Abkommen vereinbart der Entente-Macht Frankreich. Paris fühlte sich nicht an arabisch-britische Absprachen gebunden und seine Truppen vertrieben bis Juli 1920 den Haschimiten-Prinzen, den seine Kämpfer im März d. J. als Faisal I. zum König von Syrien akklamiert hatten, aus ihrem Besatzungsgebiet Territoire ennemi occupé east (TEO Est). Faisal erhielt britisches Asyl in Haifa in der OETA South.

Die westlichen Entente-Mächte entschieden Ende April 1920 auf der Konferenz von Sanremo die OETA South bis auf weiters Großbritannien zu überlassen und Frankreich die TEO Est, TEO Nord und TEO Oest, wozu völkerrechtliche Regelungen folgen sollten. Nach den Nabi-Musa-Unruhen von Anfang April 1920 beschloss der britische Oberste Gerichtshof statt der Militärregierung eine zivile OETA South einzurichten, die unter Hochkommissar Herbert Samuel ab Juli 1920 ihren Dienst antrat. Der Völkerbund legalisierte die Beschlüsse von Sanremo und erteilte 1922 Paris das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon und London das Völkerbundsmandat für Palästina, das auch das Sandschak Maʿan einschloss. Die Briten teilten 1923 jedoch Palästina entlang des Jordangrabens mit Totem Meer und ʿArava-Senke und benannten das Gebiet östlich dieser Linie, oder aus Sicht Jerusalems jenseits des Jordans, als Transjordanien. Damit errichteten sie Faisals Bruder Prinz Abdallah ibn Husain I., ebenfalls an der Revolte beteiligt, ein Emirat und einen weiteren arabischen Staat, diesmal einen in der Levante, über deren Zugehörigkeit zur Arabischen Halbinsel London und die Haschimiten gestritten hatten, um diesen Streit beizulegen. Die neue Grenze teilte das Sandschak Maʿan. Seine Gebiete westlich der ʿArava-Senke (der südliche Negev) blieben bei Palästina, alles östlich davon kam ans neue Transjordanien. Die Briten versorgten auch den von den Franzosen enthronten Faisal, dem sie 1932 das Königreich Irak schufen.

Das Emirat Transjordanien, zunächst formal weiter dem Völkerbundsmandat für Palästina unterliegend, ging 1946 als Königreich Transjordanien in die Unabhängigkeit. Es entstanden zwei Gouvernements auf dem Gebiet des Sandschaks Maʿan östlich der ʿArava, das Gouvernement al-Karak im Norden und das Gouvernement Maʿan im Süden, weiter Gouvernements waren ʿAdschlun und al-Balqaʾ. Sie wurden 1950 zu Distrikten (arabisch لواء, DMG Liwāʾ) herabgestuft, denn darüber wurden am 24. April 1950 zwei neue Gouvernements eingezogen namens Westliches Ufer (مُحَافَظَةٌ الضِّفَّةِ الْغَرْبِيَّةِ, DMG Muḥāfaẓa al-Ḍiffiyya al-Ġarbiyya ‚Gouvernement Westliches Ufer‘, Sitz: Jerusalem) und Östliches Ufer (مُحَافَظَةٌ الضِّفَّةِ الشَّرْقِيَّةِ, DMG Muḥāfaẓa al-Ḍiffiyya al-Šarqiyya ‚Gouvernement Östliches Ufer‘). Die Liwa Maʿan war jetzt ein Distrikt des Gouvernements Östliches Ufer (Sitz: Amman).

Ränge und Bezeichnungen der Verwaltungsbezirke Jordaniens änderten sich am 16. Dezember 1965 erneut: Die Gouvernements Östliches und Westliches Ufer wurden als Einheiten aufgelöst, stattdessen wurden die inzwischen acht Distrikte zu Gouvernements, womit aus dem Distrikt Maʿan wieder das Gouvernement Maʿan wurde. 1994 erhielt es durch die Abspaltung des Gouvernements Aqaba seine heutige, kleinere Form.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl beträgt 179.300 (Stand: Ende 2020). Mit 124.100 Einwohnern war Maʿan 2013 das Gouvernement mit der zweitkleinsten Bevölkerung des Landes sowie das mit der geringsten Bevölkerungsdichte. Dabei belief sich die urbane Bevölkerung auf 68.100 Personen bei 56.000 Einwohnern in ruralen Zonen. Die Arbeitslosenquote belief sich 2013 auf 15 %.

Untergliederung

Das Gouvernement Maʿan ist in vier Distrikte (liwāʾ) untergliedert: Qasaba Maʿan (mit Sitz in Maʿan), Petra (mit Sitz in Wadi Musa), asch-Schaubak (mit Sitz in asch-Schaubak), und al-Husainiyya (mit Sitz in al-Husainiyya). Der Distrikt Qasaba Maʿan ist als einziger dieser Distrikte weiter unterteilt in die fünf Subdistrikte (qadāʾ) Maʿan, Īl, al-Dschafr, al-Muraigha und Adhruh.

Transportwege

Wichtige Fernverkehrsstraßen, die in Nord-Süd-Richtung durch das Gouvernement verlaufen, sind im Westen die R15 und R35 sowie die R5 im Osten. Am südlichen Ende der R5 bei al-Mudawwara liegt ein Grenzübergang nach Saudi-Arabien.

Ebenfalls durch das Gouvernement verläuft die Aqababahn.

Sehenswürdigkeiten und besondere Orte

Größte Stadt des Gouvernements ist die Hauptstadt Maʿan, Heimat der Al-Hussein Bin Talal University und Zentrum einer Sonderwirtschaftszone.

Von großer touristischer Bedeutung ist die Gegend um Wadi Musa mit der Felsenstadt Petra, dem Siq el-Barid und dem Dschabal Harun. Weitere Sehenswürdigkeiten im Gouvernement Maʿan sind unter anderem die Burgen Montreal, Qasr al-ʿUnaiza und Qasr Maʿan. Ein in der Geschichte des Islam bedeutender Ort ist zudem Dschabal at-Tahkim.

Einzelnachweise

Weblinks



Quelle: Wikipedia

 

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ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Gouvernement

Fläche ca.: 32872.20 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 31.249
südlichster Punkt: 29.19
westlichster Punkt: 35.299
östlichster Punkt: 37.981

 
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