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Karte Karte: Oblast Archangelsk

Lage Lage, Gebirge

Region Informationen Oblast: Archangelsk

Informationen:


Die Oblast Archangelsk (russisch –ź—Ä—Ö–į–Ĺ–≥–Ķ–Ľ—Ć—Ā–ļ–į—Ź –ĺ–Ī–Ľ–į—Ā—ā—Ć Archangelskaja oblast) ist eine Oblast in Nordwestrussland.

Die Oblast liegt am Wei√üen Meer und umfasst auch die Inselgruppen Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land. Sie beinhaltet den Autonomen Kreis der Nenzen. Im Osten grenzt sie an die Republik Komi, im Westen an die Republik Karelien und im S√ľden an die Oblaste Wologda und Kirow.

Die Oblast liegt im Norden der Osteurop√§ischen Ebene und ist durch polares Klima mit strengen Wintern und k√ľhlen Sommern gekennzeichnet. Wichtigster Fluss ist die N√∂rdliche Dwina, andere Fl√ľsse sind Onega und Mesen.

Die russische Besiedlung des Gebietes, in dem vorher finno-ugrische St√§mme lebten, begann im 11. und 12. Jahrhundert. Mit der Gr√ľndung von Archangelsk durch Iwan den Schrecklichen im Jahre 1584 begann sich der Handel zu entwickeln, da es die erste Hafenstadt Russlands war.

Die Region ist reich an Bodensch√§tzen (Erd√∂l, Erdgas und Diamanten), andere wichtige Wirtschaftszweige sind die R√ľstungsindustrie, die Holzverarbeitung und der Fischfang. Auch der Tourismus nimmt eine kleine Rolle ein. Die n√∂rdliche Lage nur wenig s√ľdlich des Polarkreises erlaubt kaum landwirtschaftlichen Anbau, lediglich 1,3 Prozent des Gebiets werden landwirtschaftlich genutzt.

Wichtigste St√§dte sind Archangelsk, Sewerodwinsk und Kotlas. In Sewerodwinsk befindet sich eine gro√üe Werft f√ľr Kriegsschiffe. In Plessezk liegt das ‚Äď neben Baikonur in Kasachstan ‚Äď wichtigste russische Raketenstart- und Raumfahrtzentrum. Bekannt sind au√üerdem die Klosteranlagen auf der Insel Solowezki im Wei√üen Meer, die lange Zeit ein wichtiges Zentrum des orthodoxen Christentums in Nordrussland waren und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe z√§hlen.

Verwaltungsgliederung und Städte

Die Oblast Archangelsk gliedert sich in 21 Rajons, 7 Stadtkreise sowie die beiden Inselterritorien (–ĺ—Ā—ā—Ä–ĺ–≤–Ĺ—č–Ķ —ā–Ķ—Ä—Ä–ł—ā–ĺ—Ä–ł–ł) Franz-Josef-Land und die Victoria-Insel. Die beiden wichtigsten und sogleich einzigen Gro√üst√§dte der Oblast sind Archangelsk sowie Sewerodwinsk. Insgesamt gibt es in der Oblast Archangelsk 13 St√§dte und 15 Siedlungen st√§dtischen Typs.

Bevölkerung

Im Jahr 1897 hatten hier auf einer Fläche von 858.930 km² (einschließlich einer zugehörigen Insel) 347.560 Personen gelebt.

Bei den letzten russischen Volksz√§hlungen in den Jahren 2002 und 2010 gab es eine Bev√∂lkerungszahl von 1.336.539 respektive 1.227.626 Bewohnern. Somit sank die Einwohnerzahl in diesen acht Jahren um 108.913 Personen (‚ąí8,1¬†%). Die Verteilung der verschiedenen Volksgruppen sah folgenderma√üen aus:

Anmerkung: die Anteile beziehen sich auf Gesamtzahl der Einwohner. Also mitsamt dem Personenkreis, der keine Angaben zu seiner ethnischen Zugehörigkeit gemacht hat (2002 2.212 resp. 2010 25.682 Personen)

Die Bevölkerung des Gebiets besteht heute also fast komplett aus Russen. Die Ukrainer sind die einzige nennenswerte ethnische Minderheit in der Oblast Archangelsk. Einheimische Völker wie die Nenzen und die Komi bilden kleine Anteile an der Gesamteinwohnerschaft.

Geschichte

Gr√ľndung des Klosters

Die erste Erw√§hnung des heutigen Archangelsker Gebietes findet sich in der Heimskringla. Dort wird erz√§hlt, wie Erik Blutaxt im Jahre 918 nach Bjarmaland fuhr. Wie es hei√üt, k√§mpfte er in einer gro√üen Schlacht an der Dwina und kehrte siegreich nach Hause zur√ľck. 970 fuhr auch Harald Graufell √ľber das Wei√üe Meer nach Bjarmaland und schlug dort ebenfalls eine siegreiche Schlacht. Im 12.¬†Jahrhundert gr√ľndeten Nowgoroder M√∂nche am Anfang des Dwina-Deltas das Erzengel-Michael-Kloster. Sie legten im Auftrag des Erzbischofs Johannes auch eine kleine Siedlung daneben an.

Nowgorod gegen Norwegen

Nowgorod dehnte aufgrund seiner geografischen Lage seinen Einfluss w√§hrend der folgenden Jahrhunderte vor allem nach Norden aus. So gerieten bald die Grenzen des F√ľrstentums an jene des K√∂nigreiches Norwegen, welches ebenfalls Einfluss √ľber die Region haben wollte. Die beiden Staaten gerieten miteinander in Konflikt um den Pelzhandel und die davon abh√§ngenden Steuereinnahmen. Das f√ľhrte schlie√ülich im Jahr 1411 zum offenen Krieg, als die Nowgoroder in die norwegische Finnmark eindrangen. Es folgten mehrere Kriegsjahre, bevor 1419 norwegische Schiffe im Wei√üen Meer einliefen und viele russische Siedlungen pl√ľnderten, auch das Kloster an der Dwina. Die Nowgoroder behielten aber im Dwina-Gebiet die Oberhand, bis die Stadt am Wolchow im Jahr 1478 von den Moskowitern erobert wurde. Der Mongolensturm, der ab dem 13. Jahrhundert √ľber Russland hereinbrach, betraf die Region nicht.

Die erste Hafenstadt Russlands

Nachdem Richard Chancellor und die Muscovy Company den Handel mit Russland begonnen und entwickelt hatten, wurde bald die Anlegestelle am Erzengel-Kloster zum wichtigsten Umschlagplatz des russischen Au√üenhandels. Iwan IV. beauftragte die Gener√§le Pjotr Afanassjewitsch Naschtschokin und Zaleschanin Nikiforow Wolochow mit dem Bau einer Festung um das Kloster und einer Siedlung f√ľr die Fischer und Kaufleute. Am 4. M√§rz 1583 wurde die neue Siedlung gegr√ľndet und im darauf folgenden Jahr stellte man die Befestigungen fertig. In Anlehnung an die alte Handelsstation Cholmogory, die einst der Mittelpunkt der Gegend gewesen war, nannte man die Stadt Nowocholmogory. Im Jahre 1613 erhielt die Stadt nach dem Erzengel-Kloster ihren neuen Namen: Archangelsk, die Erzengelstadt.

Das 17. Jahrhundert und Peter der Große

Im Jahre 1667 zerst√∂rte ein Brand die vorwiegend h√∂lzerne Stadt, woraufhin diese nahezu komplett neu aufgebaut wurde. 1693 kam Peter I., sp√§ter ‚Äěder Gro√üe‚Äú genannt, nach Archangelsk und gr√ľndete dort die Russische Admiralit√§t, der die hier zu schaffende russische Kriegs- und Handelsflotte k√ľnftig unterstehen sollte. Die Werft verlegte er auf die Insel Solombala, damit sie dort expandieren k√∂nne. Im Juni 1694 lief in Solombala das erste Handelsschiff, die ‚ÄěSankt Paul‚Äú vom Stapel. Peter der Gro√üe kam erneut in die Stadt und erlie√ü ihr ein Handelsmonopol f√ľr die wichtigsten Au√üenhandelsg√ľter. In den Jahren 1655 bis 1660 tobte der Schwedisch-Polnische Krieg, an dem Russland nur gering beteiligt war. Die Russen griffen damals das schwedische Livland an, wurden von dort aber wieder vertrieben. Seit dieser Zeit bestand eine Rivalit√§t zwischen den beiden M√§chten, die zur Jahrhundertwende 1700 eine neue Qualit√§t erfuhr, als die schwedische Marine Man√∂ver im Wei√üen Meer durchf√ľhrte, welches zum russischen Einflussgebiet z√§hlte. Peter der Gro√üe nahm das zum Anlass, die St√§dte an der Dwina besser zu befestigen und befahl au√üerdem den Bau der neuen Festung Nowodwinsk, der 1701 begonnen wurde. Im Jahr zuvor bereits hatte der schwedische K√∂nig Karl XII. begonnen, gegen Russlands Verb√ľndeten D√§nemark vorzugehen und damit den Gro√üen Nordischen Krieg entfacht. Am 25. Juni wurde Nowodwinsk bereits zum ersten Mal angegriffen. Die Festung war noch lange nicht fertiggestellt, hielt aber stand. Im Jahr 1705 vollendete man die Bauarbeiten.

Der Große Nordische Krieg

W√§hrend des Krieges, der Archangelsk nach dem erfolglosen schwedischen Angriff auf die Festung Nowodwinsk verschonte, wurde die Stadt 1702 vom Zaren zur neuen Hauptstadt des Pomorengebietes, also Nordrusslands, erkl√§rt. Diese Position hatte zuvor Cholmogory inne. Am 18. Dezember 1708 ging das Pomorengebiet in das neu geschaffene Gouvernement Archangelgorod √ľber, eine von acht russischen Gouvernements. 1712 wurde die w√§hrend des Nordischen Krieges gegr√ľndete Stadt Sankt Petersburg an der Newa zur neuen Hauptstadt erkl√§rt. Mit ihrem Ostseehafen lag die neue Hauptstadt weitaus n√§her am westeurop√§ischen Markt und aus diesem Grund verlor Archangelsk allm√§hlich seine √ľberragende Stellung als Umschlagplatz. Im Jahr 1719 schlie√ülich wurde das Handelsmonopol aufgehoben.

Niedergang und Auferstehung

Aus diesen Gr√ľnden, und auch weil der Hafen von Archangelsk nahezu ein halbes Jahr lang zugefroren ist, verlor die Stadt rasch an Bedeutung. W√§hrend der Napoleonischen Kriege wurde jedoch √ľber ganz Europa die sogenannte Kontinentalsperre verh√§ngt. Archangelsk ‚Äď traditionell stark mit Gro√übritannien verbunden ‚Äď war der einzige russische Hafen, √ľber den noch Import und Export abgewickelt wurden, womit sp√§ter Napoleon seinen Angriff auf Russland begr√ľndete. Im 19. Jahrhundert wurde die Eisenbahn von Archangelsk nach Moskau fertiggestellt, und der Hafen wurde wieder wichtiger f√ľr das Zarenreich. In den folgenden Jahren starteten fast alle Polarexpeditionen vom Hafen an der Dwina.

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg wurde Russland von seinen Verb√ľndeten √ľber Archangelsk mit Nachschub an Waffen, Munition und Nahrung versorgt. Nach der Oktoberrevolution und im B√ľrgerkrieg von 1918 bis 1921 war die Stadt in der Hand der Wei√ügardisten und sp√§ter der Amerikaner, die erst gegen Ende des Krieges vertrieben werden konnten.

Sowjetunion

Nach dem Sieg der Bolschewiki und dem Tod Lenins begann das d√ľsterste Kapitel der russischen Geschichte. Archangelsk wurde zu einem wichtigen Bestandteil des unionsweiten Systems der Arbeitslager, genannt GULag. Die Solowezki-Inseln und einige Lager auf dem Festland s√ľdlich von Sewerodwinsk waren zur ‚Äěbesonderen Verwendung‚Äú (SLON) vorgesehen und wurden als erste sowjetische ‚ÄěKonzentrationslager‚Äú schon in den 1920er-Jahren er√∂ffnet. Am 23. September 1937 wurde die N√∂rdliche Oblast geteilt und es entstanden die Oblaste Wologda und Archangelsk.

Zweiter Weltkrieg

Archangelsk war w√§hrend der gesamten Kampfhandlungen des Krieges der wichtigste Nachschubhafen, √ľber den die Westalliierten die Sowjetunion mit Nahrung und Waffen versorgten.

Nachkriegszeit

In den 1950er-Jahren stationierte man in Archangelsk die Atomeisbrecherflotte des Nordmeeres, während die Atom-U-Boote in Murmansk vor Anker lagen.

Siehe auch

  • Wappen der Oblast Archangelsk

Weblinks

  • Offizielle Webseite der Archangelskaja Oblast

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch: Vologodskaya Oblast; Arkhangelsk, Arkhangel'sk, Vologodskaya Oblast

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Oblast

Fläche ca.: 404153.80 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt:
südlichster Punkt:
westlichster Punkt:
östlichster Punkt:

 
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