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Gebirge in Ceuta: 1
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Region Informationen Autonome Region: Ceuta

Informationen:


Ceuta (Aussprache: [ˈΞeuÌŻta], arabisch ۳ۚŰȘŰ©, DMG Sabta; marokkanisches Tamazight ┙⎰⎱├⎰) ist eine spanische Stadt an der nordafrikanischen KĂŒste und der Straße von Gibraltar mit 84.777 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019). Ceuta gehört als spanische Exklave zur EuropĂ€ischen Union, nicht aber zur NATO, und verfĂŒgt ĂŒber einige Sonderrechte. Insbesondere ist es gemĂ€ĂŸ dem Zollkodex der Union vom Zollgebiet der EU ausgenommen. Ceuta gehört auch nicht zum Schengen-Raum.

Ceuta war seit dem Jahr 1415 zunĂ€chst in portugiesischem und spĂ€ter in spanischem Besitz; auch nach der UnabhĂ€ngigkeit Marokkos 1956 blieben Ceuta und das ebenfalls in Nordafrika gelegene Melilla spanisch. Von marokkanischer Seite wird der Gebietsanspruch auf die beiden StĂ€dte grundsĂ€tzlich betont, konkrete Schritte zu dessen Durchsetzung wurden und werden aber nicht unternommen. Seit 1995 haben Ceuta und Melilla den Status einer „autonomen Stadt“ (ciudad autĂłnoma), der ihnen einige der Befugnisse der autonomen Gemeinschaften verleiht. Ceuta hat seit 1993 einen Grenzzaun zu Marokko, um Einwanderung in die EU zu verhindern.

Lage

Die 18,5 Quadratkilometer große spanische Exklave liegt auf der Spitze einer Halbinsel der westlichen MittelmeerkĂŒste Marokkos. Das Gebiet hat eine Landgrenze mit Marokko und ist etwa 21 Kilometer von der Iberischen Halbinsel entfernt. Die FĂ€hrverbindung nach Algeciras dauert ca. eine Stunde. Die nĂ€chste grĂ¶ĂŸere Stadt auf marokkanischem Boden ist das etwa 40 Kilometer sĂŒdlich gelegene TĂ©touan.

Bevölkerung

Im Jahr 2006 war die eine HĂ€lfte der Einwohnerschaft christlichen und die andere HĂ€lfte muslimischen Glaubens.

Geschichte

Etymologie

„Sieben BrĂŒder“ war der antike Name des Bergmassivs Jbel Musa. Aus der Ortsbezeichnung „Bei den Sieben BrĂŒdern“ entstand als römische LehnĂŒbersetzung Ad Septem Fratres und daraus die Kurzform Septem → Septa. Im Arabischen gibt es kein /p/, weshalb es durch /b/ ersetzt wurde: arabisch Sabta. Zur Umlautung /a/ → /e/ siehe Arabische Dialekte: Imāla.

Die portugiesische und spanische (und internationalisierte) Namensform lautet Ceuta. Die Substituierung des Lautes /b/ (in arab. Sabta) durch den Laut /u/ (in Ceuta) entspricht dem hĂ€ufigen Tausch der Grapheme „b“ und „v/u“ in den iberoromanischen Sprachen.

Antike und Mittelalter

Die Geschichte der Stadt begann mit den Griechen – phönizische Spuren wurden bislang nicht entdeckt. Es ist aber nicht gesichert, ob an der Stelle des heutigen Ceuta dauerhafte Siedlungen existierten. Die Griechen nannten den Ort Î•Ï€Ï„ÎŹ ΑΎέλφÎčα HeptĂĄ AdĂ©lphia, deutsch ‚Sieben BrĂŒder‘, was sich auf sieben Berge der Umgebung bezieht. Im Jahr 319 v. Chr. ĂŒbernahmen die Karthager die Stadt.

Nach dem Zweiten Punischen Krieg wurde Ceuta als Septem Fratres römisch, und die Einwohner erhielten das römische BĂŒrgerrecht. Ceutas strategische und wirtschaftliche Bedeutung wuchs, und die Stadt wurde – neben dem konkurrierenden Tingis (= Tanger) – zur bedeutendsten der römischen Provinz Mauretania Tingitana.

Im Jahre 429 eroberten Vandalen die Stadt. 534 fiel sie an das Byzantinische Reich als Nachfolger des Römischen Reiches. 616 wurde sie von den Westgoten erobert. Im Jahr 709 nahmen schließlich die Araber und die mit ihnen verbĂŒndeten BerberstĂ€mme die Stadt ein – zwei Jahre bevor sie auf die Iberische Halbinsel gelangten, um sie fĂŒr Jahrhunderte zu besetzen. In der Folgezeit unterstand Ceuta den spanischen Umayyaden sowie den berberischen Almoraviden, Almohaden und Meriniden (kurzzeitig auch den tunesischen Hafsiden).

Portugal und Spanien (1415–1668)

Am 21. August 1415 eroberten die Truppen von König Johann I. in einer großangelegten MilitĂ€raktion die Stadt im Rahmen der Reconquista. FĂŒr Portugals Ambitionen, den Seeweg nach Indien zu finden, war der Ort strategisch eher unbedeutend. 1578 starb der junge portugiesische König Sebastian I. in der Schlacht von AlcĂĄcer-Quibir und blieb ohne direkte Nachkommen. Durch die damit verbundene Änderung der Erbfolge fiel Ceuta 1580 zusammen mit dem Mutterland an die spanische Krone (Personalunion).

1640 erklĂ€rte sich Portugal wieder fĂŒr unabhĂ€ngig, was heftigen politischen Streit auslöste. Nach zwei militĂ€rischen Niederlagen im Restaurationskrieg erkannte Spanien im Frieden von Lissabon (1668) die UnabhĂ€ngigkeit Portugals an.

Spanien (ab 1668)

1668 wurden Ceuta und die Isla Perejil im Rahmen des Friedensvertrages von Lissabon von Portugal an Spanien abgetreten. Das Stadtwappen Ceutas blieb jedoch bis auf den heutigen Tag identisch mit dem Staatswappen Portugals.

Die heutigen Grenzen wurden 1860 nach dem Spanisch-Marokkanischen Krieg im Friedensvertrag von TĂ©touan festgelegt. Daher wurde Ceuta 1912 auch nicht Teil des spanischen Protektorats in Marokko, sondern blieb als Plaza de soberanĂ­a direkt der spanischen Regierung unterstellt. Da die Stadt nicht Teil des Protektorats war, blieb sie auch nach der marokkanischen UnabhĂ€ngigkeit (1956) Teil von Spanien. Bis zum 14. MĂ€rz 1995 gehörte Ceuta zur Provinz CĂĄdiz. Seither ist sie eine „autonome Stadt“ (Ciudad autĂłnoma) und genießt Ă€hnliche Rechte wie die autonomen Gemeinschaften des Mutterlandes. Letzteres gilt auch fĂŒr Melilla.

Migration und Grenzzaun

Ceuta hat seit 1993 einen Grenzzaun zu Marokko, um Einwanderung in die EU zu verhindern. 1995 wurde die Grenzanlage erweitert und 2005 der Zaun von drei auf sechs Meter erhöht. Die gesamte Anlage ist (Stand 2008) 24 km lang. Seit 2005 kam es immer wieder zu kritischen Situationen, bei denen große Menschengruppen versuchten, den Zaun zu ĂŒberwinden. Mehrfach konnten dabei hunderte bis Tausende von FlĂŒchtlingen die Grenzanlagen ĂŒberwinden, wobei zumeist anschließend eine Abschiebung der Migranten zurĂŒck nach Marokko erfolgte.

Im Zuge der FlĂŒchtlingskrise in Europa ab 2015 war Ceuta zunehmend in den Fokus der internationalen Politik geraten, da Migranten aus Afrika in großer Zahl versuchten, die GrenzzĂ€une um die Stadt zu ĂŒberwinden, um ein Aufenthaltsrecht in der EuropĂ€ischen Union zu erlangen.

Im Mai 2021 gelangten tausende von FlĂŒchtlingen nach Ceuta, indem sie durch das Meer schwammen. Zuvor hatten stets marokkanische Polizisten die Wassergrenze bewacht. Der RĂŒckzug der marokkanischen SicherheitskrĂ€fte wurde offenbar von Marokkos König Mohammed VI angeordnet, der die Migrationspolitik offenbar regelmĂ€ĂŸig benutzt, um Druck auf Spanien und Europa auszuĂŒben.

Politik

Versammlung

PartnerstÀdte

  • Italien Aci Catena, Italien
  • Spanien Algeciras, Spanien
  • Spanien AlhaurĂ­n de la Torre, Spanien
  • Spanien CĂĄdiz, Spanien
  • Mexiko Guadalajara, Mexiko
  • Spanien Melilla, Spanien
  • Portugal SantarĂ©m, Portugal

Wirtschaft und Infrastruktur

Die wichtigsten Wirtschaftszweige im PrimĂ€rsektor sind die Fischzucht in Aquakulturen und die Fischverarbeitung – Landwirtschaft gibt es auf dem Gebiet der Exklave nicht. In der Vergangenheit spielte auch der Bausektor eine bedeutende Rolle, doch seit etlichen Jahren stagniert das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und damit auch die Bauindustrie. Vom Freihafen aus werden vor allem in der Umgebung von TĂ©touan weiterverarbeitete Nordseekrabben sowie Fisch und Obst exportiert. Der grenzĂŒberschreitende Handel sowie finanzielle Transfers vom spanischen Festland oder der restlichen EU sind weitere wirtschaftliche StĂŒtzen der Stadt. Das einzige gesetzliche Zahlungsmittel ist der Euro, doch werden in vielen GeschĂ€ften auch marokkanische Dirhams sowie Britische Pfund, US-Dollar u. À. angenommen.

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreicht Ceuta einen Index von 97 (EU-27:100) (2006). Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 22,4 % und gehört damit zu den höchsten innerhalb der EuropĂ€ischen Union.

Bis 1958 besaß Ceuta mit der Bahnstrecke Ceuta–TĂ©touan eine Bahnverbindung nach Marokko.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Das historische Zentrum von Ceuta wurde als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico anerkannt.

MilitÀrische Bauten

  • Ältestes Zeugnis dieser Art ist die im Westen der Stadt gelegene merinidische Stadtmauer aus dem 13./14. Jahrhundert. Sie ist in der fĂŒr Marokko typischen Stampflehmbauweise errichtet, die zwar Gewehrkugeln standhĂ€lt, aber bei einem Beschuss mit schwerer Artillerie keine Sicherheit mehr bietet.
  • Nach der Eroberung der Halbinsel durch die Portugiesen wurden sicherlich auch Befestigungsanlagen errichtet, doch ist von ihnen nichts erhalten. Der Foso de San Felipe stammt aus dem 16. Jahrhundert, seine beiden geböschten Endbastionen (baluartes) wurden im 17. Jahrhundert ergĂ€nzt. Neben den Befestigungswerken auf der Insel Malta gehört der seitlich durch hohe Mauern gesicherte Graben zu den mĂ€chtigsten europĂ€ischen MilitĂ€ranlagen des gesamten Mittelmeerraumes.
  • Im 17. Jahrhundert wurden ĂŒberall auf der Halbinsel kleinere Bastionen errichtet. Die Fuerte de Aranguren entstammt dieser Zeit und befindet sich auf einem HĂŒgel westlich der Stadt.
  • Ein Ă€hnlicher Bau, die Fuerte de Ányera, befindet sich in der zerklĂŒfteten Berglandschaft des Monte Hacho.
  • Die gesamte Spitze der Halbinsel mit dem Monte Hacho an ihrer höchsten Stelle ist durch eine Reihe von kleineren Forts gesichert. Die ehemalige Festung El Desnarigado ist mit Kanonen gegen Angriffe von der Seeseite gesichert. Heute befindet sich hier ein MilitĂ€rmuseum.

Religiöse Bauten

  • Die Kathedrale Santa MarĂ­a de la AsunciĂłn wurde bereits im 15. Jahrhundert auf den Fundamenten einer Moschee gegrĂŒndet, in der Folgezeit jedoch immer wieder erweitert und umgebaut. Ihr heutiges Aussehen entspricht im Wesentlichen dem halb barocken, halb neoklassischen Zeitgeschmack des 17. und 18. Jahrhunderts; die letzten VerĂ€nderungen des dreischiffigen Innenraumes erfolgten in den Jahren 1954/1955. Seit dem Jahr 1851 Bischofssitz, bildet sie ein gemeinschaftliches Bistum mit der spanischen Stadt CĂĄdiz.
  • Die Kirche Santa MarĂ­a de África ist möglicherweise Ă€lter als die Kathedrale; die letzten Umbauten erfolgten jedoch erst im 18. Jahrhundert. Sie beherbergt eine Marienfigur der Nuestra Señora de África, die als Schutzpatronin der Stadt verehrt wird.
  • Die Moschee Muley el Mehdi entstand in der Mitte des 20. Jahrhunderts und orientiert sich mit ihrem quadratischen Minarett an den almohadischen Moscheebauten Marokkos (vgl. Koutoubia-Moschee).

Zivile Bauten

  • Die aus dem 12./13. Jahrhundert stammenden fensterlosen arabischen BĂ€der (baños ĂĄrabes) werden ausschließlich durch – manchmal sternförmige – Oberlichter erhellt. Das fĂŒr den Betrieb des Hammām notwendige Wasser wurde in Zisternen (aljibes) mit einem Fassungsvermögen von mehreren hundert Kubikmetern aufgefangen. Wie schon die römischen Thermenanlagen, so gehörten auch die islamischen BadehĂ€user zu den wenigen Gewölbebauten der jeweiligen Architekturtradition. Die Anlage wurde in christlicher Zeit ĂŒberbaut und erst in den 1960er-Jahren wieder freigelegt.
  • Das im neogotischen Stil errichtete Monumento de los Heroes de África erinnert an die auf spanischer Seite gefallenen Soldaten wĂ€hrend des Spanisch-Marokkanischen Krieges (1859–1860).
  • Ceuta hat mehrere recht originelle Wohnbauten – hier sind vor allem die Casa de los Dragones oder das erst zu Beginn des neuen Jahrtausends entstandene GebĂ€ude Pret a Porter zu nennen.

Parkanlagen

  • In den umfangreichen GrĂŒnanlagen des in den 1940er- und 1950er-Jahren gestalteten Parque de San Amaro leben auch Berberaffen.
  • Der Parque MarĂ­timo del MediterrĂĄneo wurde in den 1990er-Jahren nach EntwĂŒrfen des Architekten CĂ©sar Manrique gestaltet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt:

  • al-Idrisi (1100–1166), Kartograph, Geograf und Botaniker
  • Antonio Dorregaray (1820–1882), General
  • Rafael Lesmes (1926–2012), Fußballspieler
  • Manuel Chaves (* 1945), Politiker
  • JosĂ© MartĂ­nez SĂĄnchez „Pirri“ (* 1945), Fußballspieler
  • Miguel Bernardo Bianquetti (* 1951), Fußballspieler
  • Nayim (* 1966), Fußballspieler
  • Carmen Miriam JimĂ©nez Rivas (* 1982), Mitglied der Popband Bellepop
  • Guillermo Molina (* 1983), Wasserball-Nationalspieler (Weltmeister 2001)

Siehe auch

  • Liste der Exklaven und Enklaven

Weblinks

  • Offizielle Webseite der Stadt Ceuta (spanisch)
  • Ceuta, historische Bauten – Seite noch nicht fertig (spanisch)
  • Leonie Wild: Blind Date mit Europa: Die Lidl-FlĂŒchtlinge von Ceuta. Spiegel Online, 17. Dezember 2007
  • 1415 – Eroberung von Ceuta auf WDR 3 am 21. August 2015.

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch: Ceuta y Melilla

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Autonome Region

Fläche ca.: 43.00 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 35.926
südlichster Punkt: 35.847
westlichster Punkt: -5.399
östlichster Punkt: -5.283

 
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