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Distrikt Colombo
Lage, Gebirge
Informationen Distrikt: ColomboColombo ([kÉËlÊmboÊ], singhalesisch à¶à·à· à¶č [ËkÉlÉmbÉ], Tamil [koÉ»umbu]) ist de facto die Hauptstadt von Sri Lanka (de jure ist Sri Jayewardenepura Kotte Hauptstadt und Regierungssitz). Colombo liegt an der WestkĂŒste der Insel auf Höhe des 7. Breiten- und des 80. LĂ€ngengrades. Die gĂŒnstige Lage auf einer Halbinsel und ein geschĂŒtzter Naturhafen machten das ehemals kleine Fischerdorf zu einem begehrten Handelshafen fĂŒr die GewĂŒrzinsel. Nach der UnabhĂ€ngigkeit 1948 wurde die Stadt auch politisches Zentrum der Insel.
Colombo ist seit dem 5. Jahrhundert als Hafenstadt bekannt, die unter anderem römischen, arabischen und chinesischen HÀndlern als Station diente. Seit dem 8. Jahrhundert siedelten sich dort muslimische HÀndler an. (Noch heute ist das nahe beim Hafen gelegene Marktviertel Pettah hauptsÀchlich von Muslimen bewohnt.)
Im 16. Jahrhundert nahmen die Portugiesen einige KĂŒstengebiete Sri Lankas, unter anderem Colombo und seinen Hafen, in Besitz. Sie gaben ihm den Namen Kolamba (anglisierend Colombo), was auf Sinhala Hafen bedeutet. Die Stadt wurde das Zentrum des lukrativen GewĂŒrzhandels, wobei Zimt lange Zeit die Hauptrolle spielte. Zum Schutz des Hafens errichteten die Portugiesen ein Fort. Die NiederlĂ€nder umzingelten die Stadt und belagerten Colombo sieben Monate lang. Am 12. Mai 1656 gaben die Portugiesen auf. Die NiederlĂ€nder ĂŒbernahmen die portugiesischen Besitzungen und fĂŒhrten den GewĂŒrzhandel fort. 1796 eroberten die Briten Sri Lanka von den NiederlĂ€ndern und machten es 1802 zur Kronkolonie, deren Hauptstadt Colombo wurde. Es hat damit nach ĂŒber 600 Jahren Anuradhapura abgelöst.
Nach der UnabhĂ€ngigkeit Sri Lankas 1948 war Colombo weiterhin Hauptstadt. Seit 1982 befindet sich der Regierungssitz des Landes aber in Sri Jayewardenepura im SĂŒdosten Colombos.
Das historische Zentrum der Stadt ist das Fort, das heute das Dienstleistungs- und GeschĂ€ftsviertel ist. Dort befinden sich unter anderem das alte Parlament, der Amtssitz des PrĂ€sidenten, die ZwillingstĂŒrme des World Trade Center Colombo, der Beira Lake sowie The Kingsbury; sehenswert ist die Mischung von kolonialer und moderner Architektur. Etwas abseits des Finanzviertels befindet sich der Lotus Tower, das mit 350 Metern Höhe höchste Bauwerk des Landes.
Das Galle Face Green ist eine langgezogene RasenflĂ€che sĂŒdlich des Forts, das sich vor allem an Sonn- und Feiertagen abends mit Besuchern fĂŒllt, die beim Sonnenuntergang in feiner Ausgehkleidung an der Strandpromenade spazieren gehen. Am SĂŒdende steht das Galle Face Hotel, das Ă€lteste Hotel der Stadt (gegrĂŒndet 1864). Die weiĂe Fassade und die Eingangshalle des GebĂ€udes sind eindrucksvolle Zeugen des Viktorianischen Stils in Sri Lanka, von der Anziehungskraft des Hotels zeugt eine in der Halle angebrachte Tafel, auf der die vielen prominenten Besucher seit Bestehen aufgelistet sind.
Die Galle Road ist die Hauptschlagader von Colombo. Sie zieht sich schnurgerade vom Fort einige hundert Meter landeinwĂ€rts entlang der KĂŒste bis an die sĂŒdliche Stadtgrenze. In den Stadtteilen Kollupitiya und Bambalapitiya finden sich zahlreiche GeschĂ€fte, BĂŒrogebĂ€ude und Restaurants und mehrere moderne Einkaufszentren, wo sich vor allem die westlich orientierte Oberschicht einfindet.
Eine wichtige SehenswĂŒrdigkeit ist das im Stadtviertel Cinnamon Gardens gelegene Rathaus, auch Independence Memorial Hall genannt, das 1946 nach dem Vorbild des Capitols in Washington errichtet wurde. Das Nationalmuseum von Sri Lanka befindet sich ebenfalls hier in einem Kolonialbau aus der britischen Zeit.
Der wohl berĂŒhmteste Einwohner Colombos war der in England geborene Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke, der von 1956 bis zu seinem Tod im MĂ€rz 2008 in Sri Lanka lebte und 2005 den Titel Sri Lankabhimanya erhielt.
Colombo ist Sitz der nationalen Wertpapierbörse, der Colombo Stock Exchange.
Etwa 35 km nördlich befindet sich der Bandaranaike International Airport. Der Hafen von Colombo ist einer der wichtigsten UmschlaghÀfen in Asien.
Die Fort Railway Station ist der Hauptbahnhof und ein Knotenpunkt der Sri Lanka Railways. Die Kelani-Valley-Bahn verbindet Colombo ĂŒber Avissawella mit Yatiyanthota.
Colombo ist in 15 nummerierte Gebiete fĂŒr Postdienste unterteilt. Innerhalb dieser Gebiete liegen die Vororte mit den zugehörigen PostĂ€mtern:
Colombo ist eine multiethnische, multikulturelle Stadt. Die Bevölkerung besteht hauptsÀchlich aus Singhalesen, Tamilen und Moors. Es folgt eine Aufstellung der Bevölkerungszusammensetzung nach den Daten der VolkszÀhlung von 2001.
Colombo ist Sitz des gleichnamigen katholischen Erzbistums. Seit 2009 ist dort Kardinal Albert Malcolm Ranjith Erzbischof.
Kardinal Ranjith wurde 2010 von Papst Benedikt XVI. zum Kardinal erhoben und ist auch PrÀsident der Katholischen Bischofskonferenz in Sri Lanka
Buddhismus
Der Buddhismus ist die dominierende Religion in Sri Lanka und auch in Colombo stark vertreten. Die Mehrheit der Singhalesen sind Theravada-Buddhisten, und viele bedeutende Tempel befinden sich in der Stadt. Der bekannteste Tempel ist der Gangaramaya-Tempel nahe dem Beira-See. Er ist sowohl religiöses Zentrum als auch kulturelle Attraktion, in dem regelmĂ€Ăig Feste und Zeremonien stattfinden, wie das Vesak-Fest oder Poya-Tage.
Hinduismus
Die wichtigsten hinduistischen Tempel sind der alte und der neue Kathiresan-Tempel in Bambalapitiya, beide dem Gott Murugan (Skanda) gewidmet. Weitere bedeutende Tempel sind der Sri Kaileswaram-Tempel (Ă€ltester Hindu-Tempel Colombos, Shiva und Ganesha geweiht) und der Sivasubramania Swami Kovil.
Islam
Der Islam ist mit etwa 10 % Bevölkerungsanteil die drittgröĂte Religion in Sri Lanka und in Colombo besonders prĂ€sent. Die muslimische Gemeinschaft besteht hauptsĂ€chlich aus den Nachfahren arabischer HĂ€ndler (Moors) sowie Malaysiern und kleineren Gruppen aus Indien. Die Jami Ul-Alfar-Moschee (âRote Moscheeâ) im Pettah-Viertel ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Colombos. Sie wurde 1909 erbaut und ist nicht nur religiöses, sondern auch architektonisches Zentrum der muslimischen Gemeinschaft.
In Colombo befinden sich mit Colombo Cricket Club Ground, Paikiasothy Saravanamuttu Stadium, R. Premadasa Stadium und Sinhalese Sports Club Ground vier Test-Cricket-Stadien. In der Stadt bestreiten die Sri-lankische Cricket-Nationalmannschaft und die sri-lankische Frauen-Cricket-Nationalmannschaft regelmĂ€Ăig Heimspiele gegen andere Nationalmannschaften. Im R. Premadasa Stadium fanden unter anderem Spiele bei den Cricket World Cups 1996, 2011, der ICC Champions Trophy 2002, der ICC World Twenty20 2012 und der parallelen ICC Womenâs World Twenty20 2012 sowie des Womenâs Cricket World Cup 2025 statt und im Sinhalese Sports Club Ground Spiele des Cricket World Cup 1996 und der ICC Champions Trophy 2002.
Aufgrund der NĂ€he zum Ăquator (6° 55âČ Nord) herrscht ein tropisches Regenklima, elf bis zwölf Monate sind humid. Die Tagestemperaturen sind das ganze Jahr ĂŒber sehr heiĂ und es ist sehr feucht (das ganze Jahr ĂŒber 70 %), tagsĂŒber sind Temperaturen unter 30 °C eine Seltenheit. Auch in den NĂ€chten kĂŒhlt es nicht besonders ab, im Mai sind auch Nachttemperaturen ĂŒber 29 °C nicht selten. Temperaturen unter 20 °C kommen nur in den Wintermonaten Januar bis Februar vor, statistisch gesehen sind sie auch dann nur alle zehn Tage möglich. Die tiefste jemals gemessene Temperatur in Colombo liegt bei 18,8 °C, die höchste bei 37,0 °C.
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