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Bundesstaat South Dakota
Lage, Gebirge
Informationen Bundesstaat: South DakotaSouth Dakota (englische Aussprache [ËsaÊÌŻÎž dÉËkʰoÊÌŻÉŸÉ] ) ist ein Bundesstaat im nördlichen Zentrum der Vereinigten Staaten und Teil des oberen Mittleren Westens und der Great Plains. Zusammen mit seinem nördlichen Pendant bildet er die Dakotas-Region. Er grenzt im Norden an North Dakota, im Osten an Minnesota, im SĂŒdosten an Iowa, im SĂŒden an Nebraska, im Westen an Wyoming und im Nordwesten an Montana. FlĂ€chenmĂ€Ăig ist er der 17. gröĂte und mit knapp 900.000 Einwohnern sowohl bevölkerungsmĂ€Ăig als auch nach Bevölkerungsdichte der fĂŒnftkleinste der 50 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten. Das zentral gelegene Pierre ist die Hauptstadt des Bundesstaates, und Sioux Falls, nahe der Grenze zu Iowa und Minnesota, ist mit etwa 213.900 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt. Weitere bedeutende StĂ€dte sind Rapid City im Westen und Aberdeen im Norden. Der Bundesstaat wird vom aufgestauten Missouri River in zwei geografisch und sozial unterschiedliche HĂ€lften geteilt, die als âEast Riverâ und âWest Riverâ bekannt sind.
South Dakota ist nach dem Stamm der Dakota Sioux benannt, der mit neun Reservaten im Bundesstaat einen groĂen Teil der Bevölkerung ausmacht und historisch gesehen das Gebiet dominiert hat. Menschen leben schon seit mehreren Jahrtausenden in dieser Region, wobei die Sioux zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Vorherrschaft erlangten. Im spĂ€ten 19. Jahrhundert intensivierte sich die Besiedlung durch EuropĂ€er und Amerikaner nach einem Goldrausch in den Black Hills und dem Bau von Eisenbahnstrecken aus dem Osten. Das Vordringen von Bergleuten und Siedlern löste eine Reihe von Indianerkriegen aus, die 1890 mit dem Massaker von Wounded Knee endeten. Als sĂŒdlicher Teil des ehemaligen Dakota-Territoriums wurde South Dakota am 2. November 1889 gleichzeitig mit North Dakota zum Bundesstaat. Sie sind der 39. und 40. Bundesstaat, die in die Union aufgenommen wurden. PrĂ€sident Benjamin Harrison mischte die StaatsgrĂŒndungsurkunden vor der Unterzeichnung, damit niemand sagen konnte, welcher Staat zuerst gegrĂŒndet wurde.
Zu den wichtigsten Ereignissen des 20. Jahrhunderts zĂ€hlen die Dust Bowl und die Weltwirtschaftskrise, die erhöhten Bundesausgaben fĂŒr Landwirtschaft und Verteidigung in den 1940er und 1950er Jahren sowie die Industrialisierung der Landwirtschaft, die zu einem RĂŒckgang der Familienbetriebe gefĂŒhrt hat. Der gröĂte Teil der Bevölkerung lebt im Osten South Dakotas, wo auf den fruchtbaren Böden eine Vielzahl von Nutzpflanzen angebaut wird. Westlich des Missouri River ist die Viehzucht die vorherrschende landwirtschaftliche TĂ€tigkeit, und die Wirtschaft ist stĂ€rker vom Tourismus und den Verteidigungssektor abhĂ€ngig. Auch die meisten Indianerreservate befinden sich in West River. Die Black Hills, eine Gruppe niedriger, mit Kiefern bewachsener Berge, die den Sioux heilig sind, liegen im SĂŒdwesten des Bundesstaates und beherbergen das Mount Rushmore National Memorial, das wichtigste Touristenziel South Dakotas, welches dem Staat auch den Beinamen The Mount Rushmore State gibt. Auch das Crazy Horse Memorial, die Badlands und die jĂ€hrliche Sturgis Motorcycle Rally sind prĂ€gende kulturelle Fixpunkte. South Dakota hat ein gemĂ€Ăigtes Kontinentalklima mit vier ausgeprĂ€gten Jahreszeiten und Niederschlagsmengen, die von mĂ€Ăig im Osten bis halbtrocken im Westen reichen. Die Ăkologie des Bundesstaates ist geprĂ€gt von Arten, die typisch fĂŒr das nordamerikanische Grasland-Biom sind.
Mehrere Demokraten vertraten South Dakota ĂŒber mehrere Amtszeiten hinweg in beiden Kammern des Kongresses, aber die Landesregierung wird weitgehend von der Republikanischen Partei kontrolliert, deren Kandidaten bei den letzten 14 PrĂ€sidentschaftswahlen jeweils den Sieg davongetragen haben. South Dakota, das historisch von einer agrarischen Wirtschaft und einem lĂ€ndlichen Lebensstil geprĂ€gt war, hat in letzter Zeit versucht, seine Wirtschaft zu diversifizieren, um Einwohner anzuziehen und zu halten. Die Geschichte und der lĂ€ndliche Charakter South Dakotas haben nach wie vor einen starken Einfluss auf seine Kultur.
In South Dakota haben vor allem Finanzdienstleister und Versicherungen ihren Sitz, weil der Staat keine Einkommens- und nur sehr geringe Unternehmenssteuern erhebt. Am bekanntesten ist Sanford Health in Sioux Falls, eines der gröĂten nicht-kommerziellen Gesundheitssysteme der USA. Ebenfalls bedeutend ist First Premier Bank, ein groĂer Kreditkartenanbieter. Dazu kommt Raven Industries (Technik und PrĂ€zisionslandwirtschaft), ebenfalls aus Sioux Falls. Ein weiterer groĂer Name ist die Daktronics aus Brookings, weltweit fĂŒhrend in der Herstellung von digitalen GroĂbildschirmen und Stadionanzeigen. Daneben sind viele kleinere Finanzinstitute, Lebensversicherungen und Agrarunternehmen in Sioux Falls und Rapid City ansĂ€ssig.
South Dakota grenzt im Norden an North Dakota, im Osten an Minnesota und Iowa, im SĂŒden an Nebraska und im Westen an Wyoming und Montana.
Der Bundesstaat ist in 66 Countys unterteilt.
Das Dakota-Territorium war ein Hoheitsgebiet der Vereinigten Staaten. Im Jahr 1889 wurde es in eine nördliche und eine sĂŒdliche HĂ€lfte geteilt. Diese Gebiete, North Dakota und South Dakota, wurden als 39. und 40. Bundesstaat in die USA aufgenommen.
Am 29. Dezember 1890 massakrierte die Siebte US-Kavallerie bei Wounded Knee ĂŒber 300 MĂ€nner, Frauen und Kinder der Minneconjou, Lakota und Sioux unter HĂ€uptling Si Tanka. Dieses Massaker brach den letzten Widerstand der Indianer gegen die WeiĂen. Am 27. Februar 1973 besetzten Mitglieder der indianischen Widerstandsorganisation American Indian Movement zusammen mit Sympathisanten aus dem Pine-Ridge-Reservat die Ortschaft Wounded Knee und riefen die unabhĂ€ngige Oglala-Nation aus.
Ab 1944 wurden StaudĂ€mme entlang des Missouri errichtet, um Unterlieger vor Hochwasser zu schĂŒtzen. Dazu wurden mehrere StĂ€mme zwangsweise umgesiedelt, und ihr Land verschwand unter dem Wasser von Stauseen wie Big Bend und Oahe. 2010 forderten die Betroffenen eine EntschĂ€digung fĂŒr die Vernichtung ihres Landes. Von den sieben betroffenen StĂ€mmen leben die Standing Rock Sioux, die Cheyenne River Sioux, die Crow Creek Sioux, die Lower Brule Sioux und die Yankton Sioux in South Dakota. Das Reservat der Crow Creek Sioux wurde vom Big Bend Staudamm, der 1959â63 erbaut wurde, ĂŒberschwemmt. Ihre Einrichtungen mussten nach Pierre verlegt werden. Die StĂ€mme klagen nicht nur auf Ausgleich fĂŒr den Verlust ihres Landes und ihrer Immobilien, sondern auch auf Beteiligung an der Nutzung, etwa durch Tourismus. Die Crow Creek erhielten 27,5 Millionen Dollar, die Lower BrulĂ© Sioux 39,3 Millionen. Die Cheyenne River Sioux hingegen erhielten 290 Millionen. 2004 scheiterten die geringer entschĂ€digten StĂ€mme im Senat mit weiteren Forderungen. 2019 wurde die Sprache der Sioux als âoffizielle indigene Spracheâ Souths Dakotas anerkannt. Diese ErklĂ€rung hat weitgehend zeremonielle Funktion und ist nicht mit einer Amtssprache zu verwechseln.
Die in South Dakota ansĂ€ssigen Indianischen Völker gehören zur groĂen Sprachfamilie der Sioux und sind den Lakota, Dakota oder Nakota zugeordnet. Sie stellen in manchen Countys 20 Prozent der Bevölkerung, z. B. in West River. Es gibt sieben groĂe Indianerreservate im Staat, die aus Teilen der groĂen Sioux Reservation vom West River hervorgegangen sind, Standing Rock Reservation, Cheyenne River Reservation, Pine Ridge Reservation, Rosebud Indian Reservation, Yankton Reservation, Crow Creek Reservation und Lower Brule Reservation. Diese groĂe Reservation wurden den einst ansĂ€ssigen Sioux von der US-Regierung zugewiesen. Ein weiteres groĂes Reservat befindet sich im Nordosten des Staates die Lake Traverse Indian Reservation. Daneben gibt es noch einige kleinere wie Flandreau Indian Reservation. Auch besitzen die IndianerstĂ€mme groĂe Gebiete auĂerhalb der Reservationen Off reservation trust land genannt. South Dakota hat den dritthöchsten Anteil an Indianern (englisch: Native Americans) in den Vereinigten Staaten nach Alaska und Neumexiko.
South Dakota hat 814.180 Einwohner (Stand: Census 2010), davon sind 87,2Â % WeiĂe, 0,7Â % Schwarze und Afroamerikaner, 8,6Â % Indianer, 0,9Â % Asiaten. 2,0Â % Hispanics. Im Jahr 2000 hatten 40Â % der Einwohner deutsche Vorfahren. Die deutsche Sprache wird noch von 1,8Â % der Einwohner benutzt.
Etwa die HÀlfte der Einwohner South Dakotas leben auf dem Land, wobei sich die Bevölkerung auf den Ostteil des Staates konzentriert.
Lutherische Kirchen bilden mit insgesamt 30,3 Prozent die gröĂte religiöse Gruppe, gefolgt von den Katholiken (25,7 Prozent) und AnhĂ€ngern methodistischer Kirchen (10,5 Prozent), Baptisten (6,1 Prozent) und den Presbyterianern (2,9 Prozent). Die mitgliederstĂ€rkste lutherische Kirche in South Dakota ist die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika mit 181.434 Mitgliedern und die bei weitem wichtigste methodistische Kirche ist die United Methodist Church mit 37.280 AnhĂ€ngern.
Als Bundesstaat der Vereinigten Staaten ist South Dakota ein teilsouverÀner Gliedstaat mit eigenen Institutionen auf einzelstaatlicher Ebene auf der einen Seite und Teilhabe an den Institutionen des Gesamtstaates auf der anderen Seite.
Die Bevölkerung South Dakotas gilt als konservativ. Die Republikaner dominieren und South Dakota gilt als klassischer red state.
Gouverneur von South Dakota ist seit 2025 der Republikaner Larry Rhoden.
Die Staatslegislative teilt sich in ein ReprÀsentantenhaus mit 70 und einen Senat mit 35 Mitgliedern. Wegen des Mehrheitswahlrechts teilt sich South Dakota dementsprechend in 35 Senats- und 70 ReprÀsentantenhaus-Wahlbezirke. Die Republikanische Partei stellt in beiden Kammern die Mehrheit (Stand 2024).
Der Supreme Court ist das höchste Gericht des Staates. Er besteht aus einem Obersten Richter und vier weiteren Richtern.
Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen der letzten Jahrzehnte waren durchgĂ€ngig die Kandidaten der Republikaner erfolgreich. Der letzte demokratische PrĂ€sidentschaftskandidat, der South Dakota gewinnen konnte, war der konservative SĂŒdstaatler Lyndon B. Johnson bei der Wahl 1964. Bei PrĂ€sidentschaftswahlen stellt der Bundesstaat drei WahlmĂ€nner.
South Dakota stellt â wie jeder Bundesstaat â zwei US-Senatoren und â aufgrund der niedrigen Bevölkerungszahl â nur einen Abgeordneten im US-ReprĂ€sentantenhaus. South Dakota ist im Senat seit 2015 durch die Republikaner Mike Rounds und John Thune sowie im ReprĂ€sentantenhaus seit 2019 durch den Republikaner Dusty Johnson vertreten.
Wie in North Dakota, dem Nachbarn im Norden, fĂŒhrt die vorherrschende Kombination von gesellschaftlichem Konservatismus und wirtschaftlicher AbhĂ€ngigkeit von legislativen ZuschĂŒssen fĂŒr die Landwirtschaft zu einer Aufspaltung der politischen LoyalitĂ€ten: WĂ€hrend bei Wahlen fĂŒr das PrĂ€sidentenamt seit 1964 ausschlieĂlich Republikaner South Dakota als Sieger verlieĂen, sind zum Kongress hĂ€ufiger auch Demokraten gewĂ€hlt worden; so stammt der FĂŒhrer der Demokraten im Senat bis 2004, Tom Daschle, aus South Dakota. Auch George McGovern, der 1972 mit einer auf Beendigung des Vietnamkriegs gerichteten Wahlkampagne deutlich gegen Richard Nixon verlor, stammte aus diesem Staat.
Mitglieder im 119. Kongress
In SĂŒddakota gibt es sechs UniversitĂ€ten, die South Dakota State University in Brookings, die University of South Dakota in Vermillion, die Northern State University in Aberdeen, die South Dakota School of Mines and Technology in Rapid City, die Black Hills State University in Spearfish und die Dakota State University in Madison. Es gibt auch mehrere private UniversitĂ€ten und âtechnical universitiesâ.
Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita GDP) â der wichtigste Wohlstandsindikator â lag im Jahre 2016 bei USD 55.623 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 57.118; nationaler Rangplatz: 22). Die Arbeitslosenrate lag im November 2017 bei 3,5 % (Landesdurchschnitt: 4,1 %). South Dakota ist damit deutlich Ă€rmer als das benachbarte North Dakota.
Hauptwirtschaftszweig ist die Landwirtschaft (Getreidebau, Rinderhaltung). Von Bedeutung ist auch der Gold-Bergbau in den Black Hills.
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