Lšnder Länder/Staaten > Nordamerika > USA USA > Virginia Bundesstaat Virginia

Karte Karte: Bundesstaat Virginia

Lage Lage, Gebirge


Da von den Grenzen der Gebirge und der Regionen nur die äußersten Punkte berücksichtigt werden, und die Berechnung automatisch passiert, kann es an den Rändern zu fehlerhaften Überschneidungen kommen.
Durch einblenden der Gebirge auf der Karte (Klick auf Gebirge oben links in der Karte) kannst du genau sehen, welche Gebirge in der Region liegen und welche nur daran grenzen.

Region Informationen Bundesstaat: Virginia

Informationen:


Virginia (engl. Aussprache ¬†[v…öňądÕ° í…™nj…ô]), offiziell Commonwealth of Virginia, ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika, der Teile der s√ľdatlantischen K√ľstenebene, des Piedmont und der S√ľdappalachen umfasst. Nach √ľber 150¬†Jahren als englisch-britische Kolonie erlangte die Colony of Virginia zusammen mit zw√∂lf anderen Kolonien die Unabh√§ngigkeit. 1788 war Virginia der zehnte Staat, der die Verfassung der USA ratifizierte. W√§hrend des amerikanischen B√ľrgerkriegs spalteten sich die nordwestlichen Bezirke ab und wurden 1862 zum eigenst√§ndigen Bundesstaat West Virginia.

Der Beiname des Staates ist Old Dominion (‚ÄěAltes Herrschaftsgebiet‚Äú). Er wird auch Mother of the Presidents genannt, weil acht US-Pr√§sidenten aus Virginia stammten. Die Hauptstadt ist Richmond.

Geographie

Geographische Lage

Virginia liegt an der Atlantikk√ľste der Vereinigten Staaten etwa mittig zwischen der n√∂rdlichen (Maine) und s√ľdlichen (Florida) Ausdehnung der US-K√ľste. Von der Atlantischen K√ľstenebene entlang der Chesapeake Bay bis zu den H√∂hen der Blue Ridge Mountains in den Appalachen im Westen des Bundesstaats weist der Bundesstaat eine topografische Vielfalt auf. Die S√ľdgrenze zu North Carolina und Tennessee ist eine fast gerade Ost-West-Linie, w√§hrend die Nordgrenze zu Maryland und dem District of Columbia vom Potomac River gebildet wird. Kentucky und West Virginia sind auf der Westseite der Appalachen ebenfalls direkte Nachbarstaaten.

Virginia teilt sich mit dem Nachbarstaat Maryland jeweils knapp eine Hälfte des ausgedehnten städtischen Ballungsraumes um den Bundesdistrikt Washington, D.C. Dazu gehört neben dem Flughafen Dulles International auch Arlington County, in dem sich eine Vielzahl amerikanischer Bundesbehörden, darunter das Pentagon, befinden. Im westlichen Teil des Landes befindet sich der höchste Berg Virginias, der 1746 Meter hohe Mount Rogers. Ebenfalls in den Appalachen befindet sich der Shenandoah-Nationalpark.

Gewässer

Durch Virginia verl√§uft die √Ėstliche Nordamerikanische Wasserscheide. Die gro√üen Fl√ľsse im Ostteil des Staates entw√§ssern zur Chesapeake Bay, im S√ľdosten zum Albemarle Sound in North Carolina. Bedeutende Fl√ľsse Virginias sind im Norden der Potomac River mit Shenandoah River und der Rappahannock River, im Zentrum der James River und im S√ľdosten Chowan und Roanoke River. Der Westen des Landes jenseits der Wasserscheide geh√∂rt zum Einzugsgebiet des Mississippi River. Die wichtigsten Fl√ľsse sind der New River und der Clinch River.

Virginia besitzt au√üer dem Mountain Lake und Lake Drummond keine nat√ľrlichen Seen. Die stattlichsten Seen des Landes wurden k√ľnstlich angelegt. Der gr√∂√üte Stausee Virginias ist das knapp 200¬†km¬≤ gro√üe John H. Kerr Reservoir, das sich bis nach North Carolina erstreckt. Vollst√§ndig auf dem Gebiet Virginias liegt der Smith Mountain Lake (83¬†km¬≤), beide Stauseen befinden sich am Roanoke River.

Gliederung

Klima

Das Klima ist im Vergleich zu anderen US-Bundesstaaten mild. Der größte Teil des Staates östlich der Blue Ridge Mountains wird gemäß der effektiven Klimaklassifikation von einem warmgemäßigten Regenklima (Klasse Cfa) bestimmt. In den Gebirgsregionen westlich der Blue Ridge Mountains ist das Klima feucht-kontinental (Klasse Dfa).

Aufgrund des verschiedenartigen Landschaftsreliefs treten jedoch einige regionale Unterschiede auf. Die gr√∂√üten Differenzen treten an den K√ľsten des Atlantischen Ozeans, im Piedmont und in den Gebirgsketten der Blue Ridge und Allegheny Mountains auf. Der gew√∂hnlich moderate Einfluss des Ozeans vom Osten, bedingt durch den Golfstrom, wechselt sich mit kurzen Unwettern durch Hurrikans an der √Ėffnung der Chesapeake Bay ab. Andererseits erreichen besonders im Winter kalte Luftmassen von den Bergen den Staat und f√ľhren schwere Schneef√§lle mit sich. Die Interaktion dieser Klimaextreme und die topographische Diversit√§t sorgen im Shenandoah Valley, das den gebirgigen S√ľdwesten bildet, sowie auf den K√ľstenpr√§rien f√ľr Mikroklimata, die sich leicht, aber dennoch in einem nennenswerten Umfang von den anderen Regionen unterscheiden. Ein Klimaelement der letzten Jahre ist die Entstehung einer W√§rmeinsel im Norden Virginias, hervorgerufen durch die Ausbreitung des Ballungsraumes um Washington D.C. und den dadurch erh√∂hten W√§rmeaussto√ü.

Klimatische Naturkatastrophen sind zeitweise ein schwerwiegendes Problem. Wie oben erw√§hnt, machen Hurrikans die K√ľste Virginias sehr verletzbar, obwohl schwere Hurrikans nur selten die Region anlaufen und dann auch nur abgeschw√§cht eintreffen. Weit √∂fter ist der Staat von anderen Wettersystemen aus dem S√ľden betroffen, deren Ausl√§ufer sintflutartige Regenf√§lle in den Staat bringen. Gewitter sind zeitweise besorgniserregend und treten je nach Region an 30 bis 50 Tagen j√§hrlich auf, wobei die H√§ufigkeit nach Westen hin ansteigt. Umgekehrt hat Ostvirginia eine h√∂here Tornadorate; im staatsweiten Durchschnitt treten j√§hrlich 10 Tornados auf.

Bevölkerung

Ethnien und Abstammung

Von der √ľberwiegend wei√üen Bev√∂lkerung Virginias stammen etwa 11,7¬†% aus deutschsprachigen L√§ndern, 11,1¬†% aus Gro√übritannien (√ľberwiegend England) und 9,8¬†% aus Irland; 11,4¬†% der Wei√üen machten zu ihren Vorfahren keine Angaben. Die Afro-Amerikaner stellen 19,6¬†%, Hispanics (Latinos) etwa 6¬†% und Asiaten, darunter viele Vietnamesen und Filipinos, rund 5¬†% der Gesamtbev√∂lkerung.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 2005 lag die fortgeschriebene Einwohnerzahl bei 7.567.465, was einen Anstieg von 86.133 Einwohnern oder 1,2¬†% gegen√ľber dem Vorjahr und einen Anstieg von 488.435 Einwohnern oder 6,9¬†% gegen√ľber 2000 darstellte. Das nat√ľrliche Wachstum gegen√ľber der Volksz√§hlung im Jahre 2000 lag bei 231.055 Personen; 531.476 Lebendgeburten standen 300.421 Verstorbene gegen√ľber. 2017 wurde die Bev√∂lkerung auf 8,4 Millionen Einwohner gesch√§tzt.

Der Zuwanderungs√ľberschuss lag bei 243.498 Personen, davon stammten 139.977 von au√üerhalb der USA und 103.521 aus dem Inland. 2006 waren 940.899 Personen (8,14¬†% der Gesamtbev√∂lkerung) im Ausland geboren, w√§hrend 99.104 in einem anderen Bundesstaat geboren waren.

Gesundheit

Von 100.000 Kindern sterben in Virginia 53 (US-Durchschnitt: 62). Auf 1000¬†Lebendgeburten entfallen 7,3¬†tote S√§uglinge (US-Durchschnitt: 6,8). Von 100.000 Bewohnern haben in Virginia 8,2 AIDS, damit liegen sie weit unter dem Mittelwert der USA (12,3). 31¬†% (US-Durchschnitt: 31,6¬†%) der Kinder haben √úbergewicht, 10,7¬†% (US-Durchschnitt: 12,1¬†%*) der Erwachsenen leiden an Diabetes. Die Lebenserwartung bei der Geburt lag 2009 bei 79,01 Jahren und damit leicht √ľber dem amerikanischen Durchschnitt von 78,86 Jahren.

Größte Städte

Religionen

Neben zahlreichen weiteren, vor allem protestantisch geprägten Konfessionen waren die wichtigsten Religionsgemeinschaften im Jahr 2010, geordnet nach Mitgliederzahl:

  • Southern Baptist Convention¬†‚Äď 763.655,
  • Katholische Kirche¬†‚Äď 673.853,
  • United Methodist Church¬†‚Äď 467.417,
  • Protestantismus ohne konfessionelle¬†‚Äď 378.934,
  • Islam¬†‚Äď 213.032,
  • Pfingstbewegung¬†‚Äď √ľber 180.000,
  • Episkopalkirche¬†‚Äď 120.579,
  • Presbyterian Church¬†‚Äď 115.955.

Geschichte

Den Namen erhielt Virginia zu Ehren der englischen K√∂nigin Elisabeth I. von Walter Raleigh im Zuge seiner Expedition von 1584, als er die erste Ansiedlung auf Roanoke Island gr√ľndete. Da die unverheiratete K√∂nigin den Beinamen ‚ÄěJungfr√§uliche K√∂nigin‚Äú (Virgin Queen) hatte und es aus der Sicht der Kolonialisten schlie√ülich um die Besiedlung und Urbarmachung eines solchen Landes ging, wurde dieser Name gew√§hlt. Allerdings bezeichnete man damit einst ein Gebiet, welches die sp√§teren Staaten Virginia, West Virginia, North Carolina, Kentucky, Tennessee und Ohio umfasste.

Von den Ureinwohnern Virginias sind am besten die zu den Virginia-Algonkin geh√∂renden Powhatan bekannt, die nahe der K√ľste lebten. Weitere Gruppen waren die zur Irokesen-Sprachfamilie geh√∂renden Nottaway und Meherrin s√ľdwestlich von diesen, die zur Sioux-Sprachfamilie geh√∂renden Monacan und Saponi, die im Vorland der Appalachen wohnten, und die Cherokee im √§u√üersten Westen des Staates.

In Virginia fanden die ersten Siedlungsversuche der Engl√§nder statt. Allerdings wurden diese ersten Versuche nicht von der englischen Regierung, sondern von einem Unternehmen namens ‚ÄěVirginia Company‚Äú unternommen, das 1607 die Siedlung Jamestown gegr√ľndet hatte. Der englischen Regierung fehlte zu dieser Zeit das Geld, um solche teuren und unsicheren Expeditionen zu finanzieren. Anfangs hatten die Besiedlungsversuche nur m√§√üigen Erfolg. Von den im Dezember 1606 in England gestarteten 144 M√§nnern waren neun Monate sp√§ter nur noch 38 am Leben; 39 waren w√§hrend der √úberfahrt, 67 in den ersten neun Monaten nach der Ankunft an der K√ľste gestorben. Auch Hungersn√∂te waren keine Seltenheit, trotzdem nahmen immer mehr Engl√§nder die Gelegenheit wahr und emigrierten nach Virginia.

In den Englischen Powhatankriegen kam die Kolonie in starke Bedr√§ngnisse. Das Jahr 1612 stellt ein √∂konomisch sehr bedeutendes Jahr dar. John Rolfe pflanzte die erste Tabakpflanze, die er wahrscheinlich aus Trinidad mitgebracht hatte, in Virginia. Aufgrund des hei√üen und feuchten Klimas und der Hilfe der indigenen Bev√∂lkerung gediehen die Tabakpflanzen pr√§chtig. Rolfe, der 1614 eine Ureinwohnerin namens Pocahontas geheiratet hatte, machte sich 1616 mit der ersten Ladung Tabak auf den Weg nach England, wo er einen durchschlagenden Erfolg erlebte. 1617 kehrte er nach Virginia zur√ľck, um sich weiter dem Tabakanbau zu widmen, allerdings ohne Pocahontas, die in England gestorben war. Rolfe hatte den ersten Boom der neuen englischen Welt ausgel√∂st. 1618 wurden 20.000¬†Pfund Tabak exportiert, 1638 betrug die Summe der Exporte bereits drei Millionen Pfund. 1706 wurde Grace Sherwood als letzte bekannte Person in Virginia als Hexe verurteilt.

Der zweite Gouverneur der Kolonie wurde Lord De La Warr. Deutsche Einwanderer aus dem Siegerland gr√ľndeten 1714 die Kolonie Germanna. Germanna wurde nach Deutschland (Germany) und der damaligen britischen K√∂nigin Anne benannt.

Als Heimat vieler Gr√ľnderv√§ter, insbesondere Patrick Henry, Thomas Jefferson, Richard Henry Lee, James Madison, George Mason und George Washington, spielte Virginia eine herausragende Rolle in der Amerikanischen Unabh√§ngigkeitsbewegung. Die britischen Kolonialherren wurden aus Virginia nach der verlorenen Schlacht von Great Bridge vom 9.¬†Dezember 1775 endg√ľltig vertrieben. Der in Williamsburg tagende Konvent von Virginia erkl√§rte am 15.¬†Mai 1776 Virginia f√ľr unabh√§ngig. Im Rahmen der Arbeit an einer Verfassung verabschiedete er am 12.¬†Juni 1776 einstimmig eine ma√ügeblich von George Mason formulierte Grundrechteerkl√§rung ‚Äď die Virginia Declaration of Rights. Wenige Wochen sp√§ter w√§hlte der Konvent schlie√ülich Patrick Henry zum ersten Gouverneur von Virginia. Mit Annahme der Unabh√§ngigkeitserkl√§rung der Vereinigten Staaten durch den Kontinentalkongress am 4.¬†Juli des Jahres wurde Virginia einer der dreizehn Gr√ľnderstaaten der USA.

Im Konflikt zwischen S√ľd- und Nordstaaten, der 1861 zum Amerikanischen B√ľrgerkrieg f√ľhrte, geh√∂rte Virginia zur Konf√∂deration. Am 17.¬†April 1861 beschloss die im Februar einberufene State Convention die ‚Äěsecession ordinance‚Äú (Sezessions-Verf√ľgung). Vorausgegangen waren lange und intensive Debatten √ľber das Pro und Contra der Sezession. Ma√ügeblichen Anteil an der Entscheidung zur Sezession hatte die Truppeneinberufung Abraham Lincolns nach dem Angriff von South Carolina auf Fort Sumter, wodurch Bef√ľrchtungen geweckt wurden, der Norden wolle die aus der Union ausgetretenen Staaten mit milit√§rischen Mitteln zum Verbleib in der Union zwingen. Unter diesen Vorzeichen entstand eine Mehrheit in der state convention, die die Sezession bef√ľrwortete. Mit 88 zu 55 Stimmen war das Abstimmungsergebnis allerdings nicht so eindeutig wie in den meisten anderen Sezessionsstaaten. Das √§nderte jedoch nichts daran, dass Virginia in den folgenden vier Jahren zu einem der wichtigsten Schaupl√§tze des B√ľrgerkrieges werden sollte, zumal es mit Richmond auch die Hauptstadt der Konf√∂derierten stellte.

Die sklavenfreien nordwestlichen Countys erklärten dagegen ihrerseits am 27. April 1861 die Abspaltung vom Staat und den Verbleib in der Union. Dieser Teil Virginias wurde noch während des Krieges 1863 als West Virginia 35. Gliedstaat der USA.

Am 26.¬†Januar 1870 wurde Virginia nach der Ausarbeitung einer neuen Verfassung wieder in die Union aufgenommen. Es gelang jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg, die Auswirkungen des B√ľrgerkrieges mittels Durchf√ľhrung vieler umfassender Reformen v√∂llig zu √ľberwinden. Die entsprechenden Ma√ünahmen wurden vom demokratischen Gouverneur Harry F. Byrd senior in den 1920er Jahren angeordnet und brachten die jahrzehntelang mit Problemen k√§mpfende Wirtschaft Virginias wieder in Schwung. Allerdings blieben weiterhin Rassenkonflikte bestehen.

B√ľrgerhaus

Zu Kolonialzeiten wurde das Unterhaus der Regierung House of Burgesses (B√ľrgerhaus) genannt. Zusammen mit dem Gouverneursrat hielt das B√ľrgerhaus die Generalversammlung ab. Der Gouverneursrat bestand aus zw√∂lf M√§nnern, die vom britischen Monarchen bestimmt wurden, um den Gouverneur zu bestimmen und ihn zu beraten. Er hatte auch die Funktion des h√∂chsten Gerichts der Kolonie, einer mit dem britischen Supreme Court vergleichbaren Kolonialinstitution. Mitglieder des B√ľrgerhauses wurden von allen Wahlberechtigten der Kolonie bestimmt. Jeder Landkreis (County) w√§hlte zwei B√ľrger, um diesen zu vertreten; das College of William & Mary¬†‚Äď nach Harvard die zweit√§lteste Hochschule Amerikas¬†‚Äď und die St√§dte Norfolk, Williamsburg und Jamestown w√§hlten hierf√ľr je einen B√ľrger.

Die B√ľrger kamen zusammen, um Gesetze f√ľr die Kolonie zu beschlie√üen und die Richtung f√ľr das zuk√ľnftige Wachsen der Kolonie festzulegen. Der Rat pr√ľfte die Gesetzentw√ľrfe und genehmigte oder missbilligte sie. Die Genehmigung der B√ľrger, des Rates und des Gouverneurs waren erforderlich um ein Gesetz zu verabschieden. Die Idee der gew√§hlten B√ľrger war wichtig und neu. Sie gab den Wahlberechtigten von Virginia das erste Mal eine M√∂glichkeit, ihre Regierung zu kontrollieren.

Anfangs wurden die B√ľrger von allen freien M√§nnern der Kolonie gew√§hlt, w√§hrend Frauen, Hausangestellte und Indianer nicht wahlberechtigt waren. Sp√§ter wurden die Wahlgesetze versch√§rft; es war nun n√∂tig, mindestens 20 Hektar Land zu besitzen. Gegr√ľndet im Jahr 1619 ist die Generalversammlung von Virginia das √§lteste immer noch existierende Regierungssystem der Neuen Welt. Heutzutage wird sie gebildet aus Senat und Delegiertenhaus. Der Begriff B√ľrgerhaus wird inzwischen f√ľr die gesamte Regierung dieser Zeit benutzt.

Politik

Als Bundesstaat der Vereinigten Staaten ist Virginia ein teilsouveräner Gliedstaat mit eigenen Institutionen auf einzelstaatlicher Ebene auf der einen Seite und Teilhabe an den Institutionen des Gesamtstaates auf der anderen Seite.

Einzelstaatliche Ebene

Die Exekutive besteht aus dem Gouverneur von Virginia, seit Januar 2018 dem Demokraten Ralph Northam, dem Vizegouverneur (Lieutenant Governor) und dem Attorney General, die alle zum gleichen Zeitpunkt f√ľr vier Jahre direkt vom Volk gew√§hlt werden.

Das Parlament von Virginia, die General Assembly, setzt sich aus zwei Kammern zusammen. Die erste Kammer, das House of Delegates, besteht aus 100 f√ľr zwei Jahre gew√§hlten Mitgliedern, die jeweils etwa 80.000 Wahlberechtigte repr√§sentieren. Die zweite Kammer, der Senat, besteht aus 40 f√ľr vier Jahre gew√§hlten Mitgliedern. In beiden H√§usern stellen die Demokraten die Mehrheit.

Nach der Verfassung von Virginia muss eine Gesetzesvorlage beide Kammern der Legislative durchlaufen ‚Äď erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Gouverneur vorgelegt. Sollte dieser ein Veto einlegen, kann dieses mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kammern √ľberstimmt werden.

Bundesebene

Aufgrund seiner Gr√∂√üe und Bev√∂lkerungsst√§rke war Virginia im 18. und in der Anfangszeit des 19.¬†Jahrhunderts der politisch f√ľhrende Staat der USA. Insgesamt acht Pr√§sidenten kamen aus Virginia. Diese hohe Zahl erreicht sonst nur Ohio, das ebenfalls die Heimat von acht Pr√§sidenten war. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ging der Einfluss Virginias merklich zur√ľck, da die Zuwanderung in die St√§dte des Nordens sowie in die neuen Bundesstaaten des Nordwestterritoriums st√§rker als in das l√§ngst etablierte Agrarland Virginia war. Dazu kam die Niederlage im Sezessionskrieg, in dem Virginia auf Seiten der S√ľdstaaten stand und West Virginia sich als eigener Bundesstaat abspaltete. Innerhalb der Konf√∂deration war der ‚ÄěOld Dominion State‚Äú noch einmal der bev√∂lkerungsreichste Staat mit dem gr√∂√üten Electoral College, ein Rang, den ihm innerhalb der Union New York bereits 1812 abgelaufen hatte.

Nach der R√ľckkehr zur Union w√§hlte Virginia zwischen 1872 und 1948 nur zweimal republikanisch. Wie in fast allen Staaten des S√ľdens galten die Republikaner als Partei der gegnerischen Seite im B√ľrgerkrieg. Aufgrund der Nachkriegspolitik der Reconstruction, welche die Wahlrechte f√ľhrender Politiker der Konf√∂deration einschr√§nkte und die der befreiten Sklaven st√§rkte, konnte der Republikaner Ulysses S. Grant bei der Pr√§sidentschaftswahl 1872 die Stimmen Virginias gewinnen. Nach √Ąnderungen im Wahlrecht ging die F√ľhrung aber wieder an die Demokraten √ľber. Der alte Geist der Konf√∂derierten spielte dabei eine gro√üe Rolle, da die Republikaner unter Lincoln durch die Abschaffung der Sklaverei die Gesellschaft der Gro√ügrundbesitzer, die im S√ľden der USA vorherrschte, ma√ügeblich ver√§ndert hatten. Die Demokraten setzten sich st√§rker f√ľr die Selbstbestimmungsrechte der einzelnen Bundesstaaten gegen√ľber den Machtbestrebungen des Bundes ein und waren daher die Partei des S√ľdens. Herbert Hoover hat hier bei der Wahl von 1928 als einziger Republikaner bis in die 1950er Jahre eine Wahl gewinnen k√∂nnen.

Von 1952 bis 2004 stimmte Virginia nur bei der Wahl 1964 mit Lyndon B. Johnson f√ľr einen Demokraten und ansonsten f√ľr republikanische Kandidaten. Damit wurde Virginia noch zur Zeit der Jim-Crow-Gesetze und damit viel fr√ľher als viele andere S√ľdstaaten zu einem der st√§rksten Roten Staaten, wie sie f√ľr das Gebiet der alten Konf√∂deration mittlerweile typisch sind. Bei der Wahl 2008 war mit Barack Obama erstmals wieder ein demokratischer Kandidat erfolgreich und dies setzte sich auch bei den folgenden Pr√§sidentschaftswahlen fort. Seitdem wird Virginia zu den Swing States gez√§hlt. Die Stimmverteilung innerhalb des Staates orientiert sich am Stadt-Land-Gef√§lle. Demokraten sind vor allem im Gro√üraum von Washington, D.C. sowie in den angrenzenden Countys von Richmond sehr stark.

Im Electoral College stellt Virginia, aufgrund seines leicht √ľberdurchschnittlichen Bev√∂lkerungswachstums, seit der Volksz√§hlung 1990 13 Wahlm√§nner, davor waren es noch zw√∂lf.

Todesstrafe

Virginia war nach Texas der Staat mit den meisten Hinrichtungen in den USA seit der Wiedereinf√ľhrung der Todesstrafe 1976. Bis September 2017 wurden 113 Menschen exekutiert. Am 3. Februar 2021 stimmte der mehrheitlich von Demokraten besetzte Senat und am Folgetag auch das ebenfalls demokratisch dominierte Abgeordnetenhaus Virginias f√ľr die Abschaffung der Todesstrafe. Das Gesetz wurde am 24. M√§rz 2021 von Gouverneur Ralph Northam per Unterschrift in Kraft gesetzt. Virginia war damit der erste der klassischen S√ľdstaaten, der die Todesstrafe abschaffte.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Nationalparks

National Monuments

Außerdem gibt es mehrere Gedenkstätten vom Typ eines National Monuments:

  • Booker T. Washington National Monument
  • Fort Monroe National Monument
  • George Washington Birthplace National Monument

Wirtschaft

Virginia gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Bundesstaaten der USA. Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2016 bei USD 58.768 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 57.118; nationaler Rangplatz: 15).

Bedeutend ist der Anbau von Tabak, Baumwolle, Erdnuss, Mais, und Weizen. Die Viehzucht ist ebenfalls von großer Bedeutung, insbesondere die Milchviehhaltung, zu diesem Zweck wird in Virginia viel Heu gewonnen. Dazu kommen die Austernfischerei sowie reiche Bodenschätze. Hauptsächlich die Kohle-, Natursteine-, Eisen-, Holz-, Papier-, Glas- und Tabakverarbeitung sind von großer Bedeutung neben dem Schiffsbau. Wichtige Wirtschaftsfaktoren sind die zivilen und militärischen Behörden in Arlington (Pentagon) und Hampton. Von Bedeutung ist auch der Tourismus.

Armut und Arbeitslosigkeit

In Virginia leben offiziellen Angaben zufolge rund 1,04 Mio. arme Menschen, das entspricht einem Prozentsatz von 14,1. Die Arbeitslosenrate entspricht einer Quote von 3,8 %. Im US-Durchschnitt waren es zum Vergleich 4,1 %.(Stand November 2017). Im Juni 2010 wurden an ca. 802.400 Bewohner des Staates Essensmarken ausgegeben.

Bildung

Die wichtigsten staatlichen Universitäten sind die University of Virginia, das College of William & Mary, die George Mason University, die James Madison University, die Norfolk State University, die Old Dominion University, die Virginia Commonwealth University, die Christopher Newport University, und das Virginia Polytechnic Institute and State University. Eine wichtige private Hochschule ist die Liberty University. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in Virginia verzeichnet.

Sonstiges

  • Motto: Sic semper tyrannis bedeutet ‚ÄěSo [soll es] immer den Tyrannen [ergehen]‚Äú (Auf der Nationalflagge mit niedergeworfenem Tyrannen zu sehen.)
  • Das Wappen wurde von George Wythe entworfen, der auch die Unabh√§ngigkeitserkl√§rung unterschrieben hatte. Das 1776 bereits allgemein verwendete Nationalsymbol wandelte man 1930 leicht ab.
  • Staatsvogel: Roter Kardinal
  • Der erste gew√§hlte afro-amerikanische Gouverneur eines US-Bundesstaates, Douglas Wilder, trat 1990 in Virginia sein Amt an.

Literatur

  • Louis Decimus Rubin: Virginia. A bicentennial history. Norton u.¬†a., New York NY 1977, ISBN 0-393-05630-9.
  • A. Aubrey Bodine: Face of Virginia. 2. Auflage. Bodine, Baltimore MD 1971.

Weblinks

  • Offizielle Website des Staates Virginia (englisch)
  • Fremdenverkehrsamt von Virginia (englisch)
  • Virginia Historical Society (englisch)
  • Association for the Preservation of Virginia Antiquties (englisch)

Einzelnachweise


 

Kommentar User Meinungen und Kommentare


Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in dieser Region Touren in dieser Region

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

auch: VA

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Bundesstaat

Fläche ca.: 102867.50 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 39.451
südlichster Punkt: 36.549
westlichster Punkt: -83.667
östlichster Punkt: -75.234

 
USA - Bundesstaat Virginia: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Bundesstaat Virginia in USA. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. HŲchste Gipfel und hŲchste HŁtten.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.