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Karte Karte: Bundesstaat West Virginia

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Region Informationen Bundesstaat: West Virginia

Informationen:


West Virginia (engl. Aussprache ¬†[w…õst v…ĚňźdÕ° í…™nj…ô]) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten in den Appalachen, im Volksmund The Mountain State (der Bergstaat) genannt. Begrenzt wird er von Virginia im S√ľdosten, Kentucky im S√ľdwesten, Ohio im Nordwesten, Pennsylvania im Norden sowie Maryland im Nordosten. West Virginia, das sich im Sezessionskrieg von Virginia abtrennte, ist auch als Bergbauland sowie f√ľr seine Arbeitsk√§mpfe und relative Armut bekannt.

Geographie

Geographische Lage

West Virginia liegt im Osten der USA zwischen Virginia im S√ľdosten und S√ľden, Kentucky im S√ľdwesten, Ohio im Nordwesten sowie Pennsylvania und Maryland im Nordosten. Der n√∂rdlichste Teil des Staates bildet einen schmalen Streifen zwischen Ohio und Pennsylvania und wird daher als ‚ÄěPanhandle‚Äú (Pfannenstiel) bezeichnet. Die Grenze zu Ohio wird durch den Oberlauf des Ohio River gebildet, die Grenze zu Maryland durch den North Branch des Potomac River.

Der Staat liegt zur G√§nze in den Appalachen, weshalb er den Spitznamen ‚Äěmountain state‚Äú (Gebirgsstaat) tr√§gt. Von Nordwesten nach S√ľdosten gliedert er sich in das Allegheny-Plateau (ein Teil des Appalachen-Plateaus), die Allegheny Mountains und die Valley and Ridge-Zone. H√∂chste Erhebung ist mit 1482 m der Spruce Knob, durchschnittlich liegt West Virginia 455 m √ľber dem Meer, was der h√∂chste Wert f√ľr einen Staat √∂stlich des Mississippi ist.

Fl√ľsse und Seen

Die √Ėstliche Nordamerikanische Wasserscheide durchschneidet West Virginia. Der √∂stlichste Teil des Staates geh√∂rt zum Einzugsgebiet des Potomac River, der direkt zum Atlantik entw√§ssert, der gr√∂√üere westliche Teil entw√§ssert √ľber den Ohio River und den Mississippi River in den Golf von Mexiko.

Wichtige Nebenfl√ľsse des Ohio in West Virginia sind Wheeling Creek, Little Kanawha River mit dem Stausee Burnsville Lake, Kanawha River mit dem Nebenfluss Elk River sowie der Big Sandy River mit seinem Nebenfluss Tug Fork. Big Sandy River und Tug Fork bilden die Grenze zwischen West Virginia und Kentucky, der Tug Fork bildet einen kleinen Teil der Grenze zwischen West Virginia und Virginia.

Geschichte

West Virginias Entstehung ist einzigartig in der Geschichte der Vereinigten Staaten: Bis zum Sezessionskrieg war es ein Teil Virginias. Schon seit der Besiedlung dieses Landesteils gab es jedoch politische Differenzen zwischen den eher √§rmeren Kleinbauern dieser Gebirgsregion und den Plantagenbesitzern in den Ebenen, die in der Politik des Staates dominant waren. Nach dem Ausbruch des Amerikanischen B√ľrgerkriegs und der Losl√∂sung Virginias von der Union trennten sich ihrerseits die westlichen Countys am 27.¬†April 1861 von ihrem Mutterstaat. Vertreter dieser Verwaltungsbezirke bildeten eine neue Regierung, die ihren Sitz in Alexandria, Virginia, einnahm. Durch eine Note Abraham Lincolns vom 31.¬†Dezember 1862 waren sie dazu erm√§chtigt worden.

Virginia hatte zu diesem Zeitpunkt zwei Parlamente, eines, das den Anschluss an die Konf√∂deration beschlossen hatte, und ein Gegenparlament, das der Union und damit den Nordstaaten treu war. Nach der Verfassung der Vereinigten Staaten ist es nicht erlaubt, einen Teil eines Staatsgebiets in die Union aufzunehmen, ohne dass jener Staat dazu seine Zustimmung gibt. Eine solche Zustimmung erteilte Virginias Gegenparlament am 13.¬†Mai 1862, so dass der Verfassung formal Gen√ľge getan war. Da das Gegenparlament fast nur aus Delegierten aus dem Westteil Virginias bestand, kamen auch bei Abraham Lincoln starke Zweifel an der Verfassungsm√§√üigkeit der Aufnahme West Virginias in die Union auf; sie wurden aber aus strategischen Gr√ľnden w√§hrend des Krieges ignoriert. Im B√ľrgerkrieg war West Virginia Schauplatz zahlreicher Schlachten und Gefechte, wie z.¬†B. des Gefechts bei Philippi, der Schlacht am Cheat Mountain, der Schlacht am Rich Mountain oder der Kampfhandlungen im Kanawha-Tal.

1870, nachdem Virginia wieder mit allen Rechten in die Union aufgenommen worden war, setzte der Supreme Court die Rechtm√§√üigkeit der Abspaltung West Virginias in einem Gerichtsurteil √ľber die Zugeh√∂rigkeit der zwei Countys Berkeley und Jefferson zu West Virginia voraus.

Dabei bezeichnen die Bewohner West Virginias ihren Staat selbstironisch als Irland der USA. Denn die Umgebung ist ländlich und von ärmeren Verhältnissen geprägt. Über Generationen hinweg flossen die Gewinne aus den reichen Holz- und Kohlevorkommen in die Tresore monopolistischer Trusts, ohne dass ein Großteil der Einwohner einen auch nur bescheidenen Anteil daran bekommen hätte. Als schließlich zum Ende des 19. Jahrhunderts auch hier die Eisenbahn vom Osten her bis in die Bergregionen vorgedrungen war, nutzte man diesen Transportvorteil zur großflächigen Rodung der Wälder.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich bei den gro√üen Kohlenbergbau-Unternehmen im S√ľden des Staates das Prinzip der Company Town. Dort erhielten die Arbeiter zwar einen Lohn, mussten aber in Ortschaften, in denen den Kohleunternehmen das meiste geh√∂rte, einen gro√üen Teil f√ľr Essen und Unterkunft abf√ľhren. Zus√§tzlich senkten die Unternehmer den Lohn allm√§hlich immer weiter ab, so dass die Ausbeutung und Verschuldung der Arbeiter mit der Zeit immer dr√ľckender wurde. Das Resultat waren schwere Arbeitsk√§mpfe, die sogenannten Mine Wars (Bergwerkskriege). Bei diesen Konflikten wurden die Gewerkschaften mit milit√§rischer Hilfe bek√§mpft und niedergehalten.

Erst 1967 wurde West Virginia durch den Obersten Gerichtshof dazu gezwungen, als einer der letzten Staaten der USA das Verbot der Mischehen aufzuheben.

Politik

Gliederung

West Virginia ist in 55 Countys unterteilt. Es gibt insgesamt 232 Gemeinden (incorporated municipalities). Die größte Stadt ist die Hauptstadt Charleston mit 47.215 Einwohnern.

Politisches System

Die Gesetzgebung in West Virginia findet durch ein Zweikammersystem statt: durch ein Repr√§sentantenhaus (West Virginia House of Delegates) und einen Senat. Beide zusammen bilden die West Virginia Legislature. Der Gouverneur ist mit der Leitung der Regierungsgesch√§fte betraut, verf√ľgt √ľber das Begnadigungsrecht und hat dar√ľber hinaus repr√§sentative Aufgaben. Er wird alle vier Jahre parallel zu den Pr√§sidentschaftswahlen gew√§hlt. Der jetzige Gouverneur ist der Republikaner Jim Justice. Lieutenant Governor ist als Pr√§sident des Senats Craig Blair (Republikaner). Der direkt gew√§hlte Secretary of State von West Virginia ist Mac Warner (Republikaner). Als Oberster Gerichtshof fungiert der Supreme Court of Appeals of West Virginia.

West Virginia ist einer der √§rmsten Staaten in den USA. Durch seine stark gewerkschaftlich gepr√§gte politische Tradition war es traditionell der Demokratischen Partei verbunden, weshalb es zumeist durch demokratische Senatoren, Gouverneure und Repr√§sentanten vertreten wurde, so etwa den im Juni 2010 verstorbenen Robert Byrd, den Doyen der demokratischen Senatsfraktion und Senator mit der bisher l√§ngsten Amtszeit. Vertreter im Senat der Vereinigten Staaten bis 2014 waren Jay Rockefeller und der ehemalige Gouverneur Joe Manchin. Bei den Midterm Elections im November 2014 fiel der Senatssitz von Rockefeller an die Republikanerin Shelley Moore Capito. Damit wird West Virginia erstmals von einer Frau und nach 55 Jahren wieder von einem republikanischen Senator vertreten. Der Demokrat Manchin wurde 2018 wiedergew√§hlt und ist somit bis 2024 in den Senat gew√§hlt.. Bei Pr√§sidentschaftswahlen galt West Virginia bis zum Jahr 2000 ebenfalls als eher dem demokratischen Lager zugeh√∂rig; so war es einer von nur sechs Staaten, die sich 1980 f√ľr Jimmy Carter und gegen Ronald Reagan entschieden. Allerdings hat der Staat, dessen Bewohner neben der wirtschaftspolitisch linken zum gro√üen Teil auch eine konservative Position in gesellschaftspolitischen Dingen vertreten und evangelikalen Freikirchen nahestehen, seit 2000 bei Pr√§sidentschaftswahlen stets f√ľr den Kandidaten der Republikanischen Partei gestimmt und kann damit mittlerweile zu den Red States gez√§hlt werden.

Bei der Pr√§sidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 stimmten in West Virginia 67,9¬†% der W√§hler f√ľr den republikanischen Kandidaten Donald Trump. Dies war der landesweit h√∂chste Anteil. Dieser Anteil erh√∂hte sich 2020 auf 68,63¬†%, der zweith√∂chste Wert hinter Wyoming.

Vertretung im Kongress
  • Liste der US-Senatoren aus West Virginia
  • Liste der Mitglieder des US-Repr√§sentantenhauses aus West Virginia

Bevölkerung

West Virginia hat 1.852.994 Einwohner (Stand: Census 2010), davon sind 93,9 % Weiße, 3,4 % Afroamerikaner, 0,7 % Asiaten, 0,2 % Indianer, und 1,2 % Hispanics und Latinos jedweder Ethnie.

Lediglich 1,1 % der Einwohner des Bundesstaates sind außerhalb der Vereinigten Staaten geboren worden. Damit liegt West Virginia in der US-Statistik auf einem der letzten Plätze. Außerdem hat der Staat mit 2,7 % den geringsten Einwohneranteil aller US-Bundesstaaten, die zu Hause eine andere Sprache als Englisch sprechen.

Die f√ľnf gr√∂√üten Gruppierungen, deren Vorfahren eine bestimmte Nationalit√§t aufwiesen, sind: Amerikaner (23,2¬†%), Deutsche (17,2¬†%), Iren (13,5¬†%), Engl√§nder (12¬†%) und Italiener (4,8¬†%). Gr√∂√üere deutschst√§mmige Bev√∂lkerungsteile haben sich im Nordosten West Virginias angesiedelt.

5,6 % der Bevölkerung West Virginias sind unter 5 Jahre alt, 22,3 % unter 18, und 15,3 % sind 65 Jahre oder älter. Der Anteil von Frauen an der Gesamtbevölkerung beträgt 51,4 %.

2017 waren 38,1¬†% der Bev√∂lkerung stark √ľbergewichtig. Dies ist der h√∂chste Anteil unter allen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten.

Größte Städte

  • Liste der St√§dte in West Virginia
  • Liste der Countys in West Virginia

Bildung

Die wichtigste Hochschule ist die West Virginia University. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in West Virginia verzeichnet.

West Virginia ist derjenige Bundesstaat der Vereinigten Staaten mit dem geringsten Akademikeranteil. Nur 20¬†% der Bev√∂lkerung √ľber 24 Jahre haben einen Bachelor- oder dar√ľber hinausgehenden Bildungsabschluss (USA: 31¬†%); nur 0,64¬†% sind promoviert (USA: 1,88¬†%). 15¬†% der Sch√ľler beenden die High School ohne Abschluss (USA: 13¬†%).

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Lieder

Mit dem 1971 veröffentlichten Lied Take Me Home, Country Roads erreichte John Denver Platz 2 der US-Singlecharts. Nachdem das Lied bereits schnell zu einer inoffiziellen Hymne des Staats avancierte, ist es seit 2014 auch eine der offiziellen Hymnen West Virginias.

Allegheny Mountains

Die Allegheny Mountains sind noch nicht √ľberm√§√üig touristisch erschlossen, obwohl sie nur wenige Autostunden von den Metropolen der Ostk√ľste entfernt liegen. Sie sind geeignet f√ľr Rafting, Mountainbike- und Klettertouren.

New River Gorge

Die New River Gorge ist eine ber√ľhmte 300¬†m tiefe Schlucht westlich der Ortschaft Lewisburg, die nur √ľber den Wasserweg (Rafting) zu erreichen ist, oder man genie√üt den phantastischen Ausblick von der Eisenbahnbr√ľcke aus einem Amtrakzug. Viele Extremsportler reizt jedoch ein Sprung mit dem Gleitfallschirm mehr. Die sie √ľberspannende Bogenbr√ľckenkonstruktion ist neben der Royal Gorge Bridge √ľber den Arkansas River in Colorado die zweith√∂chste Br√ľcke dieser Art in den USA.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Bev√∂lkerung West Virginias z√§hlt traditionell zu den √§rmsten der US-Bundesstaaten. Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita GDP) ‚Äď der wichtigste Wohlstandsindikator ‚Äď lag im Jahre 2016 bei USD 40.071 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 57.118; nationaler Rangplatz: 48). Nur Mississippi liegt im Bundesstaatenranking stets hinter West-Virginia.

Die Arbeitslosenrate lag im November 2017 bei 5,3 % (Landesdurchschnitt: 4,1 %).

Die einst pr√§chtigen W√§lder waren f√ľr lange Zeit abgeholzt. Eine Aufforstung zeigt in den letzten Jahrzehnten Erfolge. Der Bergbau (v.¬†a. Steinkohle; ferner Erdgas, Erd√∂l) spielt immer noch eine wichtige Rolle, aber bereits 50¬†Prozent der Staatseinnahmen werden durch den Tourismus erwirtschaftet.

Ein immer gr√∂√üer werdendes √Ąrgernis ist der Kohleabbau im Tagebau, das sogenannte ‚ÄěMountaintop Removal Mining‚Äú. Dazu werden vor allem im S√ľdwesten des Staates Bergkuppen abgeholzt und durch Sprengungen gelockert; das Erd- und Felsmaterial wird abger√§umt und in Senken geleert, um kosteng√ľnstiger als im traditionellen Untertageabbau an die Kohlefl√∂ze heranzukommen. Diese Methode verursacht gewaltige Umweltsch√§den; ganze Ortschaften sind durch Wasser- und Schlammst√ľrze gef√§hrdet. Die Rekultivierung der ausgebeuteten Lager ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, wird aber nicht immer z√ľgig durchgef√ľhrt. Auf diese Weise ist das bergige und d√ľnn besiedelte West Virginia zu einer Reihe von Golfpl√§tzen gekommen, die sonst kaum gebaut worden w√§ren.

West Virginia war 2019 der Bundesstaat mit der zweitgr√∂√üten Kohlef√∂rderung aller US-Bundesstaaten (nach Wyoming) und deckte den regionalen Energiebedarf zu √ľber 90 Prozent aus Kohle. 2020 ging die F√∂rderung um 27,9¬†% zur√ľck; eine Ursache war die COVID-19-Pandemie.

In West Virginia gibt es auch kleine und mittlere √Ėl- und Gasfelder. Auch Ackerbau wird betrieben; das bergige Terrain setzt dem aber Grenzen.


Literatur

  • Otis K. Rice, Stephen W. Brown: West Virginia: A History. Zweite Auflage. University Press of Kentucky, Lexington 1993, ISBN 978-0-8131-1854-3.
  • John Alexander Williams: West Virginia: A History. W.W. Norton, New York 1984, ISBN 978-0-393-30182-3.

Einzelnachweise

Weblinks

  • Offizielle Website des Bundesstaates West Virginia
  • Tourismusbeh√∂rde West Virginias




Quelle: Wikipedia

 

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auch: WV; W.Va., WV, W.Va.

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Bundesstaat

Fläche ca.: 62735.20 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 40.647
südlichster Punkt: 37.205
westlichster Punkt: -82.637
östlichster Punkt: -77.735

 
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