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Staat Informationen : Angola

Informationen:


Angola (deutsch [aƋˈgoːla], portugiesisch [ɐƋˈgɔlɐ]; auf Kimbundu, Umbundu und Kikongo „Ngola“ genannt) ist ein Staat im SĂŒdwesten Afrikas. Nationalfeiertag ist der 11. November, der Jahrestag der 1975 erlangten UnabhĂ€ngigkeit. Angola grenzt an Namibia, Sambia, die Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo und den Atlantischen Ozean – die zu Angola gehörige Exklave Cabinda liegt im Norden zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo am Atlantik.

Der Name Angola leitet sich von dem Titel Ngola der Könige von Ndongo ab, einem östlich von Luanda gelegenen Vasallenstaat des historischen Kongoreiches. Die Region um Luanda erhielt diesen Namen im 16. Jahrhundert durch die ersten portugiesischen Seefahrer, die an der dortigen KĂŒste anlandeten und ein PadrĂŁo, ein steinernes Kreuz als Zeichen der Inbesitznahme fĂŒr den portugiesischen König, errichteten. Die Bezeichnung wurde Ende des 17. Jahrhunderts auf die Region um Benguela ausgedehnt, im 19. Jahrhundert dann auf das damals noch nicht umgrenzte Territorium, dessen koloniale Besetzung sich Portugal vornahm.

Geografie

Geografische Lage

Die Republik Angola liegt zwischen 4° 22â€Č und 18° 02â€Č sĂŒdlicher Breite sowie 11° 41â€Č und 24° 05â€Č östlicher LĂ€nge. Das Land gliedert sich grob in eine schmale Niederung entlang der AtlantikkĂŒste, die in Richtung Osten, zum Landesinneren hin, zum Hochland von BiĂ© ansteigt: Es macht den grĂ¶ĂŸten Teil Angolas aus, ist im SĂŒden flach und in der Landesmitte bergig. Der höchste Berg ist der in diesem Hochland liegende MĂŽco mit 2619 m ĂŒber dem Meeresspiegel. Der Osten Angolas wird vom Sambesi durchflossen.

Klima

Angola ist in drei Klimazonen eingeteilt:

An der KĂŒste und im Norden des Landes ist es tropisch, das heißt, es gibt das ganze Jahr hohe Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 °C, nachts ist es nur unwesentlich kĂŒhler. Von November bis April ist Regenzeit. Das Klima wird stark durch den kĂŒhlen Benguelastrom (17–26 °C) beeinflusst, so dass Nebel hĂ€ufig ist. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 500 mm, im SĂŒden kaum bei 100 mm jĂ€hrlich.

Das Hochland im Zentrum und SĂŒden des Landes ist gemĂ€ĂŸigt-tropisch, es gibt vor allem im Winter deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. So liegen etwa in Huambo die Temperaturen im Juli zwischen 25 °C tagsĂŒber und 7–8 °C nachts, dazu kommt noch enorme Trockenheit. Ähnlich wie an der KĂŒste ist die Regenzeit von Oktober bis April. Es fallen im Schnitt rund 1000 mm Regen pro Jahr.

Im SĂŒdosten des Landes ist es ĂŒberwiegend heiß und trocken mit kĂŒhlen NĂ€chten im Winter bzw. Hitze und gelegentlichen NiederschlĂ€gen im Sommer. Die JahresniederschlĂ€ge schwanken um 250 mm.

Hydrologie

Den „Wasserturm“ des Landes bildet das Hochland von BiĂ©. Von dort teilt sich Angola in 5 Haupteinzugsgebiete auf. Die beiden grĂ¶ĂŸten sind die des Kongo und des Sambesi. Zusammen entwĂ€ssern sie ĂŒber 40 % der LandesflĂ€che. Die FlĂ€chen die ĂŒber den Okavango abfließen liegen bei etwa 12 %. Somit entwĂ€ssert gut die HĂ€lfte des Landes ĂŒber sehr große Einzugsgebiete aus dem Land hinaus. Hinzu kommen der Cuanza, mit ebenfalls etwa 12 %, und der Cunene mit knapp 8 %. Zu erwĂ€hnen ist noch das Cuvelai-Etosha Einzugsgebiet, das nach SĂŒden entwĂ€ssert. Die restlichen knapp 20 % des Landes sind KĂŒstenflĂŒsse. Die Wasserressourcen im SĂŒden Angolas haben fĂŒr die NachbarlĂ€nder Botswana und Namibia große Bedeutung. Daher grĂŒndeten sie 1994 zusammen die Permanent Okavango River Basin Water Commission.

Flora und Fauna

Die Vegetation reicht klimabedingt von tropischem Regenwald im Norden und in Cabinda ĂŒber Baumsavannen im Zentrum bis zur trockenen Grassavanne, die durchsetzt ist mit Euphorbien (WolfsmilchgewĂ€chsen), Akazien und AffenbrotbĂ€umen. Von Namibia ausgehend zieht sich entlang der SĂŒdwestkĂŒste ein WĂŒstenstreifen. Die Fauna Angolas ist reich an Wildtieren, es finden sich Elefanten, Flusspferde, Geparde, Gnus, Krokodile, Strauße, Nashörner und Zebras. Die Ausweitung der Landwirtschaft aber auch die Zerstörungen durch die BĂŒrgerkriege und der Handel mit Elfenbein gefĂ€hrden das Überleben vieler Arten.

In Angola gibt es 13 Naturschutzgebiete (Nationalparks und Naturreservate) mit einer GesamtflĂ€che von 162.642 kmÂČ, die 12,6 % des Staatsgebiets ausmachen.

Geschichte

Die ersten Bewohner des heutigen Angola waren Khoisan, die ab dem 13. Jahrhundert weitgehend von Bantu-Volksgruppen verdrĂ€ngt wurden. 1483 begann die Errichtung portugiesischer Handelsposten an der KĂŒste, vor allem in Luanda und dessen Hinterland, ein Jahrhundert spĂ€ter auch in Benguela. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts begann die systematische Eroberung und Besetzung des heutigen Territoriums, die erst Mitte der 1920er Jahre abgeschlossen war.

Von der Mitte der 1920er Jahre bis Anfang der 1960er Jahre war Angola einem „klassischen“ Kolonialsystem unterworfen. Die Kolonialmacht Portugal wurde von 1926 bis zur Nelkenrevolution 1974 von einer MilitĂ€rdiktatur regiert (bis 1932 Carmona, bis 1968 Salazar, bis 1974 Caetano).

Die wichtigste ökonomische Grundlage Angolas waren bis zum Ende der Kolonialzeit die Landwirtschaft und Viehzucht, die sowohl in Großbetrieben europĂ€ischer Siedler als auch in den Familienbetrieben der Afrikaner stattfand. Die Förderung von Diamanten war fĂŒr den Kolonialstaat von zentraler Bedeutung. Eine weitere wichtige Komponente war der Handel. Zu bescheidener Industrialisierung und Entwicklung des Dienstleistungssektors kam es erst in der spĂ€tkolonialen Phase, also in den 1960er und 1970er Jahren. In den 1950er Jahren wurden auf dem Festland Erdölvorkommen geortet, in den 1960er Jahren auch im Meer vor Cabinda, doch setzte erst ganz am Ende der Kolonialzeit eine Förderung grĂ¶ĂŸeren Ausmaßes ein.

In den 1950er Jahren begann sich nationalistischer Widerstand zu formieren, der 1961 in einen bewaffneten Befreiungskampf mĂŒndete (1960 – im „Afrika-Jahr“ – hatten 18 Kolonien in Afrika (14 französische, zwei britische, eine belgische und eine italienische) die UnabhĂ€ngigkeit von ihren KolonialmĂ€chten erlangt; siehe auch Dekolonisation Afrikas).

Ab 1962 fĂŒhrte Portugal deswegen einschneidende Reformen durch und leitete eine spĂ€tkoloniale Phase ein, die in Angola eine neue Situation schuf, den UnabhĂ€ngigkeitskrieg jedoch nicht zum Erliegen brachte. Der UnabhĂ€ngigkeitskrieg kam abrupt zu einem Ende, als am 25. April 1974 ein MilitĂ€rputsch in Portugal die Nelkenrevolution auslöste sowie die dortige Diktatur zum Einsturz brachte und das neue demokratische Regime sofort mit der Entkolonisierung begann.

Der Umsturz in Portugal löste in Angola bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den Befreiungsbewegungen FNLA, MPLA und UNITA aus, deren ethnische Verwurzelung im Lande unterschiedlich war. In diese Auseinandersetzungen griffen die USA, Zaire (seit 1997 „Demokratische Republik Kongo“) und SĂŒdafrika (noch unter dem Apartheid-Regime) auf Seiten von FNLA und UNITA ein, die Sowjetunion und Kuba auf Seiten der MPLA. Letztere behielt die Oberhand und rief 1975 in Luanda die UnabhĂ€ngigkeit aus, gleichzeitig FNLA und UNITA in Huambo.

Die „Gegenregierung“ von FNLA und UNITA löste sich zwar rasch auf, aber sofort nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung setzte ein BĂŒrgerkrieg zwischen den drei Bewegungen ein, aus dem die FNLA nach kurzer Zeit ausschied, wĂ€hrend ihn die UNITA bis zum Tode ihres AnfĂŒhrers Jonas Savimbi im Jahre 2002 weiterfĂŒhrte. Gleichzeitig errichtete die MPLA ein politisch-ökonomisches Regime, das dem der damals sozialistischen LĂ€nder nachempfunden war. Bemerkenswert war die zivile Entwicklungshilfe Kubas wĂ€hrend dieser Zeit.

Dieses Regime wurde 1990/91 wĂ€hrend einer Unterbrechung des BĂŒrgerkriegs zugunsten eines Mehrparteiensystems aufgegeben. Im September 1992 fanden Wahlen statt, an denen auch die UNITA teilnahm. Die MPLA erhielt 53,74 Prozent der Stimmen und 129 der 220 Parlamentssitze. Der PrĂ€sidentschaftskandidat der MPLA, JosĂ© Eduardo dos Santos, erhielt 49,56 Prozent der Stimmen; gemĂ€ĂŸ der Verfassung wĂ€re eine Stichwahl (gegen Jonas Savimbi) notwendig gewesen.

Daraus ergab sich eine bizarre Situation, die bis 2002 anhielt. Einerseits nahmen Vertreter der UNITA und der FNLA am Parlament und sogar der Regierung teil, andererseits kĂ€mpfte der militĂ€rische Arm der UNITA nach der Wahl weiter. Das politische System entwickelte sich zu einer autoritĂ€ren PrĂ€sidialdemokratie, wĂ€hrend im Lande Zerstörungen z. T. erheblichen Ausmaßes vor sich gingen.

Am 22. Februar 2002 entdeckte die Armee Jonas Savimbi im Osten des Landes und erschoss ihn. Danach stellte die UNITA den Kampf sofort ein. Sie löste ihren militĂ€rischen Arm auf, der zu einem Teil in die angolanische Armee ĂŒbernommen wurde. Unter einem neuen Vorsitzenden, Isaias Samakuva, ĂŒbernahm sie die Rolle einer normalen Oppositionspartei. Bei der Parlamentswahl im September 2008 erhielt die MPLA 81,64 % der Stimmen (UNITA 10,39 %, FNLA 1,11 %).

2002 begann der Wiederaufbau der zerstörten StĂ€dte, Dörfer und Infrastruktur. Dank der Erdölförderung und des zeitweise hohen Ölpreises gab es dafĂŒr genug Devisen. Die regierende Gruppe um den PrĂ€sidenten nutzte dies aber auch zur starken eigenen Bereicherung, ein Beispiel fĂŒr die herrschende Kleptokratie.

Eine im Januar 2010 verabschiedete neue Verfassung hat die Stellung der MPLA und besonders des StaatsprÀsidenten gestÀrkt. Vom Typ der Regierungslehre handelt es sich um ein autoritÀres PrÀsidialsystem. Seit 2017 ist João Lourenço PrÀsident und scheint teilweise mit der Korruption seines VorgÀngers aufzurÀumen, obwohl dieser noch Vorsitzender der Regierungspartei ist und Lourenço sein Stellvertreter. Im Dezember 2019 wurde das auf 2,2 Milliarden US-Dollar geschÀtzte Vermögen von Isabel dos Santos, der Tochter des alten PrÀsidenten, eingefroren und entzogen.

Bevölkerung

In Angola gab es bisher erst zwei VolkszĂ€hlungen in den Jahren 1970 und 2014. 2020 veröffentlichte das nationale Statistikamt eine Projektion. Demnach betrug die Bevölkerung 31,13 Millionen. Die Bevölkerung Angolas ist eine der am schnellsten wachsenden der Welt. Im Jahr 2019 betrug das Bevölkerungswachstum 3,2 % und die FertilitĂ€t pro Frau lag bei 5,4 Kindern. In den 1970er Jahren lag der Wert sogar bei etwa 7,5 Kindern pro Frau. Das Medianalter der Bevölkerung lag 2020 bei geschĂ€tzten 16,7 Jahren. 46,6 % der Bevölkerung sind jĂŒnger als 15 Jahre. FĂŒr das Jahr 2050 wird laut der mittleren Bevölkerungsprognose der UN mit einer Bevölkerung von ĂŒber 77 Millionen gerechnet.

Ein akutes demografisches Problem, mit unabsehbaren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen, hat sich in Angola aus dem Kriegszustand ergeben, der sich ĂŒber vier Jahrzehnte hingezogen hat. Um 2000 war ein erheblicher Teil der Landbevölkerung in die StĂ€dte, in unwegsame Gebiete (Berge, Wald, Sumpfland) oder ins benachbarte Ausland (Namibia, Botswana, Sambia, D. R. Kongo, Republik Kongo) geflohen. Entgegen allen Erwartungen ist es nach dem Friedensschluss nicht zu einem massiven RĂŒckfluss gekommen. Zwar ist ein Teil der Bevölkerung in ihre Ursprungsorte zurĂŒckgekehrt, aber – wie die Erhebungen der letzten Jahre zeigen – per Saldo hat das Binnenland sogar weiter an Bevölkerung verloren. Dies hĂ€ngt nicht zuletzt damit zusammen, dass sich die Wirtschaft – mit Ausnahme der Landwirtschaft und der Förderung von Diamanten – ganz ĂŒberwiegend auf den KĂŒstenstreifen konzentriert. Die VolkszĂ€hlung von 2014 hat allerdings aufgedeckt, dass der RĂŒckgang der lĂ€ndlichen Bevölkerung trotz generell schlechter Lebensbedingungen weniger drastisch war, als befĂŒrchtet: sie macht knapp ĂŒber 60 % der Gesamtbevölkerung aus.

Volksgruppen

Die meisten Angolaner sind Bantu und gehören drei Ethnien an: mehr als ein Drittel sind Ovimbundu, ansĂ€ssig auf dem Zentralhochland, dem angrenzenden KĂŒstenstreifen und nunmehr ebenfalls stark prĂ€sent in allen grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten auch außerhalb dieses Gebietes; ein knappes Viertel sind Ambundu (Sprache: Kimbundu), die in einem breiten Landstrich von Luanda bis Malanje ĂŒberwiegen; schließlich gehören 10 bis 15 % den Bakongo an, einem Volk, das im Westen von Kongo-Brazzaville und der Demokratischen Republik Kongo sowie im Nordwesten Angolas angesiedelt ist und nunmehr auch in Luanda eine starke Minderheit darstellt.

ZahlenmĂ€ĂŸig kleinere Volksgruppen sind die Ganguela, eigentlich ein Konglomerat aus kleineren Gruppen Ostangolas, dann Nyaneka-Nkhumbi im SĂŒdwesten, die zumeist Hirtenbauern sind, die Ovambo (Ambo) und Herero SĂŒdangolas (mit Verwandten in Namibia) sowie die Tshokwe (einschließlich der Lunda) aus dem Nordosten Angolas (und SĂŒden der DR Kongo sowie Nordwesten Sambias), die im Verlaufe des letzten Jahrhunderts in kleinen Gruppen sĂŒdwĂ€rts gewandert sind. Einige kleine Gruppen im Ă€ußersten SĂŒdwesten werden als Xindonga bezeichnet. Schließlich gibt es noch residuale Gruppen der Khoisan (San), die verstreut in SĂŒdangola leben und nicht zu den Bantu gehören.

Etwa 2 % der Bevölkerung sind mestiços, also Mischlinge von Afrikanern und EuropĂ€ern. Die Portugiesen waren mit 320.000 bis 350.000 Menschen am Ende der Kolonialzeit die grĂ¶ĂŸte europĂ€ischstĂ€mmige Volksgruppe im Land. Über die HĂ€lfte von ihnen war im Lande geboren, nicht selten in der zweiten oder dritten Generation, und fĂŒhlte sich mehr Angola zugehörig als Portugal. Die anderen waren in der spĂ€tkolonialen Phase zugewandert oder als Angestellte/Beamte staatlicher Einrichtungen (einschließlich des MilitĂ€rs) nach dort versetzt worden. Die meisten Portugiesen flohen kurz vor oder nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung Angolas von Ende 1975 nach Portugal, Brasilien oder SĂŒdafrika, doch ist ihre Zahl inzwischen wieder auf rund 170.000 angewachsen, zu denen möglicherweise 100.000 andere EuropĂ€er sowie Latein- und Nordamerikaner hinzukommen. Zu den EuropĂ€ern kommt inzwischen eine große, auf etwa 300.000 Menschen geschĂ€tzte Gruppe von Chinesen, die im Zuge einer Immigrationswelle nach Afrika kamen und kommen. Im Jahre 2017 waren 2,1 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Bis 1974/75 lebten auch etwa 130 deutsche Familien (Angola-Deutsche) als Farmer oder Unternehmer im Land, vor allem in den Regionen um Huambo und Benguela; in der Stadt Benguela gab es seinerzeit sogar eine deutsche Schule. Fast alle haben seither aber das Land verlassen.

Die ethnischen Unterschiede haben, im Gegensatz zu anderen (afrikanischen und nichtafrikanischen) LĂ€ndern, in Angola nur in Maßen fĂŒr gesellschaftlichen ZĂŒndstoff gesorgt. Als sich Bakongo, die in den 1970er Jahren in den Kongo-Kinshasa geflohen waren, bei ihrer RĂŒckkehr in großer Zahl in Luanda niederließen, hat das zwar zu gegenseitigem „Fremdeln“ zwischen ihnen und den ansĂ€ssigen Ambundu gefĂŒhrt, nicht aber zu massiven oder gar gewalttĂ€tigen Konflikten. Als sich im BĂŒrgerkrieg Ambundu und Ovimbundu gegenĂŒberstanden, bekam der Konflikt auf seinem Höhepunkt auch ethnische Untertöne; seit Frieden herrscht, sind diese deutlich abgeklungen. Bei Konflikten aller Art können solche Abgrenzungen aber wieder ins Spiel kommen. Außerdem ist das Problem der Rassenbeziehungen zwischen Schwarzen, Mischlingen und Weißen noch in keiner Weise ausgestanden, zumal es von der Politik her manipuliert wird und seinerseits die Politik bedingt.

Sprachen

Fast alle der in Angola gesprochenen Sprachen gehören zur Bantu-Sprachfamilie. Portugiesisch ist Amtssprache in Angola. Sie wird zu Hause von 85 % der Bevölkerung in den StĂ€dten und von 49 % der Landbevölkerung gesprochen. Von allen afrikanischen LĂ€ndern hat sich Angola alles in allem vermutlich die Sprache der ehemaligen Kolonialmacht am stĂ€rksten zu eigen gemacht. Unter den afrikanischen Sprachen Angolas am weitesten verbreitet sind das Umbundu, das von 23 % der Bevölkerung, besonders von der ethnischen Gruppe der Ovimbundu gesprochen wird, das Kikongo (8,24 %) der Bakongo, das Kimbundu (7,82 %) der Ambundu und das Chokwe (6,54 %) der Chokwe. Andere Sprachen sind Ngangela, Oshivambo (Kwanyama, Ndonga), Mwila, Nkhumbi, Otjiherero sowie das im 20. Jahrhundert von RĂŒckwanderern aus dem Zaire eingefĂŒhrte Lingala. In Angola werden insgesamt (je nach Einteilungskriterien) rund 40 verschiedene Sprachen/Dialekte gesprochen.

Religionen

In Angola gibt es knapp 1000 Religionsgemeinschaften. Nach dem Zensus 2014 gehören den oft schon wĂ€hrend der Kolonialzeit gegrĂŒndeten protestantischen Kirchen 38,1 % der Bevölkerung an, wĂ€hrend 41,1 % der Bevölkerung AnhĂ€nger der römisch-katholischen Kirche sind. Keiner Religionsgemeinschaft gehören 12,3 % der Einwohner an.

Methodisten sind besonders im Gebiet von Luanda bis Malanje vertreten, Baptisten im Nordwesten und Luanda. In Zentralangola und den angrenzenden KĂŒstenstĂ€dten ist vor allem die Igreja EvangĂ©lica Congregacional em Angola (Evangelisch-Kongregationalistische Kirche in Angola) vertreten. Aus der Kolonialzeit stammen auch verschiedene kleinere Gemeinschaften, so Lutheraner (z. B. in SĂŒdangola) und Reformierte (vor allem in Luanda). Dazu kommen Adventisten, neuapostolische Christen sowie (nicht zuletzt durch EinflĂŒsse aus Brasilien) seit der UnabhĂ€ngigkeit eine Vielfalt pfingstlich-charismatischer Freikirchen und die Zeugen Jehovas. Die neuen Gemeinschaften, darunter zum Beispiel die als Wirtschaftsunternehmen organisierte „Igreja Universal do Reino de Deus“ (IURD, Vereinigte Kirche des Reichs Gottes), die in Brasilien entstand und sich von dort aus in die anderen portugiesischsprachigen LĂ€nder ausbreitete, sind besonders in den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten vertreten und haben zum Teil erheblichen Zulauf.

Aufgrund von EinflĂŒssen aus SĂŒdafrika und Namibia hat sich in den 2000er Jahren ein kleiner Ableger der anglikanischen Kirche des sĂŒdlichen Afrika gebildet. Schließlich gibt es zwei christlich-synkretistische Gemeinschaften, die in der DR Kongo verwurzelten Kimbangisten und die im kolonialen Angola entstandenen Tokoisten.

Nur noch ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung hĂ€ngt ausschließlich traditionellen Religionen an, aber unter den Christen finden sich nicht selten BruchstĂŒcke von Vorstellungen, die aus diesen Religionen stammen.

Der Anteil der Muslime (fast alle sunnitisch) betrĂ€gt laut Zensus 2014 nur 0,4 Prozent. Er setzt sich aus Einwanderern aus verschiedenen, meist afrikanischen LĂ€ndern zusammen, die aufgrund ihrer Verschiedenartigkeit keine Gemeinschaft bilden. Saudi-Arabien bemĂŒhte sich um eine Ausbreitung des Islams in Angola. So kĂŒndigte es 2010 an, dass es in Luanda die Errichtung einer islamischen UniversitĂ€t finanzieren werde. Im November 2013 wurde jedoch dem Islam und zahlreichen anderen Organisationen die Anerkennung als Religionsgemeinschaft verweigert, da sie nicht mit dem Christentum vereinbar seien. Zudem wurden GebĂ€ude, die ohne Baugenehmigung errichtet wurden, zum Abriss vorgesehen. Mehr als 60 Moscheen im Land wurden geschlossen.

Die katholische Kirche, die traditionellen protestantischen Kirchen und einige Freikirchen unterhalten soziale Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, MĂ€ngel in der gesellschaftlichen oder staatlichen Versorgung auszugleichen. Die katholische Kirche und die traditionellen protestantischen Kirchen Ă€ußern sich gelegentlich zu politischen Fragen und finden dabei unterschiedliches Gehör.

Soziales

Gesundheitsversorgung

Die ErnĂ€hrungs- und Gesundheitssituation der angolanischen Bevölkerung ist – aus europĂ€ischer Perspektive – grĂ¶ĂŸtenteils katastrophal. Nur rund 30 % der Bevölkerung haben Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung und nur 40 % haben Zugang zu ausreichend reinem Trinkwasser. JĂ€hrlich sterben tausende Menschen an Durchfallerkrankungen oder AtemwegsentzĂŒndungen. Daneben sind Malaria, Meningitis, Tuberkulose und Erkrankungen durch Wurmbefall verbreitet. Die Infektionsrate mit HIV liegt nach SchĂ€tzungen von UNAIDS bei 2 % und damit fĂŒr die Region sehr niedrig. Als Grund hierfĂŒr wird die Abschottung des Landes wĂ€hrend des BĂŒrgerkrieges genannt.

Im Jahr 1987 wurde ein erster großer Cholera-Ausbruch in Angola gemeldet, welcher 16.222 FĂ€lle und 1.460 TodesfĂ€lle umfasste. Er begann am 8. April 1987 in der Provinz Zaire und breitete sich auf viele andere Gebiete einschließlich der Provinz Luanda aus. Nachdem die Zahl der FĂ€lle zwischen Juli und Oktober zurĂŒckgegangen war, kam es ab November zu einem Anstieg, und galt als endemisch, wobei die AusbrĂŒche 1988 in zahlreichen Provinzen weiter anhielten. Im Jahr 1988 wurden zwei Drittel der CholerafĂ€lle in Afrika von Angola gemeldet (15 500 FĂ€lle gegenĂŒber 23 223 in ganz Afrika). Zwischen 1997 und 2005 wurde kein Cholerafall mehr gemeldet.

Ausbruch der Cholera 2006/2007:

Zwischen dem 13. Februar 2006 und dem 9. Mai 2007 erlebte Angola einen seiner schlimmsten Cholera-AusbrĂŒche in der Geschichte und meldete 82 204 FĂ€lle mit 3092 verbundenen TodesfĂ€llen und einem Gesamt-Fall-Verstorbenen-Anteil (FVA) von 3,75 %. Der Höhepunkt des Ausbruchs wurde Ende April 2006 mit einer tĂ€glichen Inzidenz von 950 FĂ€llen erreicht.

Der Ausbruch begann in Luanda und erreichte rasend schnell 16 der 18 Provinzen. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Krankheit sich sowohl ĂŒber den Seeweg als auch ĂŒber den Landweg ausgebreitet haben könnte. Die Cholera-AusbrĂŒche in Angola sind Berichten zufolge hauptsĂ€chlich auf den schlechten Zugang zu Grundversorgung wie der Versorgung mit sauberem Wasser und sanitĂ€ren Einrichtungen zurĂŒckzufĂŒhren. Zwar wird der Erfolg aller Hilfsmaßnahmen bei der EindĂ€mmung des Cholera-Ausbruchs anerkannt, doch das Fehlen einer langfristigen und nachhaltigen Versorgung mit sauberem Wasser und sanitĂ€ren Einrichtungen sowie einer verbesserten Gesundheitsversorgung macht viele Menschen immer noch anfĂ€llig fĂŒr Cholera und andere damit zusammenhĂ€ngende Krankheiten wie Marburg, Polio etc. Obwohl Luanda die meisten FĂ€lle (rund 50 %) meldete, wiesen andere Provinzen wie BiĂ©, Huambo, Cuanza Sul und Lunda Norte den höchsten FVA-Wert auf. Dies ist mit dem schwierigen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen zu erklĂ€ren, wobei die weit von Luanda entfernten Provinzen besonders unterversorgt waren.

Im Jahr 2007 meldete Angola 18 422 FÀlle, darunter 513 TodesfÀlle (FVA 2,78 %). Luanda verzeichnete 37 % aller FÀlle und Benguela 22,5 %. Den höchsten Fall-Verstorbenen-Anteil meldete Cuanza Sul mit 12 %.

Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist teilweise oder vollstÀndig von auslÀndischen Nahrungsmittelhilfen abhÀngig. 2015 waren 14,0 % der Bevölkerung unterernÀhrt. Im Jahr 2000 waren es noch 50,0 % der Bevölkerung.

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fĂŒnf Jahren ist die zweithöchste der Welt, statistisch stirbt alle drei Minuten ein Kind in Angola. Aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung ist auch die Zahl der Frauen, die wĂ€hrend der Geburt sterben, extrem hoch. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wird mit 61,2 Jahren angegeben. Lepra bleibt in Angola eine große Sorge der Gesundheitsbehörden im Land. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 1048 FĂ€lle dieser chronisch infektiösen Krankheit festgestellt.

Bildungswesen

WĂ€hrend der Kolonialzeit wurde das Bildungswesen bis auf das letzte Jahrzehnt vernachlĂ€ssigt und war stets ein Instrument der Kolonialpolitik. Nach der UnabhĂ€ngigkeit setzte ein systematischer Neubeginn an, bei dem die Zusammenarbeit mit Kuba eine wichtige Rolle spielte. Der BĂŒrgerkrieg behinderte diese Anstrengungen und fĂŒhrte vor allem in lĂ€ndlichen Regionen zu einem eklatanten Lehrermangel. Der Aufbau eines neuen Bildungswesens wurde insgesamt jedoch fortgesetzt, besonders in den StĂ€dten, in denen sich nach und nach die HĂ€lfte der Bevölkerung konzentrierte. Seit dem Frieden 2002 wurden und werden große Anstrengungen unternommen, um die Situation zu verbessern und die enormen Defizite auszurĂ€umen. In der gleichen Zeit begann in Angola eine Schulreform mit der Absicht, die Inhalte der Schule fĂŒr die Kinder relevanter zu machen und bessere Ergebnisse zu erzielen.

In Angola gehen weniger als zwei Drittel der Kinder im schulpflichtigen Alter zur Schule. In den Grundschulen wiederholen 54 % der Kinder eine oder mehrere Klassen. Wenn die Kinder die fĂŒnfte Klasse erreichen, gehen nur noch 6 % der Kinder ihrer Altersgruppe in die Schule. Dies hat auch mit dem Umstand zu tun, dass fĂŒr die Versetzung in höhere Klassen ein gĂŒltiger Personalausweis vorzulegen ist, den viele nicht haben. Diese hohe Schulabbrecherquote entspricht dem Mangel an Schulen mit fĂŒnfter und sechster Klasse. Die Alphabetisierungsrate der erwachsenen Bevölkerung betrug 2015 71,1 % (Frauen: 60,2 %, MĂ€nner: 82,0 %)

Von der Bevölkerung >18 Jahre verfĂŒgen 47,9 % ĂŒber keinen Schulabschluss, 19,9 % ĂŒber einen Primarschulabschluss, 17,1 % ĂŒber einen mittleren Schulabschluss (I ciclo do ensino secundĂĄrio), 13,2 % ĂŒber einen Sekundarschulabschluss (II ciclo do ensino secundĂĄrio) und 2,0 % ĂŒber einen Hochschulabschluss. Bei den 18–24-JĂ€hrigen liegen die Quoten bei 25 % (kein Schulabschluss), 34 % (Primarschulabschluss), 29 % (mittlerer Schulabschluss), 13 % (Sekundarschulabschluss) und 0 % (Hochschulabschluss). Die Quote der Bevölkerung >24 Jahre mit Hochschulabschluss ist von Provinz zu Provinz sehr unterschiedlich. Den höchsten Anteil verzeichnen Luanda (5,4 %) und Cabinda (3,8 %), den niedrigsten Cunene (0,6 %) und BiĂ© (0,5 %).

In Zusammenarbeit mit dem angolanischen Bildungsministerium betreibt die Hilfsorganisation Ajuda de desenvolvimento de Povo para Povo em Angola sieben LehrerausbildungsstĂ€tten in Huambo, Caxito, Cabinda, Benguela, Luanda, Zaire und BiĂ©, die so genannten Escolas dos Professores do Futuro, an denen bis Ende 2006 mehr als 1000 Lehrer fĂŒr den Einsatz in den lĂ€ndlichen Gebieten ausgebildet wurden. Bis 2015 sollen acht weitere dieser LehrerausbildungsstĂ€tten eingerichtet und 8000 Lehrer ausgebildet werden.

Das Hochschulwesen bestand bis in die spĂ€ten 1990er Jahre aus der staatlichen Universidade Agostinho Neto, deren etwa 40 FakultĂ€ten ĂŒber das ganze Land verteilt waren und sich insgesamt in einem schlechten Zustand befanden. Daneben gab es nur noch die Universidade CatĂłlica de Angola (UCAN) in Luanda.

Inzwischen gibt es, vor allem in Luanda, eine wachsende Anzahl privater UniversitĂ€ten. Dazu zĂ€hlen unter anderem die Universidade LusĂ­ada de Angola, die Universidade LusĂłfona de Angola, und die Universidade Jean Piaget de Angola die allesamt eng mit den gleichnamigen UniversitĂ€ten in Portugal verbunden sind. Mit UnterstĂŒtzung einer Lissaboner UniversitĂ€t ist auch die Angola Business School entstanden.

Rein angolanische Initiativen sind die Universidade Privada de Angola, die Universidade Metodista de Angola, die Universidade Metropolitana de Angola, die Universidade Independente de Angola, die Universidade TĂ©cnica de Angola, die Universidade GregĂłrio Semedo die Universidade Óscar Ribas, die Universidade de Belas, und das Instituto Superior de CiĂȘncias Sociais e RelaçÔes Internacionais.

Alle diese UniversitĂ€ten sind in Luanda angesiedelt, obwohl einige auch „pĂłlos“ genannte Außenstellen in anderen StĂ€dten haben, so die Universidade Privada de Angola in Lubango, die Universidade LusĂłfona de Angola in Huambo und die Universidade Jean Piaget in Benguela. Im Sinne einer Dezentralisierung des Hochschulwesens war es jedoch entscheidend, dass 2008/2009 aus der Universidade Agostinho Neto sechs RegionaluniversitĂ€ten mit je eigenem Namen ausgegliedert wurden, die die bestehenden FakultĂ€ten ĂŒbernahmen und meist weitere grĂŒndeten, und die innerhalb ihres jeweiligen ZustĂ€ndigkeitsgebiets in anderen StĂ€dten „pĂłlos“ einrichteten. In Benguela entstand so die Universidade Katyavala Bwila, in Cabinda die Universidade 11 de Novembro, in Huambo die Universidade JosĂ© Eduardo dos Santos mit „pĂłlo“ in BiĂ©, in Lubango die Universidade Mandume ya Ndemufayo (siehe auch Mandume yaNdemufayo) mit „pĂłlo“ in Ondjiva, in Malanje mit Saurimo und Luena die Universidade Lueij A’Nkonde und in UĂ­ge die Universidade Kimpa Vita.

In den meisten FĂ€llen waren die Namensgeber afrikanische FĂŒhrungsfiguren aus vorkolonialer Zeit oder aus der Zeit des PrimĂ€rwiderstands gegen die koloniale Eroberung. SĂ€mtliche UniversitĂ€ten haben mit Aufbauschwierigkeiten zu kĂ€mpfen. Der ZustĂ€ndigkeitsbereich der Universidade Agostinho Neto wurde auf die Provinzen Luanda und Bengo beschrĂ€nkt. Die qualitativen UnzulĂ€nglichkeiten des Hochschulwesens sind durch diese Entwicklung jedoch bislang nur teilweise ĂŒberwunden worden. In Luanda haben aufgrund der Vielfalt der UniversitĂ€ten einige von ihnen mit einer abnehmenden Nachfrage zu kĂ€mpfen.

Siehe auch: Liste der UniversitÀten in Angola

Politik

Politisches System

Zurzeit ist die politische Macht auf die PrĂ€sidentschaft konzentriert. Die Exekutive bestand bis 2017 aus dem langjĂ€hrigen PrĂ€sidenten, JosĂ© Eduardo dos Santos, der zugleich Oberkommandierender der StreitkrĂ€fte und Regierungschef war, und dem Ministerrat. Der Ministerrat, bestehend aus allen Regierungsministern und Vizeministern, trifft sich regelmĂ€ĂŸig, um ĂŒber politische Themen zu diskutieren. Die Gouverneure der 18 Provinzen werden vom PrĂ€sidenten ernannt und handeln nach seinen Vorstellungen. Das Verfassungsrecht von 1992 begrĂŒndet die wesentlichen Merkmale der Regierungsstruktur und nennt die Rechte und Pflichten der BĂŒrger. Das Rechtssystem, das auf dem portugiesischen Recht und dem Gewohnheitsrecht basiert, ist schwach und bruchstĂŒckhaft. Gerichte sind nur in zwölf von mehr als 140 Stadtverwaltungen tĂ€tig. Das oberste Gericht dient als Rechtsmittelinstanz. Ein Verfassungsgericht – mit der FĂ€higkeit einer unparteiischen Bewertung – wurde bis 2010 nicht ernannt, obwohl es das Gesetz vorsieht. Seit 2017 ist JoĂŁo Lourenço PrĂ€sident und scheint teilweise mit der Korruption seines VorgĂ€ngers aufzurĂ€umen, obwohl dieser noch Vorsitzender der Regierungspartei ist und Lourenço sein Stellvertreter. Im Dezember 2019 wurde das auf 2,2 Milliarden US-Dollar geschĂ€tzte Vermögen von Isabel dos Santos, der Tochter des alten PrĂ€sidenten, eingefroren.

Die 2010 vom Parlament angenommene Verfassung hat die autoritĂ€ren ZĂŒge des politischen Systems nochmals verschĂ€rft. Hervorzuheben ist, dass die PrĂ€sidentschaftswahl abgeschafft wurde und in Zukunft der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende derjenigen Partei, die bei den Parlamentswahlen die meisten Stimmen erhĂ€lt, automatisch StaatsprĂ€sident bzw. VizeprĂ€sident sind. Der StaatsprĂ€sident kontrolliert ĂŒber verschiedene Mechanismen sĂ€mtliche Staatsorgane, einschließlich des nunmehr geschaffenen Verfassungsgerichts; von einer Gewaltenteilung kann man infolgedessen nicht sprechen. Es handelt sich also nicht mehr um ein PrĂ€sidialsystem, wie es das etwa in den USA oder Frankreich gibt, sondern um ein System, das verfassungsrechtlich in dieselbe Kategorie fĂ€llt wie die cĂ€saristische Monarchie Napoleon Bonapartes, das korporative System AntĂłnio de Oliveira Salazars nach der portugiesischen Verfassung von 1933, die brasilianische MilitĂ€rregierung nach der Verfassung von 1967/1969 sowie verschiedene autoritĂ€re Regime im gegenwĂ€rtigen Afrika.

Der 27 Jahre andauernde BĂŒrgerkrieg in Angola hat die politischen und gesellschaftlichen Einrichtungen des Landes stark beschĂ€digt. Die UN vermutet, dass es in Angola 1,8 Millionen FlĂŒchtlinge gab. Mehrere Millionen Menschen waren direkt von Kriegshandlungen betroffen. TĂ€glich spiegelten die Lebensbedingungen im ganzen Land, besonders in Luanda (durch immense Landflucht ist die Hauptstadt auf ĂŒber fĂŒnf Millionen Einwohner angewachsen), den Zusammenbruch der Verwaltungsinfrastruktur und der vielen gesellschaftlichen Einrichtungen wider. KrankenhĂ€user hatten oft weder Medikamente noch eine Grundausstattung, Schulen hatten keine BĂŒcher, und Angestellte im öffentlichen Dienst besaßen keine Ausstattung, um ihrer tĂ€glichen Arbeit nachzugehen. Seit dem Ende des BĂŒrgerkriegs im Jahre 2002 sind massive BemĂŒhungen um Wiederaufbau unternommen worden, doch finden sich dessen Spuren ĂŒberall im Lande. Die vielfĂ€ltigen Probleme und Möglichkeiten des Wiederaufbaus werden in großer AusfĂŒhrlichkeit beschrieben vom Angolaportugiesen JosĂ© Manuel Zenha Rela.

Die zwei einflussreichsten Gewerkschaften sind:

  • UNTA (UniĂŁo Nacional dos Trabalhadores Angolanos); Nationale Union der angolanischen Arbeiter
  • CGSILA (Confederação Geral dos Sindicatos Independentes e Livres de Angola); Allgemeiner Bund der freien und unabhĂ€ngigen Gewerkschaften Angolas

Parlament

Am 5. und 6. September 2008 wĂ€hlten die Angolaner erstmals seit Ende des BĂŒrgerkrieges eine neue Nationalversammlung. Nach Auffassung von Wahlbeobachtern der SADC und der Afrikanischen Union (AU) verlief die Wahl „allgemein frei und fair“. Beobachter der EU wiesen zwar auf die sehr gute technische und logistische Vorbereitung der Wahlen, die hohe Wahlbeteiligung sowie den friedlichen Prozess der Stimmabgabe hin. Kritisiert wurde allerdings die chaotische Abhaltung der Wahlen vor allem in der Hauptstadt Luanda. Nach Auffassung internationaler Beobachter bestanden in der Zeit vor den Wahlen keine freien und fĂŒr alle Parteien gleichen Voraussetzungen fĂŒr faire Wahlen. Es wird von fast allen Beobachtern ĂŒbereinstimmend hervorgehoben, dass die staatlichen Medienanstalten massiv zugunsten der MPLA missbraucht wurden, freier Zugang zu den elektronischen Medien fĂŒr die Oppositionsparteien außerhalb Luandas nicht gegeben war. Die angolanische Zivilgesellschaft spricht von staatlich finanzierten Wahlgeschenken der MPLA und EinschĂŒchterungen durch deren Sympathisanten.

Die MPLA gewann die Wahl mit knapp 82 % der abgegebenen Stimmen, wĂ€hrend die UNITA etwas mehr als 10 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei legte zunĂ€chst Beschwerde gegen die Wahl ein, gestand nach deren Ablehnung jedoch ihre Niederlage ein.

Folgende Parteien verfĂŒgten nach dieser Wahl ĂŒber Sitze im Parlament:

  • Frente Nacional de Libertação de Angola (FNLA) – („Nationale Front der Befreiung Angolas“, ehemalige Befreiungsbewegung, Opposition) 3 Sitze
  • Movimento Popular de Libertação de Angola (MPLA) – („Volksbewegung der Befreiung Angolas“, ehemalige Befreiungsbewegung, an der Macht seit der UnabhĂ€ngigkeit) 191 Sitze
  • Partido de Renovação Social (PRS) – („Partei der Sozialen Erneuerung“, WĂ€hlerschaft konzentriert auf die Volksgruppen der Lunda und Chokwe, Opposition), 8 Sitze
  • UniĂŁo Nacional para a IndependĂȘncia Total de Angola (UNITA) – („Nationale Union fĂŒr die völlige UnabhĂ€ngigkeit Angolas“, ehemalige Befreiungsbewegung, Opposition) 16 Sitze
  • Nova Democracia – UniĂŁo Eleitoral (ND) („WahlbĂŒndnis Neue Demokratie“, Opposition) 2 Sitze

Das Regime bestĂ€tigte 2011/2012 seine Absicht, 2012 erneut Parlamentswahlen abzuhalten und so zum ersten Mal die verfassungsmĂ€ĂŸige Bestimmung zu achten, nach der Wahlen alle vier Jahre stattfinden mĂŒssen. Außer den im Parlament vertretenen Parteien waren weitere 67 Parteien berechtigt, bei diesen Wahlen anzutreten. JosĂ© Eduardo dos Santos tat wiederholt seine Absicht kund, bei diesen Wahlen nicht erneut zu kandidieren, sodass sich die Frage stellte, wer sein Nachfolger als StaatsprĂ€sident sein wĂŒrde.

Die Wahlen fanden dann am 31. August 2012 statt. Im Gegensatz zu seinen vorherigen ErklĂ€rungen war JosĂ© Eduardo dos Santos erneut Spitzenkandidat des MPLA, das etwas mehr als 70 % der Stimmen erhielt – also weniger als 2008, aber immer noch eine sehr komfortable Mehrheit, die dos Santos das Verbleiben im Amt garantierte. Die UNITA erhielt um die 18 % und die NeugrĂŒndung CASA (ConvergĂȘncia Ampla de Salvação de Angola) rund 6 %. Weitere Parteien zogen nicht ins Parlament ein, da keine auch nur 2 % der Stimmen erreichte. Bemerkenswert sind die starken Unterschiede zwischen den Regionen, besonders in Hinsicht auf die Resultate der Opposition: so erhielt diese rund 40 % in den Provinzen Luanda und Cabinda, in denen das Niveau der Politisierung besonders hoch ist.

Am 23. August 2017 fanden erneut Wahlen statt. PrÀsident dos Santos trat nicht mehr an. Die MPLA erhielt rund 65 % der Stimmen und stellte damit weiter den PrÀsidenten. Die UNITA kam auf rund 27 %.

Menschenrechte

2008 kam es laut Amnesty International wiederholt zu willkĂŒrlichen Festnahmen von Personen, die ihr Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung bzw. auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit wahrgenommen hatten. Ein staatliches soziales Sicherungssystem gibt es nicht. Alleinstehende Frauen stehen vor allem in den lĂ€ndlichen Gebieten vor zusĂ€tzlichen Schwierigkeiten. In einigen Gemeinden ist es Frauen traditionell untersagt, eigenes Land zu besitzen und dieses zu kultivieren.

Nach den Nationalversammlungswahlen 2017 hat sich unter dem neuen PrĂ€sidenten JoĂŁo Lourenço die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit verbessert. Die staatlichen Medien berichten freier und unabhĂ€ngiger, deren FĂŒhrungspersonal, das aus hohen FunktionĂ€ren der Regierungspartei MPLA bestand, wurde ausgetauscht und VertrĂ€ge mit Medienunternehmen, die Familienangehörigen des ehemaligen PrĂ€sidenten gehörten und als Sprachrohr der Partei agierten, wurden gekĂŒndigt. Bereits wĂ€hrend des Wahlkampfs berichteten die Medien ĂŒber die Wahlauftritte der Opposition und alle Parteien erhielten Sendezeit im staatlichen Fernsehen. Auch die Versammlungsfreiheit wurde weitgehend gewĂ€hrleistet. Seit dem Amtsantritt des neuen PrĂ€sidenten gibt es keine Erkenntnisse ĂŒber Verurteilungen oder Verhaftungen regierungskritischer Journalisten.

Bis ins 21. Jahrhundert konnte HomosexualitĂ€t in Angola nach Artikel 71 und 72 des Strafgesetzbuches als „Verstoß gegen die öffentliche Moral“ mit Haft oder Arbeitslager bestraft werden. Diese Bestimmungen wurden 2018 nicht nur abgeschafft, sondern die Diskriminierung auf Basis der sexuellen Orientierung wurde verboten. Arbeitgeber, die sich weigern, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung einzustellen, können mit einer GefĂ€ngnisstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden. Gleichgeschlechtliche Beziehungen waren in Teilen der Gesellschaft lange tabuisiert.

In einem offenen Brief forderten mehrere Menschenrechtsgruppen und Persönlichkeiten des Landes die US-amerikanische Außenministerin Hillary Clinton auf, den Zustand der Demokratie in Angola auf ihrer Afrikareise 2009 anzusprechen. „Weltweit ist die Vorstellung in Umlauf, dass Angola große demokratische Fortschritte macht. In Wirklichkeit werden die Menschen mit anderen Ideen (als jene der Regierung) verfolgt und festgenommen. Das Kundgebungsrecht existiert nicht“, klagte David Mendes von der Organisation „Associação MĂŁos Livres“ (Vereinigung der Freien HĂ€nde). China bekomme immer mehr Einfluss in Angola. „Und jeder weiß, dass China die Menschenrechte nicht respektiert“, sagte Mendes. Amnesty International rief bereits 2007 in einem offenen Brief an die EU auf, die schwierige Situation der Menschenrechte in Angola anzusprechen und auf ihre Agenda zu setzen.

Beobachter im Land schĂ€tzen die Rahmenbedingungen der LebensumstĂ€nde in Angola als potenziell gewalttĂ€tig ein. Der historische Verlauf vom gewaltorientierten Handeln der ehemaligen portugiesischen Staatsmacht im Kolonialkrieg bis zur staatlichen UnabhĂ€ngigkeit im Jahre 1975, ein darauf folgender 30-jĂ€hriger BĂŒrgerkrieg und extrem ungesicherte soziale VerhĂ€ltnisse mit bewaffneten Lokalkonflikten bis in die Gegenwart hat große Teile der angolanischen Bevölkerung an GewaltwillkĂŒr von jeglichen Seiten im Alltag gewöhnt. Im Verlauf der jĂŒngeren Landesgeschichte wurde die Achtung des individuellen Menschenlebens beeintrĂ€chtigt und es entspricht inzwischen den Alltagserfahrungen vieler BĂŒrger, dass nur die Ziele die Mittel rechtfertigten wĂŒrden.

Aussagen in Medien, die Hinrichtungen unterstĂŒtzen, zeigen, dass unter der Bevölkerung das „physische Aussterben“ mutmaßlicher oder tatsĂ€chlicher Krimineller begrĂŒĂŸt wird. Eine Orientierung auf rechtsstaatliche Standards ist nur schwach vorhanden, wie zum Beispiel auf das Recht auf Leben. Populistische Meinungsbildungen, ebenso von und in Behörden verbreitet, nutzen die gefĂŒhlte Angst der Bevölkerung vor Verbrechen, um die angolanischen BĂŒrger von rechtsstaatlichen Denkweisen fernzuhalten, sich von Menschenrechten zu distanzieren oder ihre BĂŒrgerrechte im Lebensalltag nicht einzufordern. Zu dieser Entwicklung gehen regional auftretende VorfĂ€lle parallel einher, bei denen es zu ÜberfĂ€llen und Morden unter der Zivilbevölkerung kommt, auf die keine AufklĂ€rung und keine strafrechtlichen Konsequenzen fĂŒr die TĂ€ter folgen. Diese Alltagserfahrungen stehen im Widerspruch zu den politischen Proklamationen der angolanischen Regierung zugunsten von vermeintlich garantierten rechtsstaatlichen Normen im Land.

Politischer Protest

Offenbar unter dem Einfluss der VolksaufstĂ€nde in arabischen LĂ€ndern gab es Versuche am 7. MĂ€rz 2011 und dann wieder zu einem spĂ€teren Zeitpunkt, in Luanda eine Großdemonstration gegen das politische Regime in Angola zu organisieren. Es handelte sich um Versuche, Protest unabhĂ€ngig von den Oppositionsparteien zu artikulieren. Die MPLA hat am 5. MĂ€rz in Luanda eine „prĂ€ventive Gegendemonstration“ mit vorgeblich einer Million AnhĂ€ngern veranstaltet. WĂ€hrend der folgenden Monate fanden Proteste im Internet und bei Rapveranstaltungen statt. Am 3. September 2011 wurde dann erneut die Erlaubnis zu einer regimekritischen, vor allem gegen die Person des StaatsprĂ€sidenten gerichteten Demonstration erteilt, die dann jedoch unter Einsatz von Schlagstöcken und Schusswaffen gewaltsam aufgelöst wurde, als sie den ihr zugestandenen Bereich zu ĂŒberschreiten begann. Etwa 50 Personen wurden verhaftet und sahen einer summarischen Verurteilung entgegen.

Außenpolitik

Angola ist seit 1976 Mitglied der Vereinten Nationen, seit 1996 Mitglied der WTO und seit 2007 bei der OPEC sowie GrĂŒndungsmitglied der SĂŒdafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC, als auch bei der AU (Afrikanische Union) und der CPLP, der Gemeinschaft der Staaten portugiesischer Sprache.

Am 15. Oktober 2013 wurde die strategische Partnerschaft mit Portugal von Angola aufgekĂŒndigt. PrĂ€sident dos Santos erklĂ€rte, die Beziehungen zwischen den beiden LĂ€ndern seien nicht gut. Die Ursache war der Umstand, dass die portugiesische Justiz einige politisch gewichtige Angolaner, die zum engeren Umkreis des StaatsprĂ€sidenten gehören, aufgrund von in Portugal begangenen Delikten (vor allem massiver GeldwĂ€sche) unter Anklage gestellt hatte.

Siehe auch: Liste der angolanischen Botschafter beim Heiligen Stuhl, Liste der angolanischen Botschafter in Brasilien, Liste der angolanischen Botschafter in Frankreich, Liste der angolanischen Botschafter in São Tomé und Príncipe

Verwaltungsgliederung

Territoriale Gliederung

Angola gliedert sich in 18 Provinzen (portugiesisch: províncias, Singular – província):

Diese 18 Provinzen untergliedern sich weiter in 162 Municípios, 559 Kommunen und 27.641 Örtlichkeiten (Localidades).

StÀdte

Zur Bevölkerung der StĂ€dte liegen fĂŒr die nachkoloniale Zeit bis ins 21. Jahrhundert keine zuverlĂ€ssigen Zahlen vor. Von der Veröffentlichung der Erhebung des Instituto Nacional de EstatĂ­stica aus dem Jahr 2008, die nach 2011 zur VerfĂŒgung stand, wurde ein qualitativer Fortschritt erwartet. Nach der Projektion 2020 wurden in den offiziellen Statistiken nur die Einwohnerzahlen der MunicĂ­pios, aber nicht der einzelnen Kommunen veröffentlicht. Ein MunicĂ­pio umfasst neben der grĂ¶ĂŸten Stadt des Landkreises auch einige kleinere Orte in der Umgebung. Demnach ergibt sich fĂŒr die MunicĂ­pios folgendes Bild:

  • Luanda als Hauptstadt ist geradezu explosiv gewachsen. Laut dem Zensus von 2014 leben in der Stadt 2,17 Millionen Einwohner, laut Projektion 2020 2,66 Millionen.
  • Das prozentual stĂ€rkste Wachstum seit dem letzten Zensus von 1970 haben Cabinda (740.000 Einwohner) in der ölreichen gleichnamigen Provinz, sowie die Provinzhauptstadt UĂ­ge (615.000 Einwohner) aufzuweisen.
  • Lubango hat von allen grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten die relativ geringsten nachkolonialen ErschĂŒtterungen zu verzeichnen gehabt, ist aber gerade deswegen durch den Zufluss nicht nur aus dem engeren und weiteren Umland, sondern vor allem aus dem Zentralhochland auf etwa 930.000 Einwohner angewachsen
  • Ein sehr starkes Wachstum ist bei den KĂŒstenstĂ€dten Benguela (660.000 Einwohner), Lobito (460.000 Einwohner) und Moçùmedes (360.000 Einwohner) zu beobachten.
  • Huambo ist nach der UnabhĂ€ngigkeit zunĂ€chst zur zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt Angolas geworden, wurde dann aber weitgehend zerstört und entvölkert. Seit 2002 ist ihre Einwohnerzahl wieder auf 875.000 angewachsen.
  • Kuito ist noch erheblich stĂ€rker zerstört worden als Huambo und hatte 2020 bereits wieder 545.000 Einwohner.

MilitÀr

Die StreitkrĂ€fte Angolas unterhalten ein etwa 107.000 Mann starkes MilitĂ€r, die Forças Armadas Angolanas (FAA). Angola gab 2020 knapp 1,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,04 Mrd. US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus. Die Ausgaben fĂŒr Verteidigung gehören damit zu den höchsten in ganz Afrika. Es gibt drei TeilstreitkrĂ€fte: Heer, Marine sowie Luftwaffe und LuftabwehrkrĂ€fte, wovon das Heer zahlenmĂ€ĂŸig die grĂ¶ĂŸte darstellt. MilitĂ€risches GerĂ€t stammt hauptsĂ€chlich aus der ehemaligen Sowjetunion. Kleine Kontingente sind in der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo stationiert. Generalstabschef ist der General EgĂ­dio de Sousa Santos.

Wirtschaft

Allgemein

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 95,8 Milliarden US-Dollar (2016) ist Angola nach SĂŒdafrika und Nigeria die drittgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft Subsahara-Afrikas. Gleichzeitig lebt ein großer Teil der Bevölkerung in Armut.

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 3.502 US-Dollar (6.844 USD kaufkraftbereinigt). Angola stand damit weltweit an 120. Stelle (von ca. 200 LĂ€ndern insgesamt)

Angolas Wirtschaft leidet unter den Folgen des jahrzehntelangen BĂŒrgerkriegs. Dank seiner BodenschĂ€tze – vorrangig der Ölvorkommen und Diamantenabbau – gelang dem Land jedoch wĂ€hrend der letzten Jahre ein großer wirtschaftlicher Aufschwung. Das Wirtschaftswachstum Angolas ist im Jahr 2019 das grĂ¶ĂŸte in Afrika. Allerdings kommen die EinkĂŒnfte aus den Rohstoffvorkommen nicht bei dem Großteil der Bevölkerung an, sondern bei korrupten Nutznießern innerhalb der politisch und ökonomisch Herrschenden des Landes sowie einer sich langsam bildenden Mittelschicht. Der Mittelschicht gehörten 2015 nur 4,4 Millionen der damals 26 Millionen Einwohner an. Ein großer Teil der BĂŒrger ist arbeitslos und etwa die HĂ€lfte leben unterhalb der Armutsgrenze, wobei es drastische Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Eine Erhebung des Instituto Nacional de EstatĂ­stica von 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass auf dem Lande rund 58 % als arm zu betrachten waren, in den StĂ€dten jedoch nur 19 %, insgesamt 37 %.

In den StĂ€dten, in denen sich inzwischen mehr als 50 % der Angolaner zusammenballen, ist die Mehrheit der Familien auf Überlebensstrategien angewiesen. Dort wird auch die soziale Ungleichheit am deutlichsten greifbar, insbesondere in Luanda. Im Index der menschlichen Entwicklung der UNO nimmt Angola stets einen Platz unter den letzten ein.

Die Arbeitslosigkeit liegt landesweit bei 24,2 %, wobei es kaum Unterschiede zwischen MĂ€nnern und Frauen gibt. Große Unterschiede sind jedoch zwischen den Provinzen zu verzeichnen. WĂ€hrend die Arbeitslosigkeit in Lunda Sul (43 %), Lunda Norte (39 %), Luanda (33 %) und Cabinda (31 %) am höchsten ist, liegt sie in Namibe und HuĂ­la (17 %), Malanje (16 %), Cuanza Sul und Benguela (13 %) am niedrigsten.

Die wichtigsten Handelspartner fĂŒr den Export von GĂŒtern und Rohstoffen sind die USA, China, Frankreich, Belgien und Spanien. Importpartner sind ĂŒberwiegend Portugal, SĂŒdafrika, USA, Frankreich und Brasilien. 2009 entwickelte sich Angola fĂŒr Portugal zum grĂ¶ĂŸten Exportmarkt außerhalb Europas, und rund 24.000 Portugiesen ĂŒbersiedelten in den letzten Jahren nach Angola, suchten dort BeschĂ€ftigung oder grĂŒndeten Unternehmen. Erheblich wichtiger ist jedoch die PrĂ€senz Chinas in Form einer ganzen Reihe großer Unternehmen. Nach dem Ende des BĂŒrgerkriegs 2002 ersuchte Angola bei China einen Kredit von 60 Milliarden US-Dollar fĂŒr Infrastrukturmaßnahmen wie Eisenbahn-, Straßen-, Wohnungs- und Krankenhausbau. Er soll mit Erdöllieferungen zurĂŒckgezahlt werden. Die von den chinesischen Firmen – einschließlich chinesischer ArbeitskrĂ€fte – ausgefĂŒhrten Projekte sind jedoch von sehr schlechter QualitĂ€t. Neu gebaute Straßen und Eisenbahnstrecken mĂŒssen alle zwei Jahre repariert werden, die Wohnungen weisen nach wenigen Jahren Risse und Wasserinfiltrationen auf, das von den Chinesen 2006 fertiggestellte stĂ€dtische Krankenhaus Hospital Geral de Luanda musste schon sechs Jahre nach der Einweihung abgerissen und 2015 neu eröffnet werden.

Von grundlegender Bedeutung fĂŒr die Bevölkerung Angolas ist die Schattenwirtschaft, die sich schon wĂ€hrend der „sozialistischen“ Phase entwickelte und in der Phase der Liberalisierung exponentiell angewachsen ist und die zurĂŒckzudrĂ€ngen sich die Regierung gegenwĂ€rtig bemĂŒht.

Lange Zeit war Angola abhĂ€ngig von seinen Erdölexporten. Fast alles wird importiert, sogar Mineralwasser, obwohl das Land ĂŒber unzĂ€hlige Wasserquellen verfĂŒgt. Der Verfall des Ölpreises drĂŒckte empfindlich auf den Staatshaushalt des sĂŒdwestafrikanischen Landes. Seit einigen Jahren bemĂŒht es sich, seine Wirtschaft zu diversifizieren – weg allein vom Erdöl. DafĂŒr ist der Ausbau der Infrastruktur nötig, die Modernisierung der Energieversorgung und bessere Bedingungen fĂŒr private Investoren.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Angola Platz 137 von 140 LĂ€ndern (Stand 2018). Außerhalb der Ölförderung ist die LeistungsfĂ€higkeit der einheimischen Industrie sehr schwach. Der Staat nimmt großen Einfluss auf das wirtschaftliche Geschehen. Gleichzeitig ist Korruption im staatlichen Sektor sehr ausgeprĂ€gt. Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2018 deshalb nur Platz 164 von 180 LĂ€ndern.

Fischfabrik

In ihre Fischfabrik von Solmar investierte Elizabete Dias Dos Santos 25 Millionen US-Dollar. Die Verarbeitungsanlage eröffnete im Herbst 2016. Diese Art von Fließbandproduktion ist in dem Sektor einzigartig in Angola. 120 Menschen arbeiten in der Fabrik. Daneben profitieren die Zulieferer, denn mehr als 50.000 Menschen leben vom traditionellen Fischfang in Angola. 40 % der AnkĂ€ufe erfolgt bei den Kleinfischern. Um private Investoren zu gewinnen, hatte die angolanische Regierung die Bedingungen fĂŒr einheimische und auslĂ€ndische Unternehmen verbessert durch unter anderem SteuervergĂŒnstigungen, Hilfe bei der Finanzierung und vereinfachten Verfahren zur FirmengrĂŒndung.

Stahlwerk

Bei Aceria de Angola, nördlich der Hauptstadt Luanda ging 2015 ein Stahlwerk mit einer KapazitĂ€t von 500.000 Tonnen pro Jahr in Betrieb. 350 Millionen Dollar wurden investiert. Das Werk hat mehr als 500 ArbeitsplĂ€tze und bietet vielen Menschen eine Ausbildung. In dem Werk wird vornehmlich Schrott recycelt und daraus Baustahl fĂŒr Betonbauten hergestellt. Ziel des libanesisch-senegalesischen Betreibers Georges Fayez Choucair ist es, zu Exportieren. Daher ist die KapazitĂ€t des Werkes doppelt so hoch wie der angolanische Bedarf.

Mit dem Werk wurde auch die Region elektrifiziert und die Wasserversorgung erschlossen. Es musste eigens eine Hochspannungsleitung hierher gelegt werden. Die Arbeitslosigkeit in der Region sank von circa siebzig auf etwa zwanzig Prozent. Fayez Choucair ist ĂŒberzeugt: „Man kann nicht in einem neuen Land investieren, in einer völlig neuen Bevölkerung und ankommen und sich einnisten nach dem Motto ‚ich bin reich‘ – nein! Man muss heute die Bevölkerung fĂŒr sich gewinnen, das ist kein Projekt eines Einzelnen, sondern ein Gemeinschaftsprojekt!“

Privatisierungsprogramm

Ende 2018 wurde mit dem PrĂ€sidialdekret NÂș141/18 die Privatisierungsbehörde IGAPE (Institito de GestĂŁo de Activos e Participação do Estado) gegrĂŒndet, mit der die Regierung 195 staatliche Unternehmen komplett oder teilweise privatisieren will, um den Privatsektor zu stĂ€rken und somit das Wachstum des Landes zu fördern. Das Programm umfasst die wichtigsten Wirtschaftszweige wie den Energiesektor (Sonangol), Telekommunikation und IT, den Finanzbereich (Bankwesen (BAI), Versicherungen (ENSA), Kapitalfonds), den Transportsektor (TAAG), den Tourismus sowie das verarbeitende Gewerbe einschließlich der Nahrungsmittelverarbeitung und der Landwirtschaft. Die meisten Unternehmen sollen 2020 verkauft werden.

ElektrizitÀtsversorgung

Im Jahre 2011 lag Angola bezĂŒglich der jĂ€hrlichen Erzeugung mit 5,512 Mrd. kWh an Stelle 119 und bzgl. der installierten Leistung mit 1.657 MW an Stelle 114 in der Welt. 2014 betrug die installierte Leistung 1.848 MW, davon 888 MW in WĂ€rmekraftwerken und 960 MW in Wasserkraftwerken.

Bis 2014 waren nur 30 bis 40 % der Bevölkerung an das Stromnetz angeschlossen. Daher begann die Regierung mit der Planung erheblicher Investitionen (bis 2017 23,4 Mrd. US-Dollar) im Bereich der Stromversorgung. Dies beinhaltet den Bau neuer Kraftwerke, Investitionen in die Übertragungsnetze sowie die lĂ€ndliche Elektrifizierung. Es sollen eine Reihe von Wasserkraftwerken an Cuanza und Kunene errichtet werden, um das Wasserkraftpotenzial (geschĂ€tzt 18.000 MW) auszuschöpfen. Das Wasserkraftpotenzial des Kunene war schon in der Vergangenheit eine Basis fĂŒr Projekte und Teilinvestitionen umfangreicher und nie komplett verwirklichter Planungen, die im Rahmen des ehemaligen Cunene-Projektes zwischen SĂŒdafrika und Angola bzw. Portugal entstanden. Die Talsperre LaĂșca mit einer geplanten Leistung von 2.070 MW wird zurzeit errichtet. Sie soll voraussichtlich im Juli 2017 in Betrieb gehen.

GegenwĂ€rtig (Stand April 2015) gibt es in Angola kein nationales Verbundnetz, sondern es existieren drei voneinander unabhĂ€ngige regionale Netze fĂŒr den Norden, das Zentrum und den SĂŒden des Landes sowie weitere isolierte Insellösungen. Dadurch können die ÜberschĂŒsse aus dem nördlichen Netz nicht in die ĂŒbrigen Netze eingespeist werden. Das bei weitem wichtigste Netz ist das nördliche, das auch die Hauptstadt Luanda umfasst. Nach Fertigstellung der Talsperre LaĂșca sollen auch die drei Stromnetze miteinander verbunden werden.

Die Stromversorgung ist im ganzen Land unzuverlĂ€ssig und verbunden mit regelmĂ€ĂŸigen StromausfĂ€llen, die durch den Betrieb teurer Generatoren kompensiert werden mĂŒssen. Der Preis je kWh liegt bei 3 AOA (ca. 2,5 €-cent), wird jedoch erheblich subventioniert und ist nicht kostendeckend.

Regionale DisparitÀten

Ein strukturelles Problem der angolanischen Wirtschaft sind die extremen Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen, die zum Teil auf den langanhaltenden BĂŒrgerkrieg zurĂŒckzufĂŒhren sind. Rund ein Drittel der wirtschaftlichen TĂ€tigkeit konzentriert sich auf Luanda und die angrenzende Provinz Bengo, die immer stĂ€rker zum Expansionsraum der Hauptstadt wird. Auf der anderen Seite herrscht in verschiedenen Regionen des Binnenlandes Stillstand oder gar RĂŒckschritt. Mindestens ebenso gravierend wie die soziale Ungleichheit sind die deutlichen wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Regionen. 2007 konzentrierten sich in Luanda 75,1 % aller geschĂ€ftlichen Transaktionen und 64,3 % der ArbeitsplĂ€tze in (öffentlichen oder privaten) Wirtschaftsunternehmen. 2010 waren 77 % aller Unternehmen in Luanda, Benguela, Cabinda, der Provinz Kwanza Sul und Namibe angesiedelt. Das BIP pro Kopf war 2007 in Luanda samt angrenzender Provinz Bengo auf rund 8000 US-Dollar angewachsen, wĂ€hrend es im westlichen Mittelangola dank Benguela und Lobito etwas unter 2000 US-Dollar lag, im ĂŒbrigen Land jedoch deutlich unter 1000 US-Dollar. Die Tendenz zur Ballung der Wirtschaft im KĂŒstenstreifen, insbesondere im „Wasserkopf“ Luanda/Bengo, hat seit dem Ende des BĂŒrgerkriegs nicht etwa abgenommen, sondern sich fortgesetzt und bringt eine „Entleerung“ eines großen Teils des Binnenlandes mit sich. Die globalen Wachstumszahlen tĂ€uschen also darĂŒber hinweg, dass die Wirtschaft Angolas unter extremen Ungleichgewichten leidet.

Korruption

Eines der am stĂ€rksten ausgeprĂ€gten Merkmale des heutigen Angola ist eine allgegenwĂ€rtige Korruption. In den Erhebungen von Transparency International erscheint das Land regelmĂ€ĂŸig unter den weltweit korruptesten, in Afrika in einer Kategorie mit Somalia und Äquatorialguinea. In den ersten fĂŒnf Jahren des 21. Jahrhunderts wurde geschĂ€tzt, dass Öleinnahmen im Wert von vier Milliarden US-Dollar oder 10 % des damaligen Bruttoinlandsprodukts durch Korruption versickerten.

Seit Jahren steht der Kampf gegen die Korruption im Regierungsprogramm, doch nur ganz selten ist nachzuweisen, dass diese AbsichtserklĂ€rung in die Tat umgesetzt wird. Eine aufsehenerregende Ausnahme war Ende 2010 die Entlassung von zehn Abteilungsleitern und fast 100 Beamten der Fremden- und Grenzpolizei SME (Serviço de MigraçÔes e Estrangeiros), die nicht nur fĂŒr die Grenzkontrolle, sondern auch fĂŒr die Erteilung von Einreise-, Aufenthalts- und Ausreisegenehmigungen zustĂ€ndig ist.

Der neue StaatsprĂ€sident JoĂŁo Lourenço geht offenbar entschieden gegen Korruption und Vetternwirtschaft vor. Bereits im ersten Amtsjahr ersetzte er mehrere Provinz-Gouverneure, Minister, hohe Beamte und Verwalter von Staatsbetrieben, wie beispielsweise die Leiterin des staatlichen Ölkonzerns Sonangol, Isabel dos Santos, Tochter des vorangegangenen StaatsprĂ€sidenten oder den Aufsichtsratsvorsitzenden des staatlichen Öl-Fonds mit einem Wert von 5 Milliarden US-Dollar, JosĂ© Filomeno dos Santos, Sohn des VorgĂ€ngers. JosĂ© dos Santos wurde im September 2018 verhaftet und steht unter Verdacht, 500 Mio. US-Dollar des Staatsfonds illegal ins Ausland ĂŒberwiesen zu haben. Er wurde im MĂ€rz 2019 aus der Untersuchungshaft entlassen und wartete seitdem zu Hause auf seinen Prozess, der am 9. Dezember 2019 in Luanda begann.

Wirtschaftszweige

  • Bergbau: Angola besitzt reiche Erdöl-Offshore-Vorkommen und Diamantminen im Nordosten des Landes sowie weitere Mineralvorkommen im Land. Die BodenschĂ€tze machen Angola zu einem der reichsten LĂ€nder Afrikas. Angola verkauft jĂ€hrlich Rohdiamanten im Wert von rund einer Milliarde Euro. Die Edelsteine sollen ab 2019 auch im Land selbst bearbeitet werden, um den Verkaufserlös zu steigern. Der Großteil der angolanischen Wirtschaft lebt jedoch vom Öl und seinen Produkten. Das Land war im Jahr 2016 mit einer Fördermenge von 87,9 Millionen Tonnen nach Nigeria Afrikas zweitgrĂ¶ĂŸter Erdölproduzent und -exporteur (siehe Erdöl/Tabellen und Grafiken). Die Erlöse aus der Erdölförderung machen nach Angaben der OPEC etwa 95 % der Exporte und 45 % des Bruttoinlandsproduktes Angolas aus. Wichtigster Abnehmer von Erdöl ist die Volksrepublik China, die die Vereinigten Staaten als Haupthandelspartner abgelöst hat. Zum 1. Januar 2007 wurde Angola als 12. Mitglied der OPEC aufgenommen, nimmt an dem Quotaregime allerdings erst seit MĂ€rz 2007 teil. 1975 wurden zusĂ€tzlich Uranvorkommen an der Grenze zu Namibia entdeckt. Im April 2019 wurden in der Provinz Huambo Vorkommen von rund 23 Milliarden Tonnen mineralischer Rohstoffe mit wirtschaftlich interessanten Gehalten an Seltenerdmetallen entdeckt, die ab 2020 abgebaut werden sollen.
  • Landwirtschaft: Etwa 85 % der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tĂ€tig. Das wichtigste Agrarprodukt fĂŒr den Export ist Kaffee, gefolgt von Zuckerrohr. Weitere wichtige AusfuhrgĂŒter sind Mais und Kokosöl. Die Produktion von Kartoffeln, Reis und Kakao ist ebenfalls erwĂ€hnenswert. Die Zucht von Rindern und Ziegen ist relativ weit verbreitet. Insgesamt leidet die Landwirtschaft immer noch schwer unter den Folgen des BĂŒrgerkrieges. Wegen der Gefahr durch ĂŒbriggebliebene Landminen weigern sich viele Bauern, ihre Felder zu bewirtschaften. So reicht die agrarische Produktion nicht aus, um den eigenen Bedarf zu decken, und das Land ist auf den Import von Lebensmitteln angewiesen. Die Landwirtschaft befindet sich in einem leichten Aufschwung.
  • Industrie: Die Industrie des Landes ist kaum entwickelt und litt unter dem BĂŒrgerkrieg. Der tragende Industriezweig Angolas ist die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, vorrangig Getreide, Fleisch, Baumwolle, Tabak und Zucker; zusammen mit der Raffinierung von Erdöl. Wichtige Produkte sind weiterhin DĂŒnger, Zellulose, Klebstoffe, Glas und Stahl.

Wirtschaftskennzahlen

Das Bruttoinlandsprodukt und der Außenhandel Angolas sind in den letzten Jahren aufgrund steigender EinkĂŒnfte durch die Erdölausfuhr massiv gewachsen. Mit dem Sinken des Ölpreises ab 2014 kam es zu einem Einbruch.

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich folgendermaßen:

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 33,50 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 27,27 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 6,5 % des BIP.

Angolas Schulden beliefen sich im Dezember 2011 auf insgesamt 31,4 Milliarden Dollar. Nahezu die HĂ€lfte davon, ca. 17,8 Milliarden, waren nach Aussage von Finanzminister Carlos Alberto Lopes Auslandsschulden. HauptglĂ€ubiger der angolanischen Regierung waren China mit 5,6 Milliarden, Brasilien mit 1,8 Milliarden, Portugal mit 1,4 Milliarden und Spanien mit 1,2 Milliarden. Die Inlandsschulden in Höhe von 13,6 Milliarden Dollar resultieren hauptsĂ€chlich aus Anleihen und Schatzanweisungen zur UnterstĂŒtzung der laufenden staatlichen Investitions-Programme.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 2,6 %
  • Bildung: 2,4 % (2005)
  • MilitĂ€r: 5,7 %

Im Oktober 2019 wurde eine Mehrwertsteuer (IVA) von 14 % eingefĂŒhrt, um den Staatshaushalt unabhĂ€ngiger von den Erdölexporten zu machen. Zuvor gab es nur eine Konsumsteuer (IC) von 10 %, die damit abgeschafft wurde. Die berechneten Mehreinnahmen fĂŒr 2020 durch die IVA betragen 432,4 Milliarden Kwanzas, die berechneten Staatseinnahmen fĂŒr 2020 ohne den Erdölsektor betragen 712,3 Milliarden Kwanzas.

Der Staatshaushalt fĂŒr das Jahr 2020 betrĂ€gt 15,9 Billionen Kwanzas (27 Milliarden Euro). Dabei geht die Regierung von einem mittleren Erdölpreis von 55 US-Dollar/Barrel, einer Inflationsrate von 24 % und einem realen Wirtschaftswachstum von 1,8 % aus. Die Sozialausgaben betragen 40,7 % der Gesamtausgaben. Dazu zĂ€hlt auch der Umweltschutz, dessen Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 180 % erhöht wurden.

Auslandsinvestitionen

Seit Ende des BĂŒrgerkriegs steigen die privaten Investitionen von Angolanern im Ausland stĂ€ndig an. Dies hĂ€ngt damit zusammen, dass sich im Lande die Akkumulation auf eine kleine gesellschaftliche Gruppe konzentriert und dieser daran gelegen ist, ihren Besitz aus GrĂŒnden der Sicherheit und der Profitmaximierung zu streuen. Bevorzugtes Anlageziel ist Portugal, wo angolanische Anleger (einschließlich der Familie des StaatsprĂ€sidenten) in Banken und Energieunternehmen, in der Telekommunikation und in der Presse prĂ€sent sind, aber auch z. B. WeingĂŒter und Tourismusobjekte aufkaufen.

Verkehr

Schienenverkehr

Der Schienenverkehr in Angola ist auf die HĂ€fen ausgerichtet. Er wird auf drei Netzen betrieben, die nicht verbunden sind. Eine weitere, nicht mit den drei Netzen verbundene Strecke wurde inzwischen eingestellt. Es finden sowohl GĂŒter- als auch Personenverkehr statt. Die gesamte StreckenlĂ€nge betrĂ€gt 2764 Kilometer, davon 2641 Kilometer in der im sĂŒdlichen Afrika ĂŒblichen Kapspur und 123 Kilometer in 600-Millimeter-Spur (Stand 2010). Alleiniger Betreiber ist die staatliche Gesellschaft Caminhos de Ferro de Angola (CFA).

Fernbusverkehr

Es gibt Fernverkehrsbusse der Unternehmen Macon und Grupo SGO, die Luanda mit den grĂ¶ĂŸten StĂ€dten des Landes verbinden. Macon bietet internationale Verbindungen nach Windhoek und Kinshasa an.

Flugverkehr

In Angola verfĂŒgen 10 Fluggesellschaften ĂŒber die Lizenz fĂŒr InlandsflĂŒge: Aerojet, Air Guicango, Air Jet, Air 26, Bestfly, Heliang, Heli Malongo, SJL, Sonair und TAAG. Sonair besitzt mit sechs Flugzeugen die grĂ¶ĂŸte Flotte fĂŒr den Binnenmarkt. Die FlughĂ€fen mit den meisten Passagieren im Jahr 2016 waren: Luanda, Cabinda, Soyo, Catumbela und Lubango. TAAG ist die internationale Fluglinie von Angola.

Seeverkehr

Es bestehen Katamaranverbindungen fĂŒr Passagiere vom Zentrum Luandas in die Vororte Benfica, Samba, Corimba, Cacuaco und Panguila sowie eine SchnellfĂ€hrverbindung fĂŒr den Personen-, Fahrzeug- und GĂŒtertransport von Luanda nach Cabinda, die vom staatlichen Instituto MarĂ­timo e PortuĂĄrio de Angola durchgefĂŒhrt werden. Geplant sind weitere Schiffsverbindungen nach Lobito, Namibe und Porto Amboim.

Telekommunikation

In Angola gibt es 14 Millionen Benutzer von Mobiltelefonen, das entspricht 46 % der Bevölkerung. Der Markt wird unter den beiden Unternehmen Unitel (82 %) und Movicel (18 %) aufgeteilt. Über einen Internetzugang verfĂŒgen 20 % der Einwohner, auch hier sind die beiden MarktfĂŒhrer Unitel (87 %) und Movicel (12 %). Das Telefonfestnetz wird nur von 0,6 % der Einwohner genutzt. Dieser Markt wird von der Angola Telecom (58 %) angefĂŒhrt, gefolgt von MsTelecom (21 %), TV Cabo (19 %) und Startel (2 %). Das Fernsehen wird nur von 7 % der Bevölkerung genutzt, der MarktfĂŒhrer ist in diesem Segment das Unternehmen ZAP (69 %), gefolgt von DStv (28 %) und TV Cabo (3 %).

Am 26. Dezember 2017 wurde AngoSat-1, der erste angolanische Kommunikationssatellit, vom russischen Raketenstartplatz Baikonur in eine geostationÀre Umlaufbahn gebracht. Die geplante Orbitalposition konnte jedoch nicht erreicht werden und er wurde einige Monate spÀter aufgegeben.

Am 26. September 2018 nahm das South Atlantic Cable System, ein 6165 km langes Seekabel, das Angola mit Brasilien in 63 Millisekunden verbindet, den Betrieb auf. Es ermöglicht auch die Verbindung Luanda – Miami (ĂŒber Fortaleza) in 128 Millisekunden.

Kultur

Literatur

Einige bekannte angolanische Schriftsteller sind Mårio Pinto de Andrade, Luandino Vieira, Arlindo Barbeitos, Alda Lara, Agostinho Neto, Pepetela, Ondjaki und José Eduardo Agualusa.

Unter dem Eintrag Arquivos dos Dembos / Ndembu Archives wurden 1160 Manuskripte aus Angola vom 17. bis frĂŒhen 20. Jahrhundert in die UNESCO-Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen.

Musik

In der Musik verfĂŒgt Angola ĂŒber eine reiche Vielfalt an regionalen Stilen. Die Musik hat ĂŒber die von dort deportierten Sklaven großen Einfluss auf die afroamerikanische Musik, vor allem auf die brasilianische Musik genommen. Aber auch kontemporĂ€re angolanische Popmusik wird in den anderen portugiesischsprachigen LĂ€ndern gehört. Kizomba und Kuduro sind Musik- und Tanzstile, die sich von Angola aus in der Welt verbreitet haben. Andersherum ist im modernen Musikleben und der Jugendkultur Luandas ein zunehmender Einfluss aus den US-amerikanischen und brasilianischen MusikmĂ€rkten zu spĂŒren.

Zu den bekanntesten Pop-Musikern zĂ€hlen Waldemar Bastos, Paulo Flores, Bonga, Vum Vum Kamusasadi, Maria de Lourdes Pereira dos Santos Van-DĂșnem, Ana Maria Mascarenhas, Mario Gama, PĂ©rola, Yola Semedo, Anselmo Ralph und Ariovalda EulĂĄlia Gabriel.

Medien

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Angola Platz 125 von 180 LĂ€ndern. Die Situation der Pressefreiheit im Land wird von Reporter ohne Grenzen als „schwierig“ eingestuft.

Fernsehen

TelevisĂŁo PĂșblica de Angola (angolanisch, staatlich), TV Zimbo (angolanisch, privat), AngoTV (angolanisch, privat), RĂĄdio TelevisĂŁo Portuguesa (portugiesisch, öffentlich-rechtlich), RĂĄdio TelevisĂŁo Portuguesa Internacional (portugiesisch, öffentlich-rechtlich), TelevisĂŁo Comercial de Angola (angolanisch, staatlich), ZON MultimĂ©dia (privat), TV Record (brasilianisch, privat) TV Globo (brasilianisch, privat), TelevisĂŁo de Moçambique (TVM) (mosambikanisch, staatlich)

Radio

RNA (RĂĄdio Nacional de Angola) (staatlich), RĂĄdio LAC (Luanda Antena Comercial), RĂĄdio Ecclesia (katholischer Radiosender), RĂĄdio Cinco (Sportradio), RĂĄdio Despertar (der UNITA nahestehend), RĂĄdio Mais (privat), TSF (portugiesisches Radio), RĂĄdio Holanda (auf Portugiesisch)

Internet

2016 nutzten 23,0 % der Bevölkerung das Internet.

Zeitungen

Jornal de Angola (staatlich)

Wochenzeitungen (alle privat): SemanĂĄrio Angolense, O PaĂ­s, A Capital, Folha 8, Agora, Angolense, Actual, Independente, Cara, Novo Jornal, O Apostolado (kirchlich), Gazeta de Luanda

Wirtschaftswochenzeitungen: Jornal de Economia & Finanças (staatlich), Semanårio Económico (privat), Expansão (privat)

Zeitschriften

Rumo (Wirtschaftszeitschrift, privat)

Nachrichtenagenturen

AgĂȘncia Angola Press (ANGOP; staatlich)

Sport

Fußball

Am 8. Oktober 2005 gelang es der angolanischen Fußballnationalmannschaft, sich unerwartet fĂŒr die WM 2006 in Deutschland zu qualifizieren. Ein knappes 1:0 beim Gruppenletzten in Ruanda reichte aus, um das Ticket zu lösen und Nigeria, das seit 1994 an jeder WM-Endrunde teilnahm, aus dem Wettbewerb zu werfen. Das angolanische Team nahm damit zum ersten Mal an einer WM-Endrunde teil, wo es nach einem 0:1 gegen Portugal, einem 0:0 gegen Mexiko und einem 1:1 gegen den Iran als Gruppendritter in der Vorrunde ausschied. Weiterhin nahm die Mannschaft an den Afrikameisterschaften (Afrika-Cup) 1996, 1998, 2006, 2008, 2010 (als Ausrichter), 2012, 2013 und 2019 teil.

Basketball

Die angolanische Basketballnationalmannschaft der Herren hat elf der letzten dreizehn Austragungen der Afrikameisterschaft gewonnen, womit sie die erfolgreichste Mannschaft der Wettbewerbsgeschichte ist. Daher nimmt sie regelmĂ€ĂŸig an der Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen teil. Bei den Spielen 1992 war Angola der erste Gegner des US-amerikanischen Dream Teams. Die grĂ¶ĂŸten sportlichen Erfolge waren bislang das Überstehen der Vorrunde bei den Weltmeisterschaften 2002, 2006 und 2010.

Handball

Die Frauen-Handballnationalmannschaft hat bereits elfmal den Afrikameistertitel geholt und ist zudem als erste afrikanische Mannschaft bei einer WM in die Endrunde gelangt.

Rollschuh-Hockey

Diese Sportart wird schon seit der portugiesischen Kolonialzeit in Angola betrieben. Im MĂ€rz 2019 wurde in Luanda die erste Afrikanische Meisterschaft im Rollschuh-Hockey veranstaltet. Angola gewann dabei den Titel nach einem Sieg gegen Mosambik.

Wellenreiten

Das Surfen wird in Angola immer beliebter. Seit 2013 wird jedes Jahr im Oktober das Social Surf Weekend mit Teilnehmern aus dem In- und Ausland in Cabo Ledo mit UnterstĂŒtzung des Tourismus-Ministeriums veranstaltet. Im Jahr 2018 hat es sich mit ĂŒber 4000 Teilnehmern zum grĂ¶ĂŸten Sommer-Festival Angolas entwickelt. Im September 2016 fand die erste nationale Surf-Meisterschaft des Landes ebenfalls in Cabo Ledo statt. Sie wurde vom Angolanischen Wassersportverband organisiert. Im Juli 2018 wurde Angola Mitgliedsstaat der International Surfing Association (ISA).

Literatur

  • Patrick Alley: Angolas Reichtum ist sein VerhĂ€ngnis. In: Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Entwicklungsdienst (Hrsg.): Der Überblick. Band 2, 1999. Leinfelden-Echterdingen, S. 37–40.
  • Association of Episcopal Conferences of the Central African Region ACERAC: The Church and Poverty in Central Africa: The Case of Oil. Malabo 2002.
  • Anton Bösl: Die Parlamentswahlen in Angola 2008. Ein Land auf dem Weg in die Ein-Parteien-Demokratie. KAS Auslandsinformationen 10/2008.
  • Tom Burgis: Der Fluch des Reichtums – Warlords, Konzerne, Schmuggler und die PlĂŒnderung Afrikas, Westend, Frankfurt 2016, ISBN 978-3-86489-148-9.
  • Jakkie Cilliers, Christian Dietrich (Hrsg.): Angola’s war economy. Pretoria 2000.
  • EugĂ©nio da Costa Almeida, Angola: PatĂȘncia regional em emergĂȘncia, Lissabon 2011.
  • Michael Cromerford: The Peaceful Face of Angola: Biography of a Peace Process (1991 to 2002). Luanda 2005.
  • Bettina Decke: A terra Ă© nossa – Koloniale Gesellschaft und Befreiungsbewegung in Angola. Bonn 1981.
  • Manuel Ennes Ferreira: A indĂșstria em tempo de guerra: Angola 1975–1991. Lissabon 1999.
  • Fernando FlorĂȘncio: No Reino da Toupeira. In ders.(Hrsg.): Vozes do Universo Rural: Reescrevendo o Estado em África. Lissabon.
  • Global Witness: A Crude Awakening: The Role of the Oil and Banking Industries in Angola’s Civil War and the Plunder of State Assets. London 1999.
  • Global Witness: A rough trade: The Role of Companies and Governments in the Angolan Conflict. London 1998.
  • Global Witness: Conflict Diamonds: Possibilities for the Identification, Certification and Control of Diamonds. London 2000.
  • Global Witness: Os Homens dos Presidentes. London 2002.
  • Jonuel Gonçalves: A economia ao longo da histĂłria de Angola. Luanda 2011.
  • Rainer Grajek: Religion in Angola, In: Markus Porsche-Ludwig und JĂŒrgen Bellers (Hrsg.): Handbuch der Religionen der Welt, Bautz Verlag 2012
  • Rainer Grajek: Angola, In: Markus Porsche-Ludwig, Wolfgang Gieler, JĂŒrgen Bellers (Hrsg.): Handbuch Sozialpolitiken der Welt, LIT Verlag 2013, S. 82–87.
  • Fernando Andresen GuimarĂŁes: The Origins of the Angolan Civil War: Foreign Intervention and Domestic Political Conflict. Houndsmills, New York 1998.
  • Franz-Wilhelm Heimer: Der Entkolonisierungskonflikt in Angola. MĂŒnchen 1980.
  • Franz-Wilhelm Heimer: Social Change in Angola. MĂŒnchen 1973.
  • Tony Hodges: Angola from Afro-Stalinism to Petro-Diamond Capitalism. Bloomington, Indianapolis 2001.
  • Tony Hodges: The Anatomy of an Oil State. Bloomington, Indianapolis 2004.
  • Human Rights Watch: The Oil Diagnostic in Angola: An Update Complete Report. New York 2001.
  • International Monetary Fund: IMF Staff Country Report No. 99/25: Angola: Statistical Annex. Washington, D.C. 1999.
  • International Monetary Fund: Mission Concluding Statements: Angola-2002 Article IV Consultation, Preliminary Conclusions of the IMF mission. Washington, D.C. 2002.
  • Manfred Kuder, Wilhelm Möhlig (Hrsg.): Angola. MĂŒnchen 1994.
  • Manfred Kuder: Erdöl und Diamanten: Angolas umkĂ€mpfte ExportgĂŒter. In: Geographische Rundschau. Jg. 55, Heft 7/8. Braunschweig 2003. S. 36–38.
  • Brank Lazitch: Angola 1974–1988: Eine Niederlage des Kommunismus. Meyers Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1989.
  • Yves Loiseau, Pierre-Guillaume Roux: Jonas Savimbi. Köln 1989.
  • Lukonde Luansi: Angola – Das Scheitern des Transitionsprozesses. In: Wolf-Christian Paes, Heiko Krause (Hrsg.): Zwischen Aufbruch und Zusammenbruch – Demokratisierung im SĂŒdlichen Afrika. Bonn 2001. S. 153–179.
  • Jean-Michel Mabeko-Tali: Barbares et citoyens: L’identitĂ© nationale Ă  l’épreuve des transitions africaines: Congo-Brazzaville, Angola. L’Harmattan, Paris 2005.
  • Assis Malaquias: Rebels and Robbers: Violence in Post-Colonial Angola. Nordiska Afrikainstitutet, Uppsala 2007.
  • Daniel Matcalfe: Blaue Dahlie, schwarzes Gold. Eine Reise durch Angola, Ostfildern, DuMont Reiseverlag, 2015, ISBN 978-3-7701-8274-9.
  • MĂ©decins sans frontiĂšres: Angola uma população sacrificada. BrĂŒssel 2002.
  • Christine Messiant: L’Angola post-colonial: Guerre et paix sans dĂ©mocratisation. Karthala, Paris 2008.
  • Christine Messiant: L’Angola post-colonial: Sociologie politique d’une olĂ©ocratie. Karthala Paris 2009.
  • Michel Offermann: Angola zwischen den Fronten. Centaurus, Pfaffenweiler 1988.
  • Ricardo Soares de Oliveira: Magnificant and Beggar Land: Angola since the Civil War, Hurst, 2015.
  • Wolf-Christian Paes: Reiches Land, Armes Land: Ölproduktion und der Krieg in Angola. In: Illoyal – Journal fĂŒr Antimilitarismus. Nr. 12. Berlin 2000. S. 8.
  • Alfredo Pinto Escoval: Angola. In: Wolfgang Gieler (Hrsg.): Handbuch der Außenwirtschaftspolitiken. Bonn 2004.
  • Alfredo Pinto Escoval: Staatszerfall im sĂŒdlichen Afrika: Das Beispiel Angola. Berlin 2004.
  • Hermann Pössinger: Landwirtschaftliche Entwicklung in Angola und Moçambique. Weltforum Verlag, MĂŒnchen 1968.
  • Manuel Alves da Rocha: Economia e Sociedade em Angola. 2. Ausgabe. Nzila, Luanda 2009, ISBN 972-33-0759-6.
  • Martin SchĂŒmer: Angola-Konflikt. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Internationale Beziehungen, Pipers Wörterbuch zur Politik. Band 5. MĂŒnchen 1984. S. 44–46.
  • Keith Somerville: Angola: Politics, Economics and Society. London 1986.
  • Rui de Azevedo Teixeira, A Guerra de Angola 1961–1974, Matosinhos: QuidNovi, 2010, ISBN 978-98-96281-89-2.
  • Inge Tvedten: La scĂšne angolaise. Limites et potentiel des ONG. In: Lusotopie 2002/1. Paris 2002, S. 171–188.
  • Final Report of the UN Panel of Experts on violations of Security Council sanctions against Unita. In: UN Security Council document S/2000/203. New York 2000.
  • UNITA-Renovada holds party congress. In: UN: The Angolan Mission Observer. Februar 1999. New York 1999.
  • UNDP: A Descentralização de Angola. Luanda 2002.
  • UNHCHR (Hrsg.): Report on the question of the use of mercenaries as a means of violating human rights and impending the exercise of the right of peoples to self-determination, submitted by Mr. Enrique Ballesteros (Peru), Special Rapporteur pursuant to Commission resolution 1998/6. Genf 1995.
  • UNICEF (Hrsg.): Angola – Multiple Indicator Cluster Survey 1996. Luanda 1998.
  • François Xavier Verschave: DunkelmĂ€nner, schwarz und weiß. In: Der Überblick. Jg. 31 Heft 2/95. Leinfelden-Echterdingen 1995, S. 74–77.
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  • Nuno Vidal, Justino Pinto de Andrade (Hrsg.): Sociedade civil e polĂ­tica em Angola: Enquadramento regional e internacional, Luanda 2008, ISBN 978-972-99270-7-2.
  • Alex Vines: PlanmĂ€ĂŸige VerwĂŒstung Angolas. In: Der Überblick. Jg. 30 Heft 4/94. Leinfelden-Echterdingen 1994, S. 99–101.
  • Wilhelm Wess: Vor Zehn Jahren verließen die Kubaner Angola. In: Deutsche Gesellschaft fĂŒr die afrikanischen Staaten portugiesischer Sprache (Hrsg.): DASP-Heft Angola. DASP-Reihe Nr. 96. Bonn 2001, S. 6.
  • Elmar Windeler: Angolas blutiger Weg in die Moderne: Portugiesischer Ultrakolonialismus und angolanischer Dekolonisationsprozess. trafo Verlag, Berlin 2008, ISBN 9783896267610.
  • Robert Zischg: Die Politik der Sowjetunion gegenĂŒber Angola und Mozambique, Baden-Baden: Nomos, 1990, ISBN 978-3-7890-2019-3.

Weblinks

  • CIA World Factbook: Angola (englisch)
  • Botschaft der Republik Angola in Deutschland
  • LĂ€nderĂŒbersicht Angola auf der WebprĂ€senz des AuswĂ€rtigen Amtes
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Angola
  • Angola country profile auf BBC News (englisch)
  • NationMaster – Angola (englisch)
  • BTI 2018: Angola Country Report. In: bti-project.org (englisch).
  • Markus Weimer: The Peace Dividend: Analysis of a Decade of Angolan Indicators, 2002–12. (PDF; 523 KB) In: chathamhouse.org. MĂ€rz 2012 (englisch).

Anmerkungen

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (18)

Bezeichnung der Regionen: Provinz
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Bengo -7.62 -10.439 13.096 14.718  
Benguela -11.749 -13.874 12.513 15.111  
BiĂ© -10.574 -14.312 15.748 19.236  
Cabinda -4.391 -5.763 12.013 13.073  
Cuando Cubango -13.572 -18.031 16.462 23.382  
Cuanza Norte -7.934 -9.782 14.074 15.818  
Cuanza Sul -9.673 -12.206 13.489 16.612  
Cunene -15.151 -17.423 13.145 17.417  
Huambo -11.444 -13.764 14.807 16.583  
HuĂ­la -13.34 -16.367 13.221 16.748  
Luanda -8.582 -9.33 12.992 13.641  
Lunda Norte -6.916 -10.416 17.333 21.92  
Lunda Sul -8.332 -11.475 18.451 22.313  
Malanje -7.322 -11.726 15.109 18.837  
Moxico -10.589 -16.198 17.945 24.061  
Namibe -13.522 -17.266 11.663 13.681  
UĂ­ge -5.854 -8.408 13.797 17.097  
Zaire -5.841 -7.793 12.251 14.968  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Angola

Name englisch: Angola
Hauptstadt: Luanda
Kfz: ANG
ISO: AO
ISO3: AGO
Fläche: 1246700 km²
Tld: .ao
Wärung Einheit: AOA
Währung: Kwanza
Vorwahl: 244

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -4.3879444
südlichster Punkt: -18.039104
westlichster Punkt: 11.669562
östlichster Punkt: 24.0844443


 
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