Länder Länder/Staaten > Afrika > Namibia Namibia

Land Karte: Namibia | Grenzen der Regionen auf der Karte anzeigen | Nachbarstaaten auf der Karte anzeigen

Staaten Nachbarstaaten: (5)

Nachbarstaaten Info Die Nachbarstaaten werden automatisch anhand der Grenzen errechnet. Daher kann es vorkommen, dass ein Nachbarstaat fehlt oder zu viel angezeigt wird.
Wir versuchen diese im Laufe der Zeit manuell anzupassen. Bei Fehlern könnt ihr euch jederzeit an uns wenden über das Kontaktformular.

Staat Informationen : Namibia

Informationen:


Namibia (amtlich: Republik Namibia; deutsche Aussprache: [naˈmiːbiÌŻa]; englisch Republic of Namibia) ist ein Staat im sĂŒdlichen Afrika zwischen Angola, Botswana, Sambia, SĂŒdafrika und dem Atlantischen Ozean. Ein bis zu 100 Meter langer Grenzverlauf – und damit das einzige VierlĂ€ndereck der Erde – mit Simbabwe ist umstritten.

Die trockene Landschaft war ursprĂŒnglich von den Völkern der San („Buschleute“) und der Damara besiedelt. Etwa seit dem 14. Jahrhundert wanderten Bantu im Zuge der Bantu-Migration in das Land ein. Das Gebiet des heutigen Namibia wurde im Jahre 1884 ein deutsches „Schutzgebiet“ und blieb bis zum Ende des Ersten Weltkrieges eine deutsche Kolonie mit dem Namen Deutsch-SĂŒdwestafrika. In den Jahren 1904 bis 1908 schlug die deutsche Kolonialmacht den Aufstand der Herero und Nama gewaltsam nieder und verĂŒbte so einen Völkermord. 1920 stellte der Völkerbund Namibia unter sĂŒdafrikanisches Mandat – faktisch als sĂŒdafrikanische Kolonie –, das seine eigenen Gesetze, wie die zur Apartheid, in Namibia einfĂŒhrte.

Namibia erlangte im Zuge des Namibischen Befreiungskampfes am 21. MĂ€rz 1990 – mit Ausnahme von Walvis Bay und den Penguin Islands, die bis 1994 unter sĂŒdafrikanischer Kontrolle standen – die UnabhĂ€ngigkeit von SĂŒdafrika. Der 21. MĂ€rz ist seitdem Nationalfeiertag des Landes. Die Hauptstadt und grĂ¶ĂŸte Stadt Namibias ist Windhoek. Das Land ist seit 1990 (Resolution 652) Mitglied der Vereinten Nationen (UNO), der Entwicklungsgemeinschaft des sĂŒdlichen Afrika (SADC), der Zollunion des SĂŒdlichen Afrika (SACU) sowie der Afrikanischen Union (AU) und des Commonwealth of Nations.

Namibia ist aufgrund des großen FlĂ€chenanteils der Namib nur sehr dĂŒnn besiedelt. Das Land hat etwa 2,3 Millionen Einwohner. 18 Prozent der Bevölkerung leben unter der namibischen Armutsgrenze (Stand November 2016), gegenĂŒber 28,7 Prozent 2009. Namibia hat eine stabile parlamentarische Demokratie. Die namibische Wirtschaft ist stark durch die Bereiche Landwirtschaft, Tourismus und Bergbau (Uran, Gold, Silber und unedle Metalle) geprĂ€gt.

Etymologie

Der Name des Staates leitet sich von der Namib ab, die den gesamten KĂŒstenraum des Landes einnimmt. Er wurde bei der UnabhĂ€ngigkeit als neutrale Bezeichnung gewĂ€hlt, um keines der vielen namibischen Völker zu benachteiligen. Als Schöpfer des Namens Namibia gilt Mburumba Kerina.

Am 12. Juni 1968 wurde der Name Namibia von der Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkannt.

Geographie

Namibia liegt zwischen 17,87° und 29,9808° sĂŒdlicher Breite sowie 12° und 25° östlicher LĂ€nge.

Namibia wird im Osten nach Botswana hin von der Kalahari, im SĂŒden nach SĂŒdafrika hin vom Oranje – auch Orange River genannt –, im Westen vom SĂŒdatlantik und im Norden nach Angola hin vom Kunene und dem Okavango begrenzt. Im Nordosten erstreckt sich zudem ein etwa 450 km langer und bis zu 50 km breiter Landfinger zwischen den nördlich angrenzenden LĂ€ndern Angola und Sambia und dem sĂŒdlich angrenzenden Botswana – der Caprivizipfel, welcher im östlichen Bereich vom Sambesi und vom Unterlauf des Kwando begrenzt wird.

Neben den genannten GrenzflĂŒssen gibt es noch zahlreiche weitere FlĂŒsse, von denen aber kein einziger mit Sicherheit ganzjĂ€hrig Wasser fĂŒhrt. Außerhalb der Regenzeit finden sich nur ausgetrocknete Flussbetten (Riviere).

Das gesamte Staatsgebiet Namibias umfasst etwa 824.292 Quadratkilometer. Namibia ist landschaftlich im Wesentlichen durch zwei WĂŒsten geprĂ€gt, im Westen durch die von der sĂŒdafrikanischen Provinz Nordkap bis weit nach Angola hineinreichende Namib und im Osten durch die Kalahari. Zwischen beiden WĂŒsten liegt das durchschnittlich 1700 Meter hohe, um die Hauptstadt Windhoek herum auch die 2000-Meter-Marke ĂŒberschreitende Binnenhochland. Einer der markantesten Berge ist der Etjo, höchster Berg jedoch ist der rund 2600 Meter hohe Königstein im Brandbergmassiv, nahe der KĂŒste, etwa 200 Kilometer nördlich der KĂŒstenstadt Swakopmund. Im Osten geht das Binnenhochland allmĂ€hlich in das rund 1200 Meter hoch gelegene, von Trockenvegetation bedeckte Kalahari-Hochland ĂŒber.

Zeitzone

Namibia verwendet seit dem 3. September 2017 – wie bereits zwischen 1990 und 1994 – ganzjĂ€hrig dieselbe Uhrzeit wie SĂŒdafrika (UTC+2).

Geologie

Das Gebiet des heutigen Namibia gilt als einer der Ă€ltesten Teile der Erdkruste. Schon lange vor der Entstehung des Superkontinentes Gondwana bildeten sich vor mehr als zwei Milliarden Jahren im Gebiet des heutigen Afrika zwei Schelfe: der Kongo-Kraton und der Kalahari-Kraton. Letzterer umfasst große Teile des heutigen Namibia. Durch verschiedene tektonische VorgĂ€nge entstand dann vor etwa 550 Millionen Jahren ein riesiges, zusammenhĂ€ngendes Festlandgebiet, das die heutigen (Teil-)Kontinente Afrika, SĂŒdamerika, Australien, Indien und die Antarktis umfasste: Gondwana.

Vor etwa 150 Millionen Jahren begann dieser Superkontinent allmĂ€hlich in die heute bekannten Kontinente zu zerbrechen und auseinanderzudriften. Die besonderen, ĂŒber Jahrmillionen andauernden klimatischen VerhĂ€ltnisse in SĂŒdwestafrika fĂŒhrten dazu, dass viele geologische Strukturen, VorgĂ€nge und Erscheinungen besonders gut erhalten und deshalb auch heute noch zu beobachten sind. Dazu gehört letztlich auch die Namib, die damit als Ă€lteste WĂŒste der Welt gelten darf.

Klima

Das durchschnittliche Klima Namibias ist heiß und trocken. Das weitestgehend aride Klima ist subtropisch kontinental. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Landesteilen:

In der Namib westlich der Abbruchstufe sind NiederschlĂ€ge Ă€ußerst selten. Es weht das ganze Jahr ĂŒber ein warmer, krĂ€ftiger Wind. Sogar im Winter erreichen die Temperaturen oft 25 °C und mehr. In den heißesten Sommermonaten Dezember und Januar liegen die Temperaturen meist deutlich ĂŒber 30 °C, wĂ€hrend sie in den kĂ€ltesten Monaten, Juli und August, nachts bis zum Gefrierpunkt sinken können, tagsĂŒber dann aber wieder auf rund 25 °C steigen. Morgens und abends ist besonders im Winter mit TemperatursprĂŒngen von mehr als 20 °C innerhalb weniger Stunden zu rechnen. Im Binnenhochland kann es wegen der großen Höhe nachts sogar Frost und in ganz seltenen Jahren auch SchneefĂ€lle geben. TagsĂŒber ist es dort nicht ganz so heiß wie in der WĂŒste. In der Kalahari verhĂ€lt es sich Ă€hnlich wie in der Namib. Die NiederschlĂ€ge sind etwas hĂ€ufiger, aber immer noch wĂŒstentypisch selten.

Das Gebiet zwischen Namib und Atlantik gehört weltweit zu den Regionen mit dem besten Klima fĂŒr astronomische Beobachtungen. Die dort errichteten Astrocamps werden deshalb von vielen Sternfreunden insbesondere fĂŒr Zwecke der Himmelsfotografie aufgesucht.

Das Klima der AtlantikkĂŒste wiederum wird durch den kalten Benguelastrom bestimmt. Dieser kĂŒhlt den vorherrschenden SĂŒdwestwind stark ab, was infolge von Kondensation die Bildung von (Regen-)Wolken verhindert und regelmĂ€ĂŸig einen dichten anhaltenden Nebel in BodennĂ€he erzeugt. Im Sommer ist es hier angenehm kĂŒhl und in den Wintermonaten mitunter auch tagsĂŒber empfindlich kalt. Die Wassertemperatur erreicht selten mehr als 15 °C.

Der Caprivi-Streifen hingegen ist geprÀgt von meist sicheren NiederschlÀgen in der Regenzeit. Diese haben ein ausgedehntes Flusssystem und einen subtropischen Savannenwald entstehen lassen. Die Luftfeuchtigkeit ist hier, im Gegensatz zu den anderen Landesteilen, relativ hoch.

Im zentralen Hochland, das den grĂ¶ĂŸten Teil Namibias einnimmt, herrscht Sommerregen vor, das heißt mit zwar unregelmĂ€ĂŸigen, aber gelegentlich sehr heftigen RegenfĂ€llen zwischen November und April ist zu rechnen; der Ă€ußerste SĂŒden dagegen liegt im Winterregengebiet, so dass – wenn ĂŒberhaupt – RegenfĂ€lle vor allem in den Monaten Juni und Juli auftreten. Bei aller UnregelmĂ€ĂŸigkeit der RegenfĂ€lle hinsichtlich HĂ€ufigkeit und Ergiebigkeit nehmen diese ausgehend vom SĂŒden mit unter 50 mm pro Jahr in Richtung Nordosten mit bis zu 600 mm pro Jahr deutlich zu, was allerdings regionale Trockenperioden von mehreren Jahren nicht ausschließt.

Aufgrund der besonderen klimatischen VerhĂ€ltnisse ist eine landwirtschaftliche Nutzung des Landes nur in beschrĂ€nktem Maße möglich: im Hochland vor allem Viehzucht (im Norden eher Rinder, im SĂŒden eher Schafe und Ziegen), im relativ regenreichen Norden auch Ackerbau. Eine Besonderheit der Namib sind die DĂŒnen im Gebiet von Sossusvlei. Die SterndĂŒnen gehören mit weit ĂŒber 400 Metern Höhe zu den höchsten der Welt. Der Reiz dieser DĂŒnenlandschaft liegt aber nicht allein in ihrer Höhe, sondern vor allem in ihrem vom Feuchtigkeitsgehalt und vom Sonnenstand abhĂ€ngigen Farbenspiel.

Bevölkerung

Namibia ist extrem dĂŒnn besiedelt. Nach der Mongolei gilt Namibia als der am dĂŒnnsten besiedelte unabhĂ€ngige Staat der Erde. Die Bevölkerung ist konzentriert auf wenige StĂ€dte und den fruchtbaren Norden des Landes. Rund 44 Prozent der Bevölkerung leben in den Regionen Omusati, Oshana, Ohangwena und Oshikoto. Ein Drittel lebt in Zentralnamibia, wo allein in Windhoek mehr als 300.000 Menschen ihren Wohnsitz haben. Im SĂŒden des Landes leben lediglich sieben Prozent der Einwohner; der Westen und die Namib mit Ausnahme der HafenstĂ€dte sind nahezu menschenleer. Etwa 57 Prozent der Bevölkerung leben in lĂ€ndlichen Gebieten.

Die Zahl der BĂŒrgerkriegsflĂŒchtlinge aus Angola erreichte 2001 mit etwa 32.000 einen Höhepunkt; viele wurden nach Ende des BĂŒrgerkriegs repatriiert. Doch ist die Grenze insbesondere bei Oshikango relativ durchlĂ€ssig, so dass sie pro Jahr in beiden Richtungen von einigen 10.000 Menschen ĂŒberquert wird, von denen ein Teil lĂ€nger oder dauerhaft in Namibia bleibt. Die Wanderung in der entgegengesetzten Richtung ist geringer.

Entwicklung

Insgesamt hat Namibia (Stand 2016) etwa 2,32 Millionen Einwohner, mit wachsender Tendenz (1991: etwa 1,4 Millionen Einwohner). In den Jahren zwischen 1970 und 1990 hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt, in den folgenden zehn Jahren hat sie um etwa 30 Prozent zugenommen. In der Dekade 2001 bis 2011 nahm sie um nur noch 15 Prozent zu.

Gesundheit

Eine namibische Frau bringt in ihrem Leben durchschnittlich 3,34 Kinder zur Welt. Mitte der 1970er Jahre betrug der Wert noch ĂŒber 6,5 Kinder pro Frau. Das derzeitige jĂ€hrliche Bevölkerungswachstum liegt bei etwa 1,9 Prozent. Etwa 11,8 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren waren 2019 mit HIV/AIDS infiziert. Anfang der 2000er Jahre lag die HIV-Rate bei etwa 20 Prozent. 2015 wurden 4,1 % der Neugeborenen durch ihre Mutter mit dem Virus angesteckt; 13 Jahre zuvor waren es noch ein Drittel. Am schwersten ist die Region Sambesi mit 22,3 %, am wenigsten Kunene mit 7,6 % betroffen.

Dadurch war die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt deutlich gefallen. Sie lag 1990 bei etwa 62 Jahren und im Jahr 2005 nur noch bei 52 Jahren. Im Zeitraum von 2010 bis 2015 betrug sie dank der Fortschritte im Kampf gegen die AIDS-Epidemie wieder 61,8 Jahre. Bis 2019 ist sie weiter auf 63,7 Jahren gestiegen.

Namibia hat eines der besten medizinischen Systeme des afrikanischen Kontinents. 2007 gab es in Namibia 37 Ärzte pro 100.000 Einwohner und damit eines der besten Arzt-Einwohner-VerhĂ€ltnisse Afrikas. Die Ausgaben fĂŒr das Gesundheitswesen lagen laut WHO 2018 bei 8 % des BIP.

Sprachen

Die heutigen Namibier sind ein Gemisch unterschiedlicher, aber teils verwandter Völker, die grĂ¶ĂŸtenteils durch mehrere Völkerwanderungen zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert in das Gebiet umsiedelten. Diese VielfĂ€ltigkeit der Bevölkerung spiegelt sich auch in den gesprochenen Sprachen wider. Es gibt mit den Bantusprachen, den Khoisan-Sprachen (z. B. der Haiǁom) und den indogermanischen Sprachen drei große Sprachgruppen mit ĂŒber 30 Einzelsprachen bzw. Dialekten.

Die in Namibia gesprochenen Bantu-Sprachen sind Oshivambo, Otjiherero, RuKwangali, SiLozi und Setswana. Zu den Khoisan-Sprachen zĂ€hlen Khoekhoegowab und die Sprachen der San wie ǃKung und Khoe. Die von den EuropĂ€ern und Bastern eingefĂŒhrten indogermanischen Sprachen wie Afrikaans und Deutsch werden zwar nur von einem kleinen Bevölkerungsteil als Muttersprache gesprochen, sind aber besonders unter Farmarbeitern und anderssprachigen Weißen weiterhin sehr verbreitete Verkehrssprachen.

48,9 % der namibischen Bevölkerung (Zensus 2011) gaben an, Oshivambo als Muttersprache zu sprechen, 11,3 % Khoekhoegowab, 10,4 % Afrikaans, 8,6 % Otjiherero und 8,5 % Kavango-Sprachen. Ein großer Teil der Bevölkerung spricht Afrikaans als Zweitsprache. Von der weißen Bevölkerung sprechen 60 % Afrikaans, 32 % Deutsch und 7 % Englisch.

Von 1884 bis 1915 war Deutsch Amtssprache in Deutsch-SĂŒdwestafrika. Von 1916 bis 1920 war Deutsch akzeptierte Umgangssprache. Von 1920 an waren in SĂŒdwestafrika Englisch und Afrikaans alleinige Amtssprachen. Von 1984 bis zur UnabhĂ€ngigkeit des Landes von SĂŒdafrika 1990 waren de jure Afrikaans, Deutsch und Englisch gleichberechtigte Amtssprachen. Um endgĂŒltig mit der Apartheid und Fremdherrschaft abzuschließen, aber vor allem um keine der bestehenden Bevölkerungsgruppen zu bevorteilen und somit die IntegritĂ€t des Landes zu gefĂ€hrden, wurde die „neutrale“ Weltsprache Englisch zur alleinigen Amtssprache erhoben. Neben der Amtssprache Englisch genießen eine Reihe weiterer Sprachen als sogenannte Nationalsprachen eine bevorzugte Stellung.

Deutsch ist die Muttersprache von 0,9 % (etwa 20.000) der Bevölkerung und Zweitsprache eines Großteils der weißen Einwohner sowie eines kleinen Teils der schwarzen Bevölkerung (etwa 80.000). Im tĂ€glichen Leben ist Deutsch eine wichtige Verkehrssprache vor allem in der Wirtschaft und dem Tourismus.

Obwohl Englisch nur von 3,4 % der Bevölkerung als Muttersprache zu Hause gesprochen wird, hat sich der Anteil derer, die fließend Englisch sprechen können, in den Jahren seit der UnabhĂ€ngigkeit drastisch erhöht. Das ist vor allem auf den konsequenten Gebrauch des Englischen in Schulen, Ämtern und Medien zurĂŒckzufĂŒhren. Jedoch unterscheidet sich das in Namibia gesprochene Englisch aufgrund des geringen Anteils an Muttersprachlern durch diverse Eigenarten vom Oxford-Englisch. BezĂŒglich dessen ist ĂŒber die Jahre hinweg besonders unter der schwarzafrikanischen Bevölkerung des Landes eine Pidgin-Ă€hnliche Mischsprache entstanden, die oft als Namlish bezeichnet wird.

Bildung

Der vorschulische Bildungsbereich Namibias ist zum Großteil unter privater TrĂ€gerschaft. In den StĂ€dten gibt es KindergĂ€rten und Vorschulen, auf dem Land wird die Vorschulbildung oft informell organisiert. Auf Farmen werden wegen der großen Entfernungen zu den nĂ€chstgelegenen Ortschaften teilweise Farmschulen eingerichtet. Die PrimĂ€r- und SekundĂ€rbildung in Namibia ist kostenlos.

Der sekundĂ€re Bildungsbereich (Schulen, Berufsschulen und Gymnasien) wird vom Bildungsministerium geleitet. Ein umfassendes System von Berufsschulen gibt es in Namibia noch nicht. FĂŒr einzelne handwerkliche Berufe (Maurer, Klempner, Automechaniker, Schneider) gibt es Berufsschulzentren (Vocational Training Centers, VTC), vereinzelt bietet auch die Namibia University of Science and Technology berufsschulĂ€hnliche Ausbildungsrichtungen an (zum Beispiel Hotelier, Landvermesser, Buchhalter). Die meisten Berufe werden jedoch informell durch Anlernen gelehrt, ohne Lehrplan, Noten und offiziellen Abschluss.

FĂŒr Jugendliche mit Behinderung gibt es in Windhoek zwei staatlich geförderte Bildungseinrichtungen, die Dagbreek School fĂŒr geistig Behinderte und den Ehafo Trust, eine berufsbildende Einrichtung fĂŒr Menschen mit Behinderungen aller Art.

Der tertiĂ€re Bildungsbereich wird von den drei tertiĂ€ren Bildungseinrichtungen dominiert, der UniversitĂ€t von Namibia (UNAM), der Namibia University of Science and Technology (NUST) und der International University of Management. Das Studium ist kostenpflichtig, fĂŒr begabte Studenten werden von privater und öffentlicher Hand Stipendien gewĂ€hrt.

In Namibia stieg die mittlere Schulbesuchsdauer ÜberfĂŒnfundzwanzigjĂ€hriger von 5,6 Jahren im Jahr 1990 auf 7 Jahre im Jahr 2018 an. Sie ist damit eine der lĂ€ngsten in Afrika. Die Bildungspflicht in Namibia betrĂ€gt 7 Jahre. Die erwartete Schulbesuchsdauer der jungen Generation betrĂ€gt 12,6 Jahre.

Die Alphabetisierungsrate betrug 2018 91,5 % der erwachsenen Bevölkerung. Namibia war damit eines der wenigen LĂ€nder in Afrika, in denen die Rate bei Frauen höher als bei MĂ€nnern war. Die Ausgaben fĂŒr das Bildungswesen lagen 2018 bei 3,1 % des BIP.

Religion

Infolge der Missionierung wĂ€hrend der Kolonialzeit sind rund 87 Prozent der Namibier Christen, womit das Land deutlich ĂŒber dem afrikanischen Durchschnitt liegt. Von ihnen sind 50 Prozent Lutheraner, 20 Prozent Katholiken, 5 Prozent Mitglieder der NiederlĂ€ndischen Reformierten Kirche und 5 Prozent Anglikaner. Die restlichen Christen verteilen sich auf andere kleinere Kirchen wie beispielsweise Baptisten, Adventisten, neuapostolische Christen und die aus den USA stammende African Methodist Episcopal Church.

Die restlichen 13 Prozent der Einwohner, insbesondere San, Himba und Caprivianer, sind AnhĂ€nger traditioneller Religionen. Der Islam spielt in Namibia eine untergeordnete Rolle, die Anzahl der Muslime in Namibia wird auf wenige Tausend geschĂ€tzt. Der grĂ¶ĂŸte muslimische Sakralbau des Landes ist die Quba-Moschee in der Hauptstadt. Nur etwa sieben Familien (Stand November 2015) im ganzen Land folgen dem Judentum; die Synagoge Windhoek ist die einzige aktive im ganzen Land.

Geschichte

Die trockenen Landstriche SĂŒdwestafrikas sind schon seit vielen Tausend Jahren Lebensraum und Heimat fĂŒr die Völker der San und Damara. Portugiesische Seefahrer entdeckten das Land erstmals im 15. Jahrhundert fĂŒr Europa. Eine nennenswerte Besiedelung blieb jedoch wegen der unwirtlichen VerhĂ€ltnisse in den KĂŒstenregionen lange Zeit aus. Im Zuge zahlreicher afrikanischer Völkerwanderungen drangen, im 17. Jahrhundert beginnend, Herero-, Nama-, Orlam- und Ovambo-StĂ€mme ins Land ein. Erst im 19. Jahrhundert setzte eine starke Zuwanderung europĂ€ischer Siedler ein. Diese stammten vorwiegend aus Portugal, England und dem deutschen Sprachraum.

Bis 1884/85 kam das Land mit Ausnahme der Walvis Bay, welche unter britischem Einfluss blieb, unter die Herrschaft des Deutschen Reiches und wurde zur Kolonie Deutsch-SĂŒdwestafrika. Im Mai 1885 trafen die ersten deutschen Beamten ein, unter ihnen Reichskommissar Heinrich Ernst Göring. Er schloss mit Hilfe von ansĂ€ssigen Missionaren mit den Herero ein SchutzbĂŒndnis. Den Herero wurde Schutz vor den Nama unter Hendrik Witbooi versprochen; im Gegenzug mussten sie sich verpflichten, den Deutschen Handelsfreiheit zu gewĂ€hren und ohne deutsche Zustimmung kein Land zu verkaufen. Als sich zeigte, dass die deutsche Verwaltung zu einem solchen Schutz nicht in der Lage war, kĂŒndigten die Herero das Abkommen und vertrieben die Beamten unter Göring. In Folge wurden etwa 20 Soldaten unter Curt von François entsandt, was kaum mehr als eine symbolische PrĂ€senz darstellte. Curt von François ging mit diesen Soldaten mit rĂŒcksichtsloser Strenge gegen die Herero vor und brachte diese so innerhalb kĂŒrzester Zeit gegen sich auf. In der Folge mussten die „Schutztruppen“ laufend verstĂ€rkt werden.

1894 setzte der deutsche Reichstag Curt von François ab und ernannte Theodor Leutwein zum Gouverneur von Deutsch-SĂŒdwestafrika. Leutwein hatte nur ein sehr beschrĂ€nktes militĂ€risches Budget und versuchte deshalb, die deutsche Herrschaft möglichst kostengĂŒnstig und mit wenig Einsatz eigener militĂ€rischen Mitteln zu festigen, indem er verschiedene einheimische FĂŒhrer zur Zusammenarbeit bewog. 1897 dezimierte eine Rinderpest die großen ViehbestĂ€nde der Herero. Die weißen Siedler waren viel weniger betroffen, weil sie ihr Vieh impfen konnten. Die Herero verloren mit den Viehherden die Grundlagen ihrer autonomen und autarken Lebensweise und mussten zunehmend bei den Weißen in Lohnarbeit treten.

Ziel vieler weißer Siedler war, den HererohĂ€uptlingen Land abzukaufen. Sie verkauften deshalb den Herero oft ĂŒber mehrere Jahre auf Kredit europĂ€ische KonsumgĂŒter. Viel spĂ€ter prĂ€sentierten sie dann die Rechnungen und trieben die Schulden ein, die mit Vieh und Land bezahlt werden mussten. Es kam auch vor, dass HĂ€ndler Waren, an denen die Herero kein Interesse hatten, einfach in den Dörfern von den Wagen warfen und spĂ€ter auf Bezahlung pochten. Diese Vorgehensweisen fĂŒhrten zu Konflikten zwischen den Vertretern der deutschen Kolonialherrschaft und den Völkern der Kolonie. So kam es zwischen 1904 und 1908 zum Aufstand der Herero und Nama und zur Vernichtung zehntausender Herero und Nama.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Land von den britischen Truppen SĂŒdafrikas eingenommen und mit dem Ende des Krieges vom Völkerbund 1920 als Mandatsgebiet der SĂŒdafrikanischen Union zur Verwaltung ĂŒbergeben. Diese hielt das Land bis zu seiner UnabhĂ€ngigkeit am 21. MĂ€rz 1990 trotz intensiver internationaler BemĂŒhungen und eines zwei Jahrzehnte andauernden bewaffneten Kampfes gegen die 1960 gegrĂŒndete SĂŒdwestafrikanische Volksorganisation (SWAPO) besetzt.

Entdeckung und Besiedelung

Das Gebiet des heutigen Namibia wurde zuerst vermutlich vor 2000 (bis 2500) Jahren von den aus Zentral- oder sogar Nordafrika zugewanderten San besiedelt. Es sind zwar in Namibia Felsgravuren gefunden worden, die auf eine deutlich Ă€ltere Besiedlung als 2000 Jahre hinweisen, die Felsmalereien in Twyfelfontein sind vermutlich ĂŒber 10.000 Jahre alt, jedoch können sie nicht mit der erforderlichen Sicherheit den San zugeordnet werden. Deren eindeutig zuzuordnenden Felsmalereien sind zum Teil deutlich ĂŒber 1000 Jahre alt und wurden erst im 19./20. Jahrhundert gĂ€nzlich eingestellt.

Im Zuge der afrikanischen Nord-SĂŒd-Völkerwanderung drangen zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert aus dem Betschuanaland (heutiges Botswana) zunĂ€chst die zu den BantustĂ€mmen gehörenden viehzĂŒchtenden Herero, im 19. Jahrhundert dann aus der Kapprovinz die Nama und sodann aus gleicher Richtung die Afrikaner nach Namibia ein. Sie alle fĂŒhrten einen Vernichtungsfeldzug gegen die San und drĂ€ngten diese in Richtung Osten in die Kalahari ab, wo sie auf eine Wildbeuterwirtschaft reduziert wurden. Dort leben die San auch heute noch – von den Regierungen SĂŒdafrikas, Botswanas und Namibias mehr geduldet als willkommen, da sie sich bislang hartnĂ€ckig allen „ZivilisierungsbemĂŒhungen“ widersetzen.

Die Besiedelung durch deutsche Einwanderer begann gute hundert bis hundertfĂŒnfzig Jahre nach den ersten Einwanderern der heute dort lebenden schwarzen StĂ€mme und zweihundert Jahre nach der Besiedlung durch NiederlĂ€nder, den sogenannten Buren oder Afrikaanern, am Kap und Umgebung und der GrĂŒndung Kapstadts 1652, beziehungsweise fast 400 Jahre nach der Entdeckung durch die Portugiesen (Bartolomeu Diaz, 1488) und der spĂ€teren GrĂŒndung einer Kolonie. Letztere hielt sich aber wegen zunehmender Schwierigkeiten mit den Khoi Khoi nicht und wurde nach einer Strafexpedition des portugiesischen Vizekönigs, die samt seiner Person nie zurĂŒckkehrte, aufgegeben und spĂ€ter von den NiederlĂ€ndern abgelöst.

Deutsche Kolonialzeit bis 1915

Nachdem es dem deutschen Kaufmann Franz Adolf Eduard LĂŒderitz gelungen war, durch VertrĂ€ge mit einheimischen StammesfĂŒhrern weite Landstriche zu erwerben („LĂŒderitzbucht“), wurde das Land vom Oranje bis zum Kunene 1884 zum „Schutzgebiet“ Deutsch-SĂŒdwestafrika und sodann zur deutschen Kolonie erklĂ€rt. Die Nachricht von sagenhaften Diamantenfunden löste geradezu eine „GoldgrĂ€berstimmung“ im kaiserlichen Deutschen Reich aus. In der LĂŒderitzbucht konnte man die Klippekies, wie die Diamanten bezeichnet wurden, im Sand des Strandes und im Hinterland in den DĂŒnen der WĂŒste auflesen. Im Zuge dessen wurde zehn Kilometer von LĂŒderitz entfernt im Landesinnern die DiamantenschĂŒrferstadt Kolmannskuppe gegrĂŒndet. Der davon ausgelöste Zuzug von HĂ€ndlern und Farmern sowie deren Landnahme stießen auf zunehmenden Widerstand der einheimischen Herero und Nama. Das rĂŒde Vorgehen der Siedler stieß besonders bei den Herero auf Widerstand.

Die sich Ende des 19. Jahrhunderts dramatisch verschlechternde wirtschaftliche Situation der Herero zwang sie zu weiteren LandverkĂ€ufen und schließlich zur Lohnarbeit bei deutschen Siedlern. Anhaltende Konflikte zwischen den Siedlern und der einheimischen Bevölkerung konnten durch den KapitĂ€n der Herero Samuel Maharero und den Gouverneur Deutsch-SĂŒdafrikas Theodor Leutwein nicht gelöst werden. Es kam in der Folge zu einem deutschen Kolonialkrieg gegen die Herero und Nama, der von 1904 bis 1908 dauerte und sich zu einem Vernichtungskrieg auswuchs, der schĂ€tzungsweise 60.000 bis 70.000 MĂ€nner, Frauen und Kinder das Leben kostete.

Der Hererokrieg

Im Januar 1904 erfolgte ein durch Samuel Maharero geleiteter Aufstand der Herero und Nama. Mit insgesamt etwa 15.000 Mann unter Generalleutnant Lothar von Trotha wurde der Aufstand der Herero bis zum August 1904 in der Schlacht am Waterberg niedergeworfen. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Herero floh daraufhin in die fast wasserlose Omaheke. Von Trotha ließ diese abriegeln und die FlĂŒchtlinge von den wenigen dort vorhandenen Wasserstellen verjagen, so dass tausende Herero mitsamt ihren Familien und Rinderherden verdursteten. Den so in die WĂŒste Gejagten ließ von Trotha im sogenannten Vernichtungsbefehl mitteilen: „Die Herero sind nicht mehr deutsche Untertanen. [
] Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und keine Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurĂŒck oder lasse auch auf sie schießen. [...] und das Schießen auf Weiber und Kinder so zu verstehen ist, dass ĂŒber sie hinweggeschossen wird, um sie zum Laufen zu zwingen. Ich nehme mit Bestimmtheit an, dass dieser Erlass dazu fĂŒhren wird, keine mĂ€nnlichen Gefangenen mehr zu machen, aber nicht zu Grausamkeiten gegen Weiber und Kinder ausartet.“ Die Überlebenden wurden enteignet, in Konzentrationslager gesperrt und zu Zwangsarbeit gezwungen. Die Misshandlungen, unzureichende ErnĂ€hrung und die schlechten hygienischen Bedingungen in diesen Lagern haben in dieser zweiten Phase des Völkermordes an den Herero zum Tod der HĂ€lfte aller Gefangenen gefĂŒhrt.

Der Nama-Aufstand

Im Anschluss an den Hererokrieg erhoben sich im Oktober 1904 im SĂŒden des Landes die Witbooi – ein Orlam-Stamm, der wĂ€hrend des Hererokrieges noch auf deutscher Seite gekĂ€mpft hatte. Diesem Aufstand schlossen sich die Fransman-Nama an; nach der Kapitulation der Witbooi 1905 fĂŒhrten die Nama den Guerillakampf unter Simon Kooper und Jakobus Morenga bis 1908 weiter, was diesem Aufstand den Namen Namaaufstand gab.

Erster Weltkrieg

Die Nachricht ĂŒber den Ausbruch des Ersten Weltkrieges erreichte Deutsch-SĂŒdwestafrika am 2. August ĂŒber die Funkstrecke Nauen – Kamina und die sich noch im Bau befindende Großfunkstation in Windhoek. Nach Bekanntwerden des Kriegsausbruchs befahl Gouverneur Theodor Seitz am 7. August 1914 die allgemeine Mobilmachung der Truppe. Es kam zu diversen Gefechten mit den Unionstruppen SĂŒdafrikas, aber auch zu Auseinandersetzungen mit den Portugiesen in Angola. Einige BurenverbĂ€nde aus SĂŒdafrika, die gegen ihre Regierung gekĂ€mpft hatten, wurden zum Teil zerschlagen und zogen sich ĂŒber den Oranje zurĂŒck, um sich den deutschen Truppen anzuschließen. Zu Beginn des Krieges gelang es deutschen Truppen, den SĂŒdafrikanern schwere Verluste beizufĂŒgen, doch sie verloren an Boden und mussten schließlich aufgeben.

Am 9. Juli 1915 unterzeichneten der Kommandeur der Schutztruppe, Oberstleutnant Franke, sowie der kaiserliche Gouverneur Seitz und der Generaloberkommandeur der SĂŒdafrikanischen Union Louis Botha einen Waffenstillstandsvertrag, der einer Kapitulation gleichkam.

SĂŒdafrikanische Verwaltung

Deutsch-SĂŒdwestafrika wurde wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges von SĂŒdafrika besetzt und durch Beschluss des Völkerbundes 1920 der SĂŒdafrikanischen Union als Mandatsgebiet zugeteilt. Der sĂŒdafrikanischen Verwaltung gelang es in den Folgejahren, den ehemals starken deutschen Einfluss nachhaltig zu reduzieren und Namibia zu „sĂŒdafrikanisieren“ – einschließlich der Ausdehnung der Apartheidspolitik auf das Mandatsgebiet. Namibias weißen WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern wurde von 1947 bis 1977 eine Vertretung im sĂŒdafrikanischen Parlament garantiert. SĂŒdafrikas Verhalten löste nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche, allerdings vergebliche Versuche der UNO aus, SĂŒdafrika das ehemalige Völkerbundmandat zu entziehen; dies wurde vor der UNO-Vollversammlung gefordert, da SĂŒdafrika nicht seinen Informationspflichten ĂŒber das Gebiet gegenĂŒber dem Gremium nachkam. Erst nachdem der Internationale Gerichtshof in Den Haag 1971 die sĂŒdafrikanische Verwaltung fĂŒr illegal erklĂ€rt hatte, war SĂŒdafrika 1972 bereit, SĂŒdwestafrika nach einer angemessenen Übergangszeit in die UnabhĂ€ngigkeit zu entlassen.

Das Verhalten SĂŒdafrikas war aber auch in SĂŒdwestafrika selbst auf zunehmenden und aus dem Kreis der internationalen Staatengemeinschaft unterstĂŒtzten Widerstand gestoßen. Die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes verlieh diesem Widerstand die gewĂŒnschte Legitimation, was letztlich sogar dazu fĂŒhrte, dass die mehrheitlich von den Ovambo getragene und mit vermuteter FinanzunterstĂŒtzung aus der Sowjetunion operierende UnabhĂ€ngigkeitsbewegung SĂŒdwestafrikanische Volksorganisation (SWAPO) 1973 von der UNO das Alleinvertretungsrecht fĂŒr Namibia zuerkannt bekam. Unter großem Druck ermöglichte SĂŒdafrika 1978 Wahlen zu einer konstituierenden Versammlung, in der Schwarzafrikanerinnen und Schwarzafrikaner ebenfalls wĂ€hlen durften. Die Hauptoppositionsgruppe, die einen sehr starken FrauenflĂŒgel hatte, boykottierte die Wahlen.

Die propagandistisch vorgetragene BefĂŒrchtung der Apartheidspolitiker SĂŒdafrikas, möglicherweise einen kommunistisch regierten oder sozialistischen Nachbarstaat zu bekommen, rechtfertigte fĂŒr sie einen Jahrzehnte dauernden asymmetrischen Krieg gegen in- sowie auslĂ€ndische Apartheidsgegner und Befreiungsbewegungen in Namibia und Angola. Pieter Willem Botha nutzte am 6. September 1978 die krankheitsbedingte Abwesenheit von Premierminister Vorster, um als damaliger Verteidigungsminister auf dem Parteitag der Nasionale Party in Bloemfontein vor der Übernahme des Gebiets von South West Africa durch eine 7500 Mann starke UN-Einsatzgruppe und der so möglichen Etablierung der „marxistischen Feindesmacht“ durch die SWAPO, die in einen „Marxisten-Staat“ an den Grenzen zu SĂŒdafrika mĂŒnden könne, zu warnen.

Der Krieg endete 1988 mit dem Waffenstillstand zwischen SĂŒdafrika und Angola und der sich daran anschließenden Vorbereitung von Wahlen in Namibia. Der grĂ¶ĂŸte Teil der ĂŒber 60.000 FlĂŒchtlinge, die 1963–1989 in SWAPO-Camps in Angola, Sambia und Tansania gelebt hatten, wurde nach 1990 repatriiert. Sie wurden von vielen angolanischen BĂŒrgerkriegsflĂŒchtlingen begleitet.

Bei den Wahlen vom 7. November 1989 galt fĂŒr Frauen und MĂ€nner das allgemeine aktive und passive Wahlrecht. Damit war das Frauenwahlrecht erreicht.

UnabhÀngigkeit

Am 21. MĂ€rz 1990 erhielt Namibia, nach mehr als 100-jĂ€hriger Fremdbestimmung, seine UnabhĂ€ngigkeit. Das allgemeine Wahlrecht fĂŒr Erwachsene wurde Teil der Verfassung. Nach der UnabhĂ€ngigkeit regierte der SWAPO-FĂŒhrer Sam Nujoma als mit deutlicher Mehrheit gewĂ€hlter PrĂ€sident das Land in drei Amtsperioden. Die demokratischen Oppositionsparteien, unter anderem auch die Demokratische Turnhallenallianz (DTA), blieben untereinander zerstritten und spielen im politischen Leben Namibias eine untergeordnete Rolle. Eine weitere Amtsperiode war nach der namibischen Verfassung nicht möglich, so dass 2004 der bisherige Minister fĂŒr Landfragen, Hifikepunye Pohamba – ebenfalls Ovambo und SWAPO-Mitglied – zum zweiten PrĂ€sidenten gewĂ€hlt wurde. Am 21. MĂ€rz 2005 wurde er, im Beisein mehrerer afrikanischer PrĂ€sidenten, in Windhoek vereidigt. Nach zwei Amtsperioden ĂŒbernahm Hage Geingob durch das deutlichste Wahlergebnis im unabhĂ€ngigen Namibia die Macht als StaatsprĂ€sident.

Recht

Eine eigenstĂ€ndige namibische Rechtskultur hat sich bis heute nicht entwickelt. Aus historischen GrĂŒnden besteht das namibische Recht somit im Wesentlichen aus dem ĂŒbernommenen Recht SĂŒdafrikas, d. h. dem Roman-Dutch Law als Mischsystem zwischen common law und römischem Recht.

Verfassungsrecht

Die Nationalversammlung ist das Legislativorgan, das heißt Gesetze können nur von ihr erlassen werden. Der Nationalrat hat lediglich eine beratende Funktion, um den Belangen der einzelnen Regionen ausreichendes Gehör zu schenken. Das höchste Gericht Namibias ist der Supreme Court, dessen Richter vom PrĂ€sidenten eingesetzt werden.

Politik

Politisches System

Namibia ist seit 1990 eine Republik mit einem semiprĂ€sidentiellen Regierungssystem. Die Abstimmung hierĂŒber fand 1989 statt, was man auch als Beginn der UnabhĂ€ngigkeit sehen kann. Staatsoberhaupt ist der PrĂ€sident, der alle fĂŒnf Jahre neu gewĂ€hlt wird. Die Namibische Regierung besteht aus einem Premierminister, der zusammen mit dem Kabinett vom PrĂ€sidenten ernannt wird. Das Parlament Namibias besteht aus zwei Kammern. Die eine Kammer ist der Nationalrat mit 42 Sitzen (bis 2013 26 Sitze). Jede der 14 Verwaltungsregionen (bis 8. August 2013 13) entsendet alle fĂŒnf Jahre drei (bis August 2013 zwei) Vertreter. Die andere Kammer ist die Nationalversammlung mit 104 (bis August 2013 78) Sitzen, von denen 96 in allgemeiner Wahl gewĂ€hlt und acht vom PrĂ€sidenten bestimmt werden. Die Amtszeit betrĂ€gt fĂŒnf Jahre.

Auf regionaler und lokaler Ebene werden den traditionellen FĂŒhrern in Namibia bestimmte Rechte eingerĂ€umt. Die namibische Verfassung war auch eine der ersten weltweit, die den Umweltschutz als ein vorrangiges Staatsziel mit aufgenommen haben, welcher seitdem durch das Ministerium fĂŒr Umwelt und Tourismus koordiniert wird.

Außenpolitik

Leitlinie der Außenpolitik des Landes ist es laut PrĂ€sident Hage Geingob „keine Feinde und nur Freunde“ zu haben. Das Land versucht dabei ausgewogene diplomatische Beziehungen zu haben und fĂŒhlt sich, aufgrund seiner eigenen Geschichte, der multilateralen Zusammenarbeit verpflichtet. Wichtigster außenpolitischer Bezugspunkt ist fĂŒr Namibia der große Nachbar SĂŒdafrika, der der mit Abstand wichtigste Handelspartner des Landes ist. Mit SĂŒdafrika sowie Botswana, Lesotho und Eswatini ist Namibia durch die Zollunion des SĂŒdlichen Afrika (Southern African Customs Union, SACU) verbunden. Der namibische Dollar ist im VerhĂ€ltnis 1:1 an den sĂŒdafrikanischen Rand gekoppelt. Das Land ist zudem Mitgliedsstaat der Afrikanischen Union, Southern African Development Community (SADC), die eine vertiefte Integration des sĂŒdlichen Afrika zum Ziel haben. Neben der regionalen Zusammenarbeit sind die Mitgliedsbeziehungen im Commonwealth of Nations sowie Beziehungen zur EuropĂ€ischen Union, der Volksrepublik China, den Vereinigten Staaten und Nordkorea von Bedeutung.

Deutschland pflegt aufgrund der gemeinsamen Kolonialgeschichte (1884–1915) und der daraus erwachsenden besonderen Verantwortung Deutschlands sowie der deutschsprachigen Minderheit im Land Ă€ußerst intensive Beziehungen zu Namibia. In den letzten zwei Jahrzehnten hat Deutschland in Namibia Entwicklungshilfe in Höhe von ca. 1 Mrd. Euro geleistet (höchste deutsche Leistung pro Kopf in Afrika). Das deutsch-namibische SonderverhĂ€ltnis kam zum Ausdruck in zahlreichen weiteren hochrangigen politischen Kontakten auf Regierungsebene. Dazu zĂ€hlen u. a. die Besuche von Bundeskanzler Kohl (1995) und BundesprĂ€sident Herzog (1998) in Namibia sowie die Deutschland-Besuche von StaatsprĂ€sident Nujoma (1996 und 2002) und StaatsprĂ€sident Pohamba (2005). BundesprĂ€sident a. D. Köhler vertrat die Bundesrepublik Deutschland bei den Feierlichkeiten anlĂ€sslich des 25. Jahrestags der UnabhĂ€ngigkeit Namibias und AmtseinfĂŒhrung des neuen PrĂ€sidenten Geingob im Jahr 2015. Jedes Jahr besuchen knapp 100.000 deutsche Touristen das Land, weshalb die Deutschen die grĂ¶ĂŸte außerafrikanische Touristengruppe sind und fĂŒr das Land eine hohe wirtschaftliche Bedeutung einnehmen.

Verteidigung

Die Namibian Defence Force (NDF) wurde nach der UnabhĂ€ngigkeit Namibias 1990 gegrĂŒndet. Die Verfassung Namibias (Kapitel 15) legt die GrundzĂŒge der NDF als „Verteidiger des Territoriums und der nationalen Interessen“ fest. Die StreitkrĂ€fte sind somit im In- und Ausland rechtlich einsetzbar. Die Hauptaufgabe ist die Sicherung der SouverĂ€nitĂ€t und der territorialen UnabhĂ€ngigkeit Namibias durch Schutz gegen auslĂ€ndische Angreifer. Zudem kann die NDF zur UnterstĂŒtzung von zivilen Aufgaben eingesetzt werden, zum Beispiel im Falle von Naturkatastrophen aber auch zum Schutz von RegierungsgebĂ€uden.

Namibia gab 2017 knapp 3,4 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 434 Millionen US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Verwaltungsgliederung

Namibia ist in vierzehn Regionen eingeteilt. Jede Region wird von einem Regionalrat (regional council) regiert, und je nach GrĂ¶ĂŸe der Region, weiter in sechs bis zwölf Wahlkreise (constituencies) unterteilt. Insgesamt gibt es 121 Wahlkreise.

Die Kommunen gliedern sich in Gemeinden (Stand Mai 2015: 17), StĂ€dte, Dörfer und Siedlungen. 2016 lebten 47,6 % der Bevölkerung in StĂ€dten oder stĂ€dtischen RĂ€umen. Windhoek, die Hauptstadt Namibias, ist die mit Abstand bevölkerungsreichste und wirtschaftlich wichtigste Stadt in Namibia. Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind (Stand Zensus 2011):

  1. Windhoek: 325.858 Einwohner
  2. Rundu: 63.431 Einwohner
  3. Walvis Bay: 63.431 Einwohner
  4. Swakopmund: 44.725 Einwohner
  5. Oshakati: 36.541 Einwohner
  6. Rehoboth: 28.843 Einwohner
  7. Katima Mulilo: 28.362 Einwohner
  8. Otjiwarongo: 28.249 Einwohner

Wirtschaft

Namibia besitzt eine grĂ¶ĂŸtenteils marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung. Die Hauptwirtschaftszweige sind Bergbau, Fischfang und -verarbeitung sowie Landwirtschaft und Tourismus.

Die Landwirtschaft spielt traditionell eine große Rolle. Neben Subsistenzwirtschaft exportiert Namibia auch große Mengen an Fleisch und tierischen Produkten. Die Landwirtschaft ist neben dem Staat der grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber des Landes.

Namibia ist Mitglied der Southern African Customs Union (SACU) (Namibia, Lesotho, Eswatini, SĂŒdafrika und Botswana), deren Verrechnungseinheiten faktisch auch eine WĂ€hrungsunion bedingen.

Obwohl das Land zu den reicheren Staaten Afrikas zĂ€hlt, ist die Arbeitslosigkeit in Namibia hoch (34,1 Prozent im Jahr 2018.) Aufgrund der niedrigen Löhne einerseits und der sehr unvollkommenen steuerlichen Erfassung des Einkommens andererseits zahlten 2007 nur knapp 134.000 Einwohner Namibias Steuern. Nach dem Gini-Koeffizienten belegt Namibia weltweit den letzten Platz und weist demnach die ungleichste Einkommensverteilung auf. Korruption stellt vor allem in der öffentlichen Auftragsvergabe ein Hindernis fĂŒr auslĂ€ndische Investoren dar. Namibia ist 2011 der Aufstieg in die Gruppe der „upper middle income countries“ (LĂ€nder mit höherem mittleren Einkommen) der Vereinten Nationen gelungen.

Daneben spielen die Fischerei und der Tourismus eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle. Dahingehend ist die verarbeitende Industrie in Namibia nur schwach ausgeprĂ€gt, so dass ein großer Teil der KonsumgĂŒter und Maschinen eingefĂŒhrt werden muss.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Namibia Platz 89 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017/18). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 78 von 180 LĂ€ndern.

Bergbau und Industrie

Etwa 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP; Stand 2012) von Namibia wird vom Bergbau erwirtschaftet. Rohstoffe Namibias sind vor allem Uran und Diamanten, daneben werden auch große Mengen Kupfer, Gold, Blei und Zinn gefördert. BerĂŒhmt ist das Diamantensperrgebiet um LĂŒderitz. Die grĂ¶ĂŸte Uranmine der Welt ist die Rössing-Mine nordöstlich von Swakopmund. Ein bedeutendes Kupfervorkommen befindet sich bei Tsumeb, und die ehemals weltgrĂ¶ĂŸte Zinnmine befand sich in Uis.

Tourismus

Die GrĂ¶ĂŸe des Landes, seine vielfĂ€ltigen Landschaftsformen und sein Tierreichtum hatten bereits SĂŒdwest-Afrika in den 1950er Jahren zu einem interessanten Reisegebiet werden lassen – zunĂ€chst vor allem fĂŒr die benachbarten sĂŒdafrikanischen Touristen, die hier unberĂŒhrte Natur und unendlich erscheinende Weite fanden. Zudem stand Namibia damals unter sĂŒdafrikanischer Verwaltung, so dass es fĂŒr die zu dieser Zeit isolierten SĂŒdafrikaner keinerlei Einreise- und AufenthaltshĂŒrden gab.

Der Tourismus trug 2011 11 Prozent zum BIP bei und ist damit der zweitwichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Es wurden mehr als 11 Milliarden Namibia-Dollar umgesetzt.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasst 2014/2015 Ausgaben von fast 58 Milliarden Namibia-Dollar, umgerechnet etwa 5,2 Milliarden US-Dollar. Das Haushaltsdefizit lag 2012/13 bei etwa 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Die Staatsverschuldung betrug 2012 etwa 20 Prozent des BIP.

Infrastruktur

Kommunikation

Namibia verfĂŒgt ĂŒber ein modernes Telekommunikationssystem. Im Dezember 2016 gab es laut der Kommunikationsregulierungsbehörde von Namibia 2,66 Millionen aktive SIM-Karten, d. h. mehr als eine pro Einwohner. Zudem gab es im Land knapp 188.000 FestnetzanschlĂŒsse, was etwa dem Stand von Juni 2013 entsprach.

Schiene

Das Schienennetz des staatlichen Transportunternehmens TransNamib stammt in seiner Grundstruktur noch aus der deutschen Kolonialzeit und wurde zunĂ€chst vor allem durch militĂ€rische BedĂŒrfnisse bestimmt. Es ist inzwischen auf 2626 Kilometer LĂ€nge ausgebaut worden und verbindet wichtige wirtschaftliche Zentren Namibias. Der Bau neuer Strecken und die Sanierung bestehender wird seit 2011 weiter vorangetrieben. Der Schienenverkehr spielt vor allem in der GĂŒterbeförderung eine Rolle; in der Personenbeförderung ist er dagegen fast ohne Bedeutung.

Straße

Das namibische Straßennetz ist gut ausgebaut und erschließt alle bewohnten Gebiete des Landes. Es ist etwa 45.000 Kilometer lang, davon sind rund 80 Prozent nicht asphaltierte Pisten, meist mit Kiestragschicht, die regelmĂ€ĂŸig oder nach Bedarf mit dem Grader instand gehalten werden. Nur die Nationalstraßen, einige Hauptstraßen sowie die wichtigsten innerstĂ€dtischen Straßen (etwa 6.700 Kilometer) sind asphaltiert. In Namibia herrscht wie in allen Nachbarstaaten mit Ausnahme Angolas Linksverkehr. Mit bis zu 700 Verkehrstoten pro Jahr hat Namibia – bezogen auf die Einwohnerzahl – die weltweit höchste Todeszahl zu verzeichnen.

Flugverkehr

Namibia ist gut in das regionale Flugnetz eingebunden. Es verfĂŒgte mit Air Namibia ĂŒber eine eigene staatliche Fluggesellschaft. Es gibt direkte Flugverbindungen nach Europa. Internationale FlughĂ€fen besitzen die Landeshauptstadt Windhoek mit dem Hosea Kutako International Airport, der etwa 45 Kilometer östlich der Stadt liegt sowie die Hafenstadt Walvis Bay (Flughafen Walvis Bay). DarĂŒber hinaus verfĂŒgen jeder grĂ¶ĂŸere Ort von Namibia sowie viele Farmen ĂŒber eigene LandeplĂ€tze. In Namibia gibt es zahlreiche Charterflug-Unternehmen.

Schifffahrt

Die beiden TiefwasserhĂ€fen Namibias befinden sich in Walvis Bay und in LĂŒderitz. Vier weitere HĂ€fen sind im Bau beziehungsweise in Planung (Stand 2015).

Kultur

Kultur- und NaturdenkmÀler

Die landesweite Aufnahme der Kultur- und NaturdenkmĂ€ler wurde 2003 abgeschlossen. Sie verzeichnet geologische Strukturen, palĂ€ontologische und archĂ€ologische FundstĂ€tten (einschließlich der Petroglyphen und Felsmalereien von Twyfelfontein), Habitate und Pflanzenformationen wie die AffenbrotbĂ€ume von Tsandi und Ombalantu oder den Kameldornwald bei Rehoboth sowie historische StĂ€tten, darunter die PadrĂ”es der portugiesischen Seefahrer an der KĂŒste, GrabstĂ€tten (unter anderem das Grab des Jonker Afrikaner) und Friedhöfe, Profanbauten, Sakralbauten und IndustriedenkmĂ€ler.

Feiertage

In Namibia existieren zwölf gesetzliche Feiertage. FÀllt ein Feiertag auf einen Sonntag, ist der folgende Montag grundsÀtzlich ebenfalls ein Feiertag.

Der Hererotag ist ein am letzten Wochenende im August in der namibischen Stadt Okahandja stattfindender Tag zum Gedenken an die Schlacht am Waterberg. Er ist kein gesetzlicher Feiertag, wird jedoch von den Herero als solcher empfunden.

Medien

Namibia verfĂŒgt trotz der geringen Bevölkerungszahl und der Vielzahl an Sprachen ĂŒber zahlreiche Zeitungen. Die grĂ¶ĂŸte Tageszeitung des Landes ist die englischsprachige The Namibian, die auch Texte auf Oshivambo enthĂ€lt. ZweitgrĂ¶ĂŸte Tageszeitung ist die Namibian Sun (ebenfalls in englischer Sprache), gefolgt von der afrikaanssprachigen Republikein. Staatlich getragen wird die englischsprachige New Era. Die Allgemeine Zeitung erscheint auf Deutsch und ist die Ă€lteste Zeitung des Landes. „Die Republikein“, „Allgemeine Zeitung“ und „Namibian Sun“ gehören zur Namibia Media Holdings (NMH).

Die Namibian Broadcasting Corporation (nbc) ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Namibia mit drei Fernsehprogrammen (Stand: Juli 2014) und zahlreichen Rundfunkprogrammen in neun Sprachen. 70 Prozent der Bevölkerung werden durch digitale Signale erreicht (Stand: Juni 2015). Zudem gibt es diverse private Hörfunksender und mit One Africa Television, TBN Namibia, THISTV und EDU TV vier private Fernsehsender. Satellitenfernsehen wird vor allem durch den sĂŒdafrikanischen Dienst DStv und fĂŒr deutschsprachige durch Deukom und Satelio ermöglicht.

Namibia belegt 2019 auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen den 23. Platz (2018: 26. Platz) und liegt auf Platz eins aller afrikanischen Staaten.

Literatur

Der Namibier Helmut Kangulohi Angula verfasste einen auch ins Deutsche ĂŒbersetzten autobiographischen Roman ĂŒber die Zeit des UnabhĂ€ngigkeitskampfes der SWAPO („Zweitausend Tage des Haimbodi ya Haufiku“). Ähnliche Themen behandelt Joseph Diescho. In einem FlĂŒchtlingslager in Angola geboren wurde die Autorin Rachel Valentina Nghiwete, die 2010 ihre Autobiographie Valentina: The exile child veröffentlichte.

Giselher Hoffmann, Nachkomme deutscher Siedler, und die in Dresden geborene Lisa Kuntze schrieben Romane und ErzÀhlungen in deutscher Sprache.

KĂŒche

Nationalparks

In Namibia gibt es zahlreiche Nationalparks, wie Wildparks oder Naturreservate. 2013 standen 138.163,7 kmÂČ unter staatlichem Schutz. Teils zĂ€hlen die Parks zum UNESCO-Welterbe, wie zum Beispiel der Sossusvlei-Nationalpark, in dem die orangene FĂ€rbung des Sandes, der mehr als 5 Millionen Jahre alt ist, je nach Lichteinfall sich verĂ€ndert. Unter anderem gehören zu den Nationalparks die SkelettkĂŒste, der Namib-Naukluft-Nationalpark sowie der Etosha-Nationalpark.

Sport

Die beliebtesten Sportarten in Namibia sind Rugby und Fußball sowie Cricket. Unter den deutschen Namibiern ist Inlinehockey und Faustball verbreitet, unter den Afrikaanssprechenden vor allem auch Jukskei. Als Nationalsportarten gelten seit August 2018 Rugby, Fußball und Netball.

Der nationale Rugbyverband Namibia Rugby Union wurde im MĂ€rz 1990, im Jahr der UnabhĂ€ngigkeit, gegrĂŒndet und trat im selben Jahr dem IRB, heute World Rugby, bei. Er ist außerdem Mitglied von Rugby Africa. Die Nationalmannschaft der MĂ€nner ist eine der besten Afrikas und qualifiziert sich hĂ€ufig fĂŒr die Weltmeisterschaft als eine von zwei afrikanischen Mannschaften, nach den sĂŒdafrikanischen Springboks. Sie ist zudem zweifacher Afrikameister und zweimaliger Vizeafrikameister.

Der nationale Fußballverband Namibia Football Association wurde ebenfalls 1990 gegrĂŒndet. 1992 trat die NFA der FIFA und der CAF bei. In der höchsten Spielklasse, der Namibia Premier League, treten 16 Mannschaften gegeneinander an. Die Nationalmannschaft gehört in Afrika zum Mittelfeld und konnte sich 1998 und 2008 fĂŒr die Afrikameisterschaft qualifizieren. 2014 war Namibia Ausrichter der Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen.

Der nationale Cricketverband Cricket Namibia wurde 1989 gegrĂŒndet und 1990/92 erfolgte die Anerkennung seitens des International Cricket Council. Die Namibische Cricket-Nationalmannschaft gilt als eine der besten Afrikas und nahm erstmals an der Weltmeisterschaft 2003 teil, die in SĂŒdafrika, Kenia und Simbabwe ausgetragen wurde. Der nĂ€chste Erfolg war dann die erstmalige Qualifikation fĂŒr die ICC T20 World Cup 2021. Auch die Frauen-Cricket-Nationalmannschaft gilt als eine der besten des Kontinents.

Einer der weltweit bekanntesten namibischen Sportler ist Frank Fredericks, ehemaliger Leichtathlet ĂŒber 100- und 200-Meter-Distanzen und mehrfacher Medaillengewinner bei Olympischen Spielen. Zudem erlangte Collin Benjamin als langjĂ€hriger Spieler beim Hamburger SV in Deutschland grĂ¶ĂŸere Bekanntheit.

Die Icestocksport Association of Namibia wurde 2004 gegrĂŒndet und nahm im selben Jahr und 2008 an der Weltmeisterschaft teil. Der Verband wurde 2005 und 2007 Afrikameister.

Außerdem hat Namibia eine Faustballnationalmannschaft und richtete 1995 die Faustball-Weltmeisterschaft sowie im Januar 2009 die Faustball-U18-Weltmeisterschaft aus. Zudem richtete Namibia 2008 die Weltmeisterschaften im Bogenschießen nach Richtlinien der IFAA aus.

Siehe auch

Literatur

  • Wendula Dahle, Wolfgang Leyerer: Namibia. Edition Temmen, Bremen 2001, ISBN 3-86108-861-4 (ReisefĂŒhrer). 
  • Klaus Dierks: Chronologie der namibischen Geschichte. 2. Auflage. Klaus Hess Verlag, Göttingen 2003, ISBN 3-933117-52-6. 
  • Johannes Haape: Namibia (= Apa-Guide). Langenscheidt Fachverlag, MĂŒnchen 1995, ISBN 3-8268-1398-7 (ReisefĂŒhrer).
  • Rolf Hennig: Wildland SĂŒdwestafrika. Landbuch-Verlag, Hannover 1978, ISBN 3-7842-0187-3.
  • Klaus HĂŒser u. a.: Namibia. Eine Landschaftskunde in Bildern. Klaus Hess Verlag, Göttingen/Windhoek 2001, ISBN 3-933117-14-3 (= Edition Namibia; Bd. 5).
  • Thomas Keil: Die postkoloniale deutsche Literatur in Namibia (1920–2000). Dissertation, UniversitĂ€t Stuttgart, 2003 (Volltext).
  • Henning Melber: Understanding Namibia. The Trials of Independence. Hurst & Co., London 2014, ISBN 978-1-84904-411-0.
  • Henning Melber: Namibia. Grenzen nachkolonialer Emanzipation. Brandes und Apsel, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-86099-784-X. 
  • Toubab Pippa (Hrsg.): Von der Bosheit im Herzen der Menschen. Hendrik Witbooi und die schwarz-weiße Geschichte Namibias. Löhrbach 2004, ISBN 3-922708-31-5. 
  • Nick Santcross, Gordon Baker, Sebastian Ballard: Namibia Handbook. 3. Auflage. Footprint, Bath (England) 2001, ISBN 1-900949-91-1 (ReisefĂŒhrer auf Englisch, Standardwerk). 
  • Beate Tito: Auf Farmen in SĂŒdwest. Landbuch-Verlag, Hannover 1980, ISBN 3-7842-0236-5.
  • Johannes Paul: Deutsch-SĂŒdwestafrika (PDF; 4,3 MB). In: Carl Petersen, Otto Scheel, Paul Hermann Ruth, Hans Schwalm (Hrsg.): Handwörterbuch des Grenz- und Auslandsdeutschtums. Ferdinand Hirt Verlag, Breslau 1936, Band II, S. 262–278.
  • Heinrich Vedder: Das alte SĂŒdwestafrika: SĂŒdwestafrikas Geschichte bis zum Tode Mahareros 1890. Berlin 1934 (Nachdruck: SWA Wissenschaftliche Gesellschaft, Windhoek 1985, ISBN 0-949995-33-9 und weitere Auflagen).
  • Namibia. Fakten und Daten. Konrad-Adenauer-Stiftung e. V., Windhoek 2015 (pdf).
  • Namibia. Themenheft der Zeitschrift: Die Erde. 133. Jg. 2002, Heft 2.
  • Nicole GrĂŒnert: Namibias faszinierende Geologie. Klaus Hess Verlag, Göttingen 2003, ISBN 99916-747-7-2. 

Weblinks

  • Regierung von Namibia (englisch)
  • Offizielle InternetprĂ€senz der Botschaft der Republik Namibia in Deutschland
  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Namibia
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Namibia
  • Politikwissenschaftliche Literatur zu Namibia in der Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft
  • Historische Fotografien der Deutschen Kolonialgesellschaft, der Sam Cohen Library/Namibia und weitere historische Literatur
  • Namibia-Bibliothek von Dr. Klaus Dierks
  • Deutsch-Namibische-Entwicklungsgesellschaft e. V.
  • Website der Deutsch-Namibischen Gesellschaft
  • Vorherrschende Böden in Namibia (UniversitĂ€t Köln)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
NA.CA Caprivi  
NA.ER Erongo  
NA.HA Hardap  
NA.KA Karas  
NA.OK Kavango  
NA.KH Khomas  
NA.KU Kunene  
NA.OW Ohangwena  
NA.OH Omaheke  
NA.OS Omusati  
NA.ON Oshana  
NA.OT Oshikoto  
NA.OD Otjozondjupa  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Namibia

Name englisch: Namibia
Hauptstadt: Windhoek
Kfz: NAM
ISO: NA
ISO3: NAM
Fläche: 825418 km²
Tld: .na
Wärung Einheit: NAD
Währung: Dollar
Vorwahl: 264

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -16.9634854
südlichster Punkt: -28.9706387
westlichster Punkt: 11.7242468
östlichster Punkt: 25.2617519


 
Namibia: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Namibia. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.