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Staat Informationen : Gabun

Informationen:


Gabun [ÉĄaˈbuːn] (französisch Gabon) ist ein Staat in Zentralafrika. Im Norden grenzt er an Kamerun und Äquatorialguinea sowie im Osten an die Republik Kongo. Seine WestkĂŒste liegt am Golf von Guinea. Durch das Land verlĂ€uft der Äquator. In dem zu großen Teilen von Regenwald bedeckten Land herrscht ein tropisches Klima. Die Hauptstadt des rund zwei Millionen Einwohner zĂ€hlenden Landes ist Libreville. Neben verschiedenen Bantu-Sprachen sprechen die meisten Einwohner der ehemaligen französischen Kolonie Französisch. Die Öleinnahmen des Landes finanzieren einen großen Teil des Staatsbudgets. Seit 1967 wird das Land von der Familie Bongo regiert und gilt vielen internationalen Beobachtern als Diktatur. Nach 42 Jahren ĂŒbernahm der heutige PrĂ€sident Ali-Ben Bongo Ondimba 2009 nach einer umstrittenen Wahl die Herrschaft von seinem Vater Omar Bongo.

Geographie

Gabun liegt an der westlichen AtlantikkĂŒste Zentralafrikas, von wo aus es sich in östliche Richtung bis kurz vor das Kongobecken erstreckt. Die KĂŒstenlĂ€nge betrĂ€gt 885 km. Das westliche KĂŒstentiefland steigt nach etwa 200 Kilometern stufenförmig bis zur Niederguineaschwelle im Osten an. Der höchste Berg Gabuns ist bisher nicht festgelegt. Es existieren verschiedene (fehlerhafte) Angaben, die bis zu 500 Höhenmeter voneinander abweichen. Die höchsten Erhebungen im Nordosten und SĂŒden reichen bis knapp ĂŒber 1000 mÂ ĂŒ. d. M. Mehr als 70 Prozent der LandflĂ€che sind von tropischem Regenwald bedeckt.

In einigen Regionen Gabuns findet sich sehr altes Gestein, das bis auf das Proterozoikum (rund 2 Milliarden Jahre vor heute) datiert werden kann. In den entsprechenden Formationen wurden unter anderem Gabonionta, mögliche frĂŒhe Formen mehrzelligen Lebens, und insgesamt 17 natĂŒrliche Kernreaktoren gefunden, deren bekanntester der Naturreaktor Oklo ist.

Hydrologie

GrĂ¶ĂŸter Fluss des Landes ist der OgoouĂ© (ca. 1200 km), der sich mit seinen zahlreichen NebenflĂŒssen tief in das GelĂ€nde des Hochlands eingeschnitten hat. Etwa Ÿ des Landes werden durch sein Einzugsgebiet entwĂ€ssert. DarĂŒber hinaus gibt es noch den Nyanga und mehrere KĂŒstenflĂŒsse.

Flora und Fauna

In der Region Gabuns ist eine hohe biologische Vielfalt zu finden. Nach SchĂ€tzungen leben 64.000 Elefanten, 25.000 Gorillas und 35.000 Schimpansen in Gabun. 680 Vogelarten wurden nachgewiesen, sowie 320 Arten von Orchideen. Seltene und teilweise endemische Arten sind Flachlandgorillas, Mandrills, Waldelefanten, Bongo-Antilopen und Buntkopf-FelshĂŒpfer.

Die Landschaften Gabuns reichen von Savanne und KĂŒste bis zu dichtem tropischem Regenwald. 2002 wies die Regierung rund 10 % der LandflĂ€che als Nationalparks aus, was weltweit zu den höchsten FlĂ€chenanteilen gehört. Die 13 Nationalparks werden von der National Agency for National Parks verwaltet und betreut. Touristisch am bekanntesten sind das Reserve de la LopĂ©, aber auch der Ivindo Nationalpark oder der Loango-Nationalpark.

Bevölkerung

Gabun gehört zu den am dĂŒnnsten besiedelten LĂ€ndern Afrikas. Es hat etwa drei Viertel der FlĂ€che Deutschlands, aber nur knapp doppelt so viele Einwohner wie Köln. 90 % der Bevölkerung lebt in und um die drei grĂ¶ĂŸten StĂ€dte: Libreville mit ca. 700.000, Port-Gentil mit ca. 140.000 und Franceville mit ca. 110.000 Einwohnern. Die Landesmitte und der Norden sind weitgehend menschenleer. Der jĂ€hrliche Bevölkerungszuwachs betrug 2019 2,5 Prozent.

Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer lag 2019 bei 3,9 Kindern pro Frau und somit unter dem afrikanischen Durchschnitt. Seit dem Höchststand von 5,7 im Jahr 1983 ist der Wert kontinuierlich gesunken. Frauen haben eine Lebenserwartung von 68,7 und MĂ€nner von 64,4 Jahren (Stand 2019). 37,2 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 und 3,5 Prozent ĂŒber 65 Jahre alt.

Volksgruppen

Auf dem Staatsgebiet Gabuns leben etwa 40 verschiedene Völker bzw. ethnische Gruppen; die Mehrheit der Bevölkerung sind Angehörige von Bantu-Völkern. Davon sind die mit Abstand grĂ¶ĂŸte und politisch einflussreichste Volksgruppe die Mpongwe-Fang, die etwa ein Drittel der Gabuner stellen (Mpongwe 31 %, Fang 7 %). Kleinere Gruppen sind die Mbete (15,5 %), die Bapunu (15 %, mit der Sprache Punu), die Tsabatis (14 %), die Batazis (9,5 %) und die Bateke (4 %). Außerdem gibt es 1,5 % PygmĂ€en – die im Nordosten und SĂŒden lebenden Ureinwohner – sowie ungefĂ€hr 60.000 Franzosen (meist in den StĂ€dten). AuslĂ€nder – viele davon Angestellte eines multinationalen Erdölkonzerns – spielen eine große Rolle im Bildungswesen und in der Wirtschaft. Im Jahre 2017 waren 13,8 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Sprachen

Die Amtssprache Französisch wird von rund 80 Prozent der Gesamtbevölkerung beherrscht, wobei es ein Drittel der Einwohner der Hauptstadt Libreville als Muttersprache spricht. Im Alltag werden ĂŒberwiegend Bantusprachen gesprochen. Die wichtigste Bantusprache ist das Fang, daneben haben auch das Mbere, das Punu, das Teke und das Njebi Bedeutung. Insgesamt werden 42 Sprachen und Idiome gesprochen.

Religionen

Etwa 65 Prozent der Einwohner bezeichnen sich als Christen (rund 60 % als Katholiken und ca. 5 % als AnhĂ€nger verschiedener protestantischer Kirchen). Viele von ihnen pflegen weiterhin bestimmte Formen afrikanischer ReligiositĂ€t. Ein großer Teil der ĂŒbrigen Bevölkerung hĂ€ngt zumeist den traditionellen Volksreligionen, vor allem dem Bwiti, an. Eine Minderheit von rund 12 % bekennt sich zum Islam, darunter PrĂ€sident Bongo und zahlreiche AuslĂ€nder.

Bildungswesen

Es besteht offiziell eine zehnjÀhrige allgemeine Schulpflicht. Etwa die HÀlfte der Schulen des Landes Gabun sind in konfessioneller oder privater TrÀgerschaft.

Die Analphabetenquote betrÀgt allerdings weiterhin etwa 29 %.

Gesundheitswesen

Die Kindersterblichkeit lag 2019 bei 34 pro 1000 Geburten und die MĂŒttersterblichkeit bei 291 pro 100.000 Geburten (Stand 2017). 86 % der Geburten können medizinisch betreut werden (Stand 2008). Die AIDS-Quote wird je nach Quelle auf zwischen 8,0 % und 5,9 % geschĂ€tzt (siehe auch: HIV/AIDS in Afrika). Die medizinische Versorgung ist oft unzureichend. 2015 waren 7 % der Bevölkerung unterernĂ€hrt, was eine der niedrigsten Quoten in Afrika ist.

LambarĂ©nĂ© in Gabun beherbergt das von Albert Schweitzer begrĂŒndete und bis zu seinem Tod 1965 von ihm geleitete Urwaldkrankenhaus.

Geschichte

EuropÀischer Einfluss

Der Name Gabun leitet sich aus dem portugiesischen Wort "GabĂŁo" ab und bedeutet "Umhang". Als im 15. Jahrhundert portugiesische Seefahrer die KĂŒste des Landes erreichten, gaben sie der MĂŒndung des Flusses Komo wegen dessen eigentĂŒmlicher Form den Namen GabĂŁo.

Nach der Besiedlung des Gebietes erlangten die französischen Siedler 1839 eine erste Hoheit ĂŒber das Gebiet. 1854 wurde Gabun mit GorĂ©e und anderen französischen Siedlungen vereinigt, GorĂ©e 1858 in den Senegal wiedereingegliedert. 1888 wurde Gabun Teil von Französisch-Kongo und 1910 als selbstĂ€ndiger Teil von Französisch-Äquatorialafrika wieder ausgegliedert. Am 8. bis 12. November 1940, als campagne du Gabon bzw.bataille de Libreville bezeichnet, erfolgte die Einnahme von Gabuns Hafen durch Forces françaises libres (FFL) unter De Gaulle und britischen VerbĂ€nden. Der bis dahin von Vichy-treuen Truppen gehaltene und nun strategisch bedeutsame Hafen fiel damit an die Alliierten.

Die loi-cadre Defferre wurde 1956 unter französischer Verwaltung eingefĂŒhrt und damit das allgemeine aktive und passive Frauenwahlrecht.

Als Französisch-Äquatorialafrika 1958 aufgelöst wurde, erlangte Gabun als Gabunische Republik die Autonomie.

UnabhÀngigkeit und Diktatur Omar Bongos

Am 17. August 1960 erlangte Gabun die UnabhĂ€ngigkeit von Frankreich unter PrĂ€sident LĂ©on M’ba, dem 1967 nach dessen Tod Omar Bongo nachfolgte. Das Frauenwahlrecht wurde bei der UnabhĂ€ngigkeit bestĂ€tigt. Die GrĂŒndung der Parti DĂ©mocratique Gabonais (PDG) erfolgte am 12. MĂ€rz 1968. Mit dieser Einheitspartei regierte Omar Bongo das Land lange Zeit diktatorisch. Gabun fĂŒhrte in den 1990er Jahren ein Mehrparteiensystem ein und verabschiedete eine neue Verfassung, die eine Reform der Regierungsorganisationen und transparentere Wahlen ermöglichte. Die geringzahlige Bevölkerung, die enormen Rohstoffvorkommen und Hilfe von außen ermöglichten Gabun sich im Laufe der Zeit zu einem florierenden Staat in Afrika zu entwickeln.

StaatsprÀsident Omar Bongo war der am lÀngsten herrschende Staatschef in Afrika; er starb am 8. Juni 2009 in Barcelona an Herzstillstand.

Seit dem Machtwechsel 2009

Die SenatsprĂ€sidentin Rose Francine RogombĂ© wurde zur ÜbergangsprĂ€sidentin gewĂ€hlt mit dem Auftrag, innerhalb von 45 Tagen Neuwahlen zu organisieren.

Am 30. August 2009 gewann der Verteidigungsminister Ali-Ben Bongo Ondimba die Wahlen und wurde damit Nachfolger seines Vaters als StaatsprĂ€sident. Er erreichte mit 140.000 Stimmen 41,73 % der abgegebenen Stimmen bei 800.000 Wahlberechtigten. Auf den frĂŒheren Innenminister AndrĂ© Mba ObamĂ© und auf einen weiteren Oppositionskandidaten entfielen je etwa 87.000 Stimmen. Am Wahltag kam es in der Hafenstadt Port-Gentil, einer Hochburg der Opposition, lokal zu Krawallen durch AnhĂ€nger des unterlegenen Kandidaten, in die etwa 600 Personen, vorwiegend mĂ€nnliche Jugendliche, verwickelt waren. Es wurden ein Polizeiposten und ein GefĂ€ngnis gestĂŒrmt und 300 Gefangene befreit. Die Gelegenheit wurde genutzt, um zahlreiche GeschĂ€fte, vorwiegend die von libanesischen Immigranten, zu plĂŒndern. Die von den unterlegenen Kandidaten verlangte NeuauszĂ€hlung der Stimmen ergab keine VerĂ€nderung des Wahlergebnisses. Daher wird das Ergebnis von diesen noch immer nicht anerkannt. Da aber sowohl europĂ€ische als auch Wahlbeobachter der Afrikanischen Union die RechtmĂ€ĂŸigkeit und Richtigkeit dieser Wahlen bestĂ€tigt haben, kam es am 17. Oktober 2009 zur AmtseinfĂŒhrung Ali Bongos.

Bei der PrĂ€sidentschaftswahl 2016 wurde Bongo knapp mit 49,8 Prozent gegenĂŒber 48,23 Prozent fĂŒr Jean Ping im Amt bestĂ€tigt.

Von Oktober 2018 bis Februar 2019 hielt sich Bongo wegen einer Krankheit im Ausland auf. Nach einem Putschversuch „zur Wiederherstellung der Demokratie“ durch Offiziere der StreitkrĂ€fte Gabuns am 7. Januar 2019 kehrte Bongo zurĂŒck und ernannte ein neues Kabinett.

Politik

Politisches System

Nach der Verfassung vom 28. MĂ€rz 1991 ist Gabun eine prĂ€sidiale Republik mit einem Mehrparteiensystem. Der PrĂ€sident ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte und wird fĂŒr 7 Jahre vom Volk direkt gewĂ€hlt und kann nach einer VerfassungsĂ€nderung von 2003 unbegrenzt wiedergewĂ€hlt werden. Vollziehendes Organ ist die Regierung unter Vorsitz des Premierministers (wird vom PrĂ€sidenten ernannt). Der PrĂ€sident ĂŒbt gemeinsam mit ihm und dem Regierungskabinett, das dem PrĂ€sidenten verantwortlich ist, die Exekutivgewalt aus. Die Legislative hingegen liegt beim Zweikammerparlament, das aus dem Senat (mit 91 Mitgliedern, die von den Regional- und GemeinderĂ€ten auf 6 Jahre gewĂ€hlt werden) und der Nationalversammlung besteht. Die Nationalversammlung hat 120 Abgeordnete, die fĂŒr 5 Jahre gewĂ€hlt werden.

Das aktuelle Rechtssystem umfasst rechtsgeschichtliche Elemente mit UrsprĂŒngen in der französischen Kolonialzeit sowie im traditionellen Stammesrecht.

Einflussreichste Parteien:

  • Parti DĂ©mocratique Gabonais (PDG)
  • Parti Gabonais du ProgrĂšs (PGP)
  • Rassemblement National des BĂ»cherons (RNB)

Menschenrechte

In Gabun arbeiten viele Kinder, die von MenschenhÀndlern aus ihrer Heimat verschleppt wurden, vor allem MÀdchen von 8 bis 15 Jahren aus Togo, Benin und Nigeria.

Die GefĂ€ngnisse sind ĂŒberfĂŒllt und die Haftbedingungen sehr hart. Lebensmittel, hygienische Bedingungen und BelĂŒftung sind mangelhaft. Medizinische Versorgung ist so gut wie nicht vorhanden.

Selbstzensur werde in der Presse hÀufig unternommen, da es nach den Angaben der international tÀtigen Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen im Land sehr hÀufig zu Polizeigewalt gegen Journalisten kommt.

In Gabun entwickelt sich zunehmend eine Zivilgesellschaft. FederfĂŒhrend war unter anderem das Engagement des Aktivisten Marc Ona, welcher 2009 den Goldman Environmental Prize erhielt.

HomosexualitĂ€t ist in Gabun seit 2020 legal. Vorher warnte jedoch noch das AuswĂ€rtige Amt der Bundesrepublik: „Offen vorgetragene Bekenntnisse zur HomosexualitĂ€t“ werden von grĂ¶ĂŸeren Bevölkerungsteilen als „Verstoß gegen die guten Sitten“ betrachtet und wĂŒrden nicht verstanden.

Außenpolitik

2010/11 war das Land ĂŒber einen nicht-stĂ€ndigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York und Genf und bei der UNESCO in Paris vertreten. Weiterhin wurden in der nichtafrikanischen Welt Botschaften in Frankreich, Großbritannien, Italien, USA, Russland, Belgien (BrĂŒssel), Brasilien, Kanada, Saudi-Arabien, China, Libanon, SĂŒdkorea und Japan eingerichtet.

Gabun ist bei der Bundesrepublik Deutschland in Berlin durch die außerordentliche und bevollmĂ€chtigte Botschafterin, Marianne Odette Bibalou Bounda, akkreditiert.

Deutschland wiederum hat in der Hauptstadt Libreville eine Botschaft eingerichtet, die zugleich fĂŒr SĂŁo TomĂ© und PrĂ­ncipe zustĂ€ndig ist, jedoch nicht fĂŒr Rechts- und Konsularaufgaben. Außerordentlicher und bevollmĂ€chtigter Botschafter ist Pascal Richter.

Gabun ist Mitglied der International Cocoa Organization.

MilitÀr

Die StreitkrĂ€fte Gabuns gliedern sich in Armee, Luftwaffe und Marine und verfĂŒgen ĂŒber 5000 Mann. Gabun gab 2017 knapp 2,1 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 299 Millionen US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Verwaltung

Der Staat gliedert sich in neun Provinzen, diese wiederum in 37 Departements.

Daten 1993, 2003, und 2013 basierend auf Zensus, 2020 auf Projektion.

Wirtschaft und Verkehr

Reiche NaturschĂ€tze sowie eine liberale Wirtschaftspolitik begĂŒnstigten die wirtschaftliche Entwicklung Gabuns. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2016 19.056 Dollar (KKP) je Einwohner, was vergleichbar mit dem Einkommensniveau von Argentinien war. Gabun ist somit eines der reichsten LĂ€nder Subsahara-Afrikas. Dennoch leben etwa 80 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Auch wenn Gabun gemĂ€ĂŸ Human Development Index im letzten Jahrzehnt im Bereich mittlerer bis hoher menschlicher Entwicklung lag, lebt etwa ein Drittel der Bevölkerung in extremer Armut. Über 90 % des Bruttoinlandsprodukts wird von nur 10 % der Bevölkerung verbraucht. Die Arbeitslosenquote wird 2015 mit 28 % angegeben und liegt damit sehr hoch. Die meisten BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse sind informeller Natur und UnterbeschĂ€ftigung ist weit verbreitet.

Die wichtigsten Handelspartner sind die Vereinigten Staaten, die Volksrepublik China und Frankreich. Es sind nach Angaben des PrĂ€sidenten Ali Bongo konkrete Projekte zum Ausbau des öffentlichen Verkehrswesens, des ĂŒberregionalen Straßennetzes und zur nachhaltigen Landwirtschaft vorhanden und teilweise bereits in AusfĂŒhrung.

Gabun ist in die regional-staatliche Wirtschafts- und WĂ€hrungsorganisation CEMAC eingebunden, zu der neben Gabun auch Kamerun, Äquatorialguinea, die Republik Kongo, der Tschad und die Zentralafrikanische Republik zĂ€hlen. Die CEMAC ist damit ein rund 55 Millionen Menschen umfassender Wirtschaftsraum. Gabun ist ĂŒber den CFA-Franc BEAC mit einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegte Gabun Platz 108 von 138 LĂ€ndern (Stand 2016–17). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte Gabun 2017 Platz 103 von 180 LĂ€ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

BodenschÀtze

Gabun ist einer der rohstoffreichsten Staaten Afrikas, mit erheblichen Erdölreserven vor der KĂŒste. Dementsprechend zĂ€hlen zu seinen HauptexportgĂŒtern Rohöl und Erdölprodukte, auf die zirka 82 Prozent seiner Export­einnahmen entfallen. Im Landesinneren werden Mangan, Uran, Eisenerze und Gold gefördert. Mangan ist nach Erdöl und Holz das drittwichtigste Exportgut.

Die ehemals großen UranvorrĂ€te bei Franceville (u. a. LagerstĂ€tte um Oklo) sind weitestgehend erschöpft. Es ist das erklĂ€rte Ziel des neuen PrĂ€sidenten, die vorhandenen Einnahmen aus RohstoffverkĂ€ufen verstĂ€rkt fĂŒr die Verbesserung der nationalen Infrastruktur zu verwenden.

Landwirtschaft

Weiterhin gehört Gabun zu den grĂ¶ĂŸten Tropenholz-ExportlĂ€ndern Afrikas – der ausgedehnte Waldbestand ermöglicht die extensive Nutzung zahlreicher Hölzer. Etwa zwei Drittel der LandesflĂ€che sind noch von tropischem Regenwald bedeckt; fĂŒr das Edelholz OkoumĂ© hat Gabun das Weltmonopol. Die nationale Gesetzgebung verlangt allerdings eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes und der Export unbehandelter Hölzer unterliegt Restriktionen. Elf Prozent des Staatsgebietes sind bereits als Reservate ausgewiesen und werden mit UnterstĂŒtzung Frankreichs, der EU und neuerdings auch der USA betreut. Exportiert werden außerdem Kaffee, Kakao, Kautschuk (zur Gummiherstellung), Palmöl, Zucker und ErdnĂŒsse. Es werden etwa 25.000 Tonnen Zucker produziert, von denen der grĂ¶ĂŸte Teil im Land selbst verbleibt. Der Anbau von Grundnahrungsmitteln dient vor allem dem Eigenbedarf im Land, kann diesen jedoch nicht vollstĂ€ndig decken.

Industrie, Energie

Gabuns Industrie besteht zum grĂ¶ĂŸten Teil aus Holz- und Papierindustrie sowie Textil- und Nahrungsmittelindustrie. Drei agrarindustrielle Betriebe wurden bereits privatisiert. Einen Teil der Energie bezieht das Land durch die Wasserkraft, hauptsĂ€chlich im SĂŒden des Landes. 1997 wurde der gabunische Wasser- und Stromversorger SEEG in private Hand ĂŒbergeben.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 3,464 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 2,917 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,8 % des BIP.
Die nationale Staatsverschuldung betrug 2016 62,0 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 4,5 %
  • Bildung: 3,8 % (2000)
  • MilitĂ€r: 3,4 % (2005)

MĂŒnzen

Seit 2012 gibt Gabun jĂ€hrlich die Sammler- und AnlagemĂŒnze Silberunze Afrikanischer Springbock zum Nennwert von 1000 Francs CFA heraus.

Verkehr

Die einzige Eisenbahnstrecke des Landes verbindet den Hafen Owendo und die Hauptstadt Libreville an der AtlantikkĂŒste mit der Stadt Franceville im östlichen Landesinneren.

Das gesamte Straßennetz umfasste 2007 etwa 9170 km, wovon 1097 km asphaltiert sind. Die Straßen werden drei Kategorien zugeordnet, nĂ€mlich Nationalstraßen, Regionalstraßen und Lokalstraßen.

Kultur

Medien

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Gabun Platz 108 von 180 LĂ€ndern. Bei der Situation der Pressefreiheit im Land gibt es laut der Nichtregierungsorganisation „erkennbare Probleme“.

In Gabun befindet sich der Standort des Ă€ltesten panafrikanischen Rundfunksenders – Africa Radio, ehemals: Radio Africa No. 1. Der Sender ist auch fĂŒr die Infrastruktur des Landes von großer Bedeutung, er ermöglicht den Schulbetrieb, unterstĂŒtzt die Verwaltung der durch RegenwĂ€lder und schlechte Straßenverbindungen oft ĂŒber Monate unzugĂ€nglichen Gebiete.

Das Internet wurde 2016 von 10,3 % der Bevölkerung genutzt.

Sport

Die beliebtesten Sportarten in Gabun sind Basketball und Fußball. Gabun trug 2012 (gemeinsam mit Äquatorialguinea) und 2017 die Fußball-Afrikameisterschaft aus. Eine der bekanntesten Personen Gabuns ist der Fußballspieler Pierre-Emerick Aubameyang, der zurzeit beim FC Arsenal unter Vertrag steht.

Gabun nimmt seit 1972 an den Olympischen Spielen teil. Der einzige olympische MedaillentrÀger aus Gabun ist Anthony Obame, der bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London Silber im Taekwondo gewann.

Schnitzkunst

Einige Kulturen Gabuns sind bekannt fĂŒr ihre Schnitzkunst, besonders die Fang, die Kota, die Punu und die Tsogo. Aus dem Gebiet der Kota im Osten des Landes stammt ein spezieller Typ von Reliquiarfiguren, die den Urahn des jeweiligen Klans versinnbildlichen; sie bestehen zumeist aus einem Holzkern, aus dem ein ovales Gesicht, teilweise ohne Mund, skulptiert und dann mit Folie und Lamellen aus Edelmetallen (meist Kupferfolie) beschlagen wird. Über dem Kopf befindet sich oft ein mondsichelförmiger Aufsatz, der Hals ruht auf einem hochkant gestellten Rechteck.

Diese Reliquiarfiguren waren Vorbilder fĂŒr den Maler Pablo Picasso. Er bediente sich des Öfteren dieser Figuren fĂŒr seine Werke. So malte er 1907 eine Reihe von Variationen dieses Motivs.

Weblinks

  • Über Gabun auf WebprĂ€senz Botschaft von Gabun in Deutschland
  • LĂ€nderĂŒbersicht Gabun auf WebprĂ€senz AuswĂ€rtiges Amt
  • CIA World Factbook: Gabun (englisch)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Gabun
  • Gabon profile auf BBC News (englisch)
  • Statistiken ĂŒber Gabun von Tilasto

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
GA.ES Estuaire  
GA.HO Haut-OgoouĂ©  
GA.MO Moyen-OgoouĂ©  
GA.NG NgouniĂ©  
GA.NY Nyanga  
GA.OI OgoouĂ©-Ivindo  
GA.OL OgoouĂ©-Lolo  
GA.OM OgoouĂ©-Maritime  
GA.WN Wouleu-Ntem  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Gabon

Name englisch: Gabon
Hauptstadt: Libreville
Kfz: G
ISO: GA
ISO3: GAB
Fläche: 267667 km²
Tld: .ga
Wärung Einheit: XAF
Währung: Franc
Vorwahl: 241

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 2.3181094
südlichster Punkt: -3.9583722
westlichster Punkt: 8.6990528
östlichster Punkt: 14.5205562


 
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