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Staat Informationen : Gabun

Informationen:


Gabun [√Ȭ°a√čňÜbu√謟n] (franz√∂sisch Gabon) ist ein Staat in Zentralafrika. Er grenzt an Kamerun, √Ąquatorialguinea und die Republik Kongo sowie an den Golf von Guinea. Durch das Land verl√§uft der √Ąquator. Gabun hat rund zwei Millionen Einwohner (Stand 2017). Im Jahr 2019 belegte es im Index der menschlichen Entwicklung (HDI) Rang 115 von 189 L√§ndern und ist somit eines der nur zwei L√§nder in Subsahara-Afrika, die im HDI zu den L√§ndern mit hoher menschlicher Entwicklung z√§hlen. Dank seiner √Ėlvorkommen z√§hlt es zu den wohlhabenderen L√§ndern Afrikas. Seit 1967 wird das Land von der Familie Bongo regiert und gilt vielen internationalen Beobachtern als Diktatur. Nach 42 Jahren √ľbernahm der heutige Pr√§sident Ali-Ben Bongo Ondimba 2009 nach einer umstrittenen Wahl die Herrschaft von seinem Vater Omar Bongo.

Geographie

Gabun liegt an der westlichen Atlantikk√ľste Zentralafrikas, von wo aus es sich in √∂stliche Richtung bis kurz vor das Kongobecken erstreckt. Die K√ľstenl√§nge betr√§gt 885¬†km. Das westliche K√ľstentiefland steigt nach etwa 200 Kilometern stufenf√∂rmig bis zur Niederguineaschwelle im Osten an. Der h√∂chste Berg Gabuns ist bisher nicht festgelegt. Es existieren verschiedene (fehlerhafte) Angaben, die bis zu 500 H√∂henmeter voneinander abweichen. Die h√∂chsten Erhebungen im Nordosten und S√ľden reichen bis knapp √ľber 1000¬†m¬†√ľ.¬†d.¬†M. Mehr als 70 Prozent der Landfl√§che sind von tropischem Regenwald bedeckt.

In einigen Regionen Gabuns findet sich sehr altes Gestein, das bis auf das Proterozoikum (rund 2 Milliarden Jahre vor heute) datiert werden kann. In den entsprechenden Formationen wurden unter anderem Gabonionta, m√∂gliche fr√ľhe Formen mehrzelligen Lebens, und insgesamt 17 nat√ľrliche Kernreaktoren gefunden, deren bekanntester der Naturreaktor Oklo ist.

Hydrologie

Gr√∂√üter Fluss des Landes ist der Ogoou√© (ca. 1200 km), der sich mit seinen zahlreichen Nebenfl√ľssen tief in das Gel√§nde des Hochlands eingeschnitten hat. Etwa ¬ĺ des Landes werden durch sein Einzugsgebiet entw√§ssert. Dar√ľber hinaus gibt es noch den Nyanga und mehrere K√ľstenfl√ľsse.

Flora und Fauna

In der Region Gabuns ist eine hohe biologische Vielfalt zu finden. Nach Sch√§tzungen leben 64.000 Elefanten, 25.000 Gorillas und 35.000 Schimpansen in Gabun. 680 Vogelarten wurden nachgewiesen, sowie 320 Arten von Orchideen. Seltene und teilweise endemische Arten sind Flachlandgorillas, Mandrills, Waldelefanten, Bongo-Antilopen und Buntkopf-Felsh√ľpfer.

Die Landschaften Gabuns reichen von Savanne und K√ľste bis zu dichtem tropischem Regenwald. 2002 wies die Regierung rund 10¬†% der Landfl√§che als Nationalparks aus, was weltweit zu den h√∂chsten Fl√§chenanteilen geh√∂rt. Die 13 Nationalparks werden von der National Agency for National Parks verwaltet und betreut. Touristisch am bekanntesten sind das Reserve de la Lop√©, aber auch der Ivindo Nationalpark oder der Loango-Nationalpark.

Bevölkerung

Gabun geh√∂rt zu den am d√ľnnsten besiedelten L√§ndern Afrikas. Es hat etwa drei Viertel der Fl√§che Deutschlands, aber nur knapp doppelt so viele Einwohner wie K√∂ln. Etwa die H√§lfte der Bev√∂lkerung lebt in und um die drei gr√∂√üten St√§dte: Libreville mit 703.939, Port-Gentil mit 136.462 und Franceville mit 110.568 Einwohnern. Die Landesmitte und der Norden sind weitgehend menschenleer. Der j√§hrliche Bev√∂lkerungszuwachs mit 1,8 Prozent ist f√ľr afrikanische Verh√§ltnisse vergleichsweise niedrig.

Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer liegt bei 4,43 (Stand 2016) und somit weit unter dem afrikanischen Durchschnitt. Frauen haben eine Lebenserwartung von 64,1 und M√§nner von 63,2 Jahren (Stand 2010–2015). 42 Prozent der Bev√∂lkerung sind unter 15 und 3,7 Prozent √ľber 65 Jahre alt. 87 Prozent der Bev√∂lkerung lebt in den St√§dten.

Gabun hatte 2016 den vierthöchsten Index der menschlichen Entwicklung Subsahara-Afrikas (hinter Mauritius, Seychellen und Botswana).

Daten: UN

Volksgruppen

Auf dem Staatsgebiet Gabuns leben etwa 40 verschiedene V√∂lker bzw. ethnische Gruppen; die Mehrheit der Bev√∂lkerung sind Angeh√∂rige von Bantu-V√∂lkern. Davon sind die mit Abstand gr√∂√üte und politisch einflussreichste Volksgruppe die Mpongwe-Fang, die etwa ein Drittel der Gabuner stellen (Mpongwe 31¬†%, Fang 7¬†%). Kleinere Gruppen sind die Mbete (15,5¬†%), die Bapunu (15¬†%, mit der Sprache Punu), die Tsabatis (14¬†%), die Batazis (9,5¬†%) und die Bateke (4¬†%). Au√üerdem gibt es 1,5¬†% Pygm√§en – die im Nordosten und S√ľden lebenden Ureinwohner – sowie ungef√§hr 60.000 Franzosen (meist in den St√§dten). Ausl√§nder – viele davon Angestellte eines multinationalen Erd√∂lkonzerns – spielen eine gro√üe Rolle im Bildungswesen und in der Wirtschaft. Im Jahre 2017 waren 13,8¬†% der Bev√∂lkerung im Ausland geboren.

Sprachen

Die Amtssprache Franz√∂sisch wird von rund 80 Prozent der Gesamtbev√∂lkerung beherrscht, wobei es ein Drittel der Einwohner der Hauptstadt Libreville als Muttersprache spricht. Im Alltag werden √ľberwiegend Bantusprachen gesprochen. Die wichtigste Bantusprache ist das Fang, daneben haben auch das Mbere, das Punu, das Teke und das Njebi Bedeutung. Insgesamt werden 42 Sprachen und Idiome gesprochen.

Religionen

Etwa 65 Prozent der Einwohner bezeichnen sich als Christen (rund 60¬†% als Katholiken und ca. 5¬†% als Anh√§nger verschiedener protestantischer Kirchen). Viele von ihnen pflegen weiterhin bestimmte Formen afrikanischer Religiosit√§t. Ein gro√üer Teil der √ľbrigen Bev√∂lkerung h√§ngt zumeist den traditionellen Volksreligionen, vor allem dem Bwiti, an. Eine Minderheit von rund 12¬†% bekennt sich zum Islam, darunter Pr√§sident Bongo und zahlreiche Ausl√§nder.

Soziales

Bildungswesen

Es besteht offiziell eine zehnjährige allgemeine Schulpflicht. Etwa die Hälfte der Schulen des Landes Gabun sind in konfessioneller oder privater Trägerschaft.

Die Analphabetenquote beträgt allerdings weiterhin etwa 29 %.

Gesundheitswesen

Die Kindersterblichkeit liegt bei 44 pro 1000 Geburten und die M√ľttersterblichkeit bei 291 pro 100.000 Geburten (Stand 2017). 86¬†% der Geburten k√∂nnen medizinisch betreut werden (Stand 2008). Die AIDS-Rate wird je nach Quelle auf zwischen 8,0¬†% und 5,9¬†% gesch√§tzt (siehe auch: HIV/AIDS in Afrika). Die medizinische Versorgung ist oft unzureichend. 2015 waren 7¬†% der Bev√∂lkerung unterern√§hrt, was eine der niedrigsten Raten in Afrika ist.

Lambar√©n√© in Gabun beherbergt das von Albert Schweitzer begr√ľndete und bis zu seinem Tod 1965 von ihm geleitete Urwaldkrankenhaus.

Entwicklung der Lebenserwartung

Quelle: UN

Geschichte

Europäischer Einfluss

Der Name Gabun leitet sich aus dem portugiesischen Wort "Gab√£o" ab und bedeutet "Umhang". Als im 15. Jahrhundert portugiesische Seefahrer die K√ľste des Landes erreichten gaben sie der M√ľndung des Flusses Komo wegen dessen eigent√ľmlicher Form den Namen Gab√£o.

Nach der Besiedlung des Gebietes erlangten die franz√∂sischen Siedler 1839 eine erste Hoheit √ľber das Gebiet. 1854 wurde Gabun mit Gor√©e und anderen franz√∂sischen Siedlungen vereinigt, Gor√©e 1858 in den Senegal wiedereingegliedert. 1888 wurde Gabun Teil von Franz√∂sisch-Kongo und 1910 als selbst√§ndiger Teil von Franz√∂sisch-√Ąquatorialafrika wieder ausgegliedert. Am 8. bis 12. November 1940, als campagne du Gabon bzw.bataille de Libreville bezeichnet, erfolgte die Einnahme von Gabuns Hafen durch Forces fran√ßaises libres (FFL) unter De Gaulle und britischen Verb√§nden. Der bis dahin von Vichy-treuen Truppen gehaltene und nun strategisch bedeutsame Hafen fiel damit an die Alliierten.

Die loi-cadre Defferre wurde 1956 unter franz√∂sischer Verwaltung eingef√ľhrt und damit das allgemeine aktive und passive Frauenwahlrecht.

Als Franz√∂sisch-√Ąquatorialafrika 1958 aufgel√∂st wurde, erlangte Gabun als Gabunische Republik die Autonomie.

Unabhängigkeit und Diktatur Omar Bongos

Am 17. August 1960 erlangte Gabun die Unabh√§ngigkeit von Frankreich unter Pr√§sident L√©on M’ba, dem 1967 nach dessen Tod Omar Bongo nachfolgte. Das Frauenwahlrecht wurde bei der Unabh√§ngigkeit best√§tigt. Die Gr√ľndung der Parti D√©mocratique Gabonais (PDG) erfolgte am 12. M√§rz 1968. Mit dieser Einheitspartei regierte er das Land lange Zeit mit harter Hand. Gabun f√ľhrte in den 1990er Jahren ein Mehrparteiensystem ein und verabschiedete eine neue Verfassung, die eine Reform der Regierungsorganisationen und transparentere Wahlen erm√∂glichte. Die relativ geringzahlige Bev√∂lkerung, die enormen Rohstoffvorkommen und Hilfe von au√üen erm√∂glichten Gabun sich im Laufe der Zeit zu einem florierenden Staat in Afrika zu entwickeln.

Staatspräsident Omar Bongo war der am längsten herrschende Staatschef in Afrika; er starb am 8. Juni 2009 in Barcelona an Herzstillstand.

Seit dem Machtwechsel 2009

Die Senatspräsidentin Rose Francine Rogombé wurde zur Übergangspräsidentin gewählt mit dem Auftrag, innerhalb von 45 Tagen Neuwahlen zu organisieren.

Am 30. August 2009 gewann der Verteidigungsminister Ali Bongo die Wahlen und wurde damit Nachfolger seines Vaters als Staatspr√§sident. Er erreichte mit 140.000¬†Stimmen 41,73¬†% der abgegebenen Stimmen bei 800.000¬†Wahlberechtigten. Auf den fr√ľheren Innenminister Andr√© Mba Obam√© und auf einen weiteren Oppositionskandidaten entfielen je etwa 87.000¬†Stimmen. Am Wahltag kam es in der Hafenstadt Port-Gentil, einer Hochburg der Opposition, lokal zu Krawallen durch Anh√§nger des unterlegenen Kandidaten, in die etwa 600¬†Personen, vorwiegend m√§nnliche Jugendliche, verwickelt waren. Es wurden ein Polizeiposten und ein Gef√§ngnis gest√ľrmt und 300¬†Gefangene befreit. Die Gelegenheit wurde genutzt, um zahlreiche Gesch√§fte, vorwiegend die von libanesischen Immigranten, zu pl√ľndern. Die von den unterlegenen Kandidaten verlangte Neuausz√§hlung der Stimmen ergab keine Ver√§nderung des Wahlergebnisses. Daher wird das Ergebnis von diesen noch immer nicht anerkannt. Da aber sowohl europ√§ische als auch Wahlbeobachter der Afrikanischen Union die Rechtm√§√üigkeit und Richtigkeit dieser Wahlen best√§tigt haben, kam es am 17. Oktober 2009 zur Amtseinf√ľhrung Ali Bongos.

Bei der Pr√§sidentschaftswahl 2016 wurde Bongo knapp mit 49,8 Prozent gegen√ľber 48,23 Prozent f√ľr Jean Ping im Amt best√§tigt.

Seit Oktober 2018 h√§lt sich Bongo wegen einer Krankheit im Ausland auf. Am 7. Januar 2019 fand ein Putschversuch „zur Wiederherstellung der Demokratie“ durch Offiziere der Streitkr√§fte Gabuns statt, der jedoch erfolglos blieb.

Politik

System

Nach der Verfassung vom 28. M√§rz 1991 ist Gabun eine pr√§sidiale Republik mit einem Mehrparteiensystem. Der Pr√§sident ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte und wird f√ľr 7 Jahre vom Volk direkt gew√§hlt und kann nach einer Verfassungs√§nderung von 2003 unbegrenzt wiedergew√§hlt werden. Vollziehendes Organ ist die Regierung unter Vorsitz des Premierministers (wird vom Pr√§sidenten ernannt). Der Pr√§sident √ľbt gemeinsam mit ihm und dem Regierungskabinett, das dem Pr√§sidenten verantwortlich ist, die Exekutivgewalt aus. Die Legislative hingegen liegt beim Zweikammerparlament, das aus dem Senat (mit 91 Mitgliedern, die von den Regional- und Gemeinder√§ten auf 6 Jahre gew√§hlt werden) und der Nationalversammlung besteht. Die Nationalversammlung hat 120 Abgeordnete, die f√ľr 5 Jahre gew√§hlt werden.

Im Demokratieindex 2019 der britischen Zeitschrift The Economist belegt Gabun Platz 121 von 167 L√§ndern und geh√∂rt damit zu den autorit√§r regierten Staaten. Im L√§nderbericht Freedom in the World 2017 der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Freedom House wird das politische System des Landes als „nicht frei“ bewertet.

Das aktuelle Rechtssystem umfasst rechtsgeschichtliche Elemente mit Urspr√ľngen in der franz√∂sischen Kolonialzeit sowie im traditionellen Stammesrecht.

Einflussreichste Parteien:

  • Parti D√©mocratique Gabonais (PDG)
  • Parti Gabonais du Progr√®s (PGP)
  • Rassemblement National des B√Ľcherons (RNB)

Menschenrechte

In Gabun arbeiten viele Kinder, die von Menschenhändlern aus ihrer Heimat verschleppt wurden, vor allem Mädchen von 8 bis 15 Jahren aus Togo, Benin und Nigeria.

Die Gef√§ngnisse sind √ľberf√ľllt und die Haftbedingungen sehr hart. Lebensmittel, hygienische Bedingungen und Bel√ľftung sind mangelhaft. Medizinische Versorgung ist so gut wie nicht vorhanden.

Selbstzensur werde in der Presse häufig unternommen, da es nach den Angaben der international tätigen Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen im Land sehr häufig zu Polizeigewalt gegen Journalisten kommt.

In Gabun entwickelt sich zunehmend eine Zivilgesellschaft. Federf√ľhrend war unter anderem das Engagement des Aktivisten Marc Ona, welcher 2009 den Goldman Environmental Prize erhielt.

Homosexualit√§t ist in Gabun illegal, vielfach wird sie als Krankheit betrachtet. „Offen vorgetragene Bekenntnisse zur Homosexualit√§t“ werden von gr√∂√üeren Bev√∂lkerungsteilen als „Versto√ü gegen die guten Sitten“ betrachtet und w√ľrden nicht verstanden, so das Ausw√§rtige Amt der Bundesrepublik Deutschland.

Außenpolitik

2010/11 war das Land √ľber einen nicht-st√§ndigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York und Genf und bei der UNESCO in Paris vertreten. Weiterhin wurden in der nichtafrikanischen Welt Botschaften in Frankreich, Gro√übritannien, Italien, USA, Russland, Belgien (Br√ľssel), Brasilien, Kanada, Saudi-Arabien, China, Libanon, S√ľdkorea und Japan eingerichtet.

Gabun ist bei der Bundesrepublik Deutschland in Berlin durch die außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin, Marianne Odette Bibalou Bounda, akkreditiert.

Deutschland wiederum hat in der Hauptstadt Libreville eine Botschaft eingerichtet, die zugleich f√ľr S√£o Tom√© und Pr√≠ncipe zust√§ndig ist, jedoch nicht f√ľr Rechts- und Konsularaufgaben. Au√üerordentlicher und bevollm√§chtigter Botschafter ist Pascal Richter.

Gabun ist Mitglied der International Cocoa Organization.

Militär

Die Streitkr√§fte Gabuns gliedern sich in Armee, Luftwaffe und Marine und verf√ľgen √ľber 5000 Mann. Gabun gab 2017 knapp 2,1 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 299 Millionen US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Verwaltung

Der Staat gliedert sich in neun Provinzen, diese wiederum in 37 Departements.

Die größten Städte sind (Stand 2013): Libreville 703.939 Einwohner, Port-Gentil 136.462 Einwohner, Franceville 110.568 Einwohner, Owendo 79.300 Einwohner, Oyem 60.685 Einwohner und Moanda 59.154 Einwohner.

Quelle: Direction Générale des Statistiques du Gabon

Verkehr

Die einzige Eisenbahn­strecke des Landes verbindet die Hauptstadt Libreville mit der Stadt Franceville im Landesinneren.

Das gesamte Straßennetz umfasste 2007 etwa 9170 km, wovon 1097 km asphaltiert sind. Daneben ist das Land von einem Fernstraßen­netz durchzogen, dessen Straßen drei Kategorien zugeordnet werden, nämlich den Nationalstraßen, den Regionalstraßen und den Lokalstraßen.

Wirtschaft

Reiche Natursch√§tze sowie eine liberale Wirtschaftspolitik beg√ľnstigten die wirtschaftliche Entwicklung Gabuns. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2016 19.056 Dollar (KKP) je Einwohner, was vergleichbar mit dem Einkommensniveau von Argentinien war. Gabun ist somit eines der reichsten L√§nder Subsahara-Afrikas. Dennoch leben etwa 80 Prozent der Bev√∂lkerung unterhalb der Armutsgrenze. Etwa ein Drittel der Bev√∂lkerung lebt in extremer Armut und beim Index der menschlichen Entwicklung rangierte das Land 2016 auf Platz 109 von 188 L√§ndern. √úber 90¬†% des Bruttoinlandsprodukts wird von nur 10¬†% der Bev√∂lkerung verbraucht. Die Arbeitslosenrate wird 2015 mit 28¬†% angegeben und liegt damit sehr hoch. Die meisten Besch√§ftigungsverh√§ltnisse sind informeller Natur und Unterbesch√§ftigung ist weit verbreitet.

Die wichtigsten Handelspartner sind die Vereinigten Staaten, China und Frankreich. Es sind nach Angaben des Pr√§sidenten Ali Bongo konkrete Projekte zum Ausbau des √∂ffentlichen Verkehrswesens, des √ľberregionalen Stra√üennetzes und zur nachhaltigen Landwirtschaft vorhanden und teilweise bereits in Ausf√ľhrung.

Gabun ist in die regional-staatliche Wirtschafts- und W√§hrungsorganisation CEMAC eingebunden, zu der neben Gabun auch Kamerun, √Ąquatorialguinea, die Republik Kongo, der Tschad und die Zentralafrikanische Republik z√§hlen. Die CEMAC ist damit ein rund 55 Millionen Menschen umfassender Wirtschaftsraum. Gabun ist √ľber den CFA-Franc BEAC mit einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden.

Im Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) der Transparency International belegte das Land gemeinsam mit Peru, Philippinen, Niger, Trinidad und Tobago, Thailand und Osttimor Platz 101 von 176 Ländern (Stand 2016).

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegte Gabun Platz 108 von 138 L√§ndern (Stand 2016–17). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte Gabun 2017 Platz 103 von 180 L√§ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Bodenschätze

Gabun ist einer der rohstoffreichsten Staaten Afrikas, mit erheblichen Erd√∂lreserven vor der K√ľste. Dementsprechend z√§hlen zu seinen Hauptexportg√ľtern Roh√∂l und Erd√∂lprodukte, auf die zirka 82 Prozent seiner Export¬≠einnahmen entfallen. Im Landesinneren werden Mangan, Uran, Eisenerze und Gold gef√∂rdert. Mangan ist nach Erd√∂l und Holz das drittwichtigste Exportgut.

Die ehemals gro√üen Uranvorr√§te bei Franceville (u.¬†a. Lagerst√§tte um Oklo) sind weitestgehend ersch√∂pft. Es ist das erkl√§rte Ziel des neuen Pr√§sidenten, die vorhandenen Einnahmen aus Rohstoffverk√§ufen verst√§rkt f√ľr die Verbesserung der nationalen Infrastruktur zu verwenden.

Landwirtschaft

Weiterhin geh√∂rt Gabun zu den gr√∂√üten Tropenholz-Exportl√§ndern Afrikas – der ausgedehnte Waldbestand erm√∂glicht die extensive Nutzung zahlreicher H√∂lzer. Etwa zwei Drittel der Landesfl√§che sind noch von tropischem Regenwald bedeckt; f√ľr das Edelholz Okoum√© hat Gabun das Weltmonopol. Die nationale Gesetzgebung verlangt allerdings eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes und der Export unbehandelter H√∂lzer unterliegt Restriktionen. Elf Prozent des Staatsgebietes sind bereits als Reservate ausgewiesen und werden mit Unterst√ľtzung Frankreichs, der EU und neuerdings auch der USA betreut. Exportiert werden au√üerdem Kaffee, Kakao, Kautschuk (zur Gummiherstellung), Palm√∂l, Zucker und Erdn√ľsse. Es werden etwa 25.000 Tonnen Zucker produziert, von denen der gr√∂√üte Teil im Land selbst verbleibt. Der Anbau von Grundnahrungsmitteln dient vor allem dem Eigenbedarf im Land, kann diesen jedoch nicht vollst√§ndig decken.

Industrie, Energie

Gabuns Industrie besteht zum gr√∂√üten Teil aus Holz- und Papierindustrie sowie Textil- und Nahrungsmittelindustrie. Drei agrarindustrielle Betriebe wurden bereits privatisiert. Einen Teil der Energie bezieht das Land durch die Wasserkraft, haupts√§chlich im S√ľden des Landes. 1997 wurde der gabunische Wasser- und Stromversorger SEEG in private Hand √ľbergeben.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 3,464 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 2,917 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 3,8¬†% des BIP.
Die nationale Staatsverschuldung betrug 2016 62,0 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 4,5¬†%
  • Bildung: 3,8¬†% (2000)
  • Milit√§r: 3,4¬†% (2005)

M√ľnzen

Seit 2012 gibt Gabun j√§hrlich die Sammler- und Anlagem√ľnze Silberunze Afrikanischer Springbock zum Nennwert von 1000 Francs CFA heraus.

Kultur

Medien

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Gabun Platz 108 von 180 L√§ndern. Bei der Situation der Pressefreiheit im Land gibt es laut der Nichtregierungsorganisation „erkennbare Probleme“.

In Gabun befindet sich der Standort des √§ltesten panafrikanischen Rundfunksenders – Radio Africa No. 1. Der Sender ist auch f√ľr die Infrastruktur des Landes von gro√üer Bedeutung, er erm√∂glicht den Schulbetrieb, unterst√ľtzt die Verwaltung der durch Regenw√§lder und schlechte Stra√üenverbindungen oft √ľber Monate unzug√§nglichen Gebiete.

Das Internet wurde 2016 von 10,3 % der Bevölkerung genutzt.

Sport

Die beliebtesten Sportarten in Gabun sind Basketball und Fu√üball. Gabun trug 2012 (gemeinsam mit √Ąquatorialguinea) und 2017 die Fu√üball-Afrikameisterschaft aus. Eine der bekanntesten Personen Gabuns ist der Fu√üballspieler Pierre-Emerick Aubameyang, der zurzeit beim FC Arsenal unter Vertrag steht.

Gabun nimmt seit 1972 an den Olympischen Spielen teil. Der einzige olympische Medaillenträger aus Gabun ist Anthony Obame, der bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London Silber im Taekwondo gewann.

Schnitzkunst

Einige Kulturen Gabuns sind bekannt f√ľr ihre Schnitzkunst, besonders die Fang, die Kota, die Punu und die Tsogo. Aus dem Gebiet der Kota im Osten des Landes stammt ein spezieller Typ von Reliquiarfiguren, die den Urahn des jeweiligen Klans versinnbildlichen; sie bestehen zumeist aus einem Holzkern, aus dem ein ovales Gesicht, teilweise ohne Mund, skulptiert und dann mit Folie und Lamellen aus Edelmetallen (meist Kupferfolie) beschlagen wird. √úber dem Kopf befindet sich oft ein mondsichelf√∂rmiger Aufsatz, der Hals ruht auf einem hochkant gestellten Rechteck.

Diese Reliquiarfiguren waren Vorbilder f√ľr den Maler Pablo Picasso. Er bediente sich des √Ėfteren dieser Figuren f√ľr seine Werke. So malte er 1907 eine Reihe von Variationen dieses Motivs.

Weblinks

  • √úber Gabun auf Webpr√§senz Botschaft von Gabun in Deutschland
  • L√§nder√ľbersicht Gabun auf Webpr√§senz Ausw√§rtiges Amt
  • CIA World Factbook: Gabun (englisch)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Gabun
  • Gabon profile auf BBC News (englisch)
  • Statistiken √ľber Gabun von Factfish

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
GA.ES Estuaire  
GA.HO Haut-Ogooué  
GA.MO Moyen-Ogooué  
GA.NG Ngounié  
GA.NY Nyanga  
GA.OI Ogooué-Ivindo  
GA.OL Ogooué-Lolo  
GA.OM Ogooué-Maritime  
GA.WN Wouleu-Ntem  
 

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Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Gabon

Name englisch: Gabon
Hauptstadt: Libreville
Kfz: G
ISO: GA
ISO3: GAB
Fläche: 267667 km²
Tld: .ga
Wärung Einheit: XAF
Währung: Franc
Vorwahl: 241

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 2.3181094
südlichster Punkt: -3.9583722
westlichster Punkt: 8.6990528
östlichster Punkt: 14.5205562


 
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