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Staat Informationen : Zentralafrikanische Republik

Informationen:


Die Zentralafrikanische Republik (sango KödörösĂȘse tĂź BĂȘafrĂźka, französisch RĂ©publique Centrafricaine) ist ein Binnenstaat in Zentralafrika. Sie grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an den Tschad, den Sudan, den SĂŒdsudan, die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Kamerun. Die Hauptstadt ist Bangui.

Die Zentralafrikanische Republik ist ein stark unterentwickelter und instabiler Staat. Das Land war 2016, gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, das Ă€rmste der Welt. Die Bevölkerung des Landes gilt als die am ungesĂŒndesten lebende und diejenige mit der niedrigsten Lebenserwartung weltweit.

Geographie

Das Land liegt hauptsĂ€chlich auf dem Plateau der NordĂ€quatorialschwelle, welche im Durchschnitt eine Höhe von 600 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel hat. Im Norden des Landes liegen 216.000 kmÂČ im Tschadbecken. Das Bongo-Massiv an der Grenze zum Sudan erhebt sich bis zu einer Höhe von 1330 m, im YadĂ©-Massiv (östlichster Bereich des Hochlandes von Adamaua) entlang der Grenze zu Kamerun liegt der Ngaoui, mit 1420 m höchster Berg des Landes.

Klima

Das Klima entspricht grĂ¶ĂŸtenteils dem der wechselfeuchten Tropen und im SĂŒden der immerfeuchten Tropen. Das heißt, es gibt eine feuchte und eine trockene Jahreszeit. Im Norden, an der Grenze zur Trockensavanne, ist die Regenzeit rund vier Monate lang, wĂ€hrend sie sich im SĂŒden ĂŒber acht bis zehn Monate erstreckt. Im Norden ist es vor allem in der Trockenzeit enorm heiß, teilweise bis 40 °C. Nachts hingegen kĂŒhlt es teilweise auf unter 10 °C ab. In der Hauptstadt sind die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede wegen der NĂ€he zum tropischen Regenwald hingegen gering.

Hydrologie

Praktisch der gesamte Niederschlag in dem Land entwĂ€ssert entweder ĂŒber den Schari in das Tschadbecken oder ĂŒber den Sangha und den Ubangi in den Kongo. Nur im Ă€ußersten Westen der Zentralafrikanischen Republik liegen kleine Bereiche des Einzugsgebietes des Grenzflusses Lom, der ĂŒber den Sanaga in den Golf von Guinea entwĂ€ssert. Die Grenze zum SĂŒdsudan ist, abgesehen von kleinen UnschĂ€rfen, nahezu deckungsgleich mit den Einzugsgebietsgrenzen des Ubangi und des Nils. Hier befindet sich auch der Hauptwasserscheidepunkt Afrikas (etwa 9° 8â€Č 23,3″ N, 23° 28â€Č 5,9″ O)

Flora und Fauna

Der dichte tropische Regenwald im SĂŒden ist eine der letzten ZufluchtsstĂ€tten fĂŒr Flachlandgorillas und Waldelefanten. Hier liegt auch das Dzanga-Sangha-Schutzgebiet, in dem beide Arten geschĂŒtzt sind. Der grĂ¶ĂŸte Teil des Landes besteht aber aus Baumsavanne (Feuchtsavanne) und lichtem Wald, die im Norden allmĂ€hlich in die baumĂ€rmere Trockensavanne ĂŒbergehen. Zum Tierbestand zĂ€hlen Elefanten, Affen, Antilopen, BĂŒffel, seltene Vögel sowie Warane und Flusspferde in den GewĂ€ssern.

Bevölkerung

Mit durchschnittlich 4,6 Kindern pro Frau (2019) hat die Zentralafrikanische Republik eine hohe FertilitĂ€tsrate, wenngleich diese seit den 1990er Jahren rĂŒcklĂ€ufig ist. Diese hohe Rate ist unter anderem auch dadurch bedingt, dass nur 29 % der verheirateten Frauen moderne VerhĂŒtungsmittel zur VerfĂŒgung stehen – Tendenz steigend. 43,9 % der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt, weniger als 3 % der Bevölkerung Ă€lter als 65. Das Medianalter betrug 2020 geschĂ€tzt 17,6 Jahre. Die Lebenserwartung lag 2019 bei nur 53,3 Jahren. Die Lebenserwartung in der Zentralafrikanischen Republik war damit die niedrigste der Welt.

WĂ€hrend die Regenwaldgebiete und die Trockensavanne fast menschenleer sind, was auch zu einer niedrigen Bevölkerungsdichte von 8,8 Einwohner pro kmÂČ fĂŒhrt, siedelt der grĂ¶ĂŸte Teil der Bevölkerung entlang der wichtigsten Wasserwege des Landes.

FĂŒr das Jahr 2050 prognostiziert die UN eine Einwohnerzahl von 8,4 Millionen.

Volksgruppen

Die ursprĂŒngliche Bevölkerungsgruppe, die PygmĂ€en, zĂ€hlt heute wenige Angehörige und lebt nur noch in den sĂŒdwestlichen RegenwĂ€ldern. Die als Bewohner der sĂŒdlichen Flusslandschaften lebenden Bantuvölker der Ngala-Gruppe bilden ebenfalls eine Minderheit: Von ihnen sind die Yakoma mit 4 % Anteil an der Bevölkerung das grĂ¶ĂŸte Volk, daneben gibt es auch die Mbaka mit ebenfalls 4 %, Lissongo, Bamda und Banziri.

Hinzu kommen im Norden sahelo-sudanische Völker – zumeist Savannenbewohner, von denen die Baya mit 33 % der Bevölkerung die grĂ¶ĂŸte Volksgruppe des Landes stellen, neben den Banda mit 27 %. Weiterhin sind unter den sahelosudanischen Völkern die Mandschia mit 13 %, die Sara mit 10 %, die Mboum mit 7 % und die Ngbandi stĂ€rker vertreten.

Ferner gibt es Niloten – vor allem Runga – sowie im Osten Azande-Völker. Einige Tausend EuropĂ€er, zumeist Franzosen, leben in den StĂ€dten. Im Jahr 2017 waren 1,9 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Sprachen

Die Amtssprachen sind Sango (seit 1991) und Französisch (seit der UnabhĂ€ngigkeit). DarĂŒber hinaus werden zahlreiche weitere indigene Sprachen gesprochen, vor allem Ubangi-Sprachen, zu denen auch das Sango gehört. Sango hat zudem auch den Status einer Nationalsprache. Insgesamt werden 72 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

Religionen

GemĂ€ĂŸ der VolkszĂ€hlung 2003 sind nur noch rund 9,6 % der Einwohner offiziell AnhĂ€nger der indigenen Glaubensrichtungen. Christen bilden etwa 80 % der Bevölkerung. Der sunnitische Islam wird von etwa 10 % der Bevölkerung praktiziert (mit zunehmender Tendenz) und ist vor allem im Nordosten bis Norden, in geringerem Maße auch im Nordwesten sowie durch Binnenvertreibung in weiteren Regionen des Landes verbreitet. Weitere 10 % sind Animisten.

Seit der Kolonialzeit agieren viele Missionarsgruppen im Land, vor allem Lutheraner und Katholiken, aber auch Baptisten, Grace Brethren und Zeugen Jehovas. WĂ€hrend diese Missionare anfangs vorherrschend aus Frankreich, den Vereinigten Staaten, Italien und Spanien kamen, stammen viele Missionare inzwischen auch aus Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und anderen Subsahara-Staaten. Viele westliche Missionare verließen das Land in den Jahren 2002/2003 aufgrund von KĂ€mpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen.

Bildung

Trotz Schulpflicht liegt die Analphabetenrate noch bei fast 75 %. Die Schulbildung ist zwar kostenlos, aber immer noch nur einer kleinen Minderheit zugÀnglich. Seit 1969 besteht die UniversitÀt Bangui. 2008 kam die internationale Euclid-UniversitÀt hinzu.

Gesundheit

Das Gesundheitswesen ist der Schlafkrankheit, Malaria, der Lepra, AIDS und anderen Krankheiten nicht gewachsen. Ein hoher Anteil der Bevölkerung ist HIV-infiziert. Je nach Quelle wird von einer PrÀvalenz von 6,3 % bis 13,5 % ausgegangen. Eine soziale Versorgung gibt es kaum.

Nur 54 % der Geburten können medizinisch betreut werden. Die SÀuglingssterblichkeit liegt bei 79 pro 1000 Geburten, die Kindersterblichkeit bei 117 pro 1000 Geburten.

Beim Welthunger-Index 2019 belegte die Zentralafrikanische Republik den letzten Platz. Sie ist das einzige Land der Welt, in dem die Lage als „gravierend“ eingeschĂ€tzt wurde. Im Zeitraum 2016–18 galten fast 60 % der Bevölkerung als unterernĂ€hrt.

Die weltweite COVID-19-Pandemie trat in der Zentralafrikanischen Republik erstmals im MĂ€rz 2020 auf.

Siehe auch: COVID-19-Pandemie in der Zentralafrikanischen Republik

Geschichte

Nach dem vom Sudan aus betriebenen Sklavenhandel siedelten hier spĂ€ter Bantu und Azande. Letztere grĂŒndeten die Sultanate RafaĂŻ und Bang Assou.

Das Gebiet der heutigen Zentralafrikanischen Republik deckt sich weitgehend mit dem ehemaligen Ubangi-Schari, Teil von Französisch-Äquatorialafrika. Am 25. April 1946 wurde von der Konstituierenden Nationalversammlung Frankreichs die Loi Lamine GuĂšye verabschiedet, nach der ab dem 1. Juni 1946 alle Bewohner der ĂŒberseeischen Gebiete einschließlich Algeriens denselben BĂŒrgerstatus wie Franzosen in Frankreich oder den ĂŒberseeischen Gebieten hatten. Damit war das Frauenwahlrecht Gesetz. Bei den Wahlen zur Französischen Nationalversammlung sowie fĂŒr alle örtlichen Wahlen in ganz Afrika außer Senegal galt bis 1956 ein Zweiklassenwahlrecht. 1956 wurde, noch unter französischer Verwaltung, die loi-cadre Defferre und damit das allgemeine Wahlrecht eingefĂŒhrt.

Das Land erlangte im „Afrikanischen Jahr“ 1960 seine volle UnabhĂ€ngigkeit von der französischen Kolonialherrschaft. BarthĂ©lemy Boganda wurde bereits vor UnabhĂ€ngigkeit Ende 1958 zum Premierminister ernannt, verunglĂŒckte aber 1959 bei einem Flugzeugabsturz. David Dacko wurde 1960 zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. FĂŒr die BestĂ€tigung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts nach der UnabhĂ€ngigkeit nennen mehrere Quellen 1986, eine abweichende Quelle 1960.

1966 setzte Jean-BĂ©del Bokassa Dacko durch einen Putsch ab und verwandelte 1976 bis 1979 das Land in eine Monarchie, das Zentralafrikanische Kaiserreich, das er als Kaiser despotisch regierte. 1979 wurde Bokassa von GĂ©nĂ©ral AndrĂ© Kolingba abgesetzt, der als PrĂ€sident bis 1993 regierte. 1991 wurden politische Parteien wieder zugelassen. Bei freien Wahlen verlor Kolingba 1993 gegen Ange-FĂ©lix PatassĂ©, der am 19. September 1993 neuer PrĂ€sident wurde. Seitdem gab es verschiedene Versuche, zur Demokratie zurĂŒckzukehren, aber bis 1997 auch MilitĂ€rrevolten, UmstĂŒrze und Umsturzversuche, an denen zum Teil die frĂŒhere Kolonialmacht Frankreich beteiligt war.

PatassĂ© wurde nach zwischenzeitlichen UmstĂŒrzen am 22. Oktober 1999 wiedergewĂ€hlt und am 15. MĂ€rz 2003 durch François BozizĂ© gestĂŒrzt. Die PrĂ€sidentschaftswahlen 2005 gewann BozizĂ© im zweiten Wahlgang am 24. Mai 2005 mit 64,6 % der registrierten Stimmen. Seit Mitte 2006 litt der Norden des Landes unter KĂ€mpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Nach Angaben der humanitĂ€ren Organisationen im Land waren Millionen Menschen von den gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen. Mehr als 212.000 Menschen waren aus ihren Dörfern geflĂŒchtet. 78.000 FlĂŒchtlinge hatten das Land verlassen. Die bewaffneten Konflikte im Tschad und in Darfur (→ Darfur-Konflikt) begannen auf die Zentralafrikanische Republik ĂŒberzugreifen. Die Regierung wurde beim Kampf gegen Rebellen von der ehemaligen französischen Kolonialmacht unterstĂŒtzt.

Ab Dezember 2012 kam es zu schweren Gefechten der Regierung mit den islamisch dominierten Rebellenkoalition der SĂ©lĂ©ka, die USA zogen aus Angst vor Übergriffen ihren Botschafter zurĂŒck, Frankreich lehnte eine Intervention ohne UN-Mandat ab. Am 24. MĂ€rz 2013 nahm die SĂ©lĂ©ka den PrĂ€sidentenpalast in der Hauptstadt Bangui ein und ĂŒbernahm die Macht; PrĂ€sident François BozizĂ© floh ins Ausland. Der RebellenfĂŒhrer Michel Djotodia ließ sich zum PrĂ€sidenten kĂŒren und löste die SĂ©lĂ©ka auf, trotzdem kam es zunehmend zu GewalttĂ€tigkeiten zwischen KĂ€mpfern der ehemaligen Rebellen und den AnhĂ€ngern BozizĂ©s sowie gegen Zivilisten. Nach Zustimmung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen am 5. Dezember 2013 wurde der französische MilitĂ€reinsatz ausgeweitet; PrĂ€sident Djotodia und Premierminister Nicolas Tiangaye traten am 10. Januar 2014 zurĂŒck. Catherine Samba-Panza wurde zur InterimsprĂ€sidentin ernannt, eine neue Verfassung trat in Kraft, 2016 fanden wieder Wahlen statt.

Am 14. Dezember 2015 rief die SĂ©lĂ©ka im Norden des Landes die Republik Dar El Kuti aus. Man wolle zuerst nur Autonomie, strebe aber fĂŒr die Zukunft die völlige UnabhĂ€ngigkeit an.

Politik

Politisches System

Nach der Verfassung von 2015 ist die Zentralafrikanische Republik eine prĂ€sidentielle Republik mit Mehrparteiensystem. Der PrĂ€sident wird fĂŒr fĂŒnf Jahre vom Volk direkt gewĂ€hlt (zuvor sechs Jahre) und kann einmal wiedergewĂ€hlt werden. Als Staatsoberhaupt ist er Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte und hat die Befugnis, den Premierminister und Kabinettsmitglieder zu ernennen und zu entlassen.

Bei den Wahlen im Februar 2016 setzte sich der ehemalige Premierminister Faustin-Archange Touadéra mit 62,7 % im zweiten Wahlgang durch, nachdem er im ersten Wahlgang im Dezember 2015 noch mit 19 % hinter seinem Konkurrenten Anicet Georges Dologuélé lag. Im Dezember 2020 wurde Touadéra bereits im ersten Wahlgang mit 53,9 % wiedergewÀhlt. Aufgrund der Corona-Pandemie versuchte die Regierung durch eine VerfassungsÀnderung die Amtszeit des PrÀsidenten zu verlÀngern, was jedoch vom Verfassungsgericht abgelehnt wurde.

Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung der Zentralafrikanischen Republik mit 140 Abgeordneten, die zeitgleich mit dem PrĂ€sidenten fĂŒr fĂŒnf Jahre vom Volk direkt gewĂ€hlt werden. Die Abgeordneten werden nach absoluter Mehrheitswahl mit eventueller Stichwahl in Einpersonenwahlkreisen gewĂ€hlt. Laut Verfassung soll es ein Zweikammerparlament geben, jedoch wurde der vorgesehene Senat bisher nicht etabliert.

Nach den Wahlen von 2016 gingen die meisten Sitze im Parlament an UnabhĂ€ngige, keine Partei konnte mehr als 10 % der 140 Sitze gewinnen. Die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten Parteien im Parlament sind:

  • Union pour le renouveau centrafricain (URCA), 13 Sitze
  • Union nationale pour la dĂ©mocratie et le progrĂšs (UNDP), 13 Sitze
  • Rassemblement DĂ©mocratique Centralafricain (RDC), 10 Sitze
  • Mouvement pour la LibĂ©ration du Peuple Centrafricain (MLPC), 9 Sitze
  • Nationale Konvergenz „Kwa Na Kwa“, 7 Sitze

Aus der PrÀsidentschaftswahl in der Zentralafrikanischen Republik 2020/21 ging Faustin-Archange Touadéra mit 53,92 der abgegebenen Stimmen als Sieger hervor.

Seit Beginn der Untersuchungen 2006 lag das Land kontinuierlich auf einem der letzten PlĂ€tze und erreichte nie einen Wert von ĂŒber 2 von 10 Punkten. Die Medien unterliegen einer staatlichen Zensur.

Verwaltungsgliederung

Der Staat gliedert sich in 14 PrÀfekturen, zwei WirtschaftsprÀfekturen (Préfectures économiques) und eine autonome Stadt (Commune autonome):

MilitÀr

Die Forces ArmĂ©es Centrafricaines (FACA) gliederten sich im Jahr 2020 in Heer (ca. 9.000 Mann), LuftstreitkrĂ€fte (Force AĂ©rienne Centrafricaine, 150 Mann) und Gendarmerie (ca. 1000 Mann). FĂŒr junge MĂ€nner besteht eine Wehrpflicht von zwei Jahren, aber nur ein geringer Teil eines Jahrgangs wird eingezogen. Die Zentralafrikanische Republik gab 2020 knapp 1,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 40,6 Millionen US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Russische SpezialkrĂ€fte der Gruppe Wagner waren im FrĂŒhjahr 2018 anwesend; es wurde ein Zusammenhang mit Rohstoffen hergestellt (Mangan aus dem Sudan).

Menschenrechte

Im Allgemeinen werden die BemĂŒhungen der Regierung zur Einhaltung der Menschenrechte als sehr gering eingestuft. Bewaffnete Gruppen töten, schlagen und vergewaltigen Zivilisten und plĂŒndern und brennen Dörfer im Norden des Landes nieder. Die lokale Bevölkerung wird von den bewaffneten Gruppen erpresst, bedroht und misshandelt. Berichten zufolge sind auch 12-jĂ€hrige Kinder Mitglieder dieser bewaffneten Gruppen.

Die Lage der Presse- und Meinungsfreiheit wird als kritisch beurteilt. Journalisten werden eingeschĂŒchtert, bedroht und festgenommen. Die Haftbedingungen sind sehr hart.

Zahlreiche Zivilisten wurden 2009 wĂ€hrend kriegerischer Auseinandersetzungen von KĂ€mpfern verletzt oder ermordet. Angehörige der SicherheitskrĂ€fte, die Menschenrechtsverletzungen begangen hatten, blieben straffrei. Durch die allgemein kritische Sicherheitslage war es fĂŒr Menschenrechtsgruppen und humanitĂ€re Hilfsorganisationen Ă€ußerst schwierig, die genaue Zahl der Verletzten und Getöteten zu bestimmen. Der Amnesty Report 2010 von Amnesty International gibt an, dass der Glaube an Hexerei weit verbreitet sei. Der Hexerei verdĂ€chtigte Menschen wĂŒrden demnach hĂ€ufig gefoltert, auf andere Weise grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung ausgesetzt und in einigen FĂ€llen sogar umgebracht.

Laut dem Kinderhilfswerk UNICEF mussten zwischen 1999 und 2007 ca. 47 % der Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren Kinderarbeit verrichten. Wegen der ImmunschwĂ€chekrankheit AIDS gibt es schĂ€tzungsweise 100.000 Aids-Waisen im Land, die grĂ¶ĂŸtenteils selbst fĂŒr ihren Lebensunterhalt aufkommen mĂŒssen. Aufgrund der großen Armut sind zudem viele Familien auf das Einkommen der Kinder angewiesen. Die Zentralafrikanische Republik ist sowohl Ausgangs- als auch Zielland von Kinderhandel. UNICEF unterhĂ€lt ein Projekt zur Reintegrierung ehemaliger Kindersoldaten zurĂŒck in die Gesellschaft.

Das Strafgesetzbuch kriminalisiert homosexuelles Verhalten. Auf das „öffentliche Zeigen der Liebe“ zwischen Personen des gleichen Geschlechts steht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe zwischen 150.000 und 600.000 CFA-Francs (230 bis 900 Euro). Jedoch gibt es keine Anhaltspunkte fĂŒr entsprechende polizeiliche Verfolgungen.

Wirtschaft

Wirtschaftsstruktur

Die Binnenlage, eine unzureichende Verkehrsinfrastruktur und Mangel an qualifizierten ArbeitskrÀften erschwerten die wirtschaftliche Entwicklung des Landes bereits wÀhrend der Kolonialzeit. Mit der UnabhÀngigkeit kamen noch Korruption und politische InstabilitÀt hinzu.

60 % der Bevölkerung leben bis heute auf dem Land, daher ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig. Obwohl nur gut drei Prozent des Staatsgebietes landwirtschaftlich genutzt werden, trĂ€gt der Agrarsektor zu mehr als der HĂ€lfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei. Subsistenzwirtschaft ist weit verbreitet. Angebaut werden etwa Yams, Maniok, Hirse und Mais fĂŒr den Eigenbedarf und Baumwolle, Kaffee und Tabak fĂŒr den Export. Holz und Diamanten stellen die wichtigsten ExportgĂŒter dar, die zusammen zwei Drittel des Exports ausmachen. Die Zentralafrikanische Republik ist auf Nahrungsmittelimporte angewiesen.

Die Industrie des Landes ist kaum entwickelt und trĂ€gt zu etwa 15 % des BIP bei. Hergestellt werden, neben der Verarbeitung von Holz und Diamanten, einfache KonsumgĂŒter und GebrauchsgegenstĂ€nde wie Textilien, Schuhe oder auch FahrrĂ€der. EnergietrĂ€ger, Maschinen, Fahrzeuge und chemische Erzeugnisse mĂŒssen importiert werden, wodurch das Land ein hohes Handelsbilanzdefizit aufweist, welches durch internationale Hilfsleistungen nur unzureichend ausgeglichen wird. Der Tourismus ist unbedeutend, etwa 12.000 Touristen bereisten 2005 das Land, welches damit umgerechnet etwa vier Millionen US-Dollar einnahm. Es existieren bedeutende UranlagerstĂ€tten, welche zu 90 % im Besitz von Uramin, einem Tochterunternehmen des französischen Nukleartechnikkonzerns Areva, sind.

Die Arbeitslosenquote wird mit 6,9 % angegeben, allerdings sind nahezu alle BeschÀftigungsverhÀltnisse informeller Natur und UnterbeschÀftigung ist weit verbreitet.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 285 Mio. US-Dollar; dem standen Einnahmen von umgerechnet 207 Mio. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,4 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 42,8 % des BIP.

Verkehr

Die Verkehrsinfrastruktur ist sowohl in Umfang als auch im Zustand unzureichend. Es besteht ein Straßennetz mit einer LĂ€nge von ca. 24.000 km, von dem aber nur etwa drei Prozent asphaltiert sind, sodass ein betrĂ€chtlicher Teil davon wĂ€hrend der Regenzeit (Juli–Oktober) nicht befahrbar ist. Ein Abschnitt des Trans-African Highway 8 verlĂ€uft durch das Land.

Schienenverkehr gibt es seit 1962 nicht mehr. Die einzige Strecke war nur wenige Kilometer lang. Sie diente der Umgehung von Stromschnellen im Ubangi und war somit in den Schiffsverkehr integriert. Es gibt VorschlĂ€ge, das Land an das Eisenbahnnetz von Kamerun und dem Sudan anzuschließen. Vor der UnabhĂ€ngigkeit war eine Strecke in den Tschad geplant.

Schiffsverkehr ist in der Regenzeit auf einer LĂ€nge von 2800 Kilometern auf den FlĂŒssen Ubangi und Sangha bzw. auf dem Kongo möglich. BinnenhĂ€fen befinden sich in Bangui und Salo.

Einziger internationaler Flughafen ist der Bangui M’Poko International Airport, daneben sind 37 kleinere FlugplĂ€tze in Betrieb.

Kultur

Musik

Musik ist ein wichtiger Bestandteil des zentralafrikanischen Lebens und begleitet neben Feierlichkeiten und Gottesdiensten viele Zeremonien und ZusammenkĂŒnfte zu Geburt, Hochzeit und Tod. Viele Kirchen haben mehrere Chöre, die StĂŒcke vortragen und die Gemeinde „animieren“ sollen. Dörflich-kirchliche Gruppentreffen vieler Art (z. B. Gebetsgruppen) werden mit Gesang und Trommelbegleitung begonnen und beendet. Ein VorsĂ€nger gibt mit krĂ€ftiger Stimme die nĂ€chste Textzeile fĂŒr die ganze Gruppe oder Gemeinde vor oder leitet in einem Medley den nĂ€chsten Teil ein. Der Gesang findet meist draußen statt und ist hĂ€ufig von kleinen Tanzschritten und Choreographien begleitet. Es gibt viele Gelegenheiten, bei denen die trommelnde Person in der Mitte steht und von den SĂ€ngerinnen oder SĂ€ngern tanzend umkreist wird. Dies kann sowohl AuffĂŒhrungscharakter haben als auch gruppeninternen Zwecken dienen. In gemischten Gruppen sind es eher die MĂ€nner, die trommelnd den Takt und Rhythmus bestimmen, in reinen Frauengruppen findet sich aber immer eine, die diese Kunst ebenfalls beherrscht. Die Feierlichkeiten im Todesfall dauern, nachdem die offizielle Beerdigung vollzogen ist, noch mehrere Tage und mehrere NĂ€chte an – man kann sich ihnen kaum entziehen, da das Trommeln weithin hörbar ist.

Die Instrumente werden meist selbst gebaut. FĂŒr die traditionellen großen Tamtams werden Holz und Tierhaut verwendet. VerstĂ€rkte Gitarren brauchen Strom und Ersatzteile, die oft nicht einfach zu beschaffen sind, dennoch sind sie sehr beliebt. Um ein westliches Drumset selbst herzustellen, werden GegenstĂ€nde recyclet und zweckentfremdet, z. B. BenzinfĂ€sser, Röntgenbilder u. À. Material. So können trotz großer Armut stilechte Instrumente verwendet werden.

Die zentralafrikanischen PygmĂ€en sind bekannt fĂŒr ihre Trommelspiele und ihre rituellen TĂ€nze. Mittlerweile sind allerdings viele Traditionen aus den WĂ€ldern der Zentralafrikanischen Republik nicht mehr prĂ€sent.

Die Musik der Aka-PygmÀen zeichnet sich durch einen mehrstimmigen Gesang aus, der von den Eintonflöten Hindewhu, Bogenharfen oder HÀndeklatschen rhythmisch unterlegt wird. Die Instrumente sind meist aus Holz angefertigt. Die einseitige Harfe der Aka-PygmÀen kann auch mit dem Mund gespielt werden. Allgemein ist die Musik der PygmÀen in der Zentralafrikanischen Republik mit der Zwölftonmusik vergleichbar: Die zunÀchst vermeintlich unabhÀngigen GesÀnge finden nach jedem zwölften Ton wieder zueinander.

Siehe auch

  • Union Zentralafrikanischer Republiken

Rundfunkberichte

  • Bettina RĂŒhl: Zentralafrikanische Republik – Gewalt zwischen Muslimen und Christen eskaliert. In: Deutschlandfunk – „Hintergrund“. 15. Februar 2014. 

Literatur

  • Tatiana Carayannis, Louisa Lombard (Hrsg.): Making Sense of the Central African Republic. Zed, London 2015, ISBN 978-1-78360-380-0.

Weblinks

  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zur Zentralafrikanischen Republik
  • CIA World Factbook: Zentralafrikanische Republik (englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
CF.BB Bamingui-Bangoran  
CF.BG Bangui  
CF.BK Basse-Kotto  
CF.HM Haut-Mbomou  
CF.HK Haute-Kotto  
CF.KG KĂ©mo  
CF.LB Lobaye  
CF.HS MambĂ©rĂ©-KadĂ©ĂŻ  
CF.MB Mbomou  
CF.KB Nana-GrĂ©bizi  
CF.NM Nana-MambĂ©rĂ©  
CF.UK Ouaka  
CF.AC Ouham  
CF.OP Ouham-PendĂ©  
CF.SE Sangha-MbaĂ©rĂ©  
CF.VK Vakaga  
 

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Flagge: Central African Republic

Name englisch: Central African Republic
Hauptstadt: Bangui
Kfz: RCA
ISO: CF
ISO3: CAF
Fläche: 622984 km²
Tld: .cf
Wärung Einheit: XAF
Währung: Franc
Vorwahl: 236

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 11.0179569
südlichster Punkt: 2.2208575
westlichster Punkt: 14.4150981
östlichster Punkt: 27.4583051


 
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