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Staat Informationen : Nepal

Informationen:


Nepal ([ˈneːpal], auch [neˈpaːl], Nepali à€šà„‡à€Șà€Ÿà€Č Nepāl) () ist ein Binnenstaat in SĂŒdasien. Er grenzt im Norden an die Volksrepublik China und im Osten, SĂŒden und Westen an Indien. Die Hauptstadt Kathmandu ist der Sitz der SĂŒdasiatischen Vereinigung fĂŒr regionale Kooperation (SAARC). In dem ehemaligen Königreich wurde am 28. Mai 2008 die Republik ausgerufen. Ram Baran Yadav wurde am 23. Juli 2008 als erster PrĂ€sident der Republik vereidigt. Ihm folgte im Oktober 2015 Bidhya Devi Bhandari als erste PrĂ€sidentin Nepals.

Geographie

Lage

Nepal befindet sich in SĂŒdasien und erstreckt sich ca. vom 26. bis 30. nördlichen Breiten- und vom 80. bis 88. östlichen LĂ€ngengrad. Nepal umfasst eine FlĂ€che von 147.516 Quadratkilometern, wovon etwa 143.000 Quadratkilometer LandflĂ€che und die restlichen 4.000 Quadratkilometer BinnengewĂ€sser sind. Die Ost-West-Ausdehnung betrĂ€gt 885 Kilometer, und die maximale Nord-SĂŒd-Ausdehnung, die in Westnepal erreicht wird, rund 241 Kilometer. Nepal liegt zwischen Tibet im Norden und Indien im SĂŒden. Nepal grenzt (von West nach Ost) an die indischen Bundesstaaten Uttarakhand, Uttar Pradesh, Bihar, Westbengalen sowie an das der Indischen Union beigetretene ehemalige Königreich Sikkim an.

Im Norden und im Osten liegt ein Großteil des Himalaya-Gebirges, unter anderem der Mount Everest, dessen Gipfel mit 8848 Metern den höchsten Punkt der Erde darstellt. Sieben der weiteren zehn höchsten Berge der Erde befinden sich ebenfalls in Nepal. Der tiefste Punkt dagegen liegt auf 70 Meter bei Kencha Kalan im SĂŒden Nepals. Damit ist Nepal nach Tibet das durchschnittlich höchstgelegene Land der Welt; ĂŒber 40 % der LandesflĂ€che liegen ĂŒber 3000 Meter.

Himalaya

Der Himalaya ist erdgeschichtlich mit etwa 45 Millionen Jahren ein relativ junges Faltengebirge, daher ist es weniger durch Erosion abgerundet und geglĂ€ttet als andere Gebirge. Mehrere FlĂŒsse, die alle schließlich in den Ganges mĂŒnden, haben tiefe Schluchten durch die Berge gegraben, die Kali Gandaki ist mit etwa 6000 Metern – gemessen an den sich dort gegenĂŒberstehenden Achttausendern Dhaulagiri (8167 m) und Annapurna (8091 m) – die tiefste Schlucht der Erde.

Dieses gesamte Gebiet ist kaum besiedelt und ein beliebtes Reiseziel fĂŒr Trekkingtouristen und Bergsteiger. Von 1950 bis 2005 verunglĂŒckten im nepalischen Himalaya 832 Bergsteiger tödlich, etwa jeder hundertste Expeditionsteilnehmer auf Berge ab 6000 Meter Höhe.

Gliederung des Landes

NaturrĂ€umlich lĂ€sst sich Nepal in drei Hauptregionen gliedern, das sĂŒdliche Terai, das Mittelland und die Hochgebirgsregion. Mit dieser Gliederung sind auch sozioökonomische, kulturelle und ethnische Aspekte verbunden.

Das Terai

Das Terai bildet den nepalesischen Teil der Gangestiefebene. Es hat sich in den vergangenen 50 Jahren zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Siedlungsraum entwickelt. Obwohl das Terai nur 14 % der LandesflÀche ausmacht, leben dort 47 % der Einwohner. Fruchtbare, wenig erosionsgefÀhrdete Böden und ganzjÀhrig frostfreies Klima sowie gute BewÀsserungsmöglichkeiten machen das Terai zur landwirtschaftlich wertvollsten Region.

In dieser Ebene befinden sich auch nahezu alle Industrieansiedlungen außerhalb des Kathmandutals. Durch das Terai verlĂ€uft der Mahendra-Highway als einzige Straße, die eine Ost-West-Verbindung ermöglicht. Neun InlandsflughĂ€fen befinden sich im Terai und bieten eine direkte Fluganbindung mit Kathmandu.

Das Mittelland

Die Siwaliks und die Mahabharata-Kette bilden den Übergang von Terai zum Mittelland, welches Höhen bis circa 3000 Meter erreicht. Das Mittelland hat ein sehr stark strukturiertes Relief. Faktoren wie Mikroklima, Böden und Geomorphologie variieren im Mittelland auf kleinem Raum, so dass sich auch die Bedingungen fĂŒr die Besiedlung und Landwirtschaft stark unterscheiden. Dennoch stellt das Mittelland das altbesiedelte Kernland Nepals dar. Im Mittelland leben auf 30 % der LandesflĂ€che 45 % der Bevölkerung.

Durch die hohe Reliefenergie ist das Mittelland hochgradig verkehrsfeindlich. Lange Zeit verfĂŒgten nur das Kathmandu- und das Pokhara-Tal ĂŒber eine Straßenanbindung, wobei Kathmandu erst in den 1950er und Pokhara in den 1970er Jahren StraßenanschlĂŒsse erhielten, Tribhuvan Rajmarg (Nepali: à€€à„à€°à€żà€­à„‚à€”à€š à€°à€Ÿà€œà€źà€Ÿà€°à„à€—) und Prithvi Rajmarg (Nepali: à€Șà„ƒà€„à„à€”à„€ à€°à€Ÿà€œà€źà€Ÿà€°à„à€—). Der Mahendra Rajmarg (Nepali: à€źà€čà„‡à€šà„à€Šà„à€° à€°à€Ÿà€œà€źà€Ÿà€°à„à€—), die erste nationale LĂ€ngsverbindung von Mechinagar bis Bhim Datta entstand schrittweise im Terai ab den 1960er Jahren und wurde erst 1996 durchgĂ€ngig auf gut 1000 km fertiggestellt. Weitere Landesteile des Mittellandes wurden von dieser Straße aus ĂŒber Stichstraßen erschlossen, von denen der Mechi Rajmarg (Ilam), der Dharan-Dhankuta-Rajmarg, der Ratna Rajmarg (Birendranagar) und der Mahakali Rajmarg (Amargadhi) die wichtigsten sind. Zahlreiche weitere Stichstraßen folgten und die bestehenden werden stetig und mit Hochdruck nach Norden verlĂ€ngert. Zurzeit entsteht eine LĂ€ngsverbindung durch das Mittelland, die in zahlreichen Abschnitten, aber noch nicht durchgehend fertiggestellt ist.

Kathmandu verfĂŒgt ĂŒber den einzigen internationalen Flughafen des Landes. In Pokhara befindet sich ein weiterer wichtiger Inlandsflughafen.

Die Hochgebirgsregion

In den TalflĂ€chen konzentrieren sich fast alle Siedlungen der Hochgebirgsregion. Sommersiedlungen mit Weidewirtschaft reichen bis 5000 Meter. Die extrem hohe Reliefenergie und die hohen MonsunniederschlĂ€ge (ĂŒber 5000 Millimeter) an den SĂŒdhĂ€ngen tragen zur Bodenerosion bei und machen Landwirtschaft schwierig.

Die im Regenschatten liegenden Nordseiten der Hauptkette erhalten hingegen sehr wenig Niederschlag (unter 200 Millimeter), so dass Landwirtschaft kaum möglich ist. Forst- und Waldwirtschaft sind wichtige Standbeine der bĂ€uerlichen Subsistenzwirtschaft im Gebirge. Insgesamt ist die Hochgebirgsregion Nahrungsmitteldefizitgebiet. Die wichtigste externe Einnahmequelle ist der Tourismus. Es gibt bisher nur eine Stichstraße aus dem SĂŒden, nĂ€mlich nach Jomsom und Muktinath, allerdings noch nicht ausgebaut. Die einzige Straße, die das Hochgebirge in Nepal durchquert und somit auch die einzige Landverbindung Nepals nach China, ist der Arniko Rajmarg (Nepali: à€…à€°à€šà€żà€•à„‹ à€°à€Ÿà€œà€źà€Ÿà€°à„à€—) von Kathmandu nach Tibet; sie ist jedoch seit Jahren wegen zahlreicher Erdrutsche auf tibetischer Seite schwer passierbar. Die ĂŒber die Region verteilten zahlreichen Landepisten und FlugplĂ€tze stellen eine wichtige Verkehrsverbindung mit dem ĂŒbrigen Landesteil dar; die wichtigsten davon sind Jomsom, Jimikot, Dolpa und Lukla.

Als Konsequenz ist das Laufen zu Fuß, wie auch im Mittelland, nach wie vor eine wichtige Fortbewegungsart. Tendenziell sind die Hochgebirgsregionen schlechter entwickelt als der Rest des Landes. Insbesondere in den westlichen Teilen der Hochgebirgsregionen ist der Index der menschlichen Entwicklung deutlich geringer als im Landesdurchschnitt. Er weicht um 15 % vom Durchschnitt ab.

Hydrologie

Nepal gehört ĂŒberwiegend zu drei etwa gleich großen Einzugsgebieten, nĂ€mlich die der Karnali (Oberlauf der Ghaghara in Indien), der Narayani (Narayani) und des Koshi. Die Karnali entwĂ€ssert den grĂ¶ĂŸten Teil des westlichen Nepal, die Narayani den mittleren Teil Nepals und der Koshi den Osten des Landes. Nicht zu diesen Einzugsgebieten gehört lediglich der Mahakali, Grenzfluss im Westen, der weitgehend die Mahakali Zone entwĂ€ssert. Alle grĂ¶ĂŸeren FlĂŒsse des Landes mĂŒnden direkt oder indirekt in einen der drei erstgenannten FlĂŒsse: Seti, Bheri, westlicher Rapti, Tila, Thuli Bheri, Humla Karnali, Mugu Karnali in den Karnali, Kali Gandaki, Seti Gandaki, Madi Khola, Marsyangdi, Budhigandaki, Trishuli, Bagmati und östlicher Rapti in den Narayani sowie Indrawati, Sunkoshi, Tamakoshi, Likhu Khola, Dudh Koshi, Arun und Tamor in den Koshi.

Bevölkerung

Nepal ist ethnisch und kulturell ein MinoritĂ€tenmosaik. Bei einer VolkszĂ€hlung im Jahre 2001 wurden ĂŒber 100 verschiedene ethnische Gruppen und Kasten sowie 124 verschiedene Sprachen und Dialekte gezĂ€hlt (von denen die meisten vom Aussterben bedroht sind).

Das nepalische Kastensystem ist nach wie vor als gesellschaftliches PhĂ€nomen vorhanden, wenn auch die Regeln heute weniger strikt ausgelegt werden und die Diskriminierung einzelner Kasten mit der Verfassung von 1962, die von einer Hindu-Monarchie sprach, fĂŒr unrechtmĂ€ĂŸig erklĂ€rt wurde. Kastengrenzen sind teilweise durchlĂ€ssig, ferner ĂŒberschneiden sich die Kategorien ethnischer Zugehörigkeit und der Kasten oder hĂ€ngen von der Perspektive des Betrachters ab.

Ethnografie

Das ethnische Mosaik Nepals besteht hauptsĂ€chlich aus indoarischen und tibeto-birmanischen Volksgruppen. Viele der Volksgruppen sind Nachkommen von FlĂŒchtlingen, die sich einst nach Nepal zurĂŒckgezogen hatten.

Beispielsweise wanderten die Sherpa ab den Jahren 1500 n. Chr. aus der chinesischen Provinz Sichuan aus dem Osten nach Nepal ein. Der Ursprung mancher Ethnien ist umstritten oder gar unbekannt, beispielsweise der der Newar oder der Tharu.

Die folgende Tabelle soll einen Überblick ĂŒber die sieben grĂ¶ĂŸten Bevölkerungsgruppen in Nepal geben:

Außerdem sind die Volksgruppen der Gurung, der Sherpa, der Limbu und der Rai erwĂ€hnenswert.

44,6 % der Gesamtbevölkerung sind laut der VolkszÀhlung von 2011 Nepali-Muttersprachler. Weitere wichtige Sprachen sind: Maithili (11,7 %), Bhojpuri (6,0 %), Tharu (5,8 %), Tamang (5,1 %), Newari (3,2 %) und Bajjika (3,0 %).

Religion

Nach der VolkszĂ€hlung von 2011 sind 81,34 % der Bevölkerung Angehörige des Hinduismus. Nepal war das einzige Land, in dem der Hinduismus die Staatsreligion war, bis das Parlament sich nach der Entmachtung des Königs im April 2006 zum SĂ€kularismus bekannte. 9,04 % der Bevölkerung sind als Buddhisten ausgewiesen (insbesondere in Mustang). Das an der Grenze zu Indien gelegene Lumbini gilt der Überlieferung nach als Geburtsort Buddhas. Zu den grĂ¶ĂŸeren Minderheiten zĂ€hlen 4,39 % Muslime und 3,05 % AnhĂ€nger der Kirant Mundhum, einer als Religion anerkannten, animistischen Glaubensrichtung.

Der Anteil der Christen in Nepal lag 2011 bei 1,42 %. Hinzu kommen 0,76 % Sonstige. Zu den Christen zÀhlen Angehörige der Römisch-katholischen Kirche in Nepal (weniger als 0,1 % der Bevölkerung) und Zeugen Jehovas. Es gibt etliche christliche Schulen, vor allem im Kathmandutal, die aufgrund ihrer QualitÀt auch von Hindus oder anderen ReligionsanhÀngern besucht werden.

Weitere kleine Minderheiten sind Sikhs, deren Zahl 2011 ĂŒber 7000 betrug, und 4350 Bahai (Zahlenangabe fĂŒr 2005).

In der Volksreligion finden sich archaische Glaubenselemente, die denen des klassischen sibirischen Schamanismus sehr Ă€hnlich sind. Die heute noch praktizierenden nepalesischen Schamanen werden teils bewundert, teils gefĂŒrchtet. Ihr Kennzeichen ist die sogenannte „Zittertrance“, die jedoch weniger der schamanischen Seelenreise denn als Kampf mit den bösen Geistern verstanden wird; sie sind Heilkundige, heute jedoch in erster Linie VortragskĂŒnstler. Als Hilfsmittel dient ihnen die Stieltrommel dhyangro. Auffallend ist ihre sexuelle Symbolik. Die meisten Nepalesen glauben zudem an Götter und Wesen, die weder buddhistischer noch hinduistischer Abstammung sind, sondern alte Naturgottheiten, die sich in BĂ€umen, Steinen, Vögeln, Schlangen und allerlei Tieren befinden, in Bergen oder im Feuer, vor allem aber im Wasser.

Nepalesisches Kastenwesen

Das nepalesische Kastenwesen entwickelte sich parallel zum indischen. Der Einfluss aus Indien wuchs wĂ€hrend des Guptareiches (320 n. Chr.–500 n. Chr.); Nepal galt zwar als „Nachbarkönigreich“, war jedoch unter Samudragupta abgabenpflichtig.

Das nepalesische Kastensystem aus der Sicht eines Bahun oder Chhetri

Dass in Nepal, wie auch in den meisten anderen Staaten mit Kastensystemen, die Kaste der UnberĂŒhrbaren durchaus eine der StĂŒtzen der Gesellschaft ist, lĂ€sst sich leicht daran erkennen, dass allein die Kami, die Damai und die Sarki als grĂ¶ĂŸte Gruppen der UnberĂŒhrbaren bereits mehr als 7 % der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Das Kastensystem aus Sicht der Newar

Speziell die hinduistischen Newar haben ein eigenes Kastensystem, das nur die Bewohner des Kathmandutals einschließt. Dieses System wurde teilweise auch von den buddhistischen Newar ĂŒbernommen. Generell ist das Kastenwesen in der egalitĂ€ren Newari-Gemeinde schwach ausgeprĂ€gt und konnte sich dort nie so stark durchsetzen wie bei anderen Volksgruppen.

Mehrheitliche Sicht auf das Kastenwesen

Die von der Mehrheit (liberale Bahun und Chhetri, ethnische Gruppen ohne eigenes Kastenwesen) akzeptierte religiös-rituelle Sicht sieht eine Zweiteilung vor:

  • chokho jaat (reine Kasten) und
  • pani nachalne jaat (unberĂŒhrbare Kasten)

In der Praxis ist die Kastenzugehörigkeit manchmal auch an den Wohlstand gebunden, das heißt, dass Ă€rmere Einwohner eher den unberĂŒhrbaren, reichere eher den oberen Kasten zugeordnet werden. Das fĂŒhrt dazu, dass europĂ€ische AuslĂ€nder, die als Nicht-Hindus eigentlich UnberĂŒhrbare sein mĂŒssten, meist zur Oberklasse gerechnet werden und nur bei Handlungen von starker ritueller Bedeutung als UnberĂŒhrbare behandelt werden. Dazu gehören beispielsweise all jene Handlungen, die mit Wasser und der Zubereitung von Reis zu tun haben.

StÀdte

Die Bevölkerung Nepals ist bis heute zum grĂ¶ĂŸten Teil lĂ€ndlich und bĂ€uerlich geprĂ€gt; der Anteil der Stadtbewohner ist mit 15 % der Gesamtbevölkerung nach wie vor einer der niedrigsten weltweit. Die VerstĂ€dterung ist jedoch in den letzten Jahren stark angestiegen, die Zuwachsraten in diesem Bereich liegen bei 3,5 % pro Jahr und höher.

Nepal wurde bis Anfang der 1990er-Jahre bis hinunter auf die lokale Ebene zentral regiert. Im Rahmen der Demokratisierung und Dezentralisierung wurden in mehreren SchĂŒben die Kommunen in die SelbststĂ€ndigkeit entlassen. Die „Stadtrechte“ mit dem Titel „Nagarpalika“, „Up-Maha-Nagarpalika“ und „Maha-Nagarpalika“ werden somit von der Regierung erteilt.

Bis auf Kathmandu fehlt es in allen StĂ€dten mehr oder weniger an Ressourcen, und die Selbstverwaltung kann daher nur schwer umgesetzt werden. DarĂŒber hinaus gibt es in der Landesverwaltung noch immer starke zentralistische Strukturen, die im Widerspruch zur angestrebten kommunalen Selbstverwaltung stehen.

Je nach GrĂ¶ĂŸe und Finanzkraft der Kommune gibt es drei verschiedene Grade der Selbstverwaltung. Am meisten Kompetenzen erhĂ€lt die Maha-Nagarpalika, von dieser Kategorie gibt es in Nepal nur eine Stadt: Kathmandu. Die nĂ€chste Stufe ist die Up-Maha-Nagarpalika, wie beispielsweise Lalitpur oder Pokhara; im Ganzen gibt es derer vier. Die unterste der drei Stufen ist die Nagarpalika.

Weitere Bedingungen fĂŒr die SelbststĂ€ndigkeit, wie beispielsweise bestimmte infrastrukturelle Einrichtungen oder die Straßenanbindung, sind in etlichen FĂ€llen, zumindest ganzjĂ€hrig, nicht gegeben. Dass diese Kommunen in die SelbstĂ€ndigkeit entlassen wurden, hat regionalplanerische und politische GrĂŒnde. In diesem Lichte betrachtet kann die statistische Stadtbevölkerung Nepals getrost um etwa eine halbe Million gekĂŒrzt werden, um sich ein Bild vom tatsĂ€chlichen Grad der VerstĂ€dterung des Landes zu machen.

Die drei grĂ¶ĂŸten StĂ€dte liegen im Gebirge, aber die Mehrzahl der Kommunen befindet sich im Terai. Bei den ĂŒbrigen Kommunen in den Bergen handelt es sich vielfach um kleinste BergstĂ€dtchen, die durch Hinzuziehung von umliegenden Dörfern annĂ€hernd auf 20.000 Einwohner kommen. Dass es sich bei einer Anzahl von ihnen nicht um stĂ€dtische Zentren handelt, zeigt auch ihre vergleichsweise kleine Wachstumsrate.

Neben der hohen Landfluchtrate verzeichnet Nepal eine Schwerpunktverlagerung der Bevölkerung vom Gebirge in das Terai. In diesem Flachlandstreifen entlang der Grenze zu Indien lebt bereits mehr als die HÀlfte der Landesbevölkerung, dort entstehen derzeit auch die meisten neuen StÀdte.

GrĂ¶ĂŸtes Bevölkerungszentrum war und ist nach wie vor das Kathmandu-Tal mit der Doppelstadt Kathmandu/Lalitpur (Patan), der kleineren Nachbarstadt Bhaktapur und einigen kleinen StĂ€dten wie Madhyapur Thimi und Kirtipur. Zu diesem Ballungsraum gehören noch einige kleinere StĂ€dte in der NĂ€he des Tales, nĂ€mlich Banepa, Dhulikhel und Panauti. Das Kathmandu-Tal ist weitgehend zersiedelt und die völlige, fast immer unplanmĂ€ĂŸige Vereinnahmung als SiedlungsflĂ€che ist abzusehen. Die Gegend um Kathmandu hat heute eine Bevölkerungszahl von etwas mehr als 1,5 Millionen.

Das zweite grĂ¶ĂŸere Bevölkerungszentrum in den Bergen, das ebenfalls ĂŒberdurchschnittliche Wachstumsraten hat, ist das Pokharatal mit den StĂ€dten Pokhara und Lekhnath, deren Bevölkerungszahl bereits die 200.000-Einwohner-Grenze ĂŒberschritten hat. Ansonsten gibt es in den Gebirgsregionen verstreut nur noch einige kleinere nennenswerte StĂ€dte (von Ost nach West):

  • Ilam
  • Dhankuta
  • Bhimeshwar
  • Gorkha (vormals Prithvinarayan)
  • Tansen
  • Putalibazar
  • Ghorahi (vormals Tribhuvannagar)
  • Tulsipur
  • Birendranagar
  • Dipayal Silgadhi

DarĂŒber hinaus befinden sich die ĂŒbrigen grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte des Landes im Terai (von Ost nach West):

  • Mechinagar
  • Biratnagar
  • Dharan
  • Itahari
  • Rajbiraj
  • Triyuga
  • Janakpur
  • Birganj
  • Hetauda
  • Bharatpur
  • Ramgram
  • Butwal
  • Siddharthanagar
  • Nepalganj
  • Gulariya
  • Tikapur
  • Dhangadhi
  • Bhim Datta (vormals Mahendranagar)

Die NamensĂ€nderungen einiger StĂ€dte in jĂŒngerer Zeit sind darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass die Gebietskörperschaft mit der Inkorporation einen neuen Namen erhielt. Prominente Beispiele dafĂŒr sind der bekanntere Ort Gorkha, die Kommune hieß bis 2009 offiziell Prithivinarayan, wurde dann aber nach dem Kernort Gorkha umbenannt. Die alte Königsstadt Patan bei Kathmandu heißt heute offiziell Lalitpur. Die alten Namen sind aber weiterhin gebrĂ€uchlich.

Bildung

  • 96.000 Studenten
  • 3,47 Studenten je 1000 Einwohner
  • Bildungsausgaben: 224.732.300 $
  • Bildungsausgaben je Einwohner: 8 $
  • Analphabetenrate: 35,3 % (Frauen: 44,9 %, MĂ€nner: 24,4 %) Stand 2015

Die nepalesische Regierung befindet sich im Begriff, das Bildungssystem umzustrukturieren. Dabei sollen der Zugang zur Primar- (Klasse 1 bis 8) und Sekundarschule (Klasse 9 bis 12) ausgebaut und berufsvorbereitende Qualifizierungsmaßnahmen in den oberen Klassen eingefĂŒhrt werden. Sie wird bei diesen Maßnahmen durch ein EU-Kooperationsprogramm gefördert, von 2008 bis 2011 flossen UnterstĂŒtzungsgelder im Wert von 43 Millionen Euro.

Gesundheitswesen

1999 waren in Nepal 923 Ärzte, 5.500 Krankenschwestern und etwa 13.000 Gesundheitsarbeiter beschĂ€ftigt. Insgesamt gab es 4124 Betten in 83 KrankenhĂ€usern. Die Kindersterblichkeit konnte stark gesenkt werden. Im Jahr 1950 starben 34 % der Kinder vor ihrem 5. Geburtstag, im Jahr 2017 waren es noch 3 %. Im Jahr 2000 betrug die MĂŒttersterblichkeit 0,8 %. Die Lebenserwartung betrug im Zeitraum zwischen 2010 und 2015 68,9 Jahre (MĂ€nner: 67,4 Jahre, Frauen: 70,5 Jahre). Es konnten starke Fortschritte bei der Steigerung der Lebenserwartung und der Verbesserung weiterer gesundheitlicher Indikatoren gemacht werden.

Entwicklung der Lebenserwartung

Quelle: UN

Geschichte

FrĂŒhzeit

In der FrĂŒhzeit war das Tal, in dem die heutige Hauptstadt Kathmandu liegt, ein großer Gebirgssee. Nachdem dieser durch ein Erdbeben verschwunden war, wanderten zahlreiche Menschen aus umliegenden Gebieten ein und vereinigten sich zum Mischvolk der sogenannten Newar.

So entstand im siebten Jahrhundert im Kaiserreich China der von Nepalesen aus dem Kathmandutal entwickelte Pagoden-Baustil, welcher sich auch in Japan ausbreitete.

Siddhartha Gautama auch bekannt als "Buddha" wurde der Überlieferung nach in Nepal geboren. Sein Geburtsort soll die Stadt Lumbini ca. 500 v. Chr. gewesen sein.

Königreich

Nachdem Nepal lange Zeit unter indischer Rajputenherrschaft gestanden hatte, gelang es im 14. Jahrhundert schließlich dem Newar Jayadharma Malla, das Tal zu einigen und zu befreien. Sein Enkel, Yakasha Malla, konnte das Herrschaftsgebiet spĂ€ter noch weiter ausdehnen und so in seinem Königreich fĂŒr großen Wohlstand sorgen. Seine vier Söhne jedoch teilten das Land wieder unter sich auf und schwĂ€chten es so in allen Belangen. Das TeilfĂŒrstentum Gorkha dehnte sein Einflussgebiet immer weiter aus und vereinte etwa 50 FĂŒrstentĂŒmer unter Prithvi Narayan Shah zum Königreich Gorkha (1768). Durch ihr Vordringen nach SĂŒden trafen die Gorkhali, wie sie sich selbst nannten, auf den Machtbereich der Britischen Ostindien-Kompanie, die nach Norden drĂ€ngte. Es kam zum Gurkha-Krieg (auch Anglo-nepalesischer Krieg) von 1814 bis 1816 mit der Britischen Ostindien-Kompanie. Gorkha blieb trotz der Niederlage ein unabhĂ€ngiges Königreich. 1846 brachte sich dann Jang Bahadur Rana durch ein blutiges Massaker an die Macht und fĂŒhrte ein neues Regierungssystem ein, wonach das Amt des MinisterprĂ€sidenten erblich war. Der König (ab 1911 Prithvi Bir Bikram Shah Devs Sohn Tribhuvan Bir Bikram Shah Dev) behielt nur nominell seine Macht, der jeweilige MinisterprĂ€sident war alleiniger Herrscher. Anfang des 20. Jahrhunderts nahm Gorkha den Namen Nepal an, der einst nur fĂŒr das Kathmandutal gebrĂ€uchlich war.

1914 stellte der damalige MinisterprĂ€sident Chandra Shamsher den Briten, noch vor der offiziellen KriegserklĂ€rung zum Ersten Weltkrieg, Soldaten fĂŒr Gurkhaeinheiten zur VerfĂŒgung. Auch spĂ€ter im Anglo-Afghanischen Krieg von 1919 und im Zweiten Weltkrieg stellte das Land Truppen und machte damit seinen eigenen Status als „unabhĂ€ngiger VerbĂŒndeter“ klar. König Tribhuvan konnte unter dem Einfluss Indiens wieder eine konstitutionelle Monarchie einfĂŒhren. Aktives und passives Frauenwahlrecht wurden 1951 Gesetz. König Mahendra Bir Bikram Shah Dev verbot 1960 alle politischen Parteien.

BĂŒrgerkrieg und Ende der Monarchie

Von 1996 bis 2006 befand sich die Kommunistische Partei Nepals (Maoistisch) in einem BĂŒrgerkrieg gegen die Monarchie und das hinduistische Kastensystem.

König Birendra Bir Bikram Shah Dev wurde im Juni 2001 bei einem mutmaßlich von seinem Sohn, Kronprinz Dipendra Bir Bikram Shah Dev, verĂŒbten Massaker ermordet. Birendras Bruder Gyanendra Bir Bikram Shah Dev wurde König. Die AufstĂ€ndischen wurden nach dem 11. September 2001 als Terroristen gebrandmarkt. Innerhalb der nĂ€chsten sechs Monate starben mehr Menschen in dem innenpolitischen Konflikt als in den sechs Jahren zuvor.

Am 22. Mai 2002 wurde das Parlament aufgelöst, Premierminister Sher Bahadur Deuba ließ das Mandat der gewĂ€hlten Selbstverwaltungsorgane auslaufen. Am 4. Oktober 2002 entließ König Gyanendra seinen Premierminister wegen „UnfĂ€higkeit“. Am 11. Oktober 2002 wurde eine neue Übergangsregierung ernannt. Die großen Parteien NC, CPN-UML und Teile der RPP lehnten jedoch eine Mitarbeit in der neuen Regierung ab, da die demokratische Legitimation fehlte.

Der neue Premierminister Lokendra Bahadur Chand (RPP) versprach, die Konfrontation mit den Maoisten zu beenden. Ein Kompromiss war aber nicht in Sicht, da die Regierung eine VerÀnderung der politischen Struktur strikt ablehnte.

Nur wenige Medien wie zum Beispiel die Zeitschrift Himal berichteten kritisch und informativ ĂŒber beide Seiten. Es wurde oft von der BrutalitĂ€t der Maoisten gesprochen; in der Tat gingen sie gegen die Armee und gegen die Polizei mit drastischen Mitteln vor. Letztere waren beim Vorgehen gegen die Maoisten auch nicht zimperlich und gingen auf Verdacht gegen Zivilisten, die als Sympathisanten oder UnterstĂŒtzer der Maoisten galten, vor oder ließen sie sogar verschwinden.

SchÀtzungsweise zwei Drittel der Toten gingen auf das Konto von Armee und Polizei. Nur wenige westliche Journalisten berichteten von den Maoisten, die zwischenzeitlich einen entscheidenden Machtfaktor im Land darstellten. Ende 2002 beherrschten sie 55 der 75 Distrikte Nepals.

Bei dem Guerillakrieg kamen insgesamt mehr als 12.700 Menschen ums Leben. Die KĂ€mpfe hatten im August 2003 wieder zugenommen. Ab 18. August 2004 hatten die Maoisten mehrfach sogar die Hauptstadt fĂŒr einige Tage völlig von der Außenwelt abgeschnitten oder wichtige Überlandverbindungen unterbrochen. Nach dem Scheitern der FriedensgesprĂ€che und dem Ende des Waffenstillstands hatte es wieder mehrere Hundert Tote gegeben. Touristen konnten sich allerdings relativ frei und sicher bewegen – da sie eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes darstellten, werden sie von allen Seiten höflich behandelt. Behördlichen Angaben zufolge wurde ein Tourist indirekt durch eine Bombenexplosion getötet.

„Einheit im Kampf gegen den Terrorismus“ war die Parole der Regierung. Colin Powell besuchte im Januar 2004 Nepal und versprach Hilfe. Die nepalesische Regierung war an Waffen und RĂŒstungsgĂŒtern interessiert. Am 1. Februar 2005 brachte König Gyanendra wieder Bewegung ins politische Spiel. Er verhĂ€ngte den Notstand und entließ die gesamte Regierung. Premierminister Deuba und andere Regierungsmitglieder wurden unter Hausarrest gestellt.

Gyanendra beschuldigte Deuba, versagt zu haben, da er keine Einigung mit den Maoisten in Anbetracht der nĂ€chsten Wahlen erzielen konnte. Gyanendra versprach, innerhalb von drei Jahren fĂŒr Recht und Ordnung im Land zu sorgen und die Demokratie wieder einzufĂŒhren, doch die Maoisten und ein großer Teil der Bevölkerung befĂŒrchteten, dass er seine Macht nicht so schnell wieder abgeben wĂŒrde. Deuba sagte, die Handlungen des Königs verletzten die Verfassung und seien gegen die Demokratie gerichtet. Sowohl die UNO wie auch die wichtigsten VerbĂŒndeten Nepals, Indien, die USA und Großbritannien, kritisierten das Verhalten des Königs. Einige LĂ€nder, darunter Deutschland und Frankreich, zogen kurzzeitig ihre Botschafter ab.

Ab dem 7. April 2006 herrschte im ganzen Land ein von der Allianz aller sieben im aufgelösten Parlament vertretenen Parteien ausgerufener und von weiten Teilen des Volkes getragener Generalstreik.

Nach mehr als zwei Wochen des Generalstreiks mit tĂ€glichen nepalweiten Demonstrationen von hunderttausenden Menschen mehrten sich die Zeichen, dass die Macht des Königs abnahm. Das Ă€ußerst brutale Vorgehen der Polizei gegen die friedlichen Demonstranten hatte mittlerweile mindestens 13 von ihnen das Leben gekostet, hunderte wurden verletzt und tausende inhaftiert.

Durch die großen Proteste und auf internationalen Druck hin, besonders durch Indien, gab König Gyanendra am 21. April 2006 bei einer Fernsehansprache an die Nation bekannt, dass die Exekutivgewalt von ihm nun wieder in die HĂ€nde des Volkes gelegt wĂŒrde. Die Siebenparteienallianz wurde ausdrĂŒcklich ermĂ€chtigt, den nĂ€chsten MinisterprĂ€sidenten zu bestimmen. Diese lehnte das Angebot des Königs als zu wenig weitgehend ab: Sie forderte weiterhin die Wiedereinsetzung des 2002 aufgelösten Parlaments, die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung und die EinschrĂ€nkung der absolutistischen Herrschaft des Königs und rief zu weiteren Massendemonstrationen auf.

Auf Druck auch monarchistischer Kreise sowie internationalen Drucks – unter anderem fĂŒrchteten die USA eine StĂ€rkung der Maoisten, die inzwischen nahezu 80 % Nepals kontrollierten – sah sich König Gyanendra schließlich am 24. April 2006 genötigt, in einer Fernsehansprache die unmittelbare Wiedereinsetzung des einstigen Parlamentes zu erklĂ€ren. Die Opposition erklĂ€rte daraufhin den Generalstreik fĂŒr beendet.

Am 18. Mai beschloss das Parlament mit einer einstimmig angenommenen Resolution weitreichende Änderungen der staatlichen Ordnung: König Gyanendra verlor demnach den Oberbefehl ĂŒber das MilitĂ€r und nahm nur noch reprĂ€sentative Aufgaben wahr, konnte aber keinen Einfluss auf die StaatsgeschĂ€fte mehr ausĂŒben. Weiterhin verlor er seine ImmunitĂ€t vor Strafverfolgung und musste fortan Steuern zahlen. Außerdem beschloss Nepal am selben Tag ein sĂ€kularer Staat zu werden, was bedeutet: Der Hinduismus ist nicht mehr Staatsreligion.

Am 26. Mai nahm die neue Regierung unter Premierminister Girija Prasad Koirala FriedensgesprĂ€che mit den maoistischen Rebellen auf. Zuvor wurden mehrere Hundert inhaftierte Rebellen freigelassen, und eine Reformierung der Verfassung wurde in Aussicht gestellt. Ziel war es, den seit zehn Jahren andauernden BĂŒrgerkrieg zu beenden.

Am 21. November 2006 wurde die Vereinbarung zum Ende des zehnjĂ€hrigen BĂŒrgerkrieges durch Premierminister Koirala und MaoistenfĂŒhrer Prachanda unterzeichnet. Am 28. Dezember 2007 beschloss das Parlament die Abschaffung der Monarchie und der König verlor seine Funktion als Staatsoberhaupt. Premierminister Girija Prasad Koirala bekleidete dieses Amt interimsweise.

Am 28. Dezember 2007 votierte das Übergangsparlament mit mehr als zwei Drittel der Abgeordnetenstimmen fĂŒr einen Zusatz zur Übergangsverfassung, der de facto die Abschaffung der Monarchie bedeutete. Eine Mehrheit von 270 der 329 Abgeordneten sprachen sich fĂŒr eine föderale demokratische Republik als Staatsform aus.

Eine formale BestĂ€tigung der Entmachtung des Königs gab die verfassungsgebende Versammlung in ihrer konstituierenden Sitzung am 28. Mai 2008 ab. Mit ĂŒberwĂ€ltigender Mehrheit wurde von der Versammlung die Republik ausgerufen. Die Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung hatten zuvor am 10. April 2008 einen ĂŒberraschenden Erdrutschsieg fĂŒr die Maoisten ergeben, die aber die absolute Mehrheit verfehlten.

Am 28. Mai 2008 wurde die Republik ausgerufen und Ram Baran Yadav wurde am 23. Juli 2008 als erster PrÀsident der Republik vereidigt. Im Oktober 2015 wurde Bidhya Devi Bhandari seine Nachfolgerin im Amt.

Trotz wiederholter VerlĂ€ngerungen ihrer zweijĂ€hrigen Amtszeit konnte sich diese erste verfassungsgebende Versammlung nicht auf eine neue Verfassung einigen. Die Wahlen zu einer zweiten verfassungsgebenden Versammlung fanden im November 2013 statt und 2015 wurde die neue Verfassung verabschiedet. GemĂ€ĂŸ den Übergangsbestimmungen nahm die verfassungsgebende Versammlung am 20. September 2015 bis zu Neuwahlen die Rolle des regulĂ€ren Parlaments ein. Diese fanden dann am 26. November 2017 und 7. Dezember 2017 statt.

Am 25. April 2015 ereignete sich 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu ein Erdbeben. Es gilt als das schwerste in der Region seit 80 Jahren. Über mehrere Wochen folgten zahlreiche weitere teils schwere Beben. Insgesamt starben mehr als 8600 Menschen.

Politik

In Nepal besteht ein großes WohlstandsgefĂ€lle zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. Mehr als ein Drittel der ca. 30 Millionen Nepalesen sind Analphabeten. 70 % der Bevölkerung werden von dem brahmanisch beherrschten Kastensystem nicht als gleichwertig anerkannt.

Die weit verbreitete Korruption der Polizeibehörden und der Staatsverwaltung trĂ€gt dazu bei, dass die Bevölkerung kein Vertrauen in die bestehende Regierung setzt und keine Hilfe erwartet. Die juristischen Mittel, wie das Zivilrecht von 1963, das alle Formen von Diskriminierung – insbesondere der Kastendiskriminierung – unter Strafe stellt, greifen im Alltag nicht.

Die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank ĂŒbten schon mehrfach Druck auf die Regierung in Kathmandu aus, um Rechenschaft ĂŒber die Ausgaben fĂŒr Entwicklungsprogramme zur Armutslinderung zu erhalten, jedoch lange Zeit ohne Erfolg.

Erst 1987 erklĂ€rte sich König Birendra, auf Druck aus Indien, zu Reformen bereit. Die EinfĂŒhrung einer neuen Verfassung verzögerte sich noch bis zum 9. November 1990; erst massiver Druck aus mehreren LĂ€ndern, insbesondere Indien, welches seine Grenzen schloss, und Massendemonstrationen der zusammengeschlossenen Oppositionsparteien, bestehend aus einem BĂŒndnis der Kommunistischen Partei Nepals und der Kongresspartei, zeigten Erfolg.

Die ersten demokratischen Wahlen fanden am 12. Mai 1991 statt. Einzige Kritikpunkte einiger Parteien an der neuen Verfassung waren die mögliche Notstandsverordnung durch den König, welche erst nach drei Monaten vom ReprĂ€sentantenhaus bestĂ€tigt werden musste, und die Beibehaltung des Begriffes „Hindu-Königreich“. Binnen kĂŒrzester Zeit war die neue politische Elite in den Augen der Bevölkerung allerdings noch korrupter als die alte Regierung. Dies hing jedoch auch mit der höheren Sichtbarkeit von Korruption durch ein offeneres System mit einer verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig freien, engagierten und kritischen Presse zusammen, die wĂ€hrend des Panchayat-Systems stĂ€rkerer Zensur ausgesetzt war.

König Birendra starb am 1. Juni 2001 bei einem von seinem Sohn, Kronprinz Dipendra, verĂŒbten Massaker (offizielle Geschichtsschreibung). Zugleich erschoss der Sohn auch seine Mutter, einige Geschwister und dann sich selbst. Ehe er nach drei Tagen seinen Verletzungen erlag, wurde er noch zum Nachfolger gekrönt. Schließlich wurde Birendras Bruder Gyanendra König von Nepal. Dieser, ein GeschĂ€ftsmann, der an sehr vielen großen Unternehmen Nepals beteiligt ist, verdreifachte seine königliche Apanage auf umgerechnet 4,5 Millionen Euro. König Birendra war, trotz seiner WidersprĂŒchlichkeit, im Lande sehr beliebt gewesen.

Die offiziellen Verlautbarungen zum Tathergang finden daher wenig Glauben, da auch zuvor bereits ganze Königsfamilien in Nepal ausradiert wurden.

Die Regierungskoalition, gebildet von der Sieben-Parteien-Allianz, einem BĂŒndnis zentristischer und linksliberaler Parteien, und den Maoisten, einigte sich am 24. Dezember 2007 auf die Abschaffung der Monarchie und die Ausrufung einer Republik im FrĂŒhjahr 2008.

Mit der Abstimmung im Parlament vom 28. Dezember 2007 wurden die Abschaffung der Monarchie und der Übergang zu einer „konstitutionellen demokratischen Bundesrepublik“ beschlossen. Die offizielle Ausrufung der Bundesrepublik erfolgte am 28. Mai 2008 bei der konstituierenden Sitzung der Verfassungsgebenden Versammlung Nepals.

Die Verfassungsgebende Versammlung (Constituent Assembly) erhielt 2007 durch die in Kraft getretene Übergangsverfassung das Mandat, eine neue Verfassung fĂŒr die neu entstandene Demokratische Bundesrepublik Nepal (Sanghiya Loktāntrik Ganatantra Nepāl) auszuarbeiten und nach öffentlicher Diskussion zu verabschieden. Der Entwurf fĂŒr die neue Verfassung sollte am 28. Mai 2010 von der Verfassungsgebenden Versammlung öffentlich bekanntgegeben werden. Dieser Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden. Vertreter der drei großen Parteien Nepals, die Maoists, Nepali Congress und die gemĂ€ĂŸigte Communist Party of Nepal (Unified Marxist Leninist) (CPN-UML) verstĂ€ndigten sich nach zĂ€hen Verhandlungen noch in derselben Nacht auf eine FristverlĂ€ngerung von einem Jahr. Diese wurde zweimal jeweils kurz vor Ablauf der Frist um weitere drei Monate verlĂ€ngert sowie Ende November 2011 um ein halbes Jahr. Danach wurde eine neue Verfassung fĂŒr Ende Mai 2012 erwartet, was erneut misslang und dazu fĂŒhrte, dass der am 28. August 2011 gewĂ€hlte Premierminister Baburam Bhattarai fĂŒr den 22. November 2012 Neuwahlen ankĂŒndigte. Im November 2012 rang sich die Verfassungsgebende Versammlung dazu durch, die Neuwahlen zwischen Mitte April und Mitte Mai 2013 anzusetzen. Auch dieser Zeitplan wurde nicht eingehalten. Schließlich konnten die Wahlen doch am 19. November 2013 abgehalten werden.

Am 26. November 2017 (fĂŒr den Norden des Landes) und am 7. Dezember 2017 (fĂŒr den SĂŒden des Landes) fanden die ersten Wahlen zum ReprĂ€sentantenhaus, dem Unterhaus des Bundesparlament und zu den Provinzparlamenten, nach der Verabschiedung der neuen Verfassung im Jahr 2015 statt. Die Wahlen zum ReprĂ€sentantenhaus konnte die linke Allianz CPN-UML, CPN-MC klar fĂŒr sich entscheiden.

Nach den Wahlen zur ersten Nationalversammlung, dem Oberhaus des Bundesparlaments, am 14. MÀrz 2018, wurde als erster MinisterprÀsident nach der Verfassung von 2015 der Vorsitzende der CPN-UML Khadga Prasad Oli zum MinisterprÀsidenten gewÀhlt und trat am 15. Februar 2018 sein Amt an.

Parteien

In der Verfassunggebenden Versammlung Nepals waren 25 Parteien vertreten. StĂ€rkste Gruppe war die Vereinigte Kommunistische Partei Nepals (Maoistisch) mit 229 Sitzen. Sie spaltete sich 1994 von den KP Nepals (Einheitszentrum) ab. Die Partei beruft sich auf Mao Zedong und die peruanische Guerillaorganisation „Leuchtender Pfad“ (Sendero Luminoso). ZweitstĂ€rkste Kraft ist die sozialdemokratische Nepalesische Kongresspartei mit 115 Sitzen. Sie wurde 1950 gegrĂŒndet und war trotz etlicher Spaltungen bei allen Parlamentswahlen bis zur Abschaffung der Monarchie stĂ€rkste Partei. DrittstĂ€rkste Kraft ist die Nepala Kamyunishta Parti (Ekikrit Marksbadi ra Leninbadi), zu deutsch „Kommunistische Partei Nepals (Vereinigte Marxisten/Leninisten)“, mit 108 Sitzen. Diese entstand 1991 aus einem Zusammenschluss zweier kommunistischer Parteien. In den 1990er Jahren bildeten sie gemeinsam mit der Kongresspartei die Regierung. Das Madhesische Volksrechteforum (MJFN) ist eine föderalistische und sozialdemokratische Partei. Sie erhielten bei der Wahl 2008 54 Sitze. 21 Sitze erhielt die à€€à€°à€Ÿà€ˆ-à€źà€§à„‡à€¶ à€Čà„‹à€•à€€à€Ÿà€šà„à€€à„à€°à€żà€• à€Șà€Ÿà€°à„à€Ÿà„€ (Tarai-Madhesische Demokratische Partei).

Außenpolitik

Nepal verfolgt eine neutrale und ausgeglichene Diplomatie ohne feste BĂŒndnispolitik. Da das Land ein Binnenstaat ist, haben die Beziehungen zu den direkten Nachbarstaaten PrioritĂ€t. Von diesen ist Indien der fĂŒr Nepal mit Abstand wichtigste bilaterale Partner, da die wichtigsten Versorgungslinien und Verkehrswege des Landes nach Indien fĂŒhren beziehungsweise ĂŒber indisches Territorium verlaufen. Beide LĂ€nder fĂŒhren eine sehr enge Beziehung in wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Hinsicht. Nach dem verheerenden Erdbeben von 2015 sicherte Indien UnterstĂŒtzung (1 Milliarde US-Dollar) fĂŒr den Wiederaufbau zu. Die Beziehungen zu Indien sind deshalb sehr eng, jedoch auch von einer gewissen Unausgeglichenheit geprĂ€gt. Um zu einem besseren Gleichgewicht zu kommen, intensiviert das Land die Beziehungen mit der Volksrepublik China, das eine zunehmende Rolle als bilateraler Geber von Entwicklungshilfe und Handelspartner einnimmt. Dabei werden auch die grenzĂŒberschreitenden Handelsrouten zunehmend ausgebaut, wobei es sogar Ideen fĂŒr einen Tunnel unter dem Himalaya-Gebirge gibt, der beide LĂ€nder verbinden wĂŒrde.

Bei den Beziehungen zu den westlichen IndustrielĂ€ndern spielt vor allem die entwicklungspolitische Zusammenarbeit eine dominierende Rolle. Zudem kommen ein großer Teil der Touristen im Land, die ein wichtiger Devisenbringer sind, dorther.

Nepal ist Teil der SĂŒdasiatischen Vereinigung fĂŒr regionale Kooperation, deren Sitz in Kathmandu ist. Weitere wichtige multilaterale Organisationen in denen das Land Mitglied ist, sind die BIMSTEC, die Bewegung der Blockfreien Staaten und die Vereinten Nationen in denen Nepal seit 1960 Mitglied ist. Im Rahmen der Vereinten Nationen stellen die nepalesischen StreitkrĂ€fte traditionell grĂ¶ĂŸere Kontingente fĂŒr UN-Friedensmissionen zur VerfĂŒgung.

Menschenrechtspolitik

Die Diskriminierung und Ausbeutung von Minderheiten, unteren Kasten und Kastenlosen, Frauen und Kindern ist immer noch, trotz Schutz durch die Verfassung, weit verbreitet. FĂŒr internationale Proteste – unter anderem durch amnesty international – sorgte in letzter Zeit das gewaltsame Vorgehen der nepalesischen Polizei gegen Schwule und Transvestiten. Allein in Nepal werden jĂ€hrlich etwa 20.000 MĂ€dchen zwischen acht und 18 Jahren verkauft. Sie landen im Sexgewerbe, meistens in indischen Bordellen.

Die geltenden Bestimmungen hingegen untersagen die systematische UnterdrĂŒckung von Frauen: Am 3. September 1981 ratifizierte Nepal die UN-Konvention zum Verbot der Diskriminierung von Frauen (CEDAW) von 1979, und gemĂ€ĂŸ der Verfassung von 1990 sind MĂ€nner und Frauen gleichgestellt. Nach der Frauenkonferenz in Peking von 1995 wurde das Ministerium Ministry of Women and Social Welfare gegrĂŒndet, mit dem Ziel, die Teilhabe von Frauen an der nationalen Entwicklung zu unterstĂŒtzen, und am 15. Juni 2007 ist Nepal dem Fakultativprotokoll zum CEDAW beigetreten.

Nach Nepals neuer Verfassung kann die nepalesische StaatsbĂŒrgerschaft nur noch durch den Vater weitergegeben werden. Dies hat insbesondere zur Folge, dass Kinder alleinerziehender nepalesischer MĂŒtter staatenlos sind. Im Verfassungsentwurf war ursprĂŒnglich vorgesehen, dass nur Kinder zweier nepalesischer Eltern die nepalische StaatsbĂŒrgerschaft erhalten. Die vorangehende, ab 2008 geltende Übergangsverfassung hatte hingegen bestimmt, dass ein Kind die Staatsangehörigkeit ebenfalls durch die Mutter erhalten konnte; dies war jedoch, trotz eines im Jahr 2011 durch den Obersten Gerichtshof entschiedenen PrĂ€zedenzfalls, in der Praxis kaum umgesetzt worden. Kinder blieben damals staatenlos, wenn der Vater seine Kinder nicht anerkannte, seine Dokumente verlor, fortzog oder unbekannt war. SchĂ€tzungen zufolge waren Anfang 2015 insgesamt weit ĂŒber 4 Millionen Personen in Nepal staatenlos, somit fast ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung.

Verwaltung

Seit der Verfassung von 2015 besteht Nepal aus sieben Provinzen, die die Rolle der Bundesstaaten innerhalb des föderalen Staates einnehmen. Bis dahin war Nepal in 14 Verwaltungszonen aufgeteilt, die aus 75 Distrikten bestanden. Die Verwaltungszonen waren in fĂŒnf Entwicklungsregionen zusammengefasst.

Innerhalb der Provinzen lebt die bisherige Distriktstruktur weitestgehend weiter. Die Distrikte werden weiter in Gemeinden und Ortschaften untergliedert.

Neben dem weltweit verbreiteten gregorianischen Kalender findet, auch fĂŒr offizielle Zwecke, ein eigener nepalesischer Kalender Anwendung.

Wirtschaft und Infrastruktur

Nepal gehört mit einem BIP pro Kopf von nur 733 US-Dollar (2016) zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt. Kaufkraftbereinigt betrĂ€gt das BIP pro Kopf 2.679 Int. US-Dollar (2017). Der Hauptwirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Des Weiteren lebt das Land stark von RĂŒckĂŒberweisungen der im Ausland, vor allem in den Golfstaaten, lebenden Nepalesen. Derartige Überweisungen machen geschĂ€tzt ca. 30 % des Bruttoinlandsprodukts aus.

Probleme der nepalesischen Wirtschaft sind die Binnenlage, komplizierte BĂŒrokratie, Korruption sowie hohe Handelsbilanzdefizite aufgrund fehlender Rohstoffe. Dennoch wuchs das Land in den letzten Jahren mit Raten von ĂŒber 5 % pro Jahr bis das Erdbeben 2015 die Wirtschaft zurĂŒckwarf und die Infrastruktur stark beschĂ€digte.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Nepal Platz 88 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 125 von 180 LĂ€ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

Bergbau

Bergbau ist in Nepal kaum verbreitet, denn aufgrund des ungĂŒnstigen Reliefs Nepals sowie der schlecht ausgebauten Infrastruktur können die vorhandenen BodenschĂ€tze nicht gut abgebaut werden. Abgebaut werden Rohstoffe wie Glimmer, Kalkstein sowie Braun- und Steinkohle. Außerdem sind Vorkommen von Kupfer, Eisenerz, Ocker, Quarz, Kyanit, Quecksilber, Schiefer und Cobalt vorhanden. Es werden außerdem auch noch Vorkommen von Gold, Blei und anderen Metallen in den schlecht zugĂ€nglichen Regionen des Himalaya vermutet.

Sektoren

68 % der erwerbstĂ€tigen nepalesischen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, also im sogenannten primĂ€ren Sektor. Solch ein hoher Wert ist typisch fĂŒr ein Entwicklungsland, da der industrielle und der Dienstleistungssektor noch schlecht entwickelt sind und auch Grundlagen erfordern, die wirtschaftlich rĂŒckstĂ€ndige LĂ€nder oft nicht bieten. Das Bruttonationaleinkommen liegt mit 730 Dollar pro Person (Stand 2015) im Jahr.

Trotz der hohen BeschĂ€ftigung der Bevölkerung in der Landwirtschaft betrĂ€gt ihr Anteil am Bruttosozialprodukt lediglich 38 %, da in dieser Branche nicht sehr viel verdient wird. Angebaut wird zum Beispiel Reis, der mehr als 55 % der landwirtschaftlichen NutzflĂ€che besetzt, außerdem noch Kartoffeln, Mais und verschiedene Getreidesorten. 80 % der ExportgĂŒter Nepals sind landwirtschaftliche Produkte.

Die fĂŒr die Landwirtschaft nutzbare FlĂ€che schwindet jedoch Jahr fĂŒr Jahr aufgrund verschiedener Ă€ußerer EinflĂŒsse wie dem Monsun und dem gleichzeitigen Kahlschlag der WĂ€lder, die zusammen eine starke Erosion bewirken. Dennoch ist die Produktion noch nicht gefĂ€hrdet, da es im Terai noch große ungenutzte oder nicht ganz ausgenutzte FlĂ€chen gibt.

Immerhin 17 % der Nepalesen sind in der Industrie beschĂ€ftigt und produzieren dort 22 % des Gesamteinkommens. Die industriellen Bedingungen sind in Nepal insbesondere aufgrund der schlechten Infrastruktur und der hohen Gefahr von Naturkatastrophen denkbar schlecht; außerdem befinden sich politische Reformen zur UnterstĂŒtzung von Investoren gerade erst in der Anfangsphase. Zu diesen Reformen zĂ€hlt zum Beispiel die Senkung der Steuern fĂŒr Industrieunternehmen.

Lediglich 3 % der Einwohner arbeiten im Dienstleistungssektor, verdienen dort aber immerhin 37 % des Bruttoinlandsprodukts. Die GrĂŒnde fĂŒr die wenigen ArbeitsplĂ€tze in diesem Bereich sind der schlecht ausgebildete tertiĂ€re Sektor und die nur in geringem Umfang vorhandenen Devisen.

Mit 50 Millionen Euro bringt der Tourismus etwa 30 % der Gesamtdevisen. Jedes Jahr reisen etwa 300.000 Menschen nach Nepal. Viele Sherpas verdienen ein gutes Gehalt durch TouristenfĂŒhrungen in den Bergen. Der zweitstĂ€rkste Devisenbringer ist mit 25 Millionen Euro der Export von tibetischen Teppichen, welcher durch die UNO und Swiss Aid gefördert wird. Ein nicht geringer Teil kommt auch aus der Entwicklungshilfe durch andere Staaten.

Von den ĂŒber 28 Millionen Nepalesen leben fast 40 % unterhalb der Armutsgrenze, das durchschnittliche Monatseinkommen betrĂ€gt 18 Euro. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts liegt mit 2,6 % pro Jahr nur wenig unterhalb des sehr hohen Bevölkerungswachstums, die Inflationsrate betrĂ€gt 11 %. Die Bevölkerungsdichte schwankt zwischen 25 Einwohnern pro Quadratkilometer im Hochgebirge und 1500 Einwohnern pro Quadratkilometer in Kathmandu. Lediglich 3 Prozent der Bevölkerung waren im Jahr 2017 arbeitslos. Allerdings sind die meisten ArbeitsplĂ€tze im informellen Sektor und die UnterbeschĂ€ftigungsquote ist sehr hoch.

Seit 1989 besteht die General Federation of Nepalese Trade Unions.

Infrastruktur

Luftverkehr

Der einzige internationale Flughafen des Landes ist der Tribhuvan International Airport in Kathmandu. Es gibt ĂŒber 40 regionale FlugplĂ€tze. Hierzu gehören auch die sog. STOL-FlugplĂ€tze (short take off and landing) mit ihren kurzen Landebahnen.

Eisenbahn

Die lange Zeit einzige Bahnstrecke Nepals von der indisch-nepalesischen Grenze bei Jaynagar/Khajuri bis nach Bijalpura wurde von 1937 bis 2014 von der Nepal Railways Corporation in 762 mm Schmalspur betrieben und war etwa 59 Kilometer lang. Nepal und Indien hatten 2014 beschlossen, die Strecke bis Janakpur als Zweigbahn von Indian Railways in 1676 mm Spurweite neu aufzubauen und sie langfristig bis Bardibas zu verlĂ€ngern. Nepal stieß zwischen 2010 und 2014 Planungen fĂŒr den Neubau einer Ost-West-Verbindung, der Mechi-Mahakali-Bahn, an. Erste Bauabschnitte befinden sich bereits in der Bauphase. Die Nepal Government Railway verkehrte von 1927 bis 1965 von Amlekhganj nach Raxaul in Indien. Im FrĂŒhsommer 2019 gewĂ€hrte China der Nepalesischen Regierung einen Kredit im Volumen von 18 Millionen US-Dollar fĂŒr PlĂ€ne zur Anbindung des Landes an das chinesische Schienennetz ĂŒber Tibet.

Straße

Auf Grund der Landschaftsstruktur besitzt Nepal ein nur wenig ausgebautes Straßennetz. Das gesamte Land verfĂŒgt nur ĂŒber etwa 10.000 km an asphaltierten sowie rund 7.100 km nicht asphaltierten Straßen (Stand 2007). Die wichtigste Ost-West-Verbindung ist zugleich Teil des Asian Highway 2; die einzige Straßenverbindung nach China ist der Araniko Highway, der von Kathmandu bis zur Sino-Nepal FreundschaftsbrĂŒcke fĂŒhrt. In Nepal gilt Linksverkehr.

Fußweg

Wichtigstes Fortbewegungsmittel sind die eigenen FĂŒĂŸe. Ein riesiges Netz an Wegen durchzieht das Land. FlĂŒsse und Schluchten werden auf HĂ€ngebrĂŒcken ĂŒberquert. Im Rahmen eines von der Schweiz geförderten Programms wurden insgesamt ĂŒber 5000 Drahtseil-HĂ€ngebrĂŒcken gebaut. Die lĂ€ngste ist die 1453 m lange Dodhara Chandani Bridge.

Der Transport von GĂŒtern erfolgt auch heute noch ĂŒberwiegend durch TrĂ€ger, die auf schmalen Saumpfaden hohe PĂ€sse ĂŒberwinden.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste im Fiskaljahr 2016 Ausgaben von umgerechnet 5,45 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 4,84 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,8 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 27,2 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 5,1 %
  • Bildung: 3,4 % (2003)
  • MilitĂ€r: 1,6 %

Musik

Musik und Tanz sind fast ĂŒberall verbreitet und werden hĂ€ufig bei spontanen abendlichen Treffen vorgetragen. Kinder lernen die Unterhaltungslieder durch Nachahmung und ĂŒben schon in jungen Jahren die Musik der Erwachsenen. Bei Festen wird religiöse und zeremonielle Musik von professionellen Ensembles in einem formellen Rahmen aufgefĂŒhrt. Dennoch gibt es nur ansatzweise eine landesweite Musikkultur. Jede der zahlreichen ethnischen Gruppen pflegt eigene musikalische Formen, die mit bestimmten gesellschaftlichen AnlĂ€ssen in Verbindung stehen. Außerdem ist das Spiel auf einer großen Zahl von Musikinstrumenten speziellen Musikerkasten vorbehalten, die fĂŒr andere Kasten bei religiösen Zeremonien (nach hinduistischen, buddhistischen und naturreligiösen Praktiken zu unterscheiden), jahreszeitlichen Festen (etwa zur Zeit der Reisauspflanzung) und Übergangsfeiern (wie Hochzeiten) tĂ€tig werden. Überdies ergibt sich durch die topografische Isolation der Bergregionen eine Ă€ußerst große Bandbreite traditioneller musikalischer Formen. Erst durch die 1951 aufgenommenen Übertragungen des staatlichen Rundfunks mit seinen nationalistischen Bestrebungen, den ersten Schallplattenaufnahmen in den 1960er Jahren und durch die Verbreitung von Musik mittels Kassetten ab 1980 begann sich die Musik in den lĂ€ndlichen Regionen zu verĂ€ndern. Eine grobe Orientierung folgt den drei großen ethnischen Gruppen: den die grĂ¶ĂŸte Bevölkerungsgruppe bildenden Indo-Nepalesen (Nepali-Muttersprachlern), den Newar als den historischen Bewohnern des Kathmandutals und den Tibeto-Nepalesen (wie Sherpas und Gurung). Die Musik etlicher kleinerer Ethnien und Völker ist noch nicht oder wenig erforscht.

Höfische Musik

Aus der Ă€ltesten Steininschrift zur Musik vom Anfang des 7. Jahrhunderts, die im Kathmandutal gefunden wurde, geht hervor, dass es ein Ensemble mit einem Schneckenhorn und anderen Ritualinstrumenten, möglicherweise mit Trommeln gab. Einen wesentlichen Einfluss auf die nepalesische Kultur hatte die Einwanderung hinduistischer und buddhistischer FlĂŒchtlinge aus Nordindien im 12. und 13. Jahrhundert als Folge der muslimischen Eroberungen von den Ghuriden bis zur GrĂŒndung des Sultanats von Delhi. Unter den seit dieser Zeit bis ins 18. Jahrhundert regierenden Königen der Malla-Dynastie erlebte das Kathmandutal eine kulturelle BlĂŒte, die Dichtkunst, Tanz und höfische Musik einschloss. Schriftquellen aus dem 17. und 18. Jahrhundert belegen, dass an den HerrscherhĂ€usern der Malla die indische Musiktheorie (Sanskrit sangitashastra) bekannt war. Eines der frĂŒhesten Palmblattmanuskripte des Natyashastra (um die Zeitenwende entstandenes Werk zur altindischen Musiktheorie) blieb in Kathmandu erhalten, auch die im 13. Jahrhundert verfasste Musiktheorie Sangitaratnakara war im Kathmandutal bekannt.

Unter König Mahindrasimha Malla (reg. 1717–1722) kamen muslimische Musiker aus Indien und fĂŒhrten die nordindische klassische Musik ein, die nachfolgend besonders wĂ€hrend der von 1846 bis 1951 regierenden Rana-Dynastie der Unterhaltung am Hofe diente. Der von 1885 bis 1901 regierende Bir Shumsher Jang Bahadur Rana förderte am stĂ€rksten die klassische nordindische Musik, indem er zahlreiche Musiker aus den bekannten nordindischen Gharanas (Musiktraditionen) einlud. Nach 1951 fiel die staatliche und sonstige Förderung fĂŒr die klassische indische Musik weg, die heute nur noch wenigen professionellen Musikern ein Auskommen bietet.

Newar

Die besonders von indischen EinflĂŒssen geprĂ€gte Musik der Newar ist Ă€ußerst komplex, da spezielle Musikerkasten eigene musikalische Formen praktizieren, die den vielen rituellen AnlĂ€ssen zugeordnet sind. Eine bis in vorislamische Zeit zurĂŒckreichende Tradition des tantrisch-buddhistischen Ritualgesangs, den die buddhistischen Priester der Newar praktizieren ist der carya (Newari caca). Dieser nur in den fĂŒr Mitglieder zugĂ€nglichen Schreinen (agamche) praktizierte Gruppengesang ist musikalisch mit dem altehrwĂŒrdigen Dhrupad-Stil der klassischen indischen Musik verbunden und soll magische KrĂ€fte hervorrufen.

Im buddhistischen Prozessionsmonat gunla (im August nach dem nepalischen Lunarkalender Nepal Sambat) gehen tĂ€glich Newar-MĂ€nner zu den buddhistischen Verehrungsorten, wĂ€hrend sie von der devotionalen Musik gunla bajan (gulabaja) begleitet werden. Je nach Ensembletyp spielen Mitglieder der Schneiderkaste europĂ€ische Trompeten und Klarinetten oder die Kegeloboen mvali und die Blockflöten baeca. Im letztgenannten Fall gehören MĂ€nner der niedrigen Ölpresserkaste Manandhar zum Ensemble, die neun verschiedene Trommeln, Becken und Trompeten spielen. Bei buddhistischen Totenritualen soll das BĂŒffelhorn neku den Kontakt mit den Verstorbenen herstellen und ihnen eine gĂŒnstige Wiedergeburt ermöglichen. Die Schneider treten mit ihren Blasinstrumenten und in bunten KostĂŒmen nach den Vorbildern indischer Hochzeitsbands auf.

An bedeutenden religiösen Feiertagen wird der carya-Gruppengesang mit einem Ensemble aus Trommeln (darunter der Doppelkonustrommel pashchima), Becken und fĂŒnf Paar Naturtrompeten (paytah, von Sanskrit pancatala) begleitet. Ähnliche Ensembles begleiten rituelle TanztheaterauffĂŒhrungen mit MaskentĂ€nzern wie Mahakali pyakhan, Navadurga pyakhan in Bhaktapur, Devi pyakhan und Kha pyakhan (eine Version des Mahabharata).

Die Bauern der Newar pflegen den devotionalen Gruppengesang dapha, den sie meist mit der Fasstrommel lalakhin und in einem navabaja („neun Musikinstrumente“) genannten Ensemble mit neun verschiedenen Trommeln begleiten. Dapha stellt eine mit dem nordindischen marai kirtan verwandte emphatische Form der musikalischen Verehrung des Musikgottes Nasahdyah und anderer hinduistischer Götter dar. Die von der höfischen Kultur der Malla-Könige ĂŒberlieferte Tradition wird vor allem in Bhaktapur gepflegt.

Nepali sprechende Musikerkasten

Die Damai sind eine von zwei sozial niedrigstehenden, zu den „UnberĂŒhrbaren“ zĂ€hlenden Musikerkasten, die in den mittleren Höhenlagen vorwiegend in Zentralnepal leben und Nepali sprechen. Sie sind auch Schneider, aber besonders als Musiker gefragt, die bei religiösen Festen und privaten Familienfeiern wie Hochzeiten auftreten. Das hierfĂŒr gebrauchte Ensemble heißt panche baja („fĂŒnf Musikinstrumente“) und besteht im Kern aus der Kesseltrommel damaha, von der die Damai ihren Namen haben, der kleinen Kesseltrommel tyamko, der Röhrentrommel dholaki (der indischen dholak und dholki entsprechend), der halbkreisförmig gebogenen Naturtrompete narsinga, der Kegeloboe sahanai (namensverwandt mit der indischen shehnai) und den Handzimbeln jhyali. Weitere Blasinstrumente, darunter die Langtrompete karnal können das Ensemble verstĂ€rken. Dieser Ensembletyp, der auch in Indien in der zeremoniellen Musik vorkommt, war ursprĂŒnglich ein MilitĂ€rorchester um das Kesseltrommelpaar naqqara und gelangte mit den islamischen Eroberungen im Mittelalter aus dem arabisch-persischen Raum nach SĂŒdasien. Die vom Namen des persischen Kesseltrommelpaars abgeleiteten und einzeln oder paarweise verwendeten großen nagara dĂŒrfen ausschließlich Damai-Musiker bei hinduistischen Tempelfesten schlagen.

Die andere „unberĂŒhrbare“ Musikerkaste sind die Gaine, die als BalladensĂ€nger und Bettler durch Zentral- und Westnepal wandern. In dieser Eigenschaft sind sie seit Ende des 17. Jahrhunderts schriftlich belegt. Nach den himmlischen Musikern werden sie auch Gandharva genannt. Sie singen heroische Lieder (karkha), preisen Könige und Götter und unterhalten mit Liedern ĂŒber Alltagsbegebenheiten. Dabei begleiten sie sich auf der viersaitigen Streichlaute sarangi, die nur so heißt wie die nordindische sarangi, deren Form aber mehr der sarinda entspricht. Die wandernden Gaine-Musiker, unter denen sich auch einige Frauen befinden, stammen wohl ursprĂŒnglich aus Indien. In Volksliedern (lok git) sorgt die zweifellige Zylindertrommel madal (namensverwandt mit der maddale) fĂŒr den Rhythmus. Die alte Gaine-Zupflaute arbajo ist nur noch selten zu hören.

Sino-Tibetisch sprechende Musiker

Die in den Bergen Zentralnepals lebenden Gurung unterscheiden bei ihrer traditionellen Musik die zahlreichere Gruppe der fröhlichen Lieder (sabahim) von den traurigen Liedern (Musik fĂŒr die Toten, bibhim). Der Chorgesang von MĂ€nnern und Jugendlichen wird von der Trommel madal begleitet. FĂŒr Hochzeit laden die Gurung ein panche baja-Ensemble der Damai ein. Zu den Ă€lteren Genres der Gurung-Musik gehören die Tanzstile ghantu und sorathi, die einen schamanischen Kern haben. MĂ€dchen tanzen traditionell den Ritualtanz ghantu (ghamtu) bei einem religiösen Jahresfest zur Freude der Götter, wobei sie wĂ€hrend des Tanzes von den angerufenen Geistwesen besessen werden und auch manche Zuschauer in einen Zustand der Trance geraten, weil sie die die Anwesenheit der Götter spĂŒren. Dazu singt – von madal begleitet – ein MĂ€nnerchor, der die 100 Szenen umfassende mythische Geschichte von König Parashuram und seiner Gemahlin Ambarawati vortrĂ€gt. Touristisch abgewandelte Versionen des ghantu-Tanzes werden heute bei Kulturveranstaltungen aufgefĂŒhrt. Der Tanz sorathi behandelt ebenfalls eine alte Legende der Gurung und wird von der Röhrentrommel madal begleitet. Er hat sich von einem ursprĂŒnglichen Ritual zu einem in ganz Nepal bekannten Volkstanz entwickelt. Dies fĂŒgt sich in die staatlichen Bestrebungen, die kulturellen Traditionen der nepalischen Ethnien dem Hinduismus anzugleichen.

Bei einem Todesfall tanzen die Gurung-MĂ€nner vor der Leichenverbrennung im Haus des Verstorbenen den magischen serga-Tanz. Dazu werden Zylindertrommeln und das Beckenpaar jhyali geschlagen. Schamanen tragen einen heiligen Text vor, um die Geister von der Seele des Toten fernzuhalten. Bei einem weiteren, tibetisch-buddhistischen Ritual, mit dem der Seele eine glĂŒckliche RĂŒckkehr gesichert werden soll, setzt ein Lama tibetische Instrumente ein: das Paarbecken rol-mo, die Stielhandglocke drilbu, die Klappertrommel tindar (damaru) und die Knochentrompete kangling.

Die Rituale von nepalischen Heilern und Schamanen (Nepali jhankri) finden in mehreren Monaten an jeweils anderen Schreinen statt, die bevorzugt Mahadeva (Beiname des Gottes Shiva) gewidmet sind. Sie werden meistens von einer Rahmentrommel begleitet. Im Osten und Zentrum des Landes kommt hierfĂŒr die zweifellige Stieltrommel dhyangro zum Einsatz. Wesentlich seltener ist eine kleinere einfellige Rahmentrommel (regional nah, rnga, re oder ring), die etwa bei den Gurung von magischen Heilern (pucu) geschlagen wird.

Popmusik und Jazz

In den 1950er Jahren erstmals aufgezeichnete Volkslieder (lok git) wurden anfangs durch SĂ€nger wie Dharmaraj Thapa (1924–2014) und seit den 1960er Jahren durch Kumar Basnet (* 1943), dem „Elvis Presley Nepals“, popularisiert. Jhalak Man Gandarbha (1922–2003) sang Volkslieder seiner Gaine-Kaste.

Nepalische Volkslieder verbunden mit Elementen aus klassischen indischen Ragas und westlichen Harmonien bilden eine Gruppe „moderner Lieder“ (adhunik git), die ebenfalls in den 1950er Jahren eingefĂŒhrt wurden. Die ersten SĂ€nger waren Nati Kaji (1925–2003), Shiva Shankar (1932–2004) und Ambar Gurung (1937–2016). Im Stil der indischen „leichten Klassik“ sind die sich wiederholenden rhythmischen Muster, die von tabla oder madal gespielt werden. Zu den Melodieinstrumenten der „modernen Lieder“ gehören die nepalische Bambusflöte und sarangi, aus Indien sitar, santur und Harmonium sowie einige westliche Instrumente einschließlich Keyboards. Ein weiterer PopmusiksĂ€nger ist Purna Nepali (* 1954). 1974 AD ist eine 1994 in Kathmandu gegrĂŒndete Rockband und die Gruppe Kutumba spielt eine Art Weltmusik mit nepalischen Instrumenten.

Pushkar Bahadur, ein nepalischer Trompeter, wanderte Anfang der 1940er Jahre nach Kalkutta aus, wo er unter dem Namen George Banks westlichen Jazz in einer europĂ€ischen Band spielte. Sein Sohn Dambar Bahardur wurde als Louis Banks einer der BegrĂŒnder des indischen Jazz. In den 1960er Jahren spielten beide als professionelle Musiker Jazz in Kathmandu, bevor Louis Banks 1971 nach Kalkutta zurĂŒckkehrte und dort eine eigene Band grĂŒndete.

Seit 2002 findet in Kathmandu jedes Jahr das Jazzfestival Jazzmandu statt, bei dem internationale Gruppen das in Nepal wenig bekannte Genre mit nepalischen Volksmusiktraditionen verbinden wollen.

Sport

Fußball gilt als beliebteste Sportart in Nepal, gefolgt vom Cricket. Volleyball ist Nepals offizieller Nationalsport.

Das nepalesische Cricket erfuhr in den letzten Jahren ein starkes Wachstum – vor allem Dank der geografischen NĂ€he und dem Einfluss der sĂŒdasiatischen Cricketnationen – und genießt internationale Anerkennung. Am 28. Juni 2014 vergab der International Cricket Council T20I-Status an die nepalesische Cricket-Nationalmannschaft und am 15. MĂ€rz 2018 ODI-Status. Nepal gelang es jedoch noch nicht, sich fĂŒr einen Cricket World Cup zu qualifizieren. In Gegensatz zu vielen anderen kleineren Cricketspielenden LĂ€ndern, bei denen die Nationalmannschaften Großteils aus auslĂ€ndischen Cricketspielern bestehen, bietet Nepals Nationalmannschaft ĂŒberwiegend einheimische Spieler auf, die das Cricketspielen daheim gelernt haben.

Nepals Fußballnationalmannschaft gelang es bisher nicht, sich fĂŒr eine Fußball-Weltmeisterschaft zu qualifizieren. 2015 gewann Nepal mit der SAFF U-18 Championship sein erstes internationales Turnier und 2017 gelang ihnen die Titelverteidigung. 2016 gewann Nepal außerdem den Bangabandhu Cup.

Siehe auch

  • HomosexualitĂ€t in Nepal

Literatur

  • Dieter Höss: Nepal: Menschen und Landschaften am Great Himalaya Trail. Tyrolia, Innsbruck 2017, ISBN 978-3-7022-3625-0.
  • Christian Kracht, Eckhart Nickel: Gebrauchsanweisung fĂŒr Kathmandu und Nepal. (2009) 4. Auflage, Piper, MĂŒnchen 2018, ISBN 978-3492276153.
  • Wolf Donner: Nepalkunde: Menschen, Kulturen und Staat zwischen Monsunwald und BergwĂŒste. Edition Kathmandu, Bergisch Gladbach 2008, ISBN 978-3-939834-01-4. 
  • Bernhard Kölver (Hrsg.): Aspects of Nepalese Traditions. (Proceedings of a seminar held under the auspices of Tribhuvan University Research Division and the German Research Council March 1990) Franz Steiner, Stuttgart 1992
  • Johannes Winter, Matthias Becker: Tourismus und innere Konflikte in Nepal: Politische Ökologie als konzeptionelle Bewertungsgrundlage. In: H. Faust, T. Reeh, K. Gee (Hrsg.): Freizeit und Tourismus: Konzeptionelle und regionale Studien aus kulturgeographischer Perspektive (= ZELTForum – Göttinger Schriften zu Landschaftsinterpretation und Tourismus. Band 2). Duehrkohp & Radicke, Göttingen 2004, ISBN 3-9809276-1-X, S. 161–182. 
  • JĂŒrgen C. Aschoff: Tibet, Nepal und der Kulturraum des Himalaya. Mit Ladakh, Sikkim und Bhutan. Kommentierte Bibliographie deutschsprachiger BĂŒcher von 1627 bis 1990 (AufsĂ€tze bis zum Jahre 1900). Garuda, Dietikon/Schweiz 1992, ISBN 3-906139-07-7 (online (Memento vom 2. November 2005 im Internet Archive)). 
  • Thomas Benedikter: Krieg im Himalaya: HintergrĂŒnde des Maoisten-Aufstandes in Nepal. Eine politische Landeskunde. Lit, MĂŒnster 2003, ISBN 3-8258-6895-8. 
  • Dor Bahadur Bista: Fatalism and Development: Nepal’s Struggle for Modernization. Patna 1991. 
  • Kanak Mani Dixit, Shastri Ramachandaran (Hrsg.): State of Nepal. Kathmandu 2002. 

Weblinks

  • Linkkatalog zum Thema Nepal bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Informationen des deutschen AuswĂ€rtigen Amtes
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Nepal
  • NepalNews.com – Nepalesische Nachrichtenseite in englischer Sprache
  • Asiatische Menschenrechtskommission – Menschenrechte in Nepal (engl.)
  • University of Cambridge: Digital Nepal, Daten der VolkszĂ€hlung 2001, Karten, ethnografische Materialien (inkl. digitalisierte Journals), Digitalisate seltener BĂŒcher und Manuskripte
  • Nepal Research. Website on Nepal and Himalayan Studies. nepalresearch.org
  • Nepal bei suedasien.info
  • Nepal Journals online
  • Sprachen Nepals im Ethnologue
  • Sprachen Nepals World Atlas of Language Structures Online
  • Glacial Lakes and Glacial Lake Outburst Floods in Nepal. International Centre for Integrated Mountain Development, Kathmandu, MĂ€rz 2011

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (7)

Bezeichnung der Regionen: Provinz
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Nr. 3 Bagmati 28.342005 26.567938 83.921021 86.576753 Bagmati  
Nr. 4 Gandaki 29.3307753 27.3300457 82.6907239 85.1978766 Gandaki  
Nr. 6 Karnali 30.433393 27.682508 80.984436 83.68975  
Nr. 5 Lumbini 29.3307753 27.3300457 82.6907239 85.1978766  
Nr. 1 Nr. 1 28.107836 26.356712 86.137127 88.199326 Nr. 1  
Nr. 2 Nr. 2  
Nr. 7 Sudurpashchim 30.218214 28.394239 80.056282 81.815972  
 

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Flagge: Nepal

Name englisch: Nepal
Hauptstadt: Kathmandu
Kfz: NEP
ISO: NP
ISO3: NPL
Fläche: 140800 km²
Tld: .np
Wärung Einheit: NPR
Währung: Rupee
Vorwahl: 977

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 30.4469452
südlichster Punkt: 26.3477794
westlichster Punkt: 80.0522222
östlichster Punkt: 88.1992978


 
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