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Staat Informationen : Nordkorea

Informationen:


Die Demokratische Volksrepublik Korea (koreanisch ìĄ°ì„ ëŻŒìŁŒìŁŒì˜ìžëŻŒêł”í™”ê”­, æœéźźæ°‘äž»äž»çŸ©äșșæ°‘ć…±ć’Œćœ‹, [t͡ɕo̞sʰʌÌčn mindÍĄÊ‘udÍĄÊ‘u(É°)i inmin koÌžĆ‹ÎČwaÌ ÉĄuk̚], ChosƏn MinjujuĆ­i Inmin Konghwaguk), bekannt als Nordkorea, ist ein Staat in Ostasien. Er wurde am 9. September 1948 proklamiert und umfasst den nördlichen Teil der Koreanischen Halbinsel. Nordkorea, obwohl offiziell als „Demokratische Volksrepublik“ bezeichnet, wird diktatorisch regiert und gilt als das weltweit restriktivste politische System der Gegenwart. Im Demokratieindex der Zeitschrift The Economist belegt das Land den letzten von 167 PlĂ€tzen.

Bis zur Annexion Koreas durch Japan 1910 hatte es Staaten gegeben, die sich ĂŒber die gesamte Halbinsel erstreckten. Die Teilung des Landes begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Aufteilung Koreas in eine US-amerikanische und eine sowjetische Besatzungszone, aus denen 1948 infolge der Teilung Koreas zwei unabhĂ€ngige Staaten hervorgingen. Der Koreakrieg (1950 bis 1953) besiegelte die Spaltung der koreanischen Halbinsel (siehe dazu Korea-Konflikt).

Nordkorea steht wegen der Entwicklung und Weitergabe von militĂ€rischer Raketentechnik etwa seit dem Jahr 2000 im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. 2005 wurde bekannt gegeben, dass ein nordkoreanisches Kernwaffenprogramm existiert. Die StaatsfĂŒhrung steht wegen schwerer Verletzungen der Menschenrechte international in der Kritik. 2011 war jeder zwanzigste Nordkoreaner Angehöriger des MilitĂ€rs.

Bezeichnungen

In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Nordkorea wird offiziell die Bezeichnung „Demokratische Volksrepublik Korea“ (DVRK) verwendet. Nordkorea selbst bevorzugte bis Mitte Dezember 2007 die in der DDR etablierte Übersetzung „Koreanische Demokratische Volksrepublik“ (KDVR). Bis 1977 wurde in der DDR die 1949 vom Ministerrat der DDR verfĂŒgte Bezeichnung „Koreanische Volksdemokratische Republik“ (KVDR) angewandt. Auf Bitte der nordkoreanischen Regierung war nach dem Staatsbesuch Erich Honeckers in Nordkorea 1977 die Bezeichnung in „Koreanische Demokratische Volksrepublik“ geĂ€ndert worden.

In Nordkorea ist die Kurzform ChosƏn (kor. ìĄ°ì„ , æœéźź, Korea) ĂŒblich. In SĂŒdkorea, wo Gesamtkorea Hanguk statt ChosƏn genannt wird, heißt der Nachbarstaat Bukhan (북한, 挗韓, „Nordkorea“).

Geographie

Im Norden grenzt das Land an die Volksrepublik China, hinzu kommt ein etwa 19 Kilometer langer Grenzstreifen zu Russland entlang des Flusses Tumen. Nordkoreas WestkĂŒste liegt an der Koreabucht, einem Teil des Gelben Meeres. Im SĂŒden bildet die MilitĂ€rische Demarkationslinie in der Mitte der demilitarisierten Zone die faktische Grenze zu SĂŒdkorea (Republik Korea). Im Osten befindet sich das Japanische Meer, das von den Nordkoreanern als Koreanisches Ostmeer bezeichnet wird. In den Namensstreit um das Japanische Meer ist auch SĂŒdkorea verwickelt.

  • Grenze zwischen der Volksrepublik China und Nordkorea
  • Grenze zwischen Nordkorea und Russland
  • Grenze zwischen Nordkorea und SĂŒdkorea

Das Landesinnere ist wegen seines gebirgigen Charakters nur dĂŒnn besiedelt. Die Bevölkerung konzentriert sich auf die KĂŒstenregionen im Westen und Osten des Landes. Dementsprechend befinden sich dort auch die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte Nordkoreas; neben der Hauptstadt Pjöngjang sind dies HamhĆ­ng, KaesƏng, SinĆ­iju sowie Ch’Əngjin. Nordkorea ist in neun Provinzen unterteilt.

Der höchste Berg ist der Paektusan (2.744 Meter) im Changbai-Gebirge an der Grenze zu China. Die wichtigsten FlĂŒsse sind der Tumen (im Norden) und der Amrok (bekannter unter seiner chinesischen Bezeichnung Yalu).

GrĂ¶ĂŸte StĂ€dte

Der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Ballungsraum in Nordkorea ist Pjöngjang mit einer Einwohnerzahl von 3.702.757 (Stand 1. Januar 2005). Damit leben 16 Prozent der Menschen des Landes in der Hauptstadtregion.

Die Einwohnerzahlen gelten fĂŒr den Tag der VolkszĂ€hlung von 2008 und beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne VorortgĂŒrtel. Die zehn grĂ¶ĂŸten StĂ€dte Nordkoreas sind:

Klima

Nordkorea besitzt im Wesentlichen ein gemĂ€ĂŸigtes Kontinentalklima mit vier ausgeprĂ€gten Jahreszeiten. Der Jahresniederschlag fĂ€llt hauptsĂ€chlich wĂ€hrend des Monsuns (jangma) im Zeitraum von Juni bis August. Die Wintermonate sind durch KĂ€lte und Trockenheit gekennzeichnet. Im Herbst ist das Land gelegentlich von Taifunen betroffen. Ein solcher Taifun traf besonders den Nordosten des Landes im August 2015 schwer.

Bevölkerung

Demografie

Nordkorea ist ethnisch homogen – abgesehen von einer kleinen chinesischen Minderheit im Norden des Landes – und weist den prozentual niedrigsten AuslĂ€nderanteil weltweit auf. Es gilt als praktisch unmöglich, sich als AuslĂ€nder in Nordkorea niederzulassen. Im Jahre 2017 waren 0,2 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Die Bevölkerung Nordkoreas wuchs im Zeitraum von 1960 bis 2016 von 12,3 auf mehr als 25 Millionen Menschen. Nordkoreanischen Statistiken zufolge ist die Lebenserwartung seit 1986 im Mittel gesunken. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) betrug die durchschnittliche Lebenserwartung im Zeitraum von 2010 bis 2015 fĂŒr MĂ€nner 67,2 Jahre, fĂŒr Frauen 74,1 Jahre. Die durchschnittliche SĂ€uglingssterblichkeit lag bei 5,8 Prozent. Der offizielle Zensus Nordkoreas vom Jahr 2008 gibt die Lebenserwartung von MĂ€nnern mit 65,6 Jahren an, die von Frauen mit 72,7 Jahren. Laut Angaben dieses Zensus lag die SĂ€uglingssterblichkeit im Jahr 2008 bei 1,9 Prozent. Trotz der zahlreichen Probleme und der schlechten Ausstattung des nordkoreanischen Gesundheitswesen ist es gelungen, die Lebenserwartung seit dem Ende des Korea-Kriegs um knapp 30 Jahre zu steigern und die Kindersterblichkeit zu senken. Die FertilitĂ€t pro Frau lag 2016 bei 2,0 Kindern pro Frau. Mit einem Medianalter von 34,2 Jahren und einer Bevölkerungswachstumsrate von jĂ€hrlich 0,5 Prozent hat Nordkorea eher die demographische Struktur von deutlich höher entwickelten LĂ€ndern.

Seit GrĂŒndung der Demokratischen Volksrepublik Korea gibt es, angetrieben durch die politischen Repressionen sowie die schlechten Lebensbedingungen, einen seit der Jahrtausendwende stark angewachsenen FlĂŒchtlingsstrom. Die Statistik des sĂŒdkoreanischen Ministeriums fĂŒr Wiedervereinigung ĂŒber die Zahl der im SĂŒden eintreffenden nordkoreanischen FlĂŒchtlinge zeigt eine deutliche AufwĂ€rtstendenz. Viele Nordkoreaner haben, bevor sie im SĂŒden eintreffen, vorher lĂ€ngere Zeit in anderen LĂ€ndern (meist in China) gelebt:

Die innerkoreanische Landgrenze auf direktem Wege zu ĂŒberschreiten, ist nahezu unmöglich. VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenige nordkoreanische FlĂŒchtlinge passieren die Seegrenze, die meisten ĂŒberqueren zunĂ€chst die vergleichsweise wenig bewachte Grenze zu China. Es wird vermutet, dass sich zwischen 50.000 und 300.000 nordkoreanische FlĂŒchtlinge in China aufhalten, denen es noch nicht gelungen ist, sich nach SĂŒdkorea durchzuschlagen, oder die aus anderen GrĂŒnden in China geblieben sind. China schiebt die aufgegriffenen FlĂŒchtlinge aus Nordkorea in deren Heimatland ab. GemĂ€ĂŸ unbestĂ€tigten Berichten von Amnesty International soll es zu Folterungen und auch Hinrichtungen von FlĂŒchtlingen gekommen sein, die von der chinesischen Grenze zurĂŒckkommen. In der Zeit der akuten Hungersnot wurde die Grenze relativ schwach bewacht und deren Überqueren mehr oder weniger geduldet; 2008 wurde von einer VerschĂ€rfung der Situation berichtet. Dabei kommen verstĂ€rkt WĂ€rmebildkameras zum Einsatz.

Ab dem Regierungsantritt Kim Jong-uns im Jahr 2012 ging die Zahl der in SĂŒdkorea eintreffenden FlĂŒchtlinge von 2.500 bis 3.000 auf 1.400 bis 1.500 pro Jahr zurĂŒck. Dies wird auf die gezielten Maßnahmen der nordkoreanischen Regierung zur EindĂ€mmung des FlĂŒchtlingsstroms zurĂŒckgefĂŒhrt: Einen massiven Ausbau der Befestigungen an der chinesischen Grenze, eine Propagandakampagne, die die tatsĂ€chlich auftretenden Anpassungsschwierigkeiten nordkoreanischer FlĂŒchtlinge und deren Diskriminierung in SĂŒdkorea thematisiert, sowie die teilweise Legalisierung von Auslandsaufenthalten fĂŒr NormalbĂŒrger.

Politische Einteilung

Die Einwohner sind von der Regierung in drei Kategorien / Kasten eingeteilt:

  1. „Genossen“, das bedeutet loyale Personen
  2. „schwankende Personen“
  3. „feindlich gesinnte Personen“

Diese Einteilung wurde bereits in den 1950er-Jahren vorgenommen. In den 1960er-Jahren wurde ein verfeinertes System mit 51 Untergruppen eingefĂŒhrt. Zur loyalen Kategorie gehören zum Beispiel Arbeiter, die einer Arbeiterfamilie entstammen, Mitglieder der Partei der Arbeit Koreas sowie Kriegshelden aus dem Koreakrieg. Zur Gruppe der „schwankenden Personen“ gehören ehemalige HĂ€ndler und Handwerker. Zur Gruppe der „feindlich gesinnten Personen“ gehören unter anderem Arbeiter mit schwieriger sozialer Herkunft, das heißt ehemalige Unternehmer und Beamte, ehemalige Großbauern, Personen, die an projapanischen oder pro-US-amerikanischen AktivitĂ€ten beteiligt waren sowie glĂ€ubige Christen und Buddhisten.

Diese soziale Herkunft beeinflusst den Zugang zu Ausbildung und Beruf wie auch zu von der Regierung verteilten GĂŒtern wie Lebensmitteln. Man schĂ€tzt, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung zu der Kategorie der feindlich Gesinnten gerechnet wird. In den letzten Jahren erfuhr die soziale Ordnung Nordkoreas einen gewissen Bedeutungsverlust. Der materielle Status eines Menschen (sofern er nicht der Nomenklatura angehört) ist wegen des wirtschaftlichen Umbruchs zunehmend nicht mehr vom staatlichen Versorgungssystem abhĂ€ngig, sondern ergibt sich mehr und mehr durch den Handel auf den neu entstandenen MĂ€rkten.

Religion

Die traditionellen Religionen Koreas sind der Buddhismus und der Konfuzianismus. Das Christentum war lange besonders in Pjöngjang stark vertreten. Allein dort gab es um 1907 rund 100 Kirchen mit 13.000 bis 14.000 GlĂ€ubigen, weshalb die Stadt auch als „Jerusalem des Ostens“ bezeichnet wurde. Im Jahr 2006 wurde in Pjöngjang eine russisch-orthodoxe Kirche eröffnet, die vierte christliche Kirche insgesamt in der Hauptstadt von Nordkorea.

Artikel 68 der nordkoreanischen Verfassung gewĂ€hrt seinen BĂŒrgern freie AusĂŒbung ihrer Religion, solange dies nicht zur Infiltration durch Ă€ußere KrĂ€fte oder zur Verletzung der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung missbraucht wird. Gleichwohl berichten christliche Organisationen wie Open Doors, dass praktizierende Christen in Umerziehungslagern interniert wĂŒrden. Einige existierende Kirchen werden offenbar zu Propagandazwecken genutzt. Das in der Verfassung verbriefte Recht werde den Christen verweigert, da es sich nicht um eine staatlich kontrollierte Organisation handelt. Nach Angabe von Open Doors gebe es eine aktive Untergrundkirche. Nach EinschĂ€tzung sĂŒdkoreanischer Menschenrechtler gibt es nichts, was so bezeichnet werden könnte. Auf dem Weltverfolgungsindex von Christen ist Nordkorea seit 14 Jahren auf dem ersten Platz, unter anderem weil der Besitz einer Bibel mit Todesstrafe oder Arbeitslager mit Sippenhaftung geahndet werde. Auch Amnesty International kritisiert die nicht vorhandene Religionsfreiheit und die Internierung von Christen.

Bildung

Die Schulbildung ist in Nordkorea bis zur zweiten Stufe verpflichtend und kostenlos. Bis in die frĂŒhen 1990er Jahre wurden Schulkindern kostenlose Schuluniformen zur VerfĂŒgung gestellt. Die erste Schulstufe dauert vier Jahre, die zweite Schulstufe enthĂ€lt eine sechsjĂ€hrige Ausbildung. Außerdem ist ein vorheriger einjĂ€hriger Besuch des Kindergartens verpflichtend. Die Alphabetisierungsrate soll bei 99 Prozent liegen. Laut Shin Dong-hyuk erhalten die in Konzentrationslagern inhaftierten Kinder eine rudimentĂ€re Form von Schulbildung, die der Vorbereitung zur Zwangsarbeit dient. Kang Chol-hwan beschreibt in Die Aquarien von Pjöngjang seinen Schulbesuch in der als Umerziehungslager fungierenden revolutionĂ€ren Zone des Konzentrationslagers YodƏk, der von Misshandlungen und Indoktrinierung geprĂ€gt war.

Hochschulwesen

Das Hochschulwesen in Nordkorea besteht aus zwei Zweigen, einem fĂŒr die akademische Hochschulbildung und einem fĂŒr die weiterfĂŒhrende Bildung. Der akademische Sektor besteht aus UniversitĂ€ten, Fachhochschulen und technischen Schulen. WeiterfĂŒhrende StudiengĂ€nge fĂŒr Master- und PhD-Ă€quivalente Grade werden an UniversitĂ€ten angeboten. Eine wichtige Rolle im nordkoreanischen Hochschulwesen nehmen die Kim-Il-sung-UniversitĂ€t und die UniversitĂ€t fĂŒr Wissenschaft und Technik Pjöngjang ein. Die Kim-Il-Sung-UniversitĂ€t zĂ€hlt rund 16.000 Studenten. Die Technische UniversitĂ€t Kim Ch’aek betreibt unter anderem auch Nuklearforschung.

2015 wurde in Pjöngjang auf der Insel Ssuk-sƏm der Palast der Wissenschaft und Technik errichtet.

Geschichte

Die Geschichte vor dem Zweiten Weltkrieg ist unter Geschichte Koreas zu finden.

Einrichtung eines Arbeiter- und Bauernstaates

Nachdem 1945 durch die Kapitulation Japans der Zweite Weltkrieg sein Ende gefunden hatte, wurde die Provinz Chƍsen, die dem Gebiet des seit 1910 in das Japanische Kaiserreich eingegliederten und kolonisierten Koreas entsprach, von den SiegermĂ€chten entlang des 38. Breitengrads in zwei Besatzungszonen aufgeteilt. Der SĂŒden wurde von US-amerikanischen Truppen besetzt, der Norden kam unter Kontrolle der Roten Armee.

Die Sowjetunion hatte ein strategisches Interesse daran, einen ihr wohlgesinnten koreanischen Staat aufzubauen. Dieser sollte als Puffer gegenĂŒber Japan dienen, da die koreanische Halbinsel als mögliche Operationsbasis fĂŒr einen Angriff auf die Sowjetunion gesehen wurde. Abgesehen davon, dass Japan und Russland auf eine konfliktreiche gemeinsame Geschichte zurĂŒckblicken, beschleunigte diese Strategie Japans AnnĂ€herung an die USA. Im Folgenden sollte daher in Nordkorea ein Arbeiter-und-Bauern-Staat nach marxistisch-leninistischen Vorstellungen aufgebaut werden.

Ende des Jahres 1945 setzte eine starke Einwanderungsbewegung von ethnischen Koreanern aus der Sowjetunion ein (vor allem aus den zentralasiatischen Sowjetrepubliken), durch die die kommunistischen Gruppen im Norden gestĂ€rkt wurden. Die staatlichen Stellen in der Sowjetunion propagierten insbesondere die Übersiedlung „politisch gebildeter“ Koreaner. Am 13. Oktober 1945 wurde das Nordkoreanische BĂŒro der KP Koreas als Sektion der gesamtkoreanischen KP (mit Sitz in Seoul) gebildet, zu dessen Vorsitzendem im Dezember Kim Il-sung bestimmt wurde.

Im Februar 1946 wurde das Provisorische Volkskomitee gebildet, an dessen Spitze Kim Il-sung stand. Im FrĂŒhjahr spaltete sich die nordkoreanische Sektion der KP ab und bildete eine eigene „Kommunistische Partei Nordkoreas“, die sich am 29. Juli mit der linken Neuen Volkspartei zur Partei der Arbeit Nordkoreas vereinigte. Erster GeneralsekretĂ€r wurde Kim Du-bong. Die sĂŒdkoreanischen Kommunisten vereinigten sich nach der Abspaltung der nordkoreanischen Sektion ebenfalls mit anderen linken Parteien zur Nam-joseon-rodong-Partei (SĂŒd-Joseon-Arbeiterpartei). In der Folgezeit erhöhte die US-amerikanische Besatzungsmacht ihren Druck auf die kommunistische Untergrundbewegung. FĂŒhrende Parteimitglieder wurden verhaftet, die restlichen flohen in den Norden, von wo aus die Untergrundarbeit im SĂŒden fortgesetzt wurde. Im Juni 1949 vereinigten sich beide Parteien zur Partei der Arbeit Koreas, deren Vorsitzender Kim Il-sung wurde. DarĂŒber hinaus wurde mit der Koreanischen Demokratischen Partei und der Chondoistischen Ch’Əngu-Partei eine Nationale Einheitsfront gebildet.

1946 begann auch die wirtschaftliche Umgestaltung des Landes. Im FrĂŒhjahr wurde eine Bodenreform durchgefĂŒhrt und im SpĂ€tsommer begann die Verstaatlichung der Industriebetriebe.

Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde unter alliierter Verwaltung im Gesetz zur Gleichheit der Geschlechter garantiert, das am 30. Juli 1946 eingefĂŒhrt wurde. Am 3. November 1946 fanden Wahlen zu den so genannten Volkskomitees, den lokalen Verwaltungsorganen, statt. Es gab lediglich die Option, fĂŒr oder gegen die Einheitsfront zu stimmen. Offiziell entfielen 97 Prozent der abgegebenen Stimmen auf die Einheitsfront. Der 1. Kongress der Volkskomitees bestimmte am 17. Februar 1947 die erste nordkoreanische Regierung unter Kim Il-sung und wĂ€hlte das Volkskomitee Nordkoreas als eine Art Parlament.

Im SpĂ€therbst 1947 wurde offiziell die Ausarbeitung einer Verfassung angekĂŒndigt, womit die baldige Ausrufung eines eigenstĂ€ndigen nordkoreanischen Staates besiegelt schien. Die Verfassung wurde in Moskau redigiert und schließlich von Stalin genehmigt. Am 25. August 1948 fanden Wahlen zur Obersten Volksversammlung (OVV) statt, die am 8. September die Verfassung bestĂ€tigte. Einen Tag spĂ€ter wurde die Demokratische Volksrepublik Korea proklamiert.

Zuvor war am 15. August in Seoul die Republik Korea ausgerufen worden. Beide Staaten erkannten einander nicht an und sahen sich jeweils als den einzig rechtmĂ€ĂŸigen koreanischen Staat an.

Koreakrieg (1950–1953)

Nach dem Abzug sowjetischer und amerikanischer Truppen aus Nord- bzw. SĂŒdkorea ĂŒberschritten nordkoreanische Truppen am 25. Juni 1950 die Grenze zur Republik Korea. Ziel des Angriffs war, die Teilung Koreas aufzuheben und SĂŒdkorea in die sozialistische Demokratische Volksrepublik zu integrieren. Dem Norden gelang zunĂ€chst ein rasches VorrĂŒcken und die Eroberung fast der gesamten koreanischen Halbinsel. Truppen der UNO und vor allem der US-Luftwaffe gelang es, den Vormarsch zu stoppen. Die Truppen des SĂŒdens und seine VerbĂŒndeten eroberten nun ihrerseits Nordkorea und rĂŒckten bis an die chinesische Grenze vor. China kam dem Norden mit militĂ€rischen Freiwilligen-VerbĂ€nden zu Hilfe. In diesem nunmehr faktisch amerikanisch-chinesischen Konflikt stabilisierte sich die Front schließlich nahe den Ausgangspositionen. Die US-Luftwaffe zerstörte in einem Vernichtungskrieg nordkoreanische StĂ€dte, wobei ca. 1,5 Millionen Menschen umkamen. Am 27. Juli 1953 wurde in Panmunjeom ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, das eine gegenĂŒber der Vorkriegssituation geringfĂŒgig verĂ€nderte Demarkationslinie am 38. Breitengrad festschrieb. Es wurde eine entmilitarisierte Zone geschaffen und eine neutrale Überwachungskommission eingesetzt. Etwa drei Millionen Zivilisten starben in diesem Krieg, mehr als das Dreifache der Zahl gefallener Soldaten.

Herrschaft Kim Il-sungs (1948–1994)

Die Konsolidierung der Alleinherrschaft

In den 1950er Jahren arbeitete Kim Il-sung an der Konsolidierung seiner unangefochtenen FĂŒhrungsposition in Staat und Partei. Bis dahin bestand die Partei der Arbeit Koreas aus verschiedenen Fraktionen, die wenig Sympathie fĂŒreinander hatten. In den Jahren von 1957 bis 1962 wurden die peking- und moskautreuen FunktionĂ€re ausgeschaltet, was Kims Position nachhaltig stĂ€rkte. Am 15. Dezember 1955 wurde Außenminister Pak Hon-yong zum Tode verurteilt (Vorwurf: er sei ein US-amerikanischer Spion). 1956 wurde Mu Chong, ehemaliger General der chinesischen Armee und im Koreakrieg Stabschef im Generalhauptquartier der vereinigten StreitkrĂ€fte von China und Nordkorea, als Vertreter der Yan’an-Gruppe hingerichtet.

1958 folgten weitere SĂ€uberungen, die sich gegen sowjetfreundliche Kader wie HƏ Ka-i, Sympathisanten der Chruschtschow’schen Tauwetterpolitik und wiederum mit China verbundene FunktionĂ€re wie Kim Du-bong richteten. Die „SĂ€uberungen“ entwickelten sich von einer zeitweiligen Erscheinung zu einem permanenten, systemimmanenten PhĂ€nomen. Auch 1997 gab es eine solche Kampagne gegen reformorientierte Armeeangehörige und Parteikader, unter ihnen den Vorsitzenden des Ministerrates Kang Song-san.

Ab Mitte der 1960er Jahre wurde Kim Il-sung in den nordkoreanischen Medien als Großer FĂŒhrer bezeichnet. Die Bezeichnung FĂŒhrer war bis dahin (sowohl innerhalb Nordkoreas als auch in der internationalen kommunistischen Bewegung ĂŒberhaupt) Lenin und Stalin vorbehalten gewesen.

Durch die materielle UnterstĂŒtzung von China und der Sowjetunion konnte die Industrieproduktion Nordkoreas wieder auf Vorkriegsniveau gebracht werden. Gegen Ende der 1960er Jahre zeigte die nordkoreanische Wirtschaft Anzeichen einer Stagnation, die der anderer Staaten des Ostblocks Ă€hnelte. Ein RĂŒckgang der landwirtschaftlichen Produktion und der Mangel an KonsumgĂŒtern fĂŒhrten zu einem Niedergang der Wirtschaft; die immensen MilitĂ€rausgaben waren eine zusĂ€tzliche Belastung.

Das nach Stalins Tod (1953) zu Tage tretende chinesisch-sowjetische ZerwĂŒrfnis ĂŒber die weitere Entwicklung des Kommunismus verkomplizierte die Situation Nordkoreas. ZunĂ€chst lavierte man zwischen beiden benachbarten GroßmĂ€chten. Die Kritik der sowjetischen FĂŒhrung an Stalin (unter anderem geißelte Chruschtschow in seiner Geheimrede am XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 Stalins Personenkult), verstand Kim Il-sung als Infragestellung seiner eigenen Position. Auch lehnte er das von der Sowjetunion propagierte Konzept der friedlichen Koexistenz ab. 1962 schlug sich Kim auf die Seite Mao Zedongs; wie Mao hielt er strikt am traditionellen Politikstil und somit am Personenkult fest. Ausschlaggebend fĂŒr den Bruch mit der Sowjetunion war deren Verhalten in der Kubakrise (Oktober 1962), das die Nordkoreaner als DefĂ€tismus verstanden. Die Sowjetunion kappte daraufhin alle Hilfen fĂŒr Nordkorea, das neben Albanien einer der engsten VerbĂŒndeten Chinas wurde. China, das selbst in den Wirren der Kulturrevolution gefangen war, konnte die UdSSR als Handelspartner aber nicht ersetzen. Die Bestrebungen, militĂ€rstrategische UnabhĂ€ngigkeit von der Sowjetunion zu erreichen, belasteten die nordkoreanische Volkswirtschaft zusĂ€tzlich; deshalb arbeitete Kim Il-sung ab 1965 wieder auf eine Normalisierung des VerhĂ€ltnisses zur UdSSR hin.

Isolation

Die Propagierung der Chuch’e-Ideologie gegen Ende der 1960er Jahre, die die Autarkie Nordkoreas als oberstes Ziel definiert, erscheint als Reaktion auf die zunehmend isolierte Position Nordkoreas. Kim Il-sung wurde fortan als Großer FĂŒhrer bezeichnet. Die Isolation des Landes verstĂ€rkte sich auch dadurch, dass die Regierung versuchte, die wirtschaftlichen Erfolge SĂŒdkoreas und den Niedergang im Norden vor der nordkoreanischen Bevölkerung geheim zu halten.

Der zeitweilige Bruch mit Moskau fĂŒhrte zu einer aggressiveren Haltung gegenĂŒber SĂŒdkorea; der mĂ€ĂŸigende Einfluss der Sowjetunion war nicht mehr gegeben. Ende der 1960er Jahre kam es zu militĂ€rischen EinsĂ€tzen Nordkoreas. Im Januar 1968 kaperte die nordkoreanische Marine das US-amerikanische Spionageschiff USS Pueblo (AGER-2), und nachdem nordkoreanische Soldaten auf das Territorium des SĂŒdens vorgedrungen waren, kam es an der Demarkationslinie zu Gefechten zwischen nord- und sĂŒdkoreanischen Truppen.

Die sogenannte Erste Nuklearkrise 1994 war gekennzeichnet durch Mobilmachungen in Nord- und SĂŒdkorea und die Anordnung allerhöchster Alarmbereitschaft der US-Einheiten vor Ort.

Personenkult und Klanherrschaft

1972 nahm Nordkorea eine neue Verfassung an, aufgrund derer Kim Il-sung zum PrĂ€sidenten erklĂ€rt wurde. Der Kult um seine Person nahm ab diesem Zeitpunkt bislang unbekannte Ausmaße an und auch die Familie Kims wurde einbezogen (sowohl Kim Jong-il, sein Nachfolger, als auch seine verstorbene Frau Kim Jong-suk). Die „Diktatur des Proletariats“ entwickelte sich immer mehr zur Herrschaft weniger Familienclans mit der Familie Kims an der Spitze (Oligarchie). Neben seinem Sohn wurde auch Kims dritte Frau Kim Song-ae einbezogen, die hohe Posten in Partei und Massenorganisationen einnahm.

Herrschaft Kim Jong-ils (1994–2011)

Kim Il-sung starb 1994. Nach einer staatlich verordneten dreijĂ€hrigen Trauerzeit ĂŒbernahm sein Sohn Kim Jong-il den Posten des GeneralsekretĂ€rs der Partei der Arbeit Koreas. Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission war er bereits seit 1993, jedoch gewann diese 1998 durch eine VerfassungsĂ€nderung stark an Einfluss. Der Posten des PrĂ€sidenten ist bis heute frei, da Kim Il-sung durch die VerfassungsĂ€nderung von 1998 zum Ewigen PrĂ€sidenten wurde. Kim Jong-il wurde als Geliebter FĂŒhrer bezeichnet, spĂ€ter als Großer FĂŒhrer wie der Vater.

Die Zeit seit dem Zusammenbruch des sozialistischen Staatenblocks ist in Nordkorea von einem relativ kompromisslosen Festhalten am Status quo gekennzeichnet. Dies zeigt sich sowohl in der sozialistischen Wirtschaftspolitik als auch in der weiterhin auf Isolation ausgerichteten Außen- und Verteidigungspolitik. Grund hierfĂŒr ist die Annahme der nordkoreanischen FĂŒhrung, dass ein Abweichen von der bisherigen Linie, eine Aufweichung des stalinistisch geprĂ€gten Regimes, zwangslĂ€ufig zu dessen Sturz fĂŒhren wĂŒrde, was man an den ehemaligen osteuropĂ€ischen Bruderstaaten beobachten könne.

Kim Jong-il starb nach offizieller Verlautbarung am 17. Dezember 2011 wÀhrend einer Zugfahrt an einem Herzinfarkt. Noch am Tag der Bekanntgabe des Todes, am 19. Dezember 2011, wurde sein Sohn, Kim Jong-un, von der amtlichen koreanischen Nachrichtenagentur als Nachfolger tituliert.

ErnÀhrungslage

Durch den Zusammenbruch des Ostblocks kam Nordkoreas Außenhandel Anfang der 1990er Jahre fast völlig zum Erliegen. Der Import billigen Erdöls, von Ersatzteilen fĂŒr Maschinen, KunstdĂŒnger und Nahrungsmitteln aus der Sowjetunion riss fast gĂ€nzlich ab. Die ohnehin strukturell zu niedrige Nahrungsmittelproduktion wurde ab 1994 in Folge der Fertigstellung eines Dammes, durch den große Teile der ohnehin wenig vorhandenen AnbauflĂ€chen ĂŒberschwemmt wurden, weiter gehemmt. Aufgrund dieser Entwicklungen und durch schwere Fehler in der Reaktion der nordkoreanischen Regierung, die in den ersten Jahren der Krise keine Helfer ins Land lassen wollte, kam es zu einer schweren Hungersnot, durch deren direkte und indirekte Folgen von 1994 bis 1999 eine große Zahl von Nordkoreanern starb. Die Opferzahl ist bis heute nur annĂ€herungsweise bekannt. Erste SchĂ€tzungen schwankten zwischen 220.000 und 3,5 Millionen Todesopfern, spĂ€tere Studien gingen von einer Zahl zwischen 600.000 und einer Million aus.

Im MĂ€rz des Jahres 2011 informierte eine Untersuchungsgruppe, die sich aus dem WelternĂ€hrungsprogramm der Vereinten Nationen, der ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und der UNICEF zusammensetzte, die Weltgemeinschaft, dass etwa sechs Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht seien. Das WelternĂ€hrungsprogramm startete daraufhin eine Notoperation, die 3,5 Millionen Nordkoreaner mit Lebensmitteln versorgen soll. International wird diese Nothilfeoperation auch kritisch betrachtet, da Vertreter vieler Staaten fĂŒrchten, die nordkoreanische Regierung wĂŒrde die Lage dramatisieren, um Hilfen zu erschleichen und diese dann zweckzuentfremden. Nach dem ersten Bericht eines UN-Nothilfekoordinators seit 2002, in diesem Fall von Valerie Amos, mussten die tĂ€glichen öffentlichen Verteilungs-Rationen von 400 auf 200 Gramm pro Person halbiert werden. Es fehlten zum jĂ€hrlichen Bedarf von 5,3 Millionen Tonnen Getreide etwa eine Million Tonnen. Aufgrund der chronischen ErnĂ€hrungskrise sei jedes dritte Kind unter fĂŒnf Jahren kleinwĂŒchsig. Im Jahre 2015 waren laut Zahlen der Weltbank 41,6 % der Bevölkerung unterernĂ€hrt.

Am 29. MĂ€rz 2016 kĂŒndigten Staatsmedien einen erneuten „beschwerlichen Marsch“ an, eine Terminologie, die die FĂŒhrung bereits in der Hungersnot 1994 benutzt hatte. Man rief die Bevölkerung zur Einsparung von Lebensmitteln auf. Im Februar 2019 gab Nordkorea gegenĂŒber den Vereinten Nationen an, dass aufgrund von schlechten Witterungsbedingungen sowie Sanktionen 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel fehlen wĂŒrden. Als Folge mĂŒssten die staatlichen Essensrationen beinahe halbiert werden.

Entwicklung der Beziehungen zwischen Nord- und SĂŒdkorea

Im Jahr 2000 zeichneten sich im Rahmen der Sonnenscheinpolitik Kim Dae-jungs Entspannungserfolge zwischen Nord- und SĂŒdkorea ab. FĂŒr einige Zeit waren Besuche von seit Jahrzehnten durch die koreanische Teilung getrennt lebenden Familienangehörigen möglich. Es wurde die Erneuerung der Verkehrsverbindungen zwischen beiden Staaten, die bislang außer Betrieb waren, vereinbart. SĂŒdkoreanische Touristen konnten in der Folge und bis zum Jahr 2008, als eine sĂŒdkoreanische Frau unter bisher nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rten UmstĂ€nden von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen wurde, die KĆ­mgang-Berge besuchen. SĂŒdkoreanische Unternehmen produzieren seit 2003 in nordkoreanischen Sonderwirtschaftszonen (Industrieregion KaesƏng). Die Mannschaften Nord- und SĂŒdkoreas marschierten gemeinsam bei den Olympischen Spielen 2000 ein. Schließlich kam es sogar zum ersten Gipfeltreffen der beiden StaatsoberhĂ€upter in Pjöngjang.

Unter dem sĂŒdkoreanischen PrĂ€sidenten Lee Myung-bak kĂŒhlte sich das VerhĂ€ltnis zwischen beiden Staaten jedoch merklich ab. Lee hatte bereits im Wahlkampf angekĂŒndigt, eine hĂ€rtere außenpolitische Linie gegenĂŒber Nordkorea zu verfolgen. Die nordkoreanische Regierung kĂŒndigte schließlich an, die Grenzen zum SĂŒden ab 1. Dezember 2008 zu schließen. Von dieser Maßnahme sind vor allem Reisen von SĂŒdkoreanern in die grenznahen Tourismusgebiete Nordkoreas betroffen. Vorausgegangen waren Aktionen sĂŒdkoreanischer Nichtregierungsorganisationen, die mit Hilfe von Ballons tausende FlugblĂ€tter ĂŒber Nordkorea abgeworfen hatten. Darin waren Informationen ĂŒber den Gesundheitszustand Kim Jong-ils und dessen Familienbeziehungen enthalten. Beide Themen gelten in Nordkorea als Tabus. Entsprechend verĂ€rgert zeigte sich die nordkoreanische FĂŒhrung und warf SĂŒdkorea eine feindlich gesinnte Politik vor.

Einen neuen Tiefpunkt in den Beziehungen zu SĂŒdkorea stellte der Untergang des sĂŒdkoreanischen Kriegsschiffs Cheonan am 26. MĂ€rz 2010 dar, bei dem 46 Seeleute ums Leben kamen. Das Schiff sank nahe der Insel Baengnyeongdo nach einer Explosion. Baengnyeong gehört zu SĂŒdkorea, liegt jedoch vor der nordkoreanischen KĂŒste. Die Seegrenze zwischen den beiden koreanischen Staaten ist umstritten. Eine Expertenkommission aus Vertretern SĂŒdkoreas, der USA und anderer westlicher Staaten kam zu dem Ergebnis, dass das Schiff durch einen nordkoreanischen Torpedo versenkt worden sei. Nordkorea bestritt eine Verwicklung in den Vorfall.

Am 23. November 2010 beschossen nordkoreanische Einheiten in einem Artillerieduell mit dem sĂŒdkoreanischen MilitĂ€r die bewohnte und zum MilitĂ€rstĂŒtzpunkt ausgebaute sĂŒdkoreanische Insel Yeonpyeong mit mehr als 100 Granaten, wobei zwei sĂŒdkoreanische Soldaten sowie zwei sĂŒdkoreanische Zivilisten starben. Eine militĂ€rische Auseinandersetzung dieses Ausmaßes hatte es seit Ende des Koreakrieges nicht gegeben.

Herrschaft Kim Jong-uns (seit 2011)

Nach dem Tod von Kim Jong-il am 17. Dezember 2011 folgte dessen jĂŒngster Sohn Kim Jong-un seinem Vater an der Staatsspitze nach. Es wird jedoch vermutet, dass sein Onkel Jang Song Thaek die Politik des Landes bis zu seiner Verhaftung entscheidend mitprĂ€gte. Ebenso seien Armeespitzen als FunktionĂ€re mit in Entscheidungen eingebunden.

Nordkorea erklÀrte sich Mitte April 2012 im Wege einer VerfassungsÀnderung auch offiziell zur Atommacht.

In seiner Neujahrsrede 2013 sprach Kim Jong-un von einer möglichen Aussöhnung mit dem SĂŒden und machte Andeutungen, die eine Modernisierung des Staates unter seiner Herrschaft möglich erscheinen ließen.

Außenpolitische Krise

Nachdem die UN verschĂ€rfte Sanktionen gegen Nordkorea verhĂ€ngt hatten und die Vereinigten Staaten von Amerika gemeinsame militĂ€rische Manöver mit SĂŒdkorea ankĂŒndigten, kĂŒndigte Kim im FrĂŒhjahr 2013 erneute Atomtests an, rief das Kriegsrecht aus, versetzte die StreitkrĂ€fte in volle Bereitschaft, drohte sowohl SĂŒdkorea als auch den Vereinigten Staaten mit einem nuklearen PrĂ€ventivschlag und schloss vorĂŒbergehend den Zugang zur Sonderwirtschaftszone KaesƏng. Die internationale Staatengemeinschaft, darunter auch die VR China, ein VerbĂŒndeter Nordkoreas, verurteilten diese DrohgebĂ€rden scharf und mahnten Nordkorea zur MĂ€ĂŸigung.

Die Vereinigten Staaten hielten die Drohungen ĂŒberwiegend fĂŒr Kriegsrhetorik, reagierten jedoch darauf mit der AnkĂŒndigung, weitere Raketenabwehrstationen auf ihren Pazifikinseln, wie Guam, zu errichten, um einen möglichen Angriff abzufangen. Im Juni 2013 entspannte sich das VerhĂ€ltnis zwischen den koreanischen Staaten wieder.

2018 nahm Nordkorea an der Winterolympiade in SĂŒdkorea teil und trat im Frauen-Eishockey in einer gemeinsamen nord- und sĂŒdkoreanischen Mannschaft an.

Laut dem Expertenbericht an den UNO-Sicherheitsrat, der Anfang Februar 2018 bekannt wurde, umging Nordkorea 2017 UN-Handelsembargos „in großem Stil“. Kohle wird exportiert, Erdöl und Eisen importiert, Schiffe fahren dafĂŒr unter falscher Flagge und mit gefĂ€lschten Frachtpapieren. 40 Lieferungen gingen demnach zwischen 2012 und 2017 an das syrische Chemiewaffenprogramm. Myanmar wurde mit ballistischen Raketen und Raketenwerfern beliefert. Nach Erkenntnissen des deutschen Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) wurden ĂŒber die Botschaft in Berlin Hightech-Bestandteile (teilweise Dual-Use-GĂŒter) fĂŒr das nordkoreanische Raketen- und Atomwaffenprogramm beschafft.

Innerer Machtkampf

Anfang Dezember 2013 wurde der Vizevorsitzende der Nationalen Verteidigungskommission Nordkoreas, Jang Song Thaek, verhaftet und entmachtet. Ihm wurden unter anderem Hochverrat, Bestechlichkeit, Spielsucht, Drogenmissbrauch, Geldverschwendung und Ausverkauf von Rohstoffen an die Volksrepublik China vorgeworfen. Jang wurde am 12. Dezember 2013 hingerichtet. Zugleich wurde Jangs Witwe und Schwester von Kim Jong-il, Kim KyƏng-hĆ­i Mitte Dezember 2013 in das Komitee fĂŒr das StaatsbegrĂ€bnis des Mitglieds des PolitbĂŒros des Zentralkomitees der PdAK und Vorsitzenden der Parteikontrollkommission Kim Kuk-thae berufen.

Im Februar 2017 wurde Kim Jong-uns Halbbruder Kim Jong-nam auf dem Flughafen Kuala Lumpur ermordet.

PrekĂ€re Versorgungslage, Maßnahmen gegen COVID-19

Schmuggel aus China leistet in den Grenzregionen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Lage. Das Regime hat der Polizei einen Schießbefehl an der Grenze zu China erteilt – aus Angst, dass das Coronavirus aus China eingeschleppt werden könnte. Der Handel mit China brach laut offiziellen Zahlen 2020 um mehr als 80 Prozent ein. StĂŒrme und Überschwemmungen vernichteten im SpĂ€tsommer 2020 Teile der Ernte. Laut offiziellen zweifelhaften Zahlen ging die Lebensmittelproduktion im vergangenen Jahr um 15 bis 20 Prozent zurĂŒck. Dennoch wies Nordkorea Angebote humanitĂ€rer Hilfe zurĂŒck. Der UN-Sonderberichterstatter fĂŒr die Menschenrechtslage in Nordkorea (TomĂĄs Ojea Quintana) hat im MĂ€rz 2021 in einem Bericht an den UN-Menschenrechtsrat vor einer „ernsten Nahrungsmittelkrise“ gewarnt. Es gebe bereits Berichte ĂŒber Hungertote und eine zunehmende Zahl von bettelnden Kindern und Alten, die von ihren Familien nicht mehr versorgt werden könnten.

Politik

Politisches System

Nordkorea ist laut Verfassung ein sozialistischer Staat. Der klassische Marxismus-Leninismus wurde 1977 offiziell durch die von StaatsgrĂŒnder Kim Il-sung entwickelte Chuch’e-Ideologie ersetzt, welche eine Weiterentwicklung der Staatsideologie darstellen soll. Im Jahr 2009 wurden zudem die Kommunismus-BezĂŒge aus der Verfassung gestrichen und ein militaristischer Staat kodifiziert.

Der Regierungsapparat wird von der Partei der Arbeit Koreas (Abk.: PdAK) dominiert, deren FĂŒhrungsrolle in der Verfassung verankert ist. Daneben gibt es zwei weitere, kleinere Blockparteien. Diese Parteien sind in der Demokratischen Front fĂŒr die Wiedervereinigung des Vaterlandes zusammengeschlossen. Das höchste Machtorgan des Staates bildet formell das Parlament (Oberste Volksversammlung), dessen Mitglieder auf fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt werden. Da dieses allerdings lediglich ein- bis zweimal im Jahr fĂŒr wenige Tage in der Mansudae-Kongresshalle zusammentritt, wird das Land wĂ€hrend der Sitzungspausen vom PrĂ€sidium der Obersten Volksversammlung regiert. Dessen Vorsitzender, zurzeit Choe Ryong-hae, ist formal das Staatsoberhaupt. Dieses Amt kann er aber nur protokollarisch ausĂŒben, da de jure noch immer der 1994 verstorbene Kim Il-sung Staatsoberhaupt ist und er de facto dem Obersten FĂŒhrer untergeordnet ist. Die Rolle der Regierung hat der Ministerrat inne. Dessen Vorsitzender und damit formeller Regierungschef ist Pak Pong-ju. Dieser wird durch die Oberste Volksversammlung ernannt, er wiederum ernennt die Minister. Daneben existiert das Verteidigungskomitee, das fĂŒr die Außenpolitik zustĂ€ndig ist und den Oberbefehl ĂŒber das MilitĂ€r besitzt.

Das Verfahren zur Besetzung öffentlicher Ämter wird in der Verfassung als „demokratischer Zentralismus“ bezeichnet. Aus den unfreien Scheinwahlen geht in der Regel der Einzige, von der Partei der Arbeit Koreas aufgestellte Kandidat mit 100 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von knapp unter 100 Prozent als Sieger hervor. Wahlberechtigt laut Verfassung sind alle BĂŒrger ab Vollendung des 17. Lebensjahres ohne psychische Erkrankung. Das Wahlrecht kann per Gerichtsurteil aberkannt werden. Diese formale Verfassungsordnung hat jedoch in der Praxis keine Bedeutung.

Die tatsĂ€chlichen Machtstrukturen innerhalb des Landes sind diffus. Im Ausland wird Nordkorea gemeinhin als totalitĂ€re, stalinistische Diktatur unter der FĂŒhrung Kim Jong-uns angesehen. Einige akademische Kreise bezeichnen das politische System Nordkoreas jedoch infolge der Übernahme von Strukturen aus der Zeit der japanischen Herrschaft ĂŒber Korea, durch die die StaatsfĂŒhrung innerhalb des Kim-Clans dynastisch weitervererbt wird, als de facto absolutistische Monarchie mit deutlichen Parallelen zum Japanischen Kaiserreich unter Tennƍ Hirohito in den 1930er bis 40er Jahren.

Brian Reynolds Myers betont zudem die Parallelen zur rassistisch-xenophoben Ideologie der prĂ€faschistisch-kolonialistischen japanischen MilitĂ€rdiktatur. Ziel sei die Vereinigung aller Koreaner (die als genetisch ĂŒberlegen dargestellt werden) in einem ethnisch homogenen Staat. Andere Autoren betonen die Parallelen zum europĂ€ischen Faschismus, da dem japanischen Militarismus anders als dem europĂ€ischen Faschismus ein charismatischer FĂŒhrer gefehlt habe. Aufgrund dessen, der Existenz von Konzentrationslagern, bezeichnen einige Beobachter Nordkorea auch als nationalsozialistisches Regime.

Seit dem Tod Kim Il-sungs wird der Posten des PrĂ€sidenten nicht mehr besetzt, da dieser fĂŒr immer Kim Il-sung (dem Ewigen PrĂ€sidenten) vorbehalten sei. Kim Jong-Il vereinigte jedoch neben anderen SpitzenĂ€mtern den Vorsitz der Partei der Arbeit Koreas und des Verteidigungskomitees auf sich, das vom Parlament inzwischen zum höchsten Amt des Staates erklĂ€rt wurde. Dies kann als Konsequenz der von Kim Jong-Il eingefĂŒhrten Songun-Politik gesehen werden, der zufolge alle Belange des Staates der Entwicklung und Verbesserung des MilitĂ€rs unterzuordnen sind. „Der Schutz der revolutionĂ€ren FĂŒhrung um jeden Preis ist der höchste Patriotismus und die erste PrioritĂ€t unseres MilitĂ€rs und des Volkes“, hieß es nach Berichten der sĂŒdkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap in einem Leitartikel der offiziellen Zeitung Rodong Sinmun. BegrĂŒndet wird dies mit einem Bedrohungsszenario, das von der stets akuten Gefahr einer Invasion durch auslĂ€ndische Truppen ausgeht. Nicht zuletzt wird durch Songun auch der Aufbau des Atomwaffenarsenals gerechtfertigt. Mitte April 2012 verabschiedete die Oberste Volksversammlung eine VerfassungsĂ€nderung, in der es heißt, der 2011 gestorbene Herrscher Kim Jong Il habe aus dem Land einen Staat im Besitz von Atomwaffen und einer unbezwingbaren militĂ€rischen Macht geformt. Als Folge leidet die Bevölkerung immer wieder an Hungersnöten, es mangelt an KonsumgĂŒtern, die Infrastruktur ist unzureichend und das Gesundheitssystem ungenĂŒgend.

Auf den BĂŒrgerkrieg in Libyen 2011 reagierten offizielle Stellen in Nordkorea mit der Aussage, Libyen hĂ€tte besser nicht auf sein Atomprogramm verzichten sollen. Die New York Times zitierte einen Blogeintrag des Koreaspezialisten RĂŒdiger Frank, wonach aus nordkoreanischer Perspektive daher ein AbrĂŒcken von der Songun-Politik in weite Ferne rĂŒcke.

Menschenrechte

Nordkorea zĂ€hlt zu jenen LĂ€ndern, in denen die Menschenrechte am wenigsten geachtet werden. Kritik an der FĂŒhrung wird streng bestraft. Die Medien werden vollstĂ€ndig vom Staat kontrolliert, ungenehmigte Versammlungen sind verboten. Es ist den Nordkoreanern nicht erlaubt, das Land zu verlassen. Auch der Aufenthaltsort im eigenen Land wird von den Behörden vorgeschrieben und hĂ€ngt von der persönlichen politischen Kaste ab. Zum Tode verurteilte Personen werden oft in der Öffentlichkeit hingerichtet.

Menschenrechtsgruppen berichten von mehreren Konzentrations- und Umerziehungslagern im Land, in denen hauptsĂ€chlich politische Gefangene sowie Menschen, die aufgrund ihres Glaubens verhaftet wurden, inhaftiert sind. Selbst schwangere Frauen werden in diesen Lagern zu langer und harter Arbeit gezwungen. Die Inhaftierten sind der WillkĂŒr der WĂ€rter ausgeliefert, zudem existieren Berichte ĂŒber Folter, teilweise bis zum Tod. Inhaftierte starben infolge von Folter, Hunger, durch Nahrungsmittelentzug oder wurden aufgrund von geringen Vergehen hingerichtet. Westlichen Hilfsorganisationen zufolge sind rund 200.000 Menschen interniert (Stand 2005), von denen etwa 10 bis 20 Prozent jĂ€hrlich durch die miserablen LagerverhĂ€ltnisse oder Exekutionen zu Tode kommen. Vereinzelte Zeugen (zum Beispiel Kang Chol-hwan oder Lee Soon-ok), denen es gelungen ist, aus den Lagern und aus Nordkorea zu fliehen, berichten zudem ĂŒber Menschenversuche an Gefangenen mit Gasen oder Viren.

Einer der detaillierteren Berichte ĂŒber die Situation in diesen Lagern stammt von Shin Dong-hyuk. 1982 im Konzentrationslager Kaechon geboren, war er niemals dafĂŒr vorgesehen, dieses zu verlassen, denn aufgrund der in Nordkorea praktizierten Sippenhaftung wird auch die gesamte Familie eines Verurteilten bestraft. Dadurch verbringen auch ihre Nachkommen ihr gesamtes Leben in den Lagern. FĂŒr nordkoreanische VerhĂ€ltnisse ungewöhnlich, wurde er nicht einmal in der Ideologie und Staatsauffassung unterrichtet. Nachdem er 22 Jahre im Lager gelebt und die Hinrichtung seiner Mutter und seines Bruders miterlebt hatte, monatelang gefoltert wurde, ihm ein Finger abgetrennt und er Zeuge unzĂ€hliger öffentlicher Hinrichtungen geworden war, gelang ihm im Januar 2005 die Flucht. Über China erreichte er 2006 SĂŒdkorea, wo er seitdem lebt und zusammen mit Menschenrechtsorganisationen versucht, auf die Situation in Nordkorea aufmerksam zu machen. Im Konzentrationslager HaengyƏng existiert eine Gaskammer, in der laut dem vormaligen Lagerkommandanten Kwon Hyuk Gefangene zu Anschauungszwecken vergast wurden. Der geflohene WĂ€chter Ahn Myong-chol berichtete auch von Menschenversuchen im Lager HaengyƏng.

Die Religionsfreiheit ist in Nordkorea nur formell gewÀhrleistet (siehe Abschnitt Religion).

Nach China geflĂŒchtete Nordkoreaner, die aus China zurĂŒck nach Nordkorea abgeschoben wurden, sollen hingerichtet worden sein, teilweise öffentlich, um Landsleute vor einer Flucht abzuschrecken. So sollen Anfang 2005 in nur einem Monat 70 Menschen in diesem Zusammenhang hingerichtet worden sein.

Die Verteilung von durch das Ausland gelieferten Nahrungsmitteln und anderer HilfsgĂŒter wurde bisher immer durch die Behörden durchgefĂŒhrt. Die Regierung verschlimmerte so besonders wĂ€hrend der Hungersnot der 1990er Jahre die Situation, da regierungsfreundliche Personen und insbesondere das MilitĂ€r bevorzugt wurden. Da eine gerechte Verteilung der HilfsgĂŒter nicht gewĂ€hrleistet werden konnte, zogen sich mehrere Hilfsorganisationen aus Nordkorea zurĂŒck.

Am 17. Februar 2014 legt eine Untersuchungskommission der UNO in Genf so detailliert wie noch nie einen Bericht von 372 Seiten vor: Basierend auf Erfahrungsberichten von Dutzenden Exilanten und FlĂŒchtlingen werden dem Regime in Pjöngjang systematische und weitreichende Menschenrechtsverletzungen, von denen viele Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind, vorgeworfen: Vernichtung, Versklavung und das Aushungern der eigenen Bevölkerung. Die Experten empfehlen ob der Notlage der Bevölkerung keine generellen Sanktionen, sondern Sanktionen gegen die verantwortlichen FunktionĂ€re und deren Anklage vor einem Internationalen Strafgerichtshof, was in einem Brief auch dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un mitgeteilt worden ist, so der Leiter der UNO-Kommission Michael Kirby. Die Volksrepublik China verhinderte als engster VerbĂŒndeter Nordkoreas und stĂ€ndiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats jedoch bisher eine entsprechende Anklage.

Informationsfreiheit

Die öffentlichen Medien werden vollstĂ€ndig vom Staat und dessen Nachrichtenagentur KCNA kontrolliert. Die BĂŒrger haben praktisch keinen Zugang zu unabhĂ€ngigen und auslĂ€ndischen Nachrichtenquellen. In der von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit belegte Nordkorea seit der Erstveröffentlichung im Jahre 2002 bis zum Jahre 2006 stets den letzten, zwischen 2007 und 2016 den vorletzten Platz. Im Jahr 2017 belegte das Land wieder den letzten Platz.

Im Juni 2004 – 18 Monate nachdem der erste Mobilfunknetzbetreiber seinen Dienst aufgenommen hatte – verfĂŒgte die Regierung Nordkoreas, dass alle Mobiltelefone wieder eingezogen werden sollen und alle Mobilfunkbetreiber verboten werden. Es soll damit verhindert werden, dass unliebsame Informationen ins Land kommen bzw. dasselbe verlassen oder Regimegegner Informationen austauschen können. Im Dezember 2008 erhielt Koryolink, ein Joint-Venture des Ă€gyptischen Telekom-Mischkonzernes Orascom Telecom und der staatlichen nordkoreanischen Post- und Kommunikationsbehörde, eine Lizenz zum Betrieb eines UMTS-Mobilfunknetzes in Pjöngjang. Der bislang einzige Mobilfunkanbieter hatte bereits im Juni 2010 ĂŒber 100.000 Teilnehmer, im Februar 2012 wurde die Eine-Million-Marke erreicht. Mit Stand von 2012 waren allerdings weder GesprĂ€che ins Ausland, noch die Nutzung des mobilen Internets möglich. Weiterhin dĂŒrfen die offiziell importierten MobilgerĂ€te nicht ĂŒber Memory-Cards, Videokameras oder eine Bluetooth-Funktion verfĂŒgen. Medienberichten zufolge mĂŒssen Personen, die einen Mobilfunkanschluss haben möchten, neben ihren persönlichen Daten auch eine ErklĂ€rung darĂŒber abgeben, dass sie keine Anrufe tĂ€tigen, deren Inhalt Staatsgeheimnisse berĂŒhrt und das GerĂ€t auch nicht missbrĂ€uchlich verwenden. Zudem soll eine Erlaubnis der Sicherheitsbehörden nötig sein, die nur der Nomenklatura erteilt wird. Im Grenzgebiet zu China sollen Menschen aber mithilfe von chinesischen GerĂ€ten auf das Netz des Nachbarlandes zugreifen und somit auch AuslandsgesprĂ€che fĂŒhren können.

Die nordkoreanische Regierung ist bestrebt, freie Berichterstattung in Nordkorea zu unterbinden. Journalisten, auch aus dem Ausland, dĂŒrfen sich nur in Begleitung von staatlich bestellten Kontrolleuren im Land bewegen. Im Januar 2012 wurde Associated Press erlaubt, ein KorrespondentenbĂŒro in Pjöngjang zu eröffnen. AP wurde damit die erste auslĂ€ndische Nachrichtenagentur, die regelmĂ€ĂŸig aus dem Land berichten darf. Die wenigen auslĂ€ndischen Journalisten kommen nur „auf Einladung regierungsnaher Strukturen“ offiziell ins Land. Da unabhĂ€ngiger Journalismus nicht möglich ist, muss die japanische Zeitung Rimjin-gang auf Nordkoreaner zurĂŒckgreifen, die Informationen heimlich und unter hohem Risiko aus dem Land schmuggeln, welche dann ĂŒber China weitergeleitet werden.

Die starke Isolation und restriktive Informationspolitik des Landes fördert die Bildung von GerĂŒchten und Spekulationen im Ausland. So berichtete die BBC im MĂ€rz 2014 von einer angeblichen Vorschrift, wonach ein Teil der Bevölkerung die Frisur Kim Jong-uns zu tragen habe. Die Meldung geht auf eine Veröffentlichung des US-amerikanischen Senders Radio Free Asia zurĂŒck und wurde danach von zahlreichen Medien ĂŒbernommen. Beobachtungen von Informanten des auf Nordkorea spezialisierten Onlineportals NK News konnten die Meldung jedoch nicht bestĂ€tigen. Ein Friseursalon, den ein ZDF-Team im Jahr 2017 besuchen konnte, um den Alltag des Volkes zu dokumentieren, bot 18 Frisuren fĂŒr Frauen und 10 fĂŒr MĂ€nner an, womit die BĂŒrger die Verbundenheit mit dem Staat zum Ausdruck bringen. Es wurde im Verlauf der Reportage eine sehr vorsichtige und kontrollierte Öffnung des Landes festgestellt, jedoch bei strikter Isolation aller AuslĂ€nder von Einheimischen, von wenigen arrangierten Kontakten mit ausgewĂ€hlten GesprĂ€chspartnern abgesehen.

Im Jahr 2004 wurde ein Lesesaal des Goethe-Instituts in Pjöngjang eröffnet. Der Bestand umfasste neben deutscher Literatur vor allem praktische FachbĂŒcher von Medizin bis Bauingenieurwesen. ZusĂ€tzlich waren dort bis zum Jahr 2007 auch deutsche Zeitschriften und Zeitungen zugĂ€nglich. Ob es der nordkoreanischen Bevölkerung tatsĂ€chlich möglich war, dieses Angebot anzunehmen, war allerdings von Anfang an umstritten. In den ersten drei Monaten des Jahres 2007 kamen etwa 50 Besucher in den Lesesaal; im November 2009 wurde er seitens des Goethe-Institutes geschlossen. Als Ursache wurden Vertragsverletzungen der nordkoreanischen Seite genannt, die den ungehinderten Zugang zur vorhandenen Literatur nur regimetreuen Kadern gewĂ€hrte. Im Oktober 2008 kam es auf Initiative des Deutschen Botschafters in Nordkorea Thomas SchĂ€fer zu einer Ausstellung der United Buddy Bears im Stadtzentrum von Pjöngjang. Es war die erste öffentliche Kunstausstellung aus dem Ausland, die fĂŒr jedermann frei zugĂ€nglich war.

Medienberichten zufolge wurden Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Koreanischen Zentralfernsehen gezeigt, jedoch nicht live. Spiele, die von Mannschaften feindlich angesehener Staaten gewonnen wurden, wurden nicht ausgestrahlt. Die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2010, fĂŒr die sich die nordkoreanische Mannschaft qualifizieren konnte, wurden mithilfe der Asia-Pacific Broadcasting Union ausgestrahlt. Zuvor waren Verhandlungen mit der sĂŒdkoreanischen Sendeanstalt SBS, die die Rechte fĂŒr die gesamte Koreanische Halbinsel besitzt und 2006 die Bilder fĂŒr Nordkorea lieferte, aufgrund von politischen Spannungen gescheitert. Die Aufzeichnung der ersten Partie gegen Brasilien wurde einen Tag spĂ€ter ausgestrahlt. Das zweite Spiel gegen Portugal wurde live ausgestrahlt.

Internet

Nordkoreas Bevölkerung ist teilweise vom globalen Internet abgeschottet. Die Nomenklatura, die Elite aus politischer und militĂ€rischer FĂŒhrung, nutzt das Internet dagegen ausgiebig zum Konsum und der Benutzung von auslĂ€ndischen Medien, wie Filmen, Computerspielen und sozialen Netzwerken.

Die physische Infrastruktur des Internets in Nordkorea wird (Stand Februar 2021) durch je ein chinesisches und ein russisches Unternehmen, die jeweils ein Kabel in Nordkorea betreiben, bereitgestellt.

Etliche amtliche Stellen sowie Regierungsangestellte, FremdenfĂŒhrer und Studenten, mit denen westliche Besucher sich unterhalten dĂŒrfen, haben E-Mail-Adressen bei Providern in China, die ein nordkoreanisch-chinesisches Gemeinschaftsunternehmen darstellen. Unter diesen sind sie auch aus dem Westen erreichbar, sofern der Absender zuvor bei offiziellen nordkoreanischen Stellen registriert wurde.

Es gibt ein landesweites Intranet namens Kwangmyong, das hauptsĂ€chlich Betriebe, Behörden und Ministerien verbindet. In der Großen Studienhalle des Volkes dĂŒrfen westliche Besucher beobachten, wie Studenten ĂŒber dieses Intranet chatten. Zivile Nutzung durch Mitarbeiter der angeschlossenen Organisationen ist eingeschrĂ€nkt möglich. Es soll jedoch die Möglichkeit geben, Kwangmyong ĂŒber Tablets via einer VPN-Anbindung zu nutzen. WLAN oder Bluetooth sind jedoch nicht vorhanden.

Der nordkoreanische Staat betreibt ĂŒber die Organisation Komitee fĂŒr die friedliche Wiedervereinigung Koreas neben der Website Minjok Tongshin auch den Online-Dienst Uriminzokkiri, der Nachrichten auf koreanisch, englisch und russisch sowie Inhalte des nordkoreanischen Fernsehens auf YouTube bereitstellt.

Im September 2014 wurde es auslĂ€ndischen Botschaften verboten, WLAN zu nutzen. Hintergrund dieser Aktion war, dass die Botschaften ihr WLAN nicht verschlĂŒsselten, sodass es jedermann möglich war, ĂŒber diese Netze im Internet zu surfen. Es wird vermutet, dass die Botschaften ihr WLAN absichtlich nicht verschlĂŒsselten, um nordkoreanischen BĂŒrgern einen Zugriff auf auslĂ€ndische Websites zu ermöglichen. Angeblich sollen infolgedessen sogar die Wohnungspreise in direkter Nachbarschaft der Botschaften gestiegen sein.

Im Zeitraum von drei Jahren, von 2018 bis einschließlich 2020, stieg die Internetnutzung in Nordkorea insgesamt um 300 Prozent an.

Außenpolitik

In den ersten Jahren nach seiner GrĂŒndung fĂŒhrte Nordkorea nur Beziehungen zu anderen kommunistischen Staaten. Eine außenpolitische Öffnung begann in den 1960er und 70er Jahren mit dem Beitritt zur Bewegung der Blockfreien Staaten und der Aufnahme von Beziehungen mit LĂ€ndern der Dritten Welt. Nach dem Kollaps der Nordkoreanischen Wirtschaft, aufgrund des Zusammenbruchs des Ostblocks am Anfang der 1990er Jahre, musste das Land wegen fehlender finanzieller Ressourcen einen Teil seiner Botschaften schließen. Gleichzeitig nahm Nordkorea in dieser Zeit zum ersten Mal Beziehungen zu marktwirtschaftlichen Staaten der westlichen Welt auf.

Wegen seines Atomprogramms und der schweren Menschenrechtsverletzungen, die Nordkorea vorgeworfen werden, ist das Land weitgehend isoliert. Nordkorea selbst begrĂŒndete sein Atomprogramm bisher als grundlegend fĂŒr seine nationale Sicherheit und berief sich dabei auf seine nationale SouverĂ€nitĂ€t. Starke Beziehungen pflegt das Land noch mit Laos, Vietnam und Kambodscha in SĂŒdostasien. Weitere LĂ€nder mit besseren Beziehungen zu Nordkorea sind Kuba, Venezuela, Russland und der Iran. Es gibt Berichte, dass der Iran und Nordkorea bei ihren jeweiligen Atomprogrammen kooperiert haben. Einziger nomineller VerbĂŒndeter des Landes ist die Volksrepublik China. Es besteht in Nordkorea eine erdrĂŒckende wirtschaftliche und politische AbhĂ€ngigkeit von China, denn der grĂ¶ĂŸte Teil des Außenhandels des Landes wird ĂŒber die chinesischen Grenze abgewickelt. In letzter Zeit kĂŒhlten sich die Beziehungen aufgrund wiederholter nordkoreanischer Raketentests jedoch deutlich ab. Im September 2017 stimmte China der UN-Sicherheitsratsresolution 2375 zu, mit der die wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Land deutlich verschĂ€rft wurden.

Nordkorea ist neben Bhutan, Iran und Syrien eines der LĂ€nder, die keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten unterhalten. Weitere LĂ€nder, mit denen das Land keine Beziehungen unterhĂ€lt oder die die Beziehungen abgebrochen haben, sind u. a. Argentinien, Botswana, Estland, Frankreich, Irak, Saudi-Arabien, Israel, Japan und Taiwan. Das VerhĂ€ltnis zu SĂŒdkorea und Japan ist von erheblichen Spannungen geprĂ€gt. Mit Japan sind die wiederholten EntfĂŒhrungen japanischer StaatsbĂŒrger und das Atomprogramm des Landes Streitpunkte. Die QualitĂ€t der Beziehungen zum Bruderstaat SĂŒdkorea schwankte in der Geschichte der beiden LĂ€nder sehr stark. Nach der Intensivierung des Atom- und Raketenprogramms Nordkoreas im Laufe des Jahres 2017 erreichten die Beziehungen zunĂ€chst einen absoluten Tiefpunkt und jegliche bilaterale Zusammenarbeit wurde suspendiert. Im Mai 2018 wurde jedoch bei einem Treffen von Kim Jong-un mit dem PrĂ€sidenten SĂŒdkoreas Moon Jae-in eine AnnĂ€herung der beiden LĂ€nder beschlossen. Ergebnisse des Treffens waren u. a. die WiedereinfĂŒhrung der gemeinsamen Koreanischen Zeit und der Beschluss, den nach wie vor herrschenden Kriegszustand zwischen beiden Staaten bis zum Ende des Jahres 2018 zu beenden.

Internationale VertrÀge

Nordkorea vereinbarte 1961 mit der Sowjetunion und der Volksrepublik China jeweils einen Freundschaftsvertrag, der gegenseitige militĂ€rische und wirtschaftliche Hilfen umfasste. Russland kĂŒndigte den Vertrag am 7. August 1996 kurz vor seinem Ablauf im September desselben Jahres und ersetzte ihn durch einen 2006 unterzeichneten Vertrag, der keine militĂ€rische Beistandsklausel mehr enthielt. Der Vertrag mit der Volksrepublik China ist noch in Kraft, die gegenseitigen Verpflichtungen wurden jedoch verringert.

Am 17. September 1991 wurde Nordkorea Mitglied der Vereinten Nationen. Der Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag erfolgte im Dezember 1985 und der Austritt im April 2003.

Anfang September 2012 wurde in Teheran ein wissenschaftliches und technologisches Kooperationsabkommen mit dem ebenfalls politisch isolierten Iran unterzeichnet. An dem Treffen zwischen Außenminister Pak Ui-chun und dem iranischen Forschungsminister Kamran Daneschdschu nahmen auch Kim YƏng-nam und Mahmud Ahmadinedschad teil. Das Abkommen sieht die Errichtung gemeinsamer Labors, den Austausch wissenschaftlicher Arbeitsgruppen und Technologietransfers in den Bereichen Informationstechnik, Energie, Umwelt, Landwirtschaft und ErnĂ€hrung vor.

MilitÀr

Konventionelle StreitkrÀfte

Laut nordkoreanischer Geschichtsschreibung wurde am 6. Juli 1932 von Kim Il-sung eine Koreanische Revolutionsarmee gegrĂŒndet, um fĂŒr eine UnabhĂ€ngigkeit Chƍsens vom japanischen Kaiserreich zu kĂ€mpfen. Am 25. April 1932 erfolgte die GrĂŒndung einer Antijapanischen Partisanenvolksarmee (APVA), aus der im MĂ€rz 1934 die Koreanische RevolutionĂ€re Volksarmee (KRVA) hervorging. Abgesehen von einem Angriff auf eine Polizeistation in Pochonbo am 4. Juni 1934, der propagandistisch als Schlacht ĂŒberhöht wurde, ist die KRVA wĂ€hrend der Zeit, als Korea eine Provinz Japans war, nur in begrenztem Umfang in Erscheinung getreten. WĂ€hrend bis zum Anfang der 1960er Jahre die entscheidende Rolle der Sowjetarmee bei der Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft noch offiziell anerkannt wurde, hieß es spĂ€ter in der Geschichtsschreibung Nordkoreas lange Zeit nur noch, die KRVA unter der FĂŒhrung Kim Il-sungs hĂ€tte Korea befreit. Heute wird der Anteil der Sowjetarmee an der Befreiung Nordkoreas zumindest partiell wieder anerkannt.

Noch vor der GrĂŒndung der Volksrepublik am 9. September 1948 wurde bereits am 8. Februar 1947 die Koreanische Volksarmee (KVA) aufgestellt, die in den folgenden Jahren in großem Umfang aufgerĂŒstet wurde. Die KVA umfasste zu dieser Zeit etwa 200.000 Soldaten. Ausbilder und Waffen kamen aus der Sowjetunion.

Die paramilitÀrischen Arbeiter-und-Bauern-Rotarmisten bestehen seit 1959.

Die Land- und die LuftstreitkrĂ€fte sind jeweils die zweitgrĂ¶ĂŸten in Asien nach denen der Volksrepublik China. Insgesamt stehen stĂ€ndig mehr als eine Million Soldaten unter Waffen. Die Dienstzeit betrĂ€gt je nach Waffengattung drei bis sieben Jahre. Die Ausbildung wird von einer Indoktrination begleitet, die es jedem Soldaten der KVA zur heiligen Pflicht macht, fĂŒr die Verteidigung der Volksrepublik und die Wiedervereinigung der Halbinsel und Befreiung SĂŒdkoreas von den US-Truppen bis zum letzten Blutstropfen zu kĂ€mpfen. Die Waffen gelten aber weitgehend als veraltet, Probleme mit Ersatzteilen dĂŒrften die Einsatzbereitschaft weiter begrenzen.

Neben den Hauptgegnern SĂŒdkorea und dessen VerbĂŒndeten USA ist vor allem Japan aufgrund seiner frĂŒheren Kolonialpolitik von 1910 bis 1945 ein wesentlicher Teil des Feindbildes der Koreanischen Volksarmee.

Atomwaffen- und Raketenprogramm

Etwa seit der Jahrtausendwende stand Nordkorea wegen des Streits um sein Atomwaffenprogramm im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Nach eigenen Angaben verfĂŒgt der Staat ĂŒber mehrere einsatzbereite Atombomben. Eine zurzeit in Nordkorea in Entwicklung befindliche Interkontinentalrakete des Typs Taepodong-2 soll, mit einem Atomsprengkopf bestĂŒckt, die WestkĂŒste der USA erreichen können. Das Atomprogramm wird wesentlich aus den erbeuteten Einnahmen durch die AktivitĂ€ten des BĂŒro 121 finanziert.

Nach eigenen Angaben hat Nordkorea am 9. Oktober 2006 erstmals einen unterirdischen Atomtest erfolgreich durchgefĂŒhrt. Messungen russischer und sĂŒdkoreanischer Experten bestĂ€tigten die Meldung, dass eine Sprengung durchgefĂŒhrt wurde. Ob es sich um eine atomare oder eine konventionelle Sprengung handelte, ist jedoch noch nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt. Am 10. Oktober 2006 zitierte SĂŒdkoreas Nachrichtenagentur Yonhap einen nordkoreanischen Regierungsmitarbeiter: „Wir hoffen, dass die Lage geklĂ€rt ist, bevor es zu einem unglĂŒcklichen Zwischenfall kommt und wir eine Atomrakete abfeuern“, was als indirekte Drohung gesehen wird.

Im Oktober 2007 begann Nordkorea mit US-amerikanischen und weiteren internationalen Experten seine Atomanlagen zu zerstören. Als Gegenleistung wurden Wirtschaftshilfen und weitere Hilfsmaßnahmen fĂŒr die Bevölkerung gewĂ€hrt. Nachdem am 27. Juni 2008 der KĂŒhlturm des Atomreaktors NyƏngbyƏn gesprengt wurde, kĂŒndigte der US-PrĂ€sident George W. Bush die Aufhebung von Handelssanktionen an und ließ Nordkorea von der Liste der den Terror unterstĂŒtzenden Staaten löschen.

Im Februar 2013 fĂŒhrte Nordkorea erneut einen Atomtest durch, der international auf starke Kritik stieß. Anfang MĂ€rz 2013 drohte Kim Jong-un mit einem prĂ€ventiven Atomschlag gegen die USA, falls die UN-Sanktionen weiter verstĂ€rkt wĂŒrden. Letzteres geschah jedoch wie erwartet am 7. MĂ€rz 2013. Am Abend des 5. Januars 2016 meldete Nordkorea den erfolgreichen Test einer Wasserstoffbombe. Kurz darauf, am 8. Februar 2016, gelang Nordkorea der Start einer Langstreckenrakete, mit der ein Satellit in den Orbit gebracht wurde. Experten und internationale Beobachter gingen jedoch davon aus, dass der Zweck des Abschusses der Test von Raketentechnologie war, um eine einen Atomsprengkopf tragende Rakete zu entwickeln, mit der die Vereinigten Staaten von Amerika erreicht werden können. Am 9. April 2016 wurde ein Booster fĂŒr die Interkontinentalraketen (ICBM) vom Typ KN-14 erfolgreich getestet.

Die Entwicklungen, die das nordkoreanische Raketenprogramm hervorbrachte, machten von 2013 bis 2017 eine Reihe von technologischen SprĂŒngen, von denen Experten ĂŒberzeugt sind, dass sie auf Basis auslĂ€ndischer Entwicklungen erfolgt sein mĂŒssen. Im Juli 2017 wurde mit der Hwasong-14 mit 3400 Meilen Reichweite die erste echte Interkontinentalrakete Nordkoreas erprobt. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhĂ€ngte anschließend im September 2017 weitere Sanktionen. Als Resultat der Raketentests drosselte die Volksrepublik China die Ausfuhr von Diesel und Benzin nach Nordkorea, so dass angenommen wird, der einzig verbliebene Lieferant seien Tanker, die aus der Russischen Föderation, von Wladiwostok aus, Nordkoreanische HĂ€fen mit Treibstoff versorgten, ohne internationale GewĂ€sser zu befahren. Wenig spĂ€ter wurden jedoch chinesische Schiffe von US-Spionagesatelliten erfasst, wie sie in etwa 30 FĂ€llen in einer Spanne zwischen Oktober und Dezember 2017 Treibstoff auf See an nordkoreanische Schiffe abgaben.

Am 29. November 2017 wurde von Nordkorea eine Rakete vom Typ Hwasong-15 gestartet. Pjöngjang erklĂ€rte, dass diese Rakete das ganze Festland der USA erreichen könne. Der amerikanische Raketenexperte Lance Gatling sagte dazu: „Bisher haben die Nordkoreaner nur gezeigt, dass sie den Pazifik treffen können“.

Am 20. April 2018 erklĂ€rte Nordkorea, dass es niemals Atomwaffen einsetzen werde, es sei denn, es bestĂŒnde eine nukleare Bedrohung oder eine nukleare Provokation. Des Weiteren werde es keinen Transfer von Atomwaffen oder entsprechender Technologie geben. Alle interkontinentalen Langstreckenraketentests wĂŒrden ab dem 21. April 2018 eingestellt, da die Realisierung des Atomwaffenprogramms erfolgreich abgeschlossen sei.

Verwaltungsgliederung

Nordkorea gliedert sich in neun Provinzen sowie drei besondere Verwaltungsregionen. Pjöngjang wird direkt von der Regierung verwaltet.

Provinzen

  • Chagang-do (자강도; 慈江道)
  • HamgyƏng-pukto (핹êČœ 북도; 撾鏡挗道)
  • HamgyƏng-namdo (핹êČœ 낹도; 撾鏡捗道)
  • Hwanghae-pukto (황핎 북도; é»ƒæ”·ćŒ—é“)
  • Hwanghae-namdo (황핎 낹도; é»ƒæ”·ć—é“)
  • KangwƏn-do (강원도; æ±ŸćŽŸé“)
  • P’yƏngan-pukto (평안 북도; ćčłćź‰ćŒ—道)
  • P’yƏngan-namdo (평안 낹도; ćčłćź‰ć—道)
  • Ryanggang-do (량강도; ć…©æ±Ÿé“)

Besondere Verwaltungsregionen

  • Industrieregion KaesƏng (KaesƏng Kong-Əp Chigu; 개성 êł”ì—… ì§€ê”Ź; é–‹ćŸŽć·„æ„­ćœ°ć€)
  • Touristenregion KĆ­mgang-san (KĆ­mgang-san Kwanwang Chigu; ꞈ강산 ꎀꎑ ì§€ê”Ź; é‡‘ć‰›ć±±è§€ć…‰ćœ°ć€)
  • Besondere Verwaltungsregion SinĆ­iju (SinĆ­iju T’ƭkbyĆ­l HaengjƏnggu; ì‹ ì˜ìŁŒ íŠč별 í–‰ì •ê”Ź; æ–°çŸ©ć·žç‰čćˆ„èĄŒæ”żć€)

Besondere StÀdte

  • Namp’o (Namp’o T'Ć­kpyƏlsi; 낹포 íŠčëł„ì‹œ; ć—æ”Šç‰čćˆ„ćž‚)
  • RasƏn (RasƏn T’ƭkpyƏlsi; 띌선 íŠčëł„ì‹œ; çŸ…ć…ˆç‰čćˆ„ćž‚)

StÀdte unter direkter Verwaltung der Regierung

  • Pjöngjang (P’yƏng-yang Chik’alshi; 평양 직할시; ćčłćŁ€ç›Žèœ„ćž‚)
  • frĂŒhere:
    • RasƏn (Rajin-SƏnbong) (RasƏn Chik’alshi; 띌 선 (띌진-선뎉) 직할시; çŸ…ć…ˆ (矅掄-慈鋒) ç›Žèœ„ćž‚)

Infrastruktur

Verkehr

Das Verkehrsnetz ist vor allem auf die BedĂŒrfnisse des MilitĂ€rs ausgerichtet, so finden sich zum Beispiel in Grenzregionen riesige BetonsĂ€ulen neben der Straße, die im Bedarfsfall als Panzersperre auf die Straße gekippt werden können.

Der HauptverkehrstrĂ€ger ist die nordkoreanische Bahn. Sie leidet jedoch hĂ€ufig an dem Energiemangel des Landes, so kommt es vor, dass E-Loks auf freier Strecke halten mĂŒssen, da die Oberleitung nicht genĂŒgend Spannung fĂŒhrt. RegelmĂ€ĂŸige Fernzugverbindungen von Pjöngjang aus bestehen nach Peking (ĂŒber Shenyang) und Moskau (ĂŒber Shenyang oder Ussurijsk). Im Mai 2007 ĂŒberquerten erstmals seit Jahrzehnten wieder EisenbahnzĂŒge die innerkoreanische Grenze. Einen regelmĂ€ĂŸigen Personenzugverkehr zwischen Nord- und SĂŒdkorea lehnt der Norden jedoch ab. Russland befĂŒrwortet den Anschluss der sogenannten Transkoreanischen Eisenbahnmagistrale, die die Koreanische Halbinsel in Nord-SĂŒd-Richtung durchquert, an die Transsibirische Eisenbahn. Die so entstehende Verbindung zwischen SĂŒdkorea und Europa wĂŒrde im GĂŒterverkehr (auch in Bezug auf den japanischen Markt) eine Alternative zum zeitaufwĂ€ndigeren Schiffsweg bilden.

Zwischen WƏnsan und Niigata in Japan bestand bis Juli 2006 eine unregelmĂ€ĂŸige FĂ€hrverbindung, deren Benutzung StaatsbĂŒrgern Nordkoreas und Japans vorbehalten war. Auf der Linie verkehrte das 1992 mit Mitteln der Ch’ongryƏn gebaute Schiff Mangyongbyong-92. Nach den von Japan als unfreundlicher Akt verstandenen Raketentests verbot Japan der FĂ€hre dauerhaft das Einlaufen in seine HĂ€fen.

Von Pjöngjang fĂŒhren Autobahnen nach Nordosten, nach Osten (WƏnsan), nach SĂŒden (KaesƏng) und nach Westen (Namp’o), jedoch hat der motorisierte Individualverkehr in Nordkorea keine Bedeutung.

Bei Pjöngjang befindet sich der internationale Flughafen Sunan. RegelmĂ€ĂŸige internationale Passagier-Flugverbindungen der staatlichen Fluggesellschaft Air Koryo bestehen jedoch lediglich nach Peking, Shanghai und Shenyang in China, Bangkok in Thailand sowie nach Wladiwostok. InlandsflĂŒge sind z. B. zum Flughafen Ch’Əngjin möglich.

Am 22. April 2004 ereignete sich ein großes ZugunglĂŒck bei RyongchƏn. Bei der Katastrophe in der an der Grenze zur Volksrepublik China gelegenen Stadt wurden laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua mindestens 161 Menschen getötet und etwa 1300 verletzt.

Es gibt zwei Straßenbahnnetze; die Straßenbahn Pjöngjang und die Straßenbahn Ch’Əngjin. Das grĂ¶ĂŸte Busnetz bildet der Oberleitungsbus Pjöngjang.

Gesundheit

In einem im Juli 2010 veröffentlichten Bericht wies Amnesty International auf die prekĂ€re Situation des nordkoreanischen Gesundheitssystems hin. So seien die KrankenhĂ€user des Landes unzureichend ausgestattet und die hygienischen ZustĂ€nde katastrophal. Medikamente sind kaum erhĂ€ltlich und mĂŒssen auf den MĂ€rkten gekauft werden, mangels BetĂ€ubungsmittel mĂŒssen Operationen und Amputationen teilweise ohne Narkose durchgefĂŒhrt werden. Obwohl die Ă€rztliche Versorgung offiziell kostenlos ist, verlangen Ärzte Gegenleistungen fĂŒr ihre Behandlungen. Eine 2015 von sĂŒdkoreanischen Wissenschaftlern durchgefĂŒhrte Studie ĂŒber die Gesundheitsaufzeichnungen von nordkoreanischen ÜberlĂ€ufern in der Zeit zwischen 2006 und 2014 in einem Krankenhaus in Cheonan ergab, dass diese im Vergleich zu SĂŒdkoreanern hĂ€ufiger unter chronischer Hepatitis B und C sowie Tuberkulose und parasitĂ€ren Infektionen litten. Als Grund fĂŒr die hohe PrĂ€valenz parasitĂ€rer Infektionen kann angefĂŒhrt werden, dass in der Landwirtschaft mangels chemischer DĂŒnger auf unbehandelten menschlichen Kot zurĂŒckgegriffen wird (siehe auch Kot#Medizinische Bedeutung). Die Lebenserwartung in Nordkorea liegt jedoch im Vergleich zu anderen Staaten mit Ă€hnlichem Pro-Kopf-Einkommen ĂŒber dem Durchschnitt. Aufgrund des großen gesundheitlichen GefĂ€lles könnten sich im Falle einer Wiedervereinigung enorme Gesundheitsprobleme etablieren.

Energie

Das Kohlekraftwerk Pukchang ist, gefolgt vom Kraftwerk Pjöngjang, der grĂ¶ĂŸte ElektrizitĂ€tslieferant Nordkoreas. Ferner verfĂŒgt das Land ĂŒber mehrere Wasserkraftwerke. Der Bau des Kernkraftwerks KĆ­mho nördlich von Sinpo wurde 2003 eingestellt. Die Stromerzeugung in Nordkorea ist störungsanfĂ€llig.

Zeitzone

Im August 2015 (zum 70. Jahrestag der UnabhĂ€ngigkeit von Japan) stellte Nordkorea auf eine neue Zeitzone UTC+8,5 um. Bisher hatten Japan, SĂŒd- und Nordkorea dieselbe Zeit UTC+9, die wĂ€hrend der japanischen Kolonialherrschaft in Korea (1910–1945) eingefĂŒhrt worden war.

Zum 5. Mai 2018 wurde diese Änderung jedoch wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht, so dass Nord- und SĂŒdkorea wieder in der gleichen Zeitzone liegen.

Internetanbindung

Das Projekt 38 North des US-Korea-Instituts der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t berichtete, dass ab 1. Oktober 2017 eine weitere Internetanbindung ĂŒber den russischen Telekomkonzern TransTeleCom eingerichtet wurde. Zuvor war Nordkorea nur ĂŒber einen einzigen Knoten ĂŒber das staatliche chinesische Telekomunternehmen China Unicom mit dem Internet verbunden. Nordkorea wird fĂŒr verschiedene Cyberangriffe verantwortlich gemacht, „darunter die auf Sony Pictures, Banken und die WannaCry-Attacke. Die Regierung in Pjöngjang weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck“.

Wirtschaft

Planwirtschaft

Nordkorea besitzt eine straff zentralisierte Planwirtschaft, die im Rahmen der vorherrschenden Chuch’e-Ideologie ĂŒber Jahrzehnte auf Autarkie ausgerichtet wurde. Alle Hauptindustrien sowie die Landwirtschaft befinden sich in staatlicher Hand. Das Hauptaugenmerk der Pjöngjanger FĂŒhrung liegt nach wie vor auf der militĂ€risch bedeutsamen Schwerindustrie, zugunsten derer insbesondere die Produktion von KonsumgĂŒtern und die Landwirtschaft stark vernachlĂ€ssigt werden. Die Vereinten Nationen schĂ€tzen, dass das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf Nordkoreas mit 600 USD nur ein Vierzigstel des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf SĂŒdkoreas betrĂ€gt. Die CIA schĂ€tzt die Arbeitslosenquote 2013 auf 25,6 %. 2008 arbeiteten 37 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft und 63 % im Dienstleistungssektor oder in der Industrie. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2017 auf 14 Millionen geschĂ€tzt.

Laut dem Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit hat das Land 2017 die unfreieste Wirtschaft der Welt.

Der Verlust der einstigen Handelspartner im Ostblock hat zu einem weitgehenden Zusammenbruch der Wirtschaft des Landes gefĂŒhrt. Aufgrund ausstehender Kredite in Höhe von etwa 12,9 Milliarden US-Dollar werden BĂŒrgschaften nordkoreanischer Banken international nicht anerkannt, was den Außenhandel stark erschwert. Zur ErnĂ€hrung seiner Bevölkerung ist Nordkorea auf Lebensmittellieferungen auslĂ€ndischer Hilfsorganisationen angewiesen. Die UnterstĂŒtzung in Form von Nahrungsmitteln und Öl durch die Vereinten Nationen wurde allerdings verringert, nachdem Nordkorea die Einstellung seines Atomwaffenprogramms verweigerte. Zudem hat sich seit den 1990er Jahren in Folge der Krise ein Schwarzmarkt, in Medien Jangmadang genannt, gebildet, um die Versorgung zu gewĂ€hrleisten. Diese informellen MĂ€rkte werden weitgehend geduldet und unterliegen kaum einer Reglementierung. WĂ€hrend sich die MĂ€rkte anfangs aus Not entwickelten, versuchte Nordkorea spĂ€ter, die MĂ€rkte offiziell ins Wirtschaftssystem zu integrieren und Steuern zu erheben. Durch die Jangmadangs kommen ĂŒber China verschiedene Produkte und KulturgĂŒter nach Nordkorea und werden frei gehandelt.

Ab 2001 unternahm die Regierung aufgrund der angespannten Versorgungssituation Versuche, die Wirtschaft in marktwirtschaftliche Richtung zu reformieren. Diese Reformen (1. Juli-Maßnahmen) wurden aber spĂ€testens seit 2005 weitgehend rĂŒckgĂ€ngig gemacht. Bis zum 100. Geburtstag von Kim Il-sung im Jahr 2012 wollte die Regierung die Konsum-MĂ€rkte, die sich wĂ€hrend der Hungerjahre als Überlebensmechanismen parallel zur Planwirtschaft ausgebildet hatten, wieder abschaffen. Es ist heute schon streng untersagt, Getreide auf solchen MĂ€rkten zu verkaufen, und neuerdings will die Regierung auch den freien Handel mit IndustriegĂŒtern einschrĂ€nken. Allerdings bekundet die Regierung erhebliche Schwierigkeiten, die dafĂŒr erlassenen Vorschriften auch durchzusetzen. Im Zuge der Marktreformen von 2001 versuchte die Regierung auch durch Joint-Ventures (siehe auch Pyeonghwa Motors) und die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen (siehe auch Verwaltungsregion SinĆ­iju), auslĂ€ndische Investoren ins Land zu locken. Durch diese Maßnahmen in Verbindung mit Ă€ußerst geringen Lohnkosten gelang es der Regierung, den Außenhandel, insbesondere mit der Volksrepublik China und SĂŒdkorea, stark zu steigern.

Es gibt Berichte, nach denen das SEK-Trickfilmstudio in Pjöngjang Auftragsarbeiten fĂŒr westliche Studios ĂŒbernimmt; es soll unter anderem an den Filmen Der König der Löwen und Pocahontas mitgearbeitet haben. Weitere Trickfilmstudios ĂŒbernehmen regelmĂ€ĂŸig Auftragsarbeiten fĂŒr französische und italienische Studios.

Das Vinalon-Werk 8. Februar und das Vinalon-Werk Sunch’Ən sind die weltweit einzigen Produzenten der Chemiefaser Vinalon.

Tourismus

FĂŒr den Tourismus nach Nordkorea ist die staatliche Tourismusorganisation (Ryohaengsa) zustĂ€ndig, ĂŒber die jede Reise gebucht werden muss. Jede Reisegruppe und auch Alleinreisende werden permanent von zwei Reiseleitern begleitet, die in der Regel die Muttersprache der jeweiligen Touristen sprechen. Das Reiseprogramm wird vorher festgelegt, spontane Änderungen sind kaum möglich. Nach Möglichkeit wird jeder Kontakt zur einheimischen Bevölkerung unterbunden. Die meisten Touristen kommen aus China und Japan, wĂ€hrend Touristen aus westlichen LĂ€ndern in Nordkorea noch relativ selten sind – 2011 besuchten etwa 5000 bis 6000 Touristen aus Westeuropa das Land. Nordkorea kann ganzjĂ€hrig bereist werden. FĂŒr BĂŒrger SĂŒdkoreas allerdings besteht nur fĂŒr den Besuch des Arirang-Festivals die Möglichkeit, ein Visum fĂŒr Nordkorea zu erlangen.

Seit 1982 gibt es speziell fĂŒr Touristen in Pjöngjang mit dem Kaufhaus Nr. 1 ein eigenes Warenhaus.

Die Einfuhr von Handys war bis zum 7. Januar 2013 verboten. Entsprechende GerĂ€te mussten bei Einreise abgegeben werden und wurden dem EigentĂŒmer erst bei Ausreise wieder ausgehĂ€ndigt.

Im KĆ­mgangsan-Gebirge gibt es einige touristische Anlagen, die vom Hyundai-Konzern gebaut wurden und betrieben werden. Reisen dorthin sind nur in organisierten Gruppen von SĂŒdkorea aus möglich (siehe auch Touristenregion KĆ­mgang-san). 2007 konnten erstmals sĂŒdkoreanische Busreisegruppen die Stadt KaesƏng besuchen. In Masik im Norden der Provinz KangwƏn-do wurde Anfang 2014 ein Wintersportgebiet eröffnet, das auch Touristen zugĂ€nglich gemacht werden soll.

National und international gibt es mehrere Reiseunternehmen, die Reisen nach Nordkorea anbieten.

Seit August 2017 dĂŒrfen BĂŒrger der Vereinigten Staaten nach einem Beschluss von US-PrĂ€sident Donald Trump nicht mehr nach Nordkorea einreisen. Ausgenommen sind US-BĂŒrger, die zusĂ€tzlich einen auslĂ€ndischen, fĂŒr Nordkorea gĂŒltigen Reisepass besitzen.

Staatshaushalt

Angaben zum Staatshaushalt hĂ€lt Nordkorea geheim, dadurch existieren keine zuverlĂ€ssigen Zahlen. Die Kosten der Aufrechterhaltung der aus 1,2 Millionen Soldaten bestehenden Armee wirken sich Ă€ußerst negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Nach offiziellen nordkoreanischen Angaben liegen die Ausgaben des Staatshaushaltes fĂŒr das MilitĂ€r fĂŒr das Jahr 2014 bei 15,9 Prozent. Im MĂ€rz 2016 wurde berichtet, dass, nach Angaben von ÜberlĂ€ufern, die nordkoreanischen Diplomaten nicht ausreichend bezahlt wĂŒrden, viele nicht krankenversichert und das Erzielen von Nebenverdiensten, auch durch Waffenhandel, erforderlich seien, auch wĂŒrden BotschaftsrĂ€ume vermietet. Im September 2012 gab das russische Finanzministerium bekannt, dass es Nordkorea 90 Prozent seiner noch aus der Zeit der Sowjetunion stammenden Schulden in Höhe von umgerechnet insgesamt elf Milliarden US-Dollar erlasse und der Rest im Rahmen einer Umschuldung in Bildungs-, Gesundheits- und Energieprojekte investiert wĂŒrde.

WĂ€hrung

Die Zentralbank der Demokratischen Volksrepublik Korea gibt den Nordkoreanischen Won aus.

Telekommunikation

Mobiltelefonie ist unter gewissen EinschrĂ€nkungen seit 2002 möglich. Es gab zwei Mobilfunknetze: Koryolink und SunNet. SunNet wurde jedoch bereits 2010 zugunsten Koryolinks wieder geschlossen. GeschĂ€tzt 14.000 Nordkoreaner oder 0,1 % der Bevölkerung nutzten 2016 das Internet. Freien Zugang zum weltweiten Internet haben nur wenige Tausend Menschen, ĂŒberwiegend hohe Regierungsmitarbeiter. „Der ĂŒbrigen Bevölkerung steht ĂŒber wenige PCs in InternetcafĂ©s und UniversitĂ€ten ein stark zensiertes, landeseigenes Intranet zur VerfĂŒgung. FĂŒr die gesamte Bevölkerung existieren gerade einmal 1024 IP-Adressen.“ Alle auslĂ€ndischen Websites sind darin gesperrt.

Kultur

Die nordkoreanische Kultur ist von der Verherrlichung des verstorbenen Vaters des gegenwĂ€rtigen Diktators Kim Jong-un, Kim Jong-il und dessen Vaters Kim Il-sung geprĂ€gt. Typisch sind MilitĂ€rparaden und Massengymnastiken, an denen Tausende von Menschen mitwirken. Hierbei soll die unerschĂŒtterliche Treue und Opferbereitschaft fĂŒr die StaatsfĂŒhrung beschworen werden. In diesem Zusammenhang ist das Arirang-Festival zu nennen, das jĂ€hrlich zur Feier des Geburtstages Kim Il-sungs (15. April) veranstaltet wird. Es dauert jeweils zwei Monate und beginnt mit einer Eröffnungsfeier im RĆ­ngnado-1.-Mai-Stadion in Pjöngjang.

Im Juli 1989 wurden die 13. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Pjöngjang abgehalten, an denen rund 10.000 Jugendliche aus 177 Staaten sowie mehrere internationale Organisationen teilnahmen.

Nach dem Tod Kim Il-sungs wurde in Nordkorea offiziell der nach der Staatsideologie benannte Chuch’e-Kalender eingefĂŒhrt. Er unterscheidet sich vom Gregorianischen Kalender durch die JahreszĂ€hlung, die mit dem Geburtsjahr des StaatsgrĂŒnders 1912 beginnt. Das Jahr 2021 ist somit das Jahr Chuch’e 110, wobei in der Regel beide Jahreszahlen angegeben werden, also etwa „Juche 109 (2020)“

Nationale Feier- und Gedenktage

Bibliothekswesen

Es soll 15.000 Bibliotheken in Nordkorea geben. Jede Kommune ist verpflichtet, neben der alltÀglichen Grundversorgung auch Bibliotheken einzurichten.

Allerdings gibt es keine bibliothekarische Ausbildung. Die Übernahme einer Bibliotheksleitung, zumindest einer Hochschulbibliothek, setzt ein Hochschulstudium voraus. Eine Initiative des Goethe-Instituts versucht seit Mai 2005, dem Land zu einer qualifizierten AusbildungsstĂ€tte fĂŒr Bibliothekare zu verhelfen.

Die Nationalbibliothek in Pjöngjang nennt sich Große Studienhalle des Volkes und ist eine Mischung aus Bibliothek und Volkshochschule. Sie soll 30 Millionen Medieneinheiten beherbergen. Zu besichtigen sind zahlreiche spezialisierte LesesĂ€le sowie HörsĂ€le, Sprachlabore und Einrichtungen fĂŒr die Produktion von Fernlehrmaterialien.

Musik

Das Nationale Sinfonieorchester der KDVR wurde aus dem 1950 bis 1953 bestehenden Orchester der Volksarmee gebildet und hat heute etwa 120 Mitglieder. Es wird von Kim Byong-hwa (* 1936) geleitet. WĂ€hrend zunĂ€chst viele der Musiker in der Sowjetunion und Osteuropa ausgebildet worden waren, hat die jĂŒngere Generation vor allem an der Musikhochschule von Pjöngjang studiert. Die wenigen außerhalb Nordkoreas erhĂ€ltlichen Aufnahmen zeigen durchgehend ein den MaßstĂ€ben internationaler Spitzenorchester entsprechendes Niveau. Das Repertoire der nordkoreanischen Orchester besteht aus Kompositionen bekannter europĂ€ischer Komponisten der klassischen und romantischen Epoche, unter anderem auch Schostakowitsch und Prokofjew und vor allem zeitgenössischer nordkoreanischer Musik, die sich durchgehend am Sozialistischen Realismus orientiert und stark von koreanischer Volksmusik beeinflusst ist. Beliebt ist die Integration von Folkloreinstrumenten in den klassischen Klangkörper. Bei vielen nordkoreanischen Kompositionen wird das Nationale Sinfonieorchester als Autor angegeben. Beinahe alle Kompositionen haben programmatische Titel und beziehen sich oft auch auf aktuelle politische oder gesellschaftliche Ereignisse. Einer der wenigen namentlich bekannten Komponisten ist Choe Song-hwan. Ein besonderes Ansehen genießt der deutsch-koreanische Komponist Yun Isang (Isang Yun) (1917–1995), nach dem auch zahlreiche kulturelle Institutionen benannt sind.

Ein weiteres bekanntes Orchester ist das Yun I Sang Philharmonic Orchestra, das von Kim Il-jin (* 1956) dirigiert wird.

Literatur

Über nordkoreanische Belletristik ist wenig bekannt. Anders als in anderen Staaten des sozialistischen Systems konnte in Nordkorea der Sozialistische Realismus in der Literatur nicht nachhaltig Fuß fassen. Dies hĂ€ngt einerseits damit zusammen, dass der alles beherrschende Personenkult der Belletristik ohnehin wenig Raum lĂ€sst – der nordkoreanische Buchmarkt ist wie wohl kein anderer dominiert von politischer Propagandaliteratur – und andererseits in Nordkorea kein solch markanter Bruch mit der Kultur der vorrevolutionĂ€ren Zeit stattfand wie in anderen sozialistischen LĂ€ndern. Die existierende Belletristik ist somit eher von koreanischer Nationalkultur und Personenkult geprĂ€gt als vom (nationalitĂ€tslosen) Sozialistischen Realismus.

Eine herausragende Rolle in der nordkoreanischen Literatur der 1940er und 1950er Jahre spielte der Schriftsteller Han SƏrya (1900–1976), der als ProtegĂ© Kim Il-sungs zum wichtigsten nordkoreanischen Autor jener Zeit und zum Vorsitzenden des nordkoreanischen Schriftsteller- und KĂŒnstlerverbandes wurde, bis er 1962 infolge einer Intrige abgesetzt und aus der Hauptstadt verbannt wurde. 1969 wurde er allerdings rehabilitiert und erschien sogar noch einmal auf der Mitgliedsliste des Zentralkomitees.

Bandi ist ein (mutmaßlich) nordkoreanischer Autor, dessen Sammlung von ErzĂ€hlungen mit dem Titel Gobal durch nordkoreanische FlĂŒchtlinge aus Nordkorea geschmuggelt worden sei. Der Band ist auf deutsch unter dem Titel Denunziation erschienen.

Bildende Kunst

Nordkoreanische Gegenwartskunst zeichnet sich durch den Einsatz traditioneller Arbeitsmethoden wie Tuschemalerei und Holzschnitt aus und ist international noch weitgehend unbeachtet.

Internationale Aufmerksamkeit erlangte ein großes GemĂ€lde des Malers der Wellen Kim Song Gun, da es im Hintergrund eines Fotos von Bill Clintons Besuch bei Kim Jong-il im Jahre 2009 zu sehen war.

Eine handwerkliche Besonderheit stellen gestickte Bilder dar, die auf den ersten Blick kaum von Fotos zu unterscheiden sind.

Film

Da auslĂ€ndische Kinofilme kaum in Nordkorea zu sehen sind (allenfalls einige ausgewĂ€hlte chinesische und in der Vergangenheit sowjetische Produktionen), kommt der heimischen Filmindustrie besondere Bedeutung zu. VerstĂ€rkt wird dies auch dadurch, dass der ehemalige Staatschef Kim Jong-il als ausgesprochener Liebhaber des Kinos galt. Wie das gesamte Spektrum der Kunst in Nordkorea befasst sich auch der Film oft mit propagandistischen Themen, sprich der Verherrlichung der beiden Kims, dem Aufbau des Chuch’e-Sozialismus und dem Kampf gegen die „amerikanischen Imperialisten“. Ein Film, der auch ĂŒber die Grenzen des Landes hinaus – zumindest unter Cineasten – einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat, ist Das BlumenmĂ€dchen von 1972, der auf dem 18. Internationalen Filmfestival Karlovy Vary mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde.

Seit 1987 findet, nunmehr alle zwei Jahre, das Internationale Filmfestival von Pjöngjang (ehemals Internationales Pjöngjanger Filmfestival der Blockfreien und anderer EntwicklungslĂ€nder) statt. Beim 9. Festival im September 2004 wurde unter anderem der Film Kick it like Beckham gezeigt. Bei beiden VorfĂŒhrungen befanden sich je etwa 2.000 Nordkoreaner im Kinosaal. Der Film wie auch die anderen internationalen Filme zog viele einheimische Besucher an. Von den 2006 gezeigten 73 Filmen waren neun chinesische, sieben deutsche, sechs Ă€gyptische, fĂŒnf russische, vier britische und vier nordkoreanische Produktionen. Den Preis als bester Film erhielt Dennis Gansels Film Napola – Elite fĂŒr den FĂŒhrer. Spezialpreise erhielten auch der Eröffnungsfilm Das Wunder von Bern von Sönke Wortmann und Marc Rothemunds Sophie Scholl – Die letzten Tage. Das letzte Filmfestival fand im September 2016 statt.

Architektur

Die nordkoreanische Architektur wird im Wesentlichen von zwei Faktoren bestimmt. Wie in den meisten sozialistischen bzw. ehemals sozialistischen LĂ€ndern findet man auch in Nordkorea vom in den 1960er Jahren einsetzenden pragmatischen Baustil geprĂ€gte schlichte Hochbauten (Plattenbauten). Dies betrifft vor allem den Wohnungsbau. ReprĂ€sentative Bauten zeichnen sich dagegen durch ihre besondere GrĂ¶ĂŸe und Pracht aus. Im Gegensatz zu anderen sozialistischen LĂ€ndern sind diese Bauten in Nordkorea jedoch nicht immer vom Modernismus beeinflusst (wie etwa das KoryƏ-Hotel und das nicht vollendete RyugyƏng-Hotel in Pjöngjang), sondern in besonderer Weise von der traditionellen koreanischen Bauweise (Pagodenstil). Beispiele hierfĂŒr sind etwa die Große Studienhalle des Volkes in Pjöngjang und die GebĂ€ude der so genannten Freundschaftsausstellung in den Myohyang-Bergen.

Sport

Die grĂ¶ĂŸte Sportveranstaltung des Landes ist das Arirang-Festival, ein von MassentĂ€nzen und Massengymnastiken geprĂ€gter Anlass, der im RĆ­ngnado-May-Day-Stadion ausgetragen wird.

Seit 1972 – mit Ausnahme der Spiele 1984 und 1988 – nimmt Nordkorea an den olympischen Sommerspielen teil. Insgesamt gewannen die Athleten des Landes 41 Medaillen, davon 10 Gold-, 12 Silber- und 19 Bronzemedaillen. Erfolgreichste Sportart ist Ringen mit neun Auszeichnungen fĂŒr Nordkorea.

Im Fußball konnte das Land bisher einige Erfolge feiern. Die Nationalmannschaft der Herren qualifizierte sich fĂŒr die Weltmeisterschaft 1966 und erreichte dort ĂŒberraschend das Viertelfinale. Nach 44-jĂ€hriger Pause gelang der Mannschaft die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in SĂŒdafrika, sie schied aber nach drei Niederlagen in der Gruppenphase gegen Brasilien (1:2), Portugal (0:7) und ElfenbeinkĂŒste (0:3) noch vor dem Achtelfinale aus. Die Nationalmannschaft der Damen ist eine etablierte GrĂ¶ĂŸe im asiatischen Frauenfußball, dreimal konnte die Auswahl des Landes bereits die Asienmeisterschaft gewinnen. Hinzu kommen die WM-Teilnahmen von 1999, 2003, 2007 und 2011. Mit den Jugendmannschaften wurden die Nordkoreanerinnen bereits 2006 (U-19) und 2008 (U-17) Weltmeister.

WĂ€hrend der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 wurde in Urinproben der nordkoreanischen Spielerinnen Song Jong-sun und Jong Pok-sim eine Substanz der Gruppe S1B (Steroidhormone) nachgewiesen. Der nordkoreanische Verband verzichtete auf eine Analyse der B-Probe, was Experten gemeinhin als SchuldeingestĂ€ndnis werten. Anschließend wurde der komplette WM-Kader Nordkoreas zur Dopingkontrolle gebeten. Die FIFA teilte daraufhin mit, dass drei weitere nicht namentlich genannte Spielerinnen der Mannschaft Nordkoreas des Dopings ĂŒberfĂŒhrt worden seien. Bei allen Sportlerinnen seien 14 unterschiedliche Steroide gefunden worden, wovon vier auf der Dopingliste stĂŒnden. Die wĂ€hrend der WM des Dopings ĂŒberfĂŒhrten nordkoreanischen Spielerinnen Jong Pok-sim, Hong Myong-hui, Ho Un-byol, Ri Un-hyang wurden von der FIFA am 25. August 2011 fĂŒr 18 Monate sowie Song Jong-sun fĂŒr 14 Monate gesperrt. Die Ärztin des nordkoreanischen Fußballverbands, Nam Jong-ae, wurde fĂŒr sechs Jahre gesperrt. DarĂŒber hinaus wurde gegen den nordkoreanischen Fußballverband eine Geldstrafe von 400.000 US-Dollar verhĂ€ngt. Die Nationalmannschaft wurde von der WM 2015 in Kanada ausgeschlossen.

1995 wurde mit Collision in Korea erstmals ein Wrestlingevent veranstaltet. Seit 2011 wird auf dem Pyongyang Golf Complex jÀhrlich ein Golfturnier namens DPRK Amateur Golf Open veranstaltet. Der Munsu Water Park wurde im November 2013 eröffnet.

Der niederlĂ€ndische Fußballtrainer Guus Hiddink baut seit Kurzem Futsal-Strukturen auf.

Eine in den 1990er Jahren in Tirol errichtete und 2014 abgebaute Gondelbahn des Herstellers Doppelmayr wurde – als Gebrauchtanlage ĂŒber China gehandelt – im nordkoreanischen Skigebiet Masik-Ryong aufgestellt, obwohl Doppelmayr entsprechende Anfragen aufgrund von Handelssanktionen abgelehnt hatte.

Siehe auch

  • Liste der Fernstraßen in Nordkorea
  • Liste der UniversitĂ€ten in Nordkorea

Literatur

Geschichte und Politik

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Ernst Kux/Joseph C. Kun: Die Satelliten Pekings. Nordvietnam-Nordkorea. W. Kohlhammer GmbH., Stuttgart 1964. 
  • Kim Han Gil: Modern History of Korea, Foreign Languages Publishing House, Pyongyang, 1979 – ohne ISBN.
  • Xing-Hu Kuo: Nordkorea. Ein fernöstlicher Gulag. Seewald, Stuttgart 1983, ISBN 3-512-00681-7. 
  • Peter Schaller: Nordkorea. Ein Land im Banne der Kims. Tykve, Böblingen 1994, ISBN 3-925434-82-8. 
  • Bruce Cumings: Korea’s Place in the Sun. A Modern History. W. W. Norton & Company, 1998, ISBN 0-393-31681-5 (englisch). 
  • Pierre Rigoulot: Verbrechen, Terror und Geheimnis in Nordkorea. In: StĂ©phane Courtois, Nicolas Werth u. a. (Hrsg.): Das Schwarzbuch des Kommunismus. UnterdrĂŒckung, Verbrechen und Terror. MĂŒnchen/ZĂŒrich 1998, ISBN 3-492-04053-5, S. 609–629 (original frz.: 1997). 
  • Jens Tevres, Vimal Vichare: HĂ€nde weg von Nordkorea! Ahriman-Verlag, 2003, ISBN 3-89484-233-4 (Ketzerbriefe 115). 
  • Pierre Rigoulot: Nordkorea: Steinzeitkommunismus und Atomwaffen, Anatomie einer Krise. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003, ISBN 3-462-03347-6. 
  • RĂŒdiger Frank: Nordkorea: Zwischen Stagnation und VerĂ€nderungsdruck. In: Claudia Derichs, Thomas Heberer (Hrsg.): EinfĂŒhrung in die politischen Systeme Ostasiens: VR China, Hongkong, Japan, Nordkorea, SĂŒdkorea, Taiwan. Leske und Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3534-3, S. 271–325. 
  • Hyondok Choe, Du-Yul Song, Rainer Werning (Hrsg.): Wohin steuert Nordkorea? Soziale VerhĂ€ltnisse – Entwicklungstendenzen – Perspektiven. PapyRossa Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89438-309-7. 
  • Hanns W. Maull, Ivo M. Maull: Im Brennpunkt: Korea. C.H. Beck Verlag, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-406-50716-6. 
  • John Feffer: Nordkorea und die USA, die amerikanischen Interessen auf der koreanischen Halbinsel. Diederichs, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-7205-2484-1. 
  • Martin Fritz: Schauplatz Nordkorea. Das Pulverfass im Fernen Osten. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2004, ISBN 3-451-05464-7. 
  • Michael Breen: Kim Jong-il: Nordkoreas „Geliebter FĂŒhrer“. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, 2004, ISBN 3-434-50585-7. 
  • Jasper Becker: Rogue Regime: Kim Jong Il and the Looming Threat of North Korea. Oxford University Press, 2004. 
  • Andrei Lankow: KNDR wtschera i sewodnja. Neformalnaja istorija Sewernoj Korei. Wostok-Sapad, Moskau 2005, ISBN 5-478-00060-4 (russisch). 
  • Paul French: North Korea. The Paranoid Peninsula. A Modern History. Zed Books, London/New York 2005, ISBN 1-84277-473-5 (englisch). 
  • Alexander Schebin: Ewoljuzija polititscheskoi sistemy KNDR w uslowijach globalnych peremen. Russkaja Panorama, Moskau 2006, ISBN 5-93165-153-5 (russisch, „Evolution des politischen Systems der DVRK unter den Bedingungen globaler VerĂ€nderungen“). 
  • Barbara Demick: Im Land des FlĂŒsterns. Geschichten aus dem Alltag in Nordkorea. Droemer, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-426-30113-5 (Originaltitel Nothing to Envy: Ordinary Lives in North Korea; in Deutsch ursprĂŒnglich erschienen unter dem Titel Die KinogĂ€nger von Chongjin, MĂŒnchen 2010)
  • Andrei Lankow: The Real North Korea: Life and Politics in the Failed Stalinist Utopia. Oxford University Press, New York 2014, ISBN 978-0-19-996429-1.
  • RĂŒdiger Frank: Nordkorea. Innenansichten eines totalen Staates. DVA, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-421-04641-3.

Wirtschaft und Reformprozesse

  • Ralph Wrobel: North Korea after the Nuclear Crisis: The Future of the Economic Reforms, in: Post Communist Economies, Vol. 12, No. 4 (2007), S. 483–504.
  • Ralph Wrobel: The Double Challenge of Transformation and Integration: German Experiences and Consequences for Korea, in: Dean Frear (Hrsg.): The Economy and Economics after Crisis, Berlin 2011, S. 211–234 (zusammen mit JĂŒri Sepp).
  • Rainer Dormels: North Korea's Cities: Industrial facilities, internal structures and typification, Jimoondang, 2014. ISBN 978-89-6297-167-5.

Reise- und Erfahrungsberichte von AuslÀndern

  • Luise Rinser: Nordkoreanisches Reisetagebuch. Fischer, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-596-24233-9. 
  • Alfred Pfabigan: Schlaflos in Pjöngjang. Vom gescheiterten Versuch, einen skeptischen EuropĂ€er zu einem Mitglied der Großen Roten Familie zu machen. Verlag Christian BrandstĂ€tter, Wien 1986, ISBN 3-85447-204-8. 
  • Uwe Gerig: Roter Gott im „Paradies“. Reisenotizen und Bilder aus Nordkorea. Anita Tykve Verlag, Böblingen 1987, ISBN 3-925434-14-3. 
  • Hans Maretzki: Kim-ismus in Nordkorea: eine Analyse des letzten DDR-Botschafters in Pjöngjang. Anita Tykve Verlag, Böblingen 1991, ISBN 3-925434-49-6. 
  • Oliver Mohr: Hinter dem 38. Breitengrad. Mit ‚Cap Anamur‘ in Nordkorea. Lamuv Verlag GmbH, Göttingen 2000, ISBN 3-88977-586-1. 
  • Nanchu/Xing Hang: In North Korea. An American Travels through an Imprisoned Nation. McFarland & Company, Jefferson (North Carolina)/London 2003, ISBN 0-7864-1691-2. 
  • Christoph Moeskes (Hrsg.): Nordkorea. Einblicke in ein rĂ€tselhaftes Land. Ch. Links, Berlin 2004, ISBN 3-86153-318-9. 
  • Norbert Vollertsen: Inside North Korea. Diary of a mad place. Encounter Books, 2004, ISBN 1-893554-87-2 (englisch). 
  • Michael Harrold: Comrades and Strangers. Behind the Closed Doors of North Korea. Wiley & Sons, Chichester 2004, ISBN 0-470-86976-3. 
  • Guy Delisle: Pyongyang. Drawn & Quarterly, 2005, ISBN 1-896597-89-0. 
  • Tony Wheeler: Badlands: A Tourist on the axis of evil. Lonely Planet Publications, 2007, ISBN 978-1-74179-186-0. 
  • Malte Herwig, Der große Diktator: Kims Kino, Zeit-Magazin, 23. Dezember 2008 Psychologisches PortrĂ€t Kim Jong Ils als KĂŒnstler-Diktator (PDF; 586 kB)
  • Felix Abt: North Korea – doing business in a demanding environment. In: Magazin „Insight Asia Pacific“. OAV, Hamburg September 2009 online-Version (PDF; 1,1 MB)

Berichte von Nordkoreanern

  • Kim Hyun-hee: Die TrĂ€nen meiner Seele. Brunnen Verlag, Basel/Gießen 1999, ISBN 3-7655-3625-3. 
  • Kang Chol-hwan (mit Pierre Rigoulot): Les Aquariums de Pyongyang. Dix Ans au Goulag Nord-CorĂ©en. Paris: Robert Laffont 2000, ISBN 2-221-09101-9. (französisch; englische Übersetzung: Aquariums of Pyongyang. Ten Years in the North Korean Gulag. New York: Basic Books 2001. ISBN 0-465-01101-2; Ein ins Deutsche ĂŒbersetzter Ausschnitt ist zu finden in: Christoph Moeskes (Hrsg.): Nordkorea. Einblicke in ein rĂ€tselhaftes Land. Berlin: Ch. Links, 2004.)
  • Juliette Morillot/Dorian Malovic: ÉvadĂ©s de CorĂ©e du Nord. TĂ©moignages. Belfond Presses de la CitĂ©, Paris 2004, ISBN 2-7144-4057-6. 
  • Lee Soon-ok: Lasst mich eure Stimme sein! Sechs Jahre in Nordkoreas Arbeitslagern. Brunnen Verlag, Gießen 2005, ISBN 3-7655-3848-5. 
  • Hyok Kang: Ihr seid hier im Paradies. Meine Kindheit in Nordkorea. Goldmann, 2005, ISBN 3-442-15346-8. 
  • Ingrid Steiner-Gashi und Dardan Gashi: Im Dienst des Diktators: Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten. Ueberreuter, 2010, ISBN 978-3-8000-7450-1. 
  • Blaine Harden: Flucht aus Lager 14. Deutsche Verlags-Anstalt, 2012, ISBN 978-3-421-04570-6. 
  • Yeonmi Park: Meine Flucht aus Nordkorea. MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-442-15913-0.

BildbÀnde

  • Christian Kracht, Eva Munz, Lukas Nikol: Die totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea. Rogner & Bernhard, Berlin 2006, ISBN 3-8077-1020-5. 
  • Philippe Chancel: Nordkorea. Fotografien aus einem abgeschotteten Land. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2006, ISBN 3-89602-739-5. 
  • Peter Noever (Hrsg.): Blumen fĂŒr Kim Il Sung – Kunst und Architektur in der Demokratischen Volksrepublik Korea, Ausstellungskatalog: Museum fĂŒr angewandte Kunst (MAK), Wien/Verlag fĂŒr moderne Kunst, NĂŒrnberg, 2010 ISBN 978-3-86984-107-6.
  • Philipp Meuser: ArchitekturfĂŒhrer Pjöngjang. 2 BĂ€nde: ReisefĂŒhrer Nordkorea. 1. Auflage Mai 2011, Dom Publishers, ISBN 978-3-86922-126-7.
  • Tomas van Houtryve: Geschlossene Gesellschaften. Eine fotografische Reise durch kommunistische LĂ€nder. Benteli, Bern 2012, ISBN 978-3-7165-1714-7 (darin: Nordkorea Arbeiterparadies, S. 61–103).
  • Luca Faccio: „Common Ground“. Ausstellungskatalog: Common Ground KĂŒnstlerhaus Wien.Wien/Verlag fĂŒr moderne Kunst, NĂŒrnberg, 2014, ISBN 978-3-86984-474-9.
  • Luca Faccio: „Image transfers, Pyongyang-Wien“. Ausstellungskatalog: Image transfers, Pyongyang-Wien Kunsthalle Wien. Wien/Österreichisches Institut fĂŒr Photographie und Medienkunst / EIKON, 2007, ISBN 978-3-902250-30-8.
  • Julia Leeb: North Korea – Anonymous Country. teNeues Verlag, Kempen 2014, ISBN 978-3-8327-9843-7.
  • Xiomara Bender: North Korea. The Power Of Dreams. Kehrer, Heidelberg und Berlin 2016, ISBN 978-3-86828-735-6.
  • The North Koreans. Glimpses of daily life in the DPRK. Mit Fotografien von Martin Tutsch, Eric Lafforgue, Raymond K. Cunningham Jr. u. a., Primavera Pers, Leiden 2016, ISBN 978-90-5997-230-8.
  • Werner Kohn: Nordkorea, Erich-Weiß-Verlag, Bamberg 2018, ISBN 978-3-940821-59-1.

Weblinks

  • Offizielles Webportal bei Naenara
  • Offizielle Website der Korean Friendship Association (KFA) – internationale SolidaritĂ€tsorganisation fĂŒr die DPRK (englisch)
  • Linkkatalog zum Thema Nordkorea bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Nordkorea
  • Politikwissenschaftliche Literatur zum Thema Nordkorea in der Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft

Einzelnachweise


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
KP.CH Chagang-do  
KP.HG Hamgyong-bukto  
KP.HN Hamgyong-namdo  
KP.WB Hwanghae-bukto  
KP.WN Hwanghae-namdo  
KP.KS Kaesong  
KP.KW Kangwon-do  
KP.PY Namp'o-si  
KP.PB P'yongan-bukto  
KP.PN P'yongan-namdo  
KP.PY P'yongyang  
KP.YG Ryanggang  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: North Korea

Name englisch: North Korea
Hauptstadt: Pyongyang
Kfz: KP
ISO: KP
ISO3: PRK
Fläche: 120540 km²
Tld: .kp
Wärung Einheit: KPW
Währung: Won
Vorwahl: 850

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 43.01159
südlichster Punkt: 37.6733322
westlichster Punkt: 124.1735528
östlichster Punkt: 130.6884659


 
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