Lšnder Länder/Staaten > Asien > Malaysia Malaysia

Land Karte: Malaysia | Grenzen der Regionen auf der Karte anzeigen | Nachbarstaaten auf der Karte anzeigen

Staaten Nachbarstaaten: (5)

Nachbarstaaten Info Die Nachbarstaaten werden automatisch anhand der Grenzen errechnet. Daher kann es vorkommen, dass ein Nachbarstaat fehlt oder zu viel angezeigt wird.
Wir versuchen diese im Laufe der Zeit manuell anzupassen. Bei Fehlern kŲnnt ihr euch jederzeit an uns wenden Łber das Kontaktformular.

Staat Informationen : Malaysia

Informationen:


Malaysia [maňąlaÕúiziŐĮa], seltener Malaysien, ist eine konstitutionelle Wahlmonarchie mit 32 Millionen Einwohnern, bestehend aus 13 Bundesstaaten in S√ľdostasien auf der Malaiischen Halbinsel oder Westmalaysia mit der Hauptstadt Kuala Lumpur und Ostmalaysia auf einem Teil der Insel Borneo. Zwischen den beiden ungef√§hr gleich gro√üen Landesteilen liegt das S√ľdchinesische Meer.

Die malaiische Halbinsel grenzt zu Wasser und Land an Thailand und hat Seegrenzen mit Vietnam, Singapur und Indonesien. Im S√ľden ist sie durch die Stra√üe von Malakka von der indonesischen Insel Sumatra getrennt und durch einen Damm mit dem Stadtstaat Singapur auf der gleichnamigen Insel verbunden. Ostmalaysia hat eine Land- und Seegrenze mit dem Sultanat Brunei im Norden und mit Indonesien im S√ľden und hat Seegrenzen zu Vietnam und den Philippinen.

Malaysia entstand 1963 aus vier ehemaligen Teilen des Britischen Weltreichs: der Föderation Malaya, der Kronkolonie Nordborneo, der Kronkolonie Singapur (bis 1965) und der Kolonie Sarawak.

Staatsoberhaupt ist der K√∂nig. Er tr√§gt den Titel Yang di-Pertuan Agong und wird alle f√ľnf Jahre aus einer Reihe von neun Adelstr√§gern gew√§hlt. Das Parlament hat ein Ober- und ein Unterhaus nach englischem Vorbild. Von der Gr√ľndung bis zum Jahr 2018 f√ľhrte in beiden Kammern die Mehrheitskoalition Barisan Nasional unter der F√ľhrung der Partei United Malays National Organisation. Im Jahr 2018 l√∂ste das Oppositionsb√ľndnis Pakatan Harapan die bisherige Regierung ab und stellte damit erstmals den Premierminister.

Malaysia ist Gr√ľndungsmitglied des Verbands S√ľdostasiatischer Nationen (ASEAN) und gilt wirtschaftlich als Schwellenland.

Geographie

Geologie

Von den Sumpf- und K√ľstenw√§ldern der Schwemmlandebenen am Meer (zum Teil mit Mangroven bewachsen) steigt das Land √ľberall deutlich an: Auf der malaiischen Halbinsel zu nach Norden hin breit entfalteten Gebirgsketten, die aus parallel verlaufenden Berg- und H√ľgelzonen bestehen. Der Hauptkamm reicht bis auf 2190 m √ľber dem Meer. In Sarawak auf eine Hochebene mit einzelnen Bergz√ľgen und in Sabah zu einem stark gegliederten Hochgebirge, in dem sich mit dem 4.095¬†m hohen Kinabalu der h√∂chste Berg zwischen dem Himalaya und Neuguinea erhebt. Ebenfalls auf Borneo liegt mit der Sarawak-Kammer der gr√∂√üte bekannte H√∂hlenraum der Welt. Die gr√∂√üte Insel Malaysias ist Pulau Banggi, die vor der Nordspitze Borneos liegt und zum Distrikt Kudat im Bundesstaat Sabah geh√∂rt. Nord√∂stlich, vorgelagert vor der K√ľste Borneos, liegen die Turtle Islands, um die der Nationalpark Turtle Islands Park of Sabah 1976 etabliert wurde.

Klima

Malaysia liegt komplett in den humiden, feuchthei√üen Tropen: Demnach sind die t√§glichen und j√§hrlichen Temperaturunterschiede mit 2 ¬įC sehr gering, es herrscht eine hohe relative Luftfeuchte von 98¬†% am Morgen und √ľber 65¬†% am Nachmittag und die mittleren j√§hrlichen Niederschlagsmengen sind mit 2000 (Tiefland im Westen) √ľber 4000 mm (Nordosten bei Monsuneinfluss) bis 6000 mm (Gebirge) Regen hoch bis sehr hoch. Die Temperaturen liegen √ľberall ganzj√§hrig im Bereich von 25 bis 28 ¬įC. Von April bis Oktober ist der S√ľdwestmonsun und von Oktober bis Februar der Nordostmonsun wetterbestimmend.

Die vier Klimadiagramme ergeben ein West-Ost-Profil: Kuala Terengganu und Kuala Lumpur liegen auf der Halbinsel (West-Malaysia), Sandakan und Kuching auf Borneo (Ost-Malaysia).

√Ėkologie

Sowohl die malaiische Halbinsel als auch das malaysische Borneo waren urspr√ľnglich fast g√§nzlich von immergr√ľnen tropischen Feuchtw√§ldern bedeckt: Bis zur H√∂henstufe von 2000 m von Tiefland- und Bergregenwald sowie dar√ľber von Wolken- und Nebelw√§ldern. Zu Anfang des 21. Jahrhunderts nehmen die Tropenw√§lder noch mehr als die H√§lfte der Landesfl√§che ein. Fast die H√§lfte dieses Waldbestandes befindet sich in Sarawak. Die wertvollen Tropenh√∂lzer im Tiefland- und der untersten Gebirgsstufe und der Brandrodungsfeldbau der wachsenden Bev√∂lkerungszahlen der indigenen Ethnien (vor allem im Inland Sarawaks) f√ľhren zunehmend zur √úbernutzung und Degradierung der W√§lder.

Die Waldbest√§nde in Sabah und Sarawak auf Borneo geh√∂ren zu den √§ltesten Urwaldfl√§chen weltweit. Insbesondere die W√§lder am Mount Kinabalu zeichnen sich daher durch eine √ľberragende Artenvielfalt aus (in Nord-Borneo liegt eines von f√ľnf Zentren der gr√∂√üten Biodiversit√§t auf der Erde). Mit einer allgemein hohen Biodiversit√§t, ausgesprochen vielen endemischen Arten, Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren sowie gro√üen √Ėkosystemen geh√∂rt ganz Malaysia zu den Megadiversit√§tsl√§ndern dieser Erde. Weit verbreitet sind Gibbons, Makaken, Malaienb√§ren sowie zahlreiche Reptilien wie z.¬†B. Kobras und Pythons. Seltenere Tierarten sind Elefanten, Tiger, Nebelparder, Gold- und Marmorkatze und Leoparden. Auf Borneo lebt der als stark gef√§hrdete Tierart eingestufte Orang-Utan. Ebenfalls gef√§hrdet ist das Sumatra-Nashorn. Zur artenreichen Vogelwelt geh√∂ren unter anderem Nashornv√∂gel, Beos, Papageien, Fasane und Eulen. Aufgrund der gro√üen Gef√§hrdungslage wird Malaysia au√üerdem als Hotspot der Biodiversit√§t gef√ľhrt.

Das Handels- und Finanzzentrum ist die Hauptstadt Kuala Lumpur, wo das Bundesparlament seinen Sitz hat. Die meisten Regierungseinrichtungen befinden sich hingegen in Putrajaya, das 1995 als neue Verwaltungshauptstadt errichtet wurde. Weitere wichtige Städte sind George Town, Ipoh und Johor Bahru.

Tanjung Piai, das sich im s√ľdlichen Staat Johor befindet, ist der s√ľdlichste Punkt des asiatischen Festlands. Die Stra√üe von Malakka ist als Seeweg eine der meistbefahrenen Schiffsrouten.

Bevölkerung

Volksgruppen

Die Bevölkerung Malaysias setzt sich folgendermaßen zusammen: 50,4 % sind Malaien, 23,7 % Chinesen, 11 % indigene Völker (Orang Asli und Dayak), 7,1 % Inder und 7,8 % Sonstige.

Die Bevölkerung ist nicht gleichmäßig auf dem Staatsgebiet Malaysias verteilt, denn im Ostteil Malaysias, also den beiden auf der Insel Borneo gelegenen Bundesstaaten Sarawak und Sabah, leben nur etwa 5 Mio. Menschen (circa 20 % der Bevölkerung Malaysias), obwohl die beiden Bundesstaaten zusammen etwa 60 % der Landesfläche Malaysias ausmachen, wohingegen die restlichen 80 % der Bevölkerung (circa 22 Mio. Menschen) im kleineren Westteil des Landes leben.

Die Malaien, welche zum gro√üen Teil dem sunnitischen Islam angeh√∂ren, erheben seit der Unabh√§ngigkeit Malaysias den politischen F√ľhrungsanspruch, sie werden durch die Regierung systematisch gef√∂rdert und im √∂ffentlichen Dienst bevorzugt eingestellt, dies wird seit der Einf√ľhrung der malaysischen neuen √∂konomischen Politik in den 1960er-Jahren durch den sogenannten Bumiputra-Status gesichert. Des Weiteren stellen die √úberseechinesen etwa ein Viertel der Bev√∂lkerung. Sie dominieren derzeit noch in den St√§dten. Die Chinesen spielen eine bedeutende Rolle in Handel und Wirtschaft. Weitere sieben Prozent der Bev√∂lkerung sind indischst√§mmig. Diese sind Hindus, Moslems, Sikhs, Christen oder Buddhisten. Etwa 85¬†% der indischst√§mmigen Bev√∂lkerung Malaysias sind Tamilen, Minderheitengruppen sind die Malayalis, Punjabis und Telugus.

In den d√ľnn besiedelten ostmalaysischen Bundesstaaten Sarawak und Sabah stellen indigene Volksgruppen, die keine ethnischen Malaien sind, die H√§lfte bzw. zwei Drittel der Bev√∂lkerung. Sie werden wie die Malaien zur urspr√ľnglichen Bev√∂lkerung Malaysias gez√§hlt und gelten somit ebenfalls als Bumiputras. Diese indigenen Volksgruppen werden in Sarawak unter dem Sammelbegriff Dayak zusammengefasst und umfassen unter anderem die Iban und die Bidayuh. In Sabah leben einheimische Volksgruppen wie die Murut oder die Kadazan.

Auf der Malaiischen Halbinsel existieren ebenfalls Ureinwohner, jedoch in kleinerer Zahl, sie werden mit dem Sammelbegriff Orang Asli bezeichnet. Diese geh√∂ren zu einer gro√üen Zahl von ethnischen Gruppen, haben aber kulturelle Gemeinsamkeiten. Sie waren bis zum 20. Jahrhundert Anh√§nger von animistischen Lokalreligionen. Seitdem sind viele zum Christentum oder zum Islam √ľbergetreten. Obwohl die Orang Asli sich hinsichtlich der Kultur von den Malaien unterscheiden, haben viele die malaiische Kultur assimiliert, etwa durch Umzug in die St√§dte oder durch Heirat. In die unzug√§nglichen Bergregenw√§lder Nord-Zentral-Malaysias haben sich einige Gruppen der Temiar-Senoi zur√ľckgezogen, die dort als isolierte V√∂lker leben.

Nennenswerte Minderheiten stellen die Europ√§er, Menschen aus dem Nahen Osten, Kambodscha und Vietnam. Die Europ√§er sind meist Briten und einige Portugiesen, deren Vorfahren seit der Kolonialzeit dort leben. Die meisten Kambodschaner und Vietnamesen kamen als Vietnamkriegsfl√ľchtlinge nach Malaysia.

Insgesamt leben (Stand 2021) etwa vier bis sechs Millionen Einwanderer in Malaysia. Die meisten Arbeitsmigranten kommen aus Nepal, Bangladesch, Indonesien oder Myanmar.

Das Wachstum der Bev√∂lkerung ist mit etwa 1,6¬†% j√§hrlich relativ hoch, und etwa ein Drittel der Bev√∂lkerung ist j√ľnger als 15 Jahre. Die Urbanisierungsrate liegt bei etwa 75¬†%. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Zeitraum von 2010 bis 2015 bei 74,7 Jahren (M√§nner: 72,6 Jahre, Frauen: 77,1 Jahre) die S√§uglingssterblichkeit bei etwa 13 pro Tausend. Das Durchschnittsalter betrug 2016 28,2 Jahre. Eine Frau bekam im Durchschnitt 1,9 Kinder, weshalb die Bev√∂lkerung in Zukunft deutlich altern wird.

Sprachen

Die Amtssprache Malaysias ist Bahasa Malaysia (Malaysisch). Die englische Sprache genie√üt aufgrund der langen britischen Kolonialzeit in Malaysia eine besondere Rolle und ist f√ľr viele Malaysier Zweitsprache. Aufgrund einer gro√üen chinesischen Minderheit spielt auch das Chinesische eine wichtige Rolle (vor allem Kantonesisch, Hochchinesisch, Hokkien, Hakka, Chaozhou (Teochew), Hainan, der Fuzhou-Dialekt). Aufgrund der ebenfalls in Malaysia lebenden indischen Minderheit sind zahlreiche indische Sprachen, insbesondere Tamilisch, Telugu und Malayalam verbreitet. In Ostmalaysia wird des Weiteren eine Vielzahl indigener Sprachen gesprochen, wovon die wichtigsten Iban und Kadazan sind. In Malaysia werden insgesamt 140 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

In offiziellen Dokumenten wird britisches Englisch verwendet. Durch das Fernsehen hat jedoch das amerikanische Englisch bereits einigen Einfluss genommen. Das Englisch, das in der Umgangssprache in Malaysia verwendet wird, unterscheidet sich stark vom britischen Englisch und wird deshalb auch als Manglish bezeichnet. Es √§hnelt bis auf einige Slang-Ausdr√ľcke stark dem Singlish, das in Singapur gesprochen wird.

Religionen

√úberblick

Volkszählungen zeigen etwa folgende Bevölkerungsanteile nach Religionen:

Die Chinesen sind meist Buddhisten (20 %) oder gehören anderen chinesischen Religionen wie dem Daoismus oder Konfuzianismus an (2,6 %). Christen (9 %) gibt es in allen ethnischen Gruppen. Die Inder bestehen aus Hindus und Sikhs (6,5 %).

Islam

Der Islam, zu dem sich 60 % der Bevölkerung bekennen, ist Staatsreligion.
Es wird die SchńĀfi Ņiten Schule des Sunnitischen Islam in Theologie und Rechtsprechung praktiziert. Andere islamische Schulen, insbesondere auch schiitische, sind untersagt.

Erstmals in Kontakt mit dem Islam kam Malaysia durch arabische Händler und Kaufleute schon Ende des 7. Jahrhunderts. Allerdings herrschten zu diesem Zeitpunkt in Malaysia verschiedene buddhistische und indisch-hinduistische Königreiche vor, so dass Muslime bis ins 14. Jahrhundert nie mehr als 10 % der Bevölkerung ausmachten. Seit dem 13. Jahrhundert ließen sich vermehrt Araber in Malaysia nieder, die sich mit der einheimischen Bevölkerung schließlich vermischten und so die Islamisierung der Malaien vorantrieben. Islamisiert wurde Malaysia wie Indonesien im 14. und 15. Jahrhundert.

Bis weit in die 1970er Jahre galten viele muslimische Malaien als liberal (ähnlich den Abangan im heutigen Indonesien). Mit der Dakwah, einer islamischen Erweckungsbewegung, setzte jedoch eine Islamisierungswelle ein (ausgelöst durch verschiedene ethnische und soziale Konflikte, siehe unter anderem Parti Islam Se-Malaysia und Al-Arqam), so dass Malaysia heute orthodox-islamisch ist. Die Malaien, die 50,4 % der Gesamtbevölkerung ausmachen, sind praktisch alle Muslime. Etwa 70 % der Malaysierinnen malaiischer Herkunft tragen Kopftuch. Traditionelle malaiische Kleidung islamischen Ursprungs wird ebenfalls von vielen Malaien getragen.

Nach der Verfassung des Landes sind alle ethnischen Malaien von Geburt an automatisch Muslime. Sie k√∂nnen keine Andersgl√§ubigen heiraten. Ein Abfall vom Islam wird h√∂chst ungern gesehen und ist in der Praxis nur schwer m√∂glich. Hierzu ist zun√§chst ein ‚ÄěBorang Keluar Islam‚Äú (Formular zum Austritt aus dem Islam) auszuf√ľllen. Anschlie√üend muss circa zwei Jahre bewiesen werden, dass man nicht doch noch zum Islam bekehrt werden kann, beispielsweise in ‚ÄěUmerziehungszentren‚Äú, wo Austrittswillige festgehalten werden. Letztlich muss ein Sharia-Gericht √ľber den Austritt entscheiden ‚Äď die in der Verfassung verbriefte Religionsfreiheit besteht nur theoretisch. Dies zeigen auch F√§lle aus dem Jahr 2007.

Christentum

Der Council of Churches of Malaysia vertritt als √∂kumenische Organisation die christlichen Kirchen und angeschlossene Gruppierungen in Malaysia. Die christliche Presse kann nur unter Schwierigkeiten auf Malaysisch ver√∂ffentlicht werden, auf Englisch, Chinesisch und Tamil ist sie jedoch problemlos erh√§ltlich. Uneingeschr√§nkt ist die Verteilung von Schriften an Mitglieder von Vereinigungen oder Kirchen. Zensurversuche (konkret: Verbot des Wortes ‚ÄěAllah‚Äú) gab es durch die Regierung auch hier, was von einem Gericht zun√§chst aufgehoben, 2013 aber wieder eingef√ľhrt wurde. So sorgte das islamische Religionsamt JAIS im Januar 2014 f√ľr Schlagzeilen, als es ohne rechtliche Grundlage mit polizeilicher Unterst√ľtzung in die R√§umlichkeiten der Bible Society of Malaysia eindrang und 300 Exemplare des Al-Kitab, der in malaiischer Sprache abgefassten Bibel, konfiszierte.

Der Bau von Kirchen f√ľhrt in Ballungszentren h√§ufig zu Schwierigkeiten mit der Planungsbeh√∂rde.

Bildung

Das Bildungssystem in Malaysia untersteht dem Ministry of Education (Kementerian Pendidikan Malaysia). Es ist in zwei Hauptabteilungen gegliedert, von denen sich der Education Sector mit allen Belangen der Vorschulen, der Primar- und Sekundarschulen befasst, w√§hrend der Higher Education Sector f√ľr die Hochschulen zust√§ndig ist. Obwohl f√ľr die Bildungspolitik die Bundesregierung zust√§ndig ist, hat jeder malaysische Bundesstaat ein eigenes Kultusministerium. Die Rechtsgrundlage f√ľr die staatliche Bildungspolitik ist der Education Act 1996.

Malaysia hat ein Schulsystem in √∂ffentlicher Tr√§gerschaft, das allen B√ľrgern kostenlosen, mehrsprachigen Unterricht garantiert. Daneben gibt es die M√∂glichkeit, eine Privatschule zu besuchen oder am homeschooling teilzunehmen. Die Schulpflicht beschr√§nkt sich auf die Primarstufe. Wie in vielen asiatisch-pazifischen L√§ndern, wie etwa S√ľdkorea, Singapur und Japan folgen die Lehrpl√§ne und Abschlusspr√ľfungen einem schul√ľbergreifenden, einheitlichen System.

2015 betrug die Alphabetisierungsrate in Malaysia 94,6¬†% der erwachsenen Bev√∂lkerung. F√ľr Frauen lag sie bei 93,2¬†% und f√ľr M√§nner bei 96,2¬†%. Im PISA-Ranking von 2015 erreichen die Sch√ľler des Landes Platz 45 von 72 L√§ndern in Mathematik, Platz 51 in Naturwissenschaften und Platz 46 beim Leseverst√§ndnis.

Geschichte

Die malaiische Halbinsel wurde zu einem gro√üen Handelszentrum in S√ľdostasien, als der Handel zwischen China und Indien zu florieren begann. Damals begann in der Stra√üe von Malakka ein reges Treiben. Die ersten malaiischen K√∂nigreiche entstanden durch H√§fen, die im 10. Jahrhundert gegr√ľndet worden waren. Die wichtigsten fr√ľhen K√∂nigreiche waren Langkasuka und Lembah Bujang in Kedah, Beruas und Gangga Negara in Perak und Pan Pan in Kelantan. Der Islam kam im 14. Jahrhundert in Terengganu an. Im fr√ľhen 15. Jahrhundert wurde das Sultanat von Malakka gegr√ľndet. Durch seinen Wohlstand zog es das Interesse von Portugal auf sich. Der Hafen wurde dann ein Zentrum der Kolonialisierung durch die Niederl√§nder und die Briten.

Die britische Kronkolonie Straits Settlements wurde im Jahre 1826 gegr√ľndet und Gro√übritannien gewann schrittweise die Kontrolle √ľber den Rest der Halbinsel. Zu den Straits Settlements geh√∂rten Penang, Singapur und Malakka. Penang war im Jahre 1786 durch Kapit√§n Francis Light gegr√ľndet worden und diente als Milit√§r- und Handelsbasis. In seiner Bedeutung wurde es bald von Singapur √ľberholt, das im Jahre 1819 durch Sir Stamford Raffles gegr√ľndet wurde. Malakka war nach dem britisch-niederl√§ndischen Vertrag von 1824 endg√ľltig in britischem Besitz. Die Kolonie wurde durch die Britische Ostindien-Kompanie mit Sitz in Kalkutta regiert, bis deren Sitz 1867 nach London verlegt wurde.

Etwa zur selben Zeit wurde die britische Politik gegen√ľber den malaiischen Staaten immer aggressiver. Innerhalb von wenigen Jahren kamen mehrere malaiische Staaten an der Westk√ľste der Halbinsel unter britische Kontrolle. Auf Betreiben der H√§ndler, die in den Kronkolonien sa√üen, mischte sich die Regierung in die Angelegenheiten der Zinn produzierenden Staaten ein. Gleichzeitig hatte die britische Kolonialmacht B√ľrgerkriege und St√∂rungen durch chinesische Geheimgesellschaften zu befrieden. Die Briten f√ľhrten mit ihrer Milit√§rmacht eine friedliche L√∂sung herbei, die die H√§ndler bevorzugten. Mit dem Vertrag von Pangkor im Jahre 1874 wurde der Weg frei f√ľr die britische Herrschaft. 1896 wurden die vier Sultanate Pahang, Selangor, Perak und Negeri Sembilan zu den F√∂derierten Malaiischen Staaten zusammengefasst, die dem Kommissar von Singapur unterstanden. Dieser war auch der Gouverneur der Straits Settlements. Dieser Gouverneur wiederum unterstand dem Kolonialamt in London.

Die anderen Staaten der Halbinsel waren zwar nicht direkt London unterstellt, die Sultane hatten aber britische Berater an ihrem Hof. Die vier n√∂rdlichen Staaten Perlis, Kedah, Kelantan und Terengganu waren bis 1909 unter der Kontrolle von Thailand. Das Gebiet des heutigen Staates Sabah war ein britisches Protektorat, das urspr√ľnglich zum Sultanat von Brunei und Sultanat Sulu geh√∂rt hatte und unter dem Namen Nordborneo von der Britischen Nordborneo-Kompanie verwaltet wurde. Das riesige Waldgebiet von Sarawak war pers√∂nlicher Besitz der britischen Familie Brooke, welche das Land als Lehen vom Sultan von Brunei erhalten hatte und es als Wei√üe Rajas f√ľr fast ein Jahrhundert regierte. W√§hrend des Zweiten Weltkrieges wurde das heutige Malaysia durch Japan besetzt. In dieser Zeit wuchs die Unterst√ľtzung f√ľr die Unabh√§ngigkeit des Landes von der europ√§ischen Kolonialmacht. Die britischen Pl√§ne, eine malaiische Union zu gr√ľnden, wurden von vielen Malaien abgelehnt. Sie verlangten ein System, welches die W√ľnsche der Malaien st√§rker ber√ľcksichtigte, Singapur aus Sorge um eine Sinisierung des Landes ausschloss und Immigranten die Doppelte Staatsb√ľrgerschaft verwehrte. Am 31. August 1957 erlangte die F√∂deration Malaya, bestehend aus den neun malaiischen Sultanaten sowie den beiden Straits Settlements Penang und Malakka, ihre Unabh√§ngigkeit.

Am 16. September 1963 wurde eine neue F√∂deration unter dem Namen Malaysia gegr√ľndet, welche die F√∂deration Malaya, die britische Kronkolonie Singapur sowie die Protektorate Nordborneo (heute Sabah) und Sarawak umfasste. Die fr√ľhen Jahre waren durch territoriale Anspr√ľche der Nachbarn bestimmt, insbesondere durch die von Indonesien veranlasste Konfrontasi, durch das Ausscheiden Singapurs aus der F√∂deration im Jahre 1965 sowie durch den Nordborneo-Disput, in dem die Philippinen den Anspruch auf Sabah geltend machen wollen.

Politik

Staatsform

Malaysia ist eine f√∂deralistische, konstitutionelle, parlamentarisch-demokratische Wahlmonarchie (parlamentarische Monarchie). Das repr√§sentative Staatsoberhaupt ist der K√∂nig, der alle f√ľnf Jahre aus den Reihen der Herrscher der neun Sultanate nach dem Rotationsprinzip ausgew√§hlt wird. Sein offizieller Titel lautet Yang di-Pertuan Agong. Seit dem 31. Januar 2019 hat Sultan Abdullah Shah von Pahang dieses Amt inne. Dieses System der Wahl aus den Reihen der Bundesherrscher (beziehungsweise Bundesf√ľrsten) ist nahezu einzigartig auf der Welt. Nur die Vereinigten Arabischen Emirate sind ebenfalls eine f√∂derale Wahlmonarchie.

Der parlamentarische Regierungschef ist der malaysische Premierminister. Diesen Posten hat seit dem 1. März 2020 Muhyiddin Yassin inne. Der Premierminister leitet ein Kabinett, bestehend aus Ministern (siehe Liste der Ministerien in Malaysia).

Das Abgeordnetenhaus (Dewan Rakyat) besteht zurzeit aus 222 f√ľr f√ľnf Jahre gew√§hlten Abgeordneten. Die L√§nderversammlung (Dewan Negara) hat 70 Mitglieder. Die letzten Wahlen zur Volksversammlung fanden im Mai 2018 statt.

Nationalfeiertag ist der 31. August (Unabhängigkeitstag 1957).

Wahlsystem

Auf Bundesebene gibt es ein Mehrheitswahlrecht, bei dem nur ein Kandidat je Wahlkreis ins Parlament gew√§hlt wird. Dies war bis zur Wahl 2018 h√§ufig ein Vorteil f√ľr die geschlossene Barisan Nasional gegen√ľber der gespaltenen Opposition. Die Gr√∂√üe der Wahlkreise ist zum Teil sehr unterschiedlich, so dass eine W√§hlerstimme je nach Wahlkreis sehr unterschiedliches Gewicht hat.

Unter der Kolonialverwaltung wurde das aktive Frauenwahlrecht 1955 eingef√ľhrt. Als das Land 1957 von Gro√übritannien unabh√§ngig geworden war, wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht am 31. August 1957 in die Verfassung aufgenommen.

Parteien

Von 1957 bis 2018 regierte das von der United Malays National Organisation (kurz UMNO, auf Malaysisch Pertubuhan Kebangsaan Melayu Bersatu) angef√ľhrte Parteienb√ľndnis Barisan Nasional. Zun√§chst trug dieses B√ľndnis den Namen Alliance und bestand aus der malaiischen Partei UMNO, der chinesischen MCA und der indischen MIC, womit die drei gr√∂√üten Volksgruppen vertreten waren. Nach Rassenunruhen, die der Parlamentswahl 1969 folgten, wurde das B√ľndnis erweitert und umbenannt. 1974 folgte die Gr√ľndung der Barisan Nasional (‚ÄěNationale Front‚Äú). In der BN sind neben den genannten zehn weitere Parteien vertreten, die vorwiegend regionale Bedeutung haben. Die Parteien der BN einigten sich oft darauf, nur einen Kandidaten zur Wahl stellen zu lassen, sodass zwischen ihnen keine Konkurrenz entstand und die Stimmen sich auf mehrere BN-Politiker verteilten. Dadurch gelang es ihr meist, die Zweidrittelmehrheit im malaysischen Parlament zu erlangen, welche Verfassungs√§nderungen zul√§sst. Nur bei den Wahlen 1969 und 2008 erreichte sie diese Zweidrittelmehrheit nicht, konnte aber dennoch die absolute Mehrheit wahren und so die Regierung stellen. Einige BN-Mitglieder treten auf Ebene der Bundesstaaten auch als Konkurrenten auf.

Die Opposition war nicht einheitlich. Bei der Parlamentswahl 1999 schlossen sich vier Oppositionsparteien zum Wahlb√ľndnis Barisan Alternatif zusammen. Dieses zerfiel wieder, nachdem es weder 1999 noch bei der n√§chsten Wahl im Jahr 2004 nennenswerte Erfolge erzielen konnte. Die wichtigsten Oppositionsparteien und Mitglieder des ehemaligen Oppositionsb√ľndnisses sind die PAS, die DAP und die PKR. Die PAS vertritt eine malaiisch-islamistische Politik. Die DAP hat ein sozialdemokratisches Programm und wird vorwiegend von chinesischst√§mmigen Malaysiern gew√§hlt. Diese drei Parteien schlossen sich 2008 erneut zu einem B√ľndnis zusammen, der Koalition Pakatan Rakyat unter F√ľhrung des entmachteten, sehr beliebten ehemaligen UMNO-Politikers Anwar Ibrahim und konnten bei den Parlamentswahlen 2008 einen √ľberraschenden Erfolg erlangen, als sie in f√ľnf der 13 Bundesstaaten die Mehrheit im Landesparlament erlangten und im nationalen Parlament verhinderten, dass die Barisan Nasional eine Zweidrittelmehrheit erlangte, was erstmals seit 1969 der Fall war.

Aus den Parlamentswahlen im Mai 2013 ging die Koalitionsregierung von Premierminister Najib Tun Razak trotz erheblicher Stimmeneinbu√üen noch als Sieger hervor. Sie erreichte 133 von 222 Parlamentsitzen und besa√ü mit 59,91¬†% der Sitze die absolute Mehrheit, obwohl das Oppositionsb√ľndnis Pakatan mehr Stimmen auf sich vereinigen konnte. In der folgenden Wahl im Jahr 2018 gelang es dem vom ehemaligen langj√§hrigen Premierminister Mahathir bin Mohamad angef√ľhrten Oppositionsb√ľndnis Pakatan Harapan aber, die Mehrheit im Unterhaus zu gewinnen. Es l√∂ste damit erstmals die Barisan Nasional (BN) ab und stellte den neuen Premierminister.

Föderale Struktur

Malaysia gliedert sich in 13 Bundesstaaten (malaysisch: negeri) sowie die drei Bundesterritorien (malaysisch: wilayah persekutuan) Kuala Lumpur, Putrajaya (neuer Regierungssitz) und die Insel Labuan. Staatsoberhaupt in neun Bundesstaaten ist ein Sultan beziehungsweise in Perlis ein Raja, dem haupts√§chlich repr√§sentative Aufgaben zukommen; in den √ľbrigen vier nimmt ein vom malaysischen K√∂nig auf Vorschlag der Bundesregierung ernannter Gouverneur, der Yang di-Pertua Negeri, die Funktion des Staatsoberhaupts ein.

Die gliedstaatliche Legislative wird √ľberall von einem Einkammerparlament ausge√ľbt. Die gliedstaatliche Exekutive wird jeweils von einem Chefminister und den √ľbrigen Ministern wahrgenommen; die Ernennung des Regierungschefs geschieht durch den Sultan beziehungsweise Gouverneur entsprechend den Mehrheitsverh√§ltnissen im Parlament (Westminster-System).

Die Kompetenzenaufteilung zwischen Bund und Einzelstaat wird in einer Anlage zur Bundesverfassung geregelt, die je eine Liste der bundesstaatlichen, der gliedstaatlichen und der konkurrierenden Gesetzgebungszuständigkeiten enthält.

  • Der Bund ist insbesondere zust√§ndig f√ľr die Au√üenbeziehungen, die Verteidigung, die innere Sicherheit, das Zivil- und Strafrecht, das Bundesstaats- und -verwaltungsrecht, die Finanzen, den Handel, das Gewerbe und die Industrie, das Verkehrswesen, die Bildung, das Arbeitsrecht, das Gesundheitsrecht, das Medienrecht und den Tourismus.
  • Den Gliedstaaten obliegen Bereiche wie Schariarecht und -gerichte, Landrechte, Land- und Forstwirtschaft, Gemeinderecht, Beherbergung, M√§rkte, die Lizenzierung von Theatern, Lichtspielh√§usern und anderen Vergn√ľgungsorten, regionale √∂ffentliche Werke, regionales Staats- und Verwaltungsrecht, Binnenfischerei sowie Bibliothekswesen, Museen und arch√§ologische St√§tten. Die Staaten Sabah und Sarawak sind √ľberdies f√ľr H√§fen und innerstaatliche Schifffahrt, Landvermessung und Wasserversorgung zust√§ndig, ferner Sabah f√ľr die Sabah State Railway.
  • Der konkurrierenden Gesetzgebung unterliegen die soziale Wohlfahrt, das Stipendienwesen, der Natur- und Tierschutz, die Stadt- und Ortsplanung, das Wandergewerbe, die √∂ffentliche Gesundheitsversorgung, Landverbesserung und Erosionsschutz, den Brandschutz, Kultur und Sport, der Wohnungsbau, die Wasserversorgung und die Denkmalpflege. In Sabah und Sarawak unterliegen der konkurrierenden Gesetzgebung √ľberdies das Familienrecht, die Schifffahrt und der Fischfang auf dem Meer, agronomische Forschung und Pflanzenschutz, die Wasserkraftwerke sowie die Theater, Lichtspielh√§user und sonstigen Vergn√ľgungsorte.

Politische Indizes

Außenpolitik

Malaysias Außenpolitik wird bestimmt durch seine geografische Lage, seine Integration in den weltweiten Handel und seine eigene demografische Zusammensetzung. Leitlinien der Außenpolitik sind Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten und Förderung des Austauschs mit anderen Schwellenländern.

Malaysia ist Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten, Gruppe der acht Entwicklungsl√§nder, des Commonwealth of Nations und in der Gruppe der 77. Ein besonderes Interesse verbindet Malaysia mit den L√§ndern des Nahen Osten, wobei das Land keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterh√§lt. Seit Amtsantritt von Premierminister Najib tritt Malaysia im Nahen Osten zur√ľckhaltender auf. Malaysia hat sich Koalitionen gegen den IS-Terrorismus angeschlossen, schlie√üt aber eigene milit√§rische Unterst√ľtzung ohne UN-Mandat aus. Malaysia stellt zudem Truppen f√ľr die UN bereit.

Malaysia sieht sich als ASEAN-Gr√ľndungsmitglied der zentralen Rolle ASEANS und der enger werdenden Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten verpflichtet. Unter malaysischem Vorsitz wurde 2015 die ASEAN Economic Community ins Leben gerufen und verst√§rkte Malaysias regionale Einbettung. Malaysia nimmt in der Organisation eine wichtige Rolle ein. Zus√§tzlich zu den ASEAN-zentrierten regionalen Aktivit√§ten ist Malaysia Mitglied in einer Vielzahl anderer internationaler und regionaler Organisationen religi√∂ser (Organisation f√ľr Islamische Zusammenarbeit) wie wirtschaftlicher Auspr√§gung, darunter auch solche der S√ľd-S√ľd-Zusammenarbeit. Zu den beiden bedeutendsten Partnern au√üerhalb der ASEAN ‚Äď China und USA ‚Äď ist Malaysia auf Interessenausgleich ausgerichtet. Das Verh√§ltnis zu China wird als ‚ÄěUmfassende strategische Partnerschaft‚Äú qualifiziert. Es ist durch intensive wirtschaftliche Kontakte sowie ausl√§ndische Direktinvestitionen Chinas in Malaysia sowie dessen vielf√§ltigen kulturellen und wissenschaftliche Verbindungen gepr√§gt. China ist Malaysias wichtigster Handelspartner. Ein besonderer Aspekt der Beziehung ist der Umstand, dass ein gutes F√ľnftel der malaysischen Bev√∂lkerung chinesisch-st√§mmig ist. Konkurrierende Gebietsanspr√ľche im s√ľd-chinesischen Meer konnten bisher aber nicht gekl√§rt werden. Die Beziehungen zu den westlichen L√§ndern einschlie√ülich der USA, Australien und der EU bleiben von gro√üer Bedeutung. Dies gilt insbesondere in Hinblick auf Sicherheitspolitik, Handel und Investitionen sowie den Technologietransfer und den Studentenaustausch.

Zu allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bestehen gute Beziehungen. Der Europäische Auswärtige Dienst ist in Kuala Lumpur vertreten. Großbritannien als ehemalige Kolonialmacht nimmt eine Sonderstellung ein.

Menschenrechte

Im Mai 2018 wurde Mahathir Mohamad √ľberraschend Premierminister. Zu seinen Wahlversprechen z√§hlten unter anderem die St√§rkung der Menschenrechte in Malaysia.

Todesstrafe

Die Todesstrafe steht in Malaysia unter anderem auf Mord, Entf√ľhrung, Terrorismus, Schusswaffenbesitz und Drogenhandel, teilweise zwingend. Sie wird in Anlehnung an die Durchf√ľhrung in der britischen Kolonialzeit durch Erh√§ngen vollzogen. (Stand 2018). Ende 2018 warten laut Angaben der Regierung in den Todestrakten malaysischer Gef√§ngnisse fast 1200 Verurteilte auf die Vollstreckung des Todesurteils.

Das Parlament ber√§t seit Oktober 2018 √ľber einen Kabinettsbeschluss, welcher die Abschaffung der Todesstrafe vorsieht. Die Regierung hat in diesem Zuge alle Exekutionen ausgesetzt. 2017 wurden die letzten Exekutionen in Malaysia durchgef√ľhrt.

2013 wurden noch mehr als 100 Todesurteile jährlich in Malaysia gefällt, 70 % wegen Drogenschmuggels. Jedoch wurden sie selten vollstreckt.

Rechtliche Stellung Homosexueller

Homosexualit√§t ist in Malaysia ‚Äď im Gegensatz zu den meisten anderen benachbarten s√ľdostasiatischen Staaten ‚Äď grunds√§tzlich strafbar. Aus diesem Grund existieren auch keine Antidiskriminierungsvorschriften zum Schutz der sexuellen Orientierung oder eine offizielle Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare. Vielmehr ist zu beobachten, dass vorsichtigen Versuchen, in der √Ėffentlichkeit und den Medien eine objektive Thematisierung zu erreichen, zunehmend staatliche Repression entgegengesetzt wird.

Im Februar 2015 wurde der malaysische Oppositionsf√ľhrer Anwar Ibrahim wegen eines angeblichen homosexuellen Verh√§ltnisses mit einem Mitarbeiter zu f√ľnf Jahren Haft verurteilt. Anwar selbst und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch kritisierten das Verfahren als politisch motiviert.

Militär

Die Streitkr√§fte Malaysias (Angkatan Tentera Malaysia) unterteilen sich bei einer Gesamtst√§rke von knapp √ľber 100.000 aktiven Soldaten in Heer, Luftstreitkr√§fte und Marine. Die Streitkr√§fte von Malaysia k√∂nnen ihre Geschichte auf fr√ľhere milit√§rische Einheiten zur√ľckf√ľhren, die bereits unter britischer Kolonialherrschaft entstanden. Die Briten konzentrierten ihre Soldaten, deren Mannschaften √ľblicherweise aus Indien stammten, in Singapur. In den Sultanaten wurden nur bewaffnete Polizeieinheiten aus Indern aufgestellt, so die 1st Perak Sikhs (1874), Selangor Military Force (1875, 530 Mann) sowie Sungei Ujung Police (1874). Im Vertrag 1895 verpflichteten sich die F√ľrsten kollektiv die Malay States Guides zu finanzieren, die aus den Polizeitruppen gebildet wurden. Dazu kam das 1st Battalion Perak Sikhs. S√§mtliche dieser S√∂ldner wurden im Punjab rekrutiert und von Briten kommandiert. Eine europ√§ische Miliz, die Malay States Volunteer Rifles wurde 1902 aufgestellt (1911: 561 Mann, 22 Offiziere, 6 Monate Ausbildung). Die First Malay Experimental Company wurde am 1. M√§rz 1933 aufgestellt und bestand aus malaiischen Rekruten und britischen Ausbildern. 1935 wurde sie zum Malay Regiment aufgewertet, kurze Zeit sp√§ter wurden erstmals auch Malaien als Offiziere eingesetzt, statt wie zuvor lediglich als einfache Mannschaften. Als Japan im Zweiten Weltkrieg gro√üe Teile S√ľdostasiens eroberte, beteiligte sich das auf nun 1400 Soldaten angewachsene Malay Regiment zusammen mit britischen Einheiten an der letztlich erfolglosen Verteidigung der malaiischen Halbinsel und Singapurs. W√§hrend der japanischen Besatzungszeit wurde es aufgel√∂st. Das Malay Regiment, das bereits im September 1945 mit den √ľberlebenden Veteranen der Vorkriegseinheit wiederaufgestellt worden war, wurde konstant verst√§rkt und hatte 1953 eine St√§rke von sieben Bataillonen bzw. etwa 5000 Soldaten erreicht. 1952 wurden zus√§tzlich das Federation Regiment und die Federation Armoured Car Squadron gegr√ľndet. Die F√∂deration Malaya (zu diesem Zeitpunkt noch britische Kolonie) verf√ľgte nun erstmals √ľber eine de jure eigene Armee. Am 31. August 1957 erlangte die F√∂deration Malaya, bestehend aus den neun malaiischen Sultanaten sowie den beiden Straits Settlements Penang und Malakka, ihre Unabh√§ngigkeit. Die Malayan Emergency, der Kampf mit der Malayan Races Liberation Army (MRLA) dauerte bis 1960. Am 16. September 1963 wurde eine neue F√∂deration unter dem Namen Malaysia gegr√ľndet, welche zus√§tzlich die britische Kronkolonie Singapur sowie die Protektorate Nordborneo (heute Sabah) und Sarawak umfasste. Die heutigen Streitkr√§fte wurden aus den Einheiten der F√∂deration Malaya und den Sarawak Rangers formal neu gegr√ľndet. Die fr√ľhen Jahre waren durch territoriale Anspr√ľche der Nachbarn bestimmt, insbesondere durch die von Indonesien veranlasste Konfrontasi (1963‚Äď1966), durch das Ausscheiden Singapurs aus der F√∂deration im Jahre 1965 sowie durch den Nordborneo-Disput, in dem die Philippinen den Anspruch auf Sabah (das fr√ľhere Nord-Borneo) geltend machen wollen. Die Streitkr√§fte von Malaysia wurden dabei im Rahmen des ANZAM und des Anglo-Malayan Defense Agreement bis 1971 von Australien und Gro√übritannien unterst√ľtzt. Ab den 1990er Jahren wurden die Streitkr√§fte von Malaysia umfassend modernisiert. Zudem beteiligte sich Malaysia an weltweiten Friedensmissionen.

Malaysia gab 2017 knapp 1,1 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 3,5 Milliarden Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Polizei

Die Polis Diraja Malaysia (Königliche malaysische Polizei) ist die Polizeibehörde von Malaysia. Ihr zugehörig ist auch die Spezialeinheit Pasukan Gerakan Khas.

Wirtschaft

Allgemein

Malaysia ist ein an Bodensch√§tzen und Rohstoffen (Zinn, Kautschuk, Palm√∂l, Erd√∂l) reiches Land. Zudem beheimatet Malaysia die Automobilhersteller Inokom, Perodua und Proton sowie den √Ėlmulti Petronas. Seit Beginn der 1990er-Jahre erfolgte eine rasante industrielle Entwicklung, die das Land in die Reihe der aufstrebenden Schwellenl√§nder aufr√ľcken lie√ü.

Malaysia gilt √∂konomisch und politisch als eines der stabilsten L√§nder S√ľdostasiens, in dem die Konvergenz von Tradition und Moderne, Islam und Kapitalismus propagiert wird. Es ist Mitglied der ASEAN, der D-8 und der G15. Durch diese Ausrichtung erfuhr das Land einen grundlegenden Wandel von einem zuvor mehrheitlichen Agrarstaat hin zu einem technisierten und kapitalintensiven Industriestandort mit hohem Entwicklungspotenzial. Das Land hat sich seit den Neunzigern stark f√ľr ausl√§ndische Investoren ge√∂ffnet. Ein weiterer Vorteil ist die weltweite Vernetzung der chinesischen ("Bambus-Netzwerk") und indischen Minderheit des Landes.

Die Wirtschaft ist trotz einiger Liberalisierungsma√ünahmen weiter staatsseitig reguliert. Der Staatsfonds Khazanah Nasional wirkt als strategischer Arm der Regierung und investiert in zahlreiche Branchen. Ethnische Malaien werden gegen√ľber Ausl√§ndern und malaysischen Chinesen im Gesch√§ftsleben vielfach bevorzugt.

Die ab 1997 auftretende Asienkrise traf allerdings auch Malaysia, doch hat sich die Wirtschaft inzwischen wieder erholt und verzeichnet ein erneutes Wachstum von etwa 5 bis 6¬†%. Im Jahr 2012 wurden mehr als 600 Fusionen- und Akquisitionen im Wert von mehr als 23 Mrd. USD mit der Beteiligung von malaysischen Unternehmen angek√ľndigt. Die Inflationsrate betrug 2017 etwa 3,8¬†%. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahre 2016 9.360 US$ pro Einwohner (Vergleichbar mit Russland). Die Arbeitslosenquote wird 2016 mit 3,4¬†% angegeben und liegt damit relativ niedrig. Unterbesch√§ftigung ist dabei nicht einberechnet. 2012 arbeiteten 11¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft, 36¬†% in der Industrie und 53¬†% im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 14,9 Millionen gesch√§tzt, davon 38,1¬†% Frauen. Arbeitsmigranten machen 20 bis 30 Prozent der Belegschaften in Malaysia aus. Insgesamt leben (Stand 2021) etwa vier bis sechs Millionen Einwanderer in Malaysia. Die meisten Arbeitsmigranten kommen aus Nepal, Bangladesch, Indonesien oder Myanmar. Die malaysischen L√∂hne sind f√ľr die Menschen eine Chance, ihre Familien in den Heimatl√§ndern besser zu versorgen. Im Jahr 2018 √ľberwiesen ausl√§ndische Arbeiter mehr als [umgerechnet] 8,4 Milliarden Euro an ihre Familien ins Ausland.

Tourismus hat eine hohe Bedeutung f√ľr die Wirtschaft des Landes. Mit √ľber 26,7 Millionen Touristen stand Malaysia 2016 auf Platz 12 der meistbesuchten L√§nder der Welt. Die Tourismuseinnahmen beliefen sich im selben Jahr auf √ľber 18 Mrd. US-Dollar. Die am h√§ufigste besuchte Stadt in Malaysia ist Kuala Lumpur. Die meisten Besucher im Land kommen aus Singapur, Indonesien und der Volksrepublik China.

Im Global Competitiveness Report des World Economic Forum belegte Malaysia 2016 Platz 25 weltweit, damit war es das asiatische Land mit der sechsth√∂chsten Wettbewerbsf√§higkeit. Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 23 von 180 L√§ndern.

Außenhandel

Malaysia ist sehr exportorientiert und hat sich als Vollmitglied der Welthandelsorganisation sowie in ASEAN und APEC f√ľr den Abbau von Handelsschranken engagiert. Das Au√üenhandelsvolumen entspricht dem 1,2-fachen des Bruttosozialproduktes. Damit ist die Inlandskonjunktur auch von der Nachfrage in den Hauptabsatzm√§rkten abh√§ngig. Die wichtigsten Exportg√ľter sind elektronische G√ľter (36,6¬†%). Der Anteil von Roh√∂l, √Ėlprodukten, Fl√ľssiggas (LNG), von Palm√∂l, Palm√∂lprodukten und Kautschukprodukten an den malaysischen Exporten ist weiterhin auf nunmehr noch rd. 22 Prozent gesunken. Zu Beginn 2017 k√∂nnen wieder leicht steigende Rohstoffpreise verzeichnet werden. Durch die relativ erfolgreiche Positionierung der herstellenden Industrie wuchsen die malaysischen Exporte 2016 um 1,5 Prozent.

Wichtigster Handelspartner ist seit 2009 die Volksrepublik China. Die Top 10 Handelspartner liegen mit Ausnahme der USA in der Region. Der Gesamtanteil der EU-Mitgliedstaaten am Au√üenhandel Malaysias lag bei konstant 10,1 Prozent. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner in der EU. Der Au√üenhandel mit Deutschland stieg 2016 an und liegt nun bei rund 12,3 Mrd. EUR. Die deutschen Exporte nach Malaysia waren mit 4,8 Mrd. EUR ann√§hernd auf Vorjahresniveau, die Einfuhren nach Deutschland stiegen um 4,5 Prozent auf 7,6 Mrd. EUR. Damit weist Deutschland mit Malaysia eine negative Handelsbilanz von 2,8 Mrd. ‚ā¨ aus.

Kennzahlen

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 63,0 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 52,4 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 3,6¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug im dritten Quartal 2012 159 Mrd. US-Dollar oder 51,8¬†% des BIP. Von der Ratingagentur Standard & Poor‚Äôs werden die Staatsanleihen des Landes mit der Note A‚ąí bewertet und der Ausblick gilt als stabil (Stand 2018). Das Land verf√ľgt damit √ľber eine relativ hohe Kreditw√ľrdigkeit und kann neue Kredite zu moderaten Zinsen aufnehmen.

Aus dem 16,3 Mrd. US-Dollar umfassenden Budget f√ľr Entwicklungsausgaben, investierte Malaysia 2012 in die Bereiche

  • Gesundheit: 622 Mio. US-Dollar (3,9¬†%),
  • Bildung: 2,8 Mrd. US-Dollar (17,4¬†%) und f√ľr
  • Sicherheit: 1,4 Mrd. US-Dollar (8,8¬†%).

Die Ausgaben f√ľr Sicherheit gliedern sich in den Verteidigungshaushalt (1,2 Mrd. US-Dollar) und den Haushalt f√ľr die Innere Sicherheit (272 Mio. US-Dollar).

Verkehr

Dank hoher Investitionen und eines jahrzehntelangen Wirtschaftsaufschwungs verf√ľgt Malaysia inzwischen √ľber eine relativ leistungsf√§hige Infrastruktur. Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird, belegte Malaysia 2018 den 41. Platz unter 160 L√§ndern.

Eisenbahn

Geschichte

Die erste Eisenbahn in Malaysia f√ľhrte von Taiping nach Port Weld und wurde am 1. Juni 1885 er√∂ffnet. 1886 folgte eine Strecke von Kuala Lumpur zum Hafen von Klang. 1903 erreichte die Bahn im Norden Butterworth gegen√ľber von Penang und im S√ľden Negri Sembilan. Ebenfalls 1903 wurde die Strecke von Singapur nach Woodlands er√∂ffnet. 1910 war der durchgehende Eisenbahnverkehr zwischen Kuala Lumpur und Singapur m√∂glich, allerdings verkehrte vom Festland nach Singapur noch eine F√§hre. Die feste Verbindung, ein Stra√üen- und Eisenbahndamm, wurde erst 1923 fertiggestellt. Nachdem Gro√übritannien 1909 die n√∂rdlichen Sultanate von Thailand zugunsten von Malaya annektiert hatte, wurde die Bahn im Norden vorangetrieben. Der grenz√ľberschreitende Verkehr mit Thailand wurde 1918 in Betrieb genommen, der √∂stliche Grenz√ľbergang bei Sungai Kolok zum 1. November 1921. Die Bukit-Bunga-Ban-Buketa-Br√ľcke ist die neueste Br√ľcke nach Thailand.

Infrastruktur

Die Eisenbahninfrastruktur von Malaysia umfasst 1792¬†Streckenkilometer (Stand 2011). Davon sind 1735¬†km in der f√ľr Malaysia historisch √ľblichen Meterspur, 57¬†km in Normalspur von 1435¬†mm ausgef√ľhrt. Der √ľberwiegende Teil des Netzes verl√§uft auf dem Festland und wird von der Keretapi Tanah Melayu (Malaiischen Eisenbahn) betrieben. Etwa 207¬†km Strecke sind elektrifiziert, die meisten davon befinden sich auf der Westseite der Halbinsel im Gro√üraum Kuala Lumpur. Eine zweigleisige f√ľr eine H√∂chstgeschwindigkeit von 160¬†km/h ausgelegte Neubaustrecke von Kuala Lumpur nach Ipoh wurde Anfang 2008 fertiggestellt. N√∂rdlich Ipohs entsteht zurzeit die Verl√§ngerung bis Padang Besar in der N√§he der Grenze zu Thailand im Rahmen des Electrified double track projects (EDTP). Diese soll im November 2014 fertiggestellt sein und die Verbindung der Bundesstaaten Perak, Penang, Kedah und Perlis mit der Hauptstadt verbessern.

Im grenz√ľberschreitenden Verkehr gibt es zwei Strecken nach Thailand, die dort an die thail√§ndische S√ľdbahn anschlie√üen. Im S√ľden besteht die grenz√ľberschreitende Verbindung nach Singapur. Die Z√ľge verkehren allerdings seit Juli 2011 nur noch bis Woodlands Train Checkpoint (WTCP) und fahren den historischen Hauptbahnhof nicht mehr an.

Dar√ľber hinaus gibt es die Keretapi Negeri Sabah, die Staatsbahn des Bundesstaates Sabah, die eine 134¬†km lange Strecke in der Spurweite 1000¬†mm auf Borneo betreibt.

In Kuala Lumpur verkehren mit Kuala Lumpur Star Light Rail Transit, Kuala Lumpur Putra Light Rail Transit, KLIA-Ekspres und KLIA-CRS und Kuala Lumpur Monorail mehrere schienengebundene Nahverkehrsangebote.

Betrieb

Preislich ist die Eisenbahn in Malaysia ein sehr g√ľnstiges Transportmittel. So kostet die Fahrkarte von Kuala Lumpur nach Woodlands Train Checkpoint im Schlafwagenabteil 1.¬†Klasse mit Doppelbett, eigenem Bad und Fr√ľhst√ľck etwa 35¬†EUR (Stand: 2014), im Sitzwagen entsprechend weniger.

Straße

Aufgrund der britischen Kolonialvergangenheit herrscht Linksverkehr. Malaysia verf√ľgt √ľber etwa 125.800¬†km befestigte Stra√üe (Stand 2011), davon etwa 1.630¬†km Autobahn. So verbindet der North-South Expressway etwa den Nordzipfel von Malaysia an der Grenze zu Thailand mit Johor Bahru an der Grenze zu Singapur im S√ľden. Die Autobahnen sind gr√∂√ütenteils mautpflichtig, die Geb√ľhr wird dabei direkt an Ort und Stelle an Mautstationen kassiert.

W√§hrend in den Ballungszentren die Stra√üen vorbildlich ausgebaut sind, findet man abseits der dicht besiedelten Gebiete, speziell in Ostmalaysia oder an der Ostk√ľste der malaiischen Halbinsel, zahlreiche Stra√üen ohne Asphalt. Aufgrund der schlecht ausgebauten Stra√üen in abgelegenen Gegenden Ostmalaysias sind dort Wasserwege und Schiffsverbindungen besonders von Bedeutung.

Ende 2011 waren in Malaysia √ľber 21,4 Millionen Kraftfahrzeuge registriert, davon knapp zehn Millionen Motorr√§der. Der Staat subventioniert den Verkauf von Benzin, Diesel und Fl√ľssiggas und legt einen verbindlichen Verkaufspreis fest. Der Benzinpreis f√ľr RON 95 liegt seit 1. Oktober 2014 bei RM¬†2,30 pro Liter umgerechnet EUR¬†0,56 (Kurs: 2. Nov 2014).

2013 kamen in der Malaysia insgesamt 24 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit √ľber 7.000 Personen im Stra√üenverkehr ums Leben.

Wasserwege

Wichtige Seeh√§fen befinden sich in den St√§dten Tanjong Kidurong, Kota Kinabalu, Kuching, Pasir Gudang, Penang, Port Klang, Sandakan und Tawau. Daneben verf√ľgt das Land √ľber etwa 7.200¬†km schiffbarer Wasserwege, wobei sich davon 4.000¬†km in Ostmalaysia befinden.

Luftfahrt

Malaysia hat, nicht zuletzt wegen seiner Geographie, ein sehr dichtes Netz von Inlandsflugverbindungen. Die nationale Fluglinie des Landes hei√üt Malaysia Airlines, daneben ist mit Air Asia die erste Billigfluglinie S√ľdostasiens in Kuala Lumpur beheimatet. Malaysia Airlines bedient zahlreiche Flugh√§fen innerhalb Malaysias und S√ľdostasiens, bietet aber auch Langstreckenfl√ľge in Richtung Europa und Nordamerika an. Der gr√∂√üte und wichtigste Flughafen des Landes ist der Kuala Lumpur International Airport, er wurde im Jahre 1998 er√∂ffnet.

Kultur

  • Der Hibiskus ist die Nationalblume von Malaysia.
  • Der bekannteste malaysische Zeichner und Karikaturist ist Lat.

Medien

Die Medien Malaysias sind nicht unabh√§ngig. Ein rigider gesetzlicher Rahmen schr√§nkt ihre freie Entfaltung ein, beispielsweise der Printing Presses and Publications Act (PPPA) von 1984. Dieses Gesetz regelt das Drucken, Importieren, Reproduzieren, Ver√∂ffentlichen und Verteilen von Publikationen. Der Innenminister gibt j√§hrliche Lizenzen f√ľr Druckerzeugnisse heraus, die jederzeit widerrufen werden k√∂nnen. Bei Nichteinhaltung drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.

Die staatliche Nachrichtenagentur BERNAMA besitzt die Exklusivrechte zur Verbreitung von Wirtschaftsdaten, Nachrichtenbildern und anderem Material √ľber die Printmedien. Die Mehrzahl der klassischen Medienprodukte (Print und Fernsehen sowie Radio) ist in Regierungshand oder geh√∂rt regierungsnahen Unternehmen. Oppositionelle Medien gibt es kaum.

Neue Medien sind stark im Kommen. 2008 kamen auf 100 Einwohner 100 Mobiltelefone. Im Jahr 2019 nutzten 84 Prozent der Einwohner Malaysias das Internet. Obwohl sich das Internet freier entfalten kann als die klassischen Medien, ist auch hier ein Trend zur Kontrolle und Zensur erkennbar. Vor allem kritische politische Blogs, Online-Zeitungen und Diskussionsforen werden von den Beh√∂rden st√§rker √ľberwacht. Diese erfreuen sich in der Bev√∂lkerung gro√üer Beliebtheit.

Sport

Von 1999 bis 2017 wurde im Automobilsport (Formel 1) jährlich auf dem Sepang International Circuit der Große Preis von Malaysia ausgetragen.

Zu den populärsten Sportarten in Malaysia gehören Badminton, Fußball und Hockey. Vor allem der Badmintonsport hat in Malaysia eine große Tradition. Das Silat gilt als traditionelle Kampfkunst der Malaien.

Literatur

  • CHEVALLIER-GOVERS, Constance, Malaysia and the European Union: A Partnership for the 21st Century, (co-direction avec Marcinkowski C. & Harun R.), LIT Verlag, 2011, 271 p.
  • CHEVALLIER-GOVERS, Constance, Shariah and Legal Pluralism in Malaysia, Islam and Civilisational Renewal, Octobre 2010, pp. 91‚Äď108.
  • Alois Karl Leinweber: Leben und Arbeiten in Malaysia. GD Gentlemen‚Äôs Digest, Berlin 2007, ISBN 978-3-939338-26-0.
  • J√ľrgen Kremb: Todesdrohungen im Paradies. Spiegel Online, 24.¬†Juli 2007, abgerufen am 23.¬†Juni 2019.¬†

Weblinks

  • Webauftritt der Regierung Malaysias
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Malaysia
  • Klimadiagramme und Klimatabellen von Malaysia
  • KL-POST ‚Äď Info-Magazin f√ľr Deutschsprachige in Malaysia
  • Volltext der malaysischen Verfassung (PDF; 3,0¬†MB)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (15)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Johor 2.891 1.271 102.481 104.295  
Kedah 6.527 5.081 100.199 101.094  
Kelantan 6.258 4.556 101.343 102.666  
Melaka 2.492 2.093 101.987 102.599  
Negeri Sembilan 3.283 2.391 101.622 102.705  
Pahang 4.781 2.446 101.342 103.64  
Penang 5.569 5.12 100.355 100.559  
Perak 5.912 3.668 100.365 101.753  
Perlis 6.708 6.261 100.128 100.378  
Perlis 6.479 6.16 99.645 99.923  
Pulau Pinang 5.469 5.263 100.179 100.344  
Sabah 7.356 4.146 115.159 119.278  
Sarawak 4.962 0.852 109.528 115.675  
Selangor 3.862 2.596 100.812 101.965  
Trengganu 5.855 3.875 102.386 103.497  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Malaysia

Name englisch: Malaysia
Hauptstadt: Kuala Lumpur
Kfz: MAL
ISO: MY
ISO3: MYS
Fläche: 329750 km²
Tld: .my
Wärung Einheit: MYR
Währung: Ringgit
Vorwahl: 60

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 7.363468
südlichster Punkt: 0.8538209
westlichster Punkt: 99.640573
östlichster Punkt: 119.2658119


 
Malaysia: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Malaysia. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.