Lšnder Länder/Staaten > Asien > Oman Oman

Land Karte: Oman | Grenzen der Regionen auf der Karte anzeigen | Nachbarstaaten auf der Karte anzeigen

Staaten Nachbarstaaten: (4)

Nachbarstaaten Info Die Nachbarstaaten werden automatisch anhand der Grenzen errechnet. Daher kann es vorkommen, dass ein Nachbarstaat fehlt oder zu viel angezeigt wird.
Wir versuchen diese im Laufe der Zeit manuell anzupassen. Bei Fehlern kŲnnt ihr euch jederzeit an uns wenden Łber das Kontaktformular.

Staat Informationen : Oman

Informationen:


Oman ([oňąmaňźn] oder der Oman, amtliche Vollform Sultanat Oman, arabisch ō≥ŔĄō∑ŔÜō© ōĻŔÖōßŔÜ, DMG salŠĻ≠anat  ŅumńĀn) ist ein Staat in Vorderasien im Osten der Arabischen Halbinsel. Die rund f√ľnf Millionen Einwohner leben vorwiegend in St√§dten. Fast die H√§lfte der Bev√∂lkerung sind Immigranten, vorwiegend aus Indien. Die Omani sind zu 95 Prozent muslimischen Glaubens und zwar √ľberwiegend Sunniten und Ibaditen. Das Sultanat ist eine absolute Monarchie und besitzt gleichzeitig eine Verfassung. Die vom Sultan ernannten Minister und die zwei nationalen Parlamente haben nur beratende Funktion.

Das Land wurde von 1970 bis Januar 2020 vom absolutistischen Herrscher Sultan Qabus ibn Said regiert. Qabus ibn Said starb am 10. Januar 2020. Zu seinem Nachfolger wurde sein Cousin, der 65-jährige Kulturminister Haitham ibn Tariq, ernannt.

Der Oman konnte sich in den letzten Jahrzehnten von einem stark r√ľckst√§ndigen zu einem moderat wohlhabenden Staat wandeln. Ein Bericht der UN aus dem Jahr 2013 nennt den Oman als das Land, das innerhalb der letzten 40 Jahre seine soziale und wirtschaftliche Lage am meisten verbessern konnte.

Geographie

Lage

Oman liegt im S√ľdosten der arabischen Halbinsel. Es grenzt im Nordwesten an die Vereinigten Arabischen Emirate, im Westen an Saudi-Arabien und im S√ľdwesten an Jemen.

Zudem hat Oman eine lange K√ľste am Indischen Ozean und am Golf von Oman sowie eine kurze K√ľste am Persischen Golf.

Ausdehnung

Zum Staatsgebiet geh√∂ren auch die n√∂rdlich des Territoriums der Vereinigten Arabischen Emirate an der Stra√üe von Hormus gelegene Halbinsel Rus al-Dschibal am Kap Musandam, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten umschlossene Exklave Madha sowie die Gruppe der Kuria-Muria-Inseln und die Insel Masira vor der Ostk√ľste des Landes.

Die K√ľste wird begrenzt durch das Arabische Meer im S√ľden und Osten sowie durch den Golf von Oman im Nordosten. Die Staatsgrenzen im Landesinneren sind nicht exakt festgelegt. Das Land ist etwas kleiner als Deutschland.

Naturraum

Al-Batina (‚Äěniederes Land‚Äú), der 250¬†km lange schmale K√ľstenstreifen am Golf von Oman zwischen Maskat und Suhar, ist eine fruchtbare, vielfach bew√§sserte Aufsch√ľttungsebene, deren Grundwasser von den nur zeitweise wasserf√ľhrenden, schluchtartigen Wadis aus dem Omangebirge gespeist wird. Nach der anderen Seite des 600¬†km langen, parallel zum Golf verlaufenden Hadschar-Gebirges enden die Wadis in der abflusslosen Salzpfanne Umm as-Samin. In diesem Teil des Omangebirges wird im Dschabal Schams (3017¬†m) die h√∂chste Erhebung des Landes erreicht. Das Gebirge grenzt die K√ľstenebene von der W√ľste ab. Der zentrale, gr√∂√üte Teil Omans wird von der Inneren W√ľste (Dschiddat al-Harasis) eingenommen. Von der Hochebene Az Zahirah (500¬†m) f√§llt das Land nach S√ľdwesten zum Rand der W√ľste Rub al-Chali ab, die Oman mit Saudi-Arabien und dem Jemen teilt. Sie reicht bis zur ebenen K√ľste am Arabischen Meer und trennt die s√ľdliche Provinz Dhofar vom Norden des Landes. In Dhofar erhebt sich entlang der K√ľste der Gebirgszug der Karaberge.

Klima

Allgemein

Passatwinde und Ausl√§ufer des indischen Monsuns sind f√ľr das randtropische Klima Omans bestimmend. Im Binnenland ist es sehr hei√ü und trocken, in den K√ľstenebenen im Norden und in Dhofar feuchthei√ü. Maskat hat im Januar Durchschnittstemperaturen von 22¬†¬įC, im Juni um 34,5¬†¬įC. Der Gharbi, ein hei√üer Fallwind aus dem Omangebirge, l√§sst w√§hrend der Sommermonate die Temperaturen zeitweise unertr√§glich werden. Die hohe Luftfeuchtigkeit (vor allem im Sommer) f√ľhrt zu Nebelbildung und gelegentlich zu Spr√ľhregen. Der j√§hrliche Niederschlag betr√§gt in den K√ľstenregionen um 100¬†mm, im Omangebirge um 500¬†mm.

Detailliert

In der K√ľstenregion (Batina-Ebene, al-Chasab, Maskat, Suhar, Sur) herrscht subtropisches Klima mit warmen Wintern und hei√üen Sommern. Die Temperaturen liegen im Winter am Tag bei etwa 22 bis 25¬†¬įC und steigen zum Sommer hin auf durchschnittliche Tageswerte von 36 bis 39¬†¬įC. In hei√üeren Perioden sind Spitzenwerte von beinahe 47¬†¬įC m√∂glich. In den K√ľstenebenen sind die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht gering, daher sind im Sommer auch in der Nacht 30¬†¬įC √ľblich. Vor allem in der Region Maskat sind die Vormittagsstunden oft die hei√üesten des Tages. Es kann gut vorkommen, dass bereits um 8¬†Uhr morgens 42¬†¬įC gemessen werden, ab Mittag das Thermometer aber bei 38¬†¬įC h√§lt. Dies ist aber nicht immer der Fall. Die Luftfeuchtigkeit an den K√ľsten ist das ganze Jahr √ľber mit 60 bis 80¬†% hoch. Der Niederschlag ist mit rund 100¬†mm im Jahr sehr gering (10 bis 20¬†Niederschlagstage); Regen f√§llt meist wolkenbruchartig zwischen Dezember und M√§rz und kann zu √úberflutungen f√ľhren, da der trockene, staubig-steinige Boden das Wasser nur schlecht und langsam aufnimmt. Im Sommer gibt es keinen Niederschlag. Das Meer eignet sich ganzj√§hrig zum Baden: Im Winter hat es rund 24¬†¬įC, im Sommer bis zu 31¬†¬įC.

Das Hadschar-Gebirge im Nordosten des Landes ist das einzige nennenswerte Gebirge Omans. Die h√∂chsten Erhebungen erreichen knapp √ľber 3000¬†m. Diese Gegend ist von k√ľhlen Wintern und warmen Sommern gepr√§gt. In den k√§ltesten Monaten Januar und Februar fallen die Temperaturen im Hochgebirge, vor allem in den N√§chten, h√§ufig unter den Gefrierpunkt, gelegentlich schneit es. Der Niederschlag (Herbst und Winter) kann mehrere Hundert Millimeter erreichen. Im Sommer steigen die Temperaturen auch in der H√∂he an, es f√§llt so gut wie kein Niederschlag mehr, Tageswerte von √ľber 30¬†¬įC sind auch in h√∂heren Lagen m√∂glich. In der Nacht sinkt die Temperatur rapide.

Am s√ľdwestlichen Rand des Hadschar-Gebirges und noch in vergleichsweise gem√§√üigtem Klima liegen gr√∂√üere St√§dte wie Bahla, Ibra und Nizwa. Im dahinter liegenden Landesinneren bis zu den Grenzen mit Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten schlie√üen sich die beiden W√ľsten Omans an: die Rub al-Chali (w√∂rtlich ‚Äěleeres Viertel‚Äú) und die Rimal Al Wahiba. Dort herrscht hei√ües und trockenes W√ľstenklima mit vergleichsweise k√ľhlen Wintern und extrem hei√üen Sommern. Im Januar erreichen die Tagestemperaturen bis zu 25¬†¬įC und fallen in der Nacht auf 10 bis 12¬†¬įC. Die seltenen Regenf√§lle gehen im Winter meist in Form von kurzen, heftigen Schauern nieder, sind aber langfristig unergiebig. Im Sommer ist es tags√ľber sehr hei√ü mit Tagesmitteln zwischen 41 und 44¬†¬įC sowie Spitzenwerten von bis zu 52¬†¬įC. Trotz einer betr√§chtlichen Abk√ľhlung fallen die Werte in der Nacht kaum unter 25¬†¬įC. Die Luftfeuchtigkeit ist ganzj√§hrig gering und betr√§gt im Sommer oft nur 20¬†%.

Die Region Dhofar um Salala, Mirbat und Taqah im S√ľdwesten des Sultanats wird als einziger Teil der arabischen Halbinsel direkt vom Monsun beeinflusst: Es ist ganzj√§hrig warm und feucht, beinahe tropisch. Im Winter regnet es selten und die Temperaturen bewegen sich zwischen 20¬†¬įC in den N√§chten und um 27¬†¬įC tags√ľber. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei mittleren 50 bis 60¬†% und die Meerestemperatur betr√§gt knapp 25¬†¬įC. Der Fr√ľhsommer ist mit Tageswerten von 31 bis 33¬†¬įC die eigentlich hei√üe Zeit des Jahres, auch die N√§chte sind mit knapp 27¬†¬įC sehr warm. In dieser Zeit erw√§rmt sich das Meer auf bis zu 29¬†¬įC und die Luftfeuchtigkeit steigt an. W√§hrend einer der selten vorkommenden und durch Winde aus den zentralen Landesteilen hervorgerufenen Hitzewellen wurde in Salala die H√∂chsttemperatur von 47,2¬†¬įC gemessen. Ab etwa Mitte Juni beeinflusst der s√ľdostasiatische Monsun (Charif) das Klima. Dessen Ausl√§ufer stauen sich an den K√ľstenerhebungen Dhofars und regnen sich ab. Von Juli bis September regnet es an bis zu 22¬†Tagen pro Monat, meist als feiner Spr√ľhregen, der von Nebelschwaden und tief h√§ngenden Wolken begleitet wird. Dies f√ľhrt zu Abk√ľhlung und die Lufttemperatur pendelt sich bei konstanten 25¬†¬įC ein. Temperaturschwankungen zwischen Tage und Nacht gibt es fast nicht mehr, die Meerestemperatur bleibt hoch und die Luftfeuchtigkeit erreicht Werte von 80 bis 90¬†%. F√ľr die arabische Halbinsel einzigartig, ergr√ľnt nach Einsetzen der Monsunregenf√§lle die Landschaft. Omaner aus anderen Landesteilen sowie Touristen aus anderen Golfstaaten besuchen zu dieser Zeit die Region, um den f√ľr sie unbekannten Regenreichtum und das √ľppige Gr√ľn zu erleben.

Flora und Fauna

In der Inneren W√ľste wechseln sich Halbw√ľsten mit Trockengr√§sern, Dattelpalmen und Dornstr√§uchern und vegetationslose Vollw√ľsten ab. Die feuchten Gebirgsh√§nge werden von W√§ldern und Gestr√§uch mit Akazien, Maulbeerfeigen und Jasmin bedeckt. In den Karabergen √ľberwiegen Trockenstr√§ucher, darunter der Weihrauchbaum, aus dem Weihrauch gewonnen wird. Dieses stammt seit der Antike zu einem gro√üen Teil aus Oman. In H√∂hen √ľber 1000¬†m finden sich Wacholder, √Ėlb√§ume, Nacktfrucht, Zedern und Euphorbien, an letzterer findet sich gelegentlich als Besonderheit der Parasit Hydnora abyssinica.

Unter den wildlebenden Tieren kommen noch wenige Exemplare des Arabischen Leopards (Panthera pardus nimr) vor. 2013 wurde der Bestand in den Bergen im S√ľden Omans auf 50 bis 100 Tiere gesch√§tzt. Die Raubkatze leidet unter Angriffen der Hirten, die ihre Ziegen, K√ľhe und Kamele verteidigen. Als Haustiere genie√üen Omans Dromedare einen besonderen Ruf. Es gibt etwa 85 Arten von einheimischen V√∂geln, hinzu kommen Zugv√∂gel. Insgesamt wurden √ľber 450 verschiedene Vogelarten gesichtet. Es gibt im Land Schutzgebiete f√ľr die an den Str√§nden Omans eierlegenden Meeresschildkr√∂ten. Die in freier Natur ausgestorbene Arabische Oryx wurde in den 1980ern wieder in einem Schutzgebiet angesiedelt. Das Wildschutzgebiet der Arabischen Oryx wurde von der UNESCO 1994 als Weltnaturerbe anerkannt. Im Jahre 2007 wurde dem Gebiet als erstem weltweit das UNESCO-Patent wieder aberkannt, da es von der Regierung auf ein Zehntel verkleinert worden war und damit die Voraussetzungen nicht mehr erf√ľllte.

Vor den K√ľsten liegen reiche Fischgr√ľnde mit Makrelen, Thunfischen, Sardinen, Haien sowie Meeress√§ugern wie Walen und Delfinen.

Bevölkerung

√úbersicht

Oman ist eines der am d√ľnnsten besiedelten L√§nder der Erde. Die meisten Einwohner leben im Norden an den K√ľstenregionen, einen weiteren Ballungsraum bildet die Region um die Stadt Salala im S√ľden des Landes. Der Rest ist weitestgehend unbewohnt. 2020 lebten √ľber 86¬†% der Bev√∂lkerung in St√§dten. 5¬†% der Bev√∂lkerung leben noch als Nomaden. Die Bev√∂lkerung w√§chst sehr stark. Sie hat sich innerhalb einer Dekade in etwa verdoppelt. Zu dem steigenden Bev√∂lkerungswachstum trug vor allem der Zuzug ausl√§ndischer Arbeitnehmer bei, der seit 2010 sprunghaft angestiegen ist. So sind mittlerweile 46¬†% der Bev√∂lkerung bzw. etwa 2,3 Mio. Menschen Migranten, davon etwa 1,3 Mio. Inder. Im Nordosten stammen viele Bewohner aus den ehemaligen omanischen Kolonien in Ostafrika (z.¬†B. Sansibar).

Gesamtbevölkerung
1950: 0.550.000
1980: 1.060.000
2003: 2.340.000
2010: 2.695.000
2015: 4.180.000
2020: 4.975.000

Laut Zensus lag die Einwohnerzahl Ende 2020 bei 4,47 Mio. und damit rund eine halbe Million unter dem Wert der UN.

√úber 30¬†% der Omaner sind j√ľnger als 15¬†Jahre, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 76¬†Jahren. Die Fertilit√§tsrate pro Frau betr√§gt 2,8¬†Kinder. Aufgrund des niedrigen Median-Alters in Verbindung mit einer hohen Lebenserwartung hatte das Land eine der niedrigsten Sterberaten weltweit.

Soziale Lage

Etwa 1970 begann Oman mit dem Aufbau sozialer Einrichtungen, heute gibt es Alters- und Invalidit√§tsrenten, Witwen- und Waisenunterst√ľtzungen. Das Gesundheitswesen wurde stark ausgebaut, Omaner genie√üen freie Heilf√ľrsorge.

Entwicklung der Lebenserwartung in Oman

Quelle: UN

Bildung

Die Alphabetisierung Omans betrug 2020 97¬†% der m√§nnlichen und 92,7¬†% der weiblichen Bev√∂lkerung, eine der h√∂chsten Raten der arabischen Welt. Vor 30 Jahren noch bestand nahezu die gesamte Bev√∂lkerung aus Analphabeten. Obwohl keine allgemeine Schulpflicht besteht, werden √ľber 90¬†% der Kinder eingeschult, der Schulbesuch ist kostenlos. Die einzige staatliche Hochschule des Landes, die Sultan-Qabus-Universit√§t, wurde 1986 in Maskat gegr√ľndet. Daneben existieren vier private Universit√§ten. Au√üerdem gibt es sechs staatliche und zw√∂lf private Colleges, die in etwa mit den deutschen Fachhochschulen beziehungsweise Berufsakademien vergleichbar sind.

Sprachen

Die Amtssprache ist Arabisch, daneben werden auch iranische (Balutschi und Persisch) und indoarische (Urdu) Sprachen gesprochen. Indische Sprachen werden immer verbreiteter. Handelssprache ist Englisch. Ein Teil der Bevölkerung spricht einen Swahili-Dialekt, wie er in Ostafrika und auf Sansibar gesprochen wird.

Im S√ľden und Westen des Landes werden au√üerdem einige neus√ľdarabische Sprachen gesprochen.

Religion

Staatsreligion ist der Islam. Nach einer Sch√§tzung von 2017 sind 85,9¬†% der Bewohner Omans Muslime, 6,5¬†% Christen, 5,5¬†% Hindus und 0,8¬†% Buddhisten. Unter den omanischen Staatsb√ľrgern, die insgesamt weniger als 60¬†% der Gesamtbev√∂lkerung ausmachen, sind 95¬†% Muslime (45¬†% Ibaditen, 45¬†% Sunniten, 5¬†% Schiiten) und 5¬†% Angeh√∂rige anderer Religionen (Christen, Hindus, Buddhisten).

Städte

Die Hauptstadt Maskat hat 25.000¬†Einwohner, der engere Hauptstadtbereich hat 370.000, die gesamte Muscat Capital Area √ľber eine Million Einwohner.

Geschichte

Das Gebiet von Oman war bereits in der Steinzeit besiedelt. In vorislamischer Zeit gehörte die Provinz Dhofar zum Reich der Sabäer, das durch die Legende vom Besuch der Königin von Saba bei König Salomo bekannt geworden ist. Oman war um 3000 v. Chr. den Sumerern in Mesopotamien bekannt (siehe Magan).

Nach der √úbernahme des Islams um 630 n. Chr. wurde Oman Teil des Kalifats der Umayyaden und Abbasiden. Vor allem im Hinterland breitete sich um 700 die Sekte der Ibaditen aus, die im 9. Jahrhundert im Innern des Landes ein unabh√§ngiges Imamat gr√ľndeten. Teile der omanischen Bev√∂lkerung wichen nach Ostafrika aus, wo sie die Vorherrschaft der Araber im westlichen Indischen Ozean begr√ľndeten. Die Hafenstadt Suhar stieg w√§hrenddessen zum bedeutendsten Handelszentrum der islamischen Welt auf und pflegte Kontakte bis in das Kaiserreich China und nach Ostafrika. Nach der Zerst√∂rung Suhars durch die Buyiden (965) wurde das Land mehrmals von persischen Eroberern besetzt, bevor um 1500 die Portugiesen die Kontrolle √ľber Hormus erlangten.

Im Kampf gegen die Eindringlinge wurde Oman unter der Yaruba-Dynastie seit dem 17. Jahrhundert vereinigt. Nach der Vertreibung der Portugiesen Mitte des 17. Jahrhunderts stieg Oman zur Seemacht im Indischen Ozean auf und Maskat wurde ein bedeutender Handelsplatz zwischen Arabien und Indien. Um 1730 eroberte Saif ibn Sultan II. Sansibar und weite Gebiete der ostafrikanischen K√ľste. Die Insel wurde 1840 durch Said ibn Sultan, auch bekannt als Sayyid Said (1806‚Äď1856), zur Residenz erkl√§rt. Um 1750 wurde die Said-Dynastie begr√ľndet, die Oman bis heute beherrscht. 1783 kam die heute pakistanische Stadt Gwadar in Belutschistan unter omanische Herrschaft; sie blieb es bis zu ihrem Verkauf an Pakistan im Jahr 1958.

Ab 1798 gewann Gro√übritannien in Oman an Einfluss: Ein zwischen dem Sultan von Maskat und der britischen Ostindienkompanie geschlossener Vertrag st√§rkte die Vorherrschaft der Briten in der Golfregion. Dennoch erlebte Oman in der ersten H√§lfte des 19. Jh. den H√∂hepunkt seiner Macht. Nach dem Verlust Sansibars im Jahre 1856 begann der wirtschaftliche Niedergang des Landes, der durch die konservative Politik der Sultane versch√§rft wurde. Obwohl formal stets unabh√§ngig, geriet Oman ‚Äď unter anderem durch Vertr√§ge von 1891 ‚Äď Ende des 19. Jahrhunderts in faktische Abh√§ngigkeit von Gro√übritannien. Die britische Vorrangstellung endete schrittweise, insbesondere infolge des 1968 angek√ľndigten Abzuges der britischen Truppen aus dem Raum ‚Äě√∂stlich von Sues‚Äú.

Das 1913 von Bergst√§mmen im Landesinnern ausgerufene Ibaditen-Imamat wurde 1955 von Truppen des Sultans besetzt, der Imam nach einem Aufstandsversuch 1957 vertrieben. Sultan Said ibn Taimur, der von 1932 bis 1970 herrschte, belie√ü das Land in seiner R√ľckst√§ndigkeit und au√üenpolitischen Isolation: Die Sklaverei wurde aufrechterhalten, hohe Binnenz√∂lle erhoben, das Schulsystem auf Koranschulen beschr√§nkt. Erst mit dem Beginn der Erd√∂lf√∂rderung und dem Regierungsantritt von Qabus ibn Said, der seinen Vater 1970 abgesetzt hatte, kam es zu ersten Reformen: Abschaffung der Sklaverei, Aufhebung von Ausgangs- und Reisebeschr√§nkungen, Verbesserung der Infrastruktur, erm√∂glicht durch Gewinne aus der Erd√∂lf√∂rderung.

1965 erhoben sich in der Provinz Dhofar sozialistische Rebellen, die zum Teil vom S√ľdjemen unterst√ľtzt wurden, gegen die ibaditische Regierung. Beigelegt wurden diese immer wieder aufflackernden Auseinandersetzungen erst 1976. Im Zuge der irakischen Besetzung Kuwaits 1990 verst√§rkten die USA ihre milit√§rische Pr√§senz in diesem Teil der Golfregion.

Im Februar 2011 kam es in der nordomanischen Hafenstadt Suhar, der Hauptstadt Maskat und im S√ľden des Landes zu Protesten.

Politik

Politisches System

Gem√§√ü der Verfassung von 1996 (‚ÄěGrundgesetz des Staates‚Äú) ist Oman eine absolute Monarchie (Sultanat). Oberster Herrscher des Landes ist der Sultan, der das Amt des Staatsoberhaupts und Regierungschefs in sich vereint. Die von ihm ernannten Minister haben nur beratende und administrative Funktion; derzeit gibt es 30 Minister.

Der Nationale Konsultativrat ist eine nach dem Zweikammersystem aufgebaute Versammlung mit lediglich beratender Funktion. Das Oberhaus, die Staatsversammlung (Madschlis ad-Dawla), setzt sich aus 41 vom Sultan ernannten Mitgliedern zusammen. Das Unterhaus, die Beratende Versammlung (Madschlis asch-Schura), wird von Omanern im Alter ab 21¬†Jahren auf drei Jahre gew√§hlt. Der Sultan ernennt aus 164 gew√§hlten Kandidaten schlie√ülich 82 zu Mitgliedern der Versammlung. Au√üerdem hat der Sultan das Recht, die Wahl f√ľr ung√ľltig zu erkl√§ren. Die Gesetzgebung erfolgt durch Dekrete; politische Parteien sind verboten.

Oman ist in acht Gouvernements (manatiq, Sg. mintaqa) gegliedert, die sich wiederum in Distrikte (wilayat, Sg. wilaya) unterteilen.

Frauenwahlrecht

Seit 1994 hatten Frauen ein auf bestimmte Sitze in der Beratenden Versammlung beschr√§nktes aktives und passives Wahlrecht. Gleiche Rechte f√ľr Frauen und M√§nner wurden in Artikel 17 der Verfassung von 1996 verankert. 2003 wurde das allgemeine aktive und passive Wahlrecht auf nationaler Ebene rechtzeitig f√ľr die Wahlen von 2003 gew√§hrt und damit das Frauenwahlrecht eingef√ľhrt. Im Oktober 2003 wurden bei den ersten Parlamentswahlen, bei denen alle Omanis √ľber 21 w√§hlen durften, zwei Frauen ins Parlament gew√§hlt. Davor hatte es Ernennungen von Frauen nach einer beschr√§nkten Wahl gegeben:

1. Beratende Versammlung (Madschlis asch-Schura): Zwei Frauen, 1997. Beide wurden 1997 nach einer beschr√§nkten Wahl ernannt: 50.000 Omanis, darunter zum ersten Mal Frauen, w√§hlten eine Gruppe von Nominierten f√ľr die Beratende Versammlung. Der Sultan ernannte aus der Gruppe der so Gew√§hlten 82 Delegierte. Bei der n√§chsten Wahl, die eine erweiterte W√§hlerschaft zulie√ü, wurden beide Frauen wiedergew√§hlt.

2. Staatsversammlung (Madschlis ad-Dawla): Vier Frauen

2007 wurde keine Frau gewählt, 2012 nur eine.

Politische Indizes

Militär

Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte ist der Sultan. In Oman besteht keine Wehrpflicht. Das Verteidigungsministerium und der Generalstab haben seit 1978 ihren Sitz in Muaskar al-Murtafa'a in der N√§he des Flughafens Seeb. Die omanischen Streitkr√§fte haben eine Gesamttruppenst√§rke von etwa 43.000 und bestehen aus folgenden drei Teilstreitkr√§ften: der K√∂niglich-Omanischen Armee, der K√∂niglich-Omanischen Luftwaffe und der K√∂niglich-Omanischen Marine. Alle Truppenteile verf√ľgen unter anderem √ľber umfangreiche westliche Ausr√ľstung und Waffen.

Der Oman gab 2017 knapp 12,1 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 8,7 Milliarden US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus. Die Verteidigungsausgaben als Anteil der Wirtschaftsleistung geh√∂ren zu den h√∂chsten der Welt.

Internationale Beziehungen

Nach der Regierungs√ľbernahme durch Sultan Qabus im Jahr 1970 beendete Oman die Politik der Abschottung und wurde im Jahr 1971 Mitglied der UNO (seit 21. September 1971) und der Arabischen Liga. In den Folgejahren wurden zu weiteren L√§ndern diplomatische Beziehungen aufgenommen, beispielsweise bestehen seit 1973 diplomatische Beziehungen zur Schweiz. Der Oman versucht au√üenpolitische Neutralit√§t in den Konflikten des Nahen Ostens zu wahren, da seine Mehrheitsbev√∂lkerung weder schiitisch noch sunnitisch ist. Das Land versucht eine Vermittlerrolle einzunehmen.

Seit dessen Gr√ľndung im Jahr 1982 ist Oman Mitglied des Golf-Kooperationsrats und arbeitet mit dessen Mitgliedern Bahrain, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eng zusammen. Vom Projekt der Einf√ľhrung einer gemeinsamen W√§hrung hat sich Oman vorerst zur√ľckziehen m√ľssen, da es den urspr√ľnglich geplanten Einf√ľhrungstermin nicht h√§tte einhalten k√∂nnen.

Der Schwerpunkt der Beziehungen zu L√§ndern au√üerhalb der arabischen Welt liegt im Bereich der Wirtschaft. Mit Deutschland bestehen Abkommen √ľber wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit, Investitionsf√∂rderung und Luftverkehr; allerdings keine bilateralen Kulturabkommen. Ein Doppelbesteuerungsabkommen wurde 2012 unterzeichnet, ist aber bislang nicht in Kraft getreten. Mit der Schweiz besteht ein Abkommen zum Investitionsschutz; ein Doppelbesteuerungsabkommen wurde am 22. Mai 2015 unterzeichnet und ist am 13. Oktober 2016 in Kraft getreten.

Bedingt durch die Notwendigkeit, die junge Bev√∂lkerung auszubilden, ist Oman auch an internationalem Austausch im Bildungsbereich interessiert. Obwohl mit der German University of Technology in Oman eine mit der RWTH Aachen assoziierte Privatuniversit√§t existiert, ist der wissenschaftliche Austausch bzw. der Studentenaustausch zwischen Oman und Deutschland noch nicht weit fortgeschritten. Seit 2008 existiert ein Programm, das omanische Regierungsstipendiaten zum Studium nach Deutschland entsendet. Die Deutsch-Omanische Gesellschaft wurde 1992 gegr√ľndet.

Menschenrechte

Im Sultanat Oman stehen die Menschenrechte nach der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam unter dem Vorbehalt der Gesetze der Scharia. Die absolut regierende königliche Familie geht konsequent gegen oppositionelle Stimmen und Kritiker vor. Gemäß dem Jahresbericht 2010 der Organisation Amnesty International werden im Sultanat Oman Menschenrechte missachtet oder verletzt:

  • Inhaftierung gewaltloser politischer Oppositioneller
  • Unterdr√ľckung der Meinungs- und Religionsfreiheit
  • Haft ohne Anklage und Gerichtsverfahren
  • Anwendung der Todesstrafe

Die Lage der Pressefreiheit ist laut der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen "schwierig".

Rechtssystem

Das Rechtssystem in Oman ist eine Mischung aus britischem Common Law und der Scharia. Homosexualität ist illegal und kann mit bis zu 3 Jahren Gefängnis bestraft werden.

Wirtschaft

Basisdaten

Oman hat durch die Ende der 1960er Jahre einsetzende F√∂rderung von Erd√∂l eine weitgehende Umstrukturierung von einer agrarisch ausgerichteten Wirtschaft zur exportorientierten Erd√∂lwirtschaft erfahren. Das BIP pro Kopf 2016 lag kaufkraftbereinigt bei 46.689 US-Dollar pro Kopf. 2016 hatte die Landwirtschaft nur noch einen Anteil von 1,7¬†% am BIP, w√§hrend die Industrie 45,4¬†% und der Dienstleistungssektor 52,9¬†% ausmachte. Im gleichen Jahr war das BIP um 3,1¬†% gewachsen. Die Arbeitslosigkeit lag 2004 im Durchschnitt bei 15¬†%. Erwerbst√§tig waren im Jahr 2000 6¬†% der Bev√∂lkerung in der Landwirtschaft, 11¬†% in der Industrie und 82¬†% im Dienstleistungssektor. 2016 betrug der Anteil der Milit√§rausgaben am BIP 13,7¬†%, derjenige f√ľr Bildung 5,0¬†% und derjenige f√ľr Gesundheit 3,2¬†%.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Oman Platz 62 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte das Land 2017 Platz 82 von 180 L√§ndern.

Omanisierung

Omanisierung bezeichnet die Ersetzung von Gastarbeitern durch omanische Staatsb√ľrger auf inl√§ndischen Arbeitspl√§tzen. Die Omanisierung soll sicherstellen, dass f√ľr jeden Staatsb√ľrger ein Arbeitsplatz vorhanden ist, und die Abh√§ngigkeit des Landes von Gastarbeitern verringern. Als Haupthindernis f√ľr die weitere Omanisierung identifizierte die Regierung ausl√§ndische Top-Manager, die bevorzugt ihre Landsleute einstellen. Daher z√§hlt zu den Zielen der Omanisierung die Besetzung des Top-Managements mit Omanern.

Die Omanisierung begann 1988 mit der Festlegung von Quoten f√ľr die Besch√§ftigung von Omanern. So sollen mindestens 72¬†% aller Staatsdiener omanische Staatsb√ľrger sein. Auch in der Privatwirtschaft wurden f√ľr sechs ausgew√§hlte Branchen Besch√§ftigungsanteile f√ľr omanische Staatsb√ľrger gesetzlich festgelegt: Transport, Lagerung und Telekommunikation 60¬†% (z.¬†B. ist das Taxigewerbe in der Hauptstadt fest in der Hand von Omanern belutschischer Abstammung), Banken, Versicherungen und Immobilienwirtschaft 45¬†%, Industrie 35¬†%, Hotel- und Gastst√§ttengewerbe 30¬†%, Gro√ü- und Einzelhandel 20¬†% (da im Einzelhandel auch viele unattraktive Jobs wie Auff√ľllarbeiten etc. existieren, f√ľhrt diese Regel dazu, dass attraktive Stellen wie z.¬†B. Kassierer nur von Omanern besetzt werden) und freiberufliche T√§tigkeiten 15¬†%.

Die Pl√§ne der Regierung wurden erfolgreich umgesetzt und bereits 1990 wurde das festgelegte Minimum von Omanern im Staatsdienst √ľbertroffen. 1999 erreichte der Anteil der Staatsb√ľrger im √∂ffentlichen Dienst 86¬†%. 2008 arbeiteten fast ausschlie√ülich Omaner (ca. 85,2¬†% aller Besch√§ftigten) im Staatsdienst. Zwar sind immer noch knapp die H√§lfte aller Arbeitspl√§tze, die von Omanern besetzt werden, im √∂ffentlichen Sektor zu finden (2008 waren in diesem Sektor 131.209 Omaner besch√§ftigt), aber der Anteil von Omanern im privaten Sektor steigt stetig. 2008 arbeiteten 147.194 Omaner in der Privatwirtschaft. Das war das zweite Jahr in Folge mit mehr omanischen Besch√§ftigten als im √∂ffentlichen Dienst und mehr als doppelt so viele wie 2002 (65.879). Trotz dieser Entwicklung ist jedoch davon auszugehen, dass Positionen f√ľr un- oder angelernte Arbeiter weiterhin mit Gastarbeitern besetzt bleiben, da Omaner diese Stellen selten annehmen. 2008 waren 795.000 Gastarbeiter im privaten Sektor besch√§ftigt; der Anteil von Omanern lag in diesem Sektor bei 18,5¬†%.

Währung

Die W√§hrungseinheit in Oman ist der omanische Rial (√ľblicherweise abgek√ľrzt mit R.¬†O., international OMR) zu 1.000¬†Baisas. Er ist fest an den US-Dollar gebunden, der von den Banken ohne Kommission ge- und verkauft wird. 1¬†Rial entspricht 2,3¬†Euro beziehungsweise 1¬†Euro 0,44¬†OMR (1. Dezember 2021). Inflation existiert so gut wie nicht und im Zehnjahresschnitt von 1985 bis 1995 gab es eine Deflation von 0,2¬†%. 2003 betrug die Inflation im Durchschnitt ‚ąí0,4¬†%. Man kann √ľberall in R.¬†O. bezahlen, nur selten hingegen in US-Dollar oder gar Euro. Es gibt viele Banknoten, auf denen Sultan Qabus abgebildet ist, denn sogar 100¬†Baisas (etwa 23¬†Euro-Cent) werden in Papiergeld ausgegeben.

Landwirtschaft

Etwa 5¬†% der Staatsfl√§che werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Es werden vor allem Datteln, Zitronen, Granat√§pfel, Bananen, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Mangos, Weizen, Kartoffeln, Kaffee und Tabak angebaut. Die Batina-Ebene im Norden des Landes gilt als Agrarzentrum Omans. Im S√ľden ist das Gebiet um Salala aufgrund des h√∂heren Niederschlags landwirtschaftlich nutzbar. Auch im Hinterland des Dschabal Achdar gibt es stellenweise fruchtbare T√§ler, in denen Dattelpalmen wachsen. In der N√§he des Wadi Samail, das den Dschabal Achdar in einen √∂stlichen und einen westlichen Gebirgszug teilt, wird Kaffee angebaut. Die Gew√§sser rund um Oman sind sehr fischreich. Im Norden und Osten werden Schwert- und Thunfische im gro√üen Stil gefangen, im S√ľden Haie. Strikte j√§hrliche Fangquoten sollen die Best√§nde sch√ľtzen. Die Viehzucht wird √ľberwiegend von Beduinen betrieben.

Bodenschätze, Energie, Industrie

Der wertvollste Rohstoff ist das Erd√∂l, das dem Land zu Reichtum verholfen hat. Die Erd√∂lquellen liegen vorwiegend in den W√ľsten im Innern Omans. Die bedeutendsten Quellen sind Lachwar, Natih, Qarn Alam, Schama und Sadad, die sich von den Ausl√§ufern des Dschabal Achdar bis hinunter in den Dhofar erstrecken, mit Schwerpunkt im Zentrum Omans. Neben Erd√∂l ist das Land auch reich an Erdgas. Die omanische Regierung hat f√ľr die Zeit nach dem √Ėl gro√üe Pl√§ne bez√ľglich Gas.

W√§hrend der Phase hoher √Ėlpreise seit 2000 investierte Oman im Gegensatz zu den meisten √Ėlf√∂rderstaaten viel Geld in die Exploration und F√∂rderung von Erd√∂l sowie Erdgas. Daher konnte Oman in den vergangenen Jahren entgegen urspr√ľnglichen Prognosen seine F√∂rderung immer weiter ausbauen. Im Februar 2016 betrug die F√∂rdermenge von Erd√∂l sowie Gaskondensaten rund 1 Million Barrel pro Tag. Die noch weitgehend unerschlossenen Erdgasvorkommen werden von offizieller Seite mit mehreren Billionen Kubikmetern und Barreln Erdgas bzw. Erd√∂l angegeben.

Neben den reichen Erd√∂l- und Erdgasfeldern beschr√§nkt sich der Bergbau auf den Abbau von Kupfer (vor allem im √§u√üersten Norden) und von ein wenig Chromit. Im Osten gibt es bei al-Ashkara unweit von Sur Steinkohlevorkommen, die aber bisher nicht erschlossen sind. Die Energieversorgung basiert im Wesentlichen auf Erd√∂l; sie wurde seit Anfang der 1970er Jahre erheblich ausgebaut. Der Industriesektor verzeichnet ein starkes Anwachsen von Kleinbetrieben (unter anderem Handwerk, Nahrungsmittel- und Baustoffindustrie). Unter staatlicher Regie wurden eine Erd√∂lraffinerie, eine Gasverfl√ľssigungsanlage und ein Kupferschmelzwerk errichtet.

Tourismus

Noch in den 90er Jahren war Oman ein Land f√ľr abenteuerlustige Individualreisende, inzwischen hat sich ein staatlich gef√∂rderter Tourismus entwickelt, der sich den internationalen Standards angleicht. Offensichtlich haben die Erfolge der Vereinigten Arabischen Emirate hier als Vorbild gedient.

Ein besonderes Projekt war das f√ľr 250.000 Menschen geplante Tourismuszentrum ‚ÄěAl Madina A‚ÄôZarqa‚Äú (ehemals ‚ÄěBlue City Oman‚Äú) mit bis zu 20 Hotels und einem eigenen Krankenhaus. Es sollte etwa 75 Kilometer westlich von Maskat auf einer Fl√§che von 34 Quadratkilometern und etwa 16 Kilometer l√§ngs der K√ľste bis zur Halbinsel as-Sawadi entstehen. Als Bausumme wurden 15 bis 20 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Baubeginn war 2007, die geplante Fertigstellung w√§re 2020 gewesen. Bereits 2010 ging das Projekt in die Liquidation aufgrund fehlender Investitionen. 2012 erfolgte eine Wiederaufnahme des Konzepts durch den Omanischen Staatsfond, aber auch dieser beendete seine T√§tigkeit am Projekt kurz darauf endg√ľltig.

Außenhandel

Seit 1967 wird Erd√∂l exportiert, das zusammen mit Erdgas (seit 1978) 2004 81¬†% der gesamten Exporte ausmacht. Weitere Exportg√ľter sind Fische, Metalle und Textilien. Zielland sind die Vereinigten Arabischen Emirate. Importiert wurden Maschinen und Fahrzeuge, Industrieg√ľter und Lebensmittel, zu 32¬†% aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seit Beginn der √Ėlexporte ist die Handelsbilanz positiv.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 31,5 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 20,2 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 17¬†% des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2015 13,1 % des BIP und gehörte damit zu den niedrigeren der Welt. In den folgenden Jahren ist diese stark angewachsen und betrug 2018 47,5 %.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 2,3¬†%
  • Bildung: 4,0¬†%
  • Milit√§r: 11,4¬†% (2005)

Infrastruktur

Straßen

Es gibt in Oman rund 60.000 Kilometer Stra√üen, inzwischen sind fast alle Orte auf asphaltierten Stra√üen erreichbar, zuvor fehlende Querverbindungen sind in den letzten Jahren erg√§nzt worden, so dass die Asphaltstra√üen heute ein sehr gut ausgebautes Netz bilden. Autobahnen (2000 Kilometer) verbinden Maskat mit Sib, Suhar und Fudschaira, sowie mit Nizwa in der Mitte des Landes und Sur an der √∂stlichen Nordk√ľste. Ibri mit Buraimi und Salala mit Thumrayt. Zunehmend werden auch abgelegene Wadis mit gut ausgebauten Stra√üen durchzogen, was h√§ufig aus √∂kologischen Gr√ľnden kritisiert wird. Dadurch werden die M√∂glichkeiten des Offroad-Tourismus eingeschr√§nkt, der klassische Bustourismus ausgebaut. Viele Omaner benutzen private PKW, so dass die Frequenz der √úberlandbusse zwischen gro√üen Orten abnimmt. Zwischen kleineren Orten verkehren Sammeltaxis. Bei j√§hrlich etwa 8000 Verkehrsunf√§llen sterben rund 1000 Menschen (Stand 2013). Viele der Autos, vor allem in den St√§dten, sind neu ‚Äď zweifelsohne Zeichen des jungen Wohlstandes. Gefahren werden zu einem guten Teil japanische Autos wie Toyota, Mitsubishi usw. Es verkehren auffallend viele Jeeps auf den Stra√üen, die Statussymbol sind. Alle Privat-PKW sind mit einem ‚ÄěPiepser‚Äú versehen, der sich beim √úberschreiten der gesetzlichen H√∂chstgeschwindigkeit von 120¬†km/h einschaltet. Auf den Autobahnen stehen in relativ kurzen Abst√§nden zahlreiche Radarkontrollen. Die Beschilderung ist so gut wie √ľberall zweisprachig, Arabisch und Englisch. In Oman sind staubige Autos seit 1973 gesetzlich verboten. Wer sein Auto im wasserarmen Land nicht regelm√§√üig w√§scht, riskiert ein Bu√ügeld, bei Wiederholung die Konfiszierung des Wagens.

Eisenbahn

Mitte 2014 wurde die Projektgesellschaft Oman Rail gegr√ľndet, die bis 2019 ein 2.135 Kilometer langes, normalspuriges, zweigleisiges und nicht-elektrifiziertes Eisenbahnnetz schaffen sollte. Im Mai 2016 wurde vom omanischen Transportministerium bekanntgegeben, dass das Projekt auf Eis gelegt wurde. Aufgrund der niedrigen Staatseinnahmen, zur√ľckzuf√ľhren auf den Erd√∂lpreis Mitte der 2010er Jahre, kann Oman dieses gro√üe Projekt nicht finanzieren.

Pipelines und Häfen

Der Transport von √Ėl und Gas erfolgt √ľber etwa 7.000¬†Kilometer Pipelines. Mina al-Fahal bei Maskat ist der √Ėlexporthafen. Weitere wichtige H√§fen sind Mina Sultan Qaboos in Matrah und Raysut bei Salala, der weiter ausgebaut wird und Freihandelszone ist.

Luftverkehr

In Oman existieren derzeit vier internationale Flugh√§fen. In Sib, einer Stadt 25 Kilometer westlich der Hauptstadt Maskat, befindet sich der Muscat International Airport, der fr√ľher Seeb International Airport hie√ü. Der zweitgr√∂√üte Flughafen liegt im S√ľden des Landes, in Salala, der Salalah International Airport. Beide Flugh√§fen wurden in den letzten Jahren massiv ausgebaut und sind auf dem neuesten Stand der Technik. Au√üerdem existiert in der K√ľstenstadt Sohar der Flughafen Sohar sowie in der Freihandelszone Duqm der Flughafen Duqm. Der Regionalflughafen Flughafen Chasab befindet sich in der Hauptstadt der Region Musandam.

Die Billigfluggesellschaft SalamAir wurde 2016 gegr√ľndet. Sie bedient Ziele im Nahen Osten und Indien.

Telekommunikation

Im Jahr 2019 nutzten 92 Prozent der Einwohner Omans das Internet.

Kultur

Nationalfeiertag ist der 18. November, an dem Sultan Qabus ibn Said seinen Geburtstag feierte. Die Feierlichkeiten erstrecken sich in der Regel √ľber drei Tage und werden mit einem riesigen Feuerwerk abgeschlossen.

In Maskat befindet sich das Royal Opera House Muscat, das bis zur Eröffnung der Dubai Opera im Jahr 2016 das einzige Opernhaus in den Golfstaaten war.

Sport

Cricket ist eine der beliebtesten Sportarten in Oman, vor allem Dank der Einwanderer aus den Cricketnationen S√ľdasiens. Die omanische Cricket-Nationalmannschaft qualifizierte sich 2016 erstmals f√ľr die ICC World Twenty20, nachdem man die ICC World Twenty20 Qualifier 2015 auf dem sechsten Platz abschloss. Gleichzeitig erhielt man T20I-Status. Am 24. April 2019 erhielt Oman erstmals ODI-Status zugesprochen, nachdem man den Gastgeber Namibia w√§hrend der ICC World Cricket League Division Two 2019 mit vier Wickets besiegte. 2021 war Oman zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten erstmals Gastgeber eines wichtiges Cricketturnieres, dem T20 World Cup 2021. Es war dies das erste wichtige Cricketturnier, dass vollst√§ndig in assoziierten L√§ndern des International Cricket Council stattfand. Die Nationalmannschaft Omans nahm ebenfalls an diesem Turnier teil, schied jedoch bereits in der Vorrunde aus.

Siehe auch

Literatur

Geschichte

  • Hans Krech: Bewaffnete Konflikte im S√ľden der Arabischen Halbinsel. Der Dhofarkrieg 1965‚Äď75 im Sultanat Oman und der B√ľrgerkrieg im Jemen 1994. Verlag Dr.¬†K√∂ster, Berlin 1996, ISBN 3-89574-193-0.
  • Dagmar Boerner-Josten: Im Paradies ist es hei√ü. Briefe aus Oman (1982‚Äď1985). Reiseerinnerungen. Books on Demand, 2007, ISBN 978-3-8334-8225-0.

Landkarten

  • National Survey Authority: Sultanate of Oman Map. 1¬†: 1,300,000. Maskat 2012.
  • Oman 1¬†: 850 000. Reise Know-How Verlag Rump, Bielefeld 2006, ISBN 3-8317-7178-2.

Allgemeine Reisef√ľhrer

  • Julietta Baums, Lorenz T√∂pperwien: Oman: Unterwegs zwischen Muscat und Salalah. 4. Auflage, Trescher, Berlin 2020
  • Kirsten Baron: Vereinigte Arabische Emirate / Oman [‚Ķ]. 3. Auflage. Ullstein, Frankfurt am Main/ Berlin 1994, ISBN 3-550-06885-9.
  • Gerhard Heck, Manfred W√∂bcke: Arabische Halbinsel: Saudi-Arabien, [etc.] (= Richtig reisen). 3. Auflage. DuMont, K√∂ln 1999, ISBN 3-7701-3584-9.
  • Kirstin Kabasci, Peter Franzisky: Oman: geheimnisvolles Sultanat zwischen gestern und √ľbermorgen. (= Reise know-how: Reisehandbuch). Reise-Know-How Verlag D√§rr, Hohenthann 1996, ISBN 3-89662-100-9. (2. Auflage. 1999)
  • Franziskus Kerssenbrock: Oman / Vereinigte Arabische Emirate. Polyglott-Verlag, M√ľnchen 1996, ISBN 3-493-62941-9.
  • Birgit M√ľller: Oman ‚Äď Vereinigte Arabische Emirate: Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate entdecken und erleben. (= Merian live). Gr√§fe und Unzer, M√ľnchen 1996, ISBN 3-7742-0424-1.
  • Robert Nagel: Einmal Islam und zur√ľck. Ein west-√∂stliches Tagebuch aus dem Jahr des dritten Golfkriegs. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2005, ISBN 3-931659-68-2.
  • Peter Ochs: Maverick guide to Oman. Pelican Publishing, Gretna, LA 1997, ISBN 1-56554-241-X. (2. Auflage. 1999)
  • Georg Popp: Oman. 4., aktualisierte und vollst√§ndig √ľberarbeitete Auflage. Edition Temmen/ Edition Erde, Bremen 2005, ISBN 3-86108-837-1.
  • Gordon Robison: Arab Gulf states [‚Ķ]. (= Lonely Planet travel survival kit). 2. Auflage. Lonely Planet Publications, Hawthorn, Vic u.¬†a. 1996, ISBN 0-86442-390-X.
  • Anke R√∂hl: Oman: praktischer Reisef√ľhrer an die Ostk√ľste Arabiens. Peter Meyer Reisef√ľhrer, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-922057-12-8. (2. Auflage. 1998)
  • Michael Teupel: Oman ‚Äď Das Sultanat. Reiseliteratur Verlag, Hamburg 2006.
  • Manfred W√∂bcke: Dubai ‚Äď Emirate ‚Äď Oman: Reisen mit Insider-Tips. (= Marco Polo Reisef√ľhrer). Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 1996, ISBN 3-89525-167-4.
  • o. V. (Lektorat der dt. Ausgabe: Henning Neusch√§ffer): Polyglott-APA Guide Oman + VAE. 1. Auflage. Langenscheidt Verlag, 1998, ISBN 3-8268-2080-0.

Spezielle Reisef√ľhrer

  • Heiner Klein, Rebecca Brickson: Off-road in Oman. Motivate Publishing, Dubai/London 1992, ISBN 1-873544-29-4.
  • R. A. McDonald: Rock climbing in Oman. Apex Publishing, London/ Ruwi 1993, OCLC 37693487.
  • Samir S. Hanna: Field guide to the geology of Oman. Vol. 1: Western Hajar mountains and Musandam. Historical Association of Oman, Ruwi 1995, OCLC 34973695.
  • Rodney V. Salm, Robert Baldwin: Snorkelling and diving in Oman. Motivate Publishing, Dubai/ London 1991, ISBN 1-873544-21-9.

Weblinks

  • L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zu Oman
  • Offizielle Seite der Deutsch-Omanischen Gesellschaft
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Oman
  • Umfassende Bibliographie zu Oman
  • Werner Bloch: Religion im Oman ‚Äď Ein Islam der maximalen Toleranz. In: Deutschlandfunk-Sendung ‚ÄěTag f√ľr Tag‚Äú. 10.¬†Juli 2019; abgerufen am 10.¬†Juli 2019 (aus als mp3-Audio, 13,5¬†MB, 14:46¬†Minuten).¬†
  • Ingrid Thurner: Sultanat Oman. Modernismen gegen√ľber aufgeschlossen. Qantara, 12. M√§rz 2018

Einzelnachweise

Anmerkungen


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
OM.DA Ad Dakhliyah  
OM.BA Al Batnah  
OM.ZA Al Dhahira  
OM.WU Al Wusta  
OM.SH Ash Sharqiyah  
OM.JA Dhofar  
Fujayrah  
OM.MU Musandam  
OM.MA Muscat  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Oman

Name englisch: Oman
Hauptstadt: Muscat
Kfz: OM
ISO: OM
ISO3: OMN
Fläche: 212460 km²
Tld: .om
Wärung Einheit: OMR
Währung: Rial
Vorwahl: 968

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 26.4053947
südlichster Punkt: 16.650336
westlichster Punkt: 52.0000018
östlichster Punkt: 59.8393974


 
Oman: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Oman. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.