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Staat Informationen : Singapur

Informationen:


Singapur (amtlich Republik Singapur, englisch Republic of Singapore [ÉčÉȘˈpʰʌb.lÉȘkÊ°.əv.ˈsÉȘƋ.(g)ə.pʰɔː], malaiisch Republik Singapura, chinesischÂ æ–°ćŠ ćĄć…±ć’Œć›œ, Pinyin XÄ«njiāpƍ GĂČnghĂ©guĂł, auch: æ–°ćŠ ćĄ [ɕin.tɕiɑ.pÊ°uɔ], Tamil àźšàźżàź™àŻàź•àźȘàŻàźȘàŻ‚àź°àŻ àź•àŻàźŸàźżàźŻàź°àźšàŻ Ciáč…kappĆ«r Kudiyarasu) ist ein Insel- und Stadtstaat und der flĂ€chenmĂ€ĂŸig kleinste Staat SĂŒdostasiens. Er ist Mitglied im Commonwealth of Nations.

Nach frĂŒhen Jahren der Turbulenzen und trotz fehlender natĂŒrlicher Ressourcen und eines Hinterlandes entwickelte sich die Nation schnell zu einem der vier asiatischen Tiger, die auf Außenhandel beruhten, und entwickelte sich zu einem hoch entwickelten Land. Singapur ist das einzige Land in Asien mit einem AAA-LĂ€nderrating aller großen Ratingagenturen. Es ist ein wichtiger Finanz- und Versandknotenpunkt. Singapur hat einen hohen Stellenwert bei wichtigen sozialen Indikatoren: Bildung, Gesundheitsversorgung, LebensqualitĂ€t, persönliche Sicherheit und öffentlicher Wohnungsbau mit einer Wohneigentumsquote von 91 %. Singapurer genießen eine der lĂ€ngsten Lebenserwartungen der Welt, die schnellsten Internetverbindungsgeschwindigkeiten und eine der niedrigsten Kindersterblichkeitsraten der Welt.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zĂ€hlt Singapur zu den LĂ€ndern mit sehr hoher menschlicher Entwicklung. Singapur ist eines der reichsten LĂ€nder (und StĂ€dte) weltweit und gilt als eine der StĂ€dte mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten. Zudem zĂ€hlt der Stadtstaat mit mehr als elf Millionen auslĂ€ndischen Touristen im Jahr zu den zehn meistbesuchten StĂ€dten der Welt und gilt neben Hongkong als wichtigster Finanzplatz Asiens. Singapur ist ein multiethnischer Staat, in dem Chinesen, Malaien und Inder die grĂ¶ĂŸten Bevölkerungsteile stellen.

Namensherkunft

Der Name „Singapur“ entstammt dem Sanskrit und setzt sich zusammen aus Singha (à€žà€żà€‚à€č siáčƒha „Löwe“) und Pura (à€Șà„à€° pura „Stadt“), bedeutet also Löwenstadt.

Der Legende nach erreichte Sang Nila Utama, ein Prinz aus Palembang, der damaligen Hauptstadt des Srivijaya Reichs, im Jahr 1299 Singapur und grĂŒndete das Königreich Singapura. Nach seiner Ankunft soll der Prinz im dichten Dschungel einen Löwen gesehen haben – vermutlich hat es sich jedoch um einen malaysischen Tiger gehandelt, da in dieser Region keine Löwen gelebt haben. Beeindruckt von der Begegnung, interpretierte er diese als gutes Omen und entschied sich den Ort fortan „Löwenstadt“ zu nennen und eine Siedlung zu errichten. Das Wahrzeichen Singapurs ist seit dem Jahr 1964 der Merlion, ein Fabelwesen mit einem Löwenkopf und einem Fischkörper.

Geografie

Lage und FlÀche

Der Inselstaat Singapur umfasst eine Hauptinsel, drei grĂ¶ĂŸere und 58 weitere kleinere Inseln. Er liegt an der SĂŒdspitze der Malaiischen Halbinsel, von dieser getrennt durch die Johorstraße. Die Inseln sind der sĂŒdlichste AuslĂ€ufer der Hinterindischen Halbinsel und des asiatischen Festlandes. Im Westen wird mit der Straße von Malakka eine der am stĂ€rksten befahrenen Wasserstraßen der Welt berĂŒhrt. Im SĂŒden liegt die Straße von Singapur. Benachbarte Staaten sind Malaysia auf der Malaiischen Halbinsel im Norden und Indonesien mit Sumatra und den Riau-Inseln im SĂŒden.

Die GesamtflĂ€che entspricht knapp der FlĂ€che von Hamburg. Landgewinnung spielt fĂŒr Singapur eine große Rolle. Das Erdmaterial wird dazu von eigenen Bergen, dem Meeresboden oder von Nachbarstaaten entnommen und im angrenzenden Meer aufgeschĂŒttet. Dadurch stieg die LandflĂ€che von 581,5 kmÂČ in den 1960er Jahren auf heute 725,1 kmÂČ und soll bis 2030 noch um etwa 100 kmÂČ (auf rund 800 kmÂČ) wachsen. Der MacRitchie-Stausee wurde 1868 erbaut.

Singapur ist ein Stadtstaat. Die Stadt Singapur liegt bei den Koordinaten 1° 17â€Č N, 103° 50â€Č O auf der Hauptinsel Pulau Ujong, die den Großteil des Staatsgebiets einnimmt. Der Johor–Singapore Causeway, ein kĂŒnstlicher Damm im Norden, verbindet die Hauptinsel mit Johor Bahru auf dem zu Malaysia gehörenden Festland. Eine weitere Verbindung zum Festland (Malaysia-Singapore Second Link) besteht im Westen durch eine nach Gelang Patah fĂŒhrende BrĂŒcke. Die höchste Erhebung des Inselstaats ist mit 163,63 Metern der Bukit Timah Hill im Bukit-Timah-Reservat.

Die Insel Sentosa wird manchmal der sĂŒdlichste Punkt des asiatischen Festlands genannt. Dies ist etwas umstritten, da sowohl Sentosa als auch Singapur Inseln sind; sie sind jedoch durch DĂ€mme und BrĂŒcken mit dem Festland verbunden.

Klima

Das Klima ist tropisch-feucht. Die Temperatur betrĂ€gt fast das ganze Jahr ĂŒber etwas mehr als 28 Grad Celsius. In den Monaten Oktober bis Februar sind die Temperaturen bedingt durch den Monsun nur etwas niedriger als im restlichen Jahr, bei stĂ€rkeren NiederschlĂ€gen.

Bevölkerung

Demographie

Laut dem statistischen Amt Singapurs betrug die Gesamteinwohnerzahl im Dezember 2016 5,6 Millionen Menschen. Die StaatsbĂŒrger und die Einwohner mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis (Permanent Residents) gehören zu unterschiedlichen ethnischen Gruppen:

76,8 Prozent sind Chinesen, 13,8 Prozent Malaien, 7,9 Prozent Inder und 1,4 Prozent andere. Es befinden sich laut Department of Statistics etwa 1,2 Millionen Gastarbeiter und AuslÀnder in Singapur. Statistiken zur EthnizitÀt von Gastarbeitern und AuslÀndern werden nicht veröffentlicht.

Singapur hat eine FertilitĂ€tsrate von 1,2 Kindern pro Frau (2017). 15 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt, 12 Prozent sind ĂŒber 64 Jahre alt (Stand 2017). Die Lebenserwartung bei der Geburt betrug 80,1 Jahre fĂŒr MĂ€nner und 84,5 Jahre fĂŒr Frauen (Stand 2017) und war eine der höchsten weltweit.

Die korrekte deutsche Bezeichnung fĂŒr BĂŒrger des Staates Singapur lautet „Singapurer“ bzw. „Singapurerin“; das bisweilen verwendete „Singapuri“ beruht auf falscher Analogie zu anderen Wortbildungen.

Sprachen

Singapur hat die folgenden vier Amtssprachen: Chinesisch, Englisch, Malaiisch und Tamil. Im GeschĂ€ftsleben und als Verkehrssprache wird vor allem Englisch gebraucht. Ebenso ist an einem Großteil der Schulen Englisch die Unterrichtssprache.

Da ein Großteil der singapurischen Bevölkerung aus SĂŒdchina kommt, werden in Singapur viele sĂŒdchinesische Dialekte gesprochen (z. B. Teochew oder Hokkien). Um den Einfluss des Hochchinesischen zu stĂ€rken, startet die Regierung jedes Jahr die sogenannte „Speak-Mandarin“-Kampagne. Mittlerweile (Stand: 2015) sprechen die meisten ethnischen Chinesen daheim vorwiegend die Hochsprache oder Englisch; nur 16 % sprechen noch vorwiegend „Dialekte“.

Insgesamt wird daheim am hÀufigsten Englisch bzw. Singlish gesprochen (37 %), gefolgt von Hochchinesisch (35 %), chinesischen Dialekten (12 %), Malaiisch (11 %) und Tamil (3 %).

Religion

Die in Singapur am weitesten verbreiteten Religionen sind der Buddhismus (33 % der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren), das Christentum (19 %, z. B. 2,8 % römisch-katholisch), der Islam (14 %), der Daoismus (10 %) und der Hinduismus (5 %). Die jĂŒdische Gemeinde folgt dem sephardischen Ritus und verfĂŒgt ĂŒber die Synagogen Maghain Aboth (seit 1878) und Chesed-El (seit 1905), sie hat rund 2500 Mitglieder. 18,5 % der Bevölkerung Singapurs bekennen sich keiner Religion zugehörig.

In Singapur finden sich wegen seiner beschrĂ€nkten FlĂ€che Institutionen verschiedener Religionen in unmittelbarer NĂ€he zueinander. Buddhistische und hinduistische Tempel, christliche Kirchen und islamische Moscheen befinden sich teils nebeneinander oder direkt gegenĂŒber. Auseinandersetzungen wegen der Enge gibt es nicht. Diese friedliche Koexistenz ist das Resultat jahrelanger Anstrengung, Gleichberechtigung und GewĂ€hrleistung gegenseitigen Respekts. Zum Beispiel halten sich die Kantinen aller staatlichen Schulen an die islamischen Halāl­vorgaben – das Halālgeschirr wird von den anderen getrennt. Die SchĂŒler oder Studenten essen jedoch zusammen; sie bringen nur ihr Geschirr nach dem Essen zu anderen Orten zurĂŒck. Dies ist nur einer von vielen LösungsansĂ€tzen in Singapur, um enge Interaktionen zwischen Menschen verschiedener Religion zu ermöglichen und gleichzeitig jedem den Freiraum fĂŒr seine eigene Religion zu gewĂ€hrleisten. Der Sri-Mariamman-Tempel mitten in Chinatown ist ein weiteres Beispiel fĂŒr das ungewöhnliche Zusammenleben der Menschen in Singapur.

Bildung

KindergÀrten

Viele Eltern lassen ihre Kinder frĂŒhzeitig unterrichten, mitunter bereits im ersten Lebensjahr. Es gibt fĂŒr jedes Kind einen Platz im Kindergarten. Je nach Alter kann der Aufenthalt von zwei Stunden bis ganztags variieren. Neben dem staatlichen Kindergarten (PAP) existieren private Horte in allen Variationen, von Montessori- bis zu zwei- oder dreisprachigen KindergĂ€rten. Des Weiteren hat Singapur internationale Schulen und KindergĂ€rten. Viele Kinder eignen sich dort dauerhaft Singlish an, eine VarietĂ€t des Englischen, die Anteile aus den Muttersprachen dieser Kinder enthĂ€lt. Unterrichtssprache ist jedoch Englisch.

Singapurische Schule

Singapurer dĂŒrfen keine internationalen Schulen besuchen, es sei denn, sie besitzen eine weitere Staatsangehörigkeit. Stattdessen können Singapurer zwischen staatlichen und privaten Schulen wĂ€hlen. Man muss hier beachten, dass es staatliche und private Eliteschulen gibt. Um an diesen Schulen zu studieren, muss man an einem Auswahlverfahren teilnehmen und sich bereits ein bis zwei Jahre vorher bewerben.

Eine bekannte Highschool ist die Dunman High School.

Einige der bekanntesten Schulen fĂŒr die siebte bis zehnte Klasse sind Raffles Institution, Raffles Girls’ School, Hwa Chong Institution, Anglo-Chinese Independent School, Nanyang Girls’ School. FĂŒr die elfte und zwölfte Klasse (Abitur-Jahre) sind es Schulen wie National Junior College (das erste Junior College Singapurs), Hwa Chong Institution, Raffles Junior College, Victoria Junior College und Temasek Junior College. Die SchĂŒler in den 18 Junior Colleges machen ihr Abitur (die „Singapore-Cambridge GCE ‘Advanced’ Level Examinations“) ĂŒblicherweise in zwei Jahren. Nur in einem Centralised Institute (Millennia Institute) machen die SchĂŒler es in drei Jahren.

Außerdem haben normalerweise nur SchĂŒler mit sehr guten Noten aus der sechsten Klasse die Möglichkeit, eine weitere Fremdsprache (eine dritte Sprache) (Französisch, Deutsch, Japanisch, Malaiisch, Indonesisch und Arabisch) am Sprachzentrum des Bildungsministerium (MOELC) zu erlernen. Einige Schulen wie National Junior College und Raffles Junior College haben auch eigene Sprachprogramme fĂŒr einige Stufen. In der letzten Zeit gibt es auch durch die UnterstĂŒtzung des Bildungsministeriums mehr Möglichkeiten fĂŒr Austauschprogramme, besonders zwischen den Schulen innerhalb ASEAN.

Die Schulen in Singapur gelten als außerordentlich leistungsfĂ€hig, insbesondere in Mathematik und Naturwissenschaften. So erreichen die SchĂŒler aus Singapur bei TIMSS regelmĂ€ĂŸig SpitzenplĂ€tze. Im PISA-Ranking von 2015 belegen die SchĂŒler des Landes in allen drei Kategorien (Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen) den ersten Platz unter 72 teilnehmenden LĂ€ndern. Der Leistungsdruck an Schulen gilt als sehr hoch.

Internationale Schulen

Es gibt eine reiche Auswahl fĂŒr Expatriates, nachfolgend hier die elf wichtigsten Internationalen Schulen:

  1. Dover Court Preparatory School – hier können auch Kinder mit speziellen Problemen unterkommen und betreut werden
  2. French School of Singapore
  3. German European School Singapore
  4. Overseas Family School
  5. Singapore American School
  6. Singapore International School
  7. Swiss School Association Singapore – Schweizer Schule Singapur
  8. Tanglin Trust School – basiert auf dem britischen System
  9. The Australian International School Singapore
  10. The Canadian International School Singapore
  11. United World College of South East Asia

UniversitÀten

Singapur verfĂŒgt ĂŒber drei staatliche UniversitĂ€ten:

  • Die Ă€lteste UniversitĂ€t der Stadt, die National University of Singapore (NUS) befindet sich 12 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums in Kent Ridge. Sie zĂ€hlt laut dem „World University Ranking“ des britischen „Times Higher Education Supplement“ (2006) zu den 20 besten UniversitĂ€ten der Welt.
  • Die Nanyang Technological University (NTU) befindet sich im Ă€ußersten Westen der Hauptinsel Singapurs in Jurong, etwa 25 km außerhalb des Stadtzentrums. Die UniversitĂ€t wurde am 1. Juli 1991 per Parlamentsbeschluss gegrĂŒndet. Sie ging aus dem ehemaligen Nanyang Technological Institute (NTI) hervor, das im August 1981 gegrĂŒndet wurde. Erreichbar ist die UniversitĂ€t ĂŒber die MRT bis Boon Lay oder Pioneer, von dort aus fahren zwei Buslinien bzw. eine der beiden Buslinien und ein Shuttlebus direkt zum Campus der NTU. An die NTU ist das National Institute of Education (NIE) angegliedert. Dort werden die Lehrer fĂŒr die Gymnasien Singapurs ausgebildet.
  • Die neueste UniversitĂ€t, die Singapore Management University (SMU), hat im Sommer 2005 ihren neuen Innenstadt-Campus in Bras Basah, MRT-Haltestelle Dhoby Ghaut, bezogen.

Neben den staatlichen UniversitĂ€ten gibt es eine ganze Reihe privater, zu einem Großteil auch auslĂ€ndischer UniversitĂ€ten und Bildungseinrichtungen, wie etwa die französische Insead. Eine weitere UniversitĂ€t ist eine Zweigstelle der Sorbonne in Singapur. Dort werden Theologie, Politik und Wirtschaftswissenschaften gelehrt.

Auch die Technische UniversitĂ€t MĂŒnchen betreibt mit dem TUM Asia genannten German Institute of Science and Technology (GIST) seit 2002 eine Dependance in Singapur.

Auch die UniversitÀt St. Gallen betreibt mit dem St.Gallen Institute of Management in Asia eine Zweigstelle in Singapur.

  • Eine vierte öffentliche UniversitĂ€t im Nordosten der Stadt ist in Planung.
  • Die UniversitĂ€ten organisieren seit mehreren Jahren regelmĂ€ĂŸig Veranstaltungen in deren Rahmen private Beziehungen und FamiliengrĂŒndungen zwischen Akademikern gefördert werden sollen.
  • In Singapur gibt es auch ein Qantm- bzw. SAE Institute, in dem die Studenten Medienberufe erlernen und einen Bachelor-Abschluss erwerben können.

Geschichte

Handelsplatz

Die ersten Aufzeichnungen Singapurs stammen aus chinesischen Texten des 3. Jahrhunderts. Die Insel diente als Außenposten des auf Sumatra beheimateten Srivijayareiches. UrsprĂŒnglich trug Singapur den javanischen Namen Temasek. Nachdem Temasek anfangs zu einer bedeutenden Handelsstadt aufstieg, verlor es bald wieder an Bedeutung. Außer ein paar archĂ€ologischen Spuren und der Straße Temasek Avenue ist kaum mehr etwas aus jener Zeit erhalten.

Am 28. Januar 1819 kam Sir Thomas Stamford Raffles, Handelsagent der Britischen Ostindien-Kompanie, in Singapur an und grĂŒndete am 6. Februar desselben Jahres die erste britische Niederlassung. Daher wird er als GrĂŒnder des modernen Singapur betrachtet. Die Insel war zuvor nur von 20 malaiischen Fischerfamilien besiedelt und eine Zuflucht fĂŒr SeerĂ€uber gewesen. 1824 hatte die Kompanie die gesamte Insel vereinnahmt, die sie dem Sultan von Johor fĂŒr 60.000 Dollar und eine Jahresrente von 24.000 Dollar abgekauft hatte.

Britische Kronkolonie

1826 wurde Singapur Teil der Straits Settlements und 1836 deren Hauptstadt. Am 1. April 1867 wurden die Straits Settlements vor dem Hintergrund weiterer territorialer Expansionen zur britischen Kronkolonie – und so auch Singapur. Bald wuchs die Bedeutung von Singapur als Umschlaghafen aufgrund seiner geographischen Lage entlang der verkehrstrĂ€chtigen Schifffahrtswege zwischen China und Europa. Im Jahr 1881 betrug die Einwohnerzahl ganz Singapurs 172.993. Das Aussehen der Stadt und ihrer Menschen zu jener Zeit wurde auf zahllosen Fotos durch G. R. Lambert & Co. festgehalten.

Im Zweiten Weltkrieg marschierten japanische Truppen in Malaysia ein und umzingelten die Insel. Die unzulĂ€nglich vorbereiteten britischen, australischen und indischen Soldaten unter Arthur Percival konnten sich trotz ihrer zahlenmĂ€ĂŸigen Überlegenheit nicht halten. Sie unterlagen in der Schlacht um Singapur der japanischen Armee und kapitulierten im Februar 1942. Die Japaner benannten Singapur in Folge in Shƍnan-tƍ (æ˜­ć—ćł¶), kurz fĂŒr Shƍwa no jidai ni eta minami no shima (æ˜­ć’Œăźæ™‚ä»Łă«ćŸ—ăŸć—ăźćł¶) „Insel im SĂŒden, die in der Shƍwa-Zeit gewonnen wurde“ um und hielten es bis zur japanischen Kapitulation im September 1945.

1945 kam Singapur wieder unter britische Herrschaft. Unter britischer Verwaltung erhielten Frauen am 18. Juli 1947 das aktive und passive Wahlrecht und ĂŒbten dieses bei den Wahlen zum Legislative Council von 1948 erstmals aus. 1959 wurde Singapur eine selbstregierte Kronkolonie, deren Regierung nach den 1959 von der People’s Action Party (PAP) gewonnenen Wahlen Lee Kuan Yew als erster Premierminister fĂŒhrte.

UnabhÀngigkeit

Nach einem landesweiten Referendum 1962 wurde Singapur in eine Föderation mit Malaya, Sabah und Sarawak entlassen und somit am 1. September 1963 vom Vereinigten Königreich unabhĂ€ngig. Im Herbst 1964 kam es zu massiven Unruhen zwischen chinesischen und nichtchinesischen Einwohnern. Heftige ideologische Konflikte zwischen der von der PAP gestellten Regierung und der Föderationsregierung in Kuala Lumpur sowie BefĂŒrchtungen auf malaysischer Seite, dass sich die Unruhen ĂŒber die Grenzen der Stadt ausweiten könnten, fĂŒhrten am 7. August 1965 zum Ausschluss Singapurs aus der Föderation. Zwei Tage spĂ€ter, am 9. August 1965, erkannte Malaysia Singapurs SouverĂ€nitĂ€t als erster Staat an. Seither ist der 9. August Singapurs Nationalfeiertag.

Bei der UnabhÀngigkeit 1965 wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht bestÀtigt.

Die junge und territorial eingeschrÀnkte Nation musste um ihre wirtschaftliche UnabhÀngigkeit kÀmpfen und sah sich mit Problemen wie Massenarbeitslosigkeit, Knappheit an Wohnraum, Ackerland und Rohstoffen wie etwa Erdöl konfrontiert. Lee Kuan Yew bekÀmpfte in seiner Amtszeit als Premierminister von 1959 bis 1990 erfolgreich die Massenarbeitslosigkeit, der Lebensstandard und Singapurs Wirtschaftskraft stiegen. Als einer der vier Tigerstaaten schaffte Singapur innerhalb einer Generation den Sprung vom Entwicklungsland hin zu einer Industrienation.

Am 26. November 1990 ĂŒbernahm Goh Chok Tong das Amt des Premierministers. Unter seiner Regierung war das Land mit neuen Problemen beschĂ€ftigt: 1997 kam ein wirtschaftlicher Einbruch mit der SĂŒdostasienkrise, 2003 dĂ€mpfte SARS die wirtschaftliche Entwicklung, hinzu kam die terroristische Bedrohung durch die Jemaah Islamiah (JI). Am 12. August 2004 wurde Lee Hsien Loong, der Ă€lteste Sohn von Lee Kuan Yew, in dem nach wie vor von der PAP dominierten Parlament zum dritten Premierminister Singapurs gewĂ€hlt.

Politik

Politisches System

Staatsoberhaupt ist der PrĂ€sident, der mit Vetorechten in einigen SchlĂŒsselbereichen ausgestattet ist und die obersten Richter benennt. Der PrĂ€sident wird seit 1993 theoretisch alle sechs Jahre direkt vom Volk gewĂ€hlt. 1993 wurde Ong Teng Cheong als PrĂ€sident erwĂ€hlt. Seitdem fielen die Wahlen 1999 und 2005 aus, weil nur ein Kandidat – Sellappan Ramanathan – von der Wahlkommission akzeptiert wurde. Erst nach 18 Jahren im Jahre 2011 gab es wieder eine Wahl, die Tony Tan Keng Yam gewann. Zu den Wahlen im September 2017 trat Halimah Yacob als einzige Kandidatin an, weshalb auch in diesem Jahr keine Wahl stattfand. Halimah wurde am 13. September 2017 zur achten PrĂ€sidentin ernannt, die offizielle Vereidigung fand am 14. September statt.

Die Legislative ist das Parlament. Die Exekutive wird durch das Kabinett gebildet, das der Premierminister als Regierungsoberhaupt leitet. Es besteht Wahlpflicht (NichtwĂ€hler werden aus den WĂ€hlerlisten entfernt, und erst auf Antrag wieder hinzugefĂŒgt, u. U. gebĂŒhrenpflichtig).

Die Politik Singapurs wurde seit der UnabhĂ€ngigkeit 1965 von der People’s Action Party (PAP) dominiert. Von Kritikern wird Singapur daher auch als Einparteienstaat eingeordnet, und der PAP werden rigide Handlungen gegen die Oppositionsparteien vorgeworfen. Dabei soll die PAP manipulierend einwirken oder durch zivilrechtliche Klagen (Verleumdung) unliebsame Gegner aus dem Weg schaffen. Auch das ĂŒberaus strikte Mehrheitswahlrecht trĂ€gt zur dominanten Stellung der PAP bei und fĂŒhrte dazu, dass stets nur einige wenige Oppositionelle im Parlament saßen. Ebenso sind die Restriktionen im öffentlichen und Privatleben zu nennen. Des Weiteren behaupten Kritiker, dass Singapurs Gerichte auf Seiten der Regierung stĂŒnden, auch wenn einige Verfahren von der Opposition gewonnen wurden. Westliche Demokratien betrachten Singapurs Regierungsform daher manchmal dem Autoritarismus nĂ€her als einer Demokratie im westlichen Sinne. Der Bertelsmann Transformation Index 2020 ordnete Singapur den autokratisch regierten Staaten zu, insbesondere aufgrund der UnterdrĂŒckung der Opposition.

Singapur hat allerdings eine sehr erfolgreiche Marktwirtschaft. Die Politik der PAP enthĂ€lt sozialistische Aspekte, wie zum Beispiel ein großangelegtes öffentliches Wohnraumprogramm und eine Dominanz staatlicher Unternehmen in der lokalen Wirtschaft. Die PAP distanzierte sich jedoch in der Vergangenheit teilweise vom westlichen Wertesystem. Der frĂŒhere Premierminister Lee Kuan Yew zitierte in diesem Zusammenhang die InkompatibilitĂ€ten westlicher Demokratien mit „asiatischen Werten“. In jĂŒngerer Vergangenheit lockerte die PAP Teile ihrer gesellschaftlich konservativen Politik.

Als charakteristisch fĂŒr Singapur gilt das Zusammenspiel aus konfuzianisch orientierter, staatlich-öffentlich kommunizierter Ethik, strengen Gesetzen, einem hohen Grad an Überwachung und sehr geringer Korruption. Verfechter dieser Leitlinien sehen darin die Ursachen, dass eine wohlhabende Gesellschaft entstand, die eine der niedrigsten KriminalitĂ€tsraten der Welt hat.

Kritiker bemĂ€ngeln die autoritĂ€ren AusprĂ€gungen des singapurischen Staatswesens, beispielsweise die Vorschrift, dass eine staatliche Lizenz verlangt wird, wenn mehr als drei Menschen öffentlich ĂŒber Politik, Religion oder innere Angelegenheiten des Staates reden wollen.

Verwaltung

Administrative Gliederung

Die administrative Gliederung Singapurs umfasst fĂŒnf Community Development Council Districts (sog. CDC-Distrikte), die von BĂŒrgermeistern (Mayor) und örtlichen RĂ€ten verwaltet werden. Diese werden weiter untergliedert in Town Councils:

  1. Central Singapore District
  2. North East District
  3. North West District
  4. South East District
  5. South West District

Landesplanerische Gliederung

Die fĂŒnf Distrikte der Verwaltungsgliederung sind nicht identisch mit den fĂŒnf Regionen der Landesplanung.

UrsprĂŒnglich war nur der SĂŒden des Landes am Singapore River bewohnt. Die restlichen Teile des Staates bestanden aus tropischem Regenwald oder wurden landwirtschaftlich genutzt. In den 1960er Jahren wurden neue Stadtgebiete vor allem als SatellitenstĂ€dte außerhalb des ursprĂŒnglichen Stadtgebietes errichtet. Die Regierungsbehörde Urban Redevelopment Authority (URA) ist verantwortlich fĂŒr die Stadtentwicklung. Ein nesonderer Wert wird dabei auf effiziente Landnutzung und Landverteilung sowie Verkehrsplanung gelegt. In einem Entwicklungsplan wird die Landnutzung fĂŒr die 55 Planungsgebiete (planning areas) einschließlich der 2 Wasserschutzgebiete, die zu fĂŒnf Regionen gruppiert werden, festgelegt. Die einzelnen Planungsgebiete werden ihrerseits in eine verschieden große Anzahl von sogenannten Subzonen unterteilt.

Beziehung zwischen Staat und Religion

Der singapurische Staat fasst sein VerhĂ€ltnis zur Religion in der Öffentlichkeit im Konzept des muscular secularism (englisch, sinngemĂ€ĂŸe Übersetzung: „wehrhafter“ oder „wachsamer SĂ€kularismus“) zusammen. Ziel dieser politischen Haltung ist laut wiederholter Verlautbarungen amtlicher singapurischer Stellen die GewĂ€hrleistung des sozialen Zusammenhalts einerseits und der Schutz des multiethnischen und multireligiösen Stadtstaates vor religiösem Extremismus andererseits. Im Wesentlichen bilden vier Gesetzestexte die Rechtsgrundlage des singapurischen SĂ€kularismus; der Internal Security Act („Gesetz ĂŒber die innere Sicherheit“), der Sedition Act („Gesetz gegen Volksverhetzung, öffentliche Aufruhr“), der Undesirable Publications Act („Gesetz ĂŒber unerwĂŒnschte Schriften“) sowie der Maintenance of Religious Harmony Act („Gesetz zur Aufrechterhaltung des religiösen Ausgleichs“). Zivilgesellschaftliche Akteure des Landes stellen dieser Politik die Antithese des liberal secularism gegenĂŒber, die den RĂŒckzug des Staates aus interreligiösen Meinungsverschiedenheiten einerseits und eine Erleichterung religiöser AktivitĂ€ten im öffentlichen Raum andererseits fordert.

Sicherheitspolitik

Singapur konzipiert seine Sicherheitspolitik seit 1984 als Vernetzung aller öffentlichen Lebensbereiche, lokal als Total Defence (deutsch etwa: „vollumfĂ€ngliche Abwehrbereitschaft“) bekannt.

Total Defence grĂŒndet auf fĂŒnf SĂ€ulen, nĂ€mlich auf militĂ€rischen, zivilen, wirtschaftlichen, sozialen und psychischen AusprĂ€gungen. Der Ansatz ist vor dem Hintergrund mehrerer Faktoren zu sehen, so zum Beispiel der AbhĂ€ngigkeit Singapurs von malaysischen Frischwasserimporten.

KriminalitĂ€tsrĂŒckgang

Ein KriminalitĂ€tsrĂŒckgang wird zwar weltweit beobachtet, in Singapur erreichen die KriminalitĂ€tsraten jedoch extrem niedrige Werte. FĂŒr den ĂŒberdurchschnittlichen RĂŒckgang leistete auch die Politik ihre BeitrĂ€ge.

FĂŒr Vergleiche der Gewaltneigung ĂŒber lange ZeitrĂ€ume und große rĂ€umliche Distanzen hinweg wird die Rate der Tötungsdelikte als Index verwendet. Singapur kam hierbei im Jahr 2017 auf nur 0,2 FĂ€llen pro 100.000 Einwohner. Ostasiatische Staaten lagen durchschnittlich bei 0,6. Im Vergleich dazu hatte Deutschland einen Fall pro 100.000 Einwohner, was dem Durchschnitt in Westeuropa entspricht.

Singapur hatte nicht immer niedrige KriminalitĂ€tsraten. Das BĂŒro der Vereinten Nationen fĂŒr Drogen- und VerbrechensbekĂ€mpfung (englisch United Nations Office on Drugs and Crime, UNODC) erforscht VerĂ€nderungen der KriminalitĂ€t in unterschiedlichen LĂ€ndern und stellt sie gesellschaftlichen und politischen VerĂ€nderungen in denselben ZeitrĂ€umen gegenĂŒber. Aus diesen Vergleichen werden Faktoren identifiziert, die die KriminalitĂ€tsentwicklung positiv oder negativ beeinflussen. In einem Beispiel werden vom UNODC Jamaika und Singapur verglichen. Diese zwei tropischen und multiethnischen Inselstaaten haben ein Bevölkerungszahl in derselben GrĂ¶ĂŸenordnung und liegen auf dem Globus genau gegenĂŒber. Auch auf der LĂ€nderliste sortiert nach Tötungsraten liegen sie an den gegenĂŒberliegenden Extremen. Das war nicht immer so. Als ehemalige britische Kolonien Ă€hnelten sie sich in vielen Aspekten. Aus dieser Zeit stammt auch ihr vom Vereinigten Königreich ĂŒbernommenes politisches und juristisches System. Das Entwicklungsniveau beider Staaten war vergleichbar.

Auch die Tötungsraten (als Index fĂŒr die KriminalitĂ€t insgesamt) entwickelten sich parallel bis kurz vor die UnabhĂ€ngigkeit, die in beiden LĂ€ndern in den frĂŒhen 1960er Jahren erlangt wurde. Die Raten lagen damals bei vier bis fĂŒnf pro 100.000 Einwohner. Noch vor Erreichung der SouverĂ€nitĂ€t begann die Auseinanderentwicklung. Die KriminalitĂ€t nahm in Jamaika zu und die in Singapur ab. Auf Jamaika stieg die Rate bis auf ĂŒber 60 in den 2000er Jahren. In Singapur stagnierte sie bis in die 1990er Jahre bei etwa zwei pro 100.000, um dann auf 0,2 bis 0,3 zu fallen. Im Jahr 2017 waren das 11 Tötungsdelikte in Singapur und 1.647 in Jamaika.

Die relativ neue Auseinanderentwicklung der beiden Staaten macht es unwahrscheinlich, dass die Ursachen in jahrhundertealten Faktoren wie der Vergangenheit mit Sklaverei in Jamaika liegen. Das UNODC sieht die KriminalitĂ€tsentwicklung mehr von indirekten Faktoren beeinflusst als von auf KriminalitĂ€t abzielender politischer Maßnahmen. Als wesentliche Ursache, die zu dem großen KriminalitĂ€tsrĂŒckgang in Singapur fĂŒhrte, nennt das UNODC die Politik des Landes, die eng mit dem ersten PrĂ€sidenten Lee Kuan Yew verbunden ist. Konkret genannt werden die Förderung der Rechtsstaatlichkeit, KorruptionsbekĂ€mpfung, eine leistungsorientierte Verwaltung mit wettbewerbsfĂ€higer Bezahlung, strategische Investitionen in Allgemeinbildung und in ein Gesundheitssystem, sowie sozialer Wohnungsbau, um soziale Ausgrenzungen zu minimieren. Außerdem seien Wertestrategien eingefĂŒhrt worden, die harte Arbeit, sozialen Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt fördern. Es sei auch möglich, dass gezielte Maßnahmen zur KriminalitĂ€tsbekĂ€mpfung eine Rolle gespielt hĂ€tten, wie Law and Order und Resozialisierungsprogramme.

Als wirkungsloses Instrument identifizierte das UNODC beispielsweise die Todesstrafe. Singapur hatte eine der höchsten Exekutionsraten der Welt. Zwischen 1994 und 2004 wurde die Todesstrafe hĂ€ufig verhĂ€ngt, fĂŒhrte jedoch zu keiner anderen Entwicklung der Mordraten als in Hongkong, wo die Todesstrafe bereits 1993 abgeschafft wurde. Beide LĂ€nder hatten in diesem Zeitraum Ă€hnlich fallende Raten.

GrundsĂ€tzlich werden vom UNODC zur BekĂ€mpfung von KriminalitĂ€t eine verantwortungsbewusste RegierungsfĂŒhrung, Rechtsstaatlichkeit und ein konsistentes VerhĂ€ltnis zwischen Staat und Zivilgesellschaft als förderlich hervorgehoben. Es ist fragwĂŒrdig, wie weit nationale Politik allein fĂŒr eine spezifische KriminalitĂ€tsentwicklung verantwortlich ist. VerĂ€nderungen von Werten, soziale und gesellschaftliche Prozesse, aber auch grenzĂŒberschreitende KriminalitĂ€t wirken auch in die Nachbarstaaten. So liegt der Karibikstaat Jamaika in der Region der Erde mit den höchsten Mordraten und der einzigen Weltregion mit dokumentiertem Anstieg der KriminalitĂ€t in den letzten Jahrzehnten. Der grenzĂŒberschreitende Drogenhandel intensiviert dort die fatale Verbundenheit. Ein positives Beispiel sind Singapur, Thailand, Kambodscha, Hongkong, China und Japan. In diesen asiatischen LĂ€ndern gehen die KriminalitĂ€tsraten seit Jahrzehnten zurĂŒck. Auch in westlichen LĂ€nder ist die kulturelle Verbundenheit offensichtlich und ein jahrhundertelanger, paralleler KriminalitĂ€tsrĂŒckgang gut dokumentiert.

MilitÀr

Die Singapore Armed Forces umfassen die TeilstreitkrÀfte Heer, Marine und Luftwaffe.

Das Heer verfĂŒgt ĂŒber etwa 50.000 aktive Soldaten und eine Reserve von 170.000 Mann. Zur AusrĂŒstung zĂ€hlen AMX-13-SM1-Kampfpanzer und SchĂŒtzenpanzer der Typen Bionix AFV und M113. 102 Leopard 2A4 wurden ab dem Jahr 2008 in Dienst gestellt. Im Mai 2014 wurde bekannt, dass Singapur unter den LĂ€ndern, in die Waffen aus Deutschland exportiert werden, eine Spitzenposition einnimmt.

Die 4.500 Mann starke Marine verfĂŒgt ĂŒber fĂŒnf Stealthfregatten sowie Korvetten, Patrouillenboote und Landungsschiffe. Die U-Boot-Flotte verfĂŒgt ĂŒber Boote der schwedischen Sjöormen-Klasse, die bis 2010 durch Boote der Archer-Klasse ergĂ€nzt wurden.

Die nach dem RĂŒckzug der Royal Air Force 1968 aufgestellten LuftstreitkrĂ€fte umfassen inzwischen 6.000 Mann und sind mit Flugzeugen der Typen F-16, F-15, F-5 und C-130 Hercules sowie Hubschraubern der Typen AS 332, Apache, CH-47 und S-70 ausgerĂŒstet.

Singapur gab 2016 knapp 3,4 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 9,9 Milliarden Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus. Singapur lag 2018 auf Platz 2 im Globalen Militarisierungsindex (GMI).

Außenpolitik

Singapur verfolgt eine flexible und pragmatische Außenpolitik. Ihre wichtigsten Ziele sind:

  • Förderung eines weltoffenen Handelssystems; zugleich Abschluss bilateraler Freihandelsabkommen. In Kraft sind Abkommen bereits mit den ASEAN-Staaten (ASEAN-Freihandelszone), Australien, VR China, Costa Rica, den EFTA-LĂ€ndern, den LĂ€ndern des Golf-Kooperationsrats, Indien, Japan, Jordanien, Neuseeland, Panama, Peru, SĂŒdkorea, Taiwan, den GrĂŒndungsstaaten der Trans-Pazifischen Partnerschaft (neben Singapur: Brunei, Chile, Neuseeland) und den USA. Mit der TĂŒrkei wurde ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Im September 2013 haben die EU und Singapur nach zweieinhalbjĂ€hrigen Verhandlungen ein Freihandelsabkommen paraphiert. Derzeit ist der EuropĂ€ische Gerichtshof mit Kompetenzfragen auf europĂ€ischer Seite befasst.
  • GewĂ€hrleistung der nationalen Sicherheit durch fortgesetzte Modernisierung der StreitkrĂ€fte und AbstĂŒtzung auf militĂ€rische PrĂ€senz der USA in der Region.
  • Pflege der bilateralen Beziehungen zu den Nachbarstaaten und Zusammenarbeit insbesondere mit den Partnern im Verband SĂŒdostasiatischer Nationen (ASEAN).
  • Weiterentwicklung der Beziehungen zu den USA, China, Japan und Europa (Prozess der EuropĂ€isch-Asiatischen Gipfeltreffen / ASEM).

Singapur ist seit dem 21. September 1965 aktives Mitglied der Vereinten Nationen und ihrer Sonderorganisationen. Von 2000 bis 2002 war Singapur erstmals als nicht-stĂ€ndiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertreten. Es ist auch Mitglied des Commonwealth und – in seiner Rolle als Koordinator der „Global Governance Group“ – regelmĂ€ĂŸiger Gast der G20-Treffen, zuletzt beim Außenministertreffen in Bonn im Februar 2017.

Im ASEAN-Verbund spielt Singapur eine maßgebliche Rolle. Mit der regionalen Zusammenarbeit im APEC (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftskooperation)- und ASEAN-Rahmen verfolgt es das Ziel, sein außenpolitisches Gewicht, seine Sicherheit, seine ExportmĂ€rkte und Investitionschancen in der Region zu stĂ€rken. Singapur ist Sitz des Sekretariats der APEC.

Im von den ASEAN-LĂ€ndern ins Leben gerufenen ASEAN-Regionalforum (ARF) ist Singapur aktiv bemĂŒht, den Sicherheitsdialog auch mit Staaten wie den USA und China zu fördern.

Recht

Viele Gesetze Singapurs sind sehr streng. Ein englisches Sprichwort sagt, „Singapore is a fine city“ (fine hat die Bedeutung schön, aber auch Geldstrafe). Die unten aufgefĂŒhrten zum Teil horrenden Strafen fĂŒr vergleichsweise geringe Vergehen werden in der Praxis kaum durchgesetzt und dienen eher der Abschreckung.

StraftatbestÀnde

  • Vandalismus und Graffiti können Haftstrafen sowie auch PrĂŒgel mit dem Rohrstock zur Folge haben.
  • Der Verkauf von Kaugummi war von 1992 bis Mai 2004 verboten. Die Einfuhr von Kaugummi ist verboten, ausgenommen solcher zum medizinischen Gebrauch. Mittlerweile ist der Verkauf von Kaugummi zwar gestattet, jedoch weiterhin stark eingeschrĂ€nkt. Der KĂ€ufer muss ein Arztrezept und seinen Personalausweis vorzeigen. Falls der Apotheker es versĂ€umt, den Namen des KĂ€ufers aufzuzeichnen, kann gegen ihn eine Geldstrafe von 3.000 SGD verhĂ€ngt werden. Über die GrĂŒnde fĂŒr die Aufhebung gibt es verschiedene Meinungen. Auf Druck von Wrigley wurden auch andere zuckerfreie und „der Gesundheit dienliche“ Kaugummisorten freigegeben.
  • Hohe Geld- und Sozialarbeitsstrafen (z. B. mit einer neonleuchtenden Weste und der Aufschrift „ORDER FOR corrective work“ den Strand sĂ€ubern) werden gegen Personen verhĂ€ngt, die MĂŒll (auch Zigarettenkippen) achtlos auf die Straße werfen.
  • Essen, Trinken, Rauchen und der Transport gefĂ€hrlicher GĂŒter in öffentlichen Verkehrsmitteln unterliegen hohen Strafen (500 bis 5.000 SGD).
  • Der Transport der geruchsintensiven DurianfrĂŒchte in öffentlichen Verkehrsmitteln ist zwar ebenfalls verboten, allerdings wird von einer Strafandrohung abgesehen. Aufgrund der großen Beliebtheit der Frucht wird das Verbot in Bussen weitgehend ignoriert.
  • Es herrscht generelles Rauchverbot in öffentlichen GebĂ€uden, öffentlichen Verkehrsmitteln und Restaurants sowie in Personengruppen mit mehr als fĂŒnf Personen (zum Beispiel bei Warteschlangen). Seit dem 1. Juli 2007 ist auch das Rauchen in Bars und Diskotheken nicht mehr gestattet. Im Außenbereich von Bars und Restaurants gibt es Raucherzonen, in Diskotheken RaucherrĂ€ume.
  • Bei Einreise aus Malaysia gibt es keine Zollfreigrenze fĂŒr im Ausland erworbene Waren. Bei Einreise aus Indonesien sind die Zollfreigrenzen gestaffelt, je nachdem, wie lange (24, 48 oder 72 Stunden) man Singapur verlassen hat.
  • Singapur ist der einzige Staat der Erde, in dem Zigaretten nicht duty free eingefĂŒhrt werden dĂŒrfen. Die Geldstrafe fĂŒr die Einfuhr einer Stange Zigaretten betrĂ€gt das Zehnfache des Preises innerhalb Singapurs (derzeit 110 SGD, folglich 1100 SGD, also rund 740 Euro). Selbst wenn man eine angebrochene Schachtel mit sich trĂ€gt, darf diese maximal 17 Zigaretten beinhalten. Bei der Ausreise können Tabakwaren aber offiziell am Flughafen gekauft werden.
  • LĂŒgen wird bei Nachweisbarkeit mit hohen Strafen Ă€hnlich wie Betrug geahndet (2.000 bis 10.000 SGD). ZusĂ€tzlich kann der Strafbestand auch PrĂŒgel mit dem Rohrstock zur Folge haben. Üblicherweise liegen die Strafen bei der sog. „LĂŒgerei“ bei 3 bis 8 SchlĂ€gen.
  • Sexuelle Praktiken, die von der Regierung als „unnatĂŒrlich“ angesehen werden, sind illegal. Dazu zĂ€hlt jede Form von homosexuellem Sex (vgl. HomosexualitĂ€t in Singapur). Jedoch werden entsprechende Gesetze nicht angewendet. Im Oktober 2007 wurde Oral- und Analverkehr fĂŒr heterosexuelle Personen ab 16 Jahren legalisiert.

Körperstrafen

In Singapur werden bei schweren Straftaten (zum Beispiel Vergewaltigungen), hĂ€ufig aber auch bei einer Reihe von nach europĂ€ischem Maßstab als Ordnungswidrigkeiten zu betrachtenden Taten, zusĂ€tzlich zu einer GefĂ€ngnisstrafe auch Körperstrafen verhĂ€ngt. Vollstreckt werden diese ausschließlich gegen MĂ€nner im Alter zwischen 16 und 50 Jahren, die altersunabhĂ€ngig mit bis zu 24 Hieben in einem Durchgang auf das entblĂ¶ĂŸte GesĂ€ĂŸ gezĂŒchtigt werden. Bei diesem sogenannten Caning wird der Delinquent ĂŒber einen PrĂŒgelbock gespannt und erhĂ€lt von einem speziell ausgebildeten Justizbeamten in einem festgelegten Verfahren mit einem langen Rohrstock schwere SchlĂ€ge, die zu bleibenden Narben fĂŒhren. Der Zweck ist das Erreichen maximaler Qualen bei kleinstem dauerhaften Schaden. Der dabei verwendete Rohrstock ist etwa 1,20 Meter lang und 13 Millimeter dick, jedoch extrem elastisch; die Ausbilder sind gehalten, mit dem Stock Geschwindigkeiten von mindestens 160 km/h zu erreichen und beim Auftreffen auf das Gewebe den Stock zu ziehen, um bei jedem Schlag die Haut aufzureißen. Diese Strafart kommt auch bei Touristen und anderen Nichteinheimischen zum Einsatz und wurde in der Vergangenheit wiederholt international kritisiert. Seit 2006 werden in großem Umfang illegale Arbeitsimmigranten, ohne Vorliegen einer Straftat außer dem Versuch der Arbeitsaufnahme in Singapur, vor der Abschiebung mit einigen Monaten GefĂ€ngnis und drei bis sechs Rohrstockhieben bestraft.

Todesstrafe

Als Antwort auf einen Bericht von Amnesty International hat die singapurische Regierung im Januar 2004 eine Übersicht veröffentlicht, in der die Anzahl der Hinrichtungen zwischen 1990 und 2005 dargestellt wird. Seit 1991 wurden mindestens 420 Menschen hingerichtet, im Durchschnitt alle 14 Tage eine Person, 85 bis 90 % davon wegen Drogenhandels. Unter ihnen befanden sich auch einige westliche AuslĂ€nder. Hochgerechnet auf die Einwohnerzahl Deutschlands entsprĂ€che dies im gleichen Zeitraum etwa 8.000 hingerichteten Menschen, in den USA 28.000 (tatsĂ€chlich: 884).

Die Vorschriften fĂŒr BetĂ€ubungsmittel sind sehr streng. Wer mit mehr als 15 Gramm Heroin, 30 Gramm Morphin (bzw. ab 1.200 Gramm Opium, sofern 30 Gramm Morphingehalt nicht bereits vorher erreicht wurde), 30 Gramm Kokain, 250 Gramm Methamphetamin oder 500 Gramm Cannabis festgenommen wurde, musste mit der Todesstrafe rechnen. Seit November 2012 schreibt das Gesetz Singapurs die Todesstrafe bei Drogenhandel und Tötungsdelikten nicht mehr zwingend vor, sondern gibt den Richtern Ermessensspielraum, fĂŒr bloße Drogenkuriere und TĂ€ter, die mit den Ermittlungsbehörden kooperieren, eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhĂ€ngen.

Im MĂ€rz 2002 erregte der Fall einer jungen Deutschen große Aufmerksamkeit, der wegen Drogenhandels die Todesstrafe drohte. Erst durch eine nachtrĂ€gliche Laboranalyse des sichergestellten Cannabis wurde ein Reinheitswert von weniger als 500 Gramm ermittelt, wodurch die Frau dem Tod durch den Strang entging und stattdessen zu einer fĂŒnfjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt wurde, die spĂ€ter wegen guter FĂŒhrung um zwei Jahre verkĂŒrzt wurde.

Insgesamt ist die Abschreckung durch die Todesstrafe im Drogenbereich, der 90 % der Todesstrafen ausmachte, gescheitert, lediglich der Cannabisgebrauch ist niedrig, in Asien allerdings nicht unĂŒblich. Heroin ist laut einem staatlichen Bericht von 2012 die am meisten konsumierte Droge. Der Heroinpreis ist verglichen mit den Risiken sehr niedrig. Wie in den USA nimmt der Gebrauch von Methamphetamin, das großteils in Singapur selbst produziert wird, stark zu. Allein zwischen 2011 und 2012 erhöhte sich die sichergestellte Menge um 261 Prozent. Der Anstieg der konsumierten Menge dĂŒrfte jedoch noch höher liegen.

Kritik an den Strafmaßen

In den letzten Jahren hat die singapurische Regierung einige der strengen Gesetze gelockert. Beispielsweise wurde Bungeespringen legalisiert und die Filmzensur gelockert. Es gibt auch Zeichen, dass die Regierung in Betracht zieht, gesetzliche EinschrĂ€nkungen der SexualitĂ€t zu lockern, mit dem Gedanken, die demographische Situation zu verbessern. Dies gilt auch fĂŒr Homosexuelle: Wie in anderen GroßstĂ€dten SĂŒdostasiens hat sich in Singapur mittlerweile auch eine kleine „Szene“ etabliert.

Auch die Todesstrafe wird von Menschenrechtsaktivisten kritisiert. Kleine VerbÀnde, die sich gegen die Todesstrafe aussprechen, existieren und werden von der Regierung geduldet. Ein besonders kritischer Punkt war die bis 2012 geltende zwingende VerhÀngung des Todesurteils aufgrund des Besitzes von Rauschmitteln oberhalb einer festgelegten Menge. Gegner dieser Regelung sahen darin eine Untergrabung richterlicher AutoritÀt.

Wirtschaft

Wirtschaftsstruktur

Als einer der sogenannten Tigerstaaten schaffte Singapur innerhalb weniger Jahrzehnte den Sprung von einem Schwellenland zu einem Industriestaat bzw. einer primĂ€r auf Dienstleistungen ausgerichteten Volkswirtschaft. Der Aufbau der Wirtschaft begann zur Kolonialzeit. Schon im 19. Jahrhundert, als Singapur zu einer britischen Kolonie wurde, galt es mit seiner sehr gĂŒnstigen Wasserverkehrslage zwischen China und Europa als großer Warenumschlagplatz. Demzufolge liegen Gewerbe- und IndustrieflĂ€chen vor allem an den KĂŒsten. Viele Produkte werden in Singapur lediglich verarbeitet oder veredelt, z. B. Nahrungsmittel, Erdöl, Kautschuk, Stahl und Maschinen. Singapurs Handelspartner sind die USA, Großbritannien, China, Japan, Hongkong, Malaysia und Thailand. Trotz seiner geringen GrĂ¶ĂŸe und kleinen Bevölkerung war Singapur 2016 mit Exporten von GĂŒtern und Dienstleistungen im Wert von 511 Milliarden US-Dollar die elftgrĂ¶ĂŸte Exportnation der Welt. Singapur war zudem eine der wenigen Nationen der Welt, in der der Wert der Exporte die des Bruttoinlandsprodukts ĂŒberstiegen, was die enge Vernetzung Singapurs in den Welthandel zeigt. Im Global Competitiveness Index des Weltwirtschaftsforums belegte Singapur 2019 den ersten Rang ebenso wie im IMD World Competitiveness Ranking (2020).

Mit Malaysia gibt es bis heute Streitigkeiten ĂŒber die Wasserversorgung und die Verrechnung der entstandenen Kosten. Singapur ist dringend auf Wasserimporte angewiesen. Wasser wird von Malaysia geliefert und von Singapur aufbereitet. Des Weiteren bestehen (Grenz-)Streitigkeiten ĂŒber Singapurs Landgewinnung, BrĂŒckenbau und Seegrenzen. Malaysia garantiert vertraglich die Wasserversorgung bis 2061.

Singapur zĂ€hlt zu den am stĂ€rksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte es 2017 den zweiten Platz hinter Hongkong. Singapur gehört zu den liberalsten Volkswirtschaften der Welt. Eine große Ausnahme bildet der stark regulierte Wohnungsmarkt.

Zudem liegt Singapur in der von der Weltbank durchgefĂŒhrten Ease of Doing Business Survey (2018) weltweit auf Platz 2.

Einfluss auf das wirtschaftliche Geschehen hat der Staat zudem durch die Holding Temasek, die sich im Besitz der Regierung befindet. Temasek investiert strategisch in die Unternehmen des Landes. Singapur ist bestrebt, ein biotechnologisches Zentrum in Asien zu werden. Die A*STAR, die Agency for Science, Technology and Research, eine Regierungsbehörde, unterstĂŒtzt ForschungskapazitĂ€ten in Singapur. In der neugeschaffenen Biopolis sind private und staatliche Institute, Biotech- und Pharmaunternehmen angesiedelt. Der Hafen Singapurs ist einer der modernsten und grĂ¶ĂŸten UmschlagplĂ€tze der Welt. Der Straits Times Index ist der fĂŒhrende Aktienindex an der Singapore Exchange.

Besondere Bedeutung hat Singapur als internationaler Finanzplatz und im sog. „Wealth Management“, d. h. als Steueroase. Singapur wurde 2017 von der Organisation "Global Citizens" auf Platz 4 der Liste der 17 grĂ¶ĂŸten Steueroasen der Welt gestellt. Nach der Finanzkrise 2008/09 verdoppelte sich das Volumen der in Singapur verwalteten Vermögen bis 2015 auf etwa 2,5 Billionen Singapur-Dollar. Ein Teil dieser Mittel floss in riesige Shopping Malls, Hotels und andere Investitionen vor Ort, so dass ÜberkapazitĂ€ten im Handel beklagt werden. Seit 2014 zeichnet sich eine Konsolidierungsphase des Banksektors ab. Einige europĂ€ische Banken schlossen ihre Tochtergesellschaften. In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Singapur den 4. Platz (Stand: 2018).

Mit 11,8 Millionen auslĂ€ndischen Besuchern 2015 war Singapur eine der am meisten besuchten StĂ€dte der Welt. Der Tourismus wird von der Regierung mit Marketingkampagnen gezielt gefördert und bringt jedes Jahr Milliarden an Einnahmen. Die StaatsbĂŒrger Singapurs selbst dĂŒrfen in 159 LĂ€nder visafrei einreisen, womit die Einwohner Singapurs ĂŒber den mĂ€chtigsten Reisepass weltweit verfĂŒgen, da Paraguay die VISA-Restriktionen fĂŒr Singapur am 24. Oktober 2017 aufhob und Deutschland dadurch mit 158 Staaten auf Platz 2 steht.

Singapur hat von allen LĂ€ndern in Asien die niedrigste Korruption. Zudem rangiert Singapur in Asien auf Platz 1 im Global Competitiveness Ranking bezueglich dem Schutz von Intellektuellem Eigentum. Das World Justice Project, “Rule of Law Index 2018” fuehrt Singapur auf Platz 13 weltweit und auf Platz 1 in Asien. Zudem erzielte Singapur in der International Arbitration Survey (2018) Platz 1 in der Kategorie "Most efficient framework in settling disputes" und auf Platz 3 weltweit in der Kategorie "Preferred Seat for International Arbitration".

Laut dem Economist Intelligence Unit ist Singapur im Jahre 2014 weltweit die teuerste Stadt. In einer Rangliste der StÀdte nach ihrer LebensqualitÀt belegte Singapur im Jahre 2018 den 25. Platz unter 231 untersuchten StÀdten weltweit.

Kenndaten

  • Bruttoinlandsprodukt (2016): 296,6 Milliarden Euro; Anteile (2016): 26,6 % Industrie, 73,4 % Dienstleistungen
  • Die Bewohner Singapurs gehören zu den wohlhabendsten der Welt.
  • BIP/Kopf (KKP) (2016): 87.855 US-Dollar
  • BIP/Kopf (2016): 52.961 US-Dollar
  • BeschĂ€ftigte (2004): Dienstleistungen 67,4 %, Industrie 32,6 %, Landwirtschaft ist fast nicht vorhanden
  • Arbeitslosigkeit (2016): 2,1 %
  • Außenhandel (2016): 283,0 Milliarden Euro (davon aus Deutschland: 6,7) Import und 329,9 Milliarden Euro (davon nach Deutschland: 5,3) Export
  • Singapur ist unter anderem Mitglied der APEC und gehört dem P4 Agreement an, einem Freihandelsabkommen, zu dem noch Brunei, Chile und Neuseeland gehören. Ein Freihandelsabkommen mit der EuropĂ€ischen Union war im Oktober 2014 beschlussreif; am 19. Oktober 2018 unterzeichnete die EU im Rahmen des ASEM-Gipfels ein Freihandels- und Investitionsabkommen mit Singapur.
Entwicklung wichtiger Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 44,8 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 46,8 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein HaushaltsĂŒberschuss in Höhe von 0,6 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Die Staatsverschuldung betrug 2009 186,6 Mrd. US-Dollar oder 113,1 % des BIP, im Jahre 2014 106,7 % des BIP. Damit lag Singapur im Jahr 2014 weltweit auf Platz 11 der Staaten mit der höchsten Verschuldung bezogen auf das BIP. 2015 wird ein Haushaltsdefizit von etwa 6 Mrd. Singapur-Dollar erwartet; die geplante Ausweitung der Infrastrukturinvestitionen kann nicht mehr aus RĂŒcklagen bezahlt werden. (Die Verschuldung der Unternehmen und der privaten Haushalte betrug demgegenĂŒber sogar 251 % des BIP.) Aufgrund seines hohen Auslandsvermögen ist Singapur jedoch ein Netto-Kreditor gegenĂŒber dem Ausland. Singapurs Staatsfonds, die Government of Singapore Investment Corporation, verfĂŒgte 2018 ĂŒber investiertes Kapital in Höhe von 390 Mrd. US-Dollar. Von der Ratingagentur Standard & Poor’s werden die Staatsanleihen des Landes mit der Bestnote AAA bewertet (Stand 2018).

Infrastruktur

Straßenverkehr

Aufgrund der britischen Kolonialvergangenheit herrscht Linksverkehr. Es bestehen zwei Landverbindungen mit Malaysia. Der Johor-Singapur-Damm (Johor–Singapore Causeway) im Norden, eröffnet in den 1920er Jahren, verbindet Woodlands (Singapur) mit Johor Bahru (Malaysia) fĂŒr Kraftfahrzeuge und Bahn. Außerdem ist er die Hauptverbindung fĂŒr die Wasserversorgung Singapurs. Eine zweite BrĂŒcke (Malaysia-Singapore Second Link), die 1996 fertiggestellt wurde, liegt im Westen Singapurs. Sie verbindet Tuas (Singapur) mit Gelang Patah (Malaysia).

Es gab Überlegungen, den Kanal, der Singapur von Malaysia trennt, aufzuschĂŒtten und so die Insel mit dem Festland zu verbinden. Dieser Plan wurde aber aufgrund von Grenzproblemen aufgegeben. Singapur hĂ€tte die Hauptkosten getragen, Malaysia bestand allerdings auf der Beibehaltung der heutigen Grenzziehung in der Mitte des Kanals. Der von Malaysia propagierte Ersatz des Fahrdamms durch eine neue BrĂŒcke scheitert im Gegenzug am Widerstand Singapurs. Dies muss auch vor einem wirtschaftlichen Hintergrund gesehen werden, da eine Änderung des Status quo die Schiffbarkeit der Johorstraße und damit den Wettbewerb zwischen den HĂ€fen Malaysias und Singapurs beeinflusst.

Im Rahmen einer restriktiven Verkehrspolitik unterliegt der private Autobesitz strengen Regulierungen. Jeder potenzielle AutokĂ€ufer muss zuerst eine Berechtigung (Certificate of Entitlement, COE) ersteigern. RegelmĂ€ĂŸig entscheidet die staatliche Land Transport Authority (LTA) ĂŒber die Erteilung von Lizenzen, die in einem Bieterverfahren ersteigert werden können, nach zehn Jahren aber wieder verfallen. Dies ist ein wirksames Instrument, um die Anzahl von Pkw in Singapur zu begrenzen. Der Import von Kraftfahrzeugen ist mit Abgaben von teilweise ĂŒber 200 Prozent besteuert, hat aber eine hohe Bedeutung als Statussymbol. Weiterhin wird der Verkehr im Stadtzentrum durch ein elektronisches Mautsystem mit hohen Abgaben belegt.

Luftverkehr

Im Osten des Stadtstaates befindet sich der Flughafen Changi, einer der bedeutendsten FlughĂ€fen SĂŒdostasiens. Er wird von ĂŒber 100 internationalen Fluglinien angeflogen. Ein Teil der ZivilflĂŒge besteht aus Transitverkehr, der in Singapur – vor allem auf der KĂ€nguru-Route – nur zwischenlandet. Die fĂŒnf am hĂ€ufigsten angeflogenen Ziele sind (in dieser Reihenfolge, Stand 2017) Kuala Lumpur, Jakarta, Bangkok, Hongkong und Manila. Der Flughafen besteht aus vier Terminals. Eine Verbindung der Terminals wird mit einer Einschienenbahn (Skytrain) sichergestellt. Zwischen Terminal 2 und 3 befindet sich die MRT-Haltestelle, mit der man preisgĂŒnstig in die Innenstadt kommt.

Ein weiterer Flughafen in Seletar ist von geringerer Bedeutung fĂŒr den zivilen Luftverkehr.

Schienenverkehr

Es existiert eine eingleisige Eisenbahnverbindung (nicht elektrifiziert) mit Malaysia, betrieben von der KTM (Keretapi Tanah Melayu). Der Hauptbahnhof Singapurs befindet sich im sĂŒdlichen Teil der Insel. Die gesamte Eisenbahnanlage ist exterritorial, das heißt Eigentum Malaysias. Daher passiert man die malaysische Grenzkontrolle kurz vor dem Einsteigen in den Zug und reist nach Malaysia ein, verlĂ€sst aber erst beim Erreichen der singapurischen Grenzkontrolle im Woodlands Train Checkpoint (WTCP) am Causeway den Stadtstaat. Die Fahrtdauer von Singapurs Tanjong Pajor Station (auch Keppel Road Station) nach Kuala Lumpur Sentral betrĂ€gt rund sieben Stunden, die durchschnittliche Zuggeschwindigkeit 40–60 km/h. Malaysia hatte die Absicht, diese Verbindung auf zwei Gleise zu erweitern sowie zu elektrifizieren, sodass SchnellzĂŒge darauf fahren können. Der gegenwĂ€rtige malaysische MinisterprĂ€sident hat diese PlĂ€ne gestoppt. Seit Juli 2011 verkehren die ZĂŒge nur noch von und bis zum WTCP, wo auch die malaysische Grenzkontrolle eingezogen ist. Das alte BahnhofsgebĂ€ude an der Keppel Road soll erhalten bleiben.

Eine am 17. Februar 1974 eröffnete Seilbahn (Mount Faber Cablecar) verbindet die Touristeninsel Sentosa im SĂŒden mit Mount Faber auf der Hauptinsel. Eine Zwischenstation befindet sich auf dem Harbour Front Centre (dem ehemaligen World Trade Center) im Hafen der Stadt. Sie ist tĂ€glich von 8:30 bis 23 Uhr in Betrieb.

Öffentlicher Nahverkehr

Singapur hat ein engmaschiges, hochgetaktetes und relativ preiswertes ÖPNV-System, das systematisch ausgebaut wird. Gut ausgebaut ist das U-Bahn-Netz, genannt MRT (Mass Rapid Transit), betrieben von der SMRT Corp. und SBS Transit. Das Nahverkehrsbussystem ist ebenfalls gut ausgebaut. Es gibt keine festen FahrplĂ€ne. Stattdessen ist an den Haltestellen die durchschnittliche Taktrate angegeben (zum Beispiel alle zehn Minuten), in der die Busse fahren. Die Haltestellen stehen im Abstand von wenigen hundert Metern auseinander und werden nur bei Bedarf angefahren. FahrgĂ€ste mĂŒssen daher dem Busfahrer von der Haltestelle aus ein Signal (Handbewegung nach unten) geben.

Es gibt klimatisierte und nicht klimatisierte Busse. FĂŒr letztere zahlt man einen geringfĂŒgig gĂŒnstigeren Fahrpreis.

Die Landverkehrsbehörde hatte ihre Busse seit September 2016 nach der 33-jĂ€hrigen Dominanz mit SBS Transit und SMRT Busse in das Bus Contracting Model mit Tower Transit Singapore und Go-Ahead Singapore ĂŒbertragen.

Taxis sind weit verbreitet und gĂŒnstig. Allerdings kommt es zu starken EngpĂ€ssen wĂ€hrend der Hauptverkehrszeit, samstags, bei Regen und zwischen 23:30 Uhr und 1 Uhr. In diesen Zeiten sind die Grundfahrpreise zwischen 10 und 50 Prozent höher.

Schiffsverkehr

Der Hafen Singapurs ist einer der geschĂ€ftigsten der Welt und der weltweit bedeutendste Umschlagplatz fĂŒr Container. Dies liegt unter anderem, insbesondere hinsichtlich seiner historischen Entwicklung, an der gĂŒnstigen Lage am Seeweg von China und Japan nach Europa.

Kultur

Schmelztiegel Singapur

Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass alle ethnischen Gruppen in Harmonie zusammenleben. Dies wird teilweise staatlich festgelegt, wie beispielsweise im sozialen Wohnungsbau (HDB – Housing Development Board) durch sogenannte ethnische Gruppenquoten. So darf von einem Wohnungsblock nur ein bestimmter Prozentsatz an Chinesen, Malaien und Inder verkauft werden.

Der große Anteil der Chinesen in der Bevölkerung fĂŒhrt oft zu der falschen Annahme, dass die anderen Bevölkerungsgruppen in ihrem tĂ€glichen Leben benachteiligt werden. Die Forderung nach Kenntnissen der chinesischen Sprache bei einem Stellenangebot ist zwar nicht ungewöhnlich, dies geschieht jedoch meistens nur bei internationalen Betrieben, die ausschließlich auslĂ€ndische chinesische Kunden ohne Englischkenntnisse betreuen, oder bei kleineren chinesischen Familienbetrieben. Der Markt wird durch die Chinesen wegen ihrer Anzahl zwar dominiert, aber nicht kontrolliert. Es mangelt bei den FĂŒhrungspositionen und an Hochschulen nicht an Indern und Malaien. Auch in der Regierung sind diese ethnischen Gruppen vertreten.

Wegen der eher seltenen Erscheinung interkultureller Ehen wird oft angenommen, dass eine Segregation zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen im Land herrscht. TatsĂ€chlich dominieren Ehen innerhalb der eigenen ethnischen Gruppen. Zum einen ist eine Dominanz der interkulturellen Varianten bei dem hohen Anteil von Chinesen statistisch ausgeschlossen. Zum anderen gibt es eine Reihe von sozialen und religiösen GrĂŒnden, die interkulturelle Partnerschaften zwischen Frau und Mann erschweren. Schon bei den jungen unverheirateten Paaren ist die interkulturelle Variante selten. WĂ€hrend die malaiische und chinesische Jugend sich manchmal zusammenfinden, halten Kastensystem und Tradition oft die indischen Eltern davon ab, ihren Kindern die Wahl des eigenen Partners zu ĂŒberlassen. Manchmal werden chinesische Frauen auch durch die Notwendigkeit, zum Islam zu konvertieren, von einer Ehe mit einem Malaien abgeschreckt. Dennoch ist es bemerkenswert, dass Ehen zwischen Malaien und Chinesen in Singapur eine Tradition haben, die ins frĂŒhe 20. Jahrhundert zurĂŒckverfolgt werden kann. Daraus ist die Nyonya- oder Peranakankultur entstanden, die heutzutage vom Aussterben bedroht ist.

Ein anderes Thema bei der Eheschließung in Singapur, das hĂ€ufig ein LĂ€cheln bei den Einheimischen hervorruft, ist die staatliche SDU (Social Development Unit), die fĂŒr die Anbahnung von Paarbeziehungen von Akademikern und UniversitĂ€tsabsolventen zustĂ€ndig ist.

Im Alltag, vor allem in den Schulen und bei der Arbeit, findet durchaus die Interaktion mit Menschen aus anderem Kulturkreis statt. Eine Segregation ist jedoch zwischen den Einheimischen und den dort lebenden sogenannten „Expatriates“ zu beobachten; ihre Kinder besuchen verschiedene Schulen und beim Berufsalltag mischen sie sich eher selten.

Die Verflechtung der Kulturen ist unter anderem in der Sprache, KĂŒche und Lebensart evident. Das Singlish, eine Variante der englischen Sprache, ist gespickt mit Begriffen und Grammatik aller vier Amtssprachen. Im Gegensatz zu Spanglish, das die aus Spanisch und Englisch zusammengesetzte Umgangssprache der Latinos in den Vereinigten Staaten ist, wird Singlish stĂ€ndig von den verschiedenen ethnischen Gruppen unabhĂ€ngig voneinander erweitert und durch ihre Interaktion wieder zusammengefĂŒgt. Einige Beispiele: SĂ€tze wie „Referee kayu! Xiao liao ah?“ („Der Schiedsrichter hat sich geirrt! Ist er verrĂŒckt?“) oder „Careful, wait you gana knock down!“ („Pass auf, du könntest ĂŒberfahren werden!“) sind Resultate aus jahrelanger Interaktion zwischen der chinesischen und malaiischen Sprache. Dadurch wandert das Vokabular und die Grammatik einer Sprache stĂ€ndig zu einer anderen durch gemeinsame Nutzung des Singlish. Auf diese Sprache ist die Regierung allerdings nicht sehr stolz. Ihr Versuch, die Vorliebe des Volks fĂŒr Singlish durch die Förderung des „normalen“ Englisch durch einheimische Sitcoms wie zum Beispiel „Phua Chu Kang“ zu Ă€ndern, wurde von dem Spaß liebenden Volk eher nicht ernst genommen.

Wie auch in anderen asiatischen LĂ€ndern spielt Höflichkeit in Singapur eine wichtige Rolle. Es gibt zum Beispiel die Regel, dass der Kontaktpartner nicht „sein Gesicht verlieren“ darf. Das bedeutet, dass man einen GesprĂ€chspartner auf begangene Fehler nicht direkt anspricht, sondern diese beiseiteschiebt und zu einem spĂ€teren Zeitpunkt anzusprechen versucht oder eine dritte Person einschaltet. Gerne werden Visitenkarten verteilt. Diese ĂŒberreicht man dem GesprĂ€chspartner mit beiden HĂ€nden. Es ist unhöflich, Visitenkarten, die man vom GegenĂŒber bekommen hat, einfach einzustecken. Vielmehr muss diese mit Respekt behandelt werden und auf dem Tisch noch eine Weile offen hingelegt werden. Die Höflichkeitsregeln entsprechen dem, was in China ĂŒblich ist. Generell ist das gesellschaftliche Leben stark durch das Gedankengut des Konfuzianismus geprĂ€gt.

Trotz der WertschĂ€tzung von Höflichkeit ist in Singapur die Kiasu-MentalitĂ€t (Angst, zu verlieren) immer noch recht verbreitet, was bei manchen BĂŒrgern zu einem egoistisch wirkenden Verhaltensmuster fĂŒhrt.

Medien

Printmedien, Fernsehen und Radio sind staatlich kontrolliert, auch halbstaatliche Medien sind zugelassen. Der Zugang zum Internet-Live-Stream ist möglich.

Mit der Absicht ein Medienzentrum der Region zu werden, investiert der Staat massiv in Breitbandtechnologien, Onlinedienste und neue Medien. 2016 nutzte 82,5 Prozent der Bevölkerung das Internet. Singapur hat zudem eine der höchsten Internetgeschwindigkeiten weltweit.

Zensur

Pressefreiheit existiert in Singapur nicht: Die Medien unterliegen einer strengen staatlichen Zensur. Außerdem fĂŒhrt der permanente staatliche Druck zu einer Selbstzensur. Die Regeln der Berichterstattung fĂŒr auslĂ€ndische Korrespondenten beinhalten das Verbot, sich kritisch zur Regierungspolitik zu Ă€ußern. Der private Besitz von SatellitenschĂŒsseln ist untersagt. Über Kabel besteht ein Zugang zu ausgewĂ€hlten internationalen Programmen (Deutsche Welle, BBC, CNN u. a.).

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen hĂ€lt die Lage der Pressefreiheit im Land fĂŒr "sehr ernst".

  • Als politisch „sensibel“ geltendes Material ist verboten.
  • Pornografie ist verboten; die Darstellung von Sex und Nacktheit ist eingeschrĂ€nkt. Daher sind der Playboy und andere „Erwachsenenmagazine“ in Singapur verboten. Einige weniger freizĂŒgige Magazine sind jedoch im Handel erhĂ€ltlich. Falls Sex und Nacktheit erlaubt sein sollen, mĂŒssen sie zum Kontext passen. Filme, die Nacktheit, Sex oder ĂŒbermĂ€ĂŸige Gewalt zeigen, erhalten normalerweise die Altersfreigabe Mature 18 (M18), in AusnahmefĂ€llen Restricted 21 (R21). Die Regierung zeigt jedoch Interesse daran, diese BeschrĂ€nkungen aufzuweichen, und hat daher kĂŒrzlich die Altersfreigabe M18 geschaffen, um fĂŒr ĂŒber 18-JĂ€hrige mehr Erwachsenenmaterial zugĂ€nglich zu machen. Es bleiben allerdings die geltenden Freigaben NC16 („No Children“) und R21 („Restricted“) bestehen. (Zu Altersfreigaben in Singapur siehe auch die Veröffentlichung der „Media Development Authority“.)
  • Einige auslĂ€ndische Zeitungen und Magazine, wie das Asian Wall Street Journal und die Far Eastern Economic Review, sind in ihrer Verbreitung eingeschrĂ€nkt. Zeitungen aus Malaysia sind verboten (dafĂŒr dĂŒrfen Zeitungen aus Singapur in Malaysia nicht verbreitet werden).
  • Schriften und Medien, die das Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen stören und religiöse GefĂŒhle beleidigen, sind verboten. Aufgrund dieser Gesetze ist auch die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas einschließlich ihrer Literatur seit 1972 verboten.

KĂŒche

Die KĂŒche Singapurs zeichnet sich durch die kulturellen EinflĂŒsse der vertretenen Ethnien aus. Deren gegenseitige EinflĂŒsse sind in der Stadt allgegenwĂ€rtig. Neben den traditionellen Rezepten entstehen immer neue Abwandlungen. Hierdurch entstanden Gerichte wie Laksa, Yong Tau Foo oder Roti Prata, die mit der Zeit als Bestandteile der umfangreichen Reihe der Nationalgerichte gelten. Die im Ausland bekannten Singapur-Nudeln sind in dem Land selbst unbekannt.

Feiertage

In Singapur gibt es elf Feiertage, von denen drei weltlich und die restlichen kulturelle, religiöse oder ethnische sind.

  • Weltliche Feiertage
    • Neujahr (1. Januar)
    • Tag der Arbeit (1. Mai)
    • Nationalfeiertag (9. August; UnabhĂ€ngigkeitstag von 1965)
  • Sonstige Feiertage
    • Chinesische Feiertage
      • Chinesisches Neujahrsfest nach dem Chinesischen Kalender (21. Januar bis 21. Februar)
      • 2. Neujahrstag nach dem Chinesischen Kalender (22. Januar bis 22. Februar)
    • Buddhistische Feiertage
      • Vesakh (1. Mai bis 30. Mai)
    • Islamische Feiertage
      • Fest des Fastenbrechens (Hari Raya Puasa)
      • Islamisches Opferfest (Hari Raya Haji)
    • Hinduistische Feiertage
      • Diwali (15. Oktober bis 15. November)
    • Christliche Feiertage
      • Karfreitag
      • Weihnachten (25. Dezember)

Da sich die islamischen Feiertage nach einem Mondkalender bestimmen, gibt es jeweils alle 32 bis 33 Jahre einen Feiertag im Jahr doppelt. DafĂŒr kann das Fest des Fastenbrechens mit dem Chinesischen Neujahrsfest zusammenfallen.

Die chinesischen Neujahrsfeiertage bestimmen sich nach dem Chinesischen Kalender. Hari Raya Puasa ist am ersten Tag des zehnten Monats im Islamischen Kalender, Hari Raya Haji am zehnten Tag des zwölften Monats. Der Vesak-Tag findet am ersten Vollmond im Mai statt, Diwali am letzten Tag des Monats Asvina nach dem Indischen Kalender.

SehenswĂŒrdigkeiten

Tourismus ist in Singapur eine wichtige Einkommensquelle, im Jahr 2017 besuchten 17,4 Millionen Touristen Singapur. Zu den Hotels der gehobenen Klasse gehört das Raffles Hotel, in dem berĂŒhmte Persönlichkeiten wie Charlie Chaplin, Rudyard Kipling oder Winston Churchill zu Gast waren. Die meisten Hotels liegen im Zentrum oder am Pearls Hill Park.

FĂŒr Touristen ist Singapur vorwiegend Zwischenziel, an dem diese durchschnittlich 3,67 Tage verweilen. Dennoch bietet die Stadt zahlreiche Attraktionen:

Stadtviertel

  • Das Stadtzentrum mit der Einkaufsstraße Orchard Road
  • Der Marina Bay-Bereich mit dem Hotel Marina Bay Sands, dem Marina Bay Street Circuit, dem Singapore Flyer und den Gardens by the Bay
  • Das arabische Viertel Kampong Glam, in dem die Sultan-Moschee und die Arab Street zu finden sind
  • Das indische Viertel Little India, in dem der Sri Veeramakaliamman Tempel zu finden ist
  • Mohamed Sultan Road, eine fĂŒr ihr Nachtleben bekannte Straße
  • Geylang District, eines der vier Rotlichtviertel von Singapur, in dem legal der Prostitution nachgegangen werden kann
  • Die VergnĂŒgungsviertel Boat Quay und Clarke Quay am Singapore River mit einer Vielzahl von Restaurants, Kneipen, Bars und Diskotheken
  • Das Kolonialviertel mit Fort Canning, dem alten Parlament, dem Victoria Theatre and Concert Hall sowie dem Cricket Club
  • Die Ausflugsinsel Sentosa mit einer Vielzahl von Attraktionen wird vor allem von Familien am Wochenende gerne besucht. Sehenswert sind u. a. ein begehbares Aquarium, Fort Siloso, der Orchard Garten, der Butterfly Park sowie der Themenpark Vulcanoland
  • Das chinesische Viertel Chinatown
  • Das Ausgehviertel Holland Village ist vor allem bei Expats beliebt.

Lage und Aussehen der Stadtviertel fĂŒr die ethnischen Gruppen: Chinesen, Malayen, Inder, Moslems u. a., wie sie heute zu sehen sind, ließ Thomas Stamford Raffles schon bald nach seiner Ankunft in Singapur anlegen. Außerdem verfĂŒgte Raffles, dort durchgehend sog. Shop Houses zu bauen (unten GeschĂ€ftsrĂ€ume mit ĂŒberdachtem Gehweg, oben Wohnung), wie er sie von der Insel Penang her kannte.

Historische GebÀude

  • Das Raffles Hotel mit der berĂŒhmten Long-Bar, in dem der Singapore Sling erfunden wurde sowie dem hoteleigenen Museum
  • Das Fullerton Hotel war frĂŒher ein BĂŒrogebĂ€ude, in dem u. a. das General Post Office untergebracht war
  • Das Victoria Theatre and Concert Hall befindet sich im ehemaligen Rathaus mit seinem markanten Glockenturm
  • Das Chijmes, ehemals Kloster, heute kulturelle Attraktion.

Museen

befinden sich teilweise in historischen GebÀuden:

  • Das Singapore Art Museum zeigt vor allem asiatische Kunst
  • Die National Gallery Singapore zeigt moderne Kunst (19. und 20. Jhdt.) aus Singapur und SĂŒdostasien
  • Das Singapore Science Centre bietet interessierten Besuchern ĂŒber 500 interaktive Experimente
  • Das National Museum of Singapore erlĂ€utert die Geschichte Singapurs und stellt darĂŒber hinaus Kunsthandwerk und ausgewĂ€hlte PrunkstĂŒcke der singapurer Sammlungen aus, wie John Singer Sargents Öl-PortrĂ€t des britischen Verwalters Sir Frank Swettenham aus dem Jahre 1904.
  • Im Asian Civilisations Museum werden Sammlungen aus dem chinesischen, malaiischen, islamischen und indischen Kulturkreis gezeigt.
  • In der Battle Box, dem ehemaligen Befehlsstand der Alliierten in Singapur, wird der Fall der Stadt vor den anrĂŒckenden Japanern dargestellt.
  • Images of Singapore zeigt die lokale Geschichte sowie Sitten und GebrĂ€uche in der Stadt
  • Das Singapore Philatelic Museum zeigt seltene Briefmarken aus Asien sowie Exponate zur Postgeschichte Singapurs
  • Im Live Turtle and Tortoise Museum im Chinesischen Garten kann man eine Vielzahl an Schildkröten sehen. Durch die große Sammlung hat es das Museum geschafft, einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde zu erhalten.

Parks und GĂ€rten

  • Der Jurong Bird Park, ein Vogelpark mit 600 Vogelarten in zum Teil riesigen Volieren
  • Das 1883 gegrĂŒndete, 165 Hektar große Bukit-Timah-Reservat, ein fast primĂ€res StĂŒck Dschungel (KĂŒstenberg-Wald Dipterocarpus) mit der höchsten Erhebung des Inselstaates
  • Die 1993 eröffnete Sungei Buloh Wetland Reserve im Nordwesten der Insel, ein 139 Hektar großer Nationalpark mit Feuchtgebieten und MangrovenwĂ€ldern
  • Der Pasir Ris Park im Nordosten der Insel. Auf Stegen kann man in diesem drittgrĂ¶ĂŸten Park Singapurs die MangrovensĂŒmpfe erkunden.
  • Der Zoo, der zur Beobachtung der nachtaktiven Tiere eine Nacht-Safari anbietet
  • Der 1822 von Sir Thomas Stamford Raffles gegrĂŒndete Singapore Botanic Gardens mit mehr als einer halben Million Pflanzen und einer spektakulĂ€ren Orchideensammlung
  • Der East Coast Park mit vielen Freizeitangeboten sowie einer Reihe von Fisch-Restaurants
  • Fort Canning Park beinhaltet zwei gotische Tore, den Ă€ltesten christlichen Friedhof der Stadt, den ASEAN Sculpture Park, die Battle Box sowie den Spice Garden, den ersten botanischen Garten der Stadt aus dem Jahre 1822
  • In der Parklandschaft rund um das MacRitchie Reservoir lĂ€dt ein weitlĂ€ufiges Netz von Wegen zum Wandern ein.
  • Der Chinesische Garten mit Pagoden liegt auf einer Insel im Jurong Lake.
  • Der Japanische Garten
  • Butterfly Park and Insect Kingdom beherbergen mehr als 1.500 Schmetterlings- sowie ĂŒber 2.500 Insektenarten.
  • Der Jurong Reptile Park mit ehemals mehr als 400 Reptilienarten wurde im September 2006 geschlossen.
  • Die Gardens by the Bay, auf kĂŒnstlich gewonnenem Land östlich der Marina Bay angelegt. Bestehend aus dem 2011 eröffneten Bay East Garden (32 Hektar) und dem 2012 eröffneten Bay South Garden (54 Hektar). Bestandteil dieser Anlage sind auch die Heritage Gardens. Eine Erweiterung um den Bay Central Garden (15 Hektar) ist geplant. Ebenfalls auf dem ParkgelĂ€nde angesiedelt sind die Hallen "Cloud Forest" und "Flower Dome" sowie kĂŒnstliche RiesenbĂ€ume.
  • Der Bishan Park besteht aus einem zu einem Fluss umgebauten Kanal.

Die Singapurer Regierung verfolgt das stadtplanerische Ziel, durch FassadenbegrĂŒnung die natĂŒrliche, tropische Umgebung mit dem Baubestand zu verbinden. Das Stadtbild ist geprĂ€gt von StraßenbĂ€umen, GrĂŒnanlagen und unzĂ€hligen kleinen und grĂ¶ĂŸeren Parks, die in und um die Wohneinheiten liegen. Über 3.320 Hektar des Landes sind Parks oder grĂŒne FreiflĂ€chen.

DenkmÀler

  • Das Wahrzeichen Singapurs, der Merlion, eine Kombination aus Löwe und Fisch
  • Eine Plakette markiert die Stelle, an der Sir Thomas Stamford Raffles angeblich zum ersten Mal den Boden Singapurs betreten hat.
  • Das Lim Bo Seng Memorial gedenkt des von den Japanern im Zweiten Weltkrieg umgebrachten Kriegsheldens Lim Bo Seng

Sonstige SehenswĂŒrdigkeiten

  • Die Esplanade, ein 2002 eröffnetes Kulturzentrum in Form einer Stinkfrucht, deswegen in Singapur besser bekannt unter dem Namen Durian.
  • Die Insel Ubin (Pulau Ubin) nordöstlich der Hauptinsel Singapurs ist im Gegensatz zum restlichen Singapur noch beinahe komplett unbebaut und naturbelassen. Die kleine Insel wird hĂ€ufig von Einheimischen fĂŒr WochenendausflĂŒge und Fahrradtouren in die Natur aufgesucht.
  • Der Aussichtspunkt Mount Faber mit einem 360°-Blick ĂŒber Singapur. Eine Seilbahn verbindet den Berg mit Sentosa
  • Die Haw Par Villa ist ein VergnĂŒgungspark, gestaltet nach Themen aus der chinesischen Mythologie
  • Die Insel Saint John’s Island (Pulau Sakijang Bendera) ist Singapur vorgelagert und bietet AusflĂŒglern Gelegenheit zum Baden und Wandern.
  • Am 18. MĂ€rz 2010 eröffneten die Universal Studios Singapore, ein Themenpark der auf der Ferieninsel „Resorts World Sentosa“ Attraktionen und Shows zu filmbezogenen Themen bietet.
  • In Singapur steht das mit einer Höhe von 165 Metern zweitgrĂ¶ĂŸte Riesenrad der Welt, der Singapore Flyer.
  • Hotel Marina Bay Sands mit Aussichtsplattform, Bar und Schwimmbecken auf 200 Meter Höhe.
  • Kusu Island, eine kleine zum Teil aufgeschĂŒttete Insel vor Singapur.
  • Der Springbrunnen des Reichtums galt 1998 als grĂ¶ĂŸter Brunnen der Welt.

Sport

Sportler

Bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London war der Gewichtheber Tan Howe Liang einziger olympischer Medaillengewinner Singapurs, der bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom Silber im Leichtgewicht gewann. In London 2012 gewann die Tischtennisspielerin Feng Tianwei Bronze sowohl im Einzel, als auch in der Mannschaftswertung mit Li Jiawei und Wang Yuegu. Die Badmintonspielerin Li Li gewann den Dameneinzeltitel bei den Commonwealth Games 2002. Bekannt sind auch der Badmintonspieler Ronald Susilo und seine Frau, die Tischtennisspielerin Li Jia Wei. Der chinesische Schach-Großmeister Zhang Zhong spielt seit 2007 fĂŒr den Schachverband von Singapur. Der Schwimmer Joseph Schooling sorgte bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro fĂŒr Aufmerksamkeit und gewann Gold ĂŒber 100 m Schmetterling und ist seitdem einer der bekanntesten Sportler Singapurs.

Fußball

Die S. League ist die höchste Spielklasse im singapurischen Fußball und wird von der Football Association of Singapore, dem Fußballverband Singapurs, organisiert.

DarĂŒber hinaus hat Singapur auch eine Nationalmannschaft, die als viermalige Sieger der ASEAN-Fußballmeisterschaft derzeit die stĂ€rkste sĂŒdostasiatische Nationalmannschaft ist.

Olympische Jugendspiele

2010 war Singapur die erste Stadt, in der die Olympischen Jugendspiele stattfanden. Vom 14. bis 26. August 2010 haben jugendliche Sportler aus aller Welt in Singapur um die olympischen Medaillen gekÀmpft.

Marathon

Jedes Jahr findet Anfang Dezember der Singapur-Marathon statt, der mittlerweile zu den teilnehmerstÀrksten der Welt gehört.

Formel 1

Das erste Formel-1-Rennen in Singapur fand am 28. September 2008 auf dem Marina Bay Street Circuit statt. Es war gleichzeitig das erste Nachtrennen in der Formel-1-Geschichte. Fernando Alonso gewann das Rennen. Der erfolgreichste Formel-1 Fahrer auf dieser Strecke ist Sebastian Vettel, mit 5 Siegen (Stand 2020).

Rugby

Rugby Union gelangte im spĂ€ten 19. Jahrhundert in die britische Kolonie Singapur. Als ab Anfang des 20. Jahrhunderts der Malay Cup – eine der Ă€ltesten TrophĂ€en im Rugby – zwischen Malaysia und Singapur ausgetragen wurde, genoss der Sport eine regelmĂ€ĂŸige PrĂ€senz in Singapur. In Singapurs Nationalstadium wird ein jĂ€hrliches Siebener-Rugby-Turnier ausgetragen, die Singapore Sevens.

Cricket

Cricket gelang wie die meisten anderen Sportarten wĂ€hrend der britischen Kolonialzeit nach Singapur. Die singapurische Cricket-Nationalmannschaft ist eine der besten Mannschaften Asiens außerhalb der ICC-Mitglieder mit ODI-Status und erreichte mit dem 20. Platz in der T20I-Rangliste des ICC im MĂ€rz 2020 ihre beste Platzierung bisher.

Persönlichkeiten

In Singapur geborene Persönlichkeiten

  • Abu Bakar von Johor (1833–1895), Sultan von Johor
  • Eduard Lorenz Lorenz-Meyer (1856–1926), deutscher Unternehmer, Kunstsammler, Heraldiker und KunstmĂ€zen
  • Carl Detmar Stahlknecht (1870–1946), deutscher Jurist und Politiker
  • Ernest Wilton (1870–1952), britischer Diplomat
  • Robert Walter Campbell Shelford (1872–1912), britischer Entomologe, Museumsdirektor und Naturforscher
  • Leslie Charteris (1907–1993), britisch-amerikanischer Krimi-Schriftsteller
  • Benjamin Henry Sheares (1907–1981), Politiker
  • David Saul Marshall (1908–1995), Politiker
  • Tan Chin Tuan (1908–2005), chinesisch-singapurischer Manager
  • Francis Chan (1913–1967), katholischer Bischof von Penang
  • Lim Yew Hock (1914–1984), Politiker
  • Lim Kim San (1916–2006), Politiker
  • Lee Kuan Yew (1923–2015), Politiker
  • Sellapan Ramanathan (1924–2016), Politiker, StaatsprĂ€sident (1999–2011)
  • Heather Chasen (1927–2020), britische Schauspielerin
  • Ewen Fergusson (1932–2017), britischer Diplomat und Rugbyspieler
  • Ong Teng Cheong (1936–2002), Politiker
  • Lam Lay Yong (* 1936), Mathematikhistorikerin
  • Nicholas Chia (* 1938), chinesischer Geistlicher
  • Allan Massie (* 1938), schottischer Schriftsteller und Journalist
  • Shunmugam Jayakumar (* 1939), Politiker
  • Tony Tan Keng Yam (* 1940), Politiker
  • Tony Anholt (1941–2002), britischer Schauspieler
  • Wong Kan Seng (* 1946), Politiker
  • Kishore Mahbubani (* 1948), Politikwissenschaftler und Diplomat
  • Phoon Yew Tien (* 1952), Komponist
  • Chieh Tsao (1953–1996), Komponist, Ingenieur und Mathematiker
  • Paul Lim (* 1954), Dartspieler
  • Brad Cooper (* 1954), australischer Schwimmer
  • Khoo Boon Hui (* 1954), Politiker
  • George Yeo (* 1954), Politiker
  • Terry Butcher (* 1958), englischer Fußballspieler und -trainer
  • Julia Nickson-Soul (* 1958), Schauspielerin
  • Simryn Gill (* 1959), bildende KĂŒnstlerin
  • Ravi Veloo (* 1959), Journalist und Schriftsteller
  • Lui Tuck Yew (* 1961), Politiker
  • Lee Yi Shyan (* 1962), Politiker
  • Joseph Prince (* 1963), US-amerikanischer Unternehmer, Motivationstrainer, Buchautor sowie Prediger
  • Gayle San (* 1967), DJane und Produzentin
  • Chin Han (* 1969), Schauspieler
  • Deborah Hawksley (* 1970), britische Opern- und KonzertsĂ€ngerin
  • Colin Lynch (* 1970), irischer Paracycler
  • Louis Theroux (* 1970), britischer Journalist
  • James Le Mesurier (1971–2019), britischer Offizier und ZivilschĂŒtzer
  • Nazri Nasir (* 1971), Fußballspieler
  • Annabel Chong (* 1972), Pornodarstellerin
  • Aide Iskandar (* 1975), Fußballspieler
  • Daniel Kowalski (* 1975), australischer Schwimmer
  • François Perrodo (* 1977), französischer Unternehmer, Polospieler und Autorennfahrer
  • Alfian bin Sa'at (* 1977), Schriftsteller und Dichter
  • Cyril Wong (* 1977), Dichter
  • Gwendoline Yeo (* 1977), sino-amerikanische Schauspielerin
  • Vanessa-Mae (* 1978), britische Violinistin
  • Indra Sahdan Bin Daud (* 1979), Fußballspieler
  • Cheryl Chin (* 1979), Schauspielerin
  • Kaylani Lei (* 1980), US-amerikanische Stripperin und Pornodarstellerin
  • Kai Wong (* 1980), US-amerikanischer französischer Schauspieler, Musiker und Produzent
  • Michael Yani (* 1980), US-amerikanischer Tennisspieler
  • Tila Tequila (* 1981), US-amerikanisches Model und SĂ€ngerin
  • Rachel Yang (* 1982), Stabhochspringerin
  • Jackson Rathbone (* 1984), US-amerikanischer Schauspieler und Musiker
  • Isa Halim (* 1986), Fußballspieler
  • Gary Yeo Foo Ee (* 1986), Sprinter
  • Adrian Zaugg (* 1986), Autorennfahrer
  • Youri Ziffzer (* 1986), deutscher EishockeytorhĂŒter
  • Jamal Amirudin (* 1987), Sprinter
  • Elfi Mustafa (* 1987), Sprinter
  • Darren Teh (* 1996), Fußballspieler
  • Jacob Mahler (* 2000), singapurisch-dĂ€nischer Fußballspieler

Siehe auch

  • Liste der Außenminister von Singapur
  • Liste der deutschen Botschafter in Singapur
  • Liste der Botschafter der Vereinigten Staaten in Singapur
  • Liste der olympischen Medaillengewinner aus Singapur
  • Liste der höchsten GebĂ€ude in Singapur
  • Erzbistum Singapur#Bischöfe

Literatur

  • Paul Linnarz: Harmonie im Staatsauftrag. Wie Singapur mit Einwanderung und Integration umgeht, KAS-Auslandsinformationen 04/2011, Berlin 2011, S. 101–116.
  • Rolf A. SchĂŒtze, RenĂ©-Alexander Hirth: EinfĂŒhrung in das Recht Singapurs. Verlag C.H. Beck, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-406-55730-9.
  • Michael Hill, Kwen Fee Lian: The Politics of Nation Building and Citizenship in Singapore. Routledge, London/ New York 1995, ISBN 0-415-12025-X.

Weblinks

  • Website der Regierung der Republik Singapur (englisch)
  • Botschaft der Republik Singapur, Berlin (englisch), (deutsch)
  • AuswĂ€rtiges Amt – LĂ€nderinformationen Singapur
  • Maritime and Port Authority of Singapore (englisch)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Singapur
  • Andrea Kath: 01.09.1963 - Singapur wird unabhĂ€ngig WDR ZeitZeichen vom 1. September 2013 (Podcast)
  • Irene DĂ€nzer-Vanotti: Singapur - Die erfundene Metropole Bayern 2 Radiowissen. Ausstrahlung am 16. MĂ€rz 2020 (Podcast)

Einzelnachweise


 

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Flagge: Singapore

Name englisch: Singapore
Hauptstadt: Singapur
Kfz: SGP
ISO: SG
ISO3: SGP
Fläche: 693 km²
Tld: .sg
Wärung Einheit: SGD
Währung: Dollar
Vorwahl: 65

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 1.4708809
südlichster Punkt: 1.166398
westlichster Punkt: 103.6056246
östlichster Punkt: 104.0856805


 
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