Länder Länder/Staaten > Australien/Ozeanien > Neuseeland Neuseeland

Land Karte: Neuseeland | Grenzen der Regionen auf der Karte anzeigen | Nachbarstaaten auf der Karte anzeigen

Staaten Nachbarstaaten: (0)

Nachbarstaaten Info Die Nachbarstaaten werden automatisch anhand der Grenzen errechnet. Daher kann es vorkommen, dass ein Nachbarstaat fehlt oder zu viel angezeigt wird.
Wir versuchen diese im Laufe der Zeit manuell anzupassen. Bei Fehlern könnt ihr euch jederzeit an uns wenden über das Kontaktformular.

Staat Informationen : Neuseeland

Informationen:


Neuseeland (englisch New Zealand [njuːˈziːlənd], Māori Aotearoa [aɔˈtɛaÉŸÉ”a]) ist ein geographisch isolierter Inselstaat im sĂŒdlichen Pazifik. Er besteht aus einer Nord- und einer SĂŒdinsel sowie zahlreichen kleineren Inseln. Die nĂ€chstgelegenen grĂ¶ĂŸeren Landmassen befinden sich im Westen mit dem australischen Kontinent (die WestkĂŒsten der beiden Hauptinseln Neuseelands sind zwischen 1530 km und rund 2100 km von der OstkĂŒste Australiens und Tasmaniens entfernt), im Norden mit der französischen Insel Neukaledonien und den Inselstaaten Tonga und Fidschi sowie im SĂŒden mit dem Kontinent Antarktika.

Weder geographisch noch kulturell lĂ€sst sich Neuseeland einer bestimmten Großregion zuordnen: Das Land liegt teils auf der australischen, teils auf der pazifischen Platte und ist sowohl mit dem europĂ€isch geprĂ€gten Kulturraum Australiens als auch mit dem polynesischen Teil Ozeaniens verbunden. Neuseeland ist ein Königreich im Commonwealth of Nations mit demokratisch-parlamentarischer Verfassung. FĂŒr einen Industriestaat ungewöhnlich sind die Hauptwirtschaftszweige Land- und Forstwirtschaft, Lebensmittelindustrie (hauptsĂ€chlich Molkereiprodukte) sowie Tourismus. Neuseeland wird als „grĂŒne Insel“ bezeichnet, was teilweise der dĂŒnnen Besiedlung und der Naturvielfalt zu verdanken ist. Diese sowie die einzigartige Vegetation sind auch durch die relativ isolierte Lage der Inseln bedingt.

Geographie

Ausdehnung und Lage

Neuseeland besteht aus zwei Hauptinseln, der Nord- und der SĂŒdinsel, sowie mehr als 700 kleineren Inseln. Die beiden hĂ€ufig als Mainland New Zealand (deutsch etwa: Festland Neuseeland) bezeichneten Hauptinseln werden durch die an der schmalsten Stelle 23 km breite Cookstraße voneinander getrennt. Ein Großteil der kleineren Inseln wie etwa Stewart Island, die mitunter noch zum Mainland New Zealand gezĂ€hlt wird, die Great Barrier Island oder die dicht besiedelte Waiheke Island liegen innerhalb einer Zone von 50 km vor der KĂŒste der Hauptinseln. Lediglich die 1000 km nördlich der Nordinsel gelegenen Kermadec Islands, die 700 km östlich liegenden Chatham Islands nahe der Internationalen Datumsgrenze sowie die mehr als 200 km sĂŒdlich der SĂŒdinsel liegenden subantarktischen Inseln in den vier unbewohnten Inselgruppen der Auckland Islands, der Antipoden Islands, der Snares Islands, der Bounty Islands und der Insel Campbell Island, gehören nicht zum Archipel um die beiden Hauptinseln. Die Nordinsel liegt gĂ€nzlich auf der Australischen Platte, die SĂŒdinsel teils auf der Australischen und teils auf der Pazifischen Platte. WĂ€hrend der letzten Eiszeit waren die Nord- und die SĂŒdinsel miteinander verbunden.

Neuseeland erhebt außerdem Anspruch auf das Ross-Nebengebiet in der Antarktis, das auch eine Reihe weiterer Inseln umfasst; dieser Anspruch wird aber international aufgrund des Antarktisvertrags nicht anerkannt. Ferner gehört Tokelau als abhĂ€ngiges Gebiet zum Staat Neuseeland, und die Cookinseln und Niue sind selbstverwaltete Territorien in freier Assoziierung mit Neuseeland. Diese Gebiete werden im Folgenden nicht weiter berĂŒcksichtigt.

Die gesamte LandflĂ€che Neuseelands betrĂ€gt 269.652 kmÂČ und ist damit etwas kleiner als die Italiens oder der Philippinen, aber etwas grĂ¶ĂŸer als die des Vereinigten Königreichs. WĂ€hrend die Hauptinseln des Archipels in Ost-West-Richtung nie breiter als 450 km sind, erstrecken sie sich entlang der Hauptachse in nordöstlicher Richtung ĂŒber 1600 km. Die gesamte KĂŒstenlinie umfasst dabei ungefĂ€hr 15.134 km. Die HoheitsgewĂ€sser Neuseelands sind mit 167.653 kmÂČ relativ zur Landmasse sehr groß, die Ausschließliche Wirtschaftszone ist mit 3.931.136 kmÂČ sogar eine der weltweit grĂ¶ĂŸten.

Neuseeland befindet sich in der sĂŒdlichen HemisphĂ€re. Alle neuseelĂ€ndischen Inseln liegen isoliert im sĂŒdwestlichen Pazifischen Ozean. Das Land wird damit im Allgemeinen Ozeanien zugeordnet (insbesondere, wenn der Begriff Ozeanien auch Australien mit einschließt) bzw. in kleinrĂ€umigerer Betrachtung als eine Insel Polynesiens angesehen. Teilweise wird es aber aufgrund der kulturellen Gemeinsamkeiten auch dem Kontinent Australien zugeordnet. Als Randmeer des Pazifiks liegt die Tasmansee westlich der beiden Hauptinseln und trennt Neuseeland vom bis zu 2100 km entfernten Australien. Die kĂŒrzeste Entfernung betrĂ€gt allerdings 1530 km, zwischen der SĂŒdinsel Neuseelands und Tasmanien gemessen. Nach Australien ist das antarktische Festland, etwa 3000 km im SĂŒden, die nĂ€chste grĂ¶ĂŸere Landmasse. Weitere Staaten oder Kolonien in der NĂ€he Neuseelands sind im Norden Neukaledonien, Tonga und Fidschi. Neuseeland ist der Staat, der am weitesten von Mitteleuropa entfernt liegt: Teile des Landes befinden sich auf der Erdkugel exakt gegenĂŒber von Spanien, sind also dessen Antipoden.

Die Ausdehnung Neuseelands von Nord nach SĂŒd wird umgangssprachlich hĂ€ufig mit „from Cape Reinga to The Bluff“ („von Cape Reinga bis zum Bluff“) beschrieben, tatsĂ€chlich sind aber die Surville Cliffs am North Cape (34° 23â€Č 35″ S, 173° 0â€Č 48″ O) der nördlichste Punkt der Nordinsel und Slope Point in den Catlins (46° 40â€Č 34″ S, 169° 0â€Č 22″ O) der sĂŒdlichste Punkt der SĂŒdinsel. ZĂ€hlt man Stewart Island zum Mainland New Zealand, so ist der sĂŒdlichste Punkt das South Cape (47° 17â€Č 24″ S, 167° 32â€Č 12″ O). Nimmt man die außerhalb des Archipels gelegenen Inseln hinzu, so ist Nugent Island in der Gruppe der Kermadecinseln der nördlichste (29° 14â€Č S, 177° 52â€Č O) und Jacquemart Island in der Gruppe der Campbellinseln (52° 37â€Č S, 169° 8â€Č O) der sĂŒdlichste Punkt des Landes. Der westlichste Punkt des Landes ist Cape Lovitt auf den Aucklandinseln, der östlichste die Forty-Fours in den Chathaminseln. Nimmt man wiederum nur die beiden Hauptinseln, so ist West Cape der westlichste und East Cape der östlichste Punkt des Landes. Der offizielle Mittelpunkt des Landes befindet sich etwa 24 km sĂŒdwestlich von Collingwood im Norden der SĂŒdinsel und hat die Koordinaten 40° 50â€Č 37″ S, 172° 28â€Č 59″ O.

Neuseeland und die mit ihm assoziierten Territorien liegen in vier verschiedenen Zeitzonen, die Hauptinseln verwenden die NZST, die UTC +12 entspricht.

Topographie und NaturrÀume

Die 113.729 kmÂČ große Nordinsel ist die dichter besiedelte Insel Neuseelands. Auf ihr leben etwa drei Viertel der Einwohner, und sowohl die Hauptstadt Wellington als auch die grĂ¶ĂŸte Stadt des Landes Auckland liegen auf der Nordinsel.

Auckland liegt auf einem Isthmus, der an der engsten Stelle weniger als zwei Kilometer breit ist und den Pazifik von der Tasmansee trennt. Nördlich des Isthmus befindet sich die Northland Peninsula, die sich wiederum in zahlreiche weitere Halbinseln bis hoch zur Aupƍuri Peninsula aufgliedert. Die WestkĂŒste der Northland Peninsula verlĂ€uft relativ glatt. Sie ist geprĂ€gt von langen SandstrĂ€nden, unter denen der Ninety Mile Beach der bekannteste sein dĂŒrfte, sowie zwei großen NaturhĂ€fen, dem Kaipara Harbour und dem Hokianga Harbour. SĂŒdlich des Hokianga Harbours erstreckt sich der Waipoua Forest, der bedeutende Kauri-BĂ€ume beherbergt. Die OstkĂŒste dagegen ist zerklĂŒfteter und weist zahlreiche vorgelagerte Inseln auf, hat aber auch einige NaturhĂ€fen. Die bekanntesten dĂŒrften die Bay of Islands und der Hafen der grĂ¶ĂŸten Stadt der Halbinsel, Whangarei, sein. Das Landesinnere wird von land- und forstwirtschaftlich genutztem HĂŒgelland bedeckt.

SĂŒdlich von Auckland findet sich die Region Waikato. Im Westen dieser Region befindet sich ein Mittelgebirge, die Hakarimata Range, die aber an der MĂŒndung des Flusses Waikato in die Tasmansee in eine sanfte HĂŒgellandschaft ĂŒbergeht. Östlich der Hakarimata Range schließen sich die Waikato Plains an, eine ausgeprĂ€gte Tiefebene, die sich zu beiden Seiten des Waikato erstreckt. Hier liegt Hamilton, die viertgrĂ¶ĂŸte Agglomeration des Landes. Weiter östlich schließen sich dann mit den Kaimai Range und dem Mamaku Plateau wieder zwei ĂŒberwiegend bewaldete MittelgebirgszĂŒge an. Diese trennen die Region von dem Gebiet rund um die Bay of Plenty. Im Norden der Bucht liegt die Coromandel Peninsula, die von der bis zu 900 m hohen Bergkette Coromandel Range geprĂ€gt wird, deren nördlicher AuslĂ€ufer Great Barrier Island ist.

Das Zentrum der Insel wird vom Volcanic Plateau dominiert, dessen Vulkane Ngauruhoe, Tongariro und Ruapehu den von der UNESCO zum ersten kombinierten Weltkulturerbe und Weltnaturerbe erklĂ€rten Tongariro-Nationalpark bilden. Der Ruapehu ist mit 2797 m die höchste Erhebung der Insel. Nördlich des Ruapehu liegt, genau im Zentrum der Nordinsel, der Lake Taupo, der grĂ¶ĂŸte See des Landes. Östlich des Sees liegen der Kaingaroa Forest und der Te-Urewera-Nationalpark, zwei ausgedehnte Waldgebiete, die die Region bis zur OstkĂŒste prĂ€gen. Dieses Gebiet ist schwach besiedelt und von zahlreichen Mittelgebirgen durchzogen. Die höchste Erhebung ist der 1754 m hohe, zur Ruakumara Range gehörende Hikurangi in der NĂ€he des East Capes. Im Westen der zentralen Hochebene geht die Landschaft in ein bewaldetes raues HĂŒgelland ĂŒber, das vom Whanganui River und zahlreichen SeitenflĂŒssen durchzogen wird. In der Mitte dieses Tieflands liegt der Whanganui-Nationalpark. Weiter westlich schließt sich daran die in die Tasmansee hineinragende Region Taranaki an. Diese wird vom 2518 m hohen Mount Taranaki geprĂ€gt. Um den freistehenden Vulkan herum befindet sich ein breiter RegenwaldgĂŒrtel, der durch den Egmont-Nationalpark geschĂŒtzt wird. Die Region ist sehr fruchtbar und ein Zentrum der neuseelĂ€ndischen Milchproduktion.

SĂŒdlich der Region um den Whanganui befindet sich die Manawatuebene, ein Auengebiet um die FlĂŒsse Manawatu und Rangitikei. Daran schließt sich im weiteren KĂŒstenverlauf die Kapiti Coast an, in deren SĂŒden mit der Region Wellington die zweitgrĂ¶ĂŸte Agglomeration Neuseelands rund um die Hauptstadt liegt. Nach Nordosten wird die Region durch die Tararua Range begrenzt, nach Osten durch die Remutaka Range, zwei MittelgebirgszĂŒge, an die sich im Norden noch die Ruahine Range anschließt und die zu einem sich parallel zur OstkĂŒste ziehenden GebirgsrĂŒcken gehören, dem im Norden auch die bereits oben erwĂ€hnte Ruakumara Range angehört. Östlich der Gebirge befindet sich die sumpfige Wairarapaebene, die wiederum durch ein weiteres gebirgiges Gebiet im Osten eingegrenzt wird. Nordöstlich dieser Region findet man schließlich die Region Hawke’s Bay rund um die Hawke Bay. In deren Innerem ist neben der bereits erwĂ€hnten Ruahine auch die Kaweka Range zu finden. Die ĂŒbrige Region besteht aus sanftem HĂŒgelland sowie der Auenlandschaft um den Wairoa River im Norden und der fruchtbaren Heretaungaebene im SĂŒden. Im Norden schließt sich dann die bereits beschriebene Region Gisborne an.

Die mit 151.215 kmÂČ etwas grĂ¶ĂŸere SĂŒdinsel wird dominiert von den parallel zur WestkĂŒste verlaufenden NeuseelĂ€ndischen Alpen, auch SĂŒdalpen genannt. Die höchste Erhebung in der Gebirgskette stellt mit 3724 m der Aoraki/Mount Cook dar, gefolgt vom 3498 m hohen Mount Tasman. Insgesamt sind 17 Gipfel höher als 3000 m. Sowohl die nördlichsten als auch die sĂŒdlichsten Gebiete der Insel bestehen aus Mittelgebirgen, die teilweise auf ĂŒber 1000 m Höhe ansteigen. Die Region West Coast zwischen SĂŒdalpen und der Tasmansee ist Ă€ußerst schmal und gehört zu den niederschlagsreichsten Gebieten der Erde. Aufgrund dessen schieben sich einige Gletscher der SĂŒdalpen, wie der Fox- und der Franz-Josef-Gletscher, durch sĂ€mtliche Vegetationszonen bis in die RegenwĂ€lder in KĂŒstennĂ€he; der Ă€ußerste SĂŒdwesten bildet reich gegliederte Fjordlandschaften. Weite Teile des SĂŒdwestens stehen als Nationalparks unter Schutz; gemeinsam bilden diese die Te Wahipounamu World Heritage Area. Östlich der SĂŒdalpen befinden sich die Canterbury Plains, eine große Schwemmebene, die sich gut fĂŒr landwirtschaftliche Zwecke eignet, etwa fĂŒr die Viehzucht. Von dieser Ebene aus ragt die vulkanisch geformte Banks-Halbinsel in den Pazifik, die zum Stadtgebiet von Christchurch gehört, der grĂ¶ĂŸten Agglomeration der SĂŒdinsel und drittgrĂ¶ĂŸten des Landes.

Geologie

Bis vor etwa 200 Millionen Jahren gehörte Neuseeland – wie die meisten heutigen Landmassen der SĂŒdhalbkugel – zum Urkontinent Gondwana. Der genaue Zeitpunkt steht nicht fest, aber spĂ€testens vor 85 Millionen Jahren, also in der oberen Kreidezeit, trennte sich das KontinentbruchstĂŒck Zealandia mit dem heutigen Neuseeland von der Landmasse, die jetzt Antarktika bildet, bevor sich auch das heutige Australien von diesem Urkontinent loslöste. Seitdem konnte sich somit in Neuseeland eine von allen anderen LandflĂ€chen unabhĂ€ngige Flora und Fauna entwickeln. Nach dieser ereignisreichen Zeit kehrte in der geologischen Geschichte des Landes Ruhe ein, die fortwĂ€hrende Erosion ließ die geformten GebirgszĂŒge allmĂ€hlich verschwinden, es entstanden große, tief gelegene Sumpfgebiete, aus denen im Laufe der Zeit die heutigen Kohlevorkommen hervorgingen. Erst vor weniger als 30 Millionen Jahren endete die ruhige Epoche in der Geologie des Landes und es wurden tief liegende Gebiete aus dem Meer angehoben. Seine KĂŒstenlinie bekam der Pazifikstaat in der MiozĂ€n-Epoche erst in Grobform, bevor die Inseln in den letzten paar Millionen Jahren ihre heutige Form erhielten; viele der Berge und TĂ€ler wurden sogar erst in den letzten 100.000 Jahren gebildet. WĂ€hrend des Eiszeitalters war vor allem die SĂŒdinsel stark vergletschert.

Heute befindet sich Neuseeland an der Grenze zwischen Australischer und Pazifischer Platte. Obwohl sich die beiden Platten nicht frontal aufeinander zubewegen, ĂŒben sie doch einen großen Einfluss auf das Land aus. Es entstehen zwei KrĂ€fte: eine frontal wirkende sowie eine seitlich wirkende. Die frontale Kraft bildet Verwerfungen, die Druck auf verschiedene Gesteinsschichten ausĂŒben und somit den Boden stetig anheben. Die zweite – seitlich wirkende – Kraft, fĂŒhrt zu so genannten Transformstörungen. Letztere fĂŒhrt zu hĂ€ufigen Erdbeben im Land, die zum Teil gravierende Auswirkungen auf die Landschaft haben und auch eine stĂ€ndige Bedrohung fĂŒr die Bevölkerung darstellen, (siehe Liste von Erdbeben in Neuseeland).

Neuseeland gehört – wie alle anderen LĂ€nder, die an der Grenze zur Pazifischen Platte liegen – zum Pazifischen Feuerring (englisch Ring of Fire). Dies Ă€ußert sich in Erdbeben, Verwerfungen und erhöhter vulkanischer AktivitĂ€t. In Neuseeland liegen einige der aktivsten Vulkane der Erde. Diese befinden sich ausschließlich in der nördlichen HĂ€lfte des Landes, ein Großteil von ihnen ist in der Taupo Volcanic Zone (TVZ) konzentriert, die sich im Zentrum der Nordinsel befindet.

So sind zum Beispiel alle drei Vulkane der Zentralen Hochebene noch aktiv, die letzte Eruption des Schichtvulkans Ruapehu ereignete sich im Jahre 2007. In der Gegend der Bay of Plenty ist die Erdkruste dĂŒnn wie kaum anderswo auf der Welt, so dass hier geothermische AktivitĂ€ten jeglicher Art anzutreffen sind. Ein bekannter Vulkan in diesem Gebiet ist White Island, dessen letzte große Eruption im Jahr 2019 stattfand. Neben den Vulkanen zeigen sich die KrĂ€fte der Erde in Form der Geothermie, die als Geysire oder heiße Quellen (insgesamt 67 in Neuseeland) zu Tage treten. Neben dem geothermalen Gebiet um die Stadt Taupo herum existieren noch 29 weitere derartige Gebiete in Neuseeland, hauptsĂ€chlich aber auf der Nordinsel, wie zum Beispiel Northland, die Hauraki Plains und die Bay of Plenty, aber auch auf der SĂŒdinsel, ein bekanntes Beispiel sind die Thermalquellen in Hanmer Springs.

Klima

Neuseeland liegt in den gemĂ€ĂŸigten Breiten der SĂŒdhalbkugel, womit das relativ milde Klima der Inseln begrĂŒndet werden kann. Die beiden Hauptinseln des Landes werden durch die sich in einer Nord-SĂŒd-Achse durchs Land ziehenden Bergketten klimatisch grob in zwei Teile geteilt. Die vorherrschenden Westwinde bringen den westlichen Landesteilen eher feuchteres und den östlichen Teilen hingegen eher trockeneres Klima.

Die nördlichen Gebiete der Nordinsel sind von einem mehr subtropischen Klima geprĂ€gt, wĂ€hrend im Rest der Nordinsel ein eher gemĂ€ĂŸigtes Klima vorherrscht. Auf der SĂŒdinsel sind alpine Wetterbedingungen entlang der NeuseelĂ€ndischen Alpen anzutreffen, wobei die Westflanken der alpinen Bergketten zahlreiche regenreiche Tage aufweisen. Das Wetter im nördlichen Teil der SĂŒdinsel kann ebenfalls als gemĂ€ĂŸigt angesehen werden, der SĂŒden hingegen ist ĂŒber das Jahr hinweg eher kĂŒhl. Eine Ausnahme stellt das Hochland von Otago im SĂŒden der SĂŒdinsel dar. Hier herrscht ein lokal begrenztes Landklima vor, mit kalten schneereichen Wintern und warmen, trockenen Sommern.

Der ĂŒberwiegende Teil Neuseelands kann 600 mm bis 1600 mm Niederschlag ĂŒber das Jahr hin erwarten, mit trockeneren Perioden im Sommer. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen bei 10 °C im SĂŒden bis 16 °C im Norden. Der Juli ist der kĂ€lteste Monat des Jahres, Januar und Februar sind dagegen die wĂ€rmsten. Die Temperaturschwankungen ĂŒber das Jahr hinweg sind relativ gering. Von den KĂŒsten zu den Bergen sinkt die Temperatur durchschnittlich um 0,7 °C pro 100 Höhenmeter.

Im Osten auf den windabgekehrten Seiten Neuseelands liegt die Sonnenscheindauer höher als an den regnerischen westlichen KĂŒstenregionen, wobei die meisten Regionen des Landes mit mindestens 2000 Stunden Sonnenschein pro Jahr rechnen können. Der mittĂ€gliche UV-Index im Sommer ist in Neuseeland sehr hoch, besonders in den nördlichen Regionen und in den Bergen. Schneefall in den Bergen und im Hochland von Otago kann reichlich ausfallen, an den KĂŒsten aber sehr selten.

Vegetationsformen

Aus mehreren GrĂŒnden weist Neuseeland eine hohe Zahl an unterschiedlichen Vegetationsformationen auf. Zum einen sind ĂŒber 1600 km Nord-SĂŒd-Erstreckung im Vergleich zur relativ kleinen LandflĂ€che von 268.680 kmÂČ extrem lang. Deutschland ist zum Vergleich bei einer LandflĂ€che von 357.000 kmÂČ nur etwa 880 km lang. Ein weiterer wichtiger Grund fĂŒr die Vielzahl an Vegetationsformen sind die großen Höhenunterschiede in Neuseeland. WĂ€hrend zum Beispiel der „große Nachbar“ Australien die 28-fache FlĂ€che umfasst, ist dessen grĂ¶ĂŸte Erhebung, der Mount Kosciuszko, nur 2228 m hoch. Hingegen erreicht Neuseelands höchster Berg, der Aoraki/Mount Cook, 3724 m. Zuletzt sorgt auch die durch die Lage der Gebirge bedingte ungleichmĂ€ĂŸige Verteilung der NiederschlĂ€ge fĂŒr eine Vielfalt an Vegetationsformen.

WĂ€hrend fast die gesamte WestkĂŒste der SĂŒdinsel von dichtem (endemischem) gemĂ€ĂŸigtem Regenwald bewachsen ist, reichen die SĂŒdlichen Alpen bis in die alpine Vegetationsstufe. Die NĂ€he dieser völlig unterschiedlichen Pflanzenformationen ist ungewöhnlich. So reichen zum Beispiel an keinem anderen Ort der Erde Gletscher so nahe an den Regenwald heran wie in Neuseeland. Die bekanntesten Gletscher sind der Franz-Josef-, der Fox- und der Tasman-Gletscher. In den Ebenen wird intensive Landwirtschaft betrieben, wĂ€hrend an vielen anderen Orten extensive Weidewirtschaft vorherrscht. Östlich der Zentralebene ist die Landschaft aufgrund des geringen Niederschlags steppenartig geprĂ€gt. Die nördlichen Teile der Nordinsel liegen in der subtropischen Klimazone und sind an weniger besiedelten Orten großteils mit Regenwald bewachsen. Es handelt sich um RegenwĂ€lder der gemĂ€ĂŸigten und subtropischen Zone, die sich im Hinblick auf Fauna und Flora von den RegenwĂ€ldern der tropischen Zone deutlich unterscheiden. Eine vergleichbare Vegetation mit vielfach immergrĂŒnen Laub- und Nadelhölzern sowie teilweise Baumfarnen findet sich an der SĂŒdkĂŒste SĂŒdafrikas, in Tasmanien, Chile und entlang der PazifikkĂŒste von Kalifornien bis Kanada.

GewÀsser

Neuseeland verfĂŒgt ĂŒber eine große Zahl an großen und kleineren Seen. Der Lake Taupo, der sich im Zentrum der Nordinsel befindet und durch den in der zentralen Hochebene entspringenden Tongariro River gespeist wird, ist der mit Abstand grĂ¶ĂŸte See des Landes. Mit einer FlĂ€che von 622 kmÂČ ist er grĂ¶ĂŸer als der Bodensee. Der See ist das Produkt eines gewaltigen Ausbruchs des Supervulkans Taupo und hatte sich in dessen Caldera gebildet. Die nĂ€chstgrĂ¶ĂŸten Seen liegen allesamt auf der SĂŒdinsel und wurden von Gletschern ausgeschoben. Der grĂ¶ĂŸte dieser Gletscherseen ist der Lake Te Anau mit einer FlĂ€che von 344 kmÂČ, gefolgt vom 80 km langen und 291 kmÂČ großen Lake Wakatipu nahe Queenstown sowie dem 192 kmÂČ großen Lake Wanaka. Ein interessanter Aspekt dieser als Southern Lakes bezeichneten Region ist, dass viele der Gletscherseen tiefer sind als ihre Höhenlage, somit befindet sich der Grund der einzelnen Seen unterhalb des Meeresspiegels.

Neuseeland wird außerdem von zahlreichen FlĂŒssen und BĂ€chen durchzogen. Der lĂ€ngste Fluss des Landes ist der auf der Nordinsel gelegene Waikato River mit einer LĂ€nge von 425 km, der aus dem Lake Taupo gespeist wird und bei Port Waikato sĂŒdlich von Auckland in die Tasmansee mĂŒndet. Der Clutha River/Mata-Au im SĂŒden der neuseelĂ€ndischen SĂŒdinsel ist mit 340 km der zweitlĂ€ngste Fluss des Landes. Er entspringt dem Lake Wanaka und mĂŒndet etwa 75 km sĂŒdlich von Dunedin in den SĂŒdpazifik. Der drittlĂ€ngste Fluss des Landes, der 290 km lange Whanganui River, befindet sich wiederum auf der Nordinsel und mĂŒndet bei Wanganui in die Cook Strait.

Flora und Fauna

Die Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands gehört zu den außergewöhnlichsten der Erde, da die Inselgruppe schon seit sehr langer Zeit von allen anderen Landmassen getrennt ist und sich die Vegetation isoliert entwickeln konnte. Ähnlich wie in Australien – wo es ebenfalls kaum große Fleischfresser gab – vermehrten sich die von den europĂ€ischen Kolonialisten eingefĂŒhrten Nutz- und Haustiere sowie Ratten invasiv und reduzierten die endemische Tierwelt der Inseln als RĂ€uber und Nahrungskonkurrenten erheblich, sodass die ursprĂŒngliche Artenvielfalt heute gefĂ€hrdet ist.

Die grĂ¶ĂŸten Gemeinsamkeiten in der Entwicklung der Flora und Fauna weist Neuseeland mit Neukaledonien und der Lord-Howe-Insel auf.

Flora

Etwa 85 % der neuseelĂ€ndischen Pflanzenarten sind endemisch. Waren vor der Ankunft der Māori noch etwa 80 % des Landes mit WĂ€ldern bedeckt, so wachsen heute noch auf gut 24 % der LandesflĂ€che einheimische WĂ€lder, von deren FlĂ€che rund 77 % unter Schutz stehen. Auf rund fĂŒnf Prozent der LandesflĂ€che werden von der neuseelĂ€ndischen Forstwirtschaft schnellwachsende, nicht-einheimische Baumarten wie die Monterey-Kiefer (Pinus radiata) und der KĂŒstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) angebaut.

Die beiden wichtigsten einheimischen Waldtypen des Landes sind einerseits NadelwĂ€lder, beispielsweise aus SteineibengewĂ€chsen (Podocarpaceae) oder Kauri-BĂ€umen (Araucariaceae) zusammengesetzt, sowie LaubwĂ€lder, die hauptsĂ€chlich aus Scheinbuchen (Nothofagus) bestehen. Die meisten neuseelĂ€ndischen BĂ€ume sind immergrĂŒn. Vor allem die NadelwĂ€lder werden durch Epiphyten wie zum Beispiel dem Nordinsel-Eisenholz (Metrosideros robusta) in ihrer Erscheinung geprĂ€gt, aber auch einige wenige, mit europĂ€ischen Misteln verwandte Arten leben hemiparasitisch auf SĂŒdbuchen. Unterhalb des dichten Walddaches kommen zahlreiche, meist endemische Farne vor. Am imposantesten sind zweifellos die Baumfarne (Cyatheales), die bis ĂŒber zehn Meter hoch werden. Der bekannteste unter den Farnen ist der Ponga oder Silberfarn, er stellt die neuseelĂ€ndische Nationalpflanze dar. Des Weiteren konnten sich in Neuseeland verschiedene Palmenarten wie zum Beispiel die Nikau-Palme (Rhopalostylis sapida) entwickeln. Besonders auffĂ€llig sind schließlich noch der Pohutukawa (Metrosideros excelsa), das SĂŒdinsel-Eisenholz (Metrosideros umbellata) und der sogenannte Cabbage Tree (Cordyline australis).

UngefÀhr zehn Prozent der LandesflÀche sind mit einheimischer Offenlandvegetation bedeckt. Dazu gehören Tussock-Graslandschaften sowie Busch- und Heidelandschaften.

Wesentliche Teile der einheimischen Vegetation (etwa ein Drittel der LandesflĂ€che) stehen unter Naturschutz und dies zu großen Teilen in National Parks, Conservation Parks und Forest Parks.

Fauna

Aufgrund der verhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Isolation hat sich in Neuseeland ein einzigartiges Ökosystem entwickelt, dessen herausragendes Merkmal vor der polynesischen Kolonisation das Fehlen jeglicher Art von LandsĂ€ugetieren war, mit der Ausnahme von drei Fledermausarten (die zwei Arten der NeuseelandfledermĂ€use und Chalinolobus tuberculatus).

Viele der Nischen, die normalerweise von SĂ€ugetieren besetzt wĂŒrden, sind von Vögeln belegt worden. So spielen hier flugunfĂ€hige Vögel eine besonders wichtige Rolle. Zu ihnen gehören der Kakapo (Strigops habroptilus), der Kiwi (Apterygidae), der Takahe (Porphyrio mantelli), der Weka (Gallirallus australis) und der ausgestorbene Moa (Dinornithiformes). Die Vögel wurden von Greifvögeln gejagt, von denen der grĂ¶ĂŸte, der Haastadler (Harpagornis moorei), eine Spannweite von bis zu drei Metern und ein Gewicht von bis zu 14 kg hatte. Einige der flugunfĂ€higen Arten kommen heute nur noch auf raubtierfreien Inseln vor der KĂŒste Neuseelands vor. Weniger Probleme haben die krĂ€ftigen Papageienarten Kea (Nestor notabilis) und Kaka (Nestor meridionalis). DarĂŒber hinaus gibt es zahlreiche Vögel, die ĂŒber die riesigen Weiten des Pazifiks fliegen, um Teile des Jahres in Neuseeland zu verbringen, wie der Westlandsturmvogel (Procellaria westlandica). Auch Königsalbatrosse (Diomedea epomophora) und Australtölpel (Morus serrator) nisten hier. Die KĂŒsten teilen sich verschiedene Pinguinarten wie der Dickschnabelpinguin (Eudyptes pachyrhynchus), der Gelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes) und der Zwergpinguin (Eudyptula minor) mit NeuseelĂ€ndischen SeebĂ€ren (Arctocephalus forsteri), Elefantenrobben (Mirounga leonina) und NeuseelĂ€ndische Seelöwen (Phocarctos hookeri). Vor den KĂŒsten schließlich sind Delfine und Wale anzutreffen.

Beim Hector-Delfin (Cephalorhynchus hectori) und Maui-Delfin (C. hectori maui) handelt es sich um vom Aussterben bedrohte Arten. Momentan gibt es noch 55 Maui-Delfine in den flachen KĂŒstengewĂ€ssern der WestkĂŒste Neuseelands – in den 1970er Jahren waren es noch etwa 1500 Tiere. Schwalben ließ der Landwirtschaftsminister zu Beginn des 20. Jahrhunderts in grĂ¶ĂŸerer Anzahl von Europa nach Neuseeland bringen. Des Weiteren ist Neuseeland die Heimat des Tuatara (Sphenodon punctatus), einer uralten Reptilienart, der NeuseelĂ€ndischen Urfrösche (Leiopelmatidae) und der Wetas (Anostostomatidae), einer Insektenfamilie, deren grĂ¶ĂŸte Vertreter bis zu zehn Zentimeter lang werden können. Neuseeland ist eines der wenigen LĂ€nder der Erde, in denen es keine terrestrischen Schlangen gibt (wohl aber drei Arten von Seeschlangen im umgebenden Meer). Allerdings kommen fast 60 Echsenarten in Neuseeland vor, vor allem Skinke der Gattung Oligosoma, die NeuseelĂ€ndischen Braungeckos (Hoplodactylus) und die GrĂŒngeckos (Naultinus).

In den neuseelĂ€ndischen FlĂŒssen, BĂ€chen und Seen leben lediglich 64 Arten von SĂŒĂŸwasserfischen von denen mehr als 20 erst von den EuropĂ€ern eingefĂŒhrt wurden. Von den vor Ankunft der EuropĂ€er vorkommenden SĂŒĂŸwasserfischen gehören 22 Arten zur Familie der Galaxien (Galaxiidae), 7 zur Familie der SchlĂ€fergrundeln (Eleotridae) und 3 zur Familie der Neuseelandlachse (Retropinnidae).

Die Ankunft erst der Māori und spĂ€ter auch der EuropĂ€er hat aufgrund der Eingriffe des Menschen in die Natur und wegen absichtlich und unabsichtlich mitgebrachter Tiere (Neozoen), vor allem von Ratten, aber auch von Hunden, Katzen, Igeln, Hermelinen und anderen Wieselarten sowie dem australischen Fuchskusu zu zwei spektakulĂ€ren Aussterbewellen gefĂŒhrt. Die neuseelĂ€ndische Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen, die durch importierte Tiere in ihrer Existenz bedrohten endemischen Arten, allen voran die vielen unterschiedlichen Vögel, vor dem Aussterben zu bewahren. Zum einen wird durch Kastration, zum Beispiel von Katzen, deren Vermehrung verhindert, und zum anderen ist Neuseeland weltweit fĂŒhrend in der Ausrottung eingefĂŒhrter Tiere und hat damit begonnen, kleinere Inseln vor der KĂŒste wieder in ihren Zustand vor der Kolonisierung zu versetzen und dort wieder einheimische Arten anzusiedeln, um in der nĂ€chsten Stufe das Projekt auch auf die beiden Hauptinseln auszudehnen.

Im Jahr 1907 kamen durch Geschenk des österreichischen Kaisers auf Bitte des neuseelÀndischen Premierministers Richard Seddon drei Paar GÀmsen nach Neuseeland. Sie wurden am Hooker-Fluss in der NÀhe des Aoraki/Mount Cook ausgesetzt und sollen sich bis 1909 bereits eingelebt und vermehrt haben.

1910 wurden an den Ufern des Dusky Sound in Fiordland zehn Elche ausgesetzt. Die letzte bestÀtigte Sichtung eines Elchs in Fiordland war 1952, die Population gilt mittlerweile als ausgestorben.

Umweltprobleme

Nach einem Bericht des Umwelt- und des Statistikamtes Neuseelands von 2019 beutet das Land seine Natur immer erbarmungsloser aus. Die Landwirtschaft und allmĂ€hlich auch der Tourismus gefĂ€hrden demnach mittlerweile ganze Ökosysteme. Zahlreiche Arten seien vom Aussterben bedroht, der Mensch dringe immer weiter in bisher unberĂŒhrte Landschaften vor. Das Naturparadies stehe vor dem Kollaps. Besonders gefĂ€hrdet sind dem Bericht zufolge FlĂŒsse und Seen. 95 Prozent aller FließgewĂ€sser im Tiefland seien verschmutzt, die WasserqualitĂ€t sei dort so schlecht, dass in den meisten von ihnen nicht gebadet werden dĂŒrfe. In jedem zweiten FließgewĂ€sser liege die Kontamination mit Bakterien um ein FĂŒnffaches ĂŒber den Richtlinien des Gesundheitsministeriums.

Bevölkerung

Demografie

Zur VolkszĂ€hlung im Jahr 2013 zĂ€hlte Neuseeland 4.242.048 Einwohner. 25,2 % der Bevölkerung waren demnach nicht in Neuseeland geboren. Der Bevölkerungszuwachs in den letzten fĂŒnf Jahren geht zu etwa zwei Dritteln auf Einwanderungen zurĂŒck. Die Bevölkerungsdichte betrug 2013 rund 17,5 Einwohner pro kmÂČ (Deutschland: 231 pro kmÂČ). Damit gehört Neuseeland zu den dĂŒnner besiedelten LĂ€ndern der Erde, wenn es auch um ein Vielfaches dichter besiedelt ist als das Nachbarland Australien (2,6 Einwohner pro kmÂČ). Dabei verteilt sich die Bevölkerung ungleichmĂ€ĂŸig auf die verschiedenen Landesteile. WĂ€hrend auf der grĂ¶ĂŸeren SĂŒdinsel nur gut eine Million Menschen leben und große Landesteile – wie zum Beispiel Fiordland – so gut wie unbewohnt sind, haben etwa 1,3 Millionen Personen alleine in der Metropolregion Auckland, der grĂ¶ĂŸten Stadt des Landes, ihren Wohnsitz. Insgesamt leben ĂŒber drei Millionen Menschen auf der kleineren Nordinsel.

Das Durchschnittsalter liegt (Stand 2016) bei 37,8 Jahren. Die Geburtenrate liegt bei 13,3 pro 1000 Einwohner (Stand 2016), wĂ€hrend im gleichen Zeitraum 7,4 TodesfĂ€lle pro 1000 Menschen zu verzeichnen waren. Durch Einwanderung wuchs die Bevölkerung um weitere 2,2 Personen pro 1000 Einwohner. Die Kindersterblichkeitsrate lag 2016 bei 4,5 pro 1000 Lebendgeburten, wĂ€hrend pro Frau durchschnittlich 2,03 Kinder geboren werden (FertilitĂ€tsrate). Neuseeland war damit eines der jĂŒngsten LĂ€nder der westlichen Welt. Die Lebenserwartung liegt bei der Geburt bei 81,2 Jahren (2016). WĂ€hrend MĂ€nner durchschnittlich 79,1 Jahre alt werden, erreichen Frauen im Schnitt ein Alter von 83,3 Jahren.

Neuseeland gehört mit einem Urbanisierungsgrad von 86,3 % im Jahr 2016 zu den LÀndern mit dem prozentual höchsten Anteil an Stadtbevölkerung der Erde. Dabei lebt alleine in der Stadt Auckland fast ein Drittel (32 %) der Gesamtbevölkerung des Landes.

Ethnische Zusammensetzung

Den grĂ¶ĂŸten Teil der Bevölkerung machen NeuseelĂ€nder europĂ€ischer Abstammung, genannt Pākehā, aus. Diese Volksgruppe stammt grĂ¶ĂŸtenteils von den britischen Inseln, aber auch aus Deutschland, Italien, Polen, den Niederlanden und zahlreichen weiteren europĂ€ischen Staaten. Eine besondere deutschsprachige Gruppe stellen die Einwanderer aus Böhmen von 1860 bis 1876 dar, die sich in Puhoi, Ohaupo und Te Rore auf der Nordinsel niedergelassen haben. Insgesamt machen die NeuseelĂ€nder europĂ€ischer Herkunft etwa 67,6 % der Gesamtbevölkerung aus. Die zweitgrĂ¶ĂŸte Bevölkerungsgruppe bilden die polynesisch-stĂ€mmigen indigenen Einwohner Neuseelands, die Māori, denen sich 14,6 % der Bevölkerung zugehörig fĂŒhlt. Zwischen 1996 und 2006 stieg der Anteil an Asiaten mit insgesamt 9,6 % zur drittgrĂ¶ĂŸten ethnischen Gruppe auf. Dabei bilden Chinesen mit 2,8 % vor Indern mit 1,7 % die grĂ¶ĂŸte Gruppe. Die asiatische Bevölkerungsgruppe ĂŒberholte bis 2001 die Gruppe von Menschen von den pazifischen Inseln, die 2006 etwa 6,9 % der Landesbevölkerung stellten. Die meisten der pazifischen Insulaner stammen aus Samoa, gefolgt von den Cookinseln sowie Tonga. Im Jahre 2017 waren 22,7 % der Bevölkerung Migranten. HĂ€ufigste HerkunftslĂ€nder waren das Vereinigte Königreich (270.000 Personen), die Volksrepublik China (100.000), Indien und Australien (jeweils 70.000). In Neuseeland leben ca. 10.000 in Deutschland geborene Personen.

(Stand: jeweils VolkszĂ€hlung 2006, Anmerkung: Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass es in Neuseeland einer Person möglich ist, sich mehreren ethnischen Gruppen zuzuordnen, zudem wurde 2006 erstmals die Möglichkeit angeboten, sich keiner speziellen Ethnie zuzuordnen, was 11,1 % fĂŒr sich nutzten.)

Religion

In Neuseeland leben vergleichsweise viele Konfessionslose. Zur VolkszĂ€hlung des Jahres 2013 bekannten sich 55 % der Gesamtbevölkerung zu (mindestens) einer Religion – darunter 48,9 % Christen –, 42 % gaben dagegen an, keiner Religion anzugehören. Die verbreitetsten christlichen Konfessionen sind die römisch-katholische (12,6 %), die anglikanische (11,8 %) und die presbyterianische Kirche (8,5 %); weitere 5,5 % bezeichneten sich als Christen, ohne eine bestimmte Konfession anzugeben. Auch die RingatĆ«-Kirche und die Ratana-Bewegung, die von Māori gegrĂŒndet wurden, sind zum Christentum zu zĂ€hlen (1,4 %). Weitere nennenswert vertretene Religionen sind Hinduismus (2,3 %), Buddhismus (1,5 %) und Islam (1,2 %).

WĂ€hrend die anglikanische sowie die presbyterianische Kirche in den letzten Jahren an Mitgliederschwund leiden (zwischen 2001 und 2013 RĂŒckgang von 21 % bzw. 23 %), verzeichnen die meisten anderen Religionsgemeinschaften MitgliederzuwĂ€chse, meistens durch Einwanderer. Die katholische Kirche ist in den GroßstĂ€dten der Nordinsel bereits grĂ¶ĂŸte Konfession. Die Zahlen der Hindus und Muslime haben sich zwischen 2001 und 2013 ungefĂ€hr verdoppelt.

Durch den ausgeprĂ€gten Anteil an Presbyterianern im SĂŒden der SĂŒdinsel kann man heute noch erkennen, dass dieses Gebiet vornehmlich durch schottische Einwanderer besiedelt wurde. Die katholische Bevölkerungsmehrheit in manchen lĂ€ndlichen Distrikten ist zum Beispiel in Waitakere City auf Zuwanderung von Kroaten aus dem Königreich Dalmatien zurĂŒckzufĂŒhren. Die italienische katholische Gemeinde stellt aufgrund sehr starker Zuwanderung die grĂ¶ĂŸte Gruppe innerhalb der neuseelĂ€ndischen Katholiken dar.

Sprachen

Neuseeland hat zwei Amtssprachen: Te Reo Māori und die neuseelĂ€ndische GebĂ€rdensprache. Die englische Sprache ist keine Amtssprache, sondern wird lediglich als De-facto-Amtssprache bezeichnet und dies, obwohl Englisch von rund 96 % der neuseelĂ€ndischen Bevölkerung gesprochen wird. Englisch ist auch die seit Anbeginn der Kolonisierung Neuseelands von offiziellen Stellen verwendete und in der Verwaltung und Gesetzestexten verwendete Sprache. Im August 2015 startete eine BĂŒrgerin des Landes eine Petition mit dem Ziel, Englisch als Amtssprache in Neuseeland einzufĂŒhren. Der Ausgang ist noch offen.

WÀhrend sowohl Māori als auch die neuseelÀndische GebÀrdensprache nur von einem relativ geringen Anteil der Bevölkerung verstanden oder gar aktiv verwendet werden, ist das neuseelÀndische Englisch die wichtigste Umgangssprache. Diese VarietÀt der englischen Sprache ist mit dem australischen Englisch verwandt, unterscheidet sich aber von dieser durch die grundsÀtzlich andere Betonung einiger Vokale und Wörter, sodass MissverstÀndnisse zwischen Sprechern des neuseelÀndischen und australischen Englisch nicht ausgeschlossen sind. Andere besondere Eigenschaften des neuseelÀndischen Englisch machen der Māori-Sprache entlehnte Wörter aus. Ihr Gebrauch ist vor allem in der Māori-Bevölkerung verbreitet.

Māori (Eigenbezeichnung: Te Reo Māori) verlor bis in die 1970er Jahre immer mehr an Bedeutung, und die Anzahl der Māori-Sprecher nahm kontinuierlich ab. Am 1. August 1987 wurde Māori aber zur Amtssprache erhoben und seit dieser Zeit wird an immer mehr – öffentlichen wie privaten – Schulen Māori als Wahlfach unterrichtet, so dass auch NeuseelĂ€nder europĂ€ischer Abstammung Zugang zu dieser Sprache erhalten. Seitdem nimmt die Zahl derer, die Māori sprechen und verstehen, besonders in der Altersgruppe der 3- bis 25-JĂ€hrigen, wieder zu. Insgesamt konnten 2006 nach eigenen Angaben 4,2 % der Bevölkerung Māori sprechen. Die neuseelĂ€ndische GebĂ€rdensprache (englisch: New Zealand Sign Language; NZSL) ist seit dem 10. April 2006 ebenfalls Amtssprache und ist damit die weltweit erste Sprache fĂŒr Gehörlose, die diesen Status besitzt. Obwohl sie bereits seit 1994 an speziellen Schulen unterrichtet wird und 1998 das erste Wörterbuch fĂŒr die Sprache veröffentlicht wurde, betrug 2006 die Zahl der Menschen, die die GebĂ€rdensprache beherrschten, gerade einmal 0,6 %. Die Anzahl gehörloser oder hörbehinderter Menschen in Neuseeland ist ungefĂ€hr doppelt so hoch.

ZusĂ€tzlich zu den drei Amtssprachen werden noch zahlreiche andere Sprachen in Neuseeland gesprochen, die von den vielen Einwanderern ins Land gebracht wurden, dazu zĂ€hlten im Jahr 2013 die sechs am meisten gesprochenen Sprachen, wie Englisch (96,1 %), Māori (3,7 %), Samoanisch (2,2 %), Hindi (1,7 %), das im Norden von China gesprochene Chinesisch inklusive Mandarin (1,3 %) und Französisch (1,2 %). Deutsch wird nur in den Regionen Wellington (fĂŒnfthĂ€ufigst) und Canterbury (vierthĂ€ufigst) in nennenswerter Anzahl gesprochen.

Es gibt in Neuseeland keinen verpflichtenden Unterricht fĂŒr Fremdsprachen, sie werden nach Bedarf unterrichtet. Die beliebtesten Fremdsprachen sind seit 2015 Chinesisch, gefolgt von Französisch, das zuvor die hĂ€ufigste erlernte Fremdsprache in Neuseeland war.

Persönlichkeiten mit deutschem Bezug

Deutschsprachige Persönlichkeiten in Neuseeland

Die Entwicklung Neuseelands haben immer wieder deutschsprachige bzw. deutschstĂ€mmige Personen entscheidend mitgestaltet. Bereits im Zuge der Besiedlung Neuseelands durch EuropĂ€er erreichten zahlreiche Deutsche, Österreicher und Schweizer das andere Ende der Welt. Die Auswanderer wurden von der New Zealand Company vor allem in Norddeutschland geworben. WĂ€hrend des 19. Jahrhunderts bildeten deutschstĂ€mmige Menschen nach Briten die zweitgrĂ¶ĂŸte ethnische Gruppe, die in den Pazifikstaat immigrierte. Sie ließen sich zunĂ€chst in der Region um Russell im Norden Neuseelands, auf der Banks Peninsula („German Bay“) im SĂŒdosten des Landes, spĂ€ter auch in der NĂ€he von Nelson im Zentrum des Staates nieder. Viele Ortsnamen zeugen noch heute aus der Zeit der frĂŒhen deutschen Einwanderung nach Neuseeland, z. B. „Neudorf“, ein weltweit anerkanntes Weingut nordwestlich von Nelson.

Trotz einer restriktiven Einwanderungspolitik konnten zwischen 1933 und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs etwa 1100 FlĂŒchtlinge aus Zentral- und Osteuropa nach Neuseeland einreisen, darunter etwa 900 aus Deutschland und Österreich. Die meisten von ihnen wurden wĂ€hrend der Kriegsjahre zu Enemy Aliens erklĂ€rt. ZusĂ€tzlich zu einigen fremdenfeindlichen Tendenzen innerhalb der neuseelĂ€ndischen Gesellschaft und der Furcht, die FlĂŒchtlinge könnten sich als fĂŒnfte Kolonne ihrer HerkunftslĂ€nder entpuppen, schufen die 1940 verabschiedeten Aliens Energency Regulations die Voraussetzungen dafĂŒr, dass die Regierung AuslĂ€nder kontrollieren, internieren oder ausweisen konnte.

Beaglehole geht davon aus, dass diese EinschrĂ€nkungen den meisten FlĂŒchtlingen keine grĂ¶ĂŸeren Probleme bereitet haben, dass sie aber dennoch unter Drangsalierungen und Bespitzelungen aus ihrem beruflichen und privaten Umfeld heraus zu leiden hatten. FĂŒr einige FlĂŒchtlinge wurde Neuseeland „zu einem unbehaglichen Zufluchtsort, der AnklĂ€nge an den Nazismus hatte, dem sie zu entkommen gesucht hatten“.

Personen deutschsprachigen Ursprungs sind unter anderen:

  • Paul Binswanger (1896–1961), deutscher Literaturwissenschaftler, und seine Frau Otti Binswanger (1896–1971), deutsche Schriftstellerin, lebten von 1939 bis 1948 im neuseelĂ€ndischen Exil.
  • Ernst Dieffenbach (1811–1855), erster europĂ€ischer Besteiger des Mount Taranaki.
  • Minnie Maria Dronke (1904–1987) war eine deutsche Schauspielerin und neuseelĂ€ndische TheaterpĂ€dagogin und Regisseurin, die 1938 ĂŒber England nach Neuseeland emigrierte.
  • Gerda Eichbaum, (1903–1992), deutsch-neuseelĂ€ndische Germanistin, Hochschullehrerin und Kunstkritikerin, die als jĂŒdische Emigrantin 1936 nach Neuseeland kam; 1959 Ă€nderte sie Ihren Namen in Gerda Bell um.
  • Julius von Haast (1822–1887), Mineraloge und Geologe, kartografierte als Regierungsgeologe weite Teile des Landes; benannte 1865 den Franz Joseph Glacier nach dem damaligen österreichischen Kaiser Franz Joseph I. Der Haast Pass, die sĂŒdlichste Überquerung der SĂŒdalpen, ist nach ihm benannt, ebenso der Haastadler und der Ort Haast (Neuseeland).
  • Benedix Hallenstein (1835–1905), Kaufmann, Fabrikant und Politiker deutscher Abstammung.
  • Ferdinand von Hochstetter (1829–1884), Geologe und Naturforscher, fertigte die erste geologische Karte des Landes an; eine Art der NeuseelĂ€ndischen Urfrösche, der Leiopelma hochstetteri sowie der Berg Hochstetter Peak wurden nach ihm benannt.
  • Friedensreich Hundertwasser (1928–2000), verbrachte seine letzten Lebensjahre in Northland, in Kawakawa existiert eine öffentliche Toilettenanlage im Hundertwasser-Stil.
  • Gottfried Lindauer (1839–1926), österreichgebĂŒrtiger Maler.
  • Ernst Plischke (1903–1992), österreichischer Architekt, kam 1939 als Emigrant nach Neuseeland; 1963 kehrte er nach Wien zurĂŒck.
  • Karl Popper, österreichisch-britischer Philosoph (in Neuseeland 1937–1945).
  • Herbert Otto Roth (1917–1994), österreichgebĂŒrtiger Sozialist, Historiker und Bibliothekar an der University of Auckland.
  • Margot Ruben (1908–1980) war nicht nur die SekretĂ€rin und Vertraute von Karl Wolfskehl, sondern auch dessen Nachlassverwalterin und Herausgeberin von dessen Exilschriften. Sie kam 1938 zusammen mit Wolfskehl nach Neuseeland und kehrte 1956 nach Europa zurĂŒck.
  • Caesar Steinhof (1909–1954) war ein jĂŒdischer Theologe aus Hamburg, der ab 1940 als Religionslehrer in Dunedin wirkte. Er war einer der engsten Vertrauten von Karl Wolfskehl in Neuseeland.
  • Gustav von Tempsky (1828–1868), ehemaliger preußischer Offizier; britischer Major der „Forest Ranger“ und einer der rĂŒcksichtslosesten Verfolger der Māori.
  • Karl Wolfskehl (1869–1948), Dichter deutscher Herkunft, der aufgrund seiner jĂŒdischen Abstammung aus Deutschland emigrieren musste.
  • Georg Wilhelm von Zedlitz (1871–1949), erster Professor fĂŒr moderne Sprachen an der Victoria University of Wellington; heute ist dort ein GebĂ€ude nach ihm benannt.

Persönlichkeiten deutscher Abstammung

  • David Lange (1942–2005), ehemaliger Premierminister (1984–1989)
  • Arnold Nordmeyer (1901–1989), Pfarrer, Politiker, Minister und Vorsitzender der New Zealand Labour Party

Geschichte

Entdeckung und Besiedlung durch Polynesier

Neuseeland wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts, spĂ€testens aber in der ersten HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts von Polynesiern entdeckt und in mehreren Einwanderungswellen besiedelt. Die Datierung von Knochen der pazifischen Ratte und von eingefĂŒhrten Samen mittels der Radiokohlenstoffmethode datieren die frĂŒheste Ankunft der Polynesier auf um 1280.

Die Nachkommen der ersten Einwanderer begrĂŒndeten die Māori-Kultur. Aus der Besiedlung der Chatham Islands östlich von Neuseeland ging die Moriori-Kultur hervor. Ob diese Besiedlung von Neuseeland aus erfolgte, ist umstritten, aber sprachliche Gemeinsamkeiten sind Anzeichen fĂŒr eine Besiedlung vom Festland aus. Viele der eingewanderten Māori – vor allem auf der Nordinsel – gaben dem Land den Namen Aotearoa, was im Allgemeinen mit „Land der langen weißen Wolke“ ĂŒbersetzt wird.

Die ersten Māori, die das Land erreichten, fanden keine SĂ€ugetiere vor. Um sich zu ernĂ€hren, jagten sie zunĂ€chst den Moa, einen flugunfĂ€higen, dem afrikanischen Strauß entfernt Ă€hnlichen Vogel, der 90 Jahre spĂ€ter aufgrund der intensiven Bejagung ausgestorben war. Ebenso verschwand der Haastadler, der grĂ¶ĂŸte Greifvogel der neuzeitlichen Erde; der letzte seiner Art starb vermutlich um 1700. Die humane Erstbesiedlung durch die Māori bedeutete die rasche Ausrottung zahlreicher Tierarten auf der Inselgruppe. SpĂ€ter ergĂ€nzten die Māori ihren Speiseplan durch die Kultivierung der Kumara (SĂŒĂŸkartoffel).

Entdeckung und frĂŒhe Besiedlung durch EuropĂ€er

Der erste EuropĂ€er, der Neuseeland erblickte, war der niederlĂ€ndische Seefahrer Abel Tasman. Seine Aufgabe war es, das „Große sĂŒdliche Land“ zu finden, weil dort wertvolle Rohstoffe vermutet wurden. Auf seiner Reise entdeckte er im Jahr 1642 ein „großes, hoch gelegenes Land“ auf der SĂŒdinsel, die heutige Region West Coast. Er war sich nicht sicher und vermutete, dass er ein weiteres StĂŒck KĂŒste von Staten Landt entdeckt hĂ€tte. Als er in der Golden Bay in der heutigen Region Tasman das Land aus der NĂ€he erkunden wollte, kam es zu einer ersten blutigen Begegnung mit den „Ureinwohnern“, bei der vier niederlĂ€ndische Seeleute getötet wurden. Der „Entdecker Neuseelands“ setzte niemals einen Fuß auf neuseelĂ€ndischen Boden. Als eine Expedition unter Hendrik Brouwer ein Jahr spĂ€ter festgestellt hatte, dass der von Tasman vorgefundene KĂŒstenstreifen nicht zu Staten Landt gehörte, wurde das Land Nova Zeelandia (lateinisch) oder Nieuw Zeeland (niederlĂ€ndisch) genannt (wie die Provinz Zeeland), in Anlehnung an Australien, das Nova Hollandia oder Nieuw Holland genannt worden war.

Erst 1769/70 wurden erneut Expeditionen in die GewĂ€sser um die (auf Englisch) New Zealand genannten Inseln gestartet. Der britische KapitĂ€n James Cook sollte wie Tasman einen vermuteten sĂŒdlichen Kontinent finden. Im Oktober 1769 traf Cooks Schiff Endeavour von Tahiti kommend am sĂŒdwestlichen Punkt der heute TĆ«ranganui-a-Kiwa / Poverty Bay genannten Bucht auf Neuseeland. Nach ersten feindseligen Begegnungen, dann aber auch gelungenen AnnĂ€herungsversuchen mit Māori umsegelte Cook zunĂ€chst die Nordinsel sowie nach einem lĂ€ngeren Aufenthalt in den Marlborough Sounds die SĂŒdinsel und konnte so nachweisen, dass es sich bei Neuseeland um Inseln und nicht um einen Teil eines Kontinents handelte. Cook und die ihn begleitenden Wissenschaftler begannen das Land grĂŒndlich zu kartographieren, sie erkundeten ausgiebig Flora und Fauna und sammelten Informationen zu den Māori.

Nur wenige Wochen nach Cook erreichte auch Jean François Marie de Surville die Inseln. In den folgenden Jahren wanderten vor allem WalfÀnger, RobbenfÀnger und spÀter auch Missionare nach Neuseeland ein. Diese pflegten ausgeprÀgte Kontakte zu den Māori. Die beiden Parteien trieben regen Handel miteinander, einige EuropÀer lebten auch mit den Māori zusammen.

Die Geburt der Nation

Die bei TauschgeschĂ€ften von den EuropĂ€ern durch die Māori seit dem Ende des 18. Jahrhunderts erworbenen Schusswaffen begĂŒnstigten gewalttĂ€tige Auseinandersetzungen, die von 1829 bis 1835 in den Musketenkriegen (englisch: Musket Wars) gipfelten, bei denen sich zahlreiche StĂ€mme bekĂ€mpften und – SchĂ€tzungen der Regierung zufolge – etwa 20.000 Menschen zu Tode kamen. Auch die von EuropĂ€ern eingeschleppten Krankheiten, gegen deren Erreger die Māori nicht resistent waren, dezimierten ihre Anzahl nachhaltig. In den 1820er Jahren kam es zudem zu ersten bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Māori und Weißen. 1832 schickte die britische Regierung den Gesandten James Busby nach Neuseeland und ernannte ihn zum Residenten. Er sollte den britischen Handel ĂŒberwachen und kontrollieren und zwischen streitenden Weißen und Māori vermitteln, er war dabei jedoch weitgehend auf sich allein gestellt. Nachdem ein neuseelĂ€ndisches Handelsschiff wegen des fehlenden Herkunftssymboles im Hafen von Sydney beschlagnahmt worden war und auch nicht unter britischer Flagge fahren durfte, da Neuseeland noch nicht zu Großbritannien gehörte, wĂ€hlten am 20. MĂ€rz 1834 mehrere Dutzend Māori-AnfĂŒhrer unter seiner Aufsicht eine offizielle Flagge aus, die spĂ€ter zur offiziellen Flagge der United Tribes of New Zealand (deutsch: Vereinigte StĂ€mme Neuseelands) wurde. Da es in Neuseeland noch keine Gesetzgebung gab und die BefĂŒrchtung aufkam, dass Frankreich an der Banks Peninsula eine eigene Kolonie grĂŒnden könnte, setzte Busby einen Vertrag auf, der am 28. Oktober 1835 von ĂŒber 30 Māori-AnfĂŒhrern unterzeichnet wurde und als UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung Neuseelands und damit als GrĂŒndung der „Vereinigten StĂ€mme“ in die Geschichte einging.

Die SouverĂ€nitĂ€t des Landes fand jedoch schon wenige Jahre spĂ€ter ein jĂ€hes Ende. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Frankreich nĂ€mlich tatsĂ€chlich Bestrebungen, auf der SĂŒdinsel des Landes eine Kolonie zu grĂŒnden, was die britische Krone unter allen UmstĂ€nden verhindern wollte. Da man die „Vereinigten StĂ€mme“ fĂŒr zu schwach befand, ihre Interessen selbst zu verteidigen, wurde das Land im Januar 1840 vom Britischen Weltreich offiziell annektiert. Um das Vorgehen als rechtmĂ€ĂŸig zu erklĂ€ren, beeilte sich der damalige Generalgouverneur William Hobson, zahlreiche Māori-HĂ€uptlinge nahe dem Ort Waitangi zu versammeln, damit sie am 6. Februar des gleichen Jahres den Vertrag von Waitangi unterzeichnen konnten. Dieses Dokument gilt als die „Geburtsstunde“ des modernen Neuseeland; der Vertrag verband das Land mit der britischen Krone. Gleichzeitig gaben die Māori damit ihre SouverĂ€nitĂ€t auf und bekamen dafĂŒr BĂŒrgerrechte zugesichert. Sie durften die LĂ€ndereien behalten, die vor Unterzeichnung des Vertrages in ihrem Besitz waren. Im Jahr 1975 wurde schließlich das Waitangi Tribunal eingesetzt, das bei Unstimmigkeiten und Vertragsverletzungen Regelungen trifft und sich auch fĂŒr Wiedergutmachungen einsetzt.

Auf der SĂŒdinsel Neuseelands scheiterte die Kolonialisierung durch Frankreich nur knapp. 1840 war Jean Langlois zur Banks Peninsula aufgebrochen, um sie fĂŒr Frankreich in Besitz zu nehmen. Als der Plan bekannt wurde, sandten die Briten eine Expedition aus, um die Halbinsel fĂŒr die Krone zu sichern. Langlois erreichte die GewĂ€sser vor dem heutigen Akaroa zwar als erster, konnte aber wegen widriger Winde nicht an Land gehen. Als das Wetter die Landung zuließ, musste er dann erkennen, dass ihm die Briten zuvorgekommen waren. Die französischen Siedler durften sich gleichwohl in Akaroa niederlassen, was heute auch in den französischen Straßennamen sichtbar ist.

Kolonialzeit

Die 1839 gegrĂŒndete New Zealand Company warb um neue Einwanderer. Diese errichteten zahlreiche StĂ€dte und Dörfer und besiedelten große Teile des Landes. Sie lebten oft als Bauern in Frieden mit den Māori und kultivierten die Landschaft. Als aber mehr und mehr Einwanderer das Land erreichten und immer grĂ¶ĂŸere LandflĂ€chen benötigt wurden, kam es zu Zwistigkeiten zwischen Siedlern und Māori. Mit der Zeit wurden die MissstĂ€nde immer grĂ¶ĂŸer, und so kam es schließlich zu offenen bewaffneten Konflikten, die in Northland bereits im Jahr 1840 zu einer kriegerischen Auseinandersetzung anwuchsen. Bis 1860 hatten sich die KĂ€mpfe, die als Neuseelandkriege in die Geschichte eingingen, auf das ganze Land ausgedehnt. Nach diesen Auseinandersetzungen betrug die Zahl der Māori 1891 nur noch 44.000 im Vergleich zu ĂŒber 120.000 vor dem Jahr 1820.

Nach der Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi wurde Neuseeland als Teil von New South Wales verwaltet, bis das Land ab 31. Mai 1841 eine eigene Kolonie bildete. Die EuropĂ€er besiedelten in den folgenden Jahrzehnten beinahe das gesamte Land und grĂŒndeten insgesamt neun Provinzen.

Im Jahre 1861 wurden auf der SĂŒdinsel große Goldvorkommen entdeckt, was zum Goldrausch in Otago fĂŒhrte. Um separatistische Bewegungen auf der aufstrebenden SĂŒdinsel zu verhindern, wurde die ursprĂŒnglich in Russell gelegene Hauptstadt von Auckland im hohen Norden nach Wellington in die Mitte des Landes verlegt.

Schon vor der Jahrhundertwende setzte Neuseeland im Umgang mit bisher benachteiligten Personengruppen MaßstĂ€be, was fĂŒr den Rest der Welt zur damaligen Zeit noch unmöglich schien. Als sich das Land seit 1852 aufgrund des New Zealand Constitution Act 1852 relativ selbstĂ€ndig verwaltete, bekamen ab 1867 auch die mĂ€nnlichen Māori das Wahlrecht und Sitze im Parlament. Am 8. September 1893 wurde das Gesetz, das NeuseelĂ€nderinnen mit britischer StaatsbĂŒrgerschaft ab 21 Jahren das aktive Frauenwahlrecht verlieh, mit einer Mehrheit von zwei Stimmen beschlossen. Maorifrauen waren eingeschlossen. Am 19. September unterschrieb es der Gouverneur Lord Glasgow, wodurch das Gesetz in Kraft trat. Allerdings waren einige Gruppen von Frauen weiterhin ausgeschlossen; wie auch in manchen anderen Staaten gehörten GefĂ€ngnisinsassinnen und Frauen in psychiatrischen Anstalten dazu.

Das moderne Neuseeland

Das Land entschied sich 1901 gegen einen Beitritt zum Commonwealth of Australia und blieb bis 1907 eine Kolonie, als Neuseeland den Status einer Dominion erhielt und folglich fast unabhĂ€ngig von Großbritannien wurde. Über die gesamte Kolonialzeit bis in die jĂŒngere Gegenwart hinweg erwies sich das Land als besonders treuer BĂŒndnispartner Großbritanniens. So entsandte Neuseeland Truppen fĂŒr den Zweiten Burenkrieg, den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Sueskrise.

Die Frage, seit wann Neuseeland ein eigenstÀndiger Staat ist, ist nicht leicht zu klÀren, da das Land nach angelsÀchsischer Tradition keine geschriebene Verfassung besitzt. Neben 1840 (Vertrag von Waitangi) und 1907 (Entstehung der Dominion) gibt es weitere Zeitpunkte auf Neuseelands Weg zur UnabhÀngigkeit: 1931 wurde von der britischen Regierung der Statute of Westminster Act erlassen, das den Dominions die Möglichkeit zur UnabhÀngigkeit gab. 1947 akzeptierte das neuseelÀndische Parlament mit dem Statute of Westminster Adoption Act 1947 die angebotene völlige SouverÀnitÀt, die mit der Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations verbunden war. Am 25. Dezember 1947 erhielt das Gesetz durch Unterzeichnung durch die britische Krone Rechtskraft. Andererseits gab sich Neuseeland erst 1986 eine vom neuseelÀndischen Parlament abgesegnete Verfassung, bis dahin galt die Verfassung des noch vom britischen Parlament verabschiedeten New Zealand Constitution Act 1852.

Das passive Frauenwahlrecht fĂŒr die Wahlen zum Unterhaus wurde erst am 29. Oktober 1919 mit dem Women’s Parliamentary Rights Act erreicht. Erst 1941 erlangten Frauen das passive Wahlrecht fĂŒr das Oberhaus.

Die am Schwarzen Freitag 1929 eingelĂ€utete Weltwirtschaftskrise traf das wirtschaftlich von Großbritannien abhĂ€ngige Land sehr hart und fĂŒhrte zur ersten Regierungsbildung durch die Labour Party (Arbeiterpartei), die den neuseelĂ€ndischen Wohlfahrtsstaat etablierte und den Wirtschaftsverkehr weitgehend kontrollierte. Diese Politik wurde ĂŒber Jahrzehnte erfolgreich praktiziert, bis verĂ€nderte Bedingungen zu einem erneuten radikalen Kurswechsel fĂŒhrten. Bereits in den ausgehenden 1960er Jahren schwĂ€chelte das hochsubventionierte Staats- und Wirtschaftswesen des Landes und brach mit dem Beitritt Großbritanniens in die EG weitgehend zusammen. Die bewĂ€hrte enge wirtschaftliche Bindung zum einstigen Mutterland existierte plötzlich nicht mehr. Das Land litt unter hohen Inflationsraten, ĂŒberbordender BĂŒrokratie und zu hohen Staatsausgaben. Erst eine von der Labour-Regierung unter David Lange 1984 begonnene und unter seinen konservativen Nachfolgern fortgesetzte durchgreifende Liberalisierung brachte auf lĂ€ngere Sicht die Wende, wobei die Arbeitslosenzahlen die langwierigsten Probleme bereiteten. Doch Mitte der 1990er Jahre hatte der Aufschwung das ganze Land bereits an die Spitze der Industrienationen katapultiert. Seit der MachtĂŒbernahme der Labour Party unter Helen Clark 1999 wurde diese Wirtschaftspolitik erneut teilweise revidiert, privatisierte Staatsunternehmen zurĂŒckgekauft und der soziale Ausgleich, vor allem zwischen dem Wirtschaftszentrum Auckland und dem lĂ€ndlichen Raum, trat wieder in den Vordergrund.

Im Jahre 1951 verbĂŒndeten sich die drei Staaten Australien, die USA und Neuseeland zum ANZUS-Sicherheitspakt, um im Hinblick auf den gerade vorĂŒbergegangenen Zweiten Weltkrieg zukĂŒnftige Konflikte gemeinsam verhindern zu können. Wegen Differenzen ĂŒber Neuseelands Anti-Atompolitik erfolgte die Suspendierung des Pakts durch die USA im Jahr 1984. Im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das französische Atomwaffen-Programm in Französisch-Polynesien wurde das Greenpeace-Flaggschiff Rainbow Warrior 1985 im Hafen von Auckland von französischen Geheimagenten versenkt. Zwei Jahre spĂ€ter erklĂ€rte sich Neuseeland zur atomwaffenfreien Zone.

Die Sprache und Kultur der bis in die 1970er Jahre gesellschaftlich marginalisierten Ureinwohner, der Māori, werden heute – in krassem Gegensatz zur Politik des Nachbarn Australien – besonders gefördert; so gibt es Radio, Fernsehen und Zeitungen in der Māori-Sprache, die Abgeordneten der fĂŒr die Māori reservierten Parlamentssitze werden in gesonderten Wahlkreisen gewĂ€hlt, und die traditionelle Māori-Kultur wird auch touristisch vermarktet.

Im Jahre 2014 wurde die Entfernung des Union Jack als ehemaliges koloniales Zeichen aus der Staatsflagge diskutiert. Die BĂŒrger wurden 2016 dazu aufgerufen, ĂŒber die Beibehaltung oder eine Neugestaltung abzustimmen. Der Entscheid fĂŒhrte im MĂ€rz 2016 schließlich fĂŒr die Beibehaltung der alten Nationalflagge.

Politik

Staatsorganisation

Neuseeland ist eine unabhĂ€ngige parlamentarische Monarchie, die sich am britischen Vorbild orientiert, aber nur eine Kammer hat, es gibt also kein Oberhaus. Es verfĂŒgt als einer von drei Staaten weltweit, neben dem Vereinigten Königreich und Israel, ĂŒber keine kodifizierte Verfassung. Nach dem Constitution Act 1986 ist der Monarch von Großbritannien und Nordirland in seinem Amt als König bzw. Königin von Neuseeland das Staatsoberhaupt. Ein Generalgouverneur reprĂ€sentiert wie in jedem Commonwealth Realm das Staatsoberhaupt, er kann jedoch keine Macht auf das Parlament ausĂŒben. Regierungssitz und Sitz des Parlaments ist Wellington.

  • Exekutive – Regierungschef ist der Premierminister. Das aus 20 Personen bestehende Kabinett leitet der Premierminister. Alle Kabinettsmitglieder mĂŒssen zugleich Mitglieder des Parlaments sein.
  • Legislative – Das Parlament besteht normalerweise aus 120 Abgeordneten, die alle drei Jahre gewĂ€hlt werden; durch Überhangmandate können aber in das Parlament ĂŒber 120 Mitglieder einziehen (2005: ein Überhangmandat). Eine kleine Anzahl von derzeit sieben Sitzen im Parlament ist dabei fĂŒr Māori-Abgeordnete reserviert. Seit 1996 wird nach dem personalisierten VerhĂ€ltniswahlrecht gewĂ€hlt, das das zuvor angewandte Mehrheitswahlrecht nach britischem Vorbild ablöste.
  • Judikative – Die Judikative in Neuseeland wird durch den Supreme Court als Obersten Gerichtshof Neuseelands, den Court of Appeal als Berufungsgericht und den High Court, sowie durch zahlreiche regionale Gerichte, die District Courts ausgeĂŒbt. Des Weiteren existieren fĂŒr bestimmte Verhandlungen besondere Gerichte, so zum Beispiel das Youth Court (Jugendgericht), ein Gericht fĂŒr Māori-Fragen, als Māori Land Court bekannt, oder das Familiengericht, das Family Court genannt wird. Außerdem gibt es noch weitere besondere Gerichtsbarkeiten, wie zum Beispiel das Waitangi Tribunal.
Das neuseelĂ€ndische Gesetz basiert auf drei wichtigen SĂ€ulen: dem englischen Common Law, sehr vielen im Vereinigten Königreich beschlossenen Gesetzen, zum Beispiel der Bill of Rights von 1689, sowie allen BeschlĂŒssen des neuseelĂ€ndischen Parlaments. Das großteils auf dem Gewohnheitsrecht basierende Common Law wird fast immer genau so wie in Großbritannien angewandt, auch, weil das Oberste Gericht bis zum Jahr 2004, als der Supreme Court of New Zealand in Wellington seine Arbeit aufnahm, das Gericht des Privy Council in London war.

Parteiensystem

Vor der Bildung von politischen Parteien gab es im neuseelĂ€ndischen Parlament nur einzelne Kandidaten zu wĂ€hlen. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bildeten sich zunehmend stĂ€rker werdende lose Interessengruppen, die sich zu Beginn meist nach geographischer Herkunft der Kandidaten, spĂ€ter dann aber nach politischer Einstellung – Konservatismus oder Liberalismus – zusammenfanden. Generell wird die von John Ballance gegrĂŒndete und spĂ€ter von Richard Seddon geprĂ€gte Liberal Party als erste wirkliche politische Partei Neuseelands angesehen. Sie stellte von 1890 bis 1912 die Regierungsmehrheit. Ab 1903 begannen zahlreiche Parlamentarier damit, sich zu einer konservativen Alternativbewegung zusammenzuschließen, die seit 1909 offiziell als Reform Party bezeichnet wurde und sich deutlich von der liberalen Partei unterscheiden sollte. Mit dem Zusammenschluss von zahlreichen sozialistischen Gruppierungen zur Labour Party im Jahr 1916 begann der Niedergang der liberalen Partei, die in den folgenden Wahlen keinen RĂŒckhalt mehr aus der Arbeiterklasse hatte und schließlich auch noch auf ihre zweite WĂ€hlerbasis, GeschĂ€ftsleute und Arbeitgeber, die ĂŒber den Aufstieg der Social Democratic Party besorgt waren und sich geschlossen der Reform Party mit ihrem „Anti-Sozialismus“-Programm anschlossen, verzichten mussten. Letztere politische Vereinigung war bis 1928 an der Macht, bis sie von einem BĂŒndnis aus Labour Party und United Party, der Nachfolgepartei der Liberal Party, abgelöst wurde. Als die Arbeiterpartei 1935 ohne Koalitionspartner die Regierung bilden konnte, fusionierten United und Reform Party zur konservativen National Party, die in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts der grĂ¶ĂŸte und einzige Konkurrent der Labour Party war. In den frĂŒhen 1990er Jahren wurden zahlreiche kleinere Parteien gegrĂŒndet, die bekanntesten sind die Green Party of Aotearoa New Zealand (1990), Alliance (1991) sowie New Zealand First (1993). Diese konnten wegen des Mehrheitswahlrechts trotz großer Stimmenanteile nur wenige Parlamentssitze erringen. Erst nach der Änderung des Wahlsystems im Jahr 1993 und der damit verbundenen EinfĂŒhrung des personalisierten VerhĂ€ltniswahlrechts zu den Wahlen des House of Representatives im Jahr 1996 waren kleinere Parteien in grĂ¶ĂŸerem Umfang in der Lage, die Politik des Landes mitzubestimmen.

Nach den Wahlen von 2005 dominieren zwar weiter die Labour Party unter ihrer Vorsitzenden Helen Clark und die National Party unter ihrem Vorsitzenden John Key die neuseelĂ€ndische Parteienlandschaft und liefern sich bei Wahlen regelmĂ€ĂŸig ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch neben diesen beiden Parteien sind noch sechs weitere im ReprĂ€sentantenhaus vertreten: die rechtsgerichtete, nationalistische und hĂ€ufig als populistisch beschriebene Partei New Zealand First, die linksgerichtete, grĂŒne Green Party of Aotearoa New Zealand, die 2004 vom ehemaligen Labour-Kabinettsmitglied Tariana Turia gegrĂŒndete Māori Party, die sich insbesondere fĂŒr die Interessen der Māori einsetzt, die christdemokratische Mitte-rechts-Partei United Future, die wirtschaftsliberale ACT New Zealand und die demokratisch-sozialistische Jim Anderton’s Progressive (eine Abspaltung der sozialdemokratischen Alliance).

Politische Indizes

Politische Entwicklung

Die Mitte-links-Koalition der seit 1999 amtierenden Premierministerin Helen Clark wurde bei der Wahl am 8. November 2008 von einer Koalition unter FĂŒhrung der National Party abgelöst. Der neue Premierminister John Key nahm am 19. November 2008 seine AmtsgeschĂ€fte auf. Seine Regierung wurde von der Māori Party, Act New Zealand und der United Future New Zealand unterstĂŒtzt. Die grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei wurde die Labour Party. Am 26. November 2011 konnte die regierende National Party unter John Key ihre FĂŒhrung mit 47,31 % der abgegebenen Stimmen noch ausbauen und verfehlte mit 59 Sitzen nur knapp die absolute Mehrheit im House of Representatives. Am 5. Dezember 2016 erklĂ€rte Key aus privaten GrĂŒnden seinen RĂŒcktritt, sein Nachfolger wurde am 12. Dezember 2016 Parteikollege Bill English. Bei der Parlamentswahl am 23. September 2017 wurde die National Party erneut stĂ€rkste Kraft, allerdings kam die Regierung durch eine Koalition der Labour Party mit New Zealand First zustande, die von der Green Party toleriert wurde. Die neue Premierministerin ist seit dem 26. Oktober 2017 Jacinda Ardern; sie wurde 2020 fĂŒr weitere drei Jahre im Amt bestĂ€tigt. Unter anderem hat Neuseeland als weltweit erste Nation ein Wellbeing Budget verabschiedet, bei dem neben ökonomischen auch soziale und ökologische Wohlfahrtsindikatoren berĂŒcksichtigt werden.

StaatsoberhÀupter von Neuseeland

*1917 benannte der damalige König Georg V. sein Haus von Sachsen-Coburg-Gotha in Windsor um, um das britische Königshaus vom im Ersten Weltkrieg feindlichen Deutschen Reich abzugrenzen.

Das Staatsoberhaupt wird durch den Generalgouverneur von Neuseeland vertreten, der im politischen Alltag als De-facto-Staatsoberhaupt gilt.

Sicherheits- und Außenpolitik

FĂŒr die innere Sicherheit des Landes sind die rund 12.000 Bediensteten der neuseelĂ€ndischen Polizei verantwortlich. Streifenpolizisten tragen in der Regel wie im Mutterland Großbritannien keine Schusswaffen. StandardmĂ€ĂŸig bewaffnet sind hingegen die Angehörigen der sogenannten Armed Offenders Squads. Diese bestehen aus insgesamt rund 300 Beamten, die sich auf 17 Einheiten verteilen und am ehesten mit den deutschen Spezialeinsatzkommandos vergleichbar sind.

Die neuseelĂ€ndischen StreitkrĂ€fte (New Zealand Defence Force) gliedern sich in drei TeilstreitkrĂ€fte: Die SeestreitkrĂ€fte (Royal New Zealand Navy), die LuftstreitkrĂ€fte (Royal New Zealand Air Force) sowie die LandstreitkrĂ€fte (New Zealand Army), die aus 4500 regulĂ€ren Soldaten und 2500 weiteren BeschĂ€ftigten bestehen. Außenpolitisch hat sich Neuseeland durch seine regelmĂ€ĂŸige Beteiligung an Kriegen auf Seiten Großbritanniens profiliert. So beteiligte sich Neuseeland unter anderen am Burenkrieg, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, dem Koreakrieg, dem Vietnamkrieg, dem Zweiten Golfkrieg und dem Krieg in Afghanistan. Ferner stellte bzw. stellt Neuseeland Truppen fĂŒr verschiedene Friedensmissionen, zum Beispiel in Zypern, Somalia, Bosnien und Herzegowina, im Sinai, in Angola, Kambodscha, an der iranisch-irakischen Grenze sowie in Osttimor bereit. Neuseeland gab 2018 rund 1,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Das militĂ€rische VerteidigungsbĂŒndnis ANZUS mit den USA und Australien war zwischenzeitlich wegen der strikten Anti-Atom-Politik Neuseelands, in deren Rahmen sich das Land auch gegen die französischen Atomtests im SĂŒdpazifik starkmachte, ausgesetzt. Neuseeland gilt den Vereinigten Staaten als einer der treuesten VerbĂŒndeten außerhalb der NATO.

Neuseeland ist GrĂŒndungsmitglied der Vereinten Nationen und des Commonwealth. Weiterhin ist es seit der GrĂŒndung am 6. Februar 1947 Mitglied des Sekretariats der Pazifischen Gemeinschaft, der Organisationen der Weltbankgruppe (außer der MIGA), seit der GrĂŒndung 1966 der Asiatischen Entwicklungsbank, seit der GrĂŒndung am 17. April 1973 des Pacific Islands Forum, seit dem 29. Mai 1973 der OECD, seit der GrĂŒndung 1980 des Pazifischen Rates fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit, seit der GrĂŒndung 1989 der APEC sowie seit dem 1. Januar 1995 der Welthandelsorganisation.

Einwanderungspolitik

Neuseeland nimmt derzeit rund 45.000 Einwanderer pro Jahr auf. Das Einwanderungssystem des Landes funktioniert nach einer Punktetabelle, diese bezieht sich nicht nur auf die Schulbildung eines Kandidaten, sondern auch auf die vorhergegangenen BeschÀftigungen.

Verwaltungsgliederung

Neuseeland ist zentralistisch organisiert und besitzt seit der großen Verwaltungsreform des Jahres 1989 eine dreistufige Verwaltungsgliederung. Unterhalb der nationalen Verwaltungsorganisationen befinden sich die Regional Councils (RegionalrĂ€te) fĂŒr die Verwaltung der Regionen Neuseelands und auf der untersten Stufe die City Councils (StadtrĂ€te) fĂŒr die Verwaltung der großen StĂ€dte des Landes, die District Councils (DistriktrĂ€te) fĂŒr die Distrikte Neuseelands und der Chatham Islands Council (Chatham Inselrat) fĂŒr die Chathaminseln.

Seit 2010 zÀhlt das Land auf Basis dieser Struktur 78 lokale Councils, die sich in:

  • 11 Regional Councils
  • 12 City Councils (grĂ¶ĂŸere StĂ€dte)
  • 54 District Councils
  • 1 Auckland Council, (seit dem 1. November 2010, Zusammenschluss von 8 frĂŒheren City Councils)

unterteilen und direkt dem Department of Internal Affairs (Innenministerium) unterstehen. Ihre Rollen und Aufgaben wurden mit dem Local Government Act 2002 geregelt.

Der Auckland Council, die District Councils und die City Councils werden als Territorial Authorities (TA) (Gebietskörperschaft) bezeichnet, da sie jeweils eigenstĂ€ndig in ihrem Gebiet agieren und ihre Grenzen sich nicht ĂŒberschneiden. Sie agieren entsprechend der Aufgabenteilung auch unabhĂ€ngig von den Regional Councils, so kommt es auch vor, dass sich ein Distrikt mit Teilen mehrerer Regionen ĂŒberschneiden kann.

Der Auckland Council und vier der District Councils, Gisborne, Nelson, Tasman und Marlborough haben gleichzeitig die Funktion eines Regional Councils. Sie werden Unitary Authorities (Zentrale Verwaltungen) genannt. Zahlreiche kleinere Außengebiete des Landes, wie zum Beispiel die Kermadecinseln und die zu Neuseeland gehörigen Subantarktischen Inseln, unterstehen verwaltungstechnisch direkt dem Minister of Local Government.

Die RĂ€te aller lokalen Gebietskörperschaften werden alle drei Jahre neu gewĂ€hlt und können entweder nach dem Mehrheitswahl-System oder durch eine ĂŒbertragbare Einzelstimmgebung gewĂ€hlt werden.

Regionen

Neuseeland ist in 16 Regionen unterteilt, von denen fĂŒnf als Unitary Authorities organisiert sind. WĂ€hrend die Regional Councils reine regionale Aufgaben wahrnehmen, haben die Unitary Authorities zusĂ€tzlich auch die Aufgaben der jeweiligen lokalen Ebene zu ĂŒbernehmen.

Die Regional Councils sind verantwortlich fĂŒr:

  • die Regelung der Nutzung von Land, Luft, SĂŒĂŸwasser und KĂŒstengewĂ€sser,
  • die FlĂŒsse, Hochwasserschutz und die Verhinderung von Bodenerosion,
  • die Entwicklung von regionalen Richtlinien und Vereinbarungen,
  • das Management des Notfall- und Katastrophenschutzes,
  • die regionale Verkehrs- und Transportplanung sowie fĂŒr die regionale Personenbeförderung,
  • die Navigation und Sicherheit der HĂ€fen der Region und die Meeresverschmutzung.

Distrikte

Auf der untersten Ebene der Verwaltungsstruktur befinden sich 54 District Council sowie der Chatham Islands Council. Als Territorial Authorities sind fĂŒr die Bereiche lokale Infrastruktur, Straßen- und Wegebau, Kanalisation, Baugenehmigungen, Gesundheit, Umweltschutz, Katastrophenschutz und sonstige lokale Angelegenheiten zustĂ€ndig.

StÀdte und BallungsrÀume

Mit auf der untersten Ebene der Verwaltungsstruktur befinden sich neben dem Auckland Council zwölf weitere City Councils, die als Territorial Authorities gleiche Aufgaben erfĂŒllen wie die District Councils.

Seit dem 1. November 2010 sind die ehemaligen City Councils der StĂ€dte Auckland City, Manukau City, North Shore City und Waitakere City, die District Councils des Franklin District, Papakura District, Rodney District und der Regional Council der Auckland Region aufgelöst und zur neuen Verwaltungseinheit des Auckland Council (1.415.550 Einwohner) (2013) zusammengefasst worden. Damit deckt dieses neue verwaltungstechnische Gebilde den gesamten Großraum Auckland ab.

Des Weiteren gelten zwölf StĂ€dte des Landes verwaltungstechnisch als eigenstĂ€ndig und sind somit keiner Distriktverwaltung untergeordnet. Auf der Nordinsel sind dies alphabetisch geordnet Hamilton City (141.612 Einwohner), Hutt City (98.238 Einwohner), Napier City (57.240 Einwohner), Palmerston North City (80.079 Einwohner), Porirua City (51.717 Einwohner), Tauranga City (114.789 Einwohner), Upper Hutt City (40.179 Einwohner) und Wellington City (190.959 Einwohner). Auf der SĂŒdinsel zĂ€hlen dazu die StĂ€dte Christchurch City (341.469 Einwohner), Dunedin City (120.249 Einwohner), Invercargill City (51.696 Einwohner) und Nelson City (46.437 Einwohner).

Alle anderen StÀdte können geografisch als StÀdte angesehen werden, sind aber verwaltungstechnisch nicht eigenstÀndig, da sie dem Distrikt unterstehen, in welchem sie sich befinden.

Infrastruktur

Im Hinblick auf die dĂŒnne Besiedlung ist Neuseeland verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Aufgrund seiner isolierten Insellage sind die KĂŒstenschifffahrt, der Flugverkehr sowie der Straßenverkehr die wichtigsten Transportmittel.

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die QualitÀt der Infrastruktur misst, belegte Neuseeland 2018 den 15. Platz unter 160 LÀndern.

Flugverkehr

Neuseeland gehört zu den LĂ€ndern mit den meisten FlughĂ€fen pro Kopf. Im Jahr 2002 gab es im Land 113 asphaltierte und nicht asphaltierte FlugplĂ€tze. Der Flughafen Auckland ist mit ĂŒber elf Millionen Passagieren pro Jahr bei weitem der grĂ¶ĂŸte Flughafen des Landes. Darauf folgen die internationalen FlughĂ€fen von Christchurch und Wellington, die je etwa vier Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Die 1940 gegrĂŒndete Air New Zealand ist mit Abstand die wichtigste Fluggesellschaft des Landes. Pacific Blue, eine Tochtergesellschaft von Virgin Australia (frĂŒher Virgin Blue), hat sich auf billige Verbindungen zwischen Neuseeland und Australien spezialisiert.

Straßenverkehr

Die Ära des neuseelĂ€ndischen Straßenbaus begann wĂ€hrend der Neuseelandkriege mit der Great South Road sĂŒdlich von Auckland im Jahr 1861. Inzwischen stellt der Straßenverkehr das wichtigste Transportmedium des Landes dar. Er genießt eine eindeutig höhere PrioritĂ€t als der Schienenverkehr. Das RĂŒckgrat des Straßennetzes bilden die New Zealand State Highways, durch die das Land zu großen Teilen erschlossen wird. Abgesehen von etwa 150 km Autobahnen, die sich nahe den drei großen StĂ€dten Auckland, Wellington und Christchurch befinden, bestehen selbst die wichtigen Überlandstraßen aus nicht mehr als zwei Fahrspuren. Die State Highways sind nicht höhenfrei (d. h., dass Kreuzungen nicht immer als Über- oder UnterfĂŒhrung ausgefĂŒhrt sind) und fĂŒhren durch Ortschaften, wenig befahrene TeilstĂŒcke der Highways sind sogar nur Schotterstraßen, und insbesondere ĂŒber BrĂŒcken finden sich immer wieder einspurige Streckenabschnitte. Das gesamte Straßennetz umfasste 2013 etwa 93.870 km, wovon 75.754 km asphaltiert sind. Die Verkehrsregeln Neuseelands sind geregelt im New Zealand Road Code. Demnach gilt Linksverkehr, innerorts eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und außerorts ĂŒblicherweise 100 km/h.

Schifffahrt

Die Schifffahrt in Neuseeland ist sowohl fĂŒr den Personentransport als auch fĂŒr den GĂŒtertransport wichtig. Die bedeutendste Schifffahrtslinie fĂŒr den Personentransport ist der Interislander, eine FĂ€hrverbindung, die die Nordinsel (Wellington) mit der SĂŒdinsel (Picton) verbindet und pro Jahr etwa eine Million Menschen transportiert. Sie ĂŒberquert auf ihrer drei Stunden langen Fahrt die nur 35 km breite Cookstraße. (Diese Zeit wird benötigt, da das Schiff nicht nur die Cookstraße, sondern auch den Tory Channel und die Marlborough Sounds durchqueren muss, insgesamt etwa 70 km.) In Neuseeland existieren 1609 km an Binnenschifffahrtswegen, die aber in der heutigen Zeit keine Bedeutung mehr haben.

Neuseeland verfĂŒgt ĂŒber acht grĂ¶ĂŸere HĂ€fen mit einer KapazitĂ€t von je mehr als zwei Millionen Tonnen und sechs HĂ€fen mit je unter zwei Millionen Tonnen Umsatz. 99 % des Exports im Wert von rund 36 Milliarden NZ$ pro Jahr werden ĂŒber sĂ€mtliche HĂ€fen abgewickelt werden.

  • ContainerhĂ€fen: HĂ€fen von Auckland (Auckland), Hafen Tauranga (Tauranga), Hafen Napier, Wellington, Nelson (Tasman Bay / Te Tai-o-Aorere), Hafen Lyttelton (Christchurch), Timaru, Port Chalmers (Dunedin), Bluff
  • Andere HĂ€fen: Whangarei, Devonport (Auckland), Gisborne, New Plymouth, Wanganui, Picton, Westport, Greymouth
  • BinnenhĂ€fen: Rotorua (Lake Rotorua), Taupo (Lake Taupo), Queenstown, Kingston (Lake Wakatipu), Te Anau und Manapouri (Lake Manapouri)

Schienenverkehr

In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts begann die Errichtung eines ausgedehnten Eisenbahnnetzes im großen Stil. Dabei wurden neben den drei Hauptstrecken (auf der Nordinsel: North Island Main Trunk und East Coast Main Trunk; auf der SĂŒdinsel: South Island Main Trunk) zahlreiche private sowie öffentliche Nebenbahnen gebaut, die vom New Zealand Railways Department verwaltet wurden. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in vielen grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten des Landes Straßenbahnbetriebe eingerichtet, von denen nur noch der in Christchurch als Touristenattraktion besteht.

Bis in die 1950er Jahre waren zumeist Dampflokomotiven im Einsatz, außerdem bestanden einige elektrifizierte Abschnitte. Sukzessive wurden Nebenbahnen geschlossen, zweigleisige Strecken zu eingleisigen zurĂŒckgebaut, vorhandene Elektrifizierung wieder entfernt und Passagierverbindungen eingestellt. Von den 3900 Streckenkilometern sind seit der als „Think Big“ bezeichneten Wirtschaftspolitik in den 1980er Jahren etwa 500 km entlang des North Island Main Trunk elektrifiziert.

Nachdem die staatliche neuseelĂ€ndische Eisenbahn 1993 fĂŒr 400 Millionen NZ$ (ca. 202 Millionen €) verkauft war, investierte die Betreiberfirma Tranz Rail immer weniger in den Erhalt des Eisenbahnnetzes und verlagerte nach und nach den Transport von GĂŒtern von der Schiene auf die Straße. Außerdem wurden zwischen 1995 und 2004 zahlreiche Personenverbindungen aus wirtschaftlichen GrĂŒnden eingestellt, darunter der Southerner. Als die Firma vor dem finanziellen Ruin stand, ĂŒbernahm das australische Infrastrukturunternehmen Toll Holdings den Eisenbahnbetrieb, der seitdem unter dem Namen Toll Rail zusammengefasst ist, wĂ€hrend der neuseelĂ€ndische Staat das gesamte Streckennetz im Jahr 2004 fĂŒr den symbolischen Preis von einem Neuseeland-Dollar zurĂŒckkaufte und es unter die Verwaltung des staatlichen Unternehmens Ontrack stellte. Weil sich die neuseelĂ€ndische Regierung und Toll Rail nicht auf NutzungsgebĂŒhren fĂŒr die verstaatlichten Gleisanlagen einigen konnten, und der Staat Jahr fĂŒr Jahr einige Millionen Neuseeland-Dollar fĂŒr den Unterhalt des Netzes zuzahlen musste, entschloss sich die Regierung dazu, zum 1. Juli 2008 den Bahnbetrieb fĂŒr 665 Millionen NZ$ (ca. 336 Millionen €) von Toll Rail zurĂŒckzukaufen.

Trotz dieser VerĂ€nderungen bestanden 2008 nur noch vier Personenfernverkehrsverbindungen, die hauptsĂ€chlich touristische Bedeutung besitzen und unter dem Namen Kiwi Rail Scenic Journeys firmieren: der Northern Explorer fĂ€hrt von Auckland nach Wellington, der Coastal Pacific von Picton nach Christchurch und der TranzAlpine ĂŒberquert die NeuseelĂ€ndischen Alpen von Christchurch nach Greymouth. Die als Capital Connection bezeichnete Verbindung von Palmerston North nach Wellington ist vornehmlich fĂŒr Pendler gedacht. Daneben existieren noch einige weitere Betreiber, wie zum Beispiel die Taieri Gorge Railway im Gebiet um Dunedin, die sich auf TouristenausflĂŒge in historischen Waggons oder auf historischen Strecken spezialisiert haben. Die Bedeutung des Schienenverkehrs fĂŒr den GĂŒtertransport nimmt in den letzten Jahren wieder zu. Fast das gesamte Streckennetz wurde in der Kapspur, also mit einer Spurweite von 1067 mm erbaut.

In den beiden grĂ¶ĂŸten BallungsrĂ€umen, Auckland und Wellington, existieren S-Bahn-Ă€hnliche Nahverkehrsnetze, wobei das System in Wellington besser ausgebaut und als einzige Vorortbahn des Landes elektrifiziert ist. Signifikante Verbesserungen fĂŒr Auckland waren aber geplant. So sollte diese bis 2013 vollstĂ€ndig elektrifiziert sein. Zudem wird ein unter dem Stadtzentrum verlaufender zweigleisiger Tunnel (City Rail Link) errichtet. Die Inbetriebnahme des City Rail Link Tunnels ist (Stand MĂ€rz 2021) fĂŒr Ende 2024 vorgesehen.

Bildungssystem

FĂŒr das Bildungssystem in Neuseeland ist das erst seit dem Jahr 1989 bestehende Ministry of Education zustĂ€ndig. In Zukunft soll die zentrale Verwaltung der Schulen und UniversitĂ€ten gelockert werden, und diese sollen sich zunehmend selbst verwalten. Alle tertiĂ€ren Bildungseinrichtungen ĂŒberwacht die Tertiary Education Commission (TEC).

Die Kindererziehung bis zum fĂŒnften Lebensjahr ist privat. Trotzdem besuchen 90 % der DreijĂ€hrigen und 98 % der VierjĂ€hrigen eine vorschulische Bildungsanstalt, wie zum Beispiel KindergĂ€rten (kindergarten) oder Spielgruppen (playgroups). Ab Vollendung des fĂŒnften Lebensjahres kann das Kind eine Grundschule (primary school) besuchen. Schulpflicht besteht von 6 bis 16 Jahren. Die Ausbildung in der Grundschule erfolgt im Regelfall von Jahr 1 bis Jahr 8, wobei das siebte und das achte Jahr alternativ auch in einer intermediate school abgeleistet werden können. Ab der neunten Jahrgangsstufe wird man an einer weiterfĂŒhrenden Schule (secondary school) unterrichtet. Mit Vollendung der elften Klasse kann das National Certificate of Educational Achievement Level 1 (NCEA) nach einem Punktesystem erworben werden, was in etwa dem britischen GCSE entspricht (oder dem deutschen Realschulabschluss). Im folgenden Jahr kann man das Level 2 dieses Abschlusses erwerben. Mit Vollendung des 13. Schuljahres, in der Regel mit etwa 18 Jahren, kann man schließlich den höchsten Schulabschluss erlangen, das Level 3 des NCEA (oder die New Zealand Scholarship qualification, wie der Abschluss seit 2004 heißt). Dieser entspricht dem deutschen Abitur oder dem britischen A Level. Ein Schuljahr in Neuseeland beginnt normalerweise Ende Januar, dauert bis Mitte Dezember und ist in vier Quartale eingeteilt. Je nach Region schwankt die KlassengrĂ¶ĂŸe von 19 bis 24 SchĂŒler (2004).

In den PISA-Studien der OECD zeigt sich die große kulturelle Ähnlichkeit zwischen Neuseeland und Australien: In beiden LĂ€ndern fallen dieselben Aufgaben den SchĂŒlern leicht oder schwer. Kritiker weisen darauf hin, dass zum guten Abschneiden Neuseelands (regelmĂ€ĂŸig im obersten Viertel der OECD-Ranglisten) neben einer selektiven Immigrationspolitik auch die Vertrautheit der SchĂŒler mit dem Multiple-Choice-Format, die Herkunft vieler Aufgaben aus dem englischsprachigen Raum und die Ausformulierung sĂ€mtlicher Aufgaben durch ein australisches Testunternehmen beitragen dĂŒrften.

In Neuseeland gibt es 36 tertiĂ€re Ausbildungseinrichtungen, darunter acht staatliche UniversitĂ€ten (universities), 21 staatliche Fachhochschulen (polytechnics) und technische Hochschulen (institutes of technology), vier PĂ€dagogische Hochschulen (colleges of education) und drei Wananga (Hochschulen, die auf die Kultur der Māori ausgerichtet sind). Ein akademisches Jahr dauert in Neuseeland von Februar bis November und ist normalerweise in zwei Semester aufgeteilt. Manche Bildungseinrichtungen bieten auch ein Sommer-Trimester (summer trimester) an. Die Ă€lteste UniversitĂ€t Neuseelands ist die 1869 gegrĂŒndete University of Otago. ErwĂ€hnenswert ist die University of Waikato wegen ihrer weltweit einzigartigen FakultĂ€t fĂŒr Māori-Wissenschaften. Von 1870 bis 1961 war die University of New Zealand die einzige UniversitĂ€t des Landes, die zu einem offiziellen Abschluss fĂŒhrte. Nach ihrer Auflösung entstanden aus den einzelnen Campus (constituent colleges) die heutigen UniversitĂ€ten.

Wirtschaft

Offizielle WĂ€hrung des Landes ist der NeuseelĂ€ndische Dollar (auch „Kiwi-Dollar“; NZD, NZ$), der in 100 Cent (ct) unterteilt wird. Dieser ersetzte im Jahr 1967 das britische Pfund Sterling. Seitdem verwendet Neuseeland Einheiten im Dezimalsystem. Seit 1999 ist der Kiwi-Dollar nach dem Australischen Dollar die zweite WĂ€hrung der Erde, die Kunststoffgeld verwendet; alle Scheine bestehen aus Polypropylen. Im August 2006 wurden wegen steigender Materialkosten und Verwechselungsgefahr kleinere MĂŒnzen eingefĂŒhrt; die bis dahin gĂŒltige 50-Cent-MĂŒnze zum Beispiel zĂ€hlte mit einem Durchmesser von 3,2 Zentimetern zu den grĂ¶ĂŸten MĂŒnzen der Erde.

Wirtschaftsentwicklung

Bis zur ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts war Neuseeland ein Agrarstaat, in dem der Großteil der Einwohner im primĂ€ren Sektor tĂ€tig war. Mit Abstand wichtigster Handelspartner war das Vereinigte Königreich, in das etwa die HĂ€lfte der in Neuseeland produzierten meist landwirtschaftlichen GĂŒter exportiert wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg die Bedeutung der Milchviehwirtschaft aufgrund steigender Nachfrage in Europa deutlich an. Um den Bedarf decken zu können, war es nötig, neue Technologien einzufĂŒhren, was die neuseelĂ€ndische Wirtschaft stark verĂ€nderte. 1973 stĂŒrzte das Land aufgrund der stark angestiegenen Ölpreise und des EU-Beitritt Großbritanniens, von dem Neuseeland wirtschaftlich abhĂ€ngig war, in eine tiefe Wirtschaftskrise. Erst 1984 ergriff die Regierung grĂ¶ĂŸere Maßnahmen um gegenzusteuern.

Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich Neuseeland von einer gelenkten Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Landwirtschaft zu einer liberalisierten Industrienation mit einem freien Markt, die mit anderen westlichen Nationen konkurrieren kann und zu den am stĂ€rksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt zĂ€hlt. Das Land strich zahlreiche Subventionen, zum Beispiel fast vollstĂ€ndig die Agrarsubventionen, des Weiteren wurde der gesamte Warenverkehr liberalisiert und das Mitspracherecht des Staates in Bezug auf Löhne, Zinsen sowie Preise fĂŒr GĂŒter und Dienstleistungen aufgegeben. Durch eine sparsame Finanzpolitik und große BemĂŒhungen, das Haushaltsdefizit zu verringern, konnte die Inflationsrate von 18 % im Jahr 1987 auf 3,9 % im Jahr 2005 reduziert werden. ZusĂ€tzlich wurden in den 1980er und 1990er Jahren fast alle Staatsbetriebe umstrukturiert und privatisiert. Ein Beispiel dafĂŒr ist der gesamte Zugverkehr, der ab 1995 bis 2008 von Tranz Rail betrieben wurde (wegen des schlechten Zustands der Gleise und Bahnhöfe wurde das Schienensystem 2004 aber wieder renationalisiert, seit 2008 ist auch der restliche Bahnbetrieb wieder in staatlicher Hand), oder die neuseelĂ€ndische Telekom. Die Arbeitslosenquote stieg aufgrund verschiedener Maßnahmen kurzfristig zwar bis auf 15 %, Ende 2004 betrug sie allerdings nur noch 3,6 %, der niedrigste Wert innerhalb der OECD. Die Inflationsrate lag bei 2,4 %, das Wirtschaftswachstum betrug von Juli 2003 bis Juni 2004 4,4 %. Einer der GrĂŒnde, die das Wirtschaftswachstum dĂ€mpfen, sind infrastrukturelle Defizite (Schienenverkehr, Energieversorgung). Nachdem 1998 im Norden des Landes das Stromnetz fĂŒr 66 Tage zusammenbrach, wurden schrittweise ehemalige Staatsbetriebe wieder verstaatlicht, so unter anderem 2001 die in Konkurs gegangene Fluglinie Air New Zealand. Ebenso beschloss die Regierung 2008 zur Verbesserung des Verkehrsnetzes fĂŒr umgerechnet 336 Millionen € die 1993 privatisierte Bahn von der australischen Firma Toll Holdings zurĂŒckzukaufen.

Im Februar 2011 zerstörte ein schweres Erdbeben Teile der Stadt Christchurch, und es kam infolgedessen im Laufe dieses Jahres zu einer betrĂ€chtlichen Verlangsamung der wirtschaftlichen AktivitĂ€t Neuseelands. Einige Wirtschaftswissenschaftler gingen von einer 15-prozentigen Schrumpfung der Wirtschaft des Landes fĂŒr das Jahr 2011 aus, was Ende September 2011 zu einer Herabstufung der internationalen KreditwĂŒrdigkeit Neuseelands gefĂŒhrt hat.

Seit 2013 befindet sich die neuseelĂ€ndische Wirtschaft trotz globaler Finanzkrise, Erdbeben und DĂŒrre im wirtschaftlichen Aufschwung: Das gesamte BIP 2013 belĂ€uft sich auf 181,1 Milliarden NZ$, das geschĂ€tzte Wachstum fĂŒr 2013 betrĂ€gt 2,7 %. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2017 bei 4,7 %. Im selben Jahr arbeiteten 6,6 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft, 20,7 % in der Industrie und 72,7 % im Dienstleistungssektor.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Neuseeland Platz 13 von 138 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land im Jahr 2018 Platz 3 von 180 LĂ€ndern. Neuseeland gehört zu den liberalsten Volkswirtschaften der Welt. Der 1. Platz den Neuseeland im Ease of Doing Business Index im Erhebungsjahr 2017 der Weltbank einnahm, belegt ebenfalls das gute GeschĂ€ftsklima fĂŒr Unternehmen im Land.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

BodenschÀtze

Neuseeland ist im Vergleich zu anderen Nationen arm an BodenschĂ€tzen. An Metallen werden Eisensand, Gold und Silber abgebaut und obwohl das Land auch ĂŒber Bauxit-, Kupfer-, Chromiteisenstein-, Cinnabarit-, Kassiterit-, Ilmenit-, Scheelit- und Uranvorkommen verfĂŒgt, werden diese nicht oder nicht mehr abgebaut, entweder weil die Vorkommen zu gering sind oder weil der Import billiger ist. An fossilen EnergietrĂ€gern verfĂŒgt Neuseeland ĂŒber Braun- und Steinkohlevorkommen, auf der Nordinsel hauptsĂ€chlich Steinkohle, die SĂŒdinsel verfĂŒgt ĂŒber beide Formen. Insgesamt verfĂŒgt das Land ĂŒber 8,6 Milliarden Tonnen Braunkohle, von denen sich etwa ein Drittel in existierenden Minen hauptsĂ€chlich auf der SĂŒdinsel befindet. Die Braunkohle stellt mehr als drei Viertel der Gesamtressourcen. Die bedeutendsten Erdöl- und Erdgasfelder befinden sich im Taranaki-Becken in der Tasmansee nahe der Stadt New Plymouth. Etwa die HĂ€lfte des Erdgases fließt in den petrochemischen Sektor und wird zum Beispiel zur Erzeugung von synthetischem Benzin verwendet, ein Viertel wird zur Energieerzeugung genutzt, und der Rest geht an Privathaushalte und Firmen. DarĂŒber hinaus werden noch Tonminerale und Kalkstein abgebaut.

Landwirtschaft

Seit Beginn der europĂ€ischen Besiedlung ist die Landwirtschaft in Form der Schafzucht auf extensiv bewirtschafteten Ranches ein wichtiges Standbein der neuseelĂ€ndischen Gesellschaft. ZunĂ€chst dienten Schafe ausschließlich als Wolllieferant, seit den 1880er Jahren, als der Export per KĂŒhlschiff möglich wurde, zusĂ€tzlich als Fleischlieferant. Zwischenzeitlich hatte Neuseeland in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts eine Wirtschaftskrise wegen einbrechender Wollpreise miterlebt. Dennoch blieb die Landwirtschaft ĂŒber lange Zeit der bedeutendste Wirtschaftszweig.

Die Zahl der Schafe erreichte im Jahr 1982 den Höchstwert von 70,3 Millionen und ist seitdem im Wesentlichen rĂŒcklĂ€ufig: 2006 waren es 40,1 Millionen, 2008 gab es 34,1 Millionen, 2009 noch 32,4 Millionen, 2016 waren es 27,6 Millionen und 2019 26,8 Millionen. Die Rinderzucht hat sich zu einem wichtigen Bereich entwickelt, die Zahl der Tiere steigt. 2008 lebten 5,3 Millionen MilchkĂŒhe in Neuseeland, 90 % der Milchprodukte werden exportiert, damit ist Neuseeland seit Langem der weltweit grĂ¶ĂŸte Exporteur von Milchprodukten. Die Rindfleischproduktion Neuseelands ist ebenso weltweit fĂŒhrend, etwa vier Millionen Fleischrinder leben aktuell auf den Inseln.

Neben der Tierzucht spielen auch Obst- und GemĂŒsebau eine große Rolle in der neuseelĂ€ndischen Landwirtschaft. Innerhalb des 20. Jahrhunderts wurde in Neuseeland der Anbau von vier Kulturpflanzen gestartet, die mit unterschiedlichem Erfolg auf den Weltmarkt gebracht wurden: Macadamiapflanzen, Kulturheidelbeer- und KiwistrĂ€ucher sowie AvocadobĂ€ume. Unter ihnen war zweifellos die Kiwifrucht am erfolgreichsten. Die ursprĂŒnglich aus Festlandchina stammende Pflanze wird seit den 1980er Jahren auch in anderen Teilen der Erde im großen Stil angebaut. Außerhalb der Volksrepublik China ist Italien der grĂ¶ĂŸte Produzent der Kiwifrucht. Abgesehen von wenigen Jahren – 2010 und 2019 wurde in Neuseeland mehr geerntet als in Italien – liegt Neuseeland in der Kiwi-Produktionsmenge (2018: 473.607 Tonnen, 2019: 558.191 Tonnen) nach China und Italien auf Platz drei. Wichtigster Handelspartner fĂŒr Molkereiprodukte, Obst und FrĂŒchte war trotz der großen Entfernungen Großbritannien. Ein Großteil der abgeholzten Gebiete dient als Weideland.

Tourismus

Von besonderer Bedeutung fĂŒr die neuseelĂ€ndische Wirtschaft ist auch der Tourismus. So gaben im Jahr 2002 nach offiziellen Angaben des neuseelĂ€ndischen Tourismusministeriums auslĂ€ndische Touristen ĂŒber 6,1 Milliarden NZ-Dollar im Land aus. Direkt oder indirekt hĂ€ngt nach SchĂ€tzungen der neuseelĂ€ndischen Regierung jede zehnte Arbeitsstelle im Land vom Tourismus ab.

Die Grundlage des neuseelĂ€ndischen Tourismus bilden die Vielfalt der Landschaften – KĂŒsten, Seen und Fjorde, Hochgebirge und Gletscher, Vulkane und heiße Quellen –, die ebenso ĂŒppige wie fremdartige Vegetation im Bush- wie im Tussockgrass-Country, die Nationalparks auf Nord- und SĂŒdinsel, in den Waldgebieten wie im Hochgebirge, die gut ausgebaute Infrastruktur und die aufgeschlossenen Bewohner Neuseelands.

Neuseeland zĂ€hlt mehr als zwei Millionen Touristen pro Jahr und wird oft als sauberer und grĂŒner Abenteuerspielplatz (englisch: clean, green adventure playground) bezeichnet. Bis vor einigen Jahren war der durchschnittliche Neuseeland-Urlauber Rucksacktourist oder Bungeespringer. Obwohl der Abenteuertourismus immer noch eine extrem bedeutende Rolle einnimmt, bemĂŒht sich die neuseelĂ€ndische Reiseindustrie seit einiger Zeit auch verstĂ€rkt um Kurzurlauber mit hohem Budget, die sich als „interaktive Reisende“ sehen. Die Tage der europĂ€ischen Abenteuertouristen sind nicht gezĂ€hlt, aber es gibt eine klare Tendenz zu einem „luxuriösen Neuseeland“. Bislang wurden von Qualmark, Neuseelands offiziellem Bewertungsservice fĂŒr UnterkĂŒnfte, ĂŒber 160 Hotels mit fĂŒnf Sternen ausgezeichnet. Diese Entwicklung findet in den Kreisen von Abenteuerurlaubern und Rucksacktouristen allerdings immer mehr Kritik, da das Land angeblich zunehmend zu einem Pauschal-Urlaubsziel werde. Es ist zwar nicht zu erwarten, dass der Tourismus in Neuseeland in den nĂ€chsten Jahren abnimmt, allerdings werden vermutlich in einigen Jahren wesentlich weniger Abenteuerurlauber das Land besuchen.

Die neuseelĂ€ndische Regierung erteilt fĂŒr viele Staatsangehörige westlicher LĂ€nder ein „Working Holiday Scheme Visa“, das in Deutschland oft Work-und-Travel-Visum genannt wird. Mit diesem Visum sind Reisende (zwischen 18 und 30 Jahre) berechtigt, sich bis zu zwölf Monate im Land aufzuhalten und zu arbeiten. Ein solches Visum wird von sehr vielen EuropĂ€ern und Nordamerikanern genutzt, um eine mehrmonatige Reise durch das Land zu unternehmen und sich zwischendurch mit Jobs wie beispielsweise Erntehelfer die Reisekasse aufzubessern.

Touristen, GeschĂ€ftsreisende und Besucher aus der EuropĂ€ischen Union mit gĂŒltigem Reisepass konnten sich bis zu drei Monate ohne explizites Visum im Land aufhalten; allerdings wird seit Oktober 2019 dieser Tourismus mit EinreisegebĂŒhren reglementiert, die beim nun obligatorischen elektronischen Visaantrag NZeTA erhoben werden. Bis zu neun Monate Aufenthalt ist mit einem Visitor Visa möglich. Eine erneute Einreise ist aber erst nach einer Wartezeit in Höhe der letzten Aufenthaltsdauer erlaubt.

Die meisten Touristen kommen an den internationalen FlughĂ€fen in Auckland, Wellington, Christchurch und Queenstown an. Die beliebtesten Reiseziele sind Rotorua, die Waitomo Caves, die Coromandel Peninsula, das Fjordland mit dem Milford Sound, Queenstown, Auckland, die Bay of Islands, Dunedin und die Region Hawke’s Bay.

Außenhandel

Nach dem EU-Beitritt Großbritanniens und der damit gesunkenen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten musste Neuseeland nach neuen MĂ€rkten Ausschau halten. Mittlerweile sind Australien, die VR China, Japan sowie die ostasiatischen Tigerstaaten die wichtigsten Handelspartner des Landes. Die Wirtschaftskrise in Ostasien 1998/99 hat daher auch Neuseeland getroffen. Neuseeland weist schon seit langer Zeit eine negative Handelsbilanz auf, die etwa acht Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts darstellt. Alle Exporte Neuseelands beliefen sich im Jahr 2005 auf 29,2 Milliarden US-Dollar, die gesamten Importe auf 35,8 Milliarden US-Dollar. Die wichtigsten Wirtschaftsbereiche fĂŒr Exporte sind die Landwirtschaft, Gartenbau, Fischerei und die Forstwirtschaft. Bedeutend fĂŒr Neuseeland sind auch der Tourismus- und Dienstleistungssektor. Wichtige Einfuhrprodukte sind Automobile, Traktoren, sonstige technische GerĂ€te sowie medizinische Produkte. Deutschland nimmt als Importpartner mit einem Anteil von 5,2 % den fĂŒnften Rang ein.

Australien ist vor allem auch in wirtschaftlicher Hinsicht der wichtigste Partner Neuseelands. So besteht zwischen beiden LÀndern seit 1983 eine 24 Millionen Menschen umfassende Freihandelszone mit dem Namen Closer Economic Relations, die in den darauf folgenden Jahren immer weiter geöffnet und auf fast alle wirtschaftlichen Bereiche ausgeweitet wurde. In Zukunft soll ein gemeinsamer Binnenmarkt RealitÀt werden und zum Beispiel auch Steuern vereinheitlicht werden.

Seit 2000 existiert auch mit Singapur eine Freihandelsvereinbarung. Diese wurde 2005 um Chile und Brunei erweitert und ist nun unter dem Namen P4 Agreement (P4-Abkommen) bekannt. Neuseeland sucht weiter nach Ă€hnlichen Abkommen im pazifischen Raum. Seit 2005 werden Verhandlungen ĂŒber eine Freihandelszone mit der VR China gefĂŒhrt.

Energieversorgung

Im Jahr 2014 deckte Neuseeland seinen PrimĂ€renergiebedarf zu 40 % mit erneuerbaren Energien, zu 31 % mit Erdöl und zu 23 % mit Erdgas, wĂ€hrend Kohle nur eine untergeordnete Rolle spielte. 2019 wurden 39,5 % der PrimĂ€renergie aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Die Stromerzeugung 2014 in Höhe von ca. 42,3 Terawattstunden basierte zu 80 % auf erneuerbaren Energien; 2018 lag der Anteil der erneuerbaren bei 84 %, 2019 bei 82,4 %. Bis 2025 soll der Anteil im Rahmen der Energiewende auf 90 % steigen. Technisch gesehen wĂ€re es auch möglich, den gesamten Strombedarf ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu decken.

Die bedeutendste Stromquelle war 2014 die Wasserkraft, die ĂŒberwiegend auf der SĂŒdinsel genutzt wird, mit einem Anteil von 57 % an der gesamten Stromerzeugung, gefolgt von der Geothermie, deren Anteil etwa 16,2 % betrug und die zugleich auch als wichtiger WĂ€rmelieferant dient. Den wichtigsten fossilen Brennstoff bildete Erdgas, das 15,7 % des erzeugten Stroms lieferte. Neuseeland ist trotz eigener Öl- und Gasfelder nicht unabhĂ€ngig von Importen aus anderen Fördergebieten, da das meiste Öl als Kraftstoff fĂŒr Autos aus dem Ausland stammt. Eine immer wichtiger werdende Rolle spielt neben der Solarenergie und der Energiegewinnung aus Biomasse auch die Windenergie, die im Jahr 2019 5,1 % der erzeugten ElektrizitĂ€t lieferte. August 2015 hatte der Kraftwerksbetreiber Genesis Energy angekĂŒndigt, die letzten beiden Kohlekraftwerke in Neuseeland bis 2018 zu schließen; allerdings wurde die Laufzeit im Jahr 2016 bis 2022 verlĂ€ngert.

In den 1960er Jahren bestanden zwar PlĂ€ne zum Bau von Kernkraftwerken in Neuseeland, die aber nach der Entdeckung großer KohlelagerstĂ€tten und Gasfelder 1972 schließlich verworfen wurden. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Energiegewinnung aus Wasserkraft immer mehr ausgebaut und Neuseeland wurde zu einem „Vorzeigeland“ mit einem grĂŒnen, sauberen Image. Der gestiegene Verbrauch wurde ĂŒber Jahre hinweg mit dem Ausbau von Gaskraftwerken kompensiert, deren Auslastung zuletzt aber durch den wachsenden Anteil erneuerbaren Energien wieder zurĂŒckging. 1987 wurde Neuseeland per Gesetz zu einer „nuklearfreien Zone“ erklĂ€rt; der Status ist seither unverĂ€ndert (Stand Dezember 2015).

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2015 Ausgaben von umgerechnet 65,0 Milliarden US-Dollar; dem standen Einnahmen von umgerechnet etwa 65,55 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein HaushaltsĂŒberschuss in Höhe von 0,18 % des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2015 41,8 Milliarden US-Dollar oder 25,2 % des BIP.

Der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche betrug:

  • Gesundheit: 11 % (2014)
  • Bildung: 6,3 % (2014)
  • MilitĂ€r: 1,1 % (2012)

Kultur

Seit der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts prĂ€gten grĂ¶ĂŸtenteils die europĂ€ischen Einwanderer die Kultur Neuseelands. Die meisten Immigranten wanderten aus dem „Mutterland“ Großbritannien ein. Dabei gibt es bedeutende regionale Unterschiede: Der SĂŒdteil der SĂŒdinsel zum Beispiel ist vornehmlich schottisch geprĂ€gt. So soll es in Neuseeland mehr DudelsĂ€cke geben als in Schottland. In den letzten Jahrzehnten erlebte schließlich auch die Māori-Kultur einen Aufschwung. Außerdem verzeichnete das Land große Einwanderungsströme von den pazifischen Inseln und – vor allem in den letzten Jahren – aus SĂŒd-, Ost- und SĂŒdostasien. Diese ethnischen Gruppen leben hauptsĂ€chlich im SĂŒden des Großraums Auckland. Folglich treffen in Neuseeland verschiedenste Kulturen aus dem pazifischen Raum auf die westliche Lebensweise Großbritanniens, zu dem das Land immer noch eine starke Bindung hat.

In Neuseeland gilt das metrische Einheitensystem.

Feiertage

Neben diesen landesweiten Feiertagen wurden 1981 die Provincial Anniversary Days eingefĂŒhrt, deren Datum jede (historische) Region Neuseelands selbst festlegen kann. Mit diesen Feiertagen wird an die GrĂŒndung der Provinz oder die Ankunft der ersten Siedler in dem bestimmten Gebiet erinnert.

Medien

Am 18. April 1840 wurde mit der New Zealand Gazette die erste neuseelÀndische Zeitung veröffentlicht. Heute beherrscht der zur australischen Gruppe APN News & Media gehörige New Zealand Herald aus Auckland mit einer tÀglichen Auflage von etwa 200.000 Exemplaren den neuseelÀndischen Zeitungsmarkt. Dieser wird gefolgt von der erst im Jahr 2002 aus einer Fusion entstandenen Dominion Post mit Sitz in Wellington (tÀgliche Auflage: 100.000 Exemplare) sowie von The Press aus Christchurch mit etwa 90.000 Exemplaren tÀglich. Letztere gehören beide zur auch in Australien tÀtigen Fairfax Group. Die Àlteste noch erscheinende Tageszeitung des Landes ist die Otago Daily Times, die in Dunedin herausgegeben wird.

Seit 1925 wurde an der Entwicklung eines landesweit empfangbaren Radiosenders gearbeitet. Dieses Vorhaben war bis etwa 1936 abgeschlossen. Seit 1962 war nicht mehr direkt die Regierung, sondern die New Zealand Broadcasting Corporation (NZBC) fĂŒr die Verwaltung der öffentlichen Sendestationen des Landes zustĂ€ndig. Seitdem wurden die ZustĂ€ndigkeiten oft neu gegliedert, doch ein nicht-kommerzielles Sendeschema blieb integraler Bestandteil von Radio New Zealand, das seit 1995 ein eigenstĂ€ndiges Unternehmen ist, jedoch weiterhin eine Crown Entity darstellt. Neben Radio New Zealand, das zahlreiche landesweite Radiosender betreibt, existieren zahllose private Sendestationen.

Im Fernsehbereich war Neuseeland ein SpĂ€tzĂŒnder. Nachdem die BBC in Großbritannien schon im Jahr 1936 ihren Betrieb aufnahm, folgten die USA nur drei Jahre spĂ€ter mit der NBC. Das erste offizielle Fernsehprogramm in Neuseeland wurde ab dem 1. Juni 1960 ausgestrahlt und nur in Auckland empfangen. In den folgenden Jahren wurde der Empfang auf den grĂ¶ĂŸten Teil des Landes ausgeweitet. Weitere Meilensteine im neuseelĂ€ndischen Rundfunkbereich folgten 1971, als das Land erstmals Zugang zu Satelliten hatte und somit in der Lage war, Live-Sendungen aus allen Teilen der Erde zu empfangen, und 1974, als das Farbfernsehen wegen der in Christchurch stattfindenden British Commonwealth Games eingefĂŒhrt wurde. Neben den beiden nationalen Sendestationen TV One und TV2 wurden seit der Deregulierung 1989 einige private Sender eingefĂŒhrt: Die zu CanWest Global Communications gehörigen TV3 und C4 und zuletzt Prime TV. Des Weiteren gibt es zwei Bezahlfernseh-Anbieter. Seit 2004 gibt es einen nationalen Sender, der ĂŒberwiegend in Māori sendet. Das auf der digitalen DVB-Technik basierende, frei empfangbare FreeView soll Platz fĂŒr 18 Sender bieten und das analoge Fernsehen bis spĂ€testens 2016 ablösen. Ein Großteil der neuseelĂ€ndischen Sender können beispielsweise in Auckland via DVB-T empfangen werden, wobei die nationalen Fernsehsender TV One und TV2 sowie TV3 hochauflösend in 1080i ausstrahlen. Die 1960 eingefĂŒhrten RundfunkgebĂŒhren wurden 1999 abgeschafft.

Im Jahr 2017 nutzten 91 Prozent der Einwohner Neuseelands das Internet.

Film

Von der StummfilmĂ€ra an gab es im Wesentlichen nur Dokumentarfilme, als bedeutende Filmschaffende dieser Zeit sind mindestens John O’Shea (Pacific Films) und Rudall Hayward zu erwĂ€hnen. 1978 trat der New Zealand Film Commission Act in Kraft.

Sam Neill drehte 1995 fĂŒr das British Film Institute ĂŒber seine Heimat und deren Filmkunst das „Kino der Unruhe“: „Alle NeuseelĂ€nder gehen gerne ins Kino“ (bezogen auf die 1950er Jahre). Ihm zufolge war 1977 Schlafende Hunde von Roger Donaldson bzw. Ian Mune so etwas wie eine InitialzĂŒndung fĂŒr den neuseelĂ€ndischen Film.

In den letzten Jahren ist Neuseeland, nicht zuletzt durch den weltweiten Erfolg der mit 17 Oscars prĂ€mierten Trilogie Der Herr der Ringe (Lord of the Rings) und der Trilogie Der Hobbit (2012, 2013, 2014) unter der Regie von Peter Jackson, zu einem bekannten Filmland geworden. NeuseelĂ€ndische Regisseure sind jedoch bereits seit vielen Jahren auch international tĂ€tig: So wurde in Cannes bereits 1984 das Erstlingswerk Vigil von Vincent Ward gezeigt. Im Jahr 1986 lief der Science-Fiction-Film Quiet Earth – Das letzte Experiment (Regie: Geoff Murphy) in deutschen Kinos.

In den 1990er Jahren erzielten erstmals auch Filme, die neuseelĂ€ndische Themen zum Gegenstand haben, internationale Erfolge. Herausragend war dabei das mit drei Oscars und der Goldenen Palme preisgekrönte Drama Das Piano der Regisseurin Jane Campion. Etwa zur gleichen Zeit erschienen auch Peter Jacksons Film Heavenly Creatures sowie Lee Tamahoris Romanverfilmung Die letzte Kriegerin (Once Were Warriors), die auch dort sehr beliebt ist. Zu den bekanntesten Filmen der letzten Jahre gehört der ebenfalls auf einem Roman basierende Film Whale Rider (Regie: Niki Caro). Zwei weitere Filme, die neuseelĂ€ndische Themen zum Gegenstand haben, sind Mit Herz und Hand (The World’s Fastest Indian) von Roger Donaldson und River Queen von Vincent Ward.

Die bislang erfolgreichsten neuseelĂ€ndischen Filme Boy und Wo die wilden Menschen jagen stammen von Taika Waititi, der daraufhin von Marvel Studios als Regisseur fĂŒr Thor: Tag der Entscheidung verpflichtet wurde.

Die international sehr erfolgreiche Fantasy-Serie Xena (1995–2001) wurde in Neuseeland gedreht. Die Hauptdarstellerin Lucy Lawless ist gebĂŒrtige NeuseelĂ€nderin.

Zu den neuesten Filmen neuseelĂ€ndischer Regisseure zĂ€hlen King Kong (Regie: Peter Jackson) und Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (Regie: Andrew Adamson). FĂŒr die Spezialeffekte in zahlreichen internationalen Produktionen sorgt der in Wellington ansĂ€ssige Weta Workshop. Neuseeland dient auch in verschiedenen Filmen als Kulisse, so beispielsweise in Vertical Limit und Last Samurai.

Musik

Neben der traditionellen Musik der Māori wird die neuseelĂ€ndische Unterhaltungsmusik grĂ¶ĂŸtenteils von KĂŒnstlern bestimmt, die westlich geprĂ€gte Musikstile pflegen. Besonders im Indie-Rock sind einige Bands jedoch immer wieder durch ihren eigenwilligen Klang aufgefallen, so dass sich fĂŒr diesen Teil der Musikszene auch der Begriff Kiwi Rock etabliert hat.

Einen der weltweit bestverkauften Popsongs aus Neuseeland stellt die 1996 veröffentlichte Single How Bizarre der Gruppe OMC dar. Weitere namhafte KĂŒnstler mit internationaler Bekanntheit sind die SĂ€ngerinnen Lorde, Kimbra, Brooke Fraser, Bic Runga und Ladyhawke sowie die Gruppen The Naked and Famous, Fat Freddy’s Drop und Flight of the Conchords.

Eine der ersten erfolgreichen Rockbands aus Neuseeland war die Formation Split Enz um die BrĂŒder Neil Finn und Tim Finn, die mit der Single I Got You 1980 ihren grĂ¶ĂŸten Hit verzeichnen konnte. Beide sind auch heute noch musikalisch aktiv. Neil Finn grĂŒndete 1985 zudem die Band Crowded House, deren Song Don’t Dream It’s Over 1987 ein Welthit wurde.

In den 1980er Jahren beeinflusste das Independent-Label Flying Nun Records den Rocksektor nachhaltig. WÀhrend Gruppen wie The Chills, The Clean, The Verlaines und Tall Dwarfs den sogenannten Dunedin Sound prÀgten, zÀhlen Bailter Space aus Christchurch bis heute zu den bekanntesten Vertretern des neuseelÀndischen Noise-Rocks. Auch danach brachte die einheimische Musikszene insbesondere in den Bereichen Indie und Alternative Rock eine Vielzahl nennenswerter Bands hervor, dazu gehören unter anderem The Datsuns, The Veils, The Brunettes, The Ruby Suns, OpShop, Evermore, Kerretta und Die! Die! Die!.

Das Land verfĂŒgt ĂŒber ein nationales Sinfonieorchester. Aus Neuseeland stammt zudem eine Reihe bekannter Opernstars, dazu zĂ€hlen vor allem Frances Alda, Malvina Major, Donald McIntyre und Kiri Te Kanawa. Die klassische SĂ€ngerin Hayley Westenra ist ebenfalls eine international anerkannte KĂŒnstlerin.

Literatur

Die Māori besitzen eine ausgeprĂ€gte ErzĂ€hlkultur mit zahlreichen Sagen und Geschichten, die rein mĂŒndlich weitergegeben wurden. Seit der Verschriftlichung der Sprache wurden viele von ihnen niedergeschrieben; sie sind teilweise auch in deutscher Übersetzung erschienen. Wichtige Motive der Mythen sind unter anderen die Entstehung der Welt sowie Neuseelands. Letztere ist untrennbar verbunden mit der Geschichte des Halbgottes Māui, der Neuseeland aus dem Meer angelte. Andere Geschichten erzĂ€hlen von der Reise Kupes, der Neuseeland fĂŒr die Menschen aus Hawaiki entdeckte, und der Besiedlung des Landes, aber auch vom Leben der Māori im modernen Neuseeland. Einer der bedeutendsten Māori-Autoren der Gegenwart ist Witi Ihimaera. Weitere bekannte Autoren, die Māori-Themen verarbeiten, sind Keri Hulme, Patricia Grace und Alan Duff.

Auch wenn Veröffentlichungen in der Sprache Māori zunehmen, ist ein Großteil der neuseelĂ€ndischen Literatur auf Englisch geschrieben. Die frĂŒhesten SchriftstĂŒcke ĂŒber Neuseeland sind die Berichte der europĂ€ischen Entdecker, insbesondere die TagebĂŒcher von James Cook, die er bei seinen drei Reisen in den Pazifik fĂŒhrte, sowie der Reisebericht von Georg Forster, der Cook auf dessen zweiter Pazifik-Reise begleitete. Als neuseelĂ€ndische Autoren werden hĂ€ufig auch Einwanderer, die im Ausland geboren wurden, und StaatsbĂŒrger, die ausgewandert sind, miteingerechnet. Zu letzteren zĂ€hlt unter anderen Katherine Mansfield. Eine der bekanntesten englischsprachigen Autorinnen Neuseelands ist Janet Frame. Zu den bedeutendsten Autorinnen Neuseelands gehört auch Alice Esther Glen (1881–1940), geboren in Christchurch, Neuseeland. Bereits im Alter von 11 Jahren gewann sie einen Kurzgeschichten-Wettbewerb der englischen Zeitschrift Little Folks. Zu ihren erfolgreichsten BĂŒchern zĂ€hlen die Kinder- und Jugendbuchklassiker Six little New Zealanders (1917) und Uncles Three at Kamahi (1926). Seit 1925 war Glen auch journalistisch tĂ€tig und engagierte sich in der Sozialarbeit fĂŒr bedĂŒrftige Kinder und Frauen. Ihr zu Ehren wurde 1945 der Esther Glen Award ins Leben gerufen, Neuseelands Ă€ltester und bis heute renommiertester Kinderbuchpreis.

Sport

In Neuseeland spielt Sport eine sehr große Rolle. In den wichtigsten Sportarten des Commonwealth – Rugby, Cricket und Netball – gehört Neuseeland zur Weltspitze. Bei den Olympischen Sommerspielen sowie den Commonwealth Games gewinnt Neuseeland regelmĂ€ĂŸig eine – fĂŒr seine geringe Einwohnerzahl – relativ hohe Anzahl an Medaillen. In den 1950er bis 1980er Jahren hat Neuseeland immer wieder einige herausragende Leichtathleten hervorgebracht, vor allem Mittel- und LangstreckenlĂ€ufer sowie Speerwerfer. Mit Arthur Lydiard gab es zudem einen Trainer, dessen System seiner Zeit voraus war. Derzeit gehört die Kugelstoßerin Valerie Adams (zeitweise unter dem Namen Valerie Vili) zur Weltspitze.

DarĂŒber hinaus zĂ€hlt Neuseeland zu den fĂŒhrenden Nationen beim Segeln. 1995 und 2000 gewann das Team New Zealand unter den Skippern Russell Coutts und Dean Barker den America’s Cup und 2007 und 2013 den Louis Vuitton Cup. Zahlreiche Wassersportarten, zum Beispiel Surfen oder Rudern, gehören zu den in Neuseeland beliebten FreizeitaktivitĂ€ten. Dies gilt ebenso fĂŒr Golf, Tennis sowie eine Vielzahl an Wintersportarten, zum Beispiel Curling, Skifahren oder Snowboarden.

Rugby

Nationalsportart des Landes ist Rugby Union. Die neuseelĂ€ndische Nationalmannschaft heißt aufgrund ihrer durchgehend schwarzen Spielkleidung All Blacks. Trotz der nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig großen Einwohnerzahl des Landes haben die All Blacks jahrelang die Weltrangliste angefĂŒhrt und stehen aktuell auf Platz 2. Sie sind die berĂŒhmteste und erfolgreichste Mannschaft in der Geschichte des internationalen Rugby und haben gegen jeden bisherigen Gegner eine positive Gewinnbilanz, also mehr Spiele gewonnen als verloren. Zudem konnte die Mannschaft 1987, 2011 und 2015 die Rugby Union Weltmeisterschaft gewinnen und ist gemeinsam mit SĂŒdafrika Rekordweltmeister. Neben der Weltmeisterschaft zĂ€hlt die jĂ€hrlich ausgetragene Rugby Championship (frĂŒher Tri Nations) gegen die Teams aus Argentinien, Australien und SĂŒdafrika zu den festen Turnieren des Teams. Weiterhin spielen FreundschaftslĂ€nderspiele auf der traditionellen Europatour im Herbst gegen alle vier Nationalmannschaften der britischen Inseln (England, Irland, Schottland, Wales) oder gegen die besuchenden British and Irish Lions (All-Star-Auswahl der LĂ€nder der britischen Inseln) eine bedeutende Rolle. Neben ihrem sportlichen Erfolg sind die All Blacks auch fĂŒr den Haka bekannt, einen auf die Māori zurĂŒckgehenden Kriegstanz, der vor jeder Partie zelebriert wird. Der MĂ€nnlichkeitskult des Rugbys ist jedoch auch mit dem weit verbreiteten Sexismus in der Gesellschaft Neuseelands in Zusammenhang gebracht worden.

Vereins-Rugby spielt in Neuseeland eine unbedeutende Rolle und ist reiner Amateursport. Alle Profiteams sind Provinzmannschaften. Im internationalen Provinzrugby spielen die neuseelĂ€ndischen Franchise-Teams Blues, Chiefs, Crusaders, Highlanders und Hurricanes in der Super Rugby-Meisterschaft gemeinsam mit Teams aus Australien und SĂŒdafrika. Die professionelle neuseelandweite Rugby Union Provinzmeisterschaft ist der ITM Cup.

In letzter Zeit erfreut sich auch Rugby League steigender Beliebtheit in Neuseeland. Die neuseelÀndische Rugby-League-Nationalmannschaft gewann 2008 erstmals die Weltmeisterschaft. Seit 1995 spielt mit den New Zealand Warriors ein Team aus Auckland in der australischen National Rugby League. Besonders populÀr ist Rugby League innerhalb der polynesischen Bevölkerung Neuseelands.

Motorsport

Neuseeland hat zusammen mit Australien eine lebendige Motorsportszene und stellte in den 1960er und 1970er Jahren mit Denis Hulme und Chris Amon zwei erfolgreiche Formel-1-Fahrer, Hulme wurde 1967 sogar Formel-1-Weltmeister. Noch bekannter ist jedoch Bruce McLaren, der im Jahr 1966 das bis heute in der Formel 1 bestehende McLaren-Team grĂŒndete.

Neben den heute noch benutzten Manfeild Circuit Chris Amon in Feilding, Pukekohe Park Raceway (2,91 km) bei Auckland und Teretonga Park (2,574 km) bei Invercargill existierten mehrere Rennstrecken, auf denen Fahrermeisterschaften mit Tasman-Formel 2,5-Liter Monoposti (Tasman-Serie) durchgefĂŒhrt wurden:

  • Levin Circuit – 1,931 km bei Levin
  • Wigram Airfield – 3,701 km bei Christchurch

Neue Strecken gibt es bei Timaru (Timaru International Raceway, 1,6 km bzw. 2,4 km, gegen den Uhrzeigersinn), Taupo (1,3 km, 2,3 km und 3,32 km, gegen den Uhrzeigersinn), Cromwell (Neuseeland) (Highlands Motorsport Park, 4,1 km, im Uhrzeigersinn), Christchurch (Ruapuna Park, 3,33 km, gegen den Uhrzeigersinn) und Hampton Downs (Hampton Downs Motorsport Park, 2,63 km, im Uhrzeigersinn).

In den Jahren 2003 und 2004 wurde auf dem Pukekura Raceway in New Plymouth im Rahmen der Langbahn-Weltmeisterschaft der Langbahn-WM Grand Prix von Neuseeland ausgetragen. Im Western Springs Stadium in Auckland findet seit 2012 im Rahmen der Speedway-Einzel-Weltmeisterschaft der Speedway-WM Grand Prix von Neuseeland statt. Die Speedway-Fahrer Ivan Mauger, Barry Briggs und Ronnie Moore holten insgesamt 12 Speedway-Einzel-WM-Titel fĂŒr Neuseeland. Ivan Mauger wurde zudem noch dreimal Langbahn-Weltmeister.

Fußball

Einer wachsenden Beliebtheit als Mannschaftssportart erfreut sich der Fußball in Neuseeland. Die Frauennationalmannschaft nahm bereits an vier Fußballweltmeisterschaften teil. Die All Whites genannte Nationalmannschaft der MĂ€nner qualifizierte sich nach der WM 1982 zur Weltmeisterschaftsendrunde 2010 in SĂŒdafrika, bei der die Mannschaft ungeschlagen als Gruppendritter vor Titelverteidiger Italien ausschied.

Mit Wellington Phoenix stellt das Land bei den MĂ€nnern einen Verein in der australischen A-League. Die New Zealand Football Championship löste 2004 die National Soccer League als höchste nationale Spielklasse ab. Zur internationalen Bekanntheit schaffte es Wynton Rufer, der zu Ozeaniens Fußballer des Jahrhunderts gewĂ€hlt wurde. Er spielte u. a. bei Werder Bremen in der deutschen Bundesliga und war an nationalen und internationalen Erfolgen beteiligt. Fußball wird oft im Amateur-Bereich gespielt, doch selten professionell.

Cricket

Neben Rugby ist vor allem Cricket Neuseelands erfolgreichste Mannschaftssportart. Die neuseelĂ€ndische Cricket-Nationalmannschaft Black Caps, deren Spitzname sich wie viele andere neuseelĂ€ndische Nationalmannschaften vom Rugby-Union-Äquivalent ableitet, verfĂŒgt seit 1930 ĂŒber Teststatus, was zur Teilnahme an der angesehensten Stufe des Crickets berechtigt. Neuseeland nahm an jedem Cricket World Cup teil und war 1992 erstmals gemeinsam mit Australien Gastgeber des Turniers. Seit den 2010er Jahren gelang den Black Caps die Etablierung an der Weltspitze. Bei der Weltmeisterschaft 2015, die zusammen mit Australien ausgetragen wurde, erreichte man erstmals das Finale, das jedoch gegen den Nachbarn verloren ging. Bei der Weltmeisterschaft 2019 in England gelang die Wiederholung dieses Erfolges, als man dem Gastgeber nach Anzahl der Boundaries unterlag, nachdem das Finale und (das anschließende Super Over) erstmals unentschieden endete. Im Test Cricket, der angesehensten Stufe des Crickets, erreichte Neuseeland 2021 erstmals den ersten Platz der ICC-Test-Rangliste. Im Juni 2021 gewann Neuseeland das Finale der ersten ICC World Test Championship gegen Indien mit acht Wickets. Beim T20 World Cup 2021 in Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten erreichte Neuseeland erstmals das Finale in diesem Format, unterlag dort jedoch gegen Australien mit acht Wickets. Gemeinsam mit Australien wird Neuseeland den T20 World Cup 2028 anbieten.

Siehe auch

  • Frauenwahlrecht in Neuseeland

Literatur

  • Michael King: The Penguin History of New Zealand. Penguin Books, Auckland 2003, ISBN 0-14-301867-1. 
  • Helga Neubauer: Das Neuseeland Buch. 1. Auflage. NZ Visitor Publications, Nelson 2003, ISBN 1-877339-00-8. 
  • Tom Brooking (Hrsg.): The History of New Zealand. Greenwood Press, Westport Connecticut 2004, ISBN 0-313-32356-9. 
  • Giselle Byrnes: The new Oxford history of New Zealand. Oxford University Press, Sydney 2009, ISBN 978-0-19-558471-4.
  • Hermann MĂŒckler: Australien, Ozeanien, Neuseeland. Frankfurt am Main 2020: S. Fischer Verlag (Neue Fischer Weltgeschichte, Bd. 15), ISBN 978-3-10-010845-6.

Weblinks

  • Literatur zu Neuseeland im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Services A–Z, Government A–Z. New Zealand Government, abgerufen am 27. Dezember 2014 (englisch, Portal der neuseelĂ€ndischen Regierung). 
  • Kia ora - Welcome to New Zealand. New Zealand Government, abgerufen am 27. Dezember 2014 (englisch, Willkommens-Webseite mit Links zu Tourismus, Wirtschaft, Bildung und Einwanderung). 
  • Te Ara – The Encyclopedia of New Zealand. Ministry for Culture Heritage, abgerufen am 27. Dezember 2014 (englisch). 
  • Links - local history. In: New Zealand History. Ministry for Culture & Heritage, abgerufen am 27. Dezember 2014 (englisch). 
  • Links - local history institutions. In: New Zealand History. Ministry for Culture & Heritage, abgerufen am 27. Dezember 2014 (englisch). 
  • Paperpast. National Library of New Zealand, abgerufen am 27. Dezember 2014 (englisch, archivierte Zeitungen aus den Jahren 1839 bis 1945). 
  • New Zealand's environmental reporting series: Environment Aotearoa 2019, 18. April 2019 (abgerufen am 1. Mai 2020)
  • Ministry for the Environment: Online summary of Environment Aotearoa 2019, (abgerufen am 1. Mai 2020)

Webseiten der Botschaften und AuswĂ€rtigen Ämter (DE, A, CH)

  • New Zealand Embassy Berlin, Germany. New Zealand Foreign Affairs & Trade, abgerufen am 18. Februar 2018 (NeuseelĂ€ndische Botschaft in Berlin). 
  • New Zealand Embassy and Permanent Mission, Vienna, Austria. New Zealand Foreign Affairs & Trade, abgerufen am 18. Februar 2018 (NeuseelĂ€ndische Botschaft in Österreich). 
  • Switzerland. New Zealand Foreign Affairs & Trade, abgerufen am 18. Februar 2018 (Die Schweiz ist ĂŒber die Botschaft in Berlin akkreditiert). 
  • Neuseeland. AuswĂ€rtiges Amt (Deutschland), abgerufen am 27. Dezember 2014 (Basisinformationen zu Neuseeland). 
  • Neuseeland. Bundesministerium fĂŒr Europa, Integration und Äusseres (Österreich), abgerufen am 27. Dezember 2014 (Basisinformationen zu Neuseeland). 
  • Neuseeland. Eidgenössisches Departement fĂŒr auswĂ€rtige Angelegenheiten EDA (Schweiz), abgerufen am 27. Dezember 2014 (Basisinformationen zu Neuseeland). 

Einzelnachweise


 

Region Regionen (14)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Auckland -36.063 -39.297 174.182 176.508  
Bay of Plenty -37.369 -39.167 175.809 178.077  
Canterbury -41.915 -45.06 169.544 174.082  
Gisborne -37.552 -40.454 176.103 178.566  
Hawke's Bay -39.679 -39.681 176.944 176.951  
Manawatu-Wanganui -38.562 -41.62 174.6 176.63  
Marlborough -40.709 -42.471 172.706 174.401  
Nelson -41.056 -41.389 173.185 173.591  
Northland -34.398 -36.399 172.674 174.656  
Otago -43.963 -46.661 168.126 171.159  
Southland -44.266 -47.278 166.467 169.225  
Taranaki -38.707 -39.859 173.759 175.068  
Tasman -40.502 -42.313 172.064 173.285  
West Coast -40.778 -44.49 168.103 172.702  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: New Zealand

Name englisch: New Zealand
Hauptstadt: Wellington
Kfz: NZ
ISO: NZ
ISO3: NZL
Fläche: 268680 km²
Tld: .nz
Wärung Einheit: NZD
Währung: Dollar
Vorwahl: 64

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -29.2313419
südlichster Punkt: -52.6194185
westlichster Punkt: 165.8694369
östlichster Punkt: -176.154224


 
Neuseeland: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Neuseeland. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.