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Staat Informationen : Papua-Neuguinea

Informationen:


Papua-Neuguinea ([ňąpaňźpuŐĮa n…Ē…™ŐĮgiňąneňźa], Tok Pisin Independen Stet bilong Papua Niugini) ist nach Indonesien und Madagaskar der fl√§chenm√§√üig drittgr√∂√üte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik, wird zum australischen Kontinent gerechnet und umfasst den Osten der Insel Neuguinea (Westneuguinea geh√∂rt zu Indonesien) sowie mehrere vorgelagerte Inseln und Inselgruppen.

Geographie

Etwa 80 % der Landesfläche werden vom Ostteil der gebirgigen Insel Neuguinea eingenommen. Daneben gibt es eine Reihe von Inseln und Inselgruppen. Papua-Neuguinea ist Teil des pazifischen Großraums Melanesien, der von Neuguinea bis zu den Fidschi-Inseln im Osten reicht. Geografisch liegt Neuguinea am Rande des tiefen Ozeanbeckens auf einem stark verformten, bis heute vulkanisch aktiven Teil der Erdkruste. Vom Miozän bis zum Pleistozän faltete sich die Erdoberfläche hier stark und schuf die Buchten, Gebirge und Inselketten des Landes.

Geologie

Die ganze Insel wird durchzogen von einem etwa 200 Kilometer breiten, ver√§stelten Gebirge, das von steilen T√§lern und wenig zug√§nglichen Ebenen gepr√§gt ist. Diese Landesnatur beg√ľnstigte die isolierte Stammesbildung, wie sie in Neuguinea stattgefunden hat. H√∂chster Berg in Papua-Neuguinea ist der Mount Wilhelm mit 4.509 Metern, knapp unterhalb der ganzj√§hrigen Schneegrenze.

Die Landschaften sind √§u√üerst vielf√§ltig und abwechslungsreich. In den durch starke H√∂henunterschiede gekennzeichneten Gebirgen befinden sich spitze Bergkuppen, breite T√§ler, Gletscher, Regenwald, Vulkane, Grasfl√§chen, Hochgebirgswald und alpine Ebenen. Zwischen Gebirge und K√ľstenland befinden sich Mangrovens√ľmpfe, Savannen sowie fruchtbares Schwemmgebiet von Fl√ľssen und Regenwald. Der l√§ngste Fluss Papua-Neuguineas ist der 1.126¬†Kilometer lange Sepik. Vor der Nordk√ľste liegen ausgedehnte Korallenriffe.

Nach Grönland ist Neuguinea die zweitgrößte Insel der Erde und wird weiträumig von zahlreichen Inselgruppen umgeben, die geographisch in vier Hauptgruppen unterteilt werden können.

und Fl√ľsse in Papua-Neuguinea

√Ėkologie

In Neuguinea konnte sich im Laufe der Erdgeschichte eines der f√ľnf Zentren der gr√∂√üten Biodiversit√§t auf der Erde entwickeln. Mit dieser besonders gro√üen Artenvielfalt und Biodiversit√§t, ausgesprochen vielen endemischen Arten, Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren sowie vielf√§ltigen √Ėkosystemen wird Papua-Neuguinea zu den Megadiversit√§tsl√§ndern dieser Erde gerechnet. √úberdies gilt diese Vielfalt international nicht als gef√§hrdet, sodass die Insel nicht als Hotspot der Biodiversit√§t gef√ľhrt wird.

Klima

Im Hochland kann es nachts Frost geben, an den K√ľsten ist es dagegen ganzj√§hrig tags und nachts um die 30 Grad warm. W√§hrend es im benachbarten Nordaustralien meist hei√üer, aber trockener ist, gibt es an den K√ľsten Neuguineas oft eine tropisch hohe Luftfeuchtigkeit. An einigen K√ľstenstrichen ist die Feuchtigkeit extrem hoch. Die vom Gebirge geleiteten Passat- und Monsunwinde bringen dem ganzen Land regelm√§√üig tropische Regenschauer.

Bevölkerung

Völker

Die Mehrheit der Bev√∂lkerung besteht aus Papua, die sich in 700 bis 1000 Volksgruppen mit jeweils eigener Sprache und Kultur sowie teils auch eigener Religion unterteilen. Sie wohnen zu 90¬†% im unwegsamen Bergland der Insel und leben gr√∂√ütenteils traditionell in Familienverb√§nden. Die Zahl der mehrheitlich melanesischen ethnischen Gruppen ist allerdings noch gr√∂√üer. Melanesier leben vor allem in K√ľstenn√§he und auf den Inseln. Zudem gibt es Minderheiten von Mikronesiern, Polynesiern und Europ√§ern (unter anderem Deutsche).

Das Mitglied einer ethnischen Gemeinschaft bezeichnet man als Wantok (von engl. one talk), da sich die Zugehörigkeit zu einem Volk in erster Linie durch die Verwendung der gleichen Sprache bestimmt. Es kann immer auf die Hilfe der Gemeinschaft zählen, muss dabei aber auch große Verpflichtungen eingehen. Das Wantok-System zieht sich durch sämtliche staatlichen und privaten Strukturen.

Im Jahre 2017 waren 0,4 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Sprachen

(Stand: 2020)

Papua-Neuguinea ist traditionell ein Land mit sehr gro√üer sprachlicher Vielfalt. Unter den rund 8,78¬†Millionen Einwohnern (Stand: 2020) werden insgesamt 839 verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen (je nach Angabe zwischen 11¬†% und 25¬†% der lebenden Sprachen der Welt). Vor dem Hintergrund spielt die von Teilen der Bev√∂lkerung gesprochene Sprache Hiri Motu, eine auf der Motu-Sprache basierende Kreolsprache, eine gro√üe Rolle f√ľr die nationale Einigung. Hierbei handelt es sich um eine melanesisch-papuanische Mischsprache. Ihre Bedeutung schwindet allerdings angesichts des wachsenden Einflusses der Pidginsprache Tok Pisin, die sich selbst zu einer ausgewachsenen Kreolsprache entwickelt hat. Tok Pisin wird von immer mehr Menschen als Muttersprache beherrscht und gilt als bedeutendere Verkehrssprache. Hiri Motu wird dagegen inzwischen von weniger als 2 Prozent der Bev√∂lkerung gesprochen.

Die ehemalige Amtssprache Deutsch ist im Land nahezu verschwunden, die australische Besatzungsmacht verdrängte die deutsche Sprache nach dem Ersten Weltkrieg weitgehend durch die englische. Lediglich eine auf dem Deutschen basierende Kreolsprache, das Unserdeutsch, wird noch von etwa 100 Menschen gesprochen. Englisch wird hingegen inzwischen von 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung als Muttersprache verwendet.

Religion

Aufgrund der Missionsarbeit von Missionaren aus dem Deutschen Kaiserreich geh√∂rt die Mehrheit der Bev√∂lkerung christlichen Konfessionen an. Die Angaben dar√ľber schwanken zwischen 66¬†% und √ľber 90¬†%. Insgesamt sind gem√§√ü der Volksz√§hlung von 2000 27¬†% der Einwohner r√∂misch-katholisch und 19,5¬†% sind Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea, deren Gr√ľndungsgeschichte auf das bayerische Neuendettelsauer Missionswerk zur√ľckgeht. 11,5¬†% der Einwohner sind Mitglieder unierter Kirchen, 10¬†% sind Siebenten-Tags-Adventisten, 8,6¬†% sind Pfingstler, 5,2¬†% sind Mitglieder von weiteren Kirchen der Evangelischen Allianz, 3,2¬†% sind Anglikaner und 2,5¬†% sind Baptisten. Andere protestantische Konfessionen machen 8,9¬†% der Gesamtbev√∂lkerung aus. Daneben sind 0,3¬†% der Einwohner Baha'i.

Nur 3¬†% der Gesamtbev√∂lkerung h√§ngt offiziell noch den einheimischen Glaubensrichtungen an. Die traditionellen Religionen sind durch Missionierung seit Anfang des 20. Jahrhunderts stark zur√ľckgegangen, zentrale Teile ihrer kultischen Rituale, zu denen Kopfjagden, Ahnenkult und Initiationszeremonien geh√∂rten, wurden durch die australische Kolonialverwaltung verboten.

Die traditionelle Musik Neuguineas war und ist ein unverzichtbarer Bestandteil f√ľr die verbliebenen Kulte und die Dorffeste (sing-sing). Die garamut genannten h√∂lzernen Schlitztrommeln werden an der Nordk√ľste und auf vorgelagerten Inseln bei Zeremonien geschlagen. Daneben gibt es Cargo-Kulte und die Religionen muslimischer, hinduistischer und buddhistischer Einwanderer.

Bildung

Gro√üe Teile der √ľber 15-j√§hrigen Bev√∂lkerung sind Analphabeten (35,8¬†% aller M√§nner, sowie 37,2¬†% aller Frauen √ľber 15). Viele Schulen sind in kirchlicher Tr√§gerschaft. Darunter sind etwa 500 Schulen in Tr√§gerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Neuguinea. Im Land gibt es mehrere Universit√§ten, von denen die drei gr√∂√üten die folgenden sind:

  • Divine Word University der Steyler Missionare in Madang
  • University of Papua New Guinea in Port Moresby
  • University of Technology in Lae

Gesundheit

2004 betrugen die √∂ffentlichen Gesundheitsausgaben 3¬†% des Bruttoinlandsprodukts, w√§hrend die privaten sich auf 0,6¬†% beliefen. Das Land hatte oder hat mit etwa 2¬†% der erwachsenen Bev√∂lkerung die h√∂chste Rate von HIV und AIDS im Pazifikraum. In den fr√ľhen 2000er Jahren entfielen 5 √Ąrzte auf 100.000 Einwohner.

Die Lebenserwartung betrug laut UN im Zeitraum 2010 bis 2015 65,0 Jahre (Frauen: 67,5 Jahre, Männer: 62,6 Jahre).

Geschichte

Vorkoloniale Zeit

Erste Kontakte mit Europäern

Der Portugiese Jorge de Meneses, der 1526/27 die Nordk√ľste und vorgelagerte Inseln erkundete, gilt als europ√§ischer Entdecker der Insel.

1545 landete der Spanier √ć√Īigo Ortiz de Retez und nannte die Insel ‚ÄěNeuguinea‚Äú, weil ihn die K√ľste an die des afrikanischen Guinea erinnerte, an der er zuvor vorbeigesegelt war.

1623 kartographierte Jan Carstenszoon im Auftrag der Niederl√§ndischen Ostindien-Kompanie gro√üe Teile der K√ľste. Seit diesem Zeitpunkt unterhielt die Niederl√§ndische Ostindien-Kompanie gesch√§ftliche und machtpolitisch motivierte Kontakte zu der Region und dem Sultanat Tidore.

Kolonialzeit

Die Niederl√§nder nahmen den Westteil der Insel 1828 in Besitz, w√§hrend der Ostteil von kolonialen Bestrebungen noch unber√ľhrt blieb. Bald lieferten sich das Deutsche Reich und Gro√übritannien ein Wettrennen, wer den noch freien Ostteil der Insel zuerst zu eigenem Besitz erkl√§ren w√ľrde.

Nachdem deutsche Kapit√§ne und der Ornithologe Otto Finsch an der Nordk√ľste mit der Hissung von Flaggen Fakten geschaffen hatten, einigten sich die beiden Staaten 1885, den Ostteil noch einmal in der Mitte zu teilen. Der Norden wurde Kaiser-Wilhelms-Land (KWL) getauft und ‚ÄěSchutzgebiet‚Äú einer gro√üen deutschen Kolonialgesellschaft, der Neuguinea-Kompagnie. Der S√ľden wurde am 6. November 1884 zum Protektorat Britisch-Neuguinea erkl√§rt und am 4. September 1888 annektiert. Dieses wurde nach der Unabh√§ngigkeit Australiens 1902 an Australien √ľbertragen und 1905 in Territorium Papua umbenannt.

1914 besetzten australische Truppen gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs das deutsche Gebiet. Nach dem Krieg wurde die verlorene Kolonie vom V√∂lkerbund als treuh√§nderisch zu verwaltendes Mandatsgebiet ‚ÄěTerritorium Neuguinea‚Äú an Australien √ľbergeben.

Der Westteil der Insel blieb bis 1962 niederländisch (Niederländisch-Indien) und wurde dann durch Indonesien annektiert (heute Provinzen Papua und Papua Barat).

Zweiter Weltkrieg

Im Dezember 1941 eroberten japanische Truppen den Nordteil der Insel und die Zivilverwaltung wurde suspendiert. Die Hauptstadt Port Moresby wurde zeitweise Hauptquartier des US-amerikanischen Generals Douglas MacArthur. Die K√§mpfe zwischen Japanern und Alliierten dauerten drei Jahre und verliefen an einigen Orten sehr erbittert. An vielen K√ľstenorten liegen immer noch gesunkene Kriegsschiffe aus jener Zeit.

Australisch verwaltetes Treuhandgebiet

Seit dem Jahr 1949 erfolgte die gemeinsame australische Verwaltung der Kolonie Papua und des in das Treuhandsystem der Vereinten Nationen √ľberf√ľhrten Territoriums Neu-Guinea als Territorium Papua und Neuguinea in Port Moresby.

Am 15. Februar 1964 wurde das aktive Frauenwahlrecht eingef√ľhrt, am 27. Februar 1963 das passive Frauenwahlrecht. Diese Rechte wurden bei der Unabh√§ngigkeit 1975 best√§tigt.

Unabhängigkeit

1972 wurden Wahlen abgehalten und die Bev√∂lkerung stimmte f√ľr die Unabh√§ngigkeit. Im Dezember 1973 wurde Papua-Neuguinea autonom und erhielt am 16. September 1975 die volle Souver√§nit√§t. Das Nationalit√§tszeichen des Landes lautet PNG, was auch als gebr√§uchliches Akronym f√ľr Papua-Neuguinea verwendet wird. Das Land wechselte h√§ufig seine Premierminister ‚Äď zu nennen w√§ren vor allem Michael Somare und Julius Chan. Unter der Regierung Chans kam es 1989 zu einem blutigen B√ľrgerkrieg auf der Insel Bougainville, dem l√§ngsten und opferreichsten des S√ľdpazifiks seit dem Zweiten Weltkrieg. Er konnte erst 1997 unter dem Eindruck der Sandline-Aff√§re ‚Ästdem Versuch der Regierung Chan, den Konflikt mithilfe eines S√∂ldnerunternehmens milit√§risch zu l√∂sen¬†‚Äď beigelegt werden. Am 26. Januar 2012 scheiterte mit der Meuterei der Streitkr√§fte von Papua-Neuguinea ein Versuch des ehemaligen Premierministers Michael Somare, mit einem Putsch wieder an die Macht zu gelangen.

Vom 18. auf den 19. September 1994 kam es zu heftigen Vulkanausbr√ľchen auf der Insel Neubritannien, die die Stadt Rabaul fast g√§nzlich zerst√∂rten.

Die Bewohner der Autonomen Region Bougainville entschieden vom 23. November bis zum 7. Dezember 2019 in einem Referendum √ľber die Unabh√§ngigkeit oder noch weiter reichende Autonomie. Dabei sprachen sich 98¬†% der Teilnehmenden f√ľr eine vollst√§ndige Unabh√§ngigkeit aus.

Politik

Politisches System

Papua-Neuguinea ist seit der Unabhängigkeit Mitglied des Commonwealth of Nations. Das offizielle Staatsoberhaupt ist Elisabeth II., jedoch nicht als britische Königin, sondern als Königin von Papua-Neuguinea. Sie wird im Land von einem Generalgouverneur vertreten.

In der Hauptstadt Port Moresby befindet sich das 111 Abgeordnete umfassende Nationalparlament Papua-Neuguineas, das alle f√ľnf Jahre gew√§hlt wird.

Seit 2005 hat Bougainville den Status einer ‚ÄěAutonomen Region‚Äú mit besonderen Rechten. In einem Unabh√§ngigkeitsreferendum Ende 2019 stimmten dessen wahlberechtigte Bewohner mit gro√üer Mehrheit f√ľr die Unabh√§ngigkeit von Papua-Neuguinea.

Politische Indizes

Verwaltungsgliederung

Das Land ist seit dem 17. Mai 2012 in 20 Provinzen, die autonome Region Bougainville und den Hauptstadt-Distrikt National Capital District eingeteilt.

Im Allgemeinen werden K√ľstenprovinzen, Hochlandprovinzen und Inselprovinzen unterschieden. Au√üerdem kann man die Provinzen, die im ehemaligen Mandatsgebiet der fr√ľheren deutschen Kolonie Neu-Guinea liegen, von denen des australischen Papua-Neuguineas trennen.

Auf dem Gebiet des urspr√ľnglichen Deutsch-Neu-Guinea liegen (von West nach Ost)

die Hochlandprovinzen Enga, Western Highlands, Jiwaka, Simbu (fr√ľherer Name: Chimbu), und Eastern Highlands;
die Inselprovinzen Bougainville (autonome Region, fr√ľher: North Solomons), West New Britain, East New Britain, New Ireland und Manus;
die Nordk√ľstenprovinzen Sandaun (fr√ľher: West Sepik), East Sepik, Madang und Morobe.

Auf dem Gebiet des urspr√ľnglich australischen Territoriums Papua liegen (von West nach Ost)

die Hochlandprovinzen Southern Highlands und Hela;
die S√ľdk√ľstenprovinzen Fly River (auch: Western), Gulf und Central (mit dem National Capital District um Port Moresby);
die Provinzen an der Ostk√ľste Oro (fr√ľher: Northern) und Milne Bay (mit √∂stlichen kleinen Inseln).
Städte

Die größten Städte sind (Stand Zensus 2011):

  1. Port Moresby 364.125 Einwohner
  2. Lae 148.934 Einwohner
  3. Wewak 37.825 Einwohner
  4. Madang 35.971 Einwohner
  5. Mount Hagen 29.765 Einwohner
  • Liste der St√§dte in Papua-Neuguinea

Menschenrechte

Die Lage der Menschenrechte in Papua-Neuguinea gilt als √§u√üerst kritisch. So berichtet die Organisation Amnesty International in ihrem Jahresbericht 2011, dass k√∂rperliche Misshandlungen in den Gef√§ngnissen des Landes ‚Äěan der Tagesordnung‚Äú seien. Inhaftierte Frauen w√ľrden zudem h√§ufig sexuell missbraucht. Auch Hexenglaube ist weit verbreitet. Immer wieder werden deshalb Menschen ‚Äď zumeist Frauen ‚Äď der Hexerei beschuldigt und anschlie√üend get√∂tet oder gefoltert. Seit 2014 kam es in der Haftanstalt Buimo ‚Äď einer der gr√∂√üten des Landes ‚Äď in der Stadt Lae jedes Jahr zu einem gr√∂√üeren Ausbruchsversuch. Am 12.¬†Mai 2017 wurden dabei 17 H√§ftlinge (2016: 12) von Sicherheitskr√§ften erschossen; es entkamen √ľber 50 Insassen.

Pressefreiheit

Traditionell geh√∂ren Medien in Papua-Neuguinea zu den unabh√§ngigsten in Ozeanien, amerikanische Beobachter von Freedom House sehen dieses System aber erodieren. Dies begann 2013 mit dem R√ľckzug der Australian Associated Press (AAP), der das Mediensystem nachhaltig geschw√§cht hat. Seitdem geraten regierungskritische Blogger unter Druck, wie auch Menschenrechtsgruppen und Journalisten, die etwa auf die Zust√§nde im australisch finanzierten Fl√ľchtlingslager auf Manus Island aufmerksam machen.

Die internationale Sektion, Reporters sans fronti√®res, sieht Pressefreiheit in Papua-Neuguinea als gegeben, aber fragil an. So wurde bekannt, dass investigative Journalisten bei Recherchen zu Korruptionsf√§llen massiv bedroht wurden. Als die Polizei 2017 auf friedlich demonstrierende Studenten feuerte, versuchte sie gewaltsam, die Berichterstattung zu unterbinden. Dies passt in das Bild, dass Journalisten in Papua-Neuguinea bei kritischer Berichterstattung Polizeigewalt f√ľrchten m√ľssen, sobald das staatliche Gewaltmonopol und die Interessen der politischen und wirtschaftlichen Elite bedroht sind. Appelle der Medien an die Politik, die Situation zu verbessern, verhallen.

Nach der Definition von Beobachtern verf√ľgt Papua-Neuguinea √ľber ein sogenanntes defizit√§res Mediensystem, wie es f√ľr Transformationsstaaten typisch ist und das Parallelen ‚Äď Einsch√ľchterung durch Eliten, Intransparenz und Selbstzensur ‚Äď zu vielen osteurop√§ischen L√§ndern aufweist.

Militär

Seit 1973 verf√ľgt das Land mit der Papua New Guinea Defence Force √ľber eine eigene Armee.

Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2016 geschätzte 20,0 Milliarden Euro, das entspricht pro Einwohner 2.528 Euro.

Im Jahr 2015 wies Papua-Neuguinea nach √Ąthiopien und Palau mit 8,97¬†% das dritth√∂chste Wirtschaftswachstum der Welt auf.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Landwirtschaft

Traditionell ist der landwirtschaftliche informelle Sektor Papua-Neuguineas sehr stark ausgeprägt. 73,7 % der Bevölkerung finden dort, auch aufgrund hoher Arbeitslosigkeit, ihr Auskommen. Ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Tätigkeit beschränkt sich auf Subsistenzwirtschaft. Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt demnach auch nur 26 %, während die Industrie 42 % und der Dienstleistungssektor 32 % erwirtschaften.

Im formellen Sektor dominiert der primäre Sektor: Bergbau, Plantagenwirtschaft (Kaffee, Kopra, Kakao und Palmöl) sowie die Holzindustrie. Papua-Neuguinea hat noch auf weiten Flächen unerschlossene Wälder. Weitgehend ist das Land daher von im Rohstoffbereich oft stark schwankenden Weltmarktpreisen abhängig, da die Verarbeitung meist im Ausland stattfindet.

Währung

Zur Stabilisierung der internen Wirtschaftskreisl√§ufe wird seit 2002 der Gebrauch des traditionellen Muschelgeldes der Tolai als Komplement√§rw√§hrung offiziell gef√∂rdert. Im Februar 2002 wurde in der N√§he von Rabaul auf der Insel Neubritannien die weltweit erste Muschel-Bank er√∂ffnet. Die Tolai Exchange Bank wechselt das Muschelgeld in harte W√§hrung, den Kina. Der aktuelle Wechselkurs betr√§gt vier Kina f√ľr ein fathom (eine Kette mit Muscheln). Allein auf der Gazelle-Halbinsel sch√§tzt man einen Umlauf an Muschelgeld in H√∂he von acht Millionen Kina.

Außenhandel

Der Au√üenhandel ist durch einen hohen Export√ľberschuss gepr√§gt: W√§hrend 2001 f√ľr 4,655 Milliarden Euro Waren exportiert wurden, beliefen sich die Importe auf 808 Millionen Euro. Hauptexportg√ľter sind Gold (35¬†%), Erd√∂l (31¬†%), Kupfer (11¬†%) und Kaffee (5¬†%). Importiert werden vor allem Maschinen, Transportausr√ľstungen und Industrieg√ľter.

Papua-Neuguinea ist Mitglied der International Cocoa Organization.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 4,295 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,169 Milliarden US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 5,6¬†% des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 6,7 Milliarden US-Dollar oder 33,4 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Bildung: k. A.
  • Gesundheit: 3,2¬†%
  • Milit√§r: 1,4¬†% (2005)

Insbesondere die ehemalige Kolonialmacht Australien unterst√ľtzte den Staatshaushalt Papua-Neuguineas massiv im Rahmen der Budgethilfe. Diese Zahlungen machten einen erheblichen Teil der Staatseinnahmen aus. Die mangelnde Transparenz in den Haushaltsprozeduren f√ľhrte in den 1990er Jahren dazu, dass die ungebundenen Budgetzusch√ľsse in reine Projekthilfe umgewandelt wurden. Der letzte Haushaltszuschuss erfolgte im australischen Fiskaljahr 1998/99.

Tourismus

Trotz zahlreicher Sehensw√ľrdigkeiten, wie etwa dem Kokoda Track, und einer √§u√üerst vielf√§ltigen und abwechslungsreichen Landschaft ist der Tourismus in Papua-Neuguinea bisher nur gering ausgepr√§gt. J√§hrlich besuchen etwa 70.000 Personen Papua-Neuguinea. Reisen in bestimmte Gebiete gelten als sehr gef√§hrlich. Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt besondere Vorsicht aufgrund der sehr hohen Kriminalit√§tsrate unter anderem bei Aufenthalten in Port Moresby, in Lae, im Hochland, in Mount Hagen und auf der Insel Bougainville.

Verkehr

Straßennetz

Das Stra√üennetz erreicht nur einen Teil der Bev√∂lkerung. Neben Strecken in K√ľstengebieten f√ľhrt eine zweispurige Stra√üe von Lae und Madang aus in das Hochland und bindet so Kainantu, Goroka, und Mount Hagen an den Rest des Landes an. Die Hauptstadt Port Moresby und die Sepik-St√§dte Wewak und Vanimo sind √ľber Land nicht mit dem Rest des Landes verbunden. Von 19.600 Kilometern Stra√üe sind 600 Kilometer asphaltiert.

Luftverkehr

Da das Flugzeug ein wichtiges Transportmittel ist, gibt es neben dem modernisierten internationalen Flughafen Port Moresby 472 weitere kleinere Flugplätze und Landepisten. Die nationale Fluggesellschaft Air Niugini fliegt Flughäfen im Inland sowie asiatische und ozeanische Länder an.

Schifffahrt

Zu den 16 gr√∂√üten H√§fen z√§hlen die √úberseeh√§fen Port Moresby, Lae, Madang und Rabaul. Auf dem Wasserweg werden Handelsg√ľter und Personen transportiert. In Papua-Neuguinea legen gelegentlich Kreuzfahrtschiffe an.

Kultur

Literatur

Erst im Jahr 2000 entstand eine Literaturszene in Port Moresby. Vorher traten nur einzelne Autoren in Erscheinung, heute gibt es weit √ľber 100 Schriftsteller, die mehr oder weniger literarisch t√§tig sind. Der bedeutendste Literaturpreis des Landes ist der Crocodile-Price, der seit 2010 verliehen wird und mit dem eine Ver√∂ffentlichung in einer angeschlossenen Anthologie verbunden ist. Bedeutende Autoren sind Russell Soaba und Michael Dom.

Musik

Der Popmusiks√§nger George Telek (* 1959) und der Rapper O-Shen (* 1978) sind √ľber die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Medien

Seit der Unabhängigkeit Papua-Neuguineas 1975 wuchs die Medienlandschaft stark. 1975 sendete ein Rundfunknetzwerk (NBC) und es erschien eine Zeitung; Fernsehsender gab es keine und an den Universitäten fand keine Journalistenausbildung statt. Im Jahr 2002 erschienen die zwei konkurrierende englischsprachigen Tageszeitungen Papua New Guinea Post-Courier und The National.

Die National Broadcasting Corporation (NBC) ist Papua-Neuguineas staatlicher Rundfunk mit Sitz in Boroko (Port Moresby) und Studios im ganzen Land. Produziert werden die Hörfunkprogramme NBC Radio und The Tribe sowie der Fernsehkanal NBC TV (vormals Kundu 2). Daneben sendet seit 1987 der kommerzielle Anbieter EM TV (Fiji Television) landesweit terrestrisch. Weitere Anbieter sind Digicel PNG und Click TV PNG.

Sport

Sport ist ein wichtiger Bestandteil der papua-neuguineischen Kultur und die Sportkultur des Inselstaates wurde vor allem von den ehemaligen Kolonialm√§chten, dem Vereinigten K√∂nigreich und sp√§ter Australien gepr√§gt. Rugby League ist bei weitem die beliebteste Sportart und gilt as Nationalsport des Inselstaates. In einer Nation, in der Gemeinschaften weit entfernt voneinander leben und viele Menschen nur ein Existenzminimum haben, gilt Rugby League ‚Äď als m√∂gliche Erkl√§rung f√ľr den Spielenthusiasmus ‚Äď als Ersatz f√ľr Stammeskriege (in denen es um Leben und Tod ging). Viele Papua-Neuguineer erlangten Bekanntheit, nachdem sie ihr Land international vertraten oder in einer professionellen Liga in √úbersee spielten. Selbst australische Rugby-League-Spieler, die in der j√§hrlichen State of Origin spielen, das in Papua-Neuguinea and√§chtig verfolgt wird, z√§hlen zu den bekanntesten Menschen in Papua-Neuguinea. Die State of Origin ist f√ľr die meisten Papua-Neuguineer der H√∂hepunkt des Jahres, obwohl die Unterst√ľtzung so leidenschaftlich ist, dass viele Menschen im Laufe der Jahre bei gewaltsamen Zusammenst√∂√üen ums Leben kamen, w√§hrend sie ihre Mannschaft unterst√ľtzten. Die papua-neuguineische Rugby-League-Nationalmannschaft spielt j√§hrlich gegen die australische Prime Minister‚Äôs XIII (eine Auswahlmannschaft nationaler Rugby-League-Spieler), f√ľr gew√∂hnlich in Port Moresby.

Obwohl nicht so beliebt, ist Australian Football aus einem anderen Grund wichtig f√ľr Papua-Neuguinea, da die Nationalmannschaft den zweiten Platz der Rangliste nach Australien bekleidet. Andere beliebte Sportarten in Papua-Neuguinea sind Fu√üball, Rugby Union, Basketball und, im √∂stlichen Papua, Cricket. Am 26. April 2019 erlangte die Papua-neuguineische Cricket-Nationalmannschaft den ODI-Status zur√ľck. Im Oktober 2019 qualifizierte sich Papua-Neuguinea f√ľr den ICC T20 World Cup 2021 in Australien, nachdem man Gruppe A bei der ICC T20 World Cup Qualifier 2019 aufgrund einer besseren Net Run Rate gegen√ľber den Niederlanden gewann. Dies ist das erste Mal, dass es Papua-Neuguinea gelang, sich f√ľr ein Turnier in einer der Cricketformen zu qualifizieren.

Die Hauptstadt Port Moresby war Gastgeber der S√ľdpazifikspiele 1969, der S√ľdpazifikspiele 1991 und der Pazifikspiele 2015.

Literatur

  • Roland Seib: Papua-Neuguinea zwischen isolierter Stammesgesellschaft und weltwirtschaftlicher Integration. (= Mitteilungen des Instituts f√ľr Asienkunde Nr. 227). Institut f√ľr Asienkunde, Hamburg 1994, ISBN 3-88910-127-5
  • Hermann M√ľckler: Melanesien in der Krise. Ethnische Konflikte, Fragmentierung und Neuorientierung. (= Wiener Ethnohistorische Bl√§tter. Band 46). Universit√§t Wien, Wien 2000, ISBN 3-9501213-2-3.
  • Roland Seib: Staatsreform und Verwaltungsmodernisierung in Entwicklungsl√§ndern. Der Fall Papua-Neuguinea im S√ľdpazifik. (= Speyerer Schriften zur Verwaltungswissenschaft. Band 7). Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-631-59077-5.

Weblinks

  • Government of Papua New Guinea (englisch)
  • L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zu Papua-Neuguinea
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Papua-Neuguinea

Einzelnachweise


 

Region Regionen (0)

Abk Name O
PG.CE Central  
PG.CH Chimbu  
PG.EN East New Britain  
PG.ES East Sepik  
PG.EH Eastern Highlands  
PG.EG Enga  
PG.GU Gulf  
PG.MD Madang  
PG.MN Manus  
PG.MB Milne Bay  
PG.MR Morobe  
PG.CE National Capital District  
PG.NI New Ireland  
PG.NS North Solomons  
PG.NO Northern  
PG.SA Sandaun  
PG.SH Southern Highlands  
PG.WN West New Britain  
PG.WE Western  
PG.WH Western Highlands  
 

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Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Papua New Guinea

Name englisch: Papua New Guinea
Hauptstadt: Port Moresby
Kfz: PNG
ISO: PG
ISO3: PNG
Fläche: 462840 km²
Tld: .pg
Wärung Einheit: PGK
Währung: Kina
Vorwahl: 675

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -0.8713195
südlichster Punkt: -11.6578607
westlichster Punkt: 140.8419695
östlichster Punkt: 159.4925058


 
Papua-Neuguinea: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
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