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Staat Informationen : Australien

Informationen:


Australien (amtlicher deutscher Name; englisch Commonwealth of Australia, deutsch veraltet Australischer Bund) ist ein Staat auf der SĂŒdhalbkugel der Erde, der die gesamte Landmasse des australischen Kontinents, die ihr sĂŒdlich vorgelagerte Insel Tasmanien, die subantarktische Macquarieinsel mit ihren Nebeninseln und als Außengebiete die pazifische Norfolkinsel, die Kokosinseln, die Weihnachtsinsel sowie die Ashmore- und Cartierinseln und die Heard und McDonaldinseln im Indischen Ozean umfasst. Seit dem Antarktis-Vertrag von 1933 erhebt das Land auch AnsprĂŒche auf das Australische Antarktis-Territorium. Seine Nachbarstaaten sind Neuseeland im SĂŒdosten sowie Indonesien, Osttimor und Papua-Neuguinea im Norden.

Australien hat etwa 25 Millionen Einwohner und ist dĂŒnn besiedelt. Mit einer FlĂ€che von mehr als 7,6 Millionen kmÂČ ist es der sechstgrĂ¶ĂŸte Staat der Erde. Die Hauptstadt ist Canberra, die grĂ¶ĂŸte Stadt ist die Metropole Sydney. Weitere BallungsrĂ€ume sind Melbourne, Brisbane, Perth, Adelaide und Gold Coast.

Australien zĂ€hlt zu den wohlhabendsten LĂ€ndern der Welt. Das Land verfĂŒgt ĂŒber eine hochmoderne Service- und Dienstleistungsökonomie und ĂŒber bedeutende Rohstoffvorkommen. Seine Kultur und Wirtschaftskraft machen es zu einem attraktiven Ziel fĂŒr Migranten, allerdings legt die Migrations- und Asylpolitik Australiens strenge gesetzliche Kriterien fĂŒr die Einwanderung an.

Begriff

Die Bezeichnung „Australien“ ist etymologisch vom lateinischen Begriff „terra australis“ abgeleitet, was „sĂŒdliches Land“ bedeutet. Schon in der Antike wurde angenommen, dass es einen sĂŒdlich gelegenen Kontinent gibt, der terra australis incognita genannt wurde. Die Verbreitung des Namens Australien geht auf den Entdeckungsreisenden Matthew Flinders (1774–1814) zurĂŒck, der den Namen Australia nach seiner Umrundung des Kontinents von 1801 bis 1803 in seine hĂ€ndisch angefertigte Karte eintrug und sie in einem Buch ĂŒber seine Reise im Jahr 1814 publizierte. Am Ende der 1820er Jahre hatte sich der Name Australia allgemein durchgesetzt.

Heutzutage wird die Bezeichnung „Australien“ mehrdeutig verwendet. Geografisch versteht man darunter die zentrale Landmasse des Kontinents abzĂŒglich der der SĂŒdostspitze des Kontinents vorgelagerten Insel Tasmanien. Politisch dient die englische Bezeichnung „Australia“ als Kurzform der offiziellen Staatsbezeichnung „Commonwealth of Australia“, die die Insel Tasmanien als Bundesstaat sowie die australischen Außengebiete einschließt.

Geografie

Die FlĂ€che des australischen Kontinents umfasst nahezu 7,7 Millionen Quadratkilometer. Davon sind circa 59.000 kmÂČ WasserflĂ€che. Es handelt sich damit um den flĂ€chenmĂ€ĂŸig sechstgrĂ¶ĂŸten Staat der Erde. Die KĂŒstenlinie ist nach offizieller Vermessung 25.760 km lang. Den tiefsten Punkt des australischen Kontinents bildet der im Bundesstaat South Australia gelegene Salzsee Lake Eyre, der 17 m unter dem Meeresspiegel liegt. Der höchste Punkt der Hauptlandmasse ist der Mount Kosciuszko mit 2228 m, der höchste Berg des ganzen australischen Hoheitsgebiets ist mit 2745 m der auf der unbewohnten Insel Heard gelegene Big Ben. Das australische Kerngebiet ist in drei Zeitzonen aufgeteilt. Die australischen Außengebiete liegen teilweise in anderen Zeitzonen.

Australiens Nord-SĂŒd-Ausdehnung von der Kap-York-Halbinsel bis zum SĂŒdostkap auf Tasmanien betrĂ€gt ungefĂ€hr 3860 km. Die Ost-West-Ausdehnung belĂ€uft sich auf circa 4000 km.

Großlandschaften

Es lassen sich geographisch drei Großlandschaften unterscheiden: die östliche, die mittlere und die westliche Großlandschaft.

Die westliche Großlandschaft, das Tafelland des westaustralischen Plateaus, nimmt etwa 60 Prozent der australischen Landmasse ein. Hier liegen die großen Trockengebiete der Großen SandwĂŒste, der Kleinen SandwĂŒste, der GibsonwĂŒste, der Großen VictoriawĂŒste und der Nullarbor-WĂŒste. Kleinere Gebirge wie die MacDonnell Ranges und Inselberge wie der UluáčŸu sind in großer Anzahl vorhanden.

Östlich schließt sich die mittlere Großlandschaft, das Sedimentbecken der Mittelaustralischen Senke beziehungsweise das zentrale Tiefland, an. Hier befindet sich mit der SimpsonwĂŒste sowohl die trockenste Region des Landes als auch das grĂ¶ĂŸte Fluss-System, das Murray-Darling-Becken. In der mittleren Großlandschaft befinden sich sowohl periodisch austrocknende SĂŒĂŸwasserseen als auch Salzseen.

Da sowohl die westliche als auch die mittlere Großlandschaft ĂŒberwiegend unbewohnbar sind, lebt die Mehrheit der australischen Bevölkerung in der östlichen Großlandschaft. Diese östliche Großlandschaft umfasst die ÜbergĂ€nge vom Gebirge bis hinunter zur KĂŒstenlandschaft. Dabei sind der KĂŒste des Bundesstaates Queensland Korallenriffe vorgelagert, die in ihrer Gesamtheit das Great Barrier Reef bilden. Das diesen Teil des Landes prĂ€gende Gebirge ist der Höhenzug der Great Dividing Range, die sich von Norden nach SĂŒden ĂŒber 3200 km erstreckt. Tasmanien wird geologisch als Fortsetzung der Gebirgskette der Great Dividing Range angesehen. In den zur Great Dividing Range gehörenden Snowy Mountains befindet sich der Mount Kosciuszko, mit 2229 m die höchste Erhebung der australischen Landmasse. Zwischen dem Gebirge und dem KĂŒstenstreifen liegt die Ökozone von WĂ€ldern gemĂ€ĂŸigten Klimas.

Die großen WĂŒsten- und HalbwĂŒstengebiete Australiens werden als Outback bezeichnet.

Siedlungen

Die Hauptstadt Canberra, zwischen Sydney und Melbourne gelegen, ist eine Stadt vom Reißbrett, eine Planhauptstadt. Sie entstand als Kompromiss, weil sich Sydney und Melbourne nicht darauf einigen konnten, welche der beiden StĂ€dte Hauptstadt des Commonwealth of Australia werden sollte. Die bevölkerungsreichsten StĂ€dte sind die KĂŒstenstĂ€dte Sydney (5,0 Millionen Einwohner), Melbourne (4,7 Millionen Einwohner), Brisbane (2,3 Millionen Einwohner), Perth (2,1 Millionen Einwohner) und Adelaide (1,2 Millionen Einwohner); die landeinwĂ€rts gelegene Hauptstadt Canberra (356.100 Einwohner) liegt nach Gold Coast und Newcastle nur auf Platz 8.

Klima

Durch die globale ErwĂ€rmung ist die Wahrscheinlichkeit von WaldbrĂ€nden und Buschfeuern in Australien gestiegen. Der Klimabericht des Australischen Wetterdiensts und der Forschungsorganisation CSIRO belegt dies. Bereits unterhalb von einem Grad ErwĂ€rmung dehnt sich „mit hoher Konfidenz“ die Waldbrandsaison aus. Im Jahr 2019 gab es in Australien BrĂ€nde auf rund vier Millionen Hektar FlĂ€che. Dies entspricht der FlĂ€che der Schweiz.

Flora und Fauna

Geschichte

Vor Ankunft der EuropÀer

Die Aborigines leben seit mindestens 50.000 Jahren auf dem Kontinent. Galt frĂŒher der nördliche Weg ĂŒber Sulawesi und Neuguinea als die Route der ersten Menschen, die in Australien ankamen, lassen Funde in Osttimor der letzten Jahre den Weg ĂŒber die Insel Timor wahrscheinlicher wirken. Trotz der isolierten Lage des Kontinents standen die Aborigines in Kontakt zu anderen Kulturen. Bis zur Überflutung der LandbrĂŒcke zu Neuguinea vor ungefĂ€hr 6000 Jahren bestand ein fast ungehinderter kultureller Austausch zwischen Neuguinea und dem Norden Australiens.

Vor circa 4230 Jahren (Stand 2013) kam es infolge der Einwanderung von Menschen vom indischen Subkontinent zu einer Vermischung der Aborigines mit den Neuankömmlingen, was sich an einer plötzlich verÀnderten Verarbeitung von Pflanzenteilen sowie einer verÀnderten Herstellungsweise bei Steinwerkzeugen ablesen lÀsst. Gleichzeitig tauchte der Dingo erstmals auf dem australischen Kontinent auf.

Nachdem die neu entstandenen Inseln der Torres Strait vor etwa 1000 Jahren durch melanesische Seefahrer besiedelt wurden, kam es durch die Begegnungen zwischen ihnen und den angestammten Bewohnern des nördlichen Australiens zu einer Vermischung beider Ethnien.

Auch Fischer von den Australien nahegelegenen indonesischen Inseln sowie HĂ€ndler aus den entfernten Gestaden Chinas und Indiens besuchten vermutlich die australischen KĂŒsten seit mehreren Jahrhunderten. Deren kultureller Einfluss wird in vielen Rinden- und Felsmalereien der im Norden ansĂ€ssigen Aborigines-StĂ€mme wie z. B. der Yolngu auf Milingimbi deutlich.

Die Bevölkerungszahl Australiens zum Zeitpunkt der Ankunft der EuropĂ€er ist umstritten, SchĂ€tzungen fĂŒr diese Zeit lagen 2007 zwischen 750.000 und 1.500.000 Einwohnern.

Erste Sichtungen durch EuropÀer

Lange vor der Entdeckung Australiens durch europĂ€ische Seefahrer im 17. Jahrhundert stellte der griechische Gelehrte Claudius PtolemĂ€us bereits in der Antike die Theorie von der Existenz eines SĂŒdkontinentes auf, den er „Terra Australis incognita“ nannte. Seiner Theorie zufolge musste dieser SĂŒdkontinent als Gegengewicht zu den Landmassen auf der Nordhalbkugel dienen. Diese Theorie hielt sich durch das gesamte Mittelalter bis zur „EuropĂ€ischen Expansion“ in der FrĂŒhen Neuzeit, was dazu fĂŒhrte, dass die Kartografen diesen angenommenen SĂŒdkontinent auf ihren Weltkarten eintrugen.

Von europĂ€ischer Seite erreichten vermutlich bereits im 16. Jahrhundert portugiesische, französische, spanische und vor allem niederlĂ€ndische Seefahrer die KĂŒsten Australiens und gingen an Land. Als erste gesicherte Entdeckung gilt die Ankunft des NiederlĂ€nders Willem Jansz an der KĂŒste der im Nordosten Australiens liegenden Kap-York-Halbinsel im Jahre 1606. Sein Landsmann Dirk Hartog erreichte 1616 die australische WestkĂŒste und betrat die der KĂŒste vorgelagerte und heute nach ihm benannte Dirk-Hartog-Insel. Im Jahr 1619 segelte der niederlĂ€ndische Seefahrer Frederick de Houtman auf einer seiner Forschungsfahrten entlang der WestkĂŒste Australiens von der Höhe des heutigen Perth ausgehend nordwĂ€rts und stieß auf die spĂ€ter nach ihm benannten Houtman Abrolhos, an denen im Juli 1629 das Handelsschiff Batavia der NiederlĂ€ndischen Ostindien-Kompanie (VOC) unter dem Kommandeur François Pelsaert strandete. Wie Hartog „entdeckten“ spĂ€ter auch 1696 Willem de Vlamingh und 1699 William Dampier die am weitesten westlich liegende Stelle des australischen Kontinents. Die beiden letzten kartografierten Teile der KĂŒste und Dampier gab ihr den Namen Shark Bay.

Da die Landschaft an der WestkĂŒste trocken und unfruchtbar wirkte, war das Interesse gering, dieses Land in Beschlag zu nehmen. Deshalb maß keiner der niederlĂ€ndischen Schiffskommandanten diesen Funden eine entscheidende Bedeutung zu. Erst 1642 entschloss sich die NiederlĂ€ndische Ostindien-Kompanie, die geographischen VerhĂ€ltnisse in diesem Gebiet durch eine gezielte Expedition zu erforschen. Bei dieser Expedition fuhr der HollĂ€nder Abel Tasman von Mauritius aus einen weit sĂŒdlicheren Kurs als frĂŒhere VOC-Kommandeure. Er verfehlte dabei zwar vollstĂ€ndig den Kontinent Australien, entdeckte dabei aber die der SĂŒdspitze des Kontinents vorgelagerte Insel, der er im Jahre 1644 den Namen „Neuholland“ gab. Diese Bezeichnung wurde von den Briten im Jahre 1824 zu Ehren ihres europĂ€ischen Entdeckers Abel Tasman durch den bis heute gĂŒltigen Namen Tasmanien ersetzt.

Der englische Seefahrer William Dampier stieß 1688 nahe dem King Sound an der MĂŒndung des Fitzroy River auf die australische NordkĂŒste und erreichte, wie schon oben erwĂ€hnt, 1699 abermals Australien an seinem westlichsten Punkt. Auf beiden Reisen fertigte Dampier jeweils Aufzeichnungen ĂŒber die angetroffene Fauna und Flora, die Ureinwohner sowie den KĂŒstenverlauf an.

Vor dem Jahr 1770 wurden jedoch von keinem der europĂ€ischen Ankömmlinge GebietsansprĂŒche erhoben.

Kolonisation und weitere Erkundung

Der britische Kommandant James Cook verfolgte im Rahmen seiner ersten Expedition, der Ersten SĂŒdseereise (1768–1771), die primĂ€r und offiziell dem Zweck diente, den Venustransit am 3. Juni 1769 auf Tahiti zu beobachten, ebenso den geheimen Auftrag, den Ozean um den 40. sĂŒdlichen Breitengrad zu erforschen, um den postulierten „SĂŒdkontinent“ zu finden. Hierbei erreichte er am 28. April 1770 die im Vergleich zur WestkĂŒste fruchtbarere OstkĂŒste Australiens und kartografierte diese. Dabei stellte er fest, dass das vom hollĂ€ndischen Seefahrer Willem Jansz zu Beginn des 17. Jahrhunderts bereits entdeckte und teilweise kartografierte Land, das seitdem die Bezeichnung „Neuholland“ trug, und „Neuguinea“ voneinander getrennt waren. Daraufhin nahm er im Juni 1770 die OstkĂŒste „Neuhollands“ fĂŒr das Königreich Großbritannien formell als Kolonie New South Wales in Besitz.

Nachdem die USA von Großbritannien unabhĂ€ngig geworden waren, suchte die britische Regierung nach neuen Möglichkeiten, Strafkolonien fĂŒr ihre StrĂ€flinge einzurichten. Ziel war die AusdĂŒnnung der Unterschicht und so fĂŒhrten schon geringe Vergehen zur Verschiffung in die StrĂ€flingskolonie Australien. Am 26. Januar 1788 trafen daher die ersten elf Schiffe der „First Fleet“ („Ersten Flotte“) mit Siedlern und Verurteilten unter der FĂŒhrung von Arthur Phillip im Port Jackson ein. Die neue Ansiedlung wurde Sydney genannt, zu Ehren des damaligen britischen Innenministers Lord Sydney. Bis 1868 wurden 160.000 Gefangene dorthin verbannt.

Von 1801 bis 1803 umsegelte der Entdeckungsreisende Matthew Flinders mit weiteren Forschern und dem Aborigine Bungaree als erster den gesamten Kontinent.

GrĂŒndung neuer Kolonien

1792 landete eine französische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entschieden sich die Briten, auch hier möglichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichteten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr spĂ€ter Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. 1825 wurde das damalige Van-Diemen’s-Land zu einer eigenstĂ€ndigen Kolonie erklĂ€rt.

1813 gelang es Gregory Blaxland, William Lawson und William Charles Wentworth in New South Wales zum ersten Mal, die Blue Mountains zu ĂŒberqueren. Der Erfolg der Blaxland-Expedition trug zur Besiedlung der westlich dieses Gebirges gelegenen Gebiete bei.

1824 entstand eine neue Strafkolonie in der MĂŒndung des Brisbane River. Die Abgeschiedenheit dieser Lage sollte die Sicherheit der Kolonie erhöhen. Nachdem jedoch auch freie Siedler verstĂ€rkt zu den fruchtbaren WeidegrĂŒnden des Nordens drĂ€ngten, gab die Kolonie das Land 1842 zur Besiedlung frei. 1859 wurde Queensland als von New South Wales unabhĂ€ngige Kolonie ausgerufen.

1835 handelten tasmanische GeschĂ€ftsleute den Aborigines 240.000 Hektar in der Gegend des heutigen Melbourne ab und grĂŒnden Port Phillip. Obwohl dieser Handel als illegal galt, gab die KoloniefĂŒhrung dem Druck der wachsenden Bevölkerung nach und musste auch hier das Land offiziell zur Besiedlung freigeben. 1851 separierte sich die neue Kolonie Victoria offiziell von New South Wales.

Die Kolonie New South Wales nahm zunĂ€chst den gesamten östlichen Teil des Kontinents ein, nur das westliche Drittel blieb weiterhin als Neuholland von den Briten unbeansprucht. Um die Gefahr einer Kolonisierung Westaustraliens durch Frankreich zu verhindern, grĂŒndeten die Briten 1827 hier Siedlungen am Swan River. Die Kolonie wurde ursprĂŒnglich als Swan River Colony gegrĂŒndet. Western Australia wurde erst 1829 mit GrĂŒndung von Perth ausgerufen. Obwohl ursprĂŒnglich keine StrĂ€flinge hierher verschickt werden sollten, forderten die freien Siedler 1850 die Aufhebung dieser Praxis, um die neue Kolonie mit billigen ArbeitskrĂ€ften auszustatten.

South Australia wurde ebenfalls als strĂ€flingsfreie Kolonie geplant. Im Zuge der systematischen Kolonisierung nach PlĂ€nen von Edward Gibbon Wakefield wurde Land verkauft, die Erlöse wurden darauf verwandt, freie Siedler in die Kolonie zu bringen. 1836 wurde Adelaide gegrĂŒndet, im selben Jahr wurde South Australia als Provinz Großbritanniens ernannt. Zu dieser Zeit nahmen die Konflikte zwischen Siedlern und Aborigines zu, es kam zu einer Vielzahl von Massakern.

Weg zur Nation

Nordöstlich von Melbourne wurde am 22. August 1851 in Victoria Gold gefunden, was die Geschichte Australiens prĂ€gte und fĂŒr mehrere Jahre einen Goldrausch auslöste. Minenarbeiter in Ballarat initiierten im November 1854 den Eureka-Stockade-Aufstand. Die AufstĂ€ndischen forderten demokratische Reformen, der Aufstand wurde allerdings am 3. Dezember 1854 endgĂŒltig von britischen MilitĂ€rs und lokalen PolizeikrĂ€ften niedergeschlagen. Da nun Menschen freiwillig nach Australien kamen, konnte das Land nicht mehr gut als Strafkolonie genutzt werden und der Weg zu einer eigenen Nation war geebnet.

Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen Kolonien das Privileg des Responsible Government und damit eine grĂ¶ĂŸere UnabhĂ€ngigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle ĂŒber Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel.

Nach einem großen Schafschererstreik entstand 1898 „Waltzing Matilda“, die heimliche Nationalhymne Australiens. In den Kolonien begannen die Planungen fĂŒr einen Zusammenschluss der Einzelstaaten.

Der Australische Bund

Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhĂ€ngigen Kolonien zum Commonwealth of Australia. Die erste Hauptstadt Australiens wurde Melbourne. Am 26. September 1907 erhielt der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollstĂ€ndige UnabhĂ€ngigkeit vom Mutterland Großbritannien.

Im Jahr 1911 wurde das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne blieb aufgrund der lang andauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Auch das 1863 gegrĂŒndete Northern Territory wurde aus der Kontrolle der Provinz South Australia in das Commonwealth ĂŒberfĂŒhrt.

Aus LoyalitĂ€t zu Großbritannien entsandte Australien sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg Truppen nach Europa. Die Niederlage des ANZAC im ersten MilitĂ€reinsatz des Landes in der Schlacht von Gallipoli 1915 gilt vielen Australiern als Geburt der Nation.

Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die UnabhÀngigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu. Der Sezessionsversuch Westaustraliens von 1933 scheiterte.

Nach der britischen Niederlage in Asien 1942, insbesondere nach dem Fall von Singapur, und der drohenden japanischen Invasion verlagerten sich die militÀrischen AktivitÀten ab 1942 von Europa auf den australischen Kontinent. Australien wandte sich zunehmend den USA als neuem starken Alliierten zu. Dies wurde 1951 mit dem ANZUS-Abkommen formalisiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine aktive Einwanderungspolitik betrieben, die zur Massenimmigration aus Europa fĂŒhrte; nach der Aufgabe der weißen Einwanderungspolitik auch aus Asien und anderen Erdteilen. Dies fĂŒhrte in kurzer Zeit zu starken demografischen VerĂ€nderungen, aber auch zu wirtschaftlichem Aufschwung.

Im Jahr 1986 gab Großbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezĂŒglich der australischen Verfassung ab. Als 1988 der 200. Jahrestag der ersten weißen Siedler gefeiert wurde, wurde dies von lautstarken Protesten der Aborigines begleitet. 1999 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 Prozent gegen die Schaffung einer Republik und behielt somit formal die Monarchie unter der britischen Krone.

Bevölkerung

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich im Englischen zur Bezeichnung der Australier der umgangssprachliche Begriff „Aussie“ sowie dessen alternative Schreibweise „Ozzie“ etabliert.

Allgemein

Im Jahr 2016 lebten 23.401.892 Einwohner in Australien.

Die Zusammensetzung der australischen Bevölkerung spiegelt die Einwanderungsmuster des Landes wider. 2,4 % der Bevölkerung bezeichnen sich als zumindest teilweise indigener Abstammung, rund 92 % der Bevölkerung sind europĂ€ischer und 7 % asiatischer Abstammung. Rund 85 % der Australier mit europĂ€ischen Vorfahren sind britischer beziehungsweise irischer Abstammung. Weitere europĂ€ische HerkunftslĂ€nder bilden Italien (916.121), Deutschland (898.674), Griechenland (378.270), Polen (170.354), Kroatien (126.270), Mazedonien (93.570) und Serbien (69.544). Über 1,3 Millionen Australier haben mindestens einen deutschen Vorfahren. Die asiatischen Einwanderer stammen vorwiegend aus China, Indien, Vietnam, Pakistan und Sri Lanka. 79 % der Bevölkerung sprechen Englisch beziehungsweise australisches Englisch, was es zur am meisten gesprochenen Sprache macht. Je rund 2 % der Bevölkerung sprechen entweder Italienisch oder eine der chinesischen Sprachen.

Seitdem in den 1960er Jahren die „weiße“ Einwanderungspolitik Australiens allmĂ€hlich aufgehoben wurde, verstĂ€rkt sich vor allem die Immigration aus den asiatischen LĂ€ndern. In den 1990er Jahren wuchs die Bevölkerung durch Einwanderung um 1,4 % jĂ€hrlich. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist nicht im Land geboren. Die australische Geburtenrate betrĂ€gt 1,8 Kinder pro Frau. Die Lebenserwartung betrug von 2010 bis 2015 fĂŒr MĂ€nner 80,2 Jahre und fĂŒr Frauen 84,4 Jahre. Sie war damit eine der höchsten weltweit. Bei Aborigines lag sie um 20 Jahre niedriger (WHO, 1999). Die Kindersterblichkeit liegt bei 4,7 pro 1000 Geburten. Im Jahr 2016 betrug das Median-Alter 38,6 Jahre, womit Australiens Bevölkerung zu den jĂŒngsten der westlichen Welt gehörte.

Australien ist sehr stark urbanisiert. Im Jahr 2018 lebten rund 86 % der Bevölkerung in StĂ€dten vor allem in den großen Zentren an der SĂŒdostkĂŒste, auf Tasmanien und im Großraum Perth. Das Zentrum des Landes ist nahezu menschenleer.

Indigene

Die indigene Bevölkerung des australischen Kontinents setzt sich aus den Aborigines des Festlands und den Torres-Strait-Insulanern zusammen, die auf den Inseln der Torres-Straße zwischen Queensland und Papua-Neuguinea leben. Vor der Ankunft der EuropĂ€er betrug ihre Zahl SchĂ€tzungen zufolge zwischen 300.000 und 750.000 Menschen. Diese stellten jedoch kein einheitliches Volk dar, sondern gehörten einer Vielzahl verschiedener Gruppen an, die jeweils zwischen 100 und 1500 Menschen umfassten und sich kulturell jeweils voneinander unterschieden. Eines der kulturellen Unterscheidungsmerkmale bildete die Sprache. Zu Beginn der Besiedlung durch die Briten im Jahr 1788 wurden von den Ureinwohnern 500 bis 600 unterschiedliche Sprachen und Dialekte benutzt, die den Australischen Sprachen und dem Melanesischen zuzuordnen sind.

Die britische Krone deklarierte Australien als „Terra Nullius“ (Niemandsland), also unbewohntes Land, als sie das Land fĂŒr sich in Anspruch nahm. Damit wurden den Aborigines jegliche Rechte auf ihr Land abgesprochen. Erst 1965 erhielten die Aborigines das Wahlrecht auf nationaler Ebene. Mit der Errichtung einer Zelt-Botschaft vor dem Old Parliament House in Canberra 1972 sollte der Dialog zwischen indigener Bevölkerung und Regierung gefördert werden. Allerdings wurde erst 1992 mit dem Mabo-Urteil die Bezeichnung Australiens als Niemandsland revidiert, wodurch es fĂŒr Aborigines und Torres-Strait-Insulaner möglich wurde, unter bestimmten Voraussetzungen AnsprĂŒche auf Land zu erheben. Trotz dieser Verbesserungen im Status unterscheidet sich die indigene Bevölkerung Australiens auch heute noch vom Rest der Bevölkerung, vor allem in der Gesundheits-, KriminalitĂ€ts- und Arbeitslosenstatistik.

Zwischen 1900 und 1972 wurden in einem staatlichen Programm etwa 35.000 Aborigine-Kinder unter Zwang aus ihren Familien entfernt, in staatliche Institutionen verbracht oder in weiße Familien adoptiert; man spricht von den sogenannten „Gestohlenen Generationen“. UrsprĂŒnglich als Programm zum Wohle des Kindes geplant, gilt dieser Akt heute als versuchter Ethnozid und eklatanter Verstoß gegen die Menschenrechte. Mit der wachsenden Aufmerksamkeit fĂŒr an den Aborigines verĂŒbtes Unrecht in der australischen Bevölkerung wĂ€hrend des Mabo-Prozesses kam es 1995 zu offiziellen Untersuchungen zu den Kindesverschleppungen. Am 26. Mai 1997 wurden die Ergebnisse dieser Untersuchung in dem Report „Bringing Them Home – Report of the National Inquiry into the Separation of Aboriginal and Torres Strait Islander Children from Their Families“ veröffentlicht. Zum Jahrestag dieser Veröffentlichung wird seitdem der National Sorry Day begangen, zu dem landesweit Versöhnungsveranstaltungen stattfinden.

Heute bezeichnen sich rund 410.000 Australier selbst als indigenen Ursprungs (Stand 2001), also 2,4 % der Bevölkerung. 29 % von ihnen leben in New South Wales, 27 % in Queensland, 14 % in Western Australia und 13 % im Northern Territory. Im letztgenannten Territorium stellen sie 29 % der Gesamtbevölkerung, South Australia und Victoria haben nur geringe Anteile indigener Bevölkerung. Die meisten Aborigines haben ihre traditionelle Lebensweise zum grĂ¶ĂŸten Teil aufgegeben, das heißt, sie leben heute nicht mehr in der ursprĂŒnglichen Stammesform, wie sie seit Tausenden von Jahren existiert. Mehr als 70 % der Aborigines leben in StĂ€dten.

Die Interessen der indigenen Bevölkerung gegenĂŒber der Regierung wurden bis 2005 vor allem von der ATSIC vertreten. Nach deren Auflösung im Juli 2005 wurde die ZustĂ€ndigkeit auf das Department of Immigration and Multicultural and Indigenous Affairs ĂŒbertragen.

Religion

Die Mehrheit der Australier gehört christlichen Religionsgemeinschaften an (Quelle: VolkszÀhlung 2016). Dabei bezeichneten sich 22,6 % als römisch-katholisch, 13,3 % als Anglikaner und weitere 16,3 % als Mitglieder anderer christlicher Kirchen. Zum Buddhismus bekennen sich 2,4 %, zum Islam 2,6 % zum Hinduismus 1,9 %. Als konfessionslos betrachten sich 30,1 % der Australier. Von 9,6 % der Bevölkerung wurde die Frage nach der Religionszugehörigkeit nicht beantwortet.

Bildungssystem

Administration und Finanzierung des australischen Bildungssystems werden gemeinsam vom Australischen Bund und den einzelnen Bundesstaaten beziehungsweise Territorien geregelt. Zwischen den Bundesstaaten respektive Territorien gibt es dabei nur geringe Unterschiede.

Schulbildung

Im Alter von sechs Jahren besuchen australische Kinder im preparatory year fĂŒr ein Jahr die Vorschule. Danach folgt der Besuch der sechs bis sieben Jahre wĂ€hrenden Grundschule, primary school genannt. Die weiterfĂŒhrenden Schulen, die secondary schools, fĂŒhren nach weiteren fĂŒnf bis sechs Jahren zum regulĂ€ren Schulabschluss. Eine Schulpflicht besteht in den meisten Bundesstaaten bis zum 15. Lebensjahr, in Tasmanien bis zum 16. Lebensjahr. Mit einem Anteil von 72,3 % der SchĂŒler absolviert die Mehrheit von ihnen die vollen 13 Jahre der Schullaufbahn (Stand 1999). Im PISA-Ranking von 2015 erreichen australische SchĂŒler Platz 23 von 72 LĂ€ndern in Mathematik, Platz 14 in Naturwissenschaften und Platz 15 beim LeseverstĂ€ndnis. Die Leistung liegt damit ĂŒber dem Durchschnitt der OECD-Staaten.

Spezielle Förderprogramme gibt es fĂŒr SchĂŒler abgelegener Gebiete, die durch Fernunterricht ausgebildet werden. Bekanntestes Beispiel ist die Alice Springs School of the Air.

Um den Ausbildungsstandard der indigenen Bevölkerung anzuheben, wurde 1989 die National Aboriginal and Torres Strait Islander Education Policy (AEP) verabschiedet. Im Jahr 2000 wurden neue Standards formuliert und ein Aktionsplan fĂŒr eine effektivere Ausbildung der Aborigines beschlossen.

UniversitÀten

Als erste UniversitĂ€t Australiens wurde 1850 die UniversitĂ€t Sydney gegrĂŒndet. Derzeit verfĂŒgt Australien ĂŒber 38 staatliche und zwei private UniversitĂ€ten, an denen rund 600.000 Menschen studieren. An den staatlichen UniversitĂ€ten werden die meisten StudienplĂ€tze fĂŒr Inlandsstudenten von der Regierung gefördert. Der Zugang zu diesen PlĂ€tzen hĂ€ngt hauptsĂ€chlich von der Qualifikation der Studenten ab. Diese zahlen ihre StudiengebĂŒhren nicht im Voraus, ĂŒber ein staatliches Programm (HECS-HELP) werden Kredite gewĂ€hrt. Ein Studium an privaten UniversitĂ€ten ist nur mit Zahlung von StudiengebĂŒhren möglich. Auslandsstudenten können das sogenannte „overseas student program (OSP)“ wahrnehmen, jedoch besteht fĂŒr Auslandsstudenten („Not Australian citizens or Australian permanent residents“) generell die Verpflichtung zur Zahlung von StudiengebĂŒhren.

Mit der aktiven Bildungspolitik der australischen UniversitĂ€ten wird mittlerweile von einem australischen Bildungskontinent gesprochen. Der Bildungssektor ist inzwischen Australiens Haupteinnahmequelle in Milliardenhöhe – noch vor dem Tourismussektor. Insbesondere Studierende der sĂŒdostasiatischen Oberschichten nehmen die australischen Bildungsangebote gerne an. Das System fĂŒr das UniversitĂ€tsstudium entspricht im Wesentlichen dem britischen.

Politik

Der Australische Bund ist eine parlamentarische Monarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage nach dem Westminster-System. Der Staat ist föderal organisiert, die einzelnen Bundesstaaten haben jeweils eigene Parlamente mit weitgehenden Kompetenzen zur Gesetzgebung.

Frauen durften in Australien seit Juni 1902 auf nationaler Ebene wĂ€hlen und gewĂ€hlt werden. Zwar war Australien nach Neuseeland der zweite Staat, der das Frauenwahlrecht einfĂŒhrte, doch beschrĂ€nkte es sich auf weiße Frauen. Der Commonwealth Electoral Act von 1902 schloss Aborigines aus, auch wenn dies dem Buchstaben des Gesetzes nach nicht unmittelbar erkennbar war. Eine Bestimmung schrieb vor: „Kein Aborigine [
] darf seinen Namen auf die WĂ€hlerliste setzen.“ Die Aborigines erhielten erst 1962 von der nationalen Regierung das Wahlrecht zugestanden. Im Jahr 1924 wurde fĂŒr alle volljĂ€hrigen Australier die Wahlpflicht eingefĂŒhrt, der sie auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene nachkommen mĂŒssen.

Nationalfarben

Die farbliche Gestaltung der Nationalflagge sowie das offiziellen Wappen von Regierungsstellen sind an die Insignien des britischen Königshauses angelehnt.

Bis MĂ€rz 1984 hatte Australien jedoch keine eigenen Nationalfarben. Der Generalgouverneur Sir Ninian Stephen erklĂ€rte am 19. April 1984 Gold und GrĂŒn zu den offiziellen Landesfarben von Australien. Diese offiziellen Nationalfarben sind vom floralen Symbol Australiens, der Gold-Akazie (lat. Acacia pycnanth) abgeleitet, die in Australien Golden Wattle genannt wird. Um ihre EigenstĂ€ndigkeit gegenĂŒber der britischen Königin zu demonstrieren, verwenden die Australier bei den Farben ihrer Vereine und Sportklubs sehr oft die Nationalfarben, was man sehr gut bei internationalen WettkĂ€mpfen beobachten kann.

Nationalhymne

1977 wurde in einer landesweiten Abstimmung Advance Australia Fair zur offiziellen Nationalhymne Australiens gewĂ€hlt. Schon 1984 wurden an ihr Änderungen vorgenommen, weil vielen BĂŒrgern die britische Ausrichtung der ursprĂŒnglichen Version zu weit ging. Die Komposition geht auf Peter Dodds McCormick zurĂŒck. Die erste AuffĂŒhrung fand im Jahre 1878 statt.

FĂŒr kurze Zeit galt auch Waltzing Matilda, das auf einem Text von Andrew Barton Paterson basiert, neben Advance Australia Fair als Nationalhymne, wurde jedoch bei der Abstimmung auf den zweiten Platz verwiesen. Dennoch erfreut sich Waltzing Matilda großer Beliebtheit und gilt fĂŒr viele Australier als heimliche Nationalhymne.

Bundesverfassung

GemĂ€ĂŸ der Verfassung von Australien setzt sich das Zweikammern-System des australischen Parlaments aus dem ReprĂ€sentantenhaus als Unterhaus, dem Senat als Oberhaus und Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt zusammen. Die Königin wird, wie in jedem Commonwealth Realm, durch einen Generalgouverneur vertreten (seit 1. Juli 2019: David Hurley), der jedoch in der Regel keine Macht ĂŒber das Parlament ausĂŒbt. Die 150 Abgeordneten des ReprĂ€sentantenhauses werden alle drei Jahre in Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht gewĂ€hlt. Die Abgeordnetensitze werden der Bevölkerungszahl entsprechend auf die Bundesstaaten und Territorien verteilt. Im Senat ist jeder Staat mit zwölf Senatoren vertreten, die beiden Territorien mit jeweils zwei. Die Senatoren werden jeweils fĂŒr sechs Jahre gewĂ€hlt, alle drei Jahre finden Wahlen fĂŒr die HĂ€lfte der Sitze des Senats statt. FĂŒr alle Wahlen auf Bundes- und Bundesstaatsebene besteht eine Wahlpflicht. Die am stĂ€rksten vertretene Partei stellt die Regierung, der Vorsitzende dieser Partei wird Premierminister.

Parteien seit 2010

Die grĂ¶ĂŸten Parteien sind die Liberal Party, Labor Party und National Party, wobei in den letzten Jahren entweder national-liberale Koalitionen oder die Labor australische Regierungen bilden konnten. Kleinere Parteien, die international Bekanntheitsgrad erreichen und im australischen Parlament vertreten sind, sind die The Greens und One Nation. Weitere kleinere Parteien haben regionale Bedeutung und sind in den Senaten auf Bundesstaatenebene vertreten.

Regierung

Vom 24. Juni 2010 bis zum 27. Juni 2013 war Julia Gillard von der Australian Labor Party Premierministerin des Australischen Bundes und löste damit Kevin Rudd ab. Dieser war zuvor vom Amt des Regierungschefs und Parteivorsitzenden zurĂŒckgetreten, da er keine UnterstĂŒtzung in der Partei mehr besaß. Gillard kĂŒndigte bei ihrem Amtsantritt Neuwahlen in den nĂ€chsten Monaten an. Die Parlamentswahlen fanden am 21. August 2010 statt und fĂŒhrten zu einer Nahezu-Patt-Situation zwischen Labor einerseits und der National-Liberalen Koalition andererseits. Nur mit Hilfe von einigen unabhĂ€ngigen Abgeordneten verfĂŒgte die Labor-gefĂŒhrte Regierung ĂŒber eine hauchdĂŒnne Mehrheit. Am 27. Juni 2013 wurde Kevin Rudd erneut zum Premierminister gewĂ€hlt, nachdem er seine Nachfolgerin im Amt wiederum als Parteivorsitzende der Australian Labor Party abgelöst hatte. Bei den Bundeswahlen am 7. September 2013 gewann Tony Abbott von der National-Liberalen Koalition und löste somit den amtierenden Premierminister Kevin Rudd ab. Er wurde am 15. September 2015 nach einer Kampfabstimmung durch Malcolm Turnbull abgelöst. Turnbull wurde wiederum am 24. August 2018 von Scott Morrison abgelöst.

Staatsoberhaupt

Bundesstaaten, Territorien und Außengebiete

Australien besteht aus den sechs Bundesstaaten Queensland, New South Wales, Victoria, Tasmania, South Australia und Western Australia, den drei Territorien Australian Capital Territory, Jervis Bay Territory und dem Northern Territory sowie sieben Außengebieten.

Sowohl der Australische Bund insgesamt als auch jeder einzelne der Bundesstaaten besitzt ein Parlament, eine eigene Regierung sowie einen eigenen Gouverneur als direkten ReprĂ€sentanten des Staatsoberhauptes des Vereinigten Königreiches. Die Außengebiete unterstehen entweder dem Australischen Bund oder einem der Bundesstaaten oder einem Ministerium.

Die Wahlen der Senatoren fĂŒr die Zweite Kammer des Nationalstaates erfolgen nach dem VerhĂ€ltniswahlrecht mittels Single Transferable Vote.

Mit Ausnahme Queenslands, das ein Einkammersystem aufweist, bestehen die Parlamente bei jedem der anderen Bundesstaaten sowie den Territorien aus jeweils zwei Kammern. Die Abgeordneten fĂŒr die jeweilige Erste Kammer, das Unterhaus, werden in der Regel in Einerwahlkreisen mit Hilfe des Instant-Runoff-Voting, einer besonderen Form des Mehrheitswahlrechts, gewĂ€hlt. Die Ausnahmen von dieser Regel bilden die Wahlen zu den Ersten Kammern, den UnterhĂ€usern, des Hauptstadtterritoriums (Australian Capital Territory) sowie Tasmaniens. Hier kommt das VerhĂ€ltniswahlrecht in Form der Single Transferable Vote zur Anwendung. In den meisten der Einzelstaaten kommt diese Form des VerhĂ€ltniswahlrechts ebenfalls bei den Wahlen der Senatoren fĂŒr die Zweite Kammer der jeweiligen Parlamente zur Anwendung; eine Ausnahme hierbei bildet die Wahl zur Zweiten Kammer Tasmaniens.

Die Bundesstaaten besitzen die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz fĂŒr Bildung, Gesundheit und Verkehrswesen sowie fĂŒr Polizei und Justiz. Der Chef der Landesregierung eines Bundesstaates wird analog zum nationalen Regierungschef als Premierminister bezeichnet.

1 International nicht anerkannt.

Gesellschaftspolitische Probleme

Rassismus und Diskriminierung

Auf Grund mangelnder Integration in die Mehrheitsgesellschaft und von Diskriminierung durch diese gehören viele Aborigines zum Ă€rmsten Teil der australischen Gesellschaft. Ihre Kindersterblichkeit ist im Vergleich zur weißen Bevölkerung doppelt so hoch. Sie haben einen erschwerten Zugang zur Bildung. Ihre Arbeitslosenquote ist mit 20 % fast dreimal so hoch wie die der Durchschnittsbevölkerung. Ihre Lebenserwartung liegt im Durchschnitt zehn Jahre unter der der weißen Bevölkerung. Seit den 1960er Jahren rĂŒckte zunehmend die Frage nach Landrechten der Aborigines in den Mittelpunkt gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen und erst seit dem Urteil Mabo v. Queensland (No. 2) von 1993 können Landrechte von einem Aborigine-Stamm erfolgreich eingeklagt werden.

Seit der verstĂ€rkten Einwanderung vorder- und sĂŒdostasiatischer Migranten mit dem Ende der White Australia Policy in den 1960er Jahren kam es mehrfach zu rassistischen Ausschreitungen wie den Cronulla Riots im Dezember 2005.

Seit dem Racial Discrimination Act von 1975 ist Rassendiskriminierung per Gesetz verboten und alle diskriminierenden Gesetze, die in den Staaten oder Territorien noch existierten, außer Kraft gesetzt worden.

Durch den bundesweit geltenden „Human Rights (Sexual Conduct) Act – Section 4“ sind homosexuelle Handlungen seit 1994 legalisiert und heute gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. In fĂŒnf Bundesstaaten existieren Antidiskriminierungsgesetze fĂŒr Homosexuelle. Die Gleichgeschlechtliche Ehe wurde 2018 eingefĂŒhrt. Siehe auch: HomosexualitĂ€t in Australien.

Umweltprobleme

CO2-Emissionen

Die erste Amtshandlung der 2007 gewĂ€hlten Labor-Regierung von Kevin Rudd war die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls. Dies bedeutete, dass durch eine CO2-Steuer (carbon tax), und eine Besteuerung der energieintensiven Bergbauunternehmen, Anreize zur Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes gegeben werden sollten. Die gesetzliche Umsetzung stieß auf erheblichen Widerstand sowohl der australischen Bergbauindustrie als auch innerhalb der Labor-Partei, die den von ihr gestellten Premierminister Kevin Rudd abwĂ€hlte.

Da die carbon tax zu höheren Energiepreisen wie z. B. bei den Strompreisen fĂŒhrte, stieß diese Form der Besteuerung auch in der Bevölkerung auf Widerstand. Mit Premierministerin Julia Gillard wurden die sozialen Folgekosten dieser höheren Energiepreise mit einem Maßnahmenpaket kompensiert: Von einer Anhebung des Steuerfreibetrags sowie pauschaler Ausgleichszahlungen (lump-sum CASH-bonuses) profitierten vor allem Geringverdiener wie PensionĂ€re, Alleinerziehende, Familien mit geringem Einkommen und alleinstehende Geringverdiener. Diese Ausgleichszahlungen erfolgten bereits vor der EinfĂŒhrung der Carbon tax, 2012. Mit diesem Preissignal im Sinne einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft sollten die bisher in Australien kaum genutzten Erneuerbaren Energien relativ gesehen preisgĂŒnstiger werden als die im Tagebau gĂŒnstig abzubauende fossile Kohle. Externalisierte Folgekosten wie die Versauerung der Meere sowie die globale ErwĂ€rmung wurden marktwirtschaftlich eingepreist (internalisiert).

2017 stellte in Victoria eines der grĂ¶ĂŸten Braunkohlekraftwerke Australiens, das Kraftwerk Hazelwood, seinen Betrieb ein. Dies geschah aus KostengrĂŒnden vor dem Ende der genehmigten Betriebserlaubnis, die bis ins Jahr 2031 reichte. Sein im Jahr 2011 geschĂ€tzter Kohlendioxid-Ausstoß pro Jahr belief sich auf 17 Millionen Tonnen.

Neozoen

Seit Jahren bewegt Australien die Frage, wie die Zahl der Kamele in Australien begrenzt werden kann, da diese die Umwelt zunehmend schĂ€digen. 2009 wurde die Zahl der Dromedare auf rund eine Million Tiere geschĂ€tzt. Es wurde erwartet, dass sich die Zahl in acht Jahren verdoppele, und es wird befĂŒrchtet, dass Teile des WĂŒstenökosystems Australiens vernichtet werden. TatsĂ€chlich lagen die SchĂ€tzungen zu hoch. Nach Abschuss von etwa 160.000 Tieren und weiteren 100.000 Opfern einer DĂŒrre wird die Population auf etwa 300.000 Tiere neu eingeschĂ€tzt. Bei der Lösung dieses Problems treten Konflikte zwischen Tier- und NaturschĂŒtzern auf.

Ein weiteres ungelöstes Problem ist die rasche Verbreitung der ausgesetzten giftigen Aga-Kröte, die australische Kleintierpopulationen existenziell bedroht.

Aktuelle Migrationspolitik

Die nationalkonservative Regierung verwirklichte nach ihrem Amtsantritt mit dem Department of Immigration and Border Protection im Jahr 2013 eine Null-Toleranz-Politik gegen Boatpeople (deutsch: BootsflĂŒchtlinge), die Operation Sovereign Borders genannt wird. Schiffe mit FlĂŒchtlingen werden bereits auf hoher See abgefangen, entweder zur RĂŒckkehr gezwungen oder die Boatpeople in Internierungslager in Einwanderungshaft genommen.

Von 2013 bis Ende 2017 wurden 31 Boote mit Boatpeople vom australischen Grenzschutz abgewiesen oder zur Umkehr gezwungen. Im Haushaltsjahr 2016/2017 beliefen sich die Kosten fĂŒr den Grenzschutz auf See und an Land auf A$ 4 Milliarden.

Australien nimmt durchaus Asylsuchende auf. Im Finanzjahr 2015/2016 waren es 8640 FlĂŒchtlinge aus Syrien und dem Irak. Zwischen 2013 und 2014 erteilte Australien 13.800 FlĂŒchtlingen ein Visum, im Vorjahreszeitraum 2012/2013 stellte es noch 20.000 Visa fĂŒr FlĂŒchtlinge aus. Die obligatorische Abschiebehaft mitsamt anschließender Deportation der Boatpeople in andere LĂ€nder sind in Australien relativ unumstritten.

Am 31. Dezember 2016 befanden sich 1364 asylsuchende Boatpeople in australischen Internierungslagern, darunter 263 auf der Weihnachtsinsel, die anderen waren in DrittlĂ€ndern auf den Inseln Nauru und Manus (siehe weiter unten). Im MĂ€rz 2017 befanden sich auf australischem Hoheitsgebiet acht Lager fĂŒr Asylsuchende, darunter sind fĂŒnf Internierungslager (Immigration detention centres), in denen die Asylsuchenden in Einwanderungshaft festgehalten werden. In weiteren drei gesonderten Einrichtungen (Alternative places of detention) werden Asylsuchende untergebracht, die aufgrund bestimmter Kriterien nicht in Internierungslagern festgehalten werden können. Dort werden sie unter Supervision gestellt und ihnen gewisse Freiheiten gewĂ€hrt. Die Unterbringung erfolgt in geeigneten PrivathĂ€usern, Hotels, Motels und KrankenhĂ€usern. Generell gibt die lagerartige Unterbringung Anlass fĂŒr Kritik von Menschenrechtsorganisationen. Die dritte Form ist die Unterbringung in der Allgemeinheit (Community placement), die eine Bewegungsfreiheit mit gewissen Auflagen gewĂ€hrt. Am 31. Dezember 2016 wurden 25.252 Personen gezĂ€hlt, die sich in Australien mit einem sogenannten Visa E aufhielten, ein sogenanntes ÜberbrĂŒckungsvisum. Es sind Menschen, deren Aufenthalt befristet genehmigt ist und die nach einem Verlassen Australiens nicht mehr zurĂŒckkommen dĂŒrfen.

Eine Besonderheit bildeten zwei Internierungslager, die außerhalb des Hoheitsgebiets von Australien lagen: das Nauru Regional Processing Centre auf Nauru und das Manus Regional Processing Centre auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea. Nach Interventionen der UNO und Menschenrechtsgruppen erklĂ€rte das Verfassungsgericht von Papua-Neuguinea das Lager auf Manus fĂŒr rechtswidrig. Reuters berichtete, dass einige Dutzend Asylanten auf Manus finanzielle Angebote der australischen Regierung fĂŒr ihre RĂŒckkehr in ihre HeimatlĂ€nder angenommen hĂ€tten. Das FlĂŒchtlingslager Manus wurde Ende 2017 geschlossen. Die etwa 380 Menschen wurden in neue Lager verlegt.

Gleichzeitig betreibt Australien eine offene Einwanderungspolitik hinsichtlich der legalen Migration. 2016 waren 28 % der Bevölkerung im Ausland geboren, was eine der höchsten Quoten weltweit ist. Australien nimmt vor allem hochqualifizierte Einwanderer auf, die nach einem Punktesystem ausgewĂ€hlt werden. Migranten in Australien kamen vor allem aus dem Nachbarland Neuseeland, der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien und asiatischen LĂ€ndern wie Indien und China. 2016 lebten in Australien ca. 124.300 in Deutschland geborene Personen.

Außen- und Sicherheitspolitik

In den internationalen Beziehungen wird Australien zumeist als Mittelmacht bezeichnet. Seine ökonomischen und militĂ€rischen Ressourcen erlauben es Canberra, auf der internationalen BĂŒhne seiner Stimme Gehör zu verschaffen, allerdings nicht bei jedem Thema und nicht im Alleingang. Gerne sieht sich das Land hierbei als ehrlicher Makler in internationalen Verhandlungen. Das Gewicht Australiens zeigte sich zum Beispiel in den Verhandlungen zur Chemiewaffenkonvention, zum Umweltprotokoll des Antarktisvertrages und im Rahmen der Uruguayrunde.

Die Außen- und Sicherheitspolitik Australiens ist von der Gemeinsamkeit der angelsĂ€chsischen Kultur des Landes vor allem mit den Vereinigten Staaten, aber auch mit Neuseeland und dem Vereinigten Königreich bestimmt.

Im Jahre 2005 wurde ein neues Anti-Terror-Gesetz in Australien eingefĂŒhrt.

Beziehungen zu den USA

Australien pflegt eine umfassende wirtschaftliche, wissenschaftliche und militĂ€risch-strategische Zusammenarbeit mit den USA, die sich auch in der GrĂŒndung des ANZUS-BĂŒndnisses niederschlug. Nach dem faktischen Ende von ANZUS in den 1980er Jahren nahmen die USA Australien in ihre Liste der wichtigsten VerbĂŒndeten außerhalb der NATO auf. Mit dieser Klassifikation genießt Australien in der strategischen Partnerschaft Privilegien, die nicht einmal vielen NATO-Staaten zugĂ€nglich sind. Australien ist seit 1945 Mitglied der Vereinten Nationen, seit 1995 Mitglied in der WTO und ist Vertragsstaat des ICC.

Beziehungen zu Asien

In den 1990er Jahren versuchte der damalige Premierminister Paul Keating Australien nĂ€her an seine asiatischen Nachbarn heranzufĂŒhren. Dies scheiterte jedoch aufgrund gegensĂ€tzlicher Interessen und kultureller Differenzen. Der pro-amerikanische Kurs der konservativen Regierung unter Premierminister John Howard wurde von den benachbarten Staaten weitgehend nicht geteilt, sondern kritisch aufgenommen. Insbesondere Howards Zustimmung zu Bushs Doktrin der sogenannten PrĂ€emptivschlĂ€ge nach den Attentaten von Bali im Oktober 2002 zog sofort offizielle Proteste der Nachbarstaaten Indonesien, Philippinen, Malaysia und Thailand nach sich. Wie seit 1951 sieht auch das aktuelle Weißbuch des Verteidigungsministeriums vor allem im ANZUS-Abkommen mit Neuseeland und den USA den Grundstein der nationalen Sicherheitspolitik, weniger in einer multilateralen regionalen Einbindung. Als weniger bedeutend ist das seit 1971 existierende Five Power Defence Arrangements (FPDA) von Australien, Neuseeland, Großbritannien, Singapur und Malaysia einzuordnen, welches vorsieht, dass die drei Erstgenannten den beiden sĂŒdostasiatischen Staaten im Falle eines Angriffs zu Hilfe kommen. Seit 1997 fĂŒhren die See- und LuftstreitkrĂ€fte der fĂŒnf LĂ€nder regelmĂ€ĂŸig gemeinsame Manöver durch.

Grenzstreitigkeiten mit Osttimor

Mit dem nördlich gelegenen Osttimor gab es ĂŒber Jahre Streit ĂŒber die Grenzziehung in der Timorsee und der damit verbundenen Nutzung der dortigen Erdöl- und Erdgaslager. WĂ€hrend der indonesischen Besetzung Osttimors vereinbarten Australien und Indonesien eine Grenzziehung zu Gunsten Australiens. Mit der UnabhĂ€ngigkeit Osttimors im Mai 2002 wurde neu verhandelt und man vereinbarte ein 50-jĂ€hriges-Moratorium betreffs der Grenzfrage und eine gemeinsame Nutzung der BodenschĂ€tze. Eine Einigung nach dem SeerechtsĂŒbereinkommen der Vereinten Nationen konnte nicht erzielt werden, weil Australien wenige Monate vor der UnabhĂ€ngigkeit Osttimors aus dem Regelwerk austrat. 2013 wurde bekannt, dass Australien wĂ€hrend der letzten Verhandlungen das Kabinett Osttimors mit Wanzen abgehört hatte. Osttimor verklagte Australien daher vor dem Internationalen Schiedsgericht und pochte auf eine Grenzziehung gemĂ€ĂŸ dem SeerechtsĂŒbereinkommen, womit die Erdöl- und Erdgasfelder alleinig in osttimoresischem Territorium liegen wĂŒrden. Die Beziehungen zwischen den beiden LĂ€ndern waren deswegen angespannt. So hatte seit Antritt der national-liberalen Koalitionsregierung 2013 kein australischer Minister mehr Osttimor besucht. Im Januar 2017 erklĂ€rten die Regierungen Australiens und Osttimors, dass der Treaty on Certain Maritime Arrangements in the Timor Sea (CMATS) aufgelöst werden soll. Am 6. MĂ€rz 2018 wurde ein neuer Grenzvertrag von den beiden Staaten unterzeichnet, der die bisherigen Vereinbarungen zugunsten Osttimors abĂ€nderte.

Beziehungen zur EuropÀischen Union

In den Beziehungen zwischen der EU und Australien stehen seit Jahrzehnten ökonomische Themen im Vordergrund, wobei insbesondere Agrarfragen immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den beiden Partnern fĂŒhrten. Der Beitritt Großbritanniens zur EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Jahre 1973 bedeutete fĂŒr Australien einen erschwerten Zugang zum britischen Markt und wurde in weiten Kreisen von Politik und Gesellschaft als Verrat des ehemaligen Mutterlandes aufgefasst. Die bitteren GefĂŒhle wurden verstĂ€rkt, da die protektionistische Agrarpolitik der EWG bzw. EU die ansonsten wettbewerbsfĂ€hige Agrarindustrie des fĂŒnften Kontinents benachteiligte. In den letzten Jahren rĂŒckten jedoch verstĂ€rkt andere wirtschaftliche Themen auf der politischen Agenda nach oben. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass seit 25 Jahren die EU der wichtigste Wirtschaftspartner Australiens ist. Grundlage fĂŒr die bilateren Beziehungen zwischen Australien und der EU ist die „gemeinsame ErklĂ€rung“ von 1997. Im Jahr 2008 wurde ein weiteres Partnerschaftsabkommen abgeschlossen, dem ein gemeinsamer Aktionsplan zugrunde liegt. Das Abkommen soll der Partnerschaft Impulse verleihen fĂŒr intensivere Kooperation in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Technologieentwicklung, Umwelt und Klimaschutz. In der Klimapolitik sowie der nationalen und internationalen Sicherheitspolitik verfolgt die australische Regierung Ă€hnliche Ziele wie die EuropĂ€ische Union. In der Agrarpolitik unterscheiden sich die Ziele Australiens und der EU jedoch voneinander. WĂ€hrend Australien den Zugang zum EU-Binnenmarkt stĂ€rken möchte, verhĂ€lt sich die EU in Bezug auf die Landwirtschaft ihrer Mitgliedsstaaten protektionistisch gegenĂŒber Mitbewerbern, die von außerhalb der EU in den EU-Binnenmarkt exportieren möchten.

MilitÀr und Kriegsbeteiligung

Erster Weltkrieg

Neun Tage nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs erfolgten ab dem 6. August 1914 erste Kriegshandlungen Australiens an der Seite von Großbritannien mit der Besetzung der Kolonie Deutsch-Neuguinea durch die Australian Naval and Military Expeditionary Force, ein 2000 Mann starkes Freiwilligen-Expeditionskorps. Am 15. August 1914 wurde die First Australian Imperial Force (AIF) gebildet, die bedeutendste australische Expeditionsstreitmacht im Ersten Weltkrieg, die aus mehreren Waffengattungen bestand. Die AIF setzte erstmals gemeinsam mit alliierten Truppen das Armeekorps Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) außerhalb des asiatischen Raums in der verlustreichen Schlacht von Gallipoli in der TĂŒrkei ein, in der von den australischen Soldaten 26.111 verwundet und 8141 getötet wurden.

Diese Schlacht hat die australische Bevölkerung hinsichtlich ihrer Haltung zum Krieg und zur Wehrpflicht bis heute tief beeinflusst. Nach dieser Schlacht wurde das australische MilitĂ€r bis zum MĂ€rz 1916 an der PalĂ€stinafront eingesetzt. Anschließend beteiligten sich fĂŒnf Infanterie-Divisionen der AIF an den KĂ€mpfen an der Westfront in Frankreich und Belgien. Ferner nahmen auch australische Soldaten an KĂ€mpfen auf unterschiedlichen, einzelnen KriegsschauplĂ€tzen teil.

Zweiter Weltkrieg

Australien fĂŒhrte im Zweiten Weltkrieg zwei Kriege, einen gegen das Deutsche Reich, Italien und seine VerbĂŒndeten in Europa als Teil des Britischen Commonwealth und einen an der Seite des Vereinigten Königreichs, der Vereinigten Staaten und anderer VerbĂŒndeter gegen Japan und seine VerbĂŒndeten im Pazifikkrieg bis September 1945.

Zwischen Februar 1942 und November 1943 war Australien das Ziel von insgesamt 97 Luftangriffen der Kaiserlich Japanischen MarineluftstreitkrĂ€fte. WĂ€hrend der Luftangriff auf Darwin am 19. Februar 1942 der erste, schwerste und folgenreichste aller dieser Luftangriffe war, blieben die meisten weiteren Luftangriffe ohne grĂ¶ĂŸere Folgen.

Ein Landungsversuch der Japaner in Australien erfolgte im Verlauf des gesamten Krieges nicht. Nach dem RĂŒckzug der meisten australischen KrĂ€fte aus dem Mittelmeerraum nach Ausbruch des Pazifikkriegs beteiligte sich die Royal Australian Air Force intensiv am alliierten Luftkrieg gegen das Deutsche Reich. Zwischen 1942 und Anfang 1944 kam den australischen StreitkrĂ€ften eine SchlĂŒsselrolle im Pazifik zu, wo sie in dieser Zeit das grĂ¶ĂŸte alliierte Truppenkontingent stellten. Ab Mitte 1944 kĂ€mpften australische Soldaten hauptsĂ€chlich an Nebenfronten; sie fĂŒhrten bis Kriegsende fortlaufend Offensivoperationen gegen die japanischen Truppen durch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Australiens StreitkrĂ€fte, die Australian Defence Force (ADF), bestehen aus drei TeilstreitkrĂ€ften: der Royal Australian Navy, der Australian Army und der Royal Australian Air Force. Die TruppenstĂ€rke der ADF wurde in den letzten Jahrzehnten deutlich reduziert und betrĂ€gt aktuell etwa 51.000 Soldaten. Ihre Ausbildung und AusrĂŒstung begrĂŒnden trotz ihrer verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig geringen GrĂ¶ĂŸe neben der wirtschaftlichen AttraktivitĂ€t des Landes den Status Australiens als regionale Ordnungsmacht innerhalb des indo-pazifischen Raums. Daher fĂŒhrt es aktuelle UN-Friedensmissionen in der Region an, beispielsweise in Osttimor und auf den Salomonen. Mit rund 50.000 Soldaten beteiligte sich Australien in den Jahren 1962 bis 1972 am Vietnamkrieg. WĂ€hrend dieser Zeit wurden ungefĂ€hr 2400 Soldaten verwundet, 520 fielen. Außerdem ist Australien am Irakkrieg beteiligt gewesen und unterhielt ein Kontingent im Irak, das bis Juli 2009 entsprechend dem Wahlversprechen der amtierenden Labor-Regierung abgezogen wurde. Es verblieben etwa 100 Soldaten zum Schutz der australischen Botschaft im Land. Der derzeit umfangreichste und bedeutendste internationale Einsatz Australiens ist der Beitrag zu den fortlaufenden Operationen in Afghanistan, wo die ADF mit etwa 1500 Soldaten vertreten ist. Australien gab 2017 knapp 2,0 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 27,5 Mrd. Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus und lag damit weltweit auf Platz 13. Seit 2014 beteiligt sich Australien auch an der Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Infrastruktur

Australiens Verkehrswesen wird durch die großen Entfernungen im Landesinneren und die hohe Bevölkerungsdichte entlang des schmalen Streifens der Ost- und SĂŒdkĂŒste geprĂ€gt. Bezogen auf die Einwohnerzahl verfĂŒgt das Land ĂŒber sehr viele Kilometer an Straßen und Wegen, weist einen hohen Motorisierungsgrad auf und besitzt ein engmaschiges Flugnetz.

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die QualitÀt der Infrastruktur misst, belegte Australien 2018 den 18. Platz unter 160 LÀndern.

Flugverkehr

Australien gehört zu den LĂ€ndern mit den dichtesten Flugnetzen ĂŒberhaupt. Es gibt etwa 400 öffentliche und privat verwaltete FlugplĂ€tze. Wichtigste Fluggesellschaft ist die 1920 gegrĂŒndete Qantas Airways. Ein bedeutendes Drehkreuz fĂŒr den internationalen Flugverkehr ist der Kingsford Smith International Airport in Sydney. Der Inlands-Flugverkehr ist seit 1990 dereguliert, d. h. Flugpreise werden ohne Mitwirken seitens der Regierung durch den freien Wettbewerb bestimmt. Zunehmend ist auch der Anteil an Ballonfahrten mit dem Heißluftballon als FreizeitbeschĂ€ftigung speziell fĂŒr Touristen.

Straßenverkehr

In Australien herrscht Linksverkehr. Vor allem im dicht besiedelten SĂŒdosten des Landes spielt der Straßenverkehr eine bedeutende Rolle. Die erste Straße Australiens wurde in den Jahren von 1789 bis 1791 von Sydney nach Parramatta gebaut. Das heutige australische Straßennetz belĂ€uft sich insgesamt auf etwa 913.000 km, von denen circa 353.000 km befestigt, das heißt entweder asphaltiert oder betoniert, sind.

Ein großer Teil des Warenverkehrs im Outback wird mit Hilfe von Road Trains transportiert. Ein Road Train ist ein spezieller Typ eines Lastzuges, bestehend aus einem Sattelzug mit Zugmaschine und Sattelauflieger, an den in Australien bis zu drei AnhĂ€nger gekuppelt werden. Dadurch erreichen die Road Trains eine GesamtlĂ€nge von bis zu 53,5 m sowie beladen ein Gesamtgewicht von bis zu etwa 140 Tonnen.

Die ersten Fernstraßen in Australien wurden von den HauptstĂ€dten an den KĂŒsten in einem speichenförmigen Muster ins Landesinnere gebaut, um die ersten lĂ€ndlichen Ansiedlungen mit den HauptstĂ€dten zu verbinden. Im Jahr 1955 wurde das australische National-Route-Nummerierungsschem eingefĂŒhrt um die Navigation durch Australien zu vereinfachen. Man erkennt eine National Route an den Schildern mit schwarzer Schrift auf weißem Grund.

Schienenverkehr

1854 verkehrte die erste Dampfeisenbahn zwischen der Innenstadt und dem Hafen Melbournes. Zahlreiche private Gesellschaften betrieben in der Folgezeit die Eisenbahnlinien des Landes. Dies fĂŒhrte dazu, dass zum Zeitpunkt der Föderationsbildung (1901) drei voneinander abweichende Spurweiten vorlagen, was große Probleme aufwarf. Erst seit etwa 1970 ist die Durchfahrt von Sydney nach Perth ohne systembedingtes Umsteigen möglich. Teilweise wird hier – und nur hier – mit Dreischienennetz gefahren.

Die GesamtlĂ€nge des staatlichen Eisenbahnnetzes betrĂ€gt etwa 34.000 km. Die GesamtlĂ€nge der privat betriebenen Schienennetze belĂ€uft sich auf etwa 5500 km. Private Schienennetze werden in der Pilbara-Region Western Australia vor allem zum Transport von Eisenerz, in Queensland fĂŒr den Transport von Kohle und Zuckerrohr genutzt.

Verglichen mit dem Straßenverkehr spielt der Personen- und GĂŒtertransport auf den Schienen inzwischen eine untergeordnete Rolle. Es gibt dennoch Neubauprojekte wie beispielsweise die kĂŒrzlich fertiggestellte Eisenbahnlinie von Alice Springs nach Darwin, die unter dem Namen The Ghan bekannt ist. Die Transaustralische Eisenbahn von Sydney nach Perth ist fĂŒr den Fracht- und den Fremdenverkehr von Bedeutung. Australien plant zudem den Einsatz von HochgeschwindigkeitszĂŒgen.

In den BallungsrĂ€umen Brisbane, Melbourne, Perth und Sydney, in denen die HĂ€lfte der Bevölkerung lebt, existieren gut ausgebaute S-Bahn-Netze. Straßenbahnen sind in Australien recht selten und bestehen meist nur aus wenigen Linien, das Straßenbahn-Netz in Melbourne ist jedoch das lĂ€ngste der Welt. Das U-Bahn-Netz der Metropole Sydney, Metro Sydney, ist seit der Eröffnung im Mai 2019 die erste vollwertige U-Bahn auf dem Kontinent.

Wirtschaft

Wirtschaftsgeschichte

Die Wirtschaftsgeschichte Australiens begann mit der Landung von etwa 1000 StrÀflingen, Royal Marines und Seeleuten auf elf Schiffen der First Fleet im Port Jackson am 26. Januar 1788. Davor lebten auf dem australischen Kontinent die Aborigines als JÀger und Sammler. Die Briten erklÀrten das Land zur Terra nullius und eigneten es sich an. Mit der Anwendung dieses Rechtsbegriffs wurde Australien zu einem Land erklÀrt, das niemand gehört. Die Briten kolonisierten es jahrzehntelang in Form der StrÀflingskolonie Australien.

Kolonie New South Wales (1788–1810)

Nach der Landung im Jahr 1788 ĂŒbergab die britische Kolonialregierung Land an höhere Offiziere und StrĂ€flinge mit Privilegien. Dies geschah in Form einer „land grant“, einer LandĂŒbereignung. StrĂ€flingen ohne das Privileg einer LandĂŒbereignung wurde lediglich erlaubt, WirtschaftsgĂŒter in geringem Umfang selbst zu produzieren. Das Kommissariat der Regierung der Kolonie New South Wales nahm als Lieferant von GĂŒtern, Geld und Devisen eine herausragende Stellung im wirtschaftlichen Leben der Kolonie ein. Obwohl das wirtschaftliche Leben durch die Verteilung von GĂŒtern, Bewirtschaftung von Geld und auslĂ€ndischer WĂ€hrung durch die Kolonialregierung reguliert war, entwickelte sich privates Eigentum an Land und privat vergĂŒtete Arbeit. Dies wurde geduldet und nicht sanktioniert. Die Offiziere des New South Wales Corps nutzten dies aus und verquicken private und dienstliche Interessen. Die Offiziere des MilitĂ€rs eigneten sich rĂŒcksichtlos Land privat an und fĂŒhrten aufgrund der Knappheit von offiziellen GeldmĂŒnzen in der Kolonie Rum als WĂ€hrung ein. Als die britische Kolonialregierung dagegen einschritt, entstand die Rum Rebellion, die dazu fĂŒhrte, dass im Jahr 1808 zahlreiche Offiziere die Kolonie verlassen mussten.

Weitere Kolonien

Bereits in den Jahren ab 1810 war erkennbar, dass sich die koloniale Wirtschaft nicht nur auf eine Selbstversorgung beschrĂ€nken musste, sondern auch Außenhandel betreiben konnte. Bedeutend fĂŒr die weitere wirtschaftliche Expansion war die Blaxland-Expedition im Jahr 1813, die einen Weg ĂŒber die Blue Mountains hinweg ins Landesinnere Australien ermöglichte. Weitere Erkundungen und Entdeckungen folgten. Deshalb konnte die koloniale Wirtschaft wachsen. Neben der erstgegrĂŒndeten Kolonie New South Wales entstanden Western Australia (1829), South Australia (1836), Victoria (1851), Queensland (1859) und Tasmanien (1856) als britische Kolonien (das Northern Territory wurde 1911 aus South Australia abgespalten und dem Commonwealth of Australia unterstellt).

GĂŒter wurden nicht nur in New South Wales verbraucht, sondern ab den 1820er Jahren nach England und ins nordwestliche Europa exportiert. Es handelte sich zuerst vor allem um Wolle, Hölzer und Walöl. In dieser Zeit erfolgte eine umfangreiche Landnahme und eine gewaltsame VerdrĂ€ngung der Aborigines aus ihren Stammesgebieten durch Siedler. Diese wurden „squatters“ genannt und eigneten sich Land ohne Rechtstitel an, was erst im Jahr 1846 durch Gouverneur George Gipps geregelt bzw. beendet wurde. 1831 wurde es in der Kolonie New South Wales möglich, Land kĂ€uflich zu erwerben. Eine erste Wirtschaftskrise entstand in den 1840er Jahren, die von Bankenpleiten begleitet war.

Diese Wirtschaftskrise wurde durch die Goldfunde von 1851 in Victoria ĂŒberwunden. Infolge des Goldrausches in Australien wanderten zahlreiche Menschen ein. Es waren vor allem EnglĂ€nder, aber auch andere NationalitĂ€ten wie Chinesen. Bereits in den 1840er Jahren endete die StrĂ€flingsdeportation im östlichen Siedlungsgebiet Australiens. Freie Siedler ließen sich nieder, gesetzliche Regelungen zur Sicherung der bĂŒrgerlichen Rechte und des Eigentums wurden erlassen. Es begann der Aufbau eines demokratischen Wahlsystems.

Der Bergbau entwickelte sich. In den 1870er Jahren wurde mehr Gold als Wolle exportiert. Durch die australischen Goldfunde entwickelte sich eine rege BautĂ€tigkeit, insbesondere in Victoria. Weizenexporte begannen im Jahr 1870 in South Australia. Ab den 1880er Jahren wurde Zink, Blei und Silber bei Broken Hill abgebaut. Die Goldfunde stagnierten und durch anhaltende DĂŒrren in den 1890er Jahren geriet Australien in eine wirtschaftliche Rezession. Im Verlauf dieser Rezession wurden Löhne gekĂŒrzt und in der Folge bildete sich die australische Arbeiterbewegung in zahlreichen und heftigen Streiks (Schafscherer-Streik (1891) und Schafscherer-Streik (1894), Broken-Hill-Streik, Maritime-Streik) aus. In den 1890er Jahren ermöglichten neue Methoden der KĂŒhlung den Export von Fleisch-, Molkereiprodukten und FrĂŒchten.

Commonwealth

Am 1. Januar 1901 schlossen sich die frĂŒher voneinander unabhĂ€ngigen Kolonien zum Commonwealth of Australia zusammen. Diese neue Regierung erhielt Rechte zu starken Eingriffen in MĂ€rkte. Sie konnte die Lohnhöhe und Preise bestimmen. Das Commonwealth regulierte den inneraustralischen Markt und verfolgte die White Australia Policy, eine Politik, die die Zuwanderung von Nichtweißen blockierte. Diese Politik Ă€nderte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als infolge der boomenden Wirtschaft eine hohe Nachfrage nach ArbeitskrĂ€ften entstand. Nach 1950 waren Rohstoffe auf dem Weltmarkt stark nachgefragt und die australische Regierung förderte den Abbau von Rohstoffen intensiv. Das wirtschaftliche Wachstum Australiens wurde vor allem durch die Fahrzeug-, Chemieproduktion, Herstellung elektrischer und elektronischer AusrĂŒstung sowie von der Eisen- und Stahlproduktion bestimmt. Dieses Wachstum wurde auch durch die beiden Weltkriege nicht wesentlich negativ beeinflusst. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine langfristige positive Wachstumsrate mit hoher BeschĂ€ftigung. Ihren Höhepunkt erreichte die industrielle Produktion in der Mitte der 1960er Jahre.

Das 1910 eingefĂŒhrte Australische Pfund wurde im Jahr 1966 auf den Australischen Dollar ins Dezimalsystem umgesetzt.

Zudem wurde das Einheitensystem vom angloamerikanischen Maßsystem auf das metrische Einheitensystem umgestellt.

Als zu Beginn der 1970er Jahre die Weltkonjunktur einbrach, wuchsen Arbeitslosigkeit und Inflation in Australien an.

In den Jahren 1982 bis 1983 verharrte die australische Wirtschaft in einer Rezession. 1983 kam die Australian Labor Party mit dem Premierminister Bob Hawke und Finanzminister Paul Keating an die Regierung. Hawke setzte darauf, dass mehr BeschĂ€ftigung entstehen könnte, wenn es gelĂ€nge, die Reallöhne zu stabilisieren bzw. zu senken. Keating widersprach dem und warnte, dass Australien sich damit zu einer „banana republic“ entwickeln wĂŒrde. Labor entschied daraufhin, australische Firmen sollten auslĂ€ndische Investitionen zulassen. Sie lockerte auch die Wettbewerbsbedingungen. Die Rezession wurde daraufhin durch einen starken BeschĂ€ftigungsanstieg aufgehoben und die Arbeitslosenquote erreichte mit 2 Prozent wieder den Stand von 1972. Die weiter oben genannten Maßnahmen wurden in der folgenden Zeit ausgeweitet.

Die Labor Party verlor die Wahlen im Jahr 1996 an John Howard von der Liberal Party of Australia. Seine Regierung setzte auf Deregulierung, unter anderem des WĂ€hrungs- und Finanzsystems, das sich noch stĂ€rker dem internationalen Kapital öffnen sollte. Schutzmaßnahmen fĂŒr die Industrie und Landwirtschaft und WettbewerbsbeschrĂ€nkungen wurden zurĂŒckgefahren bzw. aufgehoben. Einige staatliche Aufgaben wurden privatisiert und das Transport- und Telekommunikationswesen dereguliert. 2005 lag die Arbeitslosenquote bei 5 Prozent.

In der Folge fĂŒhrten fallende Transportkosten, neue effektive Telekommunikations- und Informationstechnologien, Investitionen mit auslĂ€ndischem Kapital, wirtschaftliches Wachstum in Ostasien, vor allem in China, zu kontinuierlich steigenden Wachstumsraten der australischen Wirtschaft. Reformen im Bildungswesen und Anpassungen der Ausbildungsinhalte an Hochschulen und UniversitĂ€ten des Landes sorgten dafĂŒr, dass WettbewerbsfĂ€higkeit anstieg. Im Jahr 2000 betrug der Anteil der Dienstleistungen 70 Prozent des nationalen Einkommens.

Seit den 1990er Jahren hat Australien eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten unter den OECD- Staaten. Seit 1995 hat es keine wirtschaftliche Rezession erlebt.

Aktuell

Im Jahr 2015 betrug das Wachstum Australiens 2,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im September 2016 bei 5,8 Prozent. Der Dienstleistungssektor Australiens ist mit 60 bis 65 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bedeutend, der seinen Schwerpunkt im Bereich Finanzen, Immobilien und Unternehmensdienstleistungen hat. Der Anteil des Bergbaus am BIP liegt bei etwa zehn Prozent und der der Landwirtschaft bei zwei Prozent. Beide Sektoren haben allerdings einen bedeutenden Anteil an Australiens Exportvolumen und sind stark vom Wachstum der Weltwirtschaft abhĂ€ngig. Die wichtigsten ExportgĂŒter Australiens sind Kohle, Eisenerz, Gold, Erdöl/-Produkte und Erdgas. Beim Export von verflĂŒssigtem Gas wird erwartet, dass Australien in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren WeltmarktfĂŒhrer werden wird. Bei Kohle ist Australien seit den 1980er Jahren der weltweit grĂ¶ĂŸte Exporteur. Durch das Absinken des weltwirtschaftlichen Wachstums der vergangenen Jahre ging der Export der Rohstoffe Australiens stark zurĂŒck und es entstand eine LĂŒcke im Staatshaushalt.

Die konservative Regierung unter Turnbull versuchte diese LĂŒcke durch die Erhöhung der Verbrauchssteuer von 10 auf 15 Prozent zu schließen. Diese Erhöhung der Mehrwertsteuer (Goods and Service Tax) scheiterte am innerparteilichen Widerstand. Durch die Orientierung auf den Export von Rohstoffen ist der Anteil des verarbeitenden Gewerbes in Australien und die BeschĂ€ftigung in diesem Wirtschaftsbereich gering. ZusĂ€tzlich werden beispielsweise Holden (GM-Konzern) und Toyota ihre Pkw-Produktion in Australien im Jahr 2017 einstellen. Dies zieht vermutlich einen Wegfall von 40.000 ArbeitsplĂ€tzen nach sich und bedeutet das Ende der Automobilproduktion in Australien. Diesen Wegfall von ArbeitsplĂ€tzen kann auch der in Australien wachsende Wirtschaftsbereich Informations- und Kommunikationstechnologie, E-Commerce, Bio-, Nano- und Medizintechnologie nicht ausgleichen.

Die australische Leistungsbilanz ist seit Jahren defizitÀr, die Anteile am BIP schwankten in der Vergangenheit von minus zwei bis minus sechs Prozent. Die Verschuldung der privaten Haushalte Australiens war im Jahr 2016 betrÀchtlich.

Australien war, laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017, das Land mit dem neunt-grĂ¶ĂŸten nationalen Gesamtvermögen weltweit. Der Gesamtbesitz der Australier an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 7.407 Milliarden US-Dollar. Das Vermögen pro erwachsene Person betrĂ€gt 402.603 Dollar im Durchschnitt und 195.417 Dollar im Median (Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Das Vermögen pro Kopf war damit sowohl im Durchschnitt, als auch im Median das dritt-höchste der Welt (hinter Island und der Schweiz). Der Gini-Koeffizient bei der Vermögensverteilung lag 2016 bei 68,2 was auf eine relativ moderate Vermögensungleichheit hindeutet.

Australiens derzeit wichtigste Importprodukte sind, neben Rohöl und raffiniertem Öl, WirtschaftsgĂŒter wie Pkws und Medikamente. Australien zĂ€hlt zu den 20 grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Erde. Im Global Competitiveness Index des Global Competitiveness Report, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Australien im Jahr 2017 Platz 21 unter 137 LĂ€ndern. Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land im Jahr 2017 den fĂŒnften Platz unter 180 LĂ€ndern. Australien zĂ€hlt zu den liberalsten Volkswirtschaften der Welt.

Kennzahlen

Außenhandel

Die große FlĂ€che des Landes in Verbindung mit dem kleinen Binnenmarkt und das Vorhandensein von Rohstoffen prĂ€destiniert Australien zum Exportland fĂŒr PrimĂ€rprodukte. Diese Tatsache macht das Land aber auch empfindlich gegenĂŒber starken Schwankungen der Weltmarktpreise dieser GĂŒter. Wichtige ExportgĂŒter sind daher landwirtschaftliche Produkte und BodenschĂ€tze. Das Land ist Mitglied der Cairns-Gruppe, die sich fĂŒr die Liberalisierung von Agrarexporten einsetzt.

Die Großunternehmen in Australien prĂ€gen die Exportbilanz. Die 100 grĂ¶ĂŸten Unternehmen des Landes hatten 2001 fĂŒr rund 50 Milliarden australische Dollar Waren- und Dienstleistungsexporte erbracht und lieferten damit rund ein Drittel der gesamten Ausfuhr des Landes. Im Jahre 2001 lag der australische Export bei rund 154 Milliarden australische Dollar und machte ĂŒber 20 Prozent des BIP aus. Australien bildet mit seinem Nachbarland Neuseeland unter der Bezeichnung Closer Economic Relations seit 1983 eine Freihandelszone.

Australien ist Mitglied der APEC, G20, OECD und WTO und betreibt Freihandelsabkommen mit ASEAN, Chile, Neuseeland, Singapur, Thailand und den Vereinigten Staaten. Speziell das ANZCERTA Vertragsabkommen mit Neuseeland zeigt die enge VerschrĂ€nkung beider Volkswirtschaften. Im Jahr 2010 war Australien die 21. grĂ¶ĂŸte Export- und die 19. grĂ¶ĂŸte Importnation.

Unter der Bezeichnung Austrade betreibt das Department of Foreign Affairs and Trade eine Agentur zur Förderung von Handel und Investitionen mit einem globalen Netzwerk von BĂŒros.

GrĂ¶ĂŸter Handelspartner im Jahr 2008 mit 17 % (25 Milliarden Euro) aller importierten Waren war die EuropĂ€ische Union. Im Jahr 2010 entfielen 60 % des Außenhandelsanteils auf Asien, wobei China Japan im Jahr 2007 als wichtigsten Wirtschaftspartner Australiens ablöste.

Im Jahr 2014 exportierte Australien Waren und Dienstleistungen im Wert von 243 Mrd. USD und importierte diese im Wert von 219 Mrd. USD. Die Handelsbilanz wies damit einen Überschuss von 24 Mrd. USD aus. Die grĂ¶ĂŸten Exporte aus Australien waren Eisenerz mit 60 Mrd., Kohle und Briketts 37,2 Mrd., FlĂŒssiggas 16,3 Mrd., Gold 16,3 Mrd. und Erdöl 9,1 Mrd. USD. Die grĂ¶ĂŸten Importe waren Treibstoffe mit 16,6 Mrd., Erdöl 16,2 Mrd., Pkw 15,7 Mrd., Computer 7,37 Mrd. und Medikamente 6,5 Mrd. USD.

Nach China exportierte Australien im Jahr 2014 Waren und Dienstleistungen im Wert von 82,9 Mrd., nach Japan 43,1 Mrd., SĂŒdkorea 19 Mrd., Indien 11,1 Mrd. und in die Vereinigten Staaten 10 Mrd. USD. Die australischen Importe aus China erreichten einen Wert von 45,7 Mrd., Vereinigte Staaten 24,5 Mrd., Japan 15,4 Mrd., Singapur 11,8 Mrd. und Deutschland 10,6 Mrd. USD.

Landwirtschaft und Fischerei

Landwirtschaft ist in Australien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Mehr als 400.000 Arbeitnehmer sind in der Landwirtschaft beschÀftigt. 2 % des BIP werden hier erwirtschaftet. Etwa 80 % der landwirtschaftlichen Produktion werden exportiert.

Große FlĂ€chen des Landes dienen als Weideland, wobei besonders im Outback extensive Weidewirtschaft (Ranching) auf Sheep- oder Cattle-Stations betrieben wird. Auf diesen WeideflĂ€chen werden ca. 130 Millionen Schafe und mehr als 25 Millionen Rinder gehalten. Australien ist fĂŒhrend in der Produktion von Wolle, 29 % der Weltproduktion stammen von hier.

Nur sechs Prozent der LandesflĂ€che werden zum Anbau von Nahrungs- und Futterpflanzen genutzt. Weizenanbau hat daran mit 45 % den grĂ¶ĂŸten Anteil. Abgesehen von den klimatisch begĂŒnstigteren Gebieten des SĂŒdostens sind die meisten Anbaugebiete von BewĂ€sserung abhĂ€ngig. 2019 musste wegen der starken DĂŒrre erstmals seit 2007 wieder Weizen (aus Kanada) importiert werden. Neben Weizen mit einer jĂ€hrlichen Produktion von ĂŒber 30 Millionen Tonnen spielt der Zuckerrohranbau mit mehr als 35 Millionen Tonnen eine große Rolle.

Australiens Weinindustrie hat ein Exportvolumen von mehr als 2,3 Milliarden Australische Dollar. Wichtige Anbaugebiete sind das Barossa Valley in South Australia, Hunter Valley in New South Wales und Victorian Sunraysia in Victoria. Die am meisten angebauten Traubensorten sind Chardonnay, Shiraz und Cabernet Sauvignon.

Australien ist eines der wenigen LĂ€nder, die unter strengen Kontrollen den Anbau von Schlafmohn zur Opium-Gewinnung fĂŒr die Pharma-Industrie erlauben.

Die Fischerei spielt eine untergeordnete Rolle, trotzdem ist Australien Mitglied der South Pacific Regional Fisheries Management Organisation (SPRFMO), die sich als internationale zwischenstaatliche Organisation von 15 Mitgliedern das Ziel gesetzt hat, die FischbestĂ€nde im SĂŒdpazifik zu ĂŒberwachen und zu bewirtschaften.

BodenschÀtze

Australien verfĂŒgt ĂŒber große Vorkommen an Energierohstoffen und mineralischen Rohstoffen. Die BodenschĂ€tze wie Kohle, Eisenerz, Gold, Diamanten und andere Mineralien werden zumeist im Tagebau abgebaut. Australien ist der weltgrĂ¶ĂŸte Exporteur von Steinkohle. Im Jahr 2002 förderten australische Minen 343 Millionen Tonnen Kohle und 116 Millionen Tonnen Eisenerz. Durch Milliardeninvestitionen, unter anderem von BHP Billiton, wurde die Ausbeute von Eisenerz bis zum Jahr 2011 auf 600 Millionen Tonnen gesteigert; der Preis stieg von 2001 bis 2011 um 700 Prozent. Der grĂ¶ĂŸte Anteil des Eisenerzes wird nach China exportiert. Beim Gold stammen mit 282 Tonnen 12 % auf dem Weltmarkt aus Australien. Australien hat zudem das reichhaltigste Vorkommen an Seltenen Erden weltweit, die an der ErzlagerstĂ€tte am Mount Weld in Western Australia gefördert werden. FĂŒr Tantal ist Australien der wichtigste Exporteur auf der Welt. Bei Edelsteinen fördert Australien mehr als 90 % der Weltproduktion an Opalen, vor allem im Gebiet der Stadt Coober Pedy in South Australia.

Australien ist das drittgrĂ¶ĂŸte Exportland der Welt von Uran. Atomkraftwerke betreibt es aber nicht.

Seit den spĂ€ten 1960er-Jahren ist der Uranabbau und -export das bedeutende Hauptfeld politischer Auseinandersetzungen zwischen Regierungen und Gruppierungen der Antiatomkraftbewegung in Australien, die Argumente gegen die Umweltzerstörung, gegen die Zerstörung des Traumzeitlands der Aborigines und gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen vortrugen, um damit die Atomindustrie zurĂŒckzudrĂ€ngen.

Tourismus

Die Tourismusbranche erwirtschaftet 8 % der australischen Wirtschaft. Seit den 1970er-Jahren stiegen die Besucherzahlen stark an. Im Jahr 2003 besuchten 4,35 Mio. Touristen Australien, im Jahr 2016 waren es bereits rund 8,2 Mio. internationale Touristen. Die Tourismuseinnahmen betrugen 32,4 Mrd. US-Dollar. Die australische Tourismusbehörde prognostiziert bis 2020 weiterhin einen Anstieg. Zu den am hĂ€ufigsten vertretenen NationalitĂ€ten gehören NeuseelĂ€nder, Chinesen, Briten, US-Amerikaner, Japaner, Singapurer, Malaysier, Koreaner, Hongkong-Chinesen, Inder und Deutsche. Die ĂŒber 510.000 in der Tourismusbranche arbeitenden Menschen erwirtschaften rund 35 Mrd. AUD pro Jahr. Das Land ist in der ganzen Welt fĂŒr die Reiseform des Work & Travel bekannt, die man mit einem Working-Holiday-Visum nutzen kann. Dazu muss man zwischen 18 und 30 Jahre alt sein. UngefĂ€hr 40 % aller Touristen, die Australien besuchen, sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. JĂ€hrlich wird dieses Angebot von ĂŒber 20.000 deutschen BĂŒrgern genutzt.

Es herrscht generelle Visumspflicht fĂŒr alle AuslĂ€nder, ausgenommen NeuseelĂ€nder. Die Visumspflicht gilt selbst fĂŒr Einreisende aus den LĂ€ndern des Commonwealth. Auch fĂŒr touristische Kurzaufenthalte ist ein Visum Voraussetzung. Je nach Reisezweck und -dauer ist hierbei ein unterschiedliches Touristenvisum erforderlich. Das kostenlose Visum eVisitor (subclass 651), welches in allen EU-Staaten und weiteren ausgewĂ€hlten 30 LĂ€ndern Europas beantragt werden kann, erlaubt eine Aufenthaltsdauer von maximal drei Monaten, wĂ€hrend jedoch jegliche Art bezahlter Arbeit untersagt ist. Alternativ besteht die Möglichkeit des kostenpflichtigen Visums ETA (Electronic Travel Authority).

Im Falle eines lĂ€ngeren Aufenthalts sowie fĂŒr GeschĂ€ftsreisen ist das Visum Visitor Visa (subclass 600) erforderlich, welches sich in die Varianten tourist stream, business stream und sponsored family stream unterteilt.

Hauptziele der auslĂ€ndischen Besucher sind neben Sydney vor allem die einzigartigen Naturlandschaften – allen voran das Great Barrier Reef, der UluáčŸu (Ayers Rock) und der Kakadu-Nationalpark. Sydney, Melbourne, Brisbane, Gold Coast, Cairns, Perth, Adelaide und Canberra zĂ€hlen zu den am hĂ€ufigsten besuchten StĂ€dten.

Elektrische Energie

Stromerzeugung

Die Stromerzeugung in Australien wird zu 80 % mit Kohlekraftwerken gewĂ€hrleistet, die restlichen 20 % werden hauptsĂ€chlich durch Gas- und Wasserkraftwerke gedeckt. Aufgrund der hohen Fördermengen fossiler Brennstoffe ist das Land von Importen dieser BodenschĂ€tze nahezu unabhĂ€ngig. Atomkraftwerke zur Stromerzeugung gibt es nicht. Der hohe Anteil fossiler Brennstoffe fĂŒhrt allerdings zu einem hohen Ausstoß von Treibhausgasen und trĂ€gt zur globalen ErwĂ€rmung bei. Als vorletzter Industriestaat hat Australien das Kyoto-Protokoll ratifiziert.

Trotz geographisch gĂŒnstiger Voraussetzungen (sehr viele Sonnenstunden im Jahr, kĂŒstennahe Regionen wie Brisbane oder Perth) wird das Potenzial regenerativer Energien kaum erschlossen. So wurde Solarstrom lange Zeit nur in entlegenen WĂŒstenregionen genutzt, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind. Das Potenzial fĂŒr Windenergie wird wenig genutzt, obgleich neue Windenergieanlagen inzwischen gĂŒnstiger Strom erzeugen als neue Kohle- und Gaskraftwerke.

2018 lief ein Projekt zum Bau von 50.000 Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern fĂŒr Wohn- und GewerbegebĂ€ude an. Partner ist die Firma Tesla, Inc., mit Stand Juli 2018 wurden bereits 100 Haushalte mit entsprechender Technik ausgestattet. Im Endausbau, der fĂŒr 2022 erwartet wird, sollen die Speicher bei einer SpeicherkapazitĂ€t von 650 MWh eine Leistung von 250 Megawatt bereitstellen. Das Gesamtsystem soll als Virtuelles Kraftwerk arbeiten und das sĂŒdaustralische Stromnetz stabilisieren. Das Projekt wird vollstĂ€ndig von der Regierung finanziert. Die ausgewĂ€hlten Haushalte dĂŒrfen den Strom nutzen, um ihre eigenen Energiekosten zu senken.

Ende 2017 wurde zudem das grĂ¶ĂŸte Batteriespeicher-Projekt der Welt fertiggestellt. AnfĂ€nglich mit 100 MWh geplant, wurde das Projekt schließlich mit 129 MWh abgeschlossen. Neben Windkraftanlagen werden auch Solaranlagen zur Energiegewinnung genutzt. Die Batteriespeicher kommen von Tesla, Inc., die Windkraftanlagen von Vestas Wind Systems. Das Hybridkraftwerk befindet sich im Kennedy Energy Park in Queensland und ist das erste Projekt in Australien, welches diese drei Technologien miteinander verbindet; finanziert wird das Projekt unter anderem von der Australian Renewable Energy Agency (ARENA).

Ein Folgeprojekt der gleichen Partner mit einer BatteriespeicherkapazitĂ€t von 20 MWh wurde 2018 im Bundesstaat Victoria in Auftrag gegeben. Der Speicher soll in Kombination mit einem Windpark installiert werden. Dieser hat eine Nennleistung von 194 MW und wird 2020 in Betrieb genommen. Er soll unter anderem auch ein 40 Hektar großes GewĂ€chshaus versorgen. Weitere große kombinierte Kraftwerke sind in Planung, so zum Beispiel das Projekt Kaban Green Power Hub, das auf 130 MW oder 157 MW Windkraftleistung und einen 100-MW-Batteriespeicher ausgelegt ist. Baubeginn soll Ende 2020 oder Anfang 2021 sein.

Stromverteilung

Seit dem Jahr 2000 erfolgt in Australien die Stromverteilung im Niederspannungsnetz mit einer Netzspannung von 230 V bei einer Frequenz von 50 Hertz und einer Toleranz von +10 % bis −6 % gemĂ€ĂŸ Standards Australia-Norm „AS60038-2000 – Standard Voltages“. Vorher lag die Spannung bei 240 V. Der verwendete Stecker ist vom Typ I.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2015 Ausgaben von umgerechnet etwa 560 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 513 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,3 % des Bruttoinlandsprodukts.

Im Jahr 2017 lag die Staatsverschuldung bei 41,9 % des BIP. Von der Ratingagentur Standard & Poor’s werden die Staatsanleihen Australiens mit der Bestnote AAA bewertet (Stand 2018).

Der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) betrug in folgenden Bereichen:

  • Gesundheit: 6,3 % (2014)
  • Bildung: 5,3 % (2013)
  • MilitĂ€r: 1,9 % (2015)

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Im Nachfolgenden sind die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen Australiens mit LĂ€ndern im deutschsprachigen Raum dargestellt.

Australisch-deutsche Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist derzeit der zwölftgrĂ¶ĂŸte Handelspartner Australiens. Mehr als 300 Töchter deutscher Unternehmen sichern in Australien mit insgesamt ca. 650 BetriebsstĂ€tten etwa 100.000 ArbeitsplĂ€tze.

2010 betrug das Volumen des bilateralen Warenverkehrs ĂŒber 10 Mrd. Euro. Deutschland importierte 2010 Waren im Wert von etwa 2,23 Mrd. Euro. Der Export deutscher Waren betrug etwa 7,86 Mrd. Euro. Den Schwerpunkt der deutschen Exporte bilden Kraftfahrzeuge und -teile, chemische, pharmazeutische und elektrotechnische Erzeugnisse, Kunststoffe und Maschinen. Die Wichtigsten australischen ExportgĂŒter nach Deutschland waren im Jahr 2019 Gold, Steinkohle und Erze.

Australisch-schweizerische Wirtschaftsbeziehungen

Im Jahr 2011 stieg der schweizerische Export nach Australien auf 2,5 Mrd. CHF. Die Importe der Schweiz aus Australien stiegen gegenĂŒber dem Vorjahr von 320 Mio. CHF auf 487 Mio. an. Die Schweizer Investitionen in Australien beliefen sich im Jahr 2009 auf 13 Mrd. USD. 2011 kam die Schweiz auf den fĂŒnften Platz in der Rangliste der auslĂ€ndischen Investitionen Australiens. Mit diesen Investitionen wurden 40.000 ArbeitsplĂ€tze in Australien geschaffen.

Im Jahr 2011 reisten im Vergleich zum Vorjahr 8,2 Prozent mehr australische Touristen die Schweiz und 43.000 Touristen aus der Schweiz reisten nach Australien.

Australisch-österreichische Wirtschaftsbeziehungen

Österreichische Exporte nach Australien erreichten im Jahr 2014 einen Wert von 792,93 Millionen Euro, dabei handelte es sich vor allem um LKW und MotorrĂ€der, Baumaschinen, elektrische Maschinen, pharmazeutische Erzeugnisse, Metallwaren (BeschlĂ€ge und Schlösser).

Die österreichischen Importe waren im Jahr 2014 mit 87 Millionen Euro gering. Es waren dies Steinkohle, Baumaschinen, Mess- und PrĂŒfgerĂ€te, elektrische/elektronische Apparate und GoldmĂŒnzen.

Kultur

Anfangs wurde die Kultur Australiens ausschließlich von dessen Ureinwohnern, den Aborigines, geprĂ€gt. Mit der Besiedlung durch die EuropĂ€er dominierte unter diesen Siedlern der Einfluss der britischen Kolonialmacht. FĂŒr die europĂ€ischstĂ€mmigen Siedler und ihre Nachfahren verband sich mit dem Entstehen einer eigenen nationalen IdentitĂ€t die Entwicklung einer nationalen australischen Kultur. Heute ist diese in allen Bereichen geprĂ€gt von den EinflĂŒssen der unterschiedlichen Einwanderergruppen, vermischt mit den Ausdrucksformen der indigenen Kulturen der verschiedenen StĂ€mmen der Aborigines.

Feiertage

Der Australia Day ist Australiens offizieller Nationalfeiertag und wird am 26. Januar gefeiert. Er erinnert an die Ankunft der First Fleet in Sydney Cove am 26. Januar 1788. Diese Ankunft markierte den Beginn der Deportation britischer Strafgefangener nach Australien und mithin den Beginn der Besiedlung Australiens durch die EuropÀer.

Ein weiterer wichtiger Feiertag ist der ANZAC Day am 25. April. Er ist der Jahrestag der ersten MilitÀraktion von australischen und neuseelÀndischen Truppen im Ersten Weltkrieg, der Landung auf Gallipoli 1915.

Auch ist der Melbourne Cup Day bei der Bevölkerung sehr beliebt. Er findet am ersten Dienstag im November statt und ist im Bundesstaat Victoria ein offizieller Feiertag. Das Pferderennen wurde vom Victoria Turf Club das erste Mal 1861 ausgetragen.

Australische KĂŒche

Die australische KĂŒche zog ihre Inspiration zunĂ€chst aus der englischen KĂŒche, die mit den britischen StrĂ€flingen und Siedlern ab dem 18. Jahrhundert nach Australien kam, bis ab dem 19. Jahrhundert die chinesische KĂŒche Einzug in das Land hielt. Mit der zunehmenden Einwanderung von Italienern und Griechen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Ă€nderten sich langsam die Essgewohnheiten. Unter dem Einfluss zugezogener Migranten aus dem Nahen Osten sowie von Vietnamesen, ThailĂ€ndern und zahlreichen anderen NationalitĂ€ten entwickelte sich Modern Australian Cuisine, eine der vielfĂ€ltigsten KĂŒchen der Welt.

Australien hat reiche Vorkommen an Fischen und MeeresfrĂŒchten, auf seinen WeideflĂ€chen große Populationen von Schafen und Rindern sowie in den Zonen mit gemĂ€ĂŸigtem Klima eine betrĂ€chtliche Agrarwirtschaft, was sich auf den Speisekarten des Landes widerspiegelt. Das Barbecue ist beliebt und hat große Tradition in der australischen Kultur. Viele der australischen Weine weisen eine ausgezeichnete internationale Reputation auf, zudem besteht in dem Land eine ausgeprĂ€gte Kaffeekultur.

Kunst

Älteste Zeugnisse abbildender Kunst in Australien sind Felsgravierungen der Aborigines, die teilweise auf 30.000 v. Chr. datiert werden. Mit dem Übergang von der Rindenmalerei mit natĂŒrlichen Pigmenten zu Arbeiten mit Acryl auf Leinwand stieg die internationale Aufmerksamkeit und die Verkaufbarkeit der Kunstwerke der Aborigines seit den frĂŒhen 1970er-Jahren stark an.

Die ersten GemÀlde europÀischer Siedler verwendeten meist Tiere oder Aborigines als Motive, waren stilistisch und farblich aber an europÀischen Vorbildern orientiert. Conrad Martens passte allerdings die europÀische Malerei an die australischen VerhÀltnisse an. Mit der Aneignung des französischen Impressionismus durch die Heidelberger Schule in Melbourne gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelang australischer Kunst erstmals internationale Anerkennung. Die expressionistische Bewegung im Australien der 1940er-Jahre, vertreten unter anderem durch Sidney Nolan und Arthur Boyd, beeinflusste auch die Werke etablierter Maler wie Russell Drysdale und William Dobell.

Lange Jahre konnte die moderne Bildende Kunst in Australien nicht Fuß fassen; dies dauerte von der Großen Depression bis ans Ende der 1950er‑Jahre. Danach dominierte der abstrakte Expressionismus die Bildende Kunst Australiens. Wichtige Impulse lieferte hierfĂŒr die Wanderausstellung French Painting Today von 1953.

Heutige Arbeiten australischer KĂŒnstler werden zunehmend von Kunstformen der asiatischen NachbarlĂ€nder beeinflusst. Zeitgenössische Kunst verwendet darĂŒber hinaus vielfĂ€ltige Medien, um vor allem aktuelle Themen darzustellen wie die Umweltproblematik oder gesellschaftliche VerĂ€nderungen.

Literatur

Die Entwicklung einer eigenstĂ€ndigen australischen Literatur begann erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Gedichte und Balladen der frĂŒhen Autoren wie Henry Lawson oder A. B. ‚Banjo‘ Paterson behandeln vor allem das Leben im australischen Busch. Auch spĂ€ter richtete sich der Fokus vor allem auf den australischen Kontinent und seine Bewohner.

Mit der Aufnahme internationaler und sozialer Themen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Literatur des Landes auch international stĂ€rker beachtet. Patrick White erhielt 1973 als bisher einziger Australier den Nobelpreis fĂŒr Literatur, australische TrĂ€ger des Booker Prize sind Peter Carey und Thomas Keneally. Wichtigste nationale Auszeichnung der Literaturszene ist der Miles Franklin Award.

Film

Im Jahre 1896 wurde in Sydney das erste Kino des Landes eröffnet. Der 1901 von der australischen Heilsarmee gedrehte Film Soldiers of the cross gilt als erster „echter“ Film der Welt. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es schon eine boomende Filmindustrie. Bis in die 1930er Jahre wurden ĂŒber 250 Stummfilme produziert. Mit der Übernahme des Vertriebs durch britische und US-amerikanische Firmen kam es jedoch zur Krise der australischen Filmproduktion. Trotzdem wurden auch weiterhin Produktionsfirmen gegrĂŒndet, die in den 1930er Jahren Tonfilme vor allem zu australischen Themen drehten. Bekannte Regisseure dieser Zeit sind Ken G. Hall und Charles Chauvel. Chauvel drehte auch den ersten australischen Farbfilm, Jedda, ein vor allem mit Aborigines besetztes Drama.

1969 beschloss die australische Regierung eine VerstĂ€rkung der Filmförderung. In den folgenden Jahren konnten dann Filme mit australischer Thematik internationale Erfolge feiern. Einer der ersten dieser Filme war 1975 Picknick am Valentinstag von Peter Weir. In den nĂ€chsten Jahren folgten dann unter anderem die Mad Max-Reihe von George Miller, Breaker Morant von Bruce Beresford und Gallipoli von Peter Weir, der inzwischen auch in Hollywood erfolgreich Regie fĂŒhrt. 1985 wurde Crocodile Dundee – Ein Krokodil zum KĂŒssen mit Paul Hogan in der Hauptrolle zum Überraschungserfolg. Weitere internationale Erfolge waren 1992 Strictly Ballroom von Baz Luhrmann, 1994 Muriels Hochzeit von P. J. Hogan und Priscilla – Königin der WĂŒste von Stephan Elliott, 1996 Shine – Der Weg ins Licht von Scott Hicks, 2002 Long Walk Home von Phillip Noyce, sowie 2004 Somersault von Cate Shortland. Im Jahre 2008 erschien der Monumentalfilm Australia von Baz Luhrmann, der mit den australischen Weltstars Hugh Jackman und Nicole Kidman in den Hauptrollen als eine Art nationales Filmepos konzipiert war. Der Film erhielt jedoch nur mĂ€ĂŸige Kritiken. Weitere international bekannte Schauspieler sind Eric Bana, Cate Blanchett, Toni Collette, Russell Crowe, Elizabeth Debicki, Errol Flynn, Mel Gibson, Rachel Griffiths, Chris Hemsworth, Heath Ledger, Olivia Newton-John, Miranda Otto, Guy Pearce, Margot Robbie, Geoffrey Rush, Richard Roxburgh oder Naomi Watts.

Seit 1999 sind die Fox Studios in Sydney Produktionsort vieler Hollywood-Filme. Hier wurden unter anderem Mission: Impossible II, Teile von Australia, die zweite und dritte Episode der Star-Wars-Serie sowie Thor: Love and Thunder gedreht.

Musik

Klassische Ensembles mit internationalem Ansehen sind die Symphonieorchester Sydneys, Melbournes und Tasmaniens sowie das Australische Jugendorchester und das Australische Kammerorchester. Als Vater einer eigenstĂ€ndigen australischen Kunstmusik gilt der Komponist Alfred Hill. Komponisten wie Peter Sculthorpe und John Antill haben in ihre Werke auch EinflĂŒsse der Aborigines und der asiatischen NachbarlĂ€nder ĂŒbernommen. Von der jĂŒngeren Komponistengeneration haben sich Brett Dean, Georges Lentz und Liza Lim international einen Namen gemacht.

Country-Musik im US-amerikanischen Stil ist vor allem in lĂ€ndlichen Gebieten des SĂŒdostens beliebt. Das jĂ€hrlich in Tamworth stattfindende zehntĂ€gige Country Music Festival ist das zentrale Ereignis dieser Musik-Szene. Slim Dusty war ein bekannter australischer Country-Musiker.

Ein Vertreter des australischen Jazz ist Graeme Bell. International bekannte KĂŒnstler der Pop- und Rock-Musik sind unter anderem die The Seekers, Bee Gees, INXS, AC/DC, Kylie Minogue, Natalie Imbruglia, Rose Tattoo, 5 Seconds of Summer, Men at Work, Flash and the Pan, Midnight Oil, The Church, The Go-Betweens, Silverchair, The Dissociatives, Parkway Drive, Delta Goodrem und Nick Cave. Aborigine-Bands wie Yothu Yindi oder Archie Roach versuchen eine Fusion von traditioneller indigener Musik mit Rock-Elementen. Zu letzterem Genre zĂ€hlt auch die Band Powderfinger.

Tanz und Theater

Die Australische Oper mit Sitz in Sydney, die von dem dĂ€nischen Architekten JĂžrn Utzon geplant worden war, bringt etwa 300 Vorstellungen jĂ€hrlich auf die BĂŒhne. Die Koloratursopranistin Joan Sutherland gilt als bekanntestes Mitglied des Ensembles. Das nationale Ballett-Ensemble ist das 1961 gegrĂŒndete Australian Ballett in Melbourne. Auf Tourneen durch Australien werden jĂ€hrlich etwa 185 AuffĂŒhrungen klassischen und modernen Balletts angeboten. Das Ballett gilt als eines der besten der Welt. Bedeutende Choreographen sind Robert Helpmann und Graeme Murphy. Murphy grĂŒndete auch die Sydney Dance Company, die auf dem Gebiet des modernen Tanzes in Australien fĂŒhrend ist.

Das Bangarra Dance Theatre und das Aboriginal and Islander Dance Theatre verschmelzen traditionelle TÀnze der indigenen Bevölkerung und modernen Tanz.

Klassisches Theater, aber auch moderne Inszenierungen, werden von der Sydney Theatre Company aufgefĂŒhrt. Der fĂŒhrende Theaterautor Australiens ist David Williamson, der unter anderem der australischen Mittelklasse in seinen StĂŒcken den Spiegel vorhĂ€lt. In den fĂŒnf SĂ€len des 1973 eröffneten Sydney Opera House werden neben Konzerten und Opern auch TheaterstĂŒcke und Filme vorgefĂŒhrt.

Museen

Das Ă€lteste Museum Australiens ist das 1827 am Hyde Park in Sydney errichtete Australian Museum. Es enthĂ€lt umfangreiche naturhistorische Sammlungen, aber auch Sammlungen zur Geschichte und Kultur der indigenen Bevölkerung. Ein weiteres naturhistorisches Museum von Bedeutung ist das Museum Victoria, gegrĂŒndet 1854 in Melbourne, mit einer 12 Millionen Exemplare umfassenden Sammlung.

Australische Kunst von den kolonialen AnfĂ€ngen bis zu zeitgenössischen KĂŒnstlern beherbergt die Art Gallery of New South Wales, gebaut um 1880 in Sydney. Auch europĂ€ische und asiatische Werke zĂ€hlen zu den Objekten dieses Museums. Die hier angeschlossene Yiribana Gallery ist die weltweit grĂ¶ĂŸte Sammlung indigener australischer Kunst.

Medien

Australiens Medien sind weltweit am stĂ€rksten monopolisiert und dabei mit den drei Familien Fairfax, Murdoch und Packer verbunden, die ĂŒber die zweite HĂ€lfte des zwanzigsten Jahrhunderts die australische Medienlandschaft beherrschten. Mit Stand 2021 dominieren die Medienunternehmen News Corporation und Nine Entertainment Company sowohl den Fernseh- als auch den Zeitungsmarkt des Landes.

Frank Packer stieg 1934 nach dem Tod seines Vaters Robert Clyde Packer in das ZeitungsgeschĂ€ft seiner Familie ein und grĂŒndete im Jahr 1936 das Medienunternehmen Australian Consolidated Press (ACP), das er bis zu seinem Tode 1974 leitete. 1956 grĂŒndete er den ersten Fernsehsender Australiens TCN-9 Sydney aus dem sich das Nine Network entwickelte, eine der grĂ¶ĂŸten australischen Rundfunkgesellschaften. Franks Sohn Kerry Packer ĂŒbernahm die FamiliengeschĂ€fte 1974. Unter ihm fusionierten ACP und Nine Network 1994 zu Publishing and Broadcasting (PBL), dem seinerzeit fĂŒhrenden Medienkonzern des Landes. Die Leitung des Unternehmens ging 1998 an Kerrys Packers Sohn James Packer ĂŒber, der seither neben dem MediengeschĂ€ft zudem neue MĂ€rkte im Bereich GlĂŒcksspiel erschloss. 2007 wurde PBL aufgespalten: James Packer konzentrierte sich auf das GlĂŒcksspielsegment Crown Limited und die Packer-Familie zog sich aus dem Medienteil Consolidated Media Holdings (CMH) immer weiter zurĂŒck. In der Folge wurde aus der Holding PBL Media am 2. Dezember 2010 die Nine Entertainment Company. Im Jahr 2012 wurde CMH vom Mitbewerber News Corporation ĂŒbernommen.

Dem Medienunternehmer Keith Murdoch gehörten zum Zeitpunkt seines plötzlichen Todes im Jahr 1952 zwei Zeitungen und ein Radiosender im sĂŒdaustralischen Adelaide, darunter die fĂŒr das Medienunternehmen namensgebende Tageszeitung The News. Keiths Sohn Rupert Murdoch ĂŒbernahm die Leitung des Unternehmens und baute es ab Ende der 1960er Jahre zum international tĂ€tigen Medienkonzern News Corporation aus. Erste internationale ZukĂ€ufe waren die beiden britischen Boulevardzeitungen News of the World und The Sun im Jahr 1969, vier Jahre spĂ€ter folgte mit der San Antonio News der Schritt in die Vereinigten Staaten von Amerika. Am 28. Juni 2013 wurde die News Corporation in 21st Century Fox umbenannt, zugleich wurden die gesamte Zeitungssparte in das neue Unternehmen News Corp. ausgegliedert. Zu News Corp. gehört unter anderem mit The Australian eine auflagenstarke, landesweit erscheinende Zeitung.

Fairfax Media wurde 1841 als John Fairfax and Sons gegrĂŒndet. Zu dieser Zeit hatte John Fairfax die Tageszeitung The Sydney Morning Herald erworben. Die Fairfax-Familie hielt die Kontrolle ĂŒber das Medienunternehmen, dass neben nationalen (wie The Australian Financial Review) und regionalen Zeitungen (wie The Age in Melbourne) mit hoher Auflage auch diverse Radiosender umfasste. Im Dezember 1990 brach das Unternehmen unter seiner Schuldenlast zusammen. HauptaktionĂ€re von Fairfax waren zu dieser Zeit der kanadische Medienunternehmer Conrad Black mit einem Anteil von 25 Prozent sowie Kerry Packer, der ĂŒber Publishing and Broadcasting mit 15 Prozent beteiligt war. Blacks Versuch mehrheitlicher Anteilseigner bei Fairfax zu werden scheiterte am Widerstand der australischen Regierung. Er verkaufte seinen Anteil 1996 an Brierley Investments Limited (BIL) aus Neuseeland. In den Folgejahren ĂŒbernahm Fairfax dort einige namhafte Zeitungen. Im Jahr 2018 verkĂŒndeten die Nine Entertainment Company und Fairfax ihren Zusammenschluss zu Australiens grĂ¶ĂŸtem Medienunternehmen.

Neben Nine Network agieren landesweit mit Seven Network (Sendestart 1963) und Network Ten (Sendestart 1964) zwei weitere kommerzielle TV-Netzwerke auf dem Fernsehmarkt. Als nationale Rundfunkanstalten betreiben die Australian Broadcasting Corporation (ABC, Sendestart Radio 1929, Fernsehen ab 1956) und Special Broadcasting Service (SBS, Sendestart 1980) je ein landesweit zu empfangendes Fernsehprogramm sowie mehrere Radioprogramme. Die Radioprogramme von SBS werden in 68 Sprachen ausgestrahlt, darunter auch auf Deutsch. Mit Community Entertainment Television (CETV) und Foxtel starteten 1995 zwei Pay-TV-Programmanbieter. CETV wurde spĂ€ter in Austar umbenannt und im Jahr 2012 von Foxtel ĂŒbernommen. Foxtel gehört seit 2018 zu 65 Prozent zu News Corp., die restlichen 35 Prozent hĂ€lt das australische Telekommunikationsunternehmen Telstra.

In der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen rutschte Australien 2020 um fĂŒnf RĂ€nge auf Platz 26 ab. Damit lag das Land allerdings noch klar vor Spanien (29), Frankreich (34) und Großbritannien (35). Deutschland belegte in dem Jahr die elfte Position. Australiens Abstufung liegt jedoch nicht alleine in der bedenklichen Medienmonopolisierung begrĂŒndet. Ein weiterer Faktor sind zunehmend restriktive Gesetze zur Kontrolle der Medien, die davon profitieren, dass die Verfassung von Australien keine Pressefreiheit kennt. Hiergegen protestiert die Medienbranche mit der Kampagne Media Freedom – Your Right To Know. Offiziell ist das Australian Press Council fĂŒr die Pressefreiheit zustĂ€ndig.

Eine Mediengesetz-Novelle mit Ziel, eine Urheberrechtsabgabe fĂŒr Presseerzeugnisse gegenĂŒber Internetkonzernen wie Google oder Facebook durchzusetzen, eskalierte im Februar 2021. Trotz verbreiteter Kritik erklĂ€rte sich Google noch vor der Verabschiedung des Gesetzes bereit, der Nine Entertainment Company 30 Millionen Dollar pro Jahr fĂŒr die Nutzung von Nachrichteninhalten zu zahlen. Facebook hingegen sperrte den Zugang zu australischen Nachrichtenseiten ĂŒber seine Plattform fĂŒr Nutzer in Australien. Als Begleitschaden wurden kurzfristig auch die Facebook-Auftritte des Wetterdienstes Bureau of Meteorology, Gesundheitsbehörden wie SA Health, ACT Health oder Queensland Health sowie Facebook-Angebote von australischen Rettungsdiensten und Feuerwehren blockiert. Australiens Finanzminister Josh Frydenberg vermeldete am 23. Februar 2021 nach erneuten Verhandlungen eine Einigung mit Facebook. Nach dem Wunsch der australischen Regierung soll dass Regelwerk Tech-Firmen einen Anreiz bieten, Abkommen ohne staatliche Intervention direkt mit Medienanbietern zu schließen.

Sport

Sport ist ein wichtiger Teil der australischen Kultur, gefördert durch ein Klima, das Outdoor-AktivitĂ€ten begĂŒnstigt. Laut der VolkszĂ€hlung des Jahres 2001 sind 23,5 % der ĂŒber vierzehnjĂ€hrigen Australier regelmĂ€ĂŸig im organisierten Sport aktiv. Bekannte australische Sportler sind die Sprinterin Cathy Freeman und der Schwimmer Ian Thorpe.

Australien hat an sĂ€mtlichen modernen Olympischen Spielen und allen Commonwealth Games teilgenommen, gehörte 1912/14 zu den Vorreitern der Finanzierung von Spitzensport durch den Staat, war in den Jahren 1956 und 2000 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele und bisher viermal Gastgeber der Commonwealth Games (1938, 1962, 1982 und 2006). Auch FernsehĂŒbertragungen von Sportereignissen sind beliebt, die Olympischen Sommerspiele sowie Finalspiele lokaler und internationaler Football-Turniere erreichen höchste Einschaltquoten.

Zu den beliebten Mannschaftssportarten Australiens zĂ€hlen zwei Varianten des Rugby: Rugby League sowie Rugby Union. Daneben ist Australian Football, in Australien vor allem unter den Namen Footy oder Aussie Rules, der Nationalsport. Australian Rules ist eine bedeutend nur in Australien verbreitete Sportart, die auf einem ovalen Feld gespielt wird. Internationale Erfahrungen können die Spieler nur im einmal jĂ€hrlich stattfindenden International-Rules-Turnier sammeln. Dabei wird eine Mischung aus Australian Rules und Gaelic Football gespielt. Bei der Beurteilung, ob Rugby oder Football der beliebteste Sport ist, sind regionale Unterschiede auszumachen. So gilt die Gegend um Melbourne als Hochburg des Aussie Rules, wĂ€hrend rund um Sydney eher Rugby der Nummer-eins-Sport ist. Die Wallabies, Australiens Rugby-Union-Nationalmannschaft, gewann bisher zweimal die Weltmeisterschaft (1991 und 1999). Außerdem war man zweimal Gastgeber dieses Turniers, 1987 zusammen mit Neuseeland und 2003 alleine. Die Kangaroos sind die mit Abstand erfolgreichste Mannschaft bei Rugby-League-Weltmeisterschaften.

National und international erfolgreich sind außerdem die Teams in Cricket und Netball. Die australische Cricket-Nationalmannschaft ist nach England die Ă€lteste Mannschaft mit Teststatus und beide LĂ€nder spielen um die Ă€lteste TrophĂ€e im internationalen Cricket, The Ashes. Australien ist fĂŒnfmaliger Cricketweltmeister (1987, 1999, 2003, 2007 und 2015) und war zusammen mit dem Nachbarn Neuseeland zweimal Gastgeber dieses Turniers (1992 und 2015). Aber auch im Rad- und Schwimmsport werden herausragende Leistungen erbracht. 2011 gewann mit Cadel Evans erstmals ein Australier die Tour de France, das bedeutendste Radrennen der Welt. Seit 1905 findet eines der vier Tennis-Grand-Slam-Turniere in Australien statt: die Australian Open in Melbourne. Das Land hat mehrere Topspieler hervorgebracht, zu den erfolgreichsten gehören Roy Emerson und Rod Laver.

Die Formel 1 gastiert regelmĂ€ĂŸig in Australien. Der Große Preis von Australien wurde seit 1985 in Adelaide gefahren und findet seit 1996 jĂ€hrlich in Melbourne statt. Mit Jack Brabham kam ein dreifacher Weltmeister der Formel 1 aus dem Land. Daniel Ricciardo ist seit 2011 in der Formel 1 aktiv, Mark Webber war es von 2002 bis 2013. Insgesamt kommt das Land auf 14 Formel-1-Rennfahrer.

Im ebenfalls beliebten Motorradrennsport brachte das Land Weltmeister wie Casey Stoner, Wayne Gardner, Mick Doohan, Troy Bayliss oder Troy Corser hervor. Zu den WM-LÀufen der Motorrad-Weltmeisterschaft und der Superbikes strömen jÀhrlich viele Zuschauer zur Strecke von Phillip Island.

In den Winterschneegebieten der Australischen Alpen und auf Tasmanien ist Wintersport möglich, in vielen StÀdten wurden auch Eishockey-Stadien gebaut.

In den letzten Jahren gewinnt der Fußball in Australien nicht nur durch die Leistungen der Nationalmannschaft an Begeisterung. Die A-League ist die höchste Spielklasse im australischen Vereinsfußball. 2015 war das Land Gastgeber der Fußball-Asienmeisterschaft und konnte erstmals den Titel holen. Zuvor war Australien viermal Ozeanienmeister und nahm an vier Weltmeisterschaften teil. Im Basketball zĂ€hlt insbesondere die Nationalmannschaft der Damen zur Weltspitze.

Siehe auch

  • Gesellschaft fĂŒr Australienstudien
  • Liste deutscher Bezeichnungen australischer Orte

Literatur

  • Wolfgang Babeck: EinfĂŒhrung in das australische Recht mit neuseelĂ€ndischem Recht (= Schriftenreihe der Juristischen Schulung. Band 195). Verlag C. H. Beck oHG, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-406-61959-5.
  • Bettina Biedermann, Heribert Dieter (Hrsg.): LĂ€nderbericht Australien (= Schriftenreihe. Band 1175). Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Bonn 2012, ISBN 978-3-8389-0175-6.
  • Ian Crawshaw: Australia walkabout. ReisefĂŒhrer fĂŒr das Australien der Aborigines und Torres Strait Islander. Herausgegeben von Sabine Muschter. Intuitiv media, Kiel 2009, ISBN 978-3-00-029490-7.
  • Albrecht Hagemann: Kleine Geschichte Australiens (= Beck’sche Reihe. Band 1594). Verlag C. H. Beck oHG, MĂŒnchen 2004, ISBN 978-3-406-51101-1.
  • Robert Hughes: Australien. Die Besiedelung des fĂŒnften Kontinents (= Knaur. Band 4866). Aus dem Amerikanischen von Karl A. Klewer. 3. Auflage. Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, MĂŒnchen 1995, ISBN 978-3-426-04866-5.
  • Stuart Macintyre: A concise history of Australia (= Cambridge Concise Histories). 3. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge, England, UK 2009, ISBN 978-0-521-51608-2.
  • Hermann MĂŒckler: Australien, Ozeanien, Neuseeland. Frankfurt/M. 2020: S. Fischer Verlag (Neue Fischer Weltgeschichte, Bd. 15), ISBN 978-3-10-010845-6.

Weblinks

  • Linkkatalog zum Thema Australien bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Offizielle Website der australischen Regierung (englisch)
  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Australien
  • LĂ€nderprofil des Statistischen Bundesamtes
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Australien
  • Museum of Australian Democracy at Old Parliament House, Unterseite: Democracy. Museum of Australian Democracy at Old Parliament House in Verbindung mit den National Archives of Australia, 2011, abgerufen am 12. Januar 2017 (PrĂ€sentiert 110 SchlĂŒsseldokumente, die die Grundlage der australischen Nation bilden; englisch).

Einzelnachweise




Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (9)

Bezeichnung der Regionen: Bundefsstaat
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
ACT Australian Capital Territory -35.1245129 -35.9205308 148.7640971 149.3992849 Australian Capital Territory  
Jervis Bay Territory -35.12 -35.199 150.613 150.77  
NSW New South Wales -28.1561921 -37.5052772 140.9992122 153.903718 New South Wales  
NT Northern Territory -10.790725 -26.0168697 129.0004244 137.9990091 Northern Territory  
QLD Queensland -9.7354812 -29.1785876 137.9945749 153.7637489 Queensland  
SA South Australia -25.996392 -38.2604721 129.0005163 141.0028803 South Australia  
TAS Tasmanien -39.3625084 -43.8996913 143.5616261 148.7283942 Tasmanien  
VIC Victoria -33.9810507 -39.2298922 140.9624773 149.9764882 Victoria  
WA Western Australia -13.3518903 -35.4175216 111.9227609 129.0025978 Western Australia  
 

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Flagge: Australia

Name englisch: Australia
Hauptstadt: Canberra
Kfz: AUS
ISO: AU
ISO3: AUS
Fläche: 7686850 km²
Tld: .au
Wärung Einheit: AUD
Währung: Dollar
Vorwahl: 61

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -9.1870264
südlichster Punkt: -54.8337659
westlichster Punkt: 110.9510339
östlichster Punkt: 159.2872222


 
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