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Staat Informationen : Samoa

Informationen:


Der UnabhĂ€ngige Staat Samoa, kurz auch: Samoa [zaˈmoːa]; samoanisch: Malo SaÊ»oloto TutoÊ»atasi o Sāmoa; englisch: Independent State of Samoa, ist ein Inselstaat in Polynesien, der den westlichen Teil der Samoainseln umfasst und deswegen – bis 1997 offiziell – auch Westsamoa (Samoa i Sisifo) genannt wurde. Der Staat erlangte 1962 als ehemaliges Mandatsgebiet des Völkerbundes seine UnabhĂ€ngigkeit von Neuseeland. Der östlich davon liegende Teil der Region, Amerikanisch-Samoa, ist seit 1929 ein Außengebiet der Vereinigten Staaten.

Geographie

Geologie

Der UnabhĂ€ngige Staat Samoa liegt im sĂŒdwestlichen Pazifik nordöstlich von Fidschi. Die grĂ¶ĂŸten Inseln sind SavaiÊ»i (1708 kmÂČ) und Upolu (1118 kmÂČ) mit der Hauptstadt Apia und dem internationalen Flughafen. Dazu kommen die bewohnten Inseln Manono, Apolima und sechs Inseln, die bis auf eine kleine Ferienanlage auf Namua unbewohnt sind. Die grĂ¶ĂŸeren Inseln sind vulkanischen Ursprungs und von schroffen, dicht bewachsenen BerghĂ€ngen gekennzeichnet. Höchster Berg ist mit etwa 1858 m der Vulkan Silisili auf SavaiÊ»i. Die kleineren Inseln sind aus Korallenriffs entstanden.

Geografisch liegt Samoa östlich des 180. LĂ€ngengrades bei etwa 172°West. Samoa ist aber der Zeitzone UTC+13 (UTC+14 in der Sommerzeit der SĂŒdhalbkugel) zugeordnet, wodurch ein Versatz der Datumsgrenze nach Osten entsteht und Samoa somit westlich dieser Grenze liegt. Zu Mitteleuropa besteht abhĂ€ngig von den Jahreszeiten in Europa ein Zeitunterschied von 11, 12 oder 13 Stunden. 1892 wechselte die Zuordnung des Gebiets auf die östliche Seite der Datumsgrenze (Verdoppelung des 4. Juli), 2011 erfolgte die RĂŒckkehr (Ausfall des 30. Dezembers).

Es gehören dazu:

  • Upolu (134.400 Einw., 2001)
  • SavaiÊ»i (43.142 Einw., 2006), flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Insel
  • Manono (unter 1.000 Einw.)
  • Apolima (75 Einw., 2006)
  • Fanuatapu, unbewohnt
  • Namua, unbewohnt
  • Nu‘ulopa, unbewohnt, zwischen Upolu and Savai‘i
  • Nu‘ulua, unbewohnt
  • Nu‘usafe‘e, unbewohnt
  • Nu‘utele, unbewohnt, dazugehörig die Aleipata Islands

Klima

Tropisch-ozeanisch mit einer Trocken- und einer Regenzeit (November bis April). BestĂ€ndiger SĂŒdost-Passat. Die Temperatur schwankt von 20 °C bis 30 °C und betrĂ€gt im Durchschnitt 27 °C. JĂ€hrliche Niederschlagsmenge ist 2870 Millimeter, davon allein 1900 Millimeter von Oktober bis MĂ€rz. Auch wenn Samoa nicht in der Haupteinfallslinie der Hurrikane liegt, wird es doch gelegentlich von schweren StĂŒrmen getroffen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Samoas setzt sich aus etwa 92,5 Prozent Samoanern, 7 Prozent Euronesiern (sowohl samoanische als auch europÀische Vorfahren) sowie 0,5 Prozent EuropÀern zusammen (geschÀtzt). Etwa 5000 AuslÀnder leben in Samoa (Stand ca. 2004). Anteilig sind dies nicht mehr als zur Kolonialzeit. Damals kamen in Deutsch-Samoa auf etwa 24.000 Samoaner etwa 300 Deutsche und etwa 300 andere AuslÀnder.

Auf Samoa leben 183.000 Einwohner; 93.724 MÀnner und 87.017 Frauen (alle Zahlen: VolkszÀhlung Nov. 2006), davon sind 41,4 Prozent (37.011 mÀnnlich, 37.920 weiblich) maximal 14 Jahre alt, 53,6 Prozent (52.624 m, 44.208 w) sind zwischen 15 und 64 und 5,0 Prozent Àlter als 65. Das Durchschnittsalter der Samoaner betrÀgt 20,8 Jahre (MÀnner 21,0, Frauen 20,5 Jahre). Laut SchÀtzungen von 2006 betrÀgt die Geburtenrate 1,6 Prozent, die Sterberate 0,7 Prozent, die Kindersterblichkeit (bis ein Jahr) 2,4 Prozent der Lebendgeburten. Durchschnittlich bekommt eine Frau 4,2 Kinder. Sehr viele Samoaner leben im Ausland, allein in Neuseeland etwa 130.000. Die Einwohner werden durchschnittlich 71,9 Jahre alt (MÀnner 69,0, Frauen 74,8). Die Alphabetisierungsrate liegt bei 98,7 Prozent (2006).

Sprachen

Amtssprachen in Samoa sind Samoanisch (eine polynesische Sprache) und Englisch.

Religion

UngefĂ€hr 98,4 Prozent der Bevölkerung sind Christen. Viele traditionelle Vorstellungen wie der Glaube an böse Geister bestehen weiterhin, sind jedoch in die christliche Glaubenswelt eingebunden. Ein GrĂŒndungsmythos Sina und der Aal findet sich in der Überlieferung.

Einwohnerentwicklung

Quelle: UN

Bildung

Samoa betreibt zusammen mit elf weiteren Inselstaaten die University of the South Pacific (USP), deren Campus mit dem Institute for Research, Extension and Training in Agriculture (IRETA) sich in Alafua etwas außerhalb der Hauptstadt Apia befindet. In Apia befindet sich die 1984 gegrĂŒndete National University of Samoa (NUS; samoanisch: Le Iunivesite Aoao O Samoa).

Geschichte

Die Geschichte der frĂŒhen Besiedlung Samoas ist sehr unsicher. Die frĂŒheste Besiedlung ist fĂŒr etwa 1000 v. Chr. durch die Datierung von Tonscherben der Lapita-Kultur nachgewiesen worden. Intensive Beziehungen mit Tonga und Fidschi existierten schon seit 200 v. Chr. Von 940 bis 1250 wurde Samoa von Tonga beherrscht.

Der erste EuropĂ€er, der Samoa erreichte, war der NiederlĂ€nder Jakob Roggeveen 1722. Aber erst durch die Missionare der britischen London Missionary Society (LMS) ab 1830 wurde die (vorĂŒbergehende) Vorherrschaft Europas ĂŒber Samoa begrĂŒndet. Die Samoaner wurden schnell christianisiert. Eine amerikanische Expedition unter Charles Wilkes erreichte Samoa 1839 und hinterließ einen Konsul. Die Briten eröffneten (wahrscheinlich) 1847 ein Konsulat. 1855 erkundete der Kaufmann August Unshelm (1824 bis 1864) im Auftrag des Hamburger Handelshauses Joh. Ces. Godeffroy & Sohn Samoa. Zwei Jahre darauf grĂŒndete er in Apia auf der Insel Upolu eine zentrale Niederlassung der Firma. 1861 wurde er vom Hamburgischen Senat zum Konsul ernannt.

Das Hamburger Handelshaus Joh. Ces. Godeffroy dominierte bereits nach wenigen Jahren den Handel mit Samoa, wobei der Export von Kopra, das der Ölgewinnung diente, zunehmend an Bedeutung gewann. Die steigende Nachfrage nach diesem Rohstoff fĂŒhrte 1865 zur Anlage der ersten Kokos-Plantage durch den neuen Niederlassungsleiter Theodor Weber. Das florierende GeschĂ€ft rief zu Beginn der 1870er-Jahre weitere Hamburger Handelsfirmen auf den Plan, darunter die Firma „Ruge, Hedemann & Co.“ als Vertreter von „Wachsmuth & Krogmann“ (gegrĂŒndet 1797). In der Folge verschĂ€rfte sich die Konkurrenzsituation zwischen den drei auslĂ€ndischen MĂ€chten USA, Großbritannien und Deutschland (spĂ€ter die Three Powers genannt) immer mehr, wobei man sich zum Schutz der jeweiligen nationalen Interessen gerne der Mittel der sogenannten Kanonenbootpolitik (zuletzt im Konflikt um Samoa) bediente.

1878 erhielten die Vereinigten Staaten den Hafen Pago Pago auf Tutuila (Ostsamoa). Ein Jahr darauf erhielt Deutschland einen Hafen bei Apia auf Upolu (Westsamoa). Der deutsche Arzt und Sammler Bernhard Funk verfasste ein deutsch-samoanisches Wörterbuch. Der kleine Reichspostdampfer LĂŒbeck des Norddeutschen Lloyd startete am 7. September 1886 in Sydney erstmals auf der vereinbarten Zweiglinie nach Tonga und Apia. Im FrĂŒhjahr 1893 wurde dieser Dienst wieder aufgegeben. Wilhelm Knappe, der Nachfolger des deutschen Konsuls Eugen Brandeis, verursachte 1888/89 innere Spannungen, die schließlich zum „Samoa-Krieg“ fĂŒhrten. Nachdem ein Zyklon vom 13. bis 17. MĂ€rz die in der Bucht vor Anker liegenden Kriegsschiffe Deutschlands und der Vereinigten Staaten zerstört hatte, kam es am 14. Juni 1889 zur Berliner Samoa-Konferenz mit Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Dort wurden die langjĂ€hrigen MachtkĂ€mpfe durch das Samoa-Abkommen von Berlin (Berlin Treaty) zunĂ€chst beigelegt. Im Abkommen wurde Samoa als ein formal unabhĂ€ngiges Königreich unter dem Protektorat der drei MĂ€chte (Three Powers) anerkannt.

SpĂ€testens nach dem Tod des Königs Malietoa Laupepa, des ersten und einzigen Königs Samoas, im Jahre 1898 war der Frieden wieder vorbei. Wieder gab es mehr als zwei ThronanwĂ€rter, und es kam erneut zum Kampf und zur Konfrontation der drei „SchutzmĂ€chte“ (siehe Mataafa Josefo). 1899 einigte man sich im Samoa-Vertrag auf die Zweiteilung der Inselgruppe zwischen Deutschland und den USA; Großbritannien wurde mit anderen pazifischen Inseln entschĂ€digt.

Am 17. Februar 1900 wurde Ostsamoa amerikanisches Territorium, das spĂ€ter den Namen „Amerikanisch-Samoa“ (American Samoa) erhielt. Westsamoa wurde zur deutschen Kolonie Samoa und Wilhelm Solf zum Gouverneur.

1903 wurde die Bewegung Mau gegrĂŒndet, die sich unter dem Motto „Samoa mo Samoa“ (Samoa den Samoanern) fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit einsetzte. Die deutschen Kolonialbehörden unterdrĂŒckten den Widerstand, allerdings ohne Blutvergießen, internierten und deportierten die FĂŒhrer der Mau, was aber letztlich zur StĂ€rkung der Bewegung fĂŒhrte. Unter der neuseelĂ€ndischen Herrschaft nahm der (gewaltlose) Widerstand weiter zu.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs besetzte Neuseeland Westsamoa und erhielt es 1920 als Völkerbundmandat, 1946 als Treuhandgebiet.

1918 starb rund ein Drittel der westsamoanischen Bevölkerung an der Spanischen Grippe, nachdem der neuseelĂ€ndische MilitĂ€rbefehlshaber ein QuarantĂ€neschiff in Apia anlegen ließ, durch das die Seuche ins Land eingeschleppt wurde. Im Dezember 1928 wurde eine friedliche Massendemonstration gegen die neuseelĂ€ndische Besetzung von neuseelĂ€ndischen Soldaten gewaltsam aufgelöst. Elf Demonstranten, darunter Tupua Tamasese Lealofi III., der FĂŒhrer der samoanischen UnabhĂ€ngigkeitsbewegung, wurden getötet, mehr als 50 Menschen verletzt. 2002 entschuldigte sich Helen Clark, Premierministerin Neuseelands, offiziell fĂŒr die „inkompetente und unangemessene Behandlung Samoas wĂ€hrend der ersten Jahre neuseelĂ€ndischer Verwaltung“.

Am 1. Januar 1962 wurde Westsamoa als erstes Land Polynesiens wieder unabhĂ€ngig. Zu StaatsoberhĂ€uptern wurden Malietoa Tanumafili II. und Tupua Tamasese MeaÊ»ole gewĂ€hlt. Nach dem Tod von Tupua Tamasese MeaÊ»ole am 5. April 1963 wurde Malietoa Tanumafili II. auf Lebenszeit zum Staatsoberhaupt gewĂ€hlt. Malietoa Tanumafili II. bekannte sich als weltweit erstes regierendes Staatsoberhaupt zur Bahai-Religion. Seit dem Tod von Malietoa Tanumafili II. am 11. Mai 2007 wird das Staatsoberhaupt nur noch fĂŒr eine Wahlperiode von fĂŒnf Jahren gewĂ€hlt. 1970 wurde Samoa Mitglied des Commonwealth of Nations. Der Staatsname wurde 1997 von „Westsamoa“ zu „Samoa“ geĂ€ndert.

Ein Erdbeben am 29. September 2009 mit Epizentrum rund 200 Kilometer sĂŒd-sĂŒdwestlich von Apia mit der StĂ€rke 8,0 Mw auf der Momenten-Magnituden-Skala löste einen Tsunami aus. Große Teile der SĂŒdkĂŒste Upolus sowie ein Teil der Insel Manono wurden ĂŒberschwemmt, es entstanden schwere SachschĂ€den und mindestens 154 Personen starben. Der Tsunami-Warndienst im SĂŒdpazifik hatte eine Warnung ĂŒber SMS herausgegeben, die Flutwelle war jedoch schon nach 15 Minuten aufgelaufen, so dass sich viele Menschen nicht mehr in Sicherheit bringen konnten.

Durch die politische Einflussnahme der USA wurde Samoa am 4. Juli 1892 der östlichen Seite der Datumsgrenze zugeordnet. Um jedoch die Beziehungen zu Neuseeland zu verbessern, wechselte Samoa Ende 2011 zusammen mit dem zu Neuseeland gehörenden Tokelau zurĂŒck auf die westliche Seite der Datumsgrenze, indem der 30. Dezember ĂŒbersprungen wurde.

Ende 2019 kam es auf Samoa zu einer schweren Masernepidemie mit ĂŒber 5.000 gemeldeten MasernfĂ€llen, 81 Personen (meist SĂ€uglinge und Kleinkinder) verstarben daran. Grund waren sehr niedrige Impfquoten, die durch einen Vertrauensverlust und Propaganda von Impfgegnern verursacht wurden. 2018 hatten zwei Krankenschwestern MMR-Impfstoffe falsch zubereitet, so dass es zu TodesfĂ€llen nach Impfungen gekommen war; sie wurden wegen fahrlĂ€ssiger Tötung verurteilt.

Politik

Staatsrecht

Nach der 1962 in Kraft getretenen Verfassung ist Samoa eine parlamentarische Demokratie. Seit 1970 ist Samoa Mitglied des Commonwealth, seit 1976 auch der UNO.

Das Staatsoberhaupt wird vom Parlament auf fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt, allerdings war der bisherige Amtsinhaber (Malietoa Tanumafili II.) auf Lebenszeit gewĂ€hlt. Die Bezeichnung des Staatsoberhaupts ist „HĂ€uptling“ (Matai) und weist auf die Geschichte der Inseln als historisches HĂ€uptlingstum hin.

Die Legislative liegt beim Parlament (Fono), das 49 Abgeordnete umfasst, die fĂŒr je 5 Jahre demokratisch gewĂ€hlt werden. Wahlberechtigt sind alle Einwohner ab 21 Jahre. Das Frauenwahlrecht war erst 1990 eingefĂŒhrt worden. WĂ€hlbar sind nur Matai (von den Großfamilien ernannte FamilienoberhĂ€upter). Unter ihnen werden 47 Abgeordnete gewĂ€hlt. Die restlichen zwei Abgeordneten werden von Samoanern gewĂ€hlt, die nicht an das Matai-System gebunden sind.

Im Parlament haben nach den Wahlen vom 31. MĂ€rz 2006 und verschiedenen Parteiwechseln von Abgeordneten die Human Rights Protection Party HRPP (Partei zum Schutz der Menschenrechte) 32 Sitze und die Samoan Democratic United Party SDUP (Samoanische Demokratische Vereinigte Partei) sieben Sitze. Außerdem sitzen im Parlament zehn unabhĂ€ngige Abgeordnete. Die SDUP verfĂŒgt ĂŒber keinen Fraktionsstatus mehr, da sie ĂŒber weniger als acht Abgeordnete verfĂŒgt.

Somit wurde in dieser Wahl der Premierminister Sailele TuilaÊ»epa Malielegaoi (HRPP) im Amt bestĂ€tigt.

Die Exekutive liegt bei der Regierung unter Vorsitz des Premierministers.

Das Oberste Gericht (Supreme Court) hat höchste Entscheidungsbefugnis in zivil-, straf- und verfassungsrechtlichen Fragen. Sein Vorsitzender wird vom Staatsoberhaupt auf Vorschlag des Premierministers ernannt.

Samoa hat keine eigenen StreitkrĂ€fte. Neuseeland hat sich in dem Freundschaftsvertrag von 1962 verpflichtet, jedes Hilfeersuchen Samoas zu prĂŒfen. GegenwĂ€rtig hat Samoa keine internationalen Konflikte.

Bei den Parlamentswahlen 2021 lag die neugegrĂŒndete FAST-Partei bei der Sitzverteilung im Parlament gleichauf mit der regierenden HRPP. Gemeinsam mit einem unabhĂ€ngigen Abgeordneten wurde Fiame Naomi MataÊ»afa als Premierministerin ernannt.

Frauenwahlrecht

1948, noch unter neuseelĂ€ndischer Verwaltung, erhielten Frauen ein eingeschrĂ€nktes Wahlrecht auf nationaler Ebene: Nur ClanoberhĂ€upter, genannt Matai, und Nichtsamoanerinnen und -samoaner (europĂ€ischer oder chinesischer Abstimmung), die alle FormalitĂ€ten zur Erlangung von StaatsbĂŒrgerschaft und Aufenthaltsrecht erfĂŒllt hatten, durften wĂ€hlen. Nach der UnabhĂ€ngigkeit war das Wahlrecht zwischen 1962 und 1990 auf die Matai beschrĂ€nkt. Nur zwei der insgesamt 49 Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung (Fono) wurden nach allgemeinem Wahlrecht gewĂ€hlt. Die große Mehrheit der Matai waren immer MĂ€nner. Seit den 1960er Jahren hatte aber der Bildungsaufstieg der Frauen, der zu höheren BildungsabschlĂŒssen und Qualifikationen gefĂŒhrt hatte, die Zahl der weiblichen Matai vergrĂ¶ĂŸert. Nur eine kleine Zahl von Frauen waren seit 1962 in die gesetzgebende Versammlung gewĂ€hlt worden. Nach einem Referendum vom Oktober 1990 wurde das allgemeine Wahlrecht eingefĂŒhrt. Die ersten Wahlen unter dem verĂ€nderten Bedingungen wurden im April 1991 abgehalten. Davor hatten nur ClanoberhĂ€upter das aktive und passive Wahlrecht.

Politische Indizes

Verwaltungsgliederung

Samoa ist in elf politische Bezirke (itĆ«mālƍ) gegliedert, die teilweise aus rĂ€umlich unzusammenhĂ€ngenden FlĂ€chen (Exklaven) bestehen. An diesen orientiert sich die weitere Untergliederung in 41 Wahlbezirke (faipule).

Auf der örtlichen Ebene gibt es etwa 310 Dörfer, einschließlich der rund 45 Dörfer, die das zusammenhĂ€ngende Stadtgebiet der Hauptstadt Apia bilden, der einzigen Stadt des Landes.

Jedes Dorf ist nach wie vor selbststĂ€ndig, kann in internen Angelegenheiten frei entscheiden und tut dies auch. Es gibt weder eine zentrale Stadtverwaltung fĂŒr Apia, noch Gemeindeverwaltungen der Dörfer oder ein Meldewesen (Personalausweise oder Àhnliches). Die Einwohnerentwicklung seit der letzten VolkszĂ€hlung im Oktober 2001 kann daher nur sehr grob geschĂ€tzt werden.

Upolu

Savaiʻi

Anmerkungen

Wirtschaft und Staatshaushalt

Seit der Kolonialzeit wird in Samoa Plantagenwirtschaft betrieben, Hauptexportprodukt vor 1914 war Kopra. Die Landwirtschaft beschĂ€ftigt auch heute noch zwei Drittel aller Samoaner. Aber am Bruttoinlandsprodukt ist die Landwirtschaft nur mit etwa 14 Prozent beteiligt. Die landwirtschaftliche NutzflĂ€che betrĂ€gt 21 Prozent des Landes. Neben Kokospalmen werden insbesondere Bananen, Taro, Yams, Kaffee und Kakao angebaut. Die Landwirtschaft wurde 1990 durch WirbelstĂŒrme schwer getroffen. Ein Virusbefall der Taro kam 1993 hinzu.

Die Industrie besteht insbesondere aus der Herstellung von Autoteilen, Holzverarbeitung zu Baumaterial sowie Zigarettenproduktion aus importiertem Tabak. Die Industrie erwirtschaftet etwa 23 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Autoteile werden von Yazaki Samoa Ltd. (japanische Herkunft) produziert, mit 2500 bis 3000 BeschĂ€ftigten der grĂ¶ĂŸte industrielle Arbeitgeber Samoas. Allerdings schlug die Asienkrise von 1998 auch hier zu. Zudem fehlen durch die starke Abwanderung ins Ausland qualifizierte ArbeitskrĂ€fte.

Der Tourismus entwickelt sich zu einer wichtigen Einnahmequelle und erholt sich langsam von dem Einbruch nach dem 11. September 2001 (etwa 90.000 Besucher 2003, die meisten davon Auslandssamoaner aus Amerikanisch-Samoa und Neuseeland). Der gesamte Dienstleistungssektor macht 63 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.

Exportiert werden insbesondere Fisch, Autoteile und Bier, in sehr geringen Mengen nur noch landwirtschaftliche Produkte. Starke ZuwÀchse verzeichnen Exporte von Arzneipflanzen (Kava, Nonu). Importiert werden insbesondere Maschinen und Nahrung.

Die Handelspartner sind ĂŒberwiegend Neuseeland, Australien und andere pazifische Nachbarstaaten. Die Zahlen schwanken jedoch erheblich.

Die Wirtschaft wird stark von im Ausland arbeitenden Samoanern getragen, die Devisen ins Land bringen. Es gibt eine starke inlĂ€ndische UnterbeschĂ€ftigung. Samoa bekommt betrĂ€chtliche Entwicklungshilfe, ĂŒberwiegend aus Neuseeland, Australien, China und Japan. Die EU ist mit Mitteln zur Verbesserung der Wasserversorgung sowie zur StĂ€rkung dörflicher Initiativen (Micro-Projects) beteiligt.

Das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt betrug 2009 1,025 Milliarden US-Dollar, pro Einwohner 5400 US-Dollar.

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 78,1 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 171,3 Mio. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein HaushaltsĂŒberschuss in Höhe von 16,2 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2009 rund 165,7 Millionen US-Dollar oder 43,9 Prozent des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 5,0 %
  • Bildung: 4,3 % (2002)
  • MilitĂ€r: 0,0 % (Samoa hat kein MilitĂ€r im eigentlichen Sinne, es besteht ein Abkommen mit Neuseeland)

Samoa wird von den Vereinten Nationen zu den „Least Developed Countries“, den am wenigsten entwickelten LĂ€ndern, gezĂ€hlt. Laut Internationalem WĂ€hrungsfonds (IWF) lag die Inflation 2012 bei durchschnittlich 6,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote, soweit sie nach den Kriterien eines Industrielandes erfasst wĂŒrde, lĂ€ge wohl bei 60 bis 70 Prozent.

Samoa erhĂ€lt Subventionen von anderen Staaten und internationalen Organisationen. Hauptgeldgeber ist Neuseeland, das sich als letzte Kolonialmacht weiterhin in der Pflicht sehe. Daneben gĂ€ben Australien, Japan und die EuropĂ€ische Union Geld und ein wenig auch die USA. Aber es komme auch Geld aus China, allerdings selten Bargeld. Die Chinesen wĂŒrden lieber KrankenhĂ€user, Schulen, RegierungsgebĂ€ude oder Sportkomplexe auf Samoa errichten.

Da es auf Samoa kaum ArbeitsplĂ€tze gibt, leben weit mehr Samoaner außer Landes, wobei es die meisten nach Neuseeland zieht. Der Mindestlohn liegt bei 2,50 Tala pro Stunde (knapp ein Euro). Der grĂ¶ĂŸte industrielle Arbeitgeber war der japanische Autozulieferer Yazaki, der bis zu 3000 Menschen Arbeit gab. Nachdem Anfang 2014 nach General Motors und Ford auch Toyota die Produktion in Australien komplett einstellte, schloss auch Yazaki sein Werk auf Samoa. Die Fabrik habe sich schon seit Jahren nicht mehr gerechnet.

Verkehr

Straßenverkehr

Das Land stellte am 7. September 2009 um 6 Uhr von Rechts- auf Linksverkehr um. Samoas Premierminister Malielegaoi begrĂŒndete die Maßnahme damit, der Bevölkerung den gĂŒnstigeren Import von rechtsgelenkten Fahrzeugen aus Australien, Neuseeland und Japan zu ermöglichen, wo ebenfalls Linksverkehr gilt. Bislang wurden viele Autos unter anderem aus den USA importiert. Die Umstellung stieß im Vorfeld auf breite Ablehnung. Die Initiative People Against Switching Sides forderte sogar den RĂŒcktritt der Regierung.

Luftverkehr

Der inlĂ€ndische und auslĂ€ndische Luftverkehr wird von Air New Zealand, Samoa Airways, Fiji Airways sowie Inter Island Airways am internationalen Flughafen Apia-Faleolo (IATA-Flughafencode APW) abgewickelt. Ein weiterer internationaler Flughafen, Apia-Fagalii (IATA-Flughafencode FGI), 5 km von Apia gelegen, war einige Jahre geschlossen und wird seit 1. Juli 2009 wieder von Polynesian Airlines fĂŒr ihre Verbindungen ins nahe gelegene Amerikanisch-Samoa genutzt.

Eisenbahnverkehr

Mit Ausnahme der von den Deutschen gebauten und wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs durch die NeuseelĂ€nder betriebenen Telefunkeneisenbahn gibt es auf Samoa keinen Eisen- oder Straßenbahnverkehr.

Sport

Rugby

Die mit Abstand beliebteste Sportart auf Samoa ist Rugby Union. Dieses hielt nach dem Ersten Weltkrieg mit der neuen Kolonialmacht Neuseeland, welches zu den fĂŒhrenden Nationen in diesem Sport zĂ€hlt, Einzug und bereits 1924 wurde der Verband „Western Samoa Rugby Football Union“ gegrĂŒndet und ein erstes LĂ€nderspiel gegen Fidschi veranstaltet. Seit 1991 konnte sich die Samoanische Rugby-Union-Nationalmannschaft der MĂ€nner stets fĂŒr die alle vier Jahre stattfindenden Rugby-Union-Weltmeisterschaften qualifizieren und zog 1991 und 1995 jeweils ins Viertelfinale ein. Aktuell belegt Samoa in der World-Rugby-Weltrangliste den 15. Platz. Erstmals konnte sich fĂŒr die Weltmeisterschaften 2014 auch die Frauen-Rugby-Nationalmannschaft qualifizieren. Viele in Samoa geborene Spieler sind als Profis in europĂ€ischen, neuseelĂ€ndischen und australischen Clubs unter Vertrag und einige spielen fĂŒr andere Nationalmannschaften.

Judo-Weltcup

Einmal im Jahr Mitte November findet in Apia ein Judo-Weltcup statt, der Teil der internationalen Turnierserie des IJF ist.

Fußball

Die samoanische Fußballnationalmannschaft nahm erstmals 1979 als Westsamoa bei den SĂŒdpazifikspielen teil und unterlag in ihrem ersten Spiel mit 1:3 gegen die Fußballnationalmannschaft von Wallis und Futuna, allerdings wurde das erste von der FIFA anerkannte LĂ€nderspiel erst am 1. Juli 1989 ausgetragen. 2011 konnte sich Samoa erstmals fĂŒr die Fußball-Ozeanienmeisterschaft 2012 qualifizieren, schied aber in der Vorrunde aus.

Cricket

Wie in anderen pazifischen Inselstaaten wird auf Samoa eine traditionelle einheimische Variante des Crickets gespielt, kilikiti genannt. Kilikiti gilt als Nationalsport Samoas.

Bekannte Personen aus Samoa

  • Tuiloma Neroni Slade, ehemaliger Richter am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und derzeitiger GeneralsekretĂ€r des Pacific Islands Forum Secretariat.
  • Malama Meleisea, Direktor des UNESCO-BĂŒros in Kabul.
  • Lagi GrĂ€fin Ballestrem, geb. Solf, deutsche WiderstandskĂ€mpferin, geboren in Vailima bei Apia.
  • Gustav Frölich, deutscher Schwimmer
  • Gerd Suhren, deutscher Marineoffizier der Reichs- und Kriegsmarine, geboren in Tafaigata (Samoa).
  • Misa Telefoni Retzlaff, bĂŒrgerlicher Name Hermann Theodor Retzlaff, samoanischer Politiker und Schriftsteller
  • Robert Louis Stevenson verstorben in Vailima, nahe Apia.
  • Albert Wendt, samoanischer Dichter
  • Dietrich Langen, Psychotherapeut und Hochschullehrer fĂŒr Psychotherapie, BegrĂŒnder der Medizinische Psychologie, Pionier der Gruppenpsychotherapie

Bekannte Sportler und Schauspieler samoanischer Abstammung:

  • David Tua, Schwergewichtsboxer mit neuseelĂ€ndischer Staatsangehörigkeit.
  • Dwayne Johnson („The Rock“; * 1972 in Hayward (Kalifornien)) war ein Wrestler bei der WWE und ist nun ein erfolgreicher Schauspieler (z. B. The Scorpion King, Welcome to the Jungle, Walking Tall – Auf eigene Faust). Seine Mutter ist Samoanerin; er selbst ist aber US-Amerikaner, lebte zunĂ€chst in Hawaii, spĂ€ter dann in Pennsylvania und Florida. Er spricht zwar kein Samoanisch, wurde aber bei seinem bisher einzigen Besuch in Samoa vom Head of State mit dem Seuli-Ehrentitel ausgezeichnet.
  • Frankie Adams (* 1994), neuseelĂ€ndische Schauspielerin (The Expanse), geboren in Samoa.
  • Nuufolau Joel Seanoa („Samoa Joe“; * 1979), Wrestler bei der WWE, US-Amerikaner.
  • Der Familienverbund Anoa’i-Fatu/Johnson, aus der die oben erwĂ€hnten Dwayne Johnson und Rodney Anoa’i („Yokozuna“), Afa Anoa’i („Afa“) Edward Umar Fatu („Umaga“) und Solofa Fatu („Rikishi“) sowie viele weitere professionelle Wrestler stammen, ist die grĂ¶ĂŸte, dem Wrestling behaftete Familie der Welt mit ĂŒber 50 weltweit aktiven Sportlern.
  • Natalie Pa’apa’a, LeadsĂ€ngerin der australischen Reggae-Band Blue King Brown
  • Musashimaru Kƍyƍ (eigentlich Fiamalu Penitani), der zweite AuslĂ€nder, der jemals im japanischen Sumƍringen den Rang eines Yokozuna erreichte.

Siehe auch

  • Literatur Samoas
  • PeÊ»a, traditionelle mĂ€nnliche TĂ€towierung (tatau) von Samoa

Literatur

  • JĂŒrgen Schmidt: Arbeit und Nicht-Arbeit im „Paradies der SĂŒdsee“. Samoa um 1890 bis 1914. In: Arbeit – Bewegung – Geschichte, Heft II/2016, S. 7–26.
  • Werner Hennings: Entwicklungsforschung: Eine Bestandsaufnahme am Beispiel Samoas. Campus, Frankfurt am Main/New York 2009, ISBN 978-3-593-38877-9.

Weblinks

  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Samoa
  • Eintrag im CIA World Factbook
  • Infos zu Samoa

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Samoa

Name englisch: Samoa
Hauptstadt: Apia
Kfz: WS
ISO: WS
ISO3: WSM
Fläche: 2944 km²
Tld: .ws
Wärung Einheit: WST
Währung: Tala
Vorwahl: 685

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -13.4344024
südlichster Punkt: -14.0765884
westlichster Punkt: -172.798599
östlichster Punkt: -171.405859


 
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