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Mikronesien
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Informationen : MikronesienMikronesien (von altgriechisch ÎŒÎčÎșÏÏÏ mikros âkleinâ und ΜáżÏÎżÎč nÄsoi âInselnâ, also âKleine Inselnâ) ist ein Inselgebiet im westlichen Pazifischen Ozean.
Mikronesien ist ein Sammelbegriff fĂŒr ein âInselmeerâ von ĂŒber 2000 tropischen Inseln und Atollen, die auf ĂŒber sieben Millionen Quadratkilometern des westlichen Pazifischen Ozeans verstreut sind. Geographisch liegen die meisten Inseln nördlich des Ăquators. Die Distanz von einem Ende Mikronesiens zum anderen betrĂ€gt fast 4000 Kilometer. Mikronesien besteht nicht nur aus einem Land, sondern aus mehreren unabhĂ€ngigen LĂ€ndern, die zum groĂen Teil frĂŒher zum Treuhandgebiet Pazifische Inseln gehörten.
Mikronesien besteht aus mehreren Inselgruppen, die jeweils eigenstĂ€ndige Kultur, Sprache und Geschichte haben. Die Marianen teilen sich in das amerikanische Guam und die mit den USA assoziierten Nördlichen Marianen, die Karolinen bestehen aus den zu den Föderierten Staaten von Mikronesien gehörenden Inselgruppen Yap, Chuuk, Pohnpei und Kosrae, auĂerdem dem unabhĂ€ngigen Palau (Belau). Gemeinsam mit den Marshallinseln, aber ohne Guam, bildeten diese Inseln vor dem Ersten Weltkrieg eine deutsche Kolonie, spĂ€ter zunĂ€chst ein japanisches Völkerbundsmandat, nach dem Zweiten Weltkrieg ein UNO-Treuhandgebiet unter US-Hoheit. Die frĂŒher britischen Gilbertinseln bilden heute den Kern von Kiribati. Nauru war seit 1888 deutsches Protektorat und nach dem Ersten Weltkrieg Völkerbundsmandat bzw. UN-Treuhandgebiet unter australisch-britisch-neuseelĂ€ndischer Verwaltung.
Mikronesien wird hĂ€ufig als gemeinsames Kulturareal betrachtet. Die Inseln Mikronesiens sind in kultureller Hinsicht nicht so heterogen wie die Inseln Polynesiens oder Melanesiens, da sie voneinander leichter ĂŒber das Meer erreichbar sind und sich in Bezug auf die geringe VerfĂŒgbarkeit von Rohstoffen sehr Ă€hneln. Fast alle sind Atolle oder flache Koralleninseln, die sich in ihrer geologischen Beschaffenheit und ihrer artenarmen Pflanzen- und Tierwelt kaum voneinander unterscheiden, und im Gegensatz zu Polynesien weisen Boote, GebĂ€ude und GegenstĂ€nde nur relativ wenige Verzierungen auf. Da die meisten Inseln Mikronesiens eine relativ kleine FlĂ€che haben und das Meer den Menschen, die ĂŒber keinerlei Metalle verfĂŒgten, vertraut war, nutzte man eher Rohstoffe aus dem Meer wie Korallen und Muscheln und bediente sich bei ihrer Bearbeitung der Hilfsmittel, die das Meer bietet wie z. B. HaifischzĂ€hne, Stacheln von Meerestieren, scharfkantige Muschelschalen oder Korallen. An Land wuchsen auĂer Kokospalmen nur relativ wenige BĂ€ume, deren Holz nutzbar war. Zur Herstellung von seetĂŒchtigen Booten, bei denen vor allem Wert gelegt wurde auf Wendigkeit sowie StabilitĂ€t und weniger auf Verzierungen, war das Holz des Brotfruchtbaumes geeignet, doch war Holz wegen der geringen Fruchtbarkeit der Inseln stets relativ knapp. Die Segel wurden aus Palmfasern geflochten und bestehen heutzutage meistens aus Leinen. FĂŒr Flechtarbeiten, z. B. bei der Herstellung von Matten oder FĂ€chern, verwendete und verwendet man neben Fasern und BlĂ€ttern der Kokospalme auch die der SchraubenbĂ€ume (Pandanus).
FigĂŒrliche Darstellungen von Menschen oder Tieren sind in Mikronesien wenig verbreitet und finden sich am ehesten an Giebeln von ZeremonienhĂ€usern, wie z. B. in Palau. Bei diesen Darstellungen werden an Farben nur Gelb, Schwarz, WeiĂ und in geringerem Umfang auch Rot verwendet.
Kunstwerke oder andere Artefakte aus Stein wurden nur auf wenigen Inseln Mikronesiens angefertigt, da das entsprechende Rohmaterial lĂ€ngst nicht auf allen Inseln â am ehesten auf einigen Inseln in Palau â verfĂŒgbar ist. Bekannt sind der Steinsarkophag Tet El Bad Stone Coffin sowie die teilweise menschenĂ€hnlich aussehenden Monolithe der Insel Babeldaob in Palau. Das Steingeld (Rai) der Insel Yap wurde ebenfalls auf Babeldaob angefertigt und auf dem Seewege mit FlöĂen nach Yap transportiert. Es handelt sich dabei um flache Scheiben aus Aragonit von bis zu 4 m Durchmesser mit einem Loch in der Mitte, die vor den HĂ€usern zu sehen oder in âstone money banksâ genannten Gruppen an Wegen aufgereiht sind. Zu den architektonischen Besonderheiten Mikronesiens zĂ€hlen die terrassierten HĂŒgel (Chelechui Terraces) der Insel Babeldaob sowie die Ruinenstadt Nan Madol auf Pohnpei, die möglicherweise im 12. Jahrhundert angelegt wurde und aus bis zu 12 m hohen Mauern aus BasaltsĂ€ulen besteht.
Auch auf Lelu, das mit der gröĂeren Nachbarinsel Kosrae ĂŒber einen befahrbaren Damm verbunden ist, sind Ruinen einer zwischen 1400 und 1800 aus BasaltsĂ€ulen erbauten Stadt erhalten. Noch Ă€lter sind vermutlich die Ruinen von Menke im Innern von Kosrae selbst, zwischen denen die Reste eines Tempels zu sehen sind, in dem die Göttin Sinlaku, die Göttin der Brotfrucht, gelebt haben soll. Der Ăberlieferung nach verlieĂ die Göttin Sinlaku die Insel Kosrae und begab sich zur Insel Yap, bevor 1852 die ersten christlichen Missionare eintrafen, und möglicherweise sind die Ruinen, die sich im Tal des Menke River befinden, die Ă€ltesten der gesamten Federated States of Micronesia.
Typisch fĂŒr die Musik Mikronesiens ist das Fehlen von Musikinstrumenten sowie das rhythmische Klatschen der HĂ€nde und das Schlagen von HolzstĂ€ben beim Gesang. Selbst Trommeln sind nur auf wenigen Inseln bekannt, z. B. auf Pohnpei und Kosrae.
Beim Tanzen tragen die Frauen einen Rock aus Naturfasern und die MĂ€nner einen Lendenschurz. Auf der Insel Yap ist beim Tanzen das Tragen einer farbenfrohen Kopfbedeckung verbreitet, und die Insel Pohnpei ist fĂŒr einen Sitztanz der Frauen bekannt. Bei nicht wenigen TĂ€nzen Mikronesiens wird der Flug der Sturmvögel, die in den Sagen und Mythen eine wichtige Rolle spielen, imitiert, und hĂ€ufig werden bereits Kinder zu TĂ€nzern ausgebildet. Die Vertrautheit der Mikronesier mit dem Meer zeigt sich auch durch rudernde Bewegungen bei manchen TĂ€nzen sowie durch die Tatsache, dass fĂŒr manche TĂ€nze ein Boot an Land geholt wird, das beim Tanzen herumgetragen wird oder in welchem anschlieĂend getanzt wird.
Die meisten Inseln wurden vor etwa 4000 bis 3000 Jahren besiedelt, gröĂtenteils vom Malaiischen Archipel und Melanesien aus. Die ersten EuropĂ€er, die im 16. Jahrhundert die GewĂ€sser um die Inseln befuhren, waren Spanier. AuĂer den Marianen, die als Zwischenstation fĂŒr die Fahrt in die amerikanischen Kolonien strategische Bedeutung hatten, nahmen sie die Inseln aber zunĂ€chst nicht offiziell in Besitz. Das Ă€nderte sich im 18. und 19. Jahrhundert, als viele der Inseln beliebte AnlaufhĂ€fen fĂŒr WalfĂ€nger waren. Spanien nahm die westlichen, den Philippinen benachbarten Inseln in Besitz, GroĂbritannien beanspruchte seit 1892 die Gilbertinseln, Deutschland errichtete 1885 ein Protektorat ĂŒber die Marshallinseln, 1888 ĂŒber Nauru.
Nach der Niederlage im Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898/99 trat Spanien Guam an die Vereinigten Staaten ab, die Karolinen und Marianen kaufte Deutschland 1899 Spanien ab. Im Ersten Weltkrieg eroberte Japan die meisten Inseln der deutschen Schutzgebiete in der SĂŒdsee und bekam sie 1920 als Japanisches SĂŒdseemandat vom Völkerbund zugesprochen. Nauru wurde von GroĂbritannien, Australien und Neuseeland gemeinsam verwaltet, die deutschen SĂŒdseekolonien auĂerhalb Mikronesiens gingen ebenfalls an Australien und Neuseeland.
WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs waren viele der Inseln umkĂ€mpft. Guam wurde von den Japanern 1941 erobert, ebenso die Gilbertinseln. 1943 und 1944 eroberten die USA und ihre Alliierten die Inseln gegen teilweise heftigen Widerstand der Japaner zurĂŒck und besetzten auch die bisher japanischen Inseln. Mehrere Inseln wurden zu MilitĂ€rstĂŒtzpunkten fĂŒr die Bombardierung Japans ausgebaut. Von Tinian aus starteten die B-29-Bomber, die die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abwarfen. Nach dem Krieg wurden die bisher japanischen Inseln als UN-Treuhandgebiet 1947 den USA ĂŒberlassen. Diese fĂŒhrten im Treuhandgebiet Pazifische Inseln zahlreiche Kernwaffentests durch, wodurch mehrere Inseln wie Eniwetok und Bikini bis heute radioaktiv kontaminiert sind.
Die Inseln werden vielfach als âwahres Naturmuseumâ hauptsĂ€chlich in den Lagunen und unter Wasser bezeichnet. Auch an Land im Dschungel sind viele historische Zeugen zu entdecken. Die Kombination von Naturereignissen, verschiedenen Kulturen, GebrĂ€uchen und von Menschenhand verursachten Konflikten und ihre Hinterlassenschaften machen Mikronesien zu weltbekannten und interessanten Zielen fĂŒr Taucher.
Mikronesien setzt sich aus diesen Staaten und abhÀngigen Territorien zusammen:
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