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Staat Informationen : Guernsey

Informationen:


Guernsey [ňą…°…úňźnzi, englisch] () oder Guernesey […°…õ Ā.n…ô.z…õ, franz√∂sisch] ist die zweitgr√∂√üte der britischen Kanalinseln. Die Kanalinseln sind weder Teil des Vereinigten K√∂nigreiches noch Kronkolonie, sondern als Kronbesitz (englisch crown dependency) direkt der britischen Krone unterstellt. Sie sind gesonderte Rechtssubjekte.

Geografie

Die Insel ist ein H√ľgelland mit Steilk√ľsten, besonders im S√ľden. Die landwirtschaftliche Nutzung besteht vor allem in Viehzucht und Gartenbau. Guernsey ist ein bedeutendes Touristenziel f√ľr Natur- und Vogelliebhaber.

Zur Vogtei geh√∂ren neben der Hauptinsel Guernsey au√üerdem die Inseln Alderney, Sark, Herm, Jethou, Brecqhou, Burhou, Lihou sowie weitere kleine Eilande und Klippen wie die Hanois und die Casquets. Die Fl√§che der Insel Guernsey betr√§gt 63,4¬†km¬≤, die der gesamten Vogtei etwa 78¬†km¬≤. Die Bev√∂lkerungszahl der Insel Guernsey (einschlie√ülich Herm, Jethou und Lihou, auf die jedoch ‚Äď Stand M√§rz 2018 ‚Äď insgesamt keine 80 Einwohner entfallen) liegt bei 62.734 Einwohnern (Stand Juni 2018); die Vogtei hat einschlie√ülich der Bewohner der Inseln Alderney,, Sark und Brecqhou insgesamt ca. 65.120 Einwohner.

Klima und Vegetation

Die Insel hat wegen des Einflusses des Golfstroms und aufgrund ihrer gesch√ľtzten Lage im Golf von Saint-Malo ein mildes, fast mediterranes Klima. Temperaturen unter 0¬†¬įC sind extrem selten, andererseits erreicht das Meerwasser auch im Hochsommer kaum Temperaturen √ľber 20¬†¬įC.

Da es nur sehr selten Frost gibt, gedeihen auf der Insel neben Fuchsien und Guernseylilien (die Nationalblume der Insel) Zypressen, Bananenstauden und Palmen.


Geschichte

Vorgeschichte

Guernsey wurde durch den eustatischen Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit um 4000¬†v.¬†Chr. vom franz√∂sischen Festland getrennt. Eine Besiedlung ist bereits seit dem Mesolithikum (Lihou) nachgewiesen. Bisher fehlen altsteinzeitliche Funde wie auf Jersey. Die Insel besitzt keine eigenen Feuersteinvorkommen, jedoch wurden n√∂rdlich von Alderney offenbar angesp√ľlte Kiesel aus submarinen Vorkommen genutzt. Die bisher √§lteste neolithische Fundstelle ist Les Fouaillages im Norden der Insel, in den 1970er Jahren durch Ian Kinnes vom British Museum ausgegraben. Die Insel weist zahlreiche Gang- und Galeriegr√§ber aus der Jungsteinzeit auf sowie teilweise anthropomorphe Menhire. Deren bedeutendster steht heute auf dem Friedhof der Kirche von Castel. Auch zahlreiche Funde der Glockenbecherkultur sind bekannt.

Antike

Der antike Name der Insel war Sarmia (oder sarma, armia, sarnia). Trotz der schwierigen Navigationsbedingungen durch einen Tidenhub von fast zwölf Metern war der Hafen von St. Peter Port bereits in römischer Zeit ein wichtiges Handelszentrum, wie unter anderem ein Wrack aus dem 2. Jahrhundert in der Hafeneinfahrt belegt.

Mittelalter

Die Inseln wurden durch den Heiligen Samson von Dol (vgl. Dol-de-Bretagne) christianisiert und waren urspr√ľnglich Teil des Herzogtums Bretagne, fielen dann aber an den Herzog der Normandie. Im Jahr 1066 eroberte der Herzog der Normandie Wilhelm der Eroberer England und wurde englischer K√∂nig. Die Kanalinseln blieben aufgrund der Personalunion zwar in k√∂niglichem Besitz, wurden aber nie Teil des Vereinigten K√∂nigreiches.

Neuzeit

Im 17.¬†Jahrhundert fanden auf der Insel zahlreiche Hexenprozesse statt. So gestand¬†‚Äď unter welchen Umst√§nden auch immer¬†‚Äď 1617 Collette du Mond, an einem Hexensabbat beim Chateau de Rocquaine teilgenommen zu haben. Im fr√ľhen 18.¬†Jahrhundert wurden zahlreiche K√ľstenbefestigungen gegen die Gefahr eines franz√∂sischen Angriffs errichtet (Martello-T√ľrme). Au√üerdem lie√ü Sir John Doyle, Vizegouverneur von Guernsey, den Kanal zusch√ľtten, der die fr√ľhere Gezeiteninsel Le Clos du Valle von Guernsey trennte. Auf ihn geht auch Fort Grey zur√ľck, in dem heute ein Schiffswrack-Museum untergebracht ist.

Von Guernsey stammte Generalmajor Isaac Brock (1769‚Äď1812). Er gilt als ‚ÄěRetter Kanadas‚Äú im Krieg von 1812 gegen die Vereinigten Staaten.

Im Jahr 1815 gab es auf der Insel Guernsey ein geldpolitisch interessantes Experiment. Die Folgen der Napoleonischen Kriege machten sich in ganz Europa bemerkbar, auch auf dieser Insel. Die Inselbewohner produzierten Lebensmittel weit √ľber den Eigenbedarf hinaus, doch die eingetriebenen Steuern und Zinszahlungen an Londoner Banken brachten den Zahlungsverkehr schlie√ülich ganz zum Erliegen. Der in dieser Zeit amtierende Gouverneur von Guernsey, Daniel de Lisle Brock, schlug den Bau einer Markthalle f√ľr 4000¬†Pfund Sterling vor, die der Wirtschaft neuen Auftrieb geben w√ľrde. Diese 4000¬†Pfund sollten einfach selber gedruckt und als eine Art Zweitw√§hrung im Umlauf gebracht werden. Nach f√ľnf Jahren hatte sich die Halle voll amortisiert, das hei√üt, sie hatte ihre Abschreibungen voll verdient und die 4000¬†Pfund, die inzwischen auf der ganzen Insel in Umlauf gewesen waren und Ums√§tze aller Art bewirkt hatten, standen dem Investor der Markthalle wieder vollst√§ndig bar zur Verf√ľgung, wurden nicht mehr ben√∂tigt und verbrannt. Nach diesem Prinzip wurden so nacheinander mehrere Bauvorhaben mit selbstgedrucktem und sp√§ter wieder vernichtetem Geld verwirklicht. Jedoch kam bis 1835 durch den Eingriff fremder Banken und eine reduzierte Geldmenge die Wirtschaft wieder zum Erliegen. Manche Anh√§nger der Freiwirtschaft, darunter Hermann Benjes, betrachten das ‚ÄěMirakel von Guernsey‚Äú als Vorl√§ufer umlaufgesicherten Geldes nach Silvio Gesell, der einen Artikel √ľber das Experiment geschrieben hat.

Der französische Dichter Victor Hugo wurde 1851 in Frankreich inhaftiert und musste ins Exil gehen. Er ließ sich erst auf der Kanalinsel Jersey und dann auf Guernsey nieder, wo er bis 1871 in St. Peter Port im Hauteville House lebte, das heute als Museum dient und besichtigt werden kann. Im September 1883 besuchte der französische Maler Auguste Renoir die Insel, und es entstand eine Reihe von Gemälden, unter anderem Moulin Huet Bay.

Im Zweiten Weltkrieg bef√ľrchtete man nach der Eroberung Frankreichs einen deutschen Angriff. Deshalb wurden die auf Guernsey ans√§ssigen Deutschen und √Ėsterreicher interniert. Am 20.¬†Mai 1940 verlie√ü das britische Schiff SS Biarritz mit 1000¬†Soldaten, dem Vizegouverneur und seiner Familie sowie franz√∂sischen Soldaten und britischem Verwaltungspersonal die Insel, die somit vollst√§ndig demilitarisiert war. Zahlreiche Kinder wurden nach England evakuiert. Am 30.¬†Juni 1940 landeten f√ľnf Junkers-Truppentransporter und die Insel wurde von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die nicht auf Guernsey geborenen britischen Staatsangeh√∂rigen wurden im Lager Lindele in Biberach an der Ri√ü (zu der Stadt besteht heute eine offizielle Partnerschaft) interniert. Guernsey wurde von der deutschen Besatzungsmacht mit Befestigungsanlagen versehen und sollte als Ausgangspunkt f√ľr Angriffe gegen England dienen. Inselkommandant war von 1940 bis 1942 Eugen F√ľrst zu Oettingen-Wallerstein, der dann aus politischen Gr√ľnden abberufen wurde. 1942‚Äď1945 wurde die Deutsche Guernsey-Zeitung herausgegeben. Auf Alderney wurde als Au√üenstelle von Neuengamme das Konzentrationslager Aurigny (‚ÄěLager Sylt‚Äú) gebaut, in dem vor allem osteurop√§ische Zwangsarbeiter gefangen gehalten wurden. W√§hrend der Besatzungszeit wurde von Linksverkehr auf Rechtsverkehr umgestellt. Der Befreiungstag am 9.¬†Mai 1945 wird jedes Jahr feierlich begangen. Es existiert auch ein Besatzungsmuseum in Les Houards, Parish Forest.

Politische Gliederung

In Großbritannien gibt es zwei Gebiete, die offiziell den Status einer Vogtei (englisch Bailiwick, französisch Bailliage) haben, Guernsey und Jersey. Ihnen steht allerdings kein Vogt vor, sondern sie sind als Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt. Die States of Guernsey ist die Legislative und besteht aus 40 Abgeordneten. Nach mehreren Verfassungsreformen werden alle Mitglieder der States of Guernsey inzwischen direkt gewählt, zwei durch die States of Alderney gewählte Mitglieder vertreten Alderney.

Politisch geh√∂ren zur Vogtei Guernsey auch die Inseln Alderney, Sark, Herm, Brecqhou, Jethou, Burhou, Lihou, die Casquets, Les Hanois und andere noch kleinere Eilande. Die Vogtei gibt eigene Banknoten heraus und pr√§gt eigene M√ľnzen.

Die Vogtei Guernsey wird in zw√∂lf Gemeinden (parishes) gegliedert, von denen Alderney und Sark einen Sonderstatus haben und als Dependencies bezeichnet werden. Die parishes (ohne die Dependencies) waren fr√ľher weiter in Vingtaines untergliedert.

Verwaltung

Wirtschaft

Etwa 32¬†Prozent des Bruttosozialprodukts von Guernsey werden durch Finanzdienstleister (Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften) erwirtschaftet. In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Guernsey den 53. Platz (Stand: 2018). Traditionelle Einnahmequellen wie Tourismus, Maschinenbau und Gartenbau (haupts√§chlich Tomaten und Schnittblumen, insbesondere Freesien) sind eher im R√ľckgang begriffen. Niedrige Steuern haben Guernsey als Steueroase f√ľr Private Equity Fonds popul√§r werden lassen. Als Mitglied einer Zollunion mit der EU werden zahlreiche Regularien der EU aber auch hier angewandt[veraltet]. Wie auch andere Offshore-Finanzzentren ger√§t Guernsey immer mehr unter Druck, seine Gesetze zu Transparenz von Kapitalzufl√ľssen an die Bedingungen der internationalen Politik anzupassen. Derzeit wird das Steuerrecht reformiert, um die Regularien von EU und OECD zu erf√ľllen. Seit dem 1.¬†Januar 2008 gilt ein neues K√∂rperschaftsteuergesetz mit einer Null-Zehn-Regelung, wonach die meisten K√∂rperschaften keine K√∂rperschaftsteuer zahlen, das Anbieten bestimmter Bankdienstleistungen jedoch mit 10¬†Prozent besteuert wird. Aufgrund dessen entsteht ein voraussichtlicher Fehlbetrag von ca.¬†45¬†Millionen Pfund, der durch erh√∂htes Wirtschaftswachstum und indirekte Steuern ausgeglichen werden soll. Am 28.¬†Januar 2016 legte die Europ√§ische Kommission ein Ma√ünahmenpaket zur Bek√§mpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem Guernsey auf der ‚Äěschwarzen Liste‚Äú der Steueroasen auftaucht.

Verkehr

Die CT Plus Guernsey Limited betreibt 20 Buslinien (Stand Fr√ľhjahr 2019), die weite Teile der Insel erschlie√üen. International angeschlossen ist die Insel √ľber den Flughafen Guernsey sowie mehrere H√§fen. Mit der F√§hre ist Guernsey von der Kanalinsel Jersey, von den franz√∂sischen H√§fen St. Malo und Dielette sowie von den englischen H√§fen Portsmouth und Poole aus erreichbar. Die F√§hrverbindung nach Weymouth wurde inzwischen eingestellt.

Städtepartnerschaft

  • Deutschland Biberach an der Ri√ü (Baden-W√ľrttemberg), Deutschland, seit 1997

Literatur

  • Johann Baptist Keune: Sarmia. In: Paulys Realencyclop√§die der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II A,1, Stuttgart 1921, Sp.¬†25.
  • Ian Kinnes, Jenny A. Grant: Les Fouaillages and the megalithic monuments of Guernsey (Alderney). Ampersand Press in association with the States of Guernsey Ancient Monuments Committee, Alderney 1983, ISBN 0-946346-01-1.
  • Mark Patton: Neolithic communities of the Channel Islands (British Archaeological Reports; Bd. 240). Tempus Reparatum, Oxford 1995, ISBN 0-86054-776-0 (zugl. Dissertation, London University 1990).
  • Heather Sebire: The Archaeology & Early History of the Channel Islands. Tempus Books, Stroud 2005, ISBN 0-7524-3449-7.
  • Mary Ann Shaffer/Annie Barrows The Guernsey Literary and Potatoe Peel Pie Society. The Dial Press, New York, 2008; dt. Deine Juliet. Ins Deutsche √ľbertragen von Margarete L√§ngsfeld und Martina Tichy. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-24593-0. Verfilmung Deine Juliet (2018).
  • John Nettles: Hitlers Inselwahn. Die britischen Kanalinseln unter deutscher Besatzung 1940‚Äď1945. Osburg Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-95510-094-0.

Weblinks

  • States of Guernsey
  • This is Guernsey
  • Guernsey Tourist Board
  • Zur deutschen Besatzung
  • Besatzungsmuseum
  • Revierinformationen zu Guernsey auf SkipperGuide.de
  • Kanalinseln Infos

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Guernsey

Name englisch: Guernsey
Hauptstadt: St Peter Port
Kfz: GBG
ISO: GG
ISO3: GGY
Fläche: 78 km²
Tld: .gg
Wärung Einheit: GPD
Währung: Pound
Vorwahl: +44-1481

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 49.7323662
südlichster Punkt: 49.3996333
westlichster Punkt: -2.6757403
östlichster Punkt: -2.158637


 
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