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Staat Informationen : Gibraltar

Informationen:


Gibraltar (deutsch […°iňąb Āalta Ā], englisch [d í…™ňąb…Ļ…ílt…ô], spanisch [xiő≤…ĺalňąta…ĺ]) ist ein britisches √úberseegebiet an der S√ľdspitze der Iberischen Halbinsel. Es steht nach dem spanischen Erbfolgekrieg seit 1704 unter der Souver√§nit√§t des K√∂nigreichs Gro√übritannien bzw. des Vereinigten K√∂nigreichs und wurde 1713 von Spanien offiziell im Frieden von Utrecht abgetreten, wird jedoch seitdem von Spanien beansprucht.

Geographie

Gibraltar ist eine Halbinsel, die die Bucht von Algeciras √∂stlich begrenzt, und liegt an der Nordseite der Stra√üe von Gibraltar, an der Europa und Afrika sich am n√§chsten sind. Das Territorium umfasst eine Landfl√§che von 6,5¬†km¬≤, wobei die Grenze zwischen Gibraltar und Spanien nur 1,2 Kilometer lang ist. Auf der spanischen Seite der Grenze liegt die Stadt La L√≠nea de la Concepci√≥n. Die von Gibraltar beanspruchte Meeresfl√§che reicht bis zu drei Seemeilen vor die K√ľste.

Geologie

Gibraltar besteht aus einem flachen, gr√∂√ütenteils sandigen Gebiet und dem Felsen von Gibraltar. Der an der Ostseite spektakul√§r steil aus dem Meer aufragende Kalksteinfelsen (engl. Upper Rock, span. Pe√Ī√≥n) f√§llt schon von weitem √ľber der Bucht von Algeciras ins Auge. Er ist von Nord nach S√ľd etwa 4 Kilometer lang und bis zu 1,2 Kilometer breit. Die Spitze des Felsens erreicht eine H√∂he von 426¬†m. Er besteht haupts√§chlich aus dem im Jura gebildeten Kalkstein und ist damit √§lter als die benachbarten s√ľdspanischen Felsen. Der flache Teil Gibraltars konnte durch Landgewinnung etwas vergr√∂√üert werden. Das Material stammt zum gro√üen Teil aus dem Inneren des Felsens, wo es beim Bau der insgesamt etwa 50 Kilometer Tunnel anfiel. Neben den k√ľnstlichen Hohlr√§umen besitzt der Felsen eine ganze Reihe von nat√ľrlich entstandenen H√∂hlen.

Klima

Das Wetter in Gibraltar wird wesentlich durch den Levante (Ostwind) und den Poniente (Westwind) bestimmt. Diese lokalen Winde entstehen durch das Atlas-Gebirge im S√ľden und die Sierra Nevada im Norden.

Boden und Flächennutzung

Gibraltar gliedert sich in das Naturschutzgebiet Upper Rock, das Stadtgebiet, die Ostseite und den zu Gibraltar gehörenden Teil des Mittelmeeres, insbesondere der Bucht von Gibraltar.

Das Naturschutzgebiet wurde am 1.¬†April 1993 gegr√ľndet und ist gegen Geb√ľhr zu besichtigen.

Die Stadt Gibraltar erstreckt sich auf dem schmalen Streifen der Westseite, auf der der Felsen flacher zum Meer abf√§llt. W√§hrend die Westseite stark bev√∂lkert ist, leben auf der Ostseite nur wenige Menschen in den beiden D√∂rfern Catalan Bay und Sandy Bay. Im Norden der Halbinsel befinden sich an der Grenze zu Spanien der Flughafen, einige milit√§rische Einrichtungen und ein Friedhof f√ľr Gefallene aus den Weltkriegen. Im Nordwesten ist ein modernes, mit Hochh√§usern bebautes Viertel entstanden, in dem auch eine Marina und Terminals f√ľr F√§hren gebaut wurden. S√ľdlich davon findet sich am Ufer der Milit√§rhafen und ein Industriegebiet, in dem zum Beispiel einige Trockendocks vorzufinden sind. Das touristische Zentrum im Westen ist die Main Street und die umliegenden Stra√üen und Pl√§tze, die teilweise autofrei sind.

Da es keine nat√ľrlichen S√ľ√üwasservorkommen gibt, wurde lange Zeit Regenwasser aufgefangen und, wo m√∂glich, Salzwasser verwendet. So entstand beispielsweise 1908 ein 130.000¬†m¬≤ gro√ües Auffangbecken f√ľr Regenwasser auf der Ostseite der Halbinsel, das allerdings inzwischen abgebaut wurde. Heute wird das ben√∂tigte S√ľ√üwasser durch Meerwasserentsalzung produziert.

Fauna und Flora

Neben dem Naturschutzgebiet Upper Rock ist auch das gesamte Meeresgebiet von Gibraltar seit dem 1. Januar 1996 unter Schutz gestellt.

Gibraltar ist der einzige Ort in Europa, an dem Affen (Tierart: Berberaffe oder Magot, Macaca silvanus) freilebend vorkommen. Deswegen nennt man Gibraltar auch den ‚ÄěAffenfelsen‚Äú. Die Affen werden zwar allgemein als freilebend bezeichnet, f√ľhren aber eher eine Art von Leben im Wildpark, bei dem sie regelm√§√üig von Menschen gef√ľttert werden.

Sehensw√ľrdigkeiten

  • Der Fels von Gibraltar mit dessen Aussichtspunkten
  • Die Berberaffen: Die Herkunft dieser Tiere ist nicht genau gekl√§rt, wahrscheinlich wurden sie irgendwann aus Marokko von Menschen eingef√ľhrt. Allerdings waren Berberaffen fr√ľher auch in S√ľd- und Mitteleuropa heimisch, die Affen von Gibraltar k√∂nnten also auch von europ√§ischen Vorfahren abstammen. Eine Legende besagt, dass die britische Herrschaft in Gibraltar beendet sei, sobald der letzte Affe den Felsen verlassen h√§tte. Hintergrund dieser Legende ist eine Geschichte aus der Zeit der Belagerung Gibraltars von 1779 bis 1783 (w√§hrend des Amerikanischen Unabh√§ngigkeitskrieges): Damals sollen die Engl√§nder von den Tieren vor einem Nachtangriff der Spanier und Franzosen gewarnt worden sein. Der britische Premierminister Winston Churchill lie√ü Berberaffen aus Marokko importieren, um den vermutlich wegen Inzucht kr√§nkelnden Affenstamm wieder zu st√§rken, und hatte damit Erfolg.
  • Die Tropfsteinh√∂hle St.¬†Michael‚Äôs Cave
  • Die Gorham-H√∂hle mit Neandertaler-Funden.
  • Die in den Felsen geschlagenen Verteidigungsanlagen der Belagerung von 1779 bis 1783 (Great Siege Tunnels)
  • Die Tunnelanlage und Gesch√ľtzstellungen aus dem Zweiten Weltkrieg.
  • Die ‚ÄěMain Street‚Äú zum Einkauf weitgehend steuerfreien Alkohols und preisg√ľnstiger Tabakwaren; an der Stra√üe die r√∂misch-katholische Kathedrale von Gibraltar
  • Im S√ľden der Stadt liegt der kleine Trafalgar-Friedhof
  • An der S√ľdspitze des Felsens, dem Europa Point ‚Äď die S√ľdspitze der iberischen Halbinsel befindet sich allerdings nicht hier, sondern rund 25¬†km s√ľdwestlich (‚Üí Punta de Tarifa) ‚Äď, stehen der 1841 er√∂ffnete Leuchtturm von Gibraltar (Gibraltar Trinity Lighthouse) und das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Europa. In den 1990er Jahren wurde hier die Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee, eine der gr√∂√üten Moscheen in einem nichtislamischen Land, errichtet.
  • Vier orthodoxe Synagogen, davon eine mit Glocke.
  • das Gibraltar North Mole Lighthouse

Demografie

Gibraltar ist eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Erde. 32.577 Personen wohnen in Gibraltar. Die Bevölkerungsdichte beträgt 5012 Einwohner pro Quadratkilometer (2012), die unbesiedelten Gebiete von Upper Rock mitgerechnet. Mittels Landgewinnung wird versucht, der Platznot Herr zu werden.

√úberalterung ist seit den 1990er-Jahren ein immer gr√∂√üer werdendes Problem. Die Lebenserwartung der Bewohner liegt bei 78,5 Jahren f√ľr M√§nner, und 83,3¬†Jahren f√ľr Frauen. Die Geburtenrate liegt bei j√§hrlich 10,67 Geburten pro 1000 Einwohner. Auf eine Frau kommen im Schnitt 1,65 Neugeborene. Die Kindersterblichkeit liegt bei 0,483¬†%. Das Bev√∂lkerungswachstum ist mit 0,11¬†% pro Jahr sehr niedrig.

Bevölkerungsentwicklung

Ethnien

Die meisten Einwohner Gibraltars sind britischer, spanischer, italienischer oder portugiesischer Herkunft. Alle Gibraltarer haben einen britischen Pass. Die Ausl√§nderbeh√∂rde stellt Einwanderern zus√§tzlich zu ihrer alten Staatsb√ľrgerschaft einen britischen Pass f√ľr Gibraltar aus. Gem√§√ü einer Analyse der Familiennamen im W√§hlerregister von 1995 waren 27¬†% britischer, 26¬†% spanischer (meist andalusischer, jedoch 2¬†% menorquinischer), 19¬†% italienischer, 11¬†% portugiesischer, 8¬†% maltesischer, 3¬†% israelischer Herkunft. Weitere 4¬†% kamen aus anderen Staaten, w√§hrend bei 2¬†% die Herkunft nicht eruierbar war.

Religion

Der Gro√üteil der Bev√∂lkerung ist mit √ľber 78 Prozent katholisch. Das Gebiet Gibraltars bildet das Bistum Gibraltar; als Nationalheiligt√ľmer werden die Kathedrale St.¬†Mary the Crowned und das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Europa angesehen. An zweiter Stelle folgt konfessionell die Anglikanische Kirche mit rund sieben Prozent der Bev√∂lkerung. Die Cathedral of the Holy Trinity ist Bischofskirche der Di√∂zese in Europa der Church of England f√ľr ganz Kontinentaleuropa. F√ľr die vier Prozent Muslime steht mit der Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee eine der gr√∂√üten Moscheen Europas als Versammlungsraum zur Verf√ľgung. Weiter wohnen in Gibraltar auch Angeh√∂rige weiterer christlicher Konfessionen (3¬†%), Juden (2¬†%), Hindus (2¬†%) und Anh√§nger mehrerer anderer Religionen.

Sprachen

Einzige Amtssprache Gibraltars ist Englisch, die meisten Einwohner sprechen daneben auch Spanisch. Obgleich nur Englisch offiziellen Charakter besitzt, sind viele Verkehrs-, Stra√üen- und Hinweisschilder zus√§tzlich in spanischer Sprache beschriftet. Dar√ľber hinaus sprechen viele Einwohner als Umgangssprache Llanito, einen Dialekt, der gr√∂√ütenteils auf andalusischem Spanisch basiert, jedoch auch einige Elemente des Englischen und verschiedener s√ľdeurop√§ischer Sprachen enth√§lt.

Geschichte

Nat√ľrliche H√∂hlen im Felsen von Gibraltar gelten als die letzten R√ľckzugsgebiete der Neandertaler in Europa. Gesicherte Spuren weisen auf eine Besiedlung der Gorham-H√∂hle noch vor etwa 28.000 Jahren hin.

Im Altertum galt Gibraltar als eine der Säulen des Herakles. Karthagische und römische Spuren in Gibraltar (lat. Mons Calpe) sind nicht bekannt. Den Römern folgten die Westgoten, die sich der Iberischen Halbinsel bemächtigten.

711 wurde Gibraltar von den muslimischen Arabern und Berbern eingenommen. Der Name Gibraltar stammt aus dem Arabischen (ō¨ō®ŔĄ ō∑ōßōĪŔā Dschabal ŠĻ¨ńĀriq, ‚ÄěBerg des Tarik‚Äú), nach TńĀriq ibn ZiyńĀd, einem maurischen Feldherrn, der die strategische Bedeutung Gibraltars f√ľr die Eroberung Spaniens erkannte. Um etwa 1160 entstand eine erste Festung in Gibraltar, die in den kommenden Jahrhunderten ausgebaut wurde und heute als Moorish Castle bekannt ist. Die Muslime beherrschten Gibraltar bis zur Reconquista 1462 (von 1309 bis 1333 erstmals kastilisch durch Ferdinand IV.).

Am 25. April 1607 fand w√§hrend des Achtzigj√§hrigen Krieges die Schlacht bei Gibraltar statt. Dabei √ľberraschte eine niederl√§ndische Flotte eine in der Bucht von Gibraltar ankernde spanische Flotte und vernichtete sie.

Nachdem die spanischen Habsburger die Vorherrschaft in Europa am Ende des Drei√üigj√§hrigen Krieges 1648 verloren hatten, k√§mpften Niederl√§nder und Engl√§nder um die Kontrolle der Ozeane. Dies war die Zeit der vier Englisch-Niederl√§ndischen Seekriege, die in der Zeit zwischen 1652 und 1784 stattfanden. So wurde beispielsweise der Zweite Englisch-Niederl√§ndische Seekrieg dadurch ausgel√∂st, dass ein niederl√§ndischer Geleitzug im Dezember 1664 in der Stra√üe von Gibraltar von den Engl√§ndern √ľberfallen wurde. Zwischen diesen Auseinandersetzungen kam es immer wieder zu Friedensschl√ľssen und gemeinsamen Aktionen gegen Dritte. Eine dieser gemeinsamen Aktionen war die Eroberung Gibraltars am 4.¬†August 1704 durch Prinz Georg von Hessen-Darmstadt im Spanischen Erbfolgekrieg an Bord der englisch-holl√§ndischen Flotte unter Admiral Sir George Rooke. Die spanische Besatzung wurde dabei in Abwandlung milit√§rischer Taktik nicht im Morgengrauen, sondern w√§hrend der Siesta am Nachmittag √ľberrascht. Die anschlie√üende Belagerung Gibraltars durch Spanien blieb erfolglos. 1713 wurde das Gebiet im Vertrag von Utrecht formell den Briten zugesprochen und ist seit 1830 britische Kronkolonie. W√§hrend des Englisch-Spanischen Krieges von 1727‚Äď1729 belagerten Truppen von Philipp V. vergeblich Gibraltar. Zwischen 1779 und 1783 versuchten spanische und franz√∂sische Truppen erneut, die Festung zu erobern (Great Siege). In dieser Zeit wurden die ersten Tunnel, die sogenannten Great Siege Tunnels, gegraben.

W√§hrend des Zweiten Weltkrieges wurde die Zivilbev√∂lkerung Gibraltars nach Madeira umgesiedelt. In dieser Zeit wurde der Felsen in eine unterirdische Festung f√ľr bis zu 15.000 Soldaten umgewandelt. Die Tunnel, die sogenannten World War II Tunnels, k√∂nnen heute in Teilen besichtigt werden. Ziel dieser Befestigung war es, einem m√∂glichen Angriff der deutschen Wehrmacht begegnen zu k√∂nnen. Diese hatte mit einem ersten Operationsentwurf vom 20.¬†August 1940 die Eroberung des St√ľtzpunktes geplant. Das Unternehmen Felix wurde jedoch nie durchgef√ľhrt, da Spanien neutral blieb. Bei einem Vergeltungsschlag f√ľr die britische Operation Catapult bombardierten Luftstreitkr√§fte des restfranz√∂sischen Vichy-Regimes Gibraltar am 24. und 25.¬†September 1940 und versenkten dabei einen Hilfskreuzer im Hafen. Vor Beginn der anglo-amerikanischen Invasion Franz√∂sisch-Nordafrikas, der Operation Torch, schlug der US-amerikanische General Dwight D. Eisenhower sein Hauptquartier am 5.¬†November 1942 in Gibraltar auf. Drei Tage sp√§ter begann die Invasion Marokkos mit 300.000 Soldaten. Letzten Endes blieb Gibraltar der einzige Teil des nichtneutralen westeurop√§ischen Festlands, der zu keiner Zeit von NS-Deutschland oder seinen Verb√ľndeten besetzt war.

Vor Gibraltar kam der Premierminister der polnischen Exilregierung, General WŇāadysŇāaw Sikorski, bei einem Flugunfall am 4. Juli 1943 ums Leben.

Die Stra√üe von Gibraltar, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet, ist f√ľr das Milit√§r von gro√üer Bedeutung. Das Vereinigte K√∂nigreich unterh√§lt in Gibraltar einen Flottenst√ľtzpunkt.

Seit langem kommt es zu Spannungen zwischen dem Vereinigten K√∂nigreich und Spanien, weil Spanien die Hoheit √ľber Gibraltar wiedererlangen m√∂chte. Die Grenze nach Spanien war von 1969 bis 1985 geschlossen. Seit 1946 steht das Territorium auf der UN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung. Bei einem Referendum am 7.¬†November 2002 (Wahlbeteiligung: fast 90¬†%) stimmten 99¬†% der Abstimmenden f√ľr einen Verbleib unter britischer Herrschaft. Nur 187 Bewohner waren f√ľr eine geteilte Souver√§nit√§t.

Am 18. September 2006 schlossen der Au√üenminister Spaniens und der Europaminister des Vereinigten K√∂nigreichs sowie der Chief Minister of Gibraltar Peter Caruana in C√≥rdoba einen Vertrag zur Zusammenarbeit. Darin wird festgelegt, dass ein neues Terminal f√ľr den Flughafen Gibraltar gebaut wird, sodass der Flughafen auch von spanischer Seite aus genutzt werden kann. Au√üenminister Spaniens war damals Miguel √Āngel Moratinos (Kabinett Zapatero I), Europaminister des Vereinigten K√∂nigreichs war Geoff Hoon (Kabinett Blair III). Ab dem 16.¬†Dezember 2006 gab es (zum ersten Mal seit Jahrzehnten) einen Linienflug von Spanien nach Gibraltar (N√§heres hier). Au√üerdem wurden Regelungen √ľber das Telefonnetz, die Entsch√§digung von spanischen Arbeitern, die nach der Schlie√üung der Grenze 1969 ihre Arbeit verloren hatten, und eine Erleichterung der Grenzkontrollen auf der Landseite getroffen. Weiterhin soll eine D√©pendance des Instituto Cervantes in Gibraltar er√∂ffnet werden. Am 21.¬†Juli 2009 kam Au√üenminister Moratinos als erster Vertreter der spanischen Regierung seit Beginn der britischen Souver√§nit√§t √ľber Gibraltar zu einem offiziellen Besuch nach Gibraltar.

Politik

Verhältnis zum Vereinigten Königreich

Gibraltar ist ein √úberseeterritorium des Vereinigten K√∂nigreichs. Es hat eine eigene Regierung, die die Aufgaben der Selbstverwaltung erf√ľllt. Sie umfasst alle Bereiche au√üer Verteidigung, Au√üenpolitik und innere Sicherheit, die vom Vereinigten K√∂nigreich √ľbernommen werden. Staatsoberhaupt ist die britische K√∂nigin; sie wird in Gibraltar durch einen Gouverneur repr√§sentiert. Der Gouverneur ist gleichzeitig der Oberbefehlshaber der Armee und der Polizei. Der amtierende Gouverneur Edward Davis wurde im Januar 2016 ernannt.

Im November 2006 stimmten √ľber 60 Prozent der gibraltarischen Bev√∂lkerung f√ľr eine neue Verfassung, die gr√∂√üere Eigenst√§ndigkeit vorsieht, insbesondere im Justizwesen.

Verhältnis zu Spanien

Seit 1704, als die Englische Krone die Herrschaft √ľber die Halbinsel erlangte und im Vertrag von Utrecht 1713 zugesichert bekam, versucht Spanien, die britische Kolonie zur√ľckzuerlangen. Im 18.¬†Jahrhundert wurde dies mit milit√§rischen Mitteln versucht, n√§mlich in den drei Belagerungen von 1704, 1727 und 1779‚Äď1783, allesamt erfolglos. Im 19.¬†Jahrhundert waren weitere milit√§rische Aktionen gegen Gro√übritannien infolge seiner weltweiten politischen und milit√§rischen Dominanz aussichtslos und unterblieben daher. Obwohl Spanien in den Abkommen von Cartagena (1907) die britische Herrschaft anerkannt und best√§tigt hatte, unternahm in den 1950er Jahren der spanische Diktator Francisco Franco neue Versuche, Gibraltar zu annektieren, wobei er auch den Exilpr√§sidenten Spaniens, Claudio S√°nchez Albornoz, auf seiner Seite hatte. Seither fanden mehrere Verhandlungsrunden statt, die aber zu keiner abschlie√üenden L√∂sung f√ľhrten. In zwei Volksabstimmungen, in denen Gibraltar √ľber einen Wechsel zu Spanien entschied, wurden die Vorschl√§ge √ľberaus deutlich verworfen: Am 10. September 1967 mit 12.138 zu 44 Stimmen und am 7. November 2002 mit 17.900 zu 187 Stimmen. 2002 war nur √ľber eine gemeinsame britisch-spanische Aus√ľbung der Souver√§nit√§tsrechte √ľber Gibraltar abgestimmt worden. Durch verschiedene Repressionen hatte sich Spanien bei den Einwohnern Gibraltars unbeliebt gemacht, darunter die jahrelange komplette Schlie√üung der Grenze (vom 9. Juni 1969 bis zum 4. Februar 1985), auch danach gab es oft lange Wartezeiten am Grenz√ľbergang, Beschr√§nkungen beim Zugang zu Telekommunikationsmitteln oder Versuche, Gibraltars Bev√∂lkerung von der Teilnahme an internationalen Sportanl√§ssen auszuschlie√üen. Zwischen 2009 und 2011 gab es auch kleinere Grenzzwischenf√§lle in den Hoheitsgew√§ssern.

Spanien war zwar zun√§chst von den Vereinten Nationen in dem Bestreben, die Souver√§nit√§t √ľber Gibraltar zu erlangen, unterst√ľtzt worden, da Gibraltar offiziell noch eine aufzul√∂sende Kolonie ist, nach diesen Abstimmungen stellte Jim Murphy, britischer Minister, aber klar, dass das Vereinigte K√∂nigreich nichts ohne die explizite Zustimmung der Gibraltarer tun w√ľrde. Au√üerdem sei der rechtliche Status Gibraltars umstritten und somit auch sein Status als Kolonie. Inzwischen sieht die UNO Gibraltar als ein rein bilaterales Problem zwischen Gro√übritannien und Spanien an und √ľberl√§sst es diesen Staaten, eine L√∂sung zu finden.

Trotz der verbesserten Zusammenarbeit zwischen Spanien und dem britischen √úberseegebiet herrscht bis in die heutige Zeit Uneinigkeit √ľber die jeweiligen Hoheitsrechte vor der K√ľste Gibraltars. Spanien erkennt nur eine kleine Zone rund um den Hafen als britisch an und beruft sich dabei auf den Vertrag von Utrecht, das Vereinigte K√∂nigreich hingegen beansprucht unter Berufung auf dieselbe Urkunde eine Drei-Meilen-Zone, was wiederholt zu Zusammenst√∂√üen zwischen der spanischen Guardia Civil und britischen Patrouillenbooten f√ľhrte. Am 18. November 2009 beobachtete die Guardia Civil, wie ein Schnellboot der britischen Marine sieben Seemeilen s√ľdlich von Gibraltar Schie√ü√ľbungen auf eine Boje mit der spanischen Flagge durchf√ľhrte; der britische Botschafter Giles Paxman entschuldigte sich wenig sp√§ter f√ľr ‚Äěmangelndes Urteilsverm√∂gen und fehlende Sensibilit√§t‚Äú der Schiffsbesatzung. Am 7. Dezember 2009 fuhr ein Boot der Guardia Civil bei der Verfolgung mutma√ülicher Drogenschmuggler bis in den Hafen von Gibraltar. Die spanischen Sicherheitskr√§fte machten dort zwar die zwei Insassen des fl√ľchtenden Schnellbootes dingfest, wurden aber ihrerseits von der Gibraltar Squadron festgenommen. Der spanische Innenminister Alfredo P√©rez Rubalcaba entschuldigte sich wenig sp√§ter bei Gibraltars Chief Minister Peter Caruana f√ľr das ‚Äěnicht korrekte Verhalten‚Äú seiner Beamten. Diese wurden noch am selben Tag wieder auf freien Fu√ü gesetzt.

Ende Juli 2013 lie√ü die Regierung von Gibraltar 70 je drei Tonnen schwere eisenbewehrte Betonkl√∂tze im Meer versenken. Fischer protestierten gegen die Kl√∂tze. Premierminister David Cameron bat etwa drei Wochen sp√§ter in einem Telefongespr√§ch mit EU-Kommissionspr√§sident Jos√© Manuel Barroso ‚Äědringend‚Äú um die Entsendung von EU-Beobachtern an die Grenze.

Juristisch umstritten ist auch der Verlauf der Landgrenze. De facto bildet der 1909 von Gro√übritannien errichtete Zaun, der etwa 800 Meter n√∂rdlich des Nordhangs des Felsens von Gibraltar verl√§uft, die Grenze. Dieser Grenzverlauf wird offiziell von Spanien nicht anerkannt, da nach dem Vertrag von Utrecht nur ‚Äědie Stadt und die Burg von Gibraltar nebst dem zugeh√∂rigen Hafen und den zugeh√∂rigen Verteidigungsanlagen und Befestigungen‚Äú abgetreten wurden. Das umstrittene Gebiet wird heute zum gr√∂√üten Teil vom Flughafen von Gibraltar eingenommen. Anders als die Frage der K√ľstengew√§sser hat die Landgrenze jedoch in den letzten Jahrzehnten keinen Anlass von tats√§chlichen Auseinandersetzungen gegeben. Spanischerseits wird die De-facto-Grenze jedoch nicht als ‚ÄěGrenze‚Äú, sondern als la verja (‚Äěder Zaun‚Äú) bezeichnet.

Im November 2018 drohte die spanische Regierung damit, den EU-Gipfel am 25. November 2018 zu boykottieren. Grund war die Sorge Spaniens, man w√ľrde durch die Unterzeichnung des Brexit-Abkommens die Grenzen des Vereinigten K√∂nigreichs in ihrem derzeitigen Verlauf festschreiben. Da die spanische Regierung weiterhin auf ihren Gebietsanspruch insistiert, wollte diese es unbedingt vermeiden, einen Anspruch des Vereinigten K√∂nigreichs durch das Abkommen zu festigen. Nach diplomatischen Verhandlungen wurde der Vertrag am 24. November 2018 dahingehend konkretisiert, dass das Brexit-Abkommen keinerlei Verpflichtungen hinsichtlich des Geltungsbereichs schaffe. Die k√ľnftigen Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten K√∂nigreich m√ľssten nicht zwingend f√ľr die im Austrittsabkommen genannten Gebiete gelten. Spanien gab infolgedessen die Bedenken gegen das Abkommen auf.

Politisches System

Die Bevölkerung Gibraltars wählt das siebzehnköpfige Gibraltar Parliament. Jeder Wähler hat zehn Stimmen. Eine Einteilung in Wahlkreise gibt es nicht. Da eine Personenwahl stattfindet, ist die Vertretung der Parteien nicht notwendigerweise proportional. Derzeit sind drei Parteien im Parlament vertreten.

Der von einer Mehrheit unterst√ľtzte Kandidat wird vom Gouverneur zum Regierungschef (Chief Minister) ernannt. Au√üer diesem besteht die Exekutive noch aus dem Finanz- und dem Justizminister.

Bei den Parlamentswahlen am 8. Dezember 2011 erhielt die Gibraltar Socialist Labour Party (GSLP) sieben Mandate, die Gibraltar Social Democrats (GSD) des fr√ľheren Chief Minister Peter Caruana trotz erheblich h√∂herer Stimmenzahl ebenso nur sieben Sitze. Die Liberal Party of Gibraltar (Libs) ist mit drei Sitzen vertreten und bildet mit der GSLP eine Koalition, sodass die GSD derzeit in der Opposition ist.

Die GSLP stellt mit Fabian Picardo den Chief Minister. Alle Parteien sind f√ľr Gibraltars Selbstregierung. Sowohl GSD als auch GSLP weigern sich, Vereinbarungen mit Spanien zu treffen, wobei die GSLP traditionell radikaler ist.

Bis 2006 trug das Gremium den Namen House of Assembly. Die Namens√§nderung im Zuge der neuen Verfassung sollte auch das h√∂here Ma√ü an Selbst√§ndigkeit ausdr√ľcken, da House of Assembly ein wiederholt verwendeter Name in britischen Kolonien war. Es hatte auch 17 Mitglieder, aber nur 15 wurden von der Bev√∂lkerung gew√§hlt. Jeder W√§hler hatte acht Stimmen, was oft dazu f√ľhrte, dass die Parteien acht Kandidaten aufstellten mit der Bitte, alle zu w√§hlen. Hierdurch erhielt die st√§rkste Fraktion in der Regel acht Sitze, die unterlegene Partei sieben Sitze.

Verhältnis zur EU

Im Gegensatz zu allen anderen Britischen Überseegebieten war Gibraltar bis zum 31. Januar 2020 mit dem Vereinigten Königreich Mitglied der Europäischen Union.

Aus Sicht der Europäischen Union sind die Einwohner nicht Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs (EuGH C-145/04, 2006). Es gibt einige spezielle Regelungen:

  • Gibraltar ist den freien Warenverkehr betreffend nicht Teil des EU-Binnenmarktes.
  • Das Schengenrecht wird seit dem 1. Januar 2021 angewendet.
  • Die EU-Bestimmungen zur Mehrwertsteuer finden in Gibraltar keine Anwendung.
  • Gibraltar nimmt nicht an der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Fischereipolitik teil.

Im Jahr 2003 erhielten die Bewohner Gibraltars durch den European Parliament (Representation) Act 2003 das Wahlrecht f√ľr das Europ√§ische Parlament, obwohl die B√ľrger keine Unionsb√ľrger im Sinne des Art.¬†20 AEUV waren. Dies begr√ľndete der EuGH mit der engen Verbindung von Gibraltar zum Vereinigten K√∂nigreich. Bei den Europawahlen geh√∂rte Gibraltar zum Europawahl-Wahlkreis South West England, der sieben Vertreter stellte (er bestand aus der Region South West England und Gibraltar). Bei der Europawahl 2004 nutzten 57,5¬†% der Wahlberechtigten Gibraltars ihr damaliges neues Recht. Damit lag die Wahlbeteiligung 18,6¬†Prozentpunkte √ľber dem britischen Durchschnitt.

Brexit

Beim Referendum √ľber den Verbleib des Vereinigten K√∂nigreichs in der Europ√§ischen Union 2016 stimmten 95,9¬†% f√ľr den Verbleib in der Europ√§ischen Union (19.322 Stimmen), 4,1¬†% f√ľr den Brexit (823¬†Stimmen)¬†‚Äď bei einer Wahlbeteiligung von 83,5¬†%. Gibraltar war damit der Stimmbezirk mit dem h√∂chsten Stimmanteil f√ľr einen Verbleib in der EU.

Mitte 2014 schlug Jos√© Manuel Garc√≠a-Margallo, damals Au√üenminister Spaniens im Kabinett Rajoy I, ‚Äěeine britisch-spanische Ko-Souver√§nit√§t‚Äú f√ľr die Halbinsel vor. Dieser Status solle f√ľr einen begrenzten Zeitraum gelten, bis das britische Gebiet an Spanien zur√ľckgegeben werde. In dieser √úbergangszeit k√∂nnten die Einwohner Gibraltars britische Staatsb√ľrger bleiben und eine besondere Steuerregelung erhalten. Die Idee einer geteilten Souver√§nit√§t wurde bereits bei Verhandlungen zwischen London und Madrid in den Jahren 2001 und 2002 gepr√ľft. Bei einem Referendum wurde sie von den B√ľrgern Gibraltars aber abgelehnt. Joseph Garc√≠a, stellvertretender Chefminister Gibraltars, gab an, die Position Gibraltars bez√ľglich Spaniens habe sich auch nach dem EU-Referendum nicht ge√§ndert. Man sehe sich als Briten; die Zukunft Gibraltars liege aber in der EU.

Im langfristigen Handels- und Kooperationsabkommen, das die langfristigen Beziehungen zur EU regeln soll, wurde Gibraltar aufgrund seiner besonderen Situation ausgeklammert. Ende 2020, kurz vor dem Austritt des Vereinigten K√∂nigreichs aus dem Europ√§ischen Binnenmarkt, einigten sich Spanien und das Vereinigte K√∂nigreich jedoch √ľberraschend darauf, dass Gibraltar zum 1.¬†Januar 2021 dem Schengen-Raum beitritt. Die EU-Au√üengrenze wird sich dadurch an die H√§fen und den internationalen Flughafen Gibraltars verlagern. Spanien ist f√ľr die Kontrolle der Au√üengrenze von Gibraltar verantwortlich.

Wirtschaft

Die Wirtschaft Gibraltars wird vor allem vom Tourismus bestimmt. 2017 z√§hlte man 7,7 Mio. Ank√ľnfte. Neben vielen Tagestouristen √ľbernachten auch immer mehr Touristen in den zahlreichen Hotels. Daneben tragen das Offshore-Finanzwesen sowie Schiffbau und Schiffsreparatur mit jeweils etwa 25 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. An vierter Stelle steht der Telekommunikationsbereich, der zu etwa 10 Prozent am BIP beteiligt ist. Einen immer gr√∂√üeren Teil der Wirtschaft stellt die wachsende Zahl in Gibraltar angesiedelter internationaler Anbieter von Online-Sportwetten sowie -Casinos dar. Im Haushaltsjahr 2011/2012 betrug das Bruttoinlandsprodukt 1.169,37¬†Mio.¬†¬£, das entsprach Mitte 2012 etwa 1,837¬†Mrd.¬†US$.

Im Staatshaushalt wurden seit 2004 regelm√§√üig √úbersch√ľsse erwirtschaftet, die jeweils zwischen 1,1¬†% und 4,1¬†% des BIP betrugen. So standen im Haushaltsjahr 2011/2012 Einnahmen von 454,6¬†Mio.¬†¬£ lediglich Ausgaben von 420,3¬†Mio.¬†¬£ gegen√ľber, was einem Haushalts√ľberschuss von 2,93¬†% des BIP entsprach.

Das Gibraltar-Pfund ist formal eine eigene Währung, ist aber in einem Verhältnis von 1:1 fest an das britische Pfund gebunden. Deswegen wird auch oft mit britischen Pfund bezahlt und weniger mit dem Euro.

In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Gibraltar den 66. Platz (Stand: 2018).

Postwesen

F√ľr Postdienstleistungen war in Gibraltar ab 1886 das ‚ÄěGibraltar Post Office‚Äú zust√§ndig. Im Jahre 2005 wurde ihm von der britischen K√∂nigin Elisabeth II. der Titel ‚ÄěRoyal‚Äú verliehen, sodass das Postwesen in Gibraltar nun in der Hand des ‚ÄěRoyal Gibraltar Post Office‚Äú liegt. Damit ist die Postgesellschaft von Gibraltar das einzige Postunternehmen au√üerhalb des britischen Mutterlandes, dem der Titel ‚ÄěRoyal‚Äú zuerkannt wurde.

Das Royal Gibraltar Post Office gibt eigene Briefmarken heraus, deren Nominalwerte in Gibraltar-Pfund (GIP) ausgewiesen werden. Aufgrund der geographischen Limitierung sind die Briefmarken des ‚ÄěRoyal Gibraltar Post Office‚Äú bei Touristen und Sammlern sehr beliebt. Die Briefmarken weisen h√§ufig das Motiv der britischen K√∂nigin Elisabeth II. auf.

Postsendungen von Gibraltar in das Ausland (Ausnahme Spanien) werden zun√§chst nach London geflogen und von dort aus in ihre Bestimmungsstaaten weitertransportiert. Postsendungen f√ľr Spanien werden hingegen an der Landesgrenze der spanischen Post √ľbergeben. Die gleiche Vorgehensweise gilt ebenfalls in umgekehrter Richtung f√ľr Postsendungen aus dem Ausland nach Gibraltar. Das Hauptpostamt ist in der Main-Street 104 zu finden.

Verkehr

Gibraltar verf√ľgt √ľber einen eigenen Flughafen, den Flughafen Gibraltar. Es handelt sich dabei um den weltweit einzigen Flughafen, dessen Landebahn eine (vierspurige) Stra√üe h√∂hengleich kreuzt.

Gibraltar ist ein sehr bedeutender Nachschubplatz f√ľr Schiffsdiesel im Mittelmeer. Im Jahre 2005 liefen 6662 hochseetaugliche Schiffe den Hafen an, 90¬†% von ihnen zum Tanken.

In Gibraltar verkehren insgesamt neun Buslinien (Linien 1 bis 4 und 7 bis 9, betrieben durch die Gibraltar Bus Company, sowie die Linien 5 und 10, betrieben durch Calypso Transport). Die Bef√∂rderung auf den Linien der Gibraltar Bus Company ist kostenfrei f√ľr Inhaber bestimmter Ausweise, andere zahlen 2,50 Gibraltar-Pfund bzw. 3,30 Euro f√ľr ein Tagesticket. Auf den Linien von Calypso Transport kostet ein Tagesticket 6 Gibraltar-Pfund bzw. 9 Euro, Einzelfahrten kosten 1,40 Gibraltar-Pfund bzw. 2,10 Euro.

In Gibraltar gilt wegen der geringen Größe und seiner Nähe zu Spanien seit dem Jahr 1929 der Rechtsverkehr.

Von der Innenstadt zum Felsen (Upper Rock) gibt es eine regelmäßig verkehrende Seilbahn mit einer Zwischenstation.

Die Winston Churchill Avenue ist die einzige Verbindung nach Spanien.

Kultur

Die gibraltarische Kultur ist stark beeinflusst durch die britische, die spanische und auch die marokkanische Kultur.

Musikbands aus Gibraltar sind zum Beispiel Breed 77, The SoulMates und No Direction.

Nationalfeiertag

Der gibraltarische Nationalfeiertag ist der 10.¬†September. Er erinnert damit an das Referendum am 10. September 1967, bei dem sich eine √ľberw√§ltigende Mehrheit der B√ľrger f√ľr einen Verbleib bei Gro√übritannien entschied. Viele H√§user werden mit der Flagge Gibraltars und rot-wei√üen Luftballons verziert. Von 1992 bis 2015 wurde an diesem Tag f√ľr jeden B√ľrger ein Ballon ‚Äěin die Luft entlassen‚Äú, dieses Ritual ist 2016 wegen Naturschutzbedenken verboten worden.

Bekannte Gibraltarer

  • Henry Francis Cary (1772‚Äď1844), britischer Schriftsteller und √úbersetzer
  • Michael George Bowen (1930‚Äď2019), r√∂misch-katholischer Erzbischof von Southwark
  • Charles Caruana (1932‚Äď2010), r√∂misch-katholischer Bischof von Gibraltar
  • Albert Hammond (* 1944), Singer-Songwriter und Musikproduzent
  • John Galliano (* 1960), britischer Modedesigner
  • Karel Mark Chichon (* 1971), Dirigent
  • Ava Addams (* 1979), Pornodarstellerin
  • Misha Verollet (* 1981), Schriftsteller
  • Kaiane Aldorino (* 1986), Miss World 2009
  • Maroua Kharbouch (* 1990), Sch√∂nheitsk√∂nigin

Sport

Die Fußballnationalmannschaft von Gibraltar existiert seit 1895 und belegte unter anderem beim FIFI Wild Cup den dritten Platz. Es wird jährlich eine nationale Meisterschaft ausgespielt.

Gibraltar hat ein eigenes Fu√üballstadion, in dem s√§mtliche Ligaspiele sowie L√§nderspiele ausgetragen werden. Am 8. Dezember 2006 wurde der Fu√üballverband von Gibraltar vorl√§ufig als UEFA-Mitglied aufgenommen. Eine definitive Abstimmung erfolgte am 26. Januar 2007 in D√ľsseldorf ‚Äď dort wurde der Antrag Gibraltars zur UEFA-Mitgliedschaft abgelehnt. Nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS vom August 2011 musste die Entscheidung revidiert und Gibraltar ab 1. Oktober 2012 erneut als vorl√§ufiges Mitglied aufgenommen werden. Daraufhin wurde Gibraltar als eigenst√§ndiger Nationalverband bei den Auslosungen zur EM der U-17, der U-19 und zum UEFA Futsal Cup ber√ľcksichtigt. Die endg√ľltige Aufnahme wurde im Rahmen des 37. UEFA-Kongresses am 24. Mai 2013 in London beschlossen. Per Exekutiv-Entscheid ist auch als Vollmitglied ein Aufeinandertreffen von Mannschaften aus Spanien und Gibraltar in Gruppenspielen nicht zul√§ssig. Am 19. November 2013 bestritt die Nationalmannschaft im portugiesischen Faro ihr erstes offizielles L√§nderspiel gegen ein anderes UEFA-Mitglied. Die Partie gegen die Slowakei endete 0:0. Die Qualifikation zur Fu√üball-Europameisterschaft 2016 war das erste Turnier, bei dem Gibraltar um die Teilnahme spielte. Das erste Spiel gegen Deutschland fand am 14. November 2014 in N√ľrnberg statt und endete 4:0 f√ľr Deutschland.

√Ąhnlich der Entwicklung zur UEFA-Aufnahme Gibraltars hatte die CAS √ľber die Aufnahme Gibraltars bei der FIFA zu entscheiden. Vor allem Spanien wehrte sich, wie ehedem bei der Aufnahme in die UEFA, gegen eine Mitgliedschaft Gibraltars. Zugleich wurde argumentiert, dass Gibraltar kein in sich freies Land w√§re und damit die Voraussetzungen f√ľr eine Aufnahme in die FIFA nicht erf√ľllt w√§ren. Die CAS urteilte, dass die FIFA baldm√∂glichst alle Voraussetzungen zu schaffen h√§tte, Gibraltar als Vollmitglied aufnehmen zu k√∂nnen. Gibraltar wurde 2016 in die FIFA aufgenommen.

Auch in anderen Sportarten kämpfen die Nationalmannschaften Gibraltars um internationale Anerkennung. Rugby und Cricket haben sich auf Grund der Historie Gibraltars etabliert. Im Cricket wird am europäischen Wettbewerb teilgenommen.

Medien

Die Gibraltar Broadcasting Corporation (GBC) betreibt einen eigenen Radio- und Fernsehsender f√ľr Gibraltar. Die √∂rtliche Variante des britischen Soldatensenders British Forces Broadcasting Service ist sowohl online als auch √ľber Eutelsat 10A zu empfangen. Au√üerdem gibt es verschiedene Tageszeitungen in englischer und spanischer Sprache. Die wichtigsten gibraltarischen Tageszeitungen sind der Gibraltar Chronicle und Panorama.

Seit 1995 existiert die länderspezifische Top-Level-Domain .gi.

Städtepartnerschaften

Gibraltar unterhält derzeit zwei Städtepartnerschaften:

  • Vereinigtes Konigreich Ballymena, Vereinigtes K√∂nigreich (seit 2006)
  • Portugal Funchal, Portugal (seit 2009)

Literatur

  • Roy und Lesley Adkins: Gibraltar. The greatest siege in British history: Penguin, New York 2019, ISBN 978-0-7352-2164-2.
  • Tito Benady: Reisef√ľhrer von Gibraltar. 3. Auflage, Gibraltar Books, Grendon, Northants 1991, ISBN 0-948466-19-7.
  • Gundolf Fahl: Die Gibraltarfrage ‚Äď Entwicklung und Rechtslage. In: Zeitschrift f√ľr ausl√§ndisches √∂ffentliches Recht und V√∂lkerrecht. Vol.¬†30 Nr.¬†2/3. Beck, M√ľnchen 1970, ISSN¬†0044-2348 (online; PDF; 5,1¬†MB).
  • Peter Gold: Gibraltar. British oder Spanish? Routledge, London 2005 (Routledge advances in European Politics, Band 19), ISBN 0-415-34795-5.
  • Chris Grocott/Gareth Stockey: Gibraltar. A modern history. Univ. of Wales Press, Cardiff 2012, ISBN 978-0-7083-2481-3.
  • Dieter Haller: Gelebte Grenze Gibraltar. Transnationalismus, Lokalit√§t und Identit√§t in kulturanthropologischer Perspektive. Deutscher Universit√§ts-Verlag, Wiesbaden 2000, ISBN 3-8244-4407-0 (Zugleich Habilitationsschrift an der Universit√§t Frankfurt (Oder) 1999).
  • Johannes Kramer: English and Spanish in Gibraltar. Buske, Hamburg 1986, ISBN 3-87118-815-8.
  • Andrea Neidig: Englisch und Spanisch im Kontakt ‚Äď Das Yanito in Gibraltar. Eine soziolinguistische Untersuchung (=¬†K√∂lner Arbeiten zu Sprache und Kultur. Bd.¬†1). Herrmann, Gie√üen 2008, ISBN 978-3-937983-14-1.

Weblinks

  • Website der Regierung Gibraltars (englisch)
  • Sammlung von Gesetzestexten Gibraltars (englisch)
  • Website des Fremdenverkehrsamtes von Gibraltar (englisch)
  • Website des Gibraltar Museums (englisch)
  • Ausf√ľhrlicher Bericht √ľber Gibraltars Geschichte und seine Affen
  • ZeitZeichen: 04.08.1704 - Besetzung von Gibraltar

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
GH.WP Gibraltar  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Gibraltar

Name englisch: Gibraltar
Hauptstadt: Gibraltar
Kfz: GBZ
ISO: GI
ISO3: GIB
Fläche: 7 km²
Tld: .gi
Wärung Einheit: GIP
Währung: Pound
Vorwahl: 350

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 36.1551188
südlichster Punkt: 36.1087953
westlichster Punkt: -5.3663194
östlichster Punkt: -5.3386837


 
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