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Staat Informationen : Andorra

Informationen:


Andorra (amtlich Principat d’Andorra, deutsch: FĂŒrstentum Andorra) ist ein in den östlichen PyrenĂ€en zwischen Spanien und Frankreich gelegener demokratischer Staat in Form einer parlamentarischen Monarchie.

Andorra wurde am 8. September 1278 gegrĂŒndet. Mit 468 kmÂČ ist es der FlĂ€che nach der grĂ¶ĂŸte der sechs europĂ€ischen Zwergstaaten. Es ist das einzige Land der Welt, in dem zwei auslĂ€ndische AmtstrĂ€ger gemeinsam die Funktion des Staatsoberhauptes wahrnehmen. Der Bischof von Urgell und der PrĂ€sident von Frankreich (in Nachfolge der Grafen von Foix) regieren in einer symbolischen Doppelherrschaft als Co-FĂŒrsten. Zudem wird ein andorranischer Regierungschef gewĂ€hlt. Andorra wird zu den so genannten Steueroasen gerechnet. Eine beachtliche Anzahl von Tagesbesuchern kommt der billigen Alkoholika und Tabakprodukte wegen. In der Region war der Name Andorra wegen der beiden konkurrierenden Rundfunkstationen mit Sitz in Andorra, Radio Andorra und Sud Radio, berĂŒhmt, die bis 1981 von auslĂ€ndischen Lizenzinhabern betrieben wurden und werbefinanzierte, ĂŒberwiegend französischsprachige Unterhaltungsprogramme sendeten. Der Tourismus, insbesondere im Zusammenhang mit dem Wintersport, ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor.

Namensherkunft

Die Herkunft des Namens Andorra ist unbekannt. Es gibt jedoch verschiedene ErklÀrungsversuche:

  • Laut einer Theorie stammt der Landesname vom navarro-baskischen Wort andurrial ab, was „mit BĂŒschen bedecktes Land“ bedeutet.
  • Andere verbinden es mit einem Wort anorra, worin das baskische Wort ur fĂŒr „Wasser“ stecken soll.
  • Eine dritte Theorie lautet, dass sich der Name vom arabischen Wort ad-darra ableite.
  • Sagenhaft ist die ErklĂ€rung, wonach Karl der Große die Region im Hinblick auf das biblische Tal En Dor oder Andor in Kanaan benannt habe, wo die Midianiter besiegt wurden.

Geographie

Andorra liegt in einem Hochtal der PyrenĂ€en. Die Entstehung des Tales geht auf die Eiszeit zurĂŒck, in der Gletscher die ursprĂŒnglich engen TĂ€ler verbreiterten und das mitgefĂŒhrte Schuttmaterial als MorĂ€nen ablagerten. Mehr als ein Drittel Andorras liegt oberhalb der Waldgrenze. In den Lagen darunter wechseln sich ĂŒberwiegend KiefernwĂ€lder mit Wiesen und Weiden ab. Das Land ist sehr gebirgig. 65 Berggipfel ĂŒbersteigen die 2000-Meter-Grenze. Der höchste Berg ist der Coma Pedrosa mit 2942 Metern. Der niedrigste Punkt ist 840 Meter hoch und liegt bei Sant JuliĂ  de LĂČria an der spanischen Grenze. Die Grenze zu Frankreich hat eine LĂ€nge von 56,6 km, die zu Spanien 63,7 km.

Zwei Arme des Flusses Valira, die Valira del Nord und die Valira d’Orient, vereinigen sich etwa in der Mitte des Landes zur Valira, die nach Spanien weiterfließt. Die Valira liefert durch Wasserkraftwerke am Fluss einen Teil der Energie des Landes. Weitere wichtige FlĂŒsse sind der Arinsal und der Riu MadrĂ­u.

Klima

In Andorra herrscht ein Hochgebirgsklima mit mediterranen EinflĂŒssen. Die mittleren monatlichen Durchschnittstemperaturen reichen von 0,7 °C im Januar bis 16,6 °C im Juli. Die mittlere monatliche Niederschlagshöhe liegt zwischen 41,6 Millimeter im Februar und 97,4 Millimeter im Mai.

Flora und Fauna

Die untersten Lagen sind mediterran beeinflusst, sie sind von immergrĂŒnen EichenbestĂ€nden und wechselndem Öd- und Heideland gekennzeichnet. Danach folgt eine Zone der Eichen- und PinienwĂ€lder, in Schattenlagen gedeihen Tannen. In der subalpinen Zone zwischen 1600 und 2000 Metern herrschen WĂ€lder mit Kiefern und Fichten vor, vereinzelt wachsen dort auch Birken, Eschen, BuchsbĂ€ume, Wacholder, Rhododendron und Heidekraut. Oberhalb der Baumgrenze breiten sich alpine Matten aus. Andorra verfĂŒgt ĂŒber eine reiche Flora mit ĂŒber 1150 nachgewiesenen Arten. FrĂŒher wurde die Vegetation meist durch grasende Tiere niedrig gehalten und die nach SĂŒden ausgerichteten Talseiten wurden fĂŒr Terrassen-Landwirtschaft genutzt.

Die Tierwelt gleicht im Wesentlichen der mitteleuropĂ€ischen Fauna – Igel, MaulwĂŒrfe, Eichhörnchen sowie zahlreiche Vogelarten, FĂŒchse, Dachse, Baummarder, Wildschweine und Hasen sind hier zu Hause und werden bejagt. Ein Verwandter des Maulwurfs, der PyrenĂ€en-Desman, ist an Bachufern zu finden, wo er im klaren Wasser auf Nahrungssuche geht. In höheren Gebirgslagen gibt es GĂ€mse, Mufflons, Murmeltiere sowie AuerhĂŒhner, aber auch Steinadler, GĂ€nse-, Schmutz- und Bartgeier haben hier ihren Lebensraum.

Landschafts- und Naturschutz

Das Vall del Madriu-Perafita-Claror wurde 2004 als Kulturlandschaft in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Es gibt laut der UNESCO einen Eindruck, wie die Menschen die knappen Ressourcen der HochpyrenĂ€en wĂ€hrend der letzten Jahrtausende genutzt haben, um eine nachhaltige Lebensumgebung zu erschaffen, die im Einklang mit der Gebirgslandschaft steht. Das Schutzgebiet erstreckt sich auf einer FlĂ€che von 4247 Hektar ĂŒber die Gemeinden Encamp, Escaldes-Engordany, Andorra la Vella und Sant JuliĂ  de LĂČria.

Es gibt zwei Naturparks in Andorra. Der Parc Natural de la Vall de Sorteny hat eine FlĂ€che von 1080 Hektar und liegt in der Gemeinde Ordino. Der Parc Natural Comunal de les Valls del Comapedrosa, der zur Gemeinde La Massana gehört, umfasst den Gebirgszug Comapedrosa und ist 1542 Hektar groß.

Bevölkerung

Die Bevölkerung des Landes konzentriert sich im grĂ¶ĂŸten Tal des FĂŒrstentums, durch das der Fluss Gran Valira fließt und in dem sich zwei Gemeinden befinden, darunter die Hauptstadt Andorra la Vella.

Struktur

Die Bevölkerungszahl von Andorra war, bedingt durch das begrenzte landwirtschaftliche Potenzial des kleinen Landes, lange niedrig. Das Bevölkerungswachstum wurde durch stete Auswanderung ausgeglichen. Lange lag die Bevölkerungszahl bei rund 3000 Menschen, stieg aber im 19. Jahrhundert auf 5000 bis 6000 an. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nĂ€herte sich die Einwohnerzahl 6000, fiel aber wieder im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1860 und den 1930er Jahren waren die Auswanderungszahlen betrĂ€chtlich. Zuerst suchten Andorraner Saisonarbeit in Spanien und Frankreich, ließen sich spĂ€ter auch dort nieder. WĂ€hrend des Spanischen BĂŒrgerkriegs und des Zweiten Weltkrieges blieb Andorra neutral und wurde dadurch Ziel zahlreicher FlĂŒchtlinge. Im Jahr 1950 hatte die Bevölkerungszahl wieder 6000 erreicht. In den folgenden Jahrzehnten erlebte Andorra einen starken Bevölkerungszuwachs. Zwischen 1950 und 2015 hat sich die Einwohnerzahl wie folgt entwickelt:

Das Bevölkerungswachstum ist vor allem auf Einwanderung zurĂŒckzufĂŒhren, insbesondere aus Spanien und spĂ€ter auch aus Portugal und teilweise Frankreich. Zudem gibt es Arbeitsmigranten aus LĂ€ndern wie Argentinien, Marokko oder den Philippinen. Eine weitere Gruppe Einwanderer besteht aus wohlhabenden AuslĂ€ndern, unter anderem aus Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden, die durch die geringe Steuerpflicht angelockt werden. Im Jahre 2017 waren 53,5 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Im Jahr 2017 waren von den 80.208 Einwohnern des Landes 35.526 andorranische StaatsbĂŒrger. Andorra hat eine der niedrigsten FertilitĂ€tsraten der Welt: Die Andorranerinnen gebĂ€ren durchschnittlich 1,39 Kinder. Die SĂ€uglingssterblichkeit betrĂ€gt 0,6 %, die Kindersterblichkeit 0,4 %. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrĂ€gt 82,4 Jahre und ist damit weltweit eine der höchsten.

  • 15,6 % der Einwohner sind unter 15 Jahre alt (davon 6799 mĂ€nnlich und 6440 weiblich).
  • 71,4 % sind 15 bis 64 Jahre alt (davon 31.545 mĂ€nnlich und 29.037 weiblich).
  • 13,0 % sind 65 Jahre oder Ă€lter (davon 5502 mĂ€nnlich und 5502 weiblich).

88 % der Bevölkerung leben in StÀdten. Ein Viertel der Bevölkerung lebt in Andorra la Vella, ein weiteres knappes Viertel in der Nachbargemeinde Escaldes-Engordany, das mit der die Hauptstadt zusammengewachsen ist.

Sprachen

Die Amtssprache Andorras ist Katalanisch, die Muttersprache der autochthonen Andorraner. Laut einer Umfrage des andorranischen Zentrums fĂŒr Sozialforschung (Centre de Recerca SociolĂČgica) aus dem Jahr 2005 sprechen 38,8 % der Einwohner Andorras Katalanisch, 35,4 % Spanisch, 15,0 % Portugiesisch und 5,4 % Französisch als Muttersprache. Auf die Frage, welche Sprache sie am hĂ€ufigsten zur Kommunikation nutzen, gaben 58,3 % der Befragten Katalanisch, 37,3 % Spanisch, 3,5 % Portugiesisch und 2,2 % Französisch an. Bei der letzten Frage waren mehrere Antworten möglich. Es wurden 902 Personen befragt.

Obwohl Katalanisch offiziell die Amtssprache Andorras ist, gerĂ€t die Landessprache durch das spanische und französische Schulwesen, die Zuwanderung aus Spanien und Frankreich sowie die Medien unter Druck. Die GrĂŒndung eines offiziellen Sprachrates Servei de PolĂ­tica LingĂŒĂ­stica und die StĂ€rkung des Katalanischen an den andorranischen Schulen und in der Erwachsenenbildung soll der VerdrĂ€ngung entgegenwirken. Unterricht in Katalanisch wird inzwischen auch im spanischen und französischen Schulsystem in Andorra angeboten.

Religion

Artikel 11 der Verfassung garantiert Religionsfreiheit, es gibt keine offizielle Religion oder Staatskirche. Punkt 3 des Artikels erkennt die traditionelle Rolle der Römisch-katholischen Kirche an, ihr Recht auf öffentliche Feiern sowie den gesetzlichen Status ihrer Institutionen und deren interner Regeln. Die katholische Kirche in Andorra ist Teil der Diözese Urgell. Der Bischof, der auch KofĂŒrst von Andorra ist, hat in der Stadt La Seu d’Urgell, im nordwestlichen Teil von Katalonien, seinen Sitz.

Der ĂŒberwiegende Teil der Andorraner (ca. 90 %) bekennt sich zur römisch-katholischen Kirche, daneben sind 1 % der Bevölkerung Zeugen Jehovas, außerdem gibt es eine jĂŒdische und einige protestantische Gemeinden.

Geschichte

UrsprĂŒnge und das Mittelalter

Die frĂŒhesten Funde menschlichen Lebens in Andorra gehen bis auf die letzte Eiszeit zurĂŒck. Erste neolithische Bauern lassen sich in der Nekropole von Feixa del Moro und am Abri Balma de la Margineda fassen. KeramikstĂŒcke, Ketten und andere GegenstĂ€nde zeugen von einer Besiedlung vor der Bronzezeit. Weitere archĂ€ologische FundstĂŒcke sind die Steingravuren von Ordino, Höhlenzeichnungen von La Roca de les Bruixes.

Die Bewohner der TĂ€ler von Andorra wurden wahrscheinlich zum ersten Mal in einem Text des griechischen Historikers Polybios (2. Jahrhundert v. Chr.) erwĂ€hnt. Polybios beschreibt, wie Hannibal die PyrenĂ€en ĂŒberquerte, und erwĂ€hnt in diesem Zusammenhang die StĂ€mme der Andosiner. Unter Augustus wurden die PyrenĂ€en und der Norden der Iberischen Halbinsel endgĂŒltig Teil des Imperium Romanum. Es gilt als gesichert, dass sich in den andorranischen TĂ€lern in der SpĂ€tantike Reste verdrĂ€ngter Basken mit Römern, westgotischen Eroberern sowie der keltisch-iberischen Urbevölkerung vermischten. Die TĂ€ler Andorras unterlagen nacheinander und teils indirekt dem Einfluss des Römischen Reiches, der Westgoten, Mauren und Franken. Unter der frĂ€nkischen Herrschaft wurde die hispanische Grenze festgelegt, die „Ularea“, die das andorranische Gebiet begrenzte.

Nach einer Legende hat Karl der Große Andorra im Jahr 788 zum Dank fĂŒr die Hilfe seiner Einwohner beim Kampf gegen die Mauren gegrĂŒndet. Dabei soll er dem Volk von Andorra auch die UnabhĂ€ngigkeit gewĂ€hrt haben. TatsĂ€chlich aber gehörte das Land der von Karl dem Großen gegrĂŒndeten Spanischen Mark an, einem Gebiet, das er den Mauren entrissen hatte. TatsĂ€chlich wurden die Gemeinden Andorras 839 zum ersten Mal in der Urkunde der Sanktionierung von Urgell als Lehen des Grafen von Urgell erwĂ€hnt. In einem Schreiben Karls des Kahlen an Sunifred I. von Barcelona von 843 wird das andorranische Gebiet als Besitz des Grafen von Urgell definiert, und in der Einweihungsakte der Kathedrale von La Seu d’Urgell, die 860 unterzeichnet wurde, wird erwĂ€hnt, dass das Gebiet Andorras in kirchlicher Hinsicht der Diözese von Urgell untergeordnet sei.

Am 27. Januar 1133 verzichtete Graf Ermengol VI. von Urgell nach einer Zahlung von 1200 Sous (Solidi) auf seine Herrschaftsrechte in den TĂ€lern Andorras zugunsten des Bischofs von Urgell. Die Bischöfe von Urgell vertrauten die Verteidigung und die Rechtsprechung Andorras daraufhin der Adelsfamilie Caboet an, die aus dem sĂŒdlich von Urgell gelegenen CabĂł stammte. Die Caboet erhielten vom Bischof dafĂŒr eigene Lehen im Tal von Andorra und Sant Joan, die sie als Vasallen der Bischöfe verwalteten. Die letzte Erbin der Caboet, Arnaua, heiratete 1185 den Vizegrafen von Castelbon, Arnau. Dieser war ein bekennender Katharer und versuchte im Bunde mit dem am Nordhang der PyrenĂ€en ansĂ€ssigen Grafen Raimund Roger von Foix seine VasallitĂ€t gegenĂŒber dem Bischof von Urgell abzustreifen. Zu diesem Zweck verheiratete Arnau von Castelbon seine Erbtochter, Ermesende, 1202 mit dem kĂŒnftigen Grafen Roger Bernard II. von Foix, wodurch die Besitzungen der Caboet in Andorra an diese mĂ€chtige Familie fielen. Da die Grafen von Foix es ablehnten, in ein VasallenverhĂ€ltnis gegenĂŒber den Bischöfen von Urgell zu treten, schwelte im 13. Jahrhundert ein dauerhafter Konflikt zwischen beiden Parteien, der oft kriegerisch ausgetragen wurde.

Der Konflikt konnte erst 1278 beigelegt werden. Bei einer Zusammenkunft am 8. September in Lleida schlossen Bischof Pere d’Urtx und Graf Roger Bernard III. den so genannten Pareatges-Vertrag, der eine Teilung der Herrschaft ĂŒber das umstrittene Gebiet vorsah. Die beiden Parteien erkannten einander als gleichberechtigte Herren ĂŒber Andorra an. Dieser Vertrag markiert den Beginn des bis 1993 bestehenden Kondominiums und damit auch die faktische GrĂŒndung des KofĂŒrstentums Andorra; 1288 wurde er um mehrere Artikel erweitert. WĂ€hrend der Bischof von Urgell weiterhin in seinen Vertragsrechten verblieb, gingen diese auf Seiten der Grafen von Foix im Jahr 1594 durch die Thronbesteigung des letzten Grafen Heinrich von Bourbon auf die französische Krone ĂŒber, in deren Rechtsnachfolge die StaatsprĂ€sidenten Frankreichs stehen.

Entwicklung seit dem 15. Jahrhundert

1419 wurde der Consell de la Terra geschaffen, eine Art Ur-Parlament und wichtigstes ReprÀsentativorgan der andorranischen Bevölkerung. Er war der VorlÀufer des heutigen Consell General de les Valls (Generalrat der TÀler) und versammelte die OberhÀupter der wichtigsten andorranischen Familien. Die politische Struktur, die im Mittelalter entstanden war, stabilisierte sich im 16., 17. und 18. Jahrhundert. Auch die politische und wirtschaftliche Macht der wichtigsten Familien des Landes festigte sich.

Am Anfang des 18. Jahrhunderts befand sich Andorra in einer wirtschaftlich und institutionell schwierigen Lage, die unter anderem auf innerspanische Konflikte zurĂŒckzufĂŒhren war. Im Zuge einer forcierten Zentralisierungspolitik zerstörte Spanien, das im 15. Jahrhundert aus einer Union der Königreiche Kastilien und AragĂłn entstanden war, alle katalanischen Institutionen und drohte mit der Anwendung der Decretos de Nueva Planta von 1714 auf alle Drittstaaten, die Waren nach Spanien einfĂŒhrten. Der Erlass sah vor, eine Abgabe auf alle Produkte zu erheben, die nach Spanien eingefĂŒhrt wurden; sie entsprach 10 % des Produktwertes. Die Andorraner mussten jahrelang verhandeln, bis sie ein Sonderabkommen erwirkten, die SentĂšncia ManutenciĂł von 1738. Dieser Text legte eine Abgabenbefreiung fĂŒr andorranische Produkte fest. Am Ende des 18. und im 19. Jahrhundert herrschten in Andorra Konflikte und Streitigkeiten, die Lage war sowohl wirtschaftlich-sozial als auch auf institutioneller Ebene instabil.

Die Französische Revolution fĂŒhrte französischerseits zur Nichtanerkennung des Status des KofĂŒrstentums, ein Zustand, der die Entwicklung Andorras in den folgenden Jahren lĂ€hmte. Das Land verlor hinsichtlich Frankreichs alle Privilegien, unter anderem die Steuerfreiheit, die NeutralitĂ€t seiner Justiz und die Kontrolle ĂŒber die inneren Angelegenheiten und den Handel. Auf Antrag der Andorraner stellte Napoleon 1806 den Status quo ante wieder her und erneuerte alle Vorrechte und Institutionen, die Andorra mit dem französischen König verbunden hatten. Das Amt des französischen Co-Prinzeps wird seitdem vom jeweiligen Staatsoberhaupt Frankreichs wahrgenommen.

Grundlegender Wandel im 20. Jahrhundert

Die Einrichtung von Verkehrs- und Kommunikationswegen im 20. Jahrhundert verĂ€nderte das Gesicht des bis dahin weitgehend isolierten Landes grundlegend. Der Bau einer ersten befestigten Straße nach Spanien im Jahr 1913 und einer weiteren Straße nach Frankreich und ins Innere der andorranischen TĂ€ler 1933, die Elektrifizierung, die Anbindung an die spanische und französische Post, die EinfĂŒhrung des Hörfunks ab 1935 und die Eröffnung einer Skistation 1934 waren entscheidende Faktoren. Vom institutionellen Standpunkt her machte die Demokratie 1933 dank der EinfĂŒhrung des Wahlrechts fĂŒr alle volljĂ€hrigen MĂ€nner einen bedeutenden Fortschritt. Die VolljĂ€hrigkeit wurde jedoch erst mit 27 Jahren erreicht. Das aktive Frauenwahlrecht sollte erst am 14. April 1970 eingefĂŒhrt werden, das passive Frauenwahlrecht am 5. September 1973.

Ein Kuriosum in der Geschichte Andorras ereignete sich im Jahr 1934. Damals erlangte ein russischer Adeliger, Boris Skossyrew, Einfluss in Andorra und ließ sich am 7. Juli vom Generalrat als Boris I. zum König ausrufen. Seine Herrschaft dauerte bis zum 21. Juli, als er auf Intervention des Bischofs von Urgell verhaftet und des Landes verwiesen wurde.

Im Zweiten Weltkrieg bewahrte Andorra NeutralitÀt.

Am 25. August 1973 trafen sich im französischen Cahors der Bischof von Urgell, Joan MartĂ­ AlanĂ­s, und der französische StaatsprĂ€sident, Georges Pompidou. Seit 1278 war dies das erste Treffen der andorranischen KofĂŒrsten.

GrĂ¶ĂŸere Mitbestimmungsrechte waren der Bevölkerung ĂŒber lange Zeit versagt geblieben. Zwar besaß Andorra mit dem Generalrat der TĂ€ler eine Volksvertretung, doch verfĂŒgte diese nicht ĂŒber direkte legislative Gewalt. Erst in den 1990er Jahren Ă€nderte sich das institutionelle Arrangement. Bereits Ende der 1970er Jahre war die Planung einer Reform der andorranischen Institutionen eingeleitet worden, die 1981 in die Schaffung eines Exekutivorgans, der Regierung, mĂŒndete. Parallel dazu wurde der Generalrat als Legislativorgan geschaffen. Die Rechte der beiden KofĂŒrsten wurden im frĂŒhen 20. Jahrhundert von zwei nicht in Andorra residierenden Delegierten ausgeĂŒbt. Diese entsandten einen Vogt nach Andorra, der die Aufsicht ĂŒber die Gesetzgebung und Verwaltung hatte und jĂ€hrlich einen symbolischen Tribut, ĂŒberwiegend aus Naturalien bestehend, fĂŒr die KofĂŒrsten einnahm. Am 25. Januar 1981 wurde vom Generalrat der TĂ€ler nach 703 Jahren der EigenstĂ€ndigkeit die erste Verfassung verabschiedet. Diese sah die Bildung eines Exekutivrates sowie eine Verwaltungsreform vor.

Seit EinfĂŒhrung der Verfassung

Bis zum Jahr 1993 gab es in Andorra keine klare Trennung von legislativer, exekutiver und judikativer Gewalt. Erst die Verfassung vom 4. Mai 1993 etablierte Andorra als einen souverĂ€nen Staat mit einem parlamentarisch-demokratischen System im modernen Sinne. Die beiden auslĂ€ndischen Schutzherren und KofĂŒrsten blieben Staatsoberhaupt, doch kommt ihnen nur noch eine rein reprĂ€sentative Funktion zu. Die exekutive Gewalt wurde einem dem Parlament verantwortlichen MinisterprĂ€sidenten ĂŒbertragen.

Heute ist Andorra Mitglied der Vereinten Nationen (UN), der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), des Europarats und der EuropĂ€ischen WĂ€hrungsunion, nicht aber der EuropĂ€ischen Union.

Politik

Verfassung

Nach der Verfassung von 1993 ist Andorra ein parlamentarisches KofĂŒrstentum (Artikel 1 Absatz 4 der Verfassung).

Exekutive

Gemeinsames Staatsoberhaupt sind der spanische Bischof von La Seu d’Urgell, Monseigneur Joan Enric Vives i SicĂ­lia, und der französische StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron. Ihr Amt ist rein reprĂ€sentativer Natur, sie besitzen allerdings ein Vetorecht in auswĂ€rtigen Angelegenheiten. Das Einkammerparlament wĂ€hlt den Regierungschef (Cap de Govern), der die Exekutive leitet. Derzeitiger Regierungschef ist seit dem 16. Mai 2019 Xavier Espot Zamora. Die Regierung leitet die andorranische Innen- und Außenpolitik und steht der Verwaltung vor.

Polizei
Das Cos de Policia d’Andorra wurde 1931 als Servei d’Ordre mit sieben Mitarbeitern gegrĂŒndet. Heute beschĂ€ftigt das Polizeikorps etwa 280 Personen.

Legislative

Generalrat

Der Generalrat, der Consell General de les Valls, ĂŒbt die Gesetzgebung aus, genehmigt den Staatshaushalt und fördert und kontrolliert die politischen Maßnahmen der Regierung. Er umfasst derzeit 28 RĂ€te, die auf vier Jahre gewĂ€hlt werden. 14 RĂ€te werden auf regionaler Ebene gewĂ€hlt (zwei RĂ€te fĂŒr jede Gemeinde), die ĂŒbrigen auf nationaler Ebene. Die Abgeordneten wĂ€hlen einen SĂ­ndic und einen SubsĂ­ndic als PrĂ€sidenten und VizeprĂ€sidenten des Parlaments (Consell), die zusammen mit zwei SekretĂ€ren, die ebenfalls aus dem Consell gewĂ€hlt werden, das BĂŒro des Parlaments ausmachen. PrĂ€sident des Parlaments ist derzeit Vicenç Mateu Zamora, VizeprĂ€sidentin MĂČnica Bonell Tuset.

Zusammensetzung

Bei den Parlamentswahlen 2009 erreichte die CoaliciĂł Reformista (CR), die neue konservative Koalition aus PLA und CDA-S21, nur noch 32,3 % der Stimmen (Verlust von rund 20 % der Stimmen). Die Partit SocialdemĂČcrata (PSD) erhielt dagegen 45 % und gewann somit die HĂ€lfte der Mandate. Die Andorra pel Canvi (ApC), eine Nachfolgepartei der sozialliberalen RenovaciĂł DemocrĂ tica (RD), kam mit 18,9 % der Stimmen auf drei Sitze im Parlament. Die GrĂŒnen verfehlten mit 3,2 % zum zweiten Mal nach 2005 den Einzug in den Generalrat. Damit löste die PSD unter FĂŒhrung von Jaume Bartumeu Cassany die CR erstmals an der Regierung ab – sie war jedoch auf mindestens eine weitere Stimme angewiesen oder sie musste eine Koalition mit der neuen ApC eingehen.

Nach wiederholtem Boykott, einen Staatshaushalt zu verabschieden, löste Bartumeu das Parlament Anfang 2011 auf und setzte Neuwahlen fĂŒr den 3. April 2011 an. Bei dieser Wahl gewannen die liberal-konservativen DemĂČcrates per Andorra mit 55,2 % der Stimmen und erhielten 20 Mandate. Die Partit SocialdemĂČcrata wurde zweitstĂ€rkste Partei mit 34,8 % mit sechs Mandaten. Die ĂŒbrigen zwei Sitze erhielt die UniĂł Laurediana, die nur im Wahlkreis Sant JuliĂ  de LĂČria gelistet ist. Dort erhielt sie 61,6 % der WĂ€hlerstimmen. Auf das VerhĂ€ltnis der Wahlberechtigten in ganz Andorra umgerechnet, sind das 8,6 %. Nicht in den Generalrat eingezogen sind die Andorra pel Canvi mit 6,7 % und die GrĂŒnen mit 3,3 %, die damit das dritte Mal nach 2005 und 2009 dieses Ziel verpassten. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,12 %. Von den 28 gewĂ€hlten Volksvertretern werden 15 Mandate von Frauen besetzt (54 % der Sitze). Damit ist Andorra das erste europĂ€ische Land, in dem Frauen die Mehrheit im Parlament haben, und nach Ruanda (seit 2008) das zweite Land weltweit. Die DemĂČcrates per Andorra stellen mit Antoni MartĂ­ den Regierungschef.

Bei der Wahl 2015 verloren die DPA und die PSDA massiv, die DPA konnte die absolute Mehrheit aber halten. Die PLA kam auf 27 %. Die UL trat diesmal in Koalition mit PSDA an.

Die DPA verlor bei der Wahl 2019 ihre Mehrheit und muss sich einen Koalitionspartner suchen, blieb mit leichten Verlusten aber stĂ€rkste Partei. Die andorranischen Sozialdemokraten legten deutlich auf knapp 30 % zu, wĂ€hrend die liberale Partei der deutliche Verlierer der Wahl war; Sie verlor ĂŒber die HĂ€lfte der Stimmen von der letzten Wahl und erreichte nur noch 12,5 % aller Stimmen. UniĂł Laurediana trat erstmals landesweit an und erreichte ĂŒber 10 %, die populistische Partei AS trat ebenfalls erstmals an und konnte 4,6 % erreichen. Die linke SiP verlor deutlich und kam nur noch auf 5,9 %.

Parteienlandschaft

Andorra verfĂŒgt ĂŒber ein Mehrparteiensystem, das durch eine Rechts-Links-Achse dominiert wird. Traditionell wird die rechte Seite durch die Partit Liberal d’Andorra und die linke Seite durch die Partit SocialdemĂČcrata vertreten. Es gibt weitere Parteien, unter anderem die Umweltpartei Verds d’Andorra, die Andorra pel Canvi (ApC – FĂŒr Wandel in Andorra) und die örtlich vertretene Partei UniĂł Laurediana aus Sant JuliĂ  de LĂČria. Die Regierungsmacht in Andorra liegt hauptsĂ€chlich in konservativen HĂ€nden, mit Ausnahme des Kabinetts von 2009 bis 2011, als die Sozialdemokraten regierten.

Im Generalrat sind derzeit drei Parteien vertreten. Dazu gehören die DemĂČcrates per Andorra (DA – Demokraten fĂŒr Andorra), die Partit SocialdemĂČcrata (PS – Sozialdemokratische Partei) sowie die UniĂł Laurediana.

StaatsbĂŒrgerschaft und Wahlrecht

In erster Linie wird das ius sanguinis angewandt, d. h. Kinder andorranischer StaatsbĂŒrger haben Anspruch auf die StaatsbĂŒrgerschaft.

In alter Zeit erfolgte die EinbĂŒrgerung nach Gewohnheitsrecht (cotoume) durch souverĂ€ne Entscheidung der Kodominanten. Seit 23. Mai 1775 entschied der Generalrat, bei mittelwichtigen FĂ€llen der jeweilige Gemeinderat. Einheiratende AuslĂ€nderinnen hatten die Option, innerhalb eines Jahres nach Eheschließung beim Notar zu erklĂ€ren, ob sie die Staatsangehörigkeit ihres Mannes annehmen wollten.

Ein erstes Staatsangehörigkeitsgesetz erging am 17. Juni 1939. Die einzige Möglichkeit zum Erwerb der Staatsangehörigkeit durch MĂ€nner war die Heirat mit einer Andorranerin. Dabei galt als Bedingungen, dass die Ehe katholisch und kirchlich geschlossen werden musste, um gĂŒltig zu sein. Die Frau musste EigentĂŒmerin ererbten Grundeigentums sein (pubilla). EinbĂŒrgerungsgrund war nicht die Eheschließung, sondern der Grunderwerb des neuen Ehemannes (in dessen Besitz das Land vor der Gleichberechtigung ĂŒberging) und die dadurch bedingte Aufnahme in die GemeindebĂŒrgerschaft. Die Zustimmung der Kodominanten war immer notwendig, der NeubĂŒrger hatte nur eingeschrĂ€nkte politische Rechte.

AnsĂ€ssige Nachfahren von AuslĂ€ndern ohne Grundbesitz wurden bis in die zweite HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts erst in der dritten Generation eingebĂŒrgert („Ersitzung“), sofern alle drei gut beleumundet waren. Allerdings wurde das Gesetz von 1939 am 26. Dezember 1941 dahingehend ergĂ€nzt, dass gut beleumundete und gut katholische Kinder von seit mindestens zwanzig Jahren ununterbrochen AnsĂ€ssigen eingebĂŒrgert werden durften.

VerlustgrĂŒnde waren u. a. Annahme einer fremden StaatsbĂŒrgerschaft und der langjĂ€hrige Aufenthalt im Ausland. Ein Kind eines nicht im Lande lebenden Andorraners verlor die StaatsbĂŒrgerschaft einen Monat nach seinem 21. Geburtstag, wenn er nicht seinen Wohnsitz im Lande nahm. Frauen, die AuslĂ€nder heirateten, konnten fĂŒr die Staatsangehörigkeit ihres Mannes optieren.

Reformiertes Recht seit 1995

Die andorranische StaatsbĂŒrgerschaft und damit – abhĂ€ngig vom Alter – das aktive und passive Wahlrecht ist verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig schwer zu erhalten. Das strenge StaatsbĂŒrgerschaftsgesetz stellt hohe Anforderungen an eine EinbĂŒrgerung. Eine mehrfache StaatsbĂŒrgerschaft ist weiterhin nicht erlaubt. Nur eine Minderheit der Bevölkerung Andorras ist auch BĂŒrger des Landes.

Auch in Andorra geborene Kinder von AuslĂ€ndern, die entweder selbst schon in Andorra geboren wurden oder seit mindestens zehn Jahren dort leben, können StaatsbĂŒrger werden. Wer in Andorra ohne StaatsbĂŒrgerschaft geboren wird, kann diese unter gewissen Voraussetzungen erlangen. Die EinbĂŒrgerung ist jedoch nur nach Aufgabe der bestehenden Staatsangehörigkeit und einer bestimmten Aufenthaltsdauer in Andorra möglich. Diese betrĂ€gt 20 Jahre und kann auf 15 Jahre reduziert werden, wenn die Großeltern aus Andorra stammten, und auf zehn Jahre, wenn in Andorra die Schule besucht und eine Ausbildung gemacht wurde.

Eine Ausnahme von diesen Regelungen gilt fĂŒr die beiden StaatsoberhĂ€upter.

Judikative

Im 19. und 20. Jahrhundert

Der französische Cour de Cassation war schon beim Urteil am 9. Mai 1845 der Ansicht, dass Andorra prozessrechtlich Inland sei und Frankreich Polizeibefugnisse zustĂŒnden. Dieser Anspruch, z. B. auf Nacheile, wurde durch Urteil am 12. Mai 1859 erweitert und durch das Tribunal correctionel de Toulouse am 22. Nov. 1905 bestĂ€tigt.

Traditionell waren die GemeinderĂ€te auch zustĂ€ndig fĂŒr die Polizei. Mit dem Dekret vom 11. Juli 1931 schuf man erstmals eine richtiggehende Polizei. FĂŒr jede Gemeinde gab es einen Vollzeitpolizisten sowie sechs bei Bedarf anrĂŒckende Hilfspolizisten.

Funktionsweise der Justiz

Die Verfassung ist die oberste Norm der Rechtsordnung. Sie ist fĂŒr alle Batlles (erstinstanzliche Richter), Richter und Gerichte verbindlich, die Recht sprechen und die Gesetze gemĂ€ĂŸ den GrundsĂ€tzen der Verfassung anwenden. In der AusĂŒbung ihrer Rechtsprechungskompetenz sind Batlles und Richter aller Rechtsorgane und des Obersten Gerichtshofs unabhĂ€ngig.

Rechtsorgane

Traditionell wurden fĂŒr zivilrechtliche Fragen zwei Batlles auf drei Jahre ernannt. Strafsachen urteilten in erster Instanz die Vögte ab. Die Kodominanten ernannten abwechselnd einen fĂŒr Berufungssachen zustĂ€ndigen Richter auf Lebenszeit. An seinen Verhandlungen nahmen zwei Beisitzer ohne Stimmrecht teil. Als dritte, d. h. Revisionsinstanz fungierte beim Bischof ein von ihm ernannter Richter, fĂŒr Frankreich das seit 1888 das Berufungsgericht in Perpignan.

Heutige Gerichtsinstanzen sind:

  • die Batllia d’Andorra (erstinstanzliches Gericht fĂŒr kleinere Delikte),
  • der Tribunal de Corts (Berufungsgericht bei kleineren Delikten sowie erstinstanzliches Gericht fĂŒr schwerere FĂ€lle),
  • der Tribunal Superior d’Andorra (Oberster Gerichtshof).

Verfassungsgericht ist der Tribunal Constitucional d’Andorra.

Die Justizverwaltung wird durch den Consell Superior de la Justicia d’Andorra (Oberster Justizrat) ausgeĂŒbt, die Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft.

Ombudsmann

Der Ombudsmann verteidigt und wacht seit dem Jahr 1998 ĂŒber die von der Verfassung gewĂ€hrleisteten Rechte und Freiheiten. Er behandelt Privatklagen und -beschwerden, welche die Verletzung der Rechte durch die öffentliche Verwaltung betreffen. Außerdem kann er Empfehlungen aussprechen, an Pflichten und gesetzliche Verpflichtungen erinnern und VorschlĂ€ge zur Umsetzung neuer Maßnahmen machen.

Außenpolitik

Mitgliedschaft in Organisationen

Andorra ist Mitglied in folgenden internationalen Organisationen:

Diplomatische Beziehungen

Andorra unterhĂ€lt diplomatische Beziehungen mit allen europĂ€ischen LĂ€ndern mit Ausnahme von Weißrussland. Botschaften befinden sich in Paris, Madrid, BrĂŒssel und Lissabon. Diplomatische Missionen befinden sich in Straßburg beim Europarat, in Genf fĂŒr die Organisationen der Vereinten Nationen, in New York beim Hauptquartier der Vereinten Nationen sowie in Wien fĂŒr die dort ansĂ€ssigen internationalen Organisationen.

Die Beziehungen zwischen Andorra und Deutschland sind traditionell freundschaftlich und frei von Problemen. Deutschland war 1994 der vierte Staat, der Andorra nach Verabschiedung der neuen Verfassung von 1993 endgĂŒltig als souverĂ€n und unabhĂ€ngig anerkannte. Der deutsche Botschafter in Spanien ist auch in Andorra akkreditiert. Die konsularische Betreuung wird vom deutschen Generalkonsulat in Barcelona wahrgenommen.

Die Schweiz schloss mit Andorra 1961 ein Abkommen fĂŒr den Personenverkehr. ZustĂ€ndig fĂŒr die diplomatischen GeschĂ€fte ist der Schweizer Botschafter in Madrid. Die konsularischen Angelegenheiten werden von Barcelona aus betreut. Seit 2001 ist die Schweiz in Andorra zudem durch einen Honorarkonsul vertreten. Die permanente diplomatische Mission bei den Vereinten Nationen in Genf ist zwar keine Botschaft, aber der fĂŒr die Schweiz akkreditierte Botschafter Andorras, LluĂ­s Viu Torres, hat dort seinen Sitz. Zudem ist er als Botschafter fĂŒr Liechtenstein, Monaco und San Marino akkreditiert.

Auch mit Österreich unterhĂ€lt Andorra traditionell freundschaftliche Beziehungen. Der österreichische Botschafter in Madrid ist auch in Andorra akkreditiert. Im Dezember 2009 schloss Andorra ein bilaterales Steuerinformationsabkommen mit Österreich. Die fĂŒr Österreich zustĂ€ndige Auslandsvertretung Andorras sitzt in Wien. Marta Salvat ist als AttachĂ©e akkreditiert und vertritt Andorra außerdem bei den internationalen Organisationen in Wien.

Außerhalb Europas unterhĂ€lt Andorra diplomatische Beziehungen mit zahlreichen LĂ€ndern, doch nur wenige LĂ€nder haben Botschafter akkreditiert. In Afrika ist es Marokko, Asien ist nur durch Russlands Anteil an diesem Kontinent vertreten, und in Nordamerika sind es die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko, doch es existiert nur eine Botschaft in New York. Der dort ansĂ€ssige Botschafter, NarcĂ­s Casal de Fonsdeviela, ist akkreditierter Botschafter fĂŒr die USA, Kanada und Mexiko sowie ReprĂ€sentant Andorras bei den Vereinten Nationen.

TranspyrenÀische Zusammenarbeit

Das transpyrenĂ€ische regionale Kooperationsorgan CommunautĂ© de travail des PyrĂ©nĂ©es, in der die französischen Regionen Okzitanien und Nouvelle-Aquitaine sowie die spanischen autonomen Regionen Katalonien, Aragonien, Navarra und das Baskenland mit Andorra zusammenarbeiten, ist fĂŒr die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur, Energie und zahlreichen anderen Branchen von Bedeutung. Die Zusammenarbeit begann im Jahr 1983.

Menschenrechte

Einige VerbĂ€nde haben die aktuellen Vorschriften, die bei der Kontrolle von Einwanderern angewandt werden, verurteilt. Sie besagen, dass eine Arbeitserlaubnis denjenigen verweigert wird, die an Alkoholismus leiden oder von anderen Substanzen abhĂ€ngig sind, sowie denjenigen, die an Krankheiten leiden, die nach den WHO-Kriterien quarantĂ€nepflichtig sind. Des Weiteren wird sie Personen verweigert, die an psychomentalen Erkrankungen leiden, die eine Gefahr fĂŒr die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen, oder TrĂ€gern von Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Hepatitis oder HIV/AIDS, die eine Gefahr fĂŒr die öffentliche Gesundheit sind. Ebenso wird sie Personen verweigert, die aufgrund einer körperlichen und geistigen Behinderung fĂŒr die Art der Arbeit, fĂŒr die eine Arbeitserlaubnis beantragt wird, ungeeignet sind. Die Prostitution ist illegal.

HomosexualitÀt

Die Gesetze zur HomosexualitĂ€t in Andorra sind liberal, das gesellschaftliche Klima in dem Land erlaubt Homosexuellen die unbeeintrĂ€chtigte Entfaltung im öffentlichen Leben. Die Strafbarkeit von HomosexualitĂ€t wurde 1970 aufgehoben. Das Schutzalter liegt einheitlich bei 14 Jahren. In Andorra bestehen Antidiskriminierungsgesetze zum Schutze der sexuellen IdentitĂ€t im Arbeits- und Zivilrecht. Andorra hat gleichgeschlechtliche Partnerschaften landesweit durch die EinfĂŒhrung von eingetragenen Partnerschaften seit 2005 gesetzlich anerkannt. Eine Öffnung der Ehe wie im benachbarten Spanien bzw. Katalonien ist hingegen bisher nicht erfolgt. Die von 2009 bis 2011 regierende Partit SocialdemĂČcrata hatte in ihrem Wahlkampf 2009 angekĂŒndigt, die Ehe fĂŒr gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Andorra gehört zu den generell toleranten Staaten im Thema HomosexualitĂ€t. HomosexualitĂ€t ist grĂ¶ĂŸtenteils in der Bevölkerung respektiert und akzeptiert. Eine LGBT-Gemeinschaft findet sich aufgrund der geringen Bevölkerungszahl des Landes nur in kleinem Umfang in der Hauptstadt Andorra la Vella.

Nationale Symbole und Auszeichnungen

Die Flagge Andorras ist eine Trikolore in Blau, Gelb und Rot mit dem Wappen Andorras auf dem gelben Streifen. Das Staatswappen Andorras wurde im Jahr 1969 angenommen und 1996 bestÀtigt.

Blasonierung: „Geviert, in 1 in Rot eine goldene, silbern gebordete Mitra, einen schrĂ€glinken goldenen Bischofsstab belegend, in 2 in Gold drei rote PfĂ€hle, in 3 in Gold vier rote PfĂ€hle und in 4 in Gold pfahlweise zwei blau bewehrte, je ein blaues Glockenhalsband tragende, rote KĂŒhe.“ Der Wappenschild ist in einen voltutenverzierten goldenen Schildrahmen eingelassen, der unter dem Wappen das Motto Virtus Unita Fortior (lateinisch: Vereinigte Tapferkeit (ist) stĂ€rker) trĂ€gt.

WappenerklĂ€rung: Mitra und Bischofsstab stehen fĂŒr den Bischof von Urgell, die drei roten PfĂ€hle fĂŒr die Grafen von Foix, die vier rote PfĂ€hle entstammen dem Wappen Kataloniens und die beiden roten Stiere dem Wappen von BĂ©arn.

El Gran Carlemany (katalanisch „Der große Karl der Große“) ist die Nationalhymne von Andorra. Der Text stammt von Joan Benlloch i Vivo (1864–1926), die Musik von Enric Marfany Bons (1871–1942). 1914 wurde sie zur Nationalhymne erklĂ€rt.

Die Weiße Narzisse, auch Dichternarzisse genannt (botanischer Name Narcissus poeticus, katalanisch grandalla), wĂ€chst wild und wird als nationale Blume betrachtet. Die BlĂŒten haben sechs BlĂŒtenblĂ€tter, was der Anzahl der ursprĂŒnglichen Pfarreien im Land entspricht.

2007 stiftete die Regierung den Orde de Carlemany („Orden Karls des Großen“), zusammen mit dem Premi Carlemany („Karlspreis“) fĂŒr katalanische Literatur, Literatur allgemein, Kunst, Wissenschaft und humanitĂ€re Arbeit.

Landesverteidigung

Andorra besitzt kein stehendes MilitÀr. Die Sometent ist eine Milizformation, deren vorrangige Aufgabe der Katastrophenschutz ist, die Landesverteidigung ist Aufgabe von Spanien und Frankreich.

Verwaltungsgliederung

Andorra besteht aus sieben parrĂČquies (Sg. parrĂČquia, wörtlich Pfarreien, tatsĂ€chlich Gemeinden). Einige ParrĂČquies werden noch weiter untergliedert in Viertel oder Nachbarschaften. Die Comuns sind die Organe, die die Gemeinden vertreten und verwalten, den kommunalen Haushalt genehmigen und ausfĂŒhren, ihre öffentliche Politik beschließen und umsetzen und das gesamte kommunale Eigentum verwalten. Sie erhalten Finanzmittel aus dem allgemeinen Staatshaushalt, damit ihre finanzielle UnabhĂ€ngigkeit gewĂ€hrleistet ist.

Bildungssystem

Das Bildungssystem Andorras umfasst ein andorranisches, ein spanisches und ein französisches Schulwesen sowie eine private englische Schule (Elians). Es besteht auch ein konfessionelles Schulwesen, das dem spanischen Ausbildungsprogramm folgt, doch weder finanziell noch institutionell vom staatlichen spanischen System abhÀngt, sondern vom andorranischen Staat finanziert wird.

Die Schulbesuchsquote in Andorra betrĂ€gt quasi 100 %. Der Schulbesuch im andorranischen, spanischen und französischen System ist kostenfrei, bis zum Alter von 16 Jahren besteht Schulpflicht. Nur die private englische Schule ist nicht gebĂŒhrenfrei. Das Schulsystem besteht aus der Vorschule, der Grundschule und den weiterfĂŒhrenden Schulen: Kollegium und Gymnasium. Das Ausbildungssystem umfasst auch besondere Zweige fĂŒr Berufsausbildung, Fachausbildung (eine Schule fĂŒr Krankenschwestern, eine Schule fĂŒr Informatik, eine Handelsschule fĂŒr kleine und mittlere Unternehmen und die Industrie) und fĂŒr Erwachsenenbildung. Die staatliche UniversitĂ€t Universitat d’Andorra wurde 1997 gegrĂŒndet. Sie ist neben der FernuniversitĂ€t Universitat Oberta de la Salle in La Massana die einzige öffentliche Hochschule des Landes und hat ihren Sitz in Sant JuliĂ  de LĂČria. Sie bietet BachelorstudiengĂ€nge in Informatik, Krankenpflege, Wirtschaft und Bildungswissenschaften an. Im Jahr 2008 wurde per Gesetz die Genehmigung fĂŒr eine private Hochschule erteilt.

Der Staat vergibt bedarfsgerechte Ausbildungsbeihilfen und hat eine Ausbildungsförderung fĂŒr die Hochschulbildung eingerichtet. Verschiedene Formen von Stipendien werden fĂŒr Studien im Ausland vergeben. Über den Nationalen Studienpreis (Premi nacional d’estudi) gibt es jĂ€hrlich Stipendien an die besten SchĂŒler der drei im Land vertretenen Schulsysteme. Der Staat verfĂŒgt auch ĂŒber Studentenwohnheime in Toulouse und Paris.

Wirtschaft

In der Rangliste 2019 gemĂ€ĂŸ dem Index der menschlichen Entwicklung befindet sich Andorra mit einem Wert von 0,857 auf Platz 36 von 188 ausgewerteten LĂ€ndern und damit in der höchsten Auswertungsgruppe „sehr hohe menschliche Entwicklung“.

Sektoren

Das kleine FĂŒrstentum verfĂŒgt praktisch ĂŒber keine Naturressourcen, allenfalls Wasser und (fĂŒr den Inlandsbedarf) Granitschiefer. FrĂŒher war Andorra trotz seiner Gebirgslage ein Agrarland, im Laufe der Jahre beschrĂ€nkte sich die Landwirtschaft jedoch weitgehend auf Viehhaltung sowie Tabakanbau und -verarbeitung sowie fĂŒr den Inlandsbedarf Kartoffelanbau. Nur 2 % von Andorras unbebautem Land sind fĂŒr landwirtschaftliche Zwecke geeignet. Das FĂŒrstentum war lange das Schaufenster Europas fĂŒr Spanien, aber als Spanien 1986 der EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft beitrat, musste die Wirtschaftspolitik verĂ€ndert werden.

Das Land lebt vor allem vom Tourismus (mehr als drei Millionen Besucher im Jahr 2016), zum Beispiel durch Wintersport. Rund 700 Hotels sowie Sport- und Ferienzentren stehen zur VerfĂŒgung. Außerdem ist der Verkauf von durch Wasserkraft erzeugtem Strom an die benachbarte Region Katalonien eine bedeutende Einnahmequelle. Die Konzession von 1929 zur Nutzung dieser Ressource zur Stromversorgung hat zum Bau von Hauptverkehrsstraßen sowie zur Errichtung eines Stromnetzes gefĂŒhrt. Auch das Bankwesen ist sehr gut entwickelt. Eine weitere Einnahmequelle sind die KonzessionsgebĂŒhren der örtlichen Rundfunkanstalten. Andorra gewĂ€hrt seinen Einwohnern weitgehend Steuerfreiheit.

Durch die niedrige Umsatzsteuer ist das Land fĂŒr Luxusartikel attraktiv (Gold, Schmuck, Lederwaren, Bekleidung, Kosmetika). Andorra ist ein Land, das hauptsĂ€chlich von Dienstleistungen und vom Fremdenverkehr lebt. Es gibt nur wenig Industrie, aber die neue Strategie der Diversifizierung der Wirtschaft kann dazu fĂŒhren, dass sich in Andorra in Zukunft leistungsstarke und spezialisierte kleine und mittlere Unternehmen, zum Beispiel im pharmazeutischen oder optischen Bereich (Glasaugen), niederlassen werden.

Am 28. Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur BekĂ€mpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem Andorra auf der schwarzen Liste der Steueroasen auftaucht.

Außenhandel

Die Beziehungen zur EuropĂ€ischen Union sind durch ein am 28. Juni 1990 unterzeichnetes Handelsabkommen geregelt, das eine Zollunion fĂŒr Industrieprodukte und besondere Regelungen fĂŒr landwirtschaftliche Produkte vorsieht. Dieses zeitlich unbegrenzte Rahmenabkommen ist am 1. Januar 1991 in Kraft getreten. Die ebenfalls zeitlich unbegrenzten Zollbestimmungen gelten seit dem 1. Juli 1991. Das Abkommen wurde 1995 erweitert, als Andorra einen Antrag auf das unbegrenzte Vorrecht im Hinblick auf die direkte RĂŒckerstattung des gemeinsamen Außenzolls gestellt hatte. Importiert werden vor allem KonsumgĂŒter aller Art, exportiert werden elektrische Energie, Vieh, Schaffelle, Keramik, Holz. Die andorranische Wirtschaft ist in hohem Maße von Spanien abhĂ€ngig. 2014 importierte Andorra hauptsĂ€chlich aus Spanien (61,74 % Anteil am Gesamtwert der Importe), gefolgt von Frankreich (15,53 %), der Volksrepublik China (4,14 %) und Deutschland (3,85 %). Spanien war 2014 auch der Hauptabnehmer andorranischer Produkte (58,98 % Anteil am Gesamtwert der Exporte), gefolgt von Frankreich (17,86 %) und Norwegen (5,53 %).

Andorra war als Steueroase bekannt; bis Ende 2014 gab es keine allgemeine Einkommens- oder Erbschaftsteuer. 2011 trat eine Gewinnsteuer von 5 % auf wirtschaftliche AktivitĂ€ten in Kraft. Eine Steuer in gleicher Höhe wird auf Gewinne von Gesellschaften erhoben. Seit dem 1. Januar 2006 wird eine Mehrwertsteuer auf die meisten Waren und Dienstleistungen erhoben. Sie betrĂ€gt mit Stand von 2019 im Normalsatz 4,5 %. FĂŒr bestimmte Branchen gibt es davon abweichende SteuersĂ€tze von 1 %, 2,5 % und 9,5 %. Die gĂŒnstigen steuerlichen Bedingungen werden auch von „Briefkastenfirmen“ genutzt. Auch Touristen erfreuen sich niedriger Preise fĂŒr Spirituosen, Tabak und Kosmetik, da alle Waren in Andorra zollfrei sind. Alles, was nicht dem unmittelbaren Verbrauch dient, sollte beim Kauf allerdings deklariert werden, da es bei der Ausfuhr der Produkte sonst Schwierigkeiten geben kann.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 650 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 513 Mio. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergab sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,6 % des Bruttoinlandsprodukts.

Die Staatsverschuldung betrug 2009 1,189 Mrd. US-Dollar oder 31,3 % des BIP.

2006 entsprachen die Staatsausgaben in den folgenden Bereichen, in % des BIP:

  • Gesundheit: 7,4 %
  • Bildung: 2,3 %
  • MilitĂ€r: 0,0 % (Andorra unterhĂ€lt kein MilitĂ€r, die Landesverteidigung wird von Frankreich und Spanien ĂŒbernommen)

Energie

Andorra erzeugt einen Teil seines Stroms selbst. Die Produktion ist jedoch nicht ausreichend, um den landeseigenen Bedarf zu decken. Daher wird neben Erdölprodukten auch Strom importiert.

1929 genehmigte der Consell General der Gesellschaft Forces HidroelĂšctriques d’Andorra, die französisch-spanische Interessen vertrat, die Errichtung eines Wasserkraftwerks. Im Gegenzug verpflichtete sich das Unternehmen, mehrere Straßen anzulegen. 1931 begann der Bau des Werks in Encamp, 1934 ging es in Betrieb. Der Strom wurde nach Frankreich und Spanien exportiert. Nachdem sich nun auch der Inlandsverbrauch erhöht hat, kann die landeseigene Produktion die Nachfrage nach Strom nicht mehr decken. WĂ€hrend die inlĂ€ndische Stromerzeugung im Jahr 2009 insgesamt 101.011 MWh (85 % aus Wasserkraft) ausmachte, mussten 497.732 MWh importiert werden. Andorras eigene Energieerzeugung deckt 17 % des Verbrauchs. Das Energieunternehmen wurde 1988 von der andorranischen Regierung ĂŒbernommen und in Forces ElĂšctriques Andorra umbenannt. Seitdem ist es fĂŒr die Erzeugung und Verteilung des Stroms im Lande verantwortlich.

WĂ€hrung

Andorra ist nicht Mitglied der EuropĂ€ischen Union, es genießt jedoch einen Sonderstatus im VerhĂ€ltnis zur EU. Das Land besitzt keine eigene WĂ€hrung. WĂ€hrend des Spanischen BĂŒrgerkriegs von 1936 bis 1939 besaß Andorra mit der Pesseta kurzzeitig eine eigene WĂ€hrung. Vor dem 1. Januar 2002 waren der französische Franc und die spanische Peseta alleinige offizielle Zahlungsmittel. Danach wurden diese wie in Frankreich und Spanien durch den Euro ersetzt. Andorra hatte zuerst keine eigenen EuromĂŒnzen, kann aber gemĂ€ĂŸ der am 30. Juni 2011 mit der EU getroffenen WĂ€hrungsvereinbarung, nach Ratifizierung der Vereinbarung, ab 1. Juli 2013 nationale EuromĂŒnzen im Nennwert von zunĂ€chst 2,342 Millionen Euro pro Jahr herausgeben. Die Ausgabe der ersten MĂŒnzen erfolgte Ende 2014.

Überwiegend zu Sammlerzwecken werden vom Servei d’Emissions de la Vegueria Episcopal (MĂŒnzanstalt des bischöflichen KofĂŒrsten) MĂŒnzen in der KunstwĂ€hrung Diner ausgegeben (1 Diner = 100 CĂšntims) [els diners katalanisch fĂŒr „Geld“]. Diese gibt es seit 1983 in Werten von 1 CĂšntim bis zu 250 Diners. Die Umrechnungsrate ist ESP 100 (0,60 EUR) oder 5 FRF (~125 ESP oder 0,75 EUR) zu einem Diner. GeldbetrĂ€ge werden in Andorra meist doppelt ausgewiesen, in Diners und in Euro.

Tourismus

Der Tourismus und der daran beteiligte Handel sind die tragenden SĂ€ulen der andorranischen Wirtschaft (≈ 80 % des BNP). Von Andorras abgabenfreien LĂ€den werden jĂ€hrlich Millionen von Touristen angelockt. Die meisten Touristen sind Tagesbesucher. Die Zahl der Übernachtungen und Tagestouristen ist jedoch in den letzten Jahren rĂŒcklĂ€ufig.

Die Touristen werden durch Andorras niedrige SteuersĂ€tze und die Möglichkeit des freien Handels angezogen. 2009 kamen 57 % der Besucher aus Spanien, 40 % waren Franzosen. Der Duty-Free-Tourismus war vor dem Beitritt Spaniens zur EU im Jahr 1986 von besonderer Bedeutung, aber immer noch können Besucher, die nach Frankreich und Spanien zurĂŒckkehren, eine freie Menge an Tabakwaren, Alkohol, ParfĂŒm, Lebensmittel und industrieller Produkte (vor allem Klein-Elektronik), mitnehmen, die grĂ¶ĂŸer ist, als bei vielen LĂ€ndern außerhalb der EU (Stand: 2007). Das bedeutet, dass der Handel eine große Rolle in Andorra in Bezug auf BeschĂ€ftigung und Umsatz spielt.

Die meisten Besucher (80 %) sind Tagestouristen aus Spanien und Frankreich. Das Land hat Hunderte von Hotels und andere Übernachtungsmöglichkeiten sowie Thermalquellen in Escaldes-Engordany. 2009 gab es in Andorra 720 Betriebe im Hotel- und Gastronomiegewerbe, und es ĂŒbernachteten 1,8 Millionen GĂ€ste im Land. Die Tourismusindustrie hat sowohl im Sommer als auch im Winter Hochsaison. Andorra ist die grĂ¶ĂŸte Wintersportdestination in den PyrenĂ€en.

Infrastruktur

Verkehr

Andorra besitzt 269 Kilometer Straßen, davon sind 198 Kilometer asphaltiert und 71 Kilometer nicht asphaltiert. Das staatliche Straßennetz besteht zum einen aus sechs Hauptstraßen (Katalanisch carreteres generals, AbkĂŒrzung CG) und zum anderen aus sekundĂ€ren Straßen (Katalanisch carreteres secundĂ ries, AbkĂŒrzung CS). Alle GrenzĂŒbergĂ€nge liegen an Hauptstraßen. Die Hauptverbindung in Richtung Spanien fĂŒhrt ĂŒber die CG 1 durch das Valira-Tal sĂŒdlich von Sant JuliĂ  de LĂČria, weitere GrenzĂŒbergĂ€nge liegen an der CG 4 in Richtung des spanischen Dorfes Tor und an der CG 6. Diese fĂŒhrt als einzige Straße ins spanische Os de CivĂ­s, eine funktionale Exklave. Der einzige GrenzĂŒbergang nach Frankreich befindet sich östlich von Pas de la Casa an der CG 2, die ĂŒber den mit 2408 Metern höchsten PyrenĂ€enpass Port d’Envalira fĂŒhrt. Als Alternative zum Pass besteht seit 2002 auch der 2850 m lange TĂčnel d’EnvalĂŹra.

In den 1980er Jahren wurde der Bau einer zweiten Straßenverbindung mit einem Tunnel (Port du Rat) nach Frankreich begonnen, die heute nordwestlich von El Serrat endet, da auf französischer Seite die Arbeiten wegen Umweltbedenken eingestellt wurden.

Das Land hat keinen „inneren“ Flughafen und es gibt auch keinen Schienenverkehr. Seit 2014 wird jedoch der Flughafen Andorra – La Seu d’Urgell als Andorras Flughafen anerkannt. Internationale Busverbindungen bestehen nach L’Hospitalet-prĂšs-l’Andorre (von dort besteht Bahnverbindung nach Toulouse, Paris und Barcelona), zum Flughafen Toulouse-Blagnac und nach Barcelona. Das interkommunale Busverkehrsnetz Clipol verbindet die Gemeinden mit den wichtigsten StĂ€dten Andorras. Acht Buslinien verkehren tagsĂŒber ab Andorra la Vella. TaxistandplĂ€tze gibt es ausschließlich in Andorra la Vella und Escaldes-Engordany. Über Taxifunk können aus ganz Andorra Taxis bestellt werden.

Verkehrsregeln

Es gilt Rechtsvorfahrt, außer auf Hauptstraßen, und in den Bergen hat der Verkehr bergauf Vorfahrt vor dem Verkehr bergab. Bei den meisten Verkehrskreiseln besteht fĂŒr das Fahrzeug im Kreisverkehr Vorfahrt. Der Verkehr zum Kreisverkehr hat Vorfahrt, wenn davor ein weißes, dreieckiges Verkehrsschild mit rotem Rand und drei schwarzen Pfeilen in einem Kreis steht. Das Telefonieren im Auto per Mobiltelefon ist verboten (außer mit Freisprechanlage).

Geschwindigkeitsbegrenzung

Das generelle Tempolimit betrĂ€gt innerorts 40 km/h sowie außerorts 90 km/h. Autobahnen gibt es in Andorra nicht.

Telekommunikation und Internet

In Andorra gibt es zirka 40.000 TelefonanschlĂŒsse und ĂŒber 70.000 Mobiltelefone. Das Internet wird von ĂŒber 80 % der Bevölkerung genutzt.

Postwesen

Die Post innerhalb Andorras ist kostenlos. Briefe ins Ausland werden ĂŒber die französische oder die spanische Post verschickt. Diese beiden bringen die Briefmarkenausgaben fĂŒr Andorra heraus. Postleitzahlen wurden 2004 eingefĂŒhrt.

Kultur

Der Nationalfeiertag ist der 8. September (Tag der Verge von Meritxell, der Schutzpatronin von Andorra); der Tag der Verfassung ist der 14. MÀrz. Weitere Feiertage sind der 1. Januar (Neujahr) und der 25. Dezember (Weihnachten). Die andorranische Kultur wird sehr stark vom katalanischen Kulturkreis beeinflusst; sie hat einige bedeutende BeitrÀge zur Kultur der Katalanen geleistet.

Literatur

Einer der ersten Schriftsteller des Landes war Antoni Fiter i Rossell aus Ordino. Er beschrieb 1748 die Besiedelung und Feudalgeschichte des Landes und nannte das Werk Digest manual de las valls neutras de Andorra. Der Pfarrer Antoni Puig brachte 1763 eine redigierte Kurzversion heraus, die er Politar AndorrĂ  nannte. Beide Werke werden als bedeutend bezeichnet.

Eine eigene andorranische Belletristik entwickelte sich erst in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts. Darunter sind Autoren wie Antoni Morell, der neben Prosa auch Romane herausgegeben hat, Robert Pastor i Castillo, der katalanische Lyrik und Essays aber auch viele BĂŒcher auf Kastilisch publiziert hat, sowie die Lyriker Josep Enric DallerĂšs und Albert SalvadĂł. Unter den Autoren der jĂŒngeren Generation finden sich Joan Peruga Guerrero (Romane), Albert VillarĂł (Romane und Essays), Manel Gibert VallĂšs (Lyrik), den Autor und Diplomaten Juli Minoves Triquell, sowie die Lyrikerin Teresa Colom. Der Beginn der modernen andorranischen Literatur kann mit der UnabhĂ€ngigkeit 1993 angesetzt werden. Morell, SalvadĂł und VillarĂł haben den andorranischen Preis fĂŒr katalanische Literatur Premi Carlemany gewonnen, und SalvadĂČ, Guerrero und Triquell den Literaturpreis Premi Fiter i Rossell de novel·la. Beide Preise wurden von der andorranischen Regierung ins Leben gerufen.

ReisefĂŒhrer auf Deutsch gibt es speziell zu Andorra nicht, doch bei DuMont sind PyrenĂ€enbĂŒcher erschienen, die das Land umfassend beschreiben. Auch Kurt Tucholsky thematisierte Andorra in seinem PyrenĂ€enbuch.

Musik und Tanz

2004 nahm Andorra zum ersten Mal am Eurovision Song Contest teil. Der Song erregte einiges Aufsehen, vor allem bei katalanischen Medien, da es das erste Lied in der Geschichte des Bewerbs war, das komplett auf Katalanisch gesungen wurde. Allerdings schied das Lied im Halbfinale aus, ebenso wie die BeitrÀge der Jahre 2005 bis 2009. Den besten Platz belegte die Band Anonymous, die im Jahr 2007 knapp das Finale verpasste.

Bekannt ist vor allem das Internationale Jazz-Fest in Escaldes-Engordany, an dem schon Stars wie Miles Davis, Fats Domino und B. B. King teilgenommen haben. Typische TĂ€nze sind die Marratxa und die ContrapĂ s, die vor allem bei Festen zelebriert werden.

Das Kammerorchester Orquestra Nacional de Cambra d’Andorra wurde 1992 gegrĂŒndet und 2006 umbenannt in Orquestra Nacional ClĂ ssica d’Andorra (ONCA).

Andorra hat einen nationalen Knabenchor, Cor Nacional Dels Petits Cantors d’Andorra, der 1991 gegrĂŒndet wurde.

Romanische Kunst

Andorra hat in seiner tausendjĂ€hrigen Geschichte reiche architektonische SchĂ€tze bewahren können, ebenso wie seine Traditionen, die dazu beitragen, dem Land seine IdentitĂ€t zu verleihen und seine UrsprĂŒnge zu bezeugen. Der grĂ¶ĂŸte Teil des architektonischen Erbes besteht aus DenkmĂ€lern religiöser Natur, in Form von GebĂ€uden, Skulpturen und GemĂ€lden. Bekannte Bauwerke sind:

  • Die Kirche in Santa Coloma (Andorra la Vella)
  • Margineda-BrĂŒcke (Sant JuliĂ  de LĂČria)
  • Sant Antoni (La Massana)
  • Heiligtum von Meritxell (Canillo)

Museen

Andorra verfĂŒgt ĂŒber zahlreiche Museen, welche die Geschichte dieses kleinen Landes dokumentieren. Das Casa de la Vall (Andorra la Vella), Sitz des Generalrates der TĂ€ler, wurde 1580 errichtet. Dort können der Gerichtssaal, der Sitzungssaal des Generalrates, der Vornehme Saal und die mit traditionellen Möbeln eingerichtete KĂŒche besichtigt werden. Im Sitzungssaal des Generalrates befindet sich der Schrank mit den sieben SchlĂŒsseln, in dem dereinst die Unterlagen des Rates aufbewahrt wurden. Außerhalb des GebĂ€udes befinden sich neben dem Garten mehrere Monumente, darunter eines von Josep Viladomat. Weitere Museen sind:

  • Das Museu Carmen Thyssen Andorra in Escaldes-Engordany
  • Das Museum Josep Viladomat (in Escaldes-Engordany)
  • Das Museum der Modelle romanischer Kunst (in Escaldes-Engordany)
  • Das Museum Sant Jordi (in Ordino)
  • Das Nationalmuseum des Automobils (in Encamp)
  • Das Tabak-Museum in der alten Reig-Fabrik (in St. JuliĂ  de LĂČria)

Andorranische KĂŒche

Die andorranische KĂŒche hat ihre Wurzeln im Katalanischen und wurde von der französischen wie spanischen beeinflusst. HauptsĂ€chlich werden Produkte aus der Landwirtschaft der drei TĂ€ler verwendet, wie Speck, Fisch, Fleisch (vor allem Kaninchen, Lamm und Ziege), GemĂŒse, Getreide und FrĂŒchte. Typische Gerichte sind:

  • Kaninchen mit Tomaten (conill amb tomĂ quet)
  • Gegrilltes Lamm (xai rostit)

Andere Gerichte sind eher typisch fĂŒr die Hauptstadt Andorra la Vella. Zum Teil stehen sie aber stellvertretend fĂŒr ganz Andorra oder gar die katalanische KĂŒche.

  • Gegrillte und gekrĂ€uterte Weinbergschnecken (Caragols a la llauna)
  • Ente mit Winterbirne (Ă nec amb pera d’hivern)
  • Eberschweinragout (civet de porc fer)
  • Ziegenlamm im Ofen mit kleingeschnittenen getrockneten FrĂŒchten (cabrit al forn amb picada de fruits secs)
  • Flussforelle andorranisch (truita de riu a l’andorrana)
  • Warmer und flambierter Wein (vi calent e cremat)

Medien

Andorra war bis 1981 Sitz der privaten Rundfunkgesellschaften Radio Andorra und Sud Radio, die bis zum 7. April 1981 in Encamp und auf dem Pic Blanc leistungsfĂ€hige Sendeanlagen im Mittel- und Kurzwellenbereich betrieben, deren Empfang in ganz Europa möglich war. SpĂ€ter wurden die Sendeanlagen von der öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaft RĂ dio i TelevisiĂł d’Andorra ĂŒbernommen. Insgesamt gibt es acht Radiosender (darunter fĂŒnf private) und den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Andorra TelevisiĂł (ATV) in Andorra. Ferner können spanische und französische Sender empfangen werden.

Es erscheinen drei Tageszeitungen, der Diari d’Andorra, El Periodic d’Andorra und die BonDia, die gratis angeboten wird.

In der Rangliste der Pressefreiheit 2020, herausgegeben von Reporter ohne Grenzen, belegte Andorra Platz 37 von 180 LÀndern.

Sport

Andorras Olympisches Komitee wurde 1971 gegrĂŒndet und 1975 vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt. Die Athleten des Landes nahmen 1976 erstmals an den Olympischen Winterspielen in Innsbruck und den Olympischen Sommerspielen in Montreal teil. Bisher konnte aber noch kein andorranischer Teilnehmer eine olympische Medaille gewinnen.

Andorra war 1991 und 2005 Austragungsort der EuropĂ€ischen Kleinstaatenspiele. Außerdem war Soldeu Austragungsort des Alpinen Skiweltcups im Februar 2012. Es fand ein Riesenslalom und ein Slalom statt. Der Basketballverein BC River Andorra war 1995/96 Europapokalteilnehmer und spielt seit 2014 wieder in der höchsten spanischen Spielklasse, der Liga ACB.

Neben Wintersport, vor allem Ski Alpin und Skilanglauf, gibt es praktisch zwei Nationalsportarten. Die eine ist Rugby und die andere Rollhockey, in dem Andorra jahrelang zur Weltspitze zÀhlte.

Fußball

Andorras Fußballbund (FederaciĂł Andorrana de Futbol), 1994 gegrĂŒndet, trat 1996 der FIFA und der UEFA bei. Die andorranische Fußballnationalmannschaft spielt ihre Heimspiele im Estadi Comunal d’Aixoval, das sich in Sant JuliĂĄ de LĂČria befindet und das grĂ¶ĂŸte Stadion des Landes ist. Ihr internationales DebĂŒt machte die Nationalmannschaft im November 1996 beim LĂ€nderspiel gegen Estland, das die Andorraner 1:6 verloren. In der FIFA-Weltrangliste steht das Land derzeit mit 1048 Punkten auf Platz 151 und damit im europĂ€ischen Vergleich auf dem vorletzten Rang vor San Marino.

Die höchste Fußballliga in Andorra ist die Primera DivisiĂł, die 1995 gegrĂŒndet wurde. In der Liga spielen derzeit acht Mannschaften um die Meisterschaft. Da das kleine Land mit dem Camp d’Esports d’Aixovall und dem Estadi Comunal d’Andorra la Vella nur zwei Stadien fĂŒr den gesamten Spielbetrieb der ersten und zweiten Liga zur VerfĂŒgung hat, sind die Spieltage hĂ€ufig ĂŒber die Wochenenden verteilt. Bereits 1990 wurde der Copa ConstituciĂł als nationaler Fußballpokal eingefĂŒhrt. Mit sechs Titeln in der Liga und neun im Pokal ist der FC Santa Coloma Rekordmeister und -pokalsieger des Landes.

Der andorranische Meister qualifiziert sich fĂŒr die erste Runde der Champions-League-Qualifikation, wĂ€hrend der Zweitplatzierte in der ersten Runde der Europa-League-Qualifikation einsteigt. Dort tritt ebenfalls der Sieger des Copa ConstituciĂł an.

Einer der grĂ¶ĂŸeren Fußballclubs in Andorra ist der FC Andorra aus Andorra la Vella. Der Verein spielt im Gegensatz zu den anderen andorranischen Vereinen nicht in der eigenen Landesmeisterschaft mit, sondern ist im spanischen Ligasystem vertreten. In den 1980er- und 1990er-Jahren spielte er in der Segunda DivisiĂłn B, der dritthöchsten spanischen Spielklasse, bevor er in den folgenden Jahren um insgesamt fĂŒnf Ligastufen abstieg.

Radsport

Andorra war mehrfach Etappenort bei der Tour de France (1964, 1993, 1997, 2009 und 2016) sowie der Vuelta a España (1967, 1985, 1987, 1988, 1991, 1998, 1999, 2003, 2005, 2008, 2010, 2015 und 2019). Eine Besonderheit bildete die 11. Etappe der Spanienrundfahrt 2015. Diese fand komplett auf dem Staatsgebiet von Andorra statt und fĂŒhrte ĂŒber 138 km und 6 Bergwertungen. Gewonnen wurde die Etappe vom Spanier Mikel Landa.

Motorsport

Persönlichkeiten aus Andorra

  • Manuel Anglada i Ferran (1918–1998), katalanisch-andorranischer Schriftsteller und Autor von SachbĂŒchern ĂŒber die Kultur Andorras und der PyrenĂ€en
  • Rossend Marsol Clua (1922–2006), katalanischer Journalist und andorranischer Schriftsteller
  • Antoni Morell i Mora (1941–2020), Schriftsteller
  • Josep Enric DallerĂšs (* 1949), Schriftsteller
  • Albert SalvadĂł i Miras (1951–2020), Schriftsteller
  • Joan Peruga Guerrero (* 1954), Schriftsteller
  • Marc Bernaus Cano (* 1977), Fußballspieler
  • Àlex Antor i Seignourel (* 1979), SkirennlĂ€ufer
  • Laurent Recouderc (* 1984), französisch-andorranischer Tennisspieler
  • Laure SouliĂ© (* 1987), Biathletin

Siehe auch

Literatur

  • Thomas M. Eccardt: Secrets of the Seven Smallest States of Europe: Andorra, Liechtenstein, Luxembourg, Malta, Monaco, San Marino, and Vatican City. Hippocrene, New York 2004, ISBN 0-7818-1032-9, S. 145–174 (= Andorra: The Pyrenean Microstate)
  • Hellmuth Hecker: Das Staatsangehörigkeitsrecht von Andorra, Liechtenstein, Monaco, San Marino, der Vatikan-Stadt. Metzner, Frankfurt 1958
  • JosĂ© MarĂ­a Vidal y Guitart: Instituciones polĂ­ticas y sociales de Andorra. Inst. Francisco de Vitoria, Madrid 1949

Weblinks

  • Fremdenverkehrsamt von Andorra
  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Andorra

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (7)

Bezeichnung der Regionen: ParrĂČquia
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Andorra la Vella 42.5220941 42.4758837 1.4504326 1.5482574 Andorra la Vella  
Canillo 42.6303169 42.5434814 1.5617024 1.7866154  
Encamp 42.5592916 42.4891177 1.5461846 1.7389626  
Escaldes-Engordany 42.5239178 42.4499626 1.5219494 1.6633965  
La Massana 42.6069687 42.5099116 1.4135324 1.5617024 La Massana  
Ordino 42.6558649 42.5458488 1.4680844 1.6072404  
Sant JuliĂ  de LĂČria 42.4972149 42.4287488 1.4087052 1.5610599  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Andorra

Name englisch: Andorra
Hauptstadt: Andorra la Vella
Kfz: AND
ISO: AD
ISO3: AND
Fläche: 468 km²
Tld: .ad
Wärung Einheit: EUR
Währung: Euro
Vorwahl: 376

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 42.655791
südlichster Punkt: 42.4287632
westlichster Punkt: 1.4087181
östlichster Punkt: 1.786639


 
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