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Staat Informationen : Trinidad und Tobago

Informationen:


Trinidad und Tobago (deutsch [ˈtrÉȘnidatˀʊnt toˈbaːgo], englisch [ˈtÉčÉȘnÉȘdĂŠdəntəˈbeÉȘgoʊ]) ist ein karibischer Inselstaat, der die Inseln Trinidad und Tobago umfasst. Die Inseln sind die sĂŒdlichsten der Kleinen Antillen und liegen vor der KĂŒste Venezuelas.

Etymologie

Die Benennung Trinidads erfolgte durch Christoph Kolumbus im Rahmen seiner dritten Reise 1498. Kolumbus benannte die Insel nach der Dreifaltigkeit, einem Begriff aus der christlichen Theologie. Die Herkunft des Namens Tobago ist nicht zweifelsfrei geklĂ€rt; als am wahrscheinlichsten gilt eine Herleitung vom spanischen Wort fĂŒr Tabak, tabaco, das sich wiederum nach herrschender Meinung von der TaĂ­no-Bezeichnung fĂŒr die Tabakpflanze herleitet.

Geographie

Geologie

Im Gegensatz zu den meisten anderen Inseln der Region sind Trinidad und Tobago nicht vulkanischen Ursprungs, sondern waren einst Teil des sĂŒdamerikanischen Festlandes. Von diesem ist die 4.825 kmÂČ große, auf dem sĂŒdamerikanischen Festlandssockel liegende Hauptinsel Trinidad durch den Golf von Paria getrennt, der ĂŒber zwei Meerengen, die Bocas del DragĂłn und die Boca del Serpiente, mit dem Karibischen Meer bzw. dem Atlantischen Ozean verbunden ist. Tobago liegt nordöstlich von Trinidad und liegt gemĂ€ĂŸ der IHO-Definition auf der Grenze zwischen Karibischem Meer und Atlantik.

Trinidad wird von drei Mittelgebirgsketten durchzogen. Die Northern Range verlĂ€uft in West-Ost-Richtung entlang der NordkĂŒste und beheimatet die beiden höchsten Erhebungen des Landes, den Cerro del Aripo (941 m) und El Tucuche (936 m). Die Central Range ist mit einer Maximalhöhe von 325 m deutlich niedriger und verlĂ€uft von SĂŒdwesten nach Nordosten diagonal durch die Mitte der Insel. Die Southern Range verlĂ€uft entlang der SĂŒdkĂŒste und erreicht maximal 305 m. Auch Tobago (303 kmÂČ) ist durch ein Gebirge gezeichnet und stark bewaldet.

Trinidad verfĂŒgt ĂŒber zahlreiche FlĂŒsse, von denen viele den SĂŒdhĂ€ngen der Northern Range entspringen und sich in der sĂŒdlich davon gelegenen Tiefebene nach Westen oder Osten wenden. Insbesondere die Caroni Plain, ein Landschaftsgroßraum zwischen Northern Range und Central Range, ist dadurch sehr fruchtbar. Die lĂ€ngsten dieser FlĂŒsse sind der 42 km lange Ortoire River, der nach Osten in den Atlantik entwĂ€ssert, und der 40 km lange Caroni River, der nach Westen ĂŒber den Caroni Swamp in den Golf von Paria mĂŒndet.

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind (Stand Zensus 2011) Chaguanas (83.516 Einwohner), San Fernando (48.838 Einwohner), San Juan (45.146 Einwohner), Port of Spain (37.074 Einwohner) und Arima (33.606 Einwohner).

Klima

Das Klima ist tropisch; im Bergland im SĂŒden von Trinidad existiert ein Savannenwald. Die Regenzeit dauert von Juni bis Dezember, wobei JahresniederschlĂ€ge um 2.000 mm erreicht werden. Die Durchschnittstemperatur betrĂ€gt tagsĂŒber etwa 30 °C, nachts fĂ€llt sie auf ca. 20 °C. Im Gegensatz zu den meisten Inseln der Karibik liegen Trinidad und Tobago sĂŒdlich der Hurrikan-Zone.


Flora und Fauna

Trinidad und Tobago liegen in einem BiodiversitĂ€ts-Hotspot. Die Lage der Inseln nahe dem sĂŒdamerikanischen Kontinent und die Vielfalt an Habitaten fĂŒhrte zu einer sehr diversen Biota. Ökologen zĂ€hlten 97 einheimische SĂ€ugetier-, 400 Vogel-, 55 Reptilien-, 25 Amphibien- und 617 Schmetterlingsarten sowie ĂŒber 2.200 Arten an GefĂ€ĂŸpflanzen. Kaum ein anderes Gebiet Westindiens und nur wenige Gebiete SĂŒdamerikas weisen diese Vielfalt auf. Die bis zu 1000 m hohen Bergketten sind mit tropischem Regenwald bedeckt. In Trinidad endemische Tierarten sind unter anderem der Trinidadguan, der Oropuche-Guppy und der Golden Tree Frog (Phyllodytes auratus).

Naturschutz

ZustĂ€ndig fĂŒr den Umweltschutz ist das Ministry of Planning and Development. Es ist damit auch verantwortlich fĂŒr die Umsetzung der BiodiversitĂ€tskonvention und die Erhaltung der biologischen Ressourcen des Landes. Dem Ministerium sind u. a. eine Fachabteilung fĂŒr Wald und Forstwissenschaft, die Umweltbehörde Environmental Management Authority und die Agentur fĂŒr GrĂŒnanlagen unterstellt. Das Tourismusministerium ist die Aufsichtsbehörde fĂŒr den Emperor Valley Zoo.

Nationalparks

Die Nationalparkabteilung des Umweltministeriums betreut eine Anzahl verschiedener Schutzgebiete mit unterschiedlichem Schutzstatus und Ziel (Marine Reserve, Nationalpark, Protected Sites). Einziger Nationalpark der Inseln ist der Maracasstrand. In den folgenden Gebieten hat die Agentur Stationen:

  • San Fernando Hill National Landmark
  • Caura Recreation Site
  • Quinam Recreation Site
  • Cleaver Woods Recreation Park
  • Aripo Savannen Scientific Reserve

Bevölkerung

Die Bevölkerung Trinidads konzentriert sich ĂŒberwiegend auf den westlichen Teil der Insel, wĂ€hrend der östliche und nördliche Teil der Insel stark lĂ€ndlich geprĂ€gt sind. Port of Spain ist im Laufe der Zeit mit den weiter östlich gelegenen Vororten zusammengewachsen und bildet den East-West Corridor, in welchem mehr als 500.000 Menschen leben, was knapp die HĂ€lfte der Einwohner ausmacht. Die sĂŒdlich der Northern Range gelegene Agglomeration macht das wirtschaftliche Zentrum der Insel aus.

Die Bevölkerung wÀchst langsam. Die Geburtenrate pro Frau lag 2019 bei 1,7 Kinder pro Frau. Auf 1.000 Einwohner kamen 16,6 Geburten und 8,5 TodesfÀlle. Aufgrund einer hohen Emigrationsrate wuchs die Bevölkerung 2019 nur um 0,4 %.

2019 betrug die Lebenserwartung 73,5 Jahre.

Volksgruppen

Die ursprĂŒnglich indianische Bevölkerung (Arawak) ist seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ausgestorben. Heute machen Indigene nur noch 0,11 % der Bevölkerung aus. Wie ĂŒberall in der Karibik, wo Plantagenwirtschaft betrieben wurde, beruhte diese auf der brutalen Ausbeutung von Sklaven. Mit der Abschaffung der Sklaverei in den britischen Kolonien im Jahre 1834 wurden die Sklaven durch Kontraktarbeiter, vor allem aus Britisch-Indien, ersetzt. Die Arbeits- und Lebensbedingungen dieser Kontraktarbeiter unterschieden sich nur unwesentlich von denen der Sklaverei.

Die Einwohner sind, abhĂ€ngig davon, welcher Insel sie sich zugehörig fĂŒhlen, als Trinidader („Trinidadians“) und Tobagoer („Tobagonians“) bekannt.

Laut Zensus von 2011 betrachten sich etwa 34,2 % der Bevölkerung als Nachkommen der in frĂŒheren Jahrhunderten aus Afrika verschleppten Sklaven, circa 35,4 % verorten ihre Vorfahren auf dem indischen Subkontinent und ungefĂ€hr 22,8 % sehen sich als „gemischter“ EthnizitĂ€t; etwas mehr als 1,4 % haben andere Angaben gemacht, davon sind 0,6 % Weiße („Caucasian“), 0,3 % chinesischer und jeweils 0,1 Prozent portugiesischer, syrisch-libanesischer sowie indigener Herkunft.

Im Jahre 2017 waren 3,7 % der Bevölkerung Migranten. Die meisten Migranten kommen von anderen Karibikinseln.

Religionen

Rund 55 % der Einwohner bekennen sich zum Christentum, wovon 21,6 % dem katholischen Glauben anhÀngen und der Rest sich unter acht verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen aufteilt. 18,2 % der Bevölkerung sind Hindus, und 5 % gelten als Muslime. 13,3 % der Einwohner können keiner Glaubensrichtung zugeordnet werden, und der Rest von 8,5 % verteilt sich auf unterschiedliche kleinere Glaubensgemeinschaften.

Sprachen

Englisch, das von ĂŒber 95 % der Bevölkerung gesprochen wird, ist die am weitesten verbreitete Sprache. Spanisch ist aufgrund der NĂ€he zu Venezuela ebenfalls (meist als Zweitsprache) verbreitet. Im lĂ€ndlichen Raum haben sich kleine Sprachinseln von Arawak- und Kreol-Dialekten gehalten.

Geschichte

Sowohl Trinidad als auch Tobago wurden ursprĂŒnglich von Indianern sĂŒdamerikanischen Ursprungs bewohnt. Die Erstbesiedelung Trinidads durch JĂ€ger und Sammler fand vor mindestens 7.000 Jahren statt. Somit handelt es sich um die am frĂŒhesten besiedelte Insel der Karibik. Als erste keramische Kultur besiedelten die Saladoiden um 250 v. Chr. Trinidad und Tobago. Sie hatten ĂŒber die gesamten Antillen bis Hispaniola ein Handelsnetz gespannt, das auch das nördliche SĂŒdamerika miteinschloss. Auch den Ackerbau brachten die Saladoiden auf die Inseln. Spuren der Saladoiden finden sich unter anderem in Blanchisseuse. Zur Zeit des Erstkontakts mit EuropĂ€ern lebten auf Trinidad arawakisch sprechende VolksstĂ€mme wie Nepoya und Suppoyo, die die Saladoiden im 7. bis 9. Jahrhundert n. Chr. von den Inseln der Karibik verdrĂ€ngten, sowie karibische Gruppen, die ab 1200 n. Chr. auf den Antillen auftauchten. Tobago dagegen wurde von Insel-Kariben und Galibi bewohnt.

Christoph Kolumbus erreichte die Insel Trinidad am 31. Juli 1498. Wegen ihrer drei markanten Bergspitzen benannte er sie nach der Dreifaltigkeit. Aber erst 1592 ließen sich spanische Siedler auf der Insel nieder. Hauptwirtschaftszweige waren der Anbau von Kakao und Tabak. 1797 ĂŒbernahmen die Briten die Kontrolle ĂŒber Trinidad.

Der Name der Insel Tobago leitet sich vermutlich vom Wort Tabak ab. Auch sie wurde von Kolumbus entdeckt. Im 17. Jahrhundert stritten Franzosen, Briten, NiederlĂ€nder und KurlĂ€nder um die Herrschaft ĂŒber die Insel. In dieser Zeit wechselte Tobago 31-mal den Besitzer. 1704 wurde sie zu neutralem Territorium erklĂ€rt. 1797 besetzten die Briten Trinidad und sicherten durch den Frieden von Amiens ihre Besitzung. Im Frieden von Paris ging 1814 auch Tobago in den Besitz von Großbritannien ĂŒber. 1888 wurde die Verwaltung von Tobago der von Trinidad unterstellt.

Der Inselstaat war frĂŒher ein Zentrum der Sklaverei. Die Vergangenheit spiegelt sich heute noch in den Namen der Einwohner. Viele tragen die englischen Vornamen, mit denen ihre Vorfahren gerufen wurden, nun als Familiennamen. Beispiele hierfĂŒr sind die Fußball-Nationalspieler Stern John und Kelvin Jack.

Im Zweiten Weltkrieg war Trinidad der grĂ¶ĂŸte alliierte MilitĂ€rstĂŒtzpunkt in der Karibik, da es eine wesentliche Rolle in der U-Boot-BekĂ€mpfung im Atlantik und im Karibischen Meer spielte. In dieser Zeit entstanden die Grundlagen fĂŒr die heutige Infrastruktur und Industrie der Insel.

Noch vor der UnabhĂ€ngigkeit, unter britischer Verwaltung, wurde 1946 das aktive und passive Frauenwahlrecht eingefĂŒhrt.

1958 wurde Trinidad und Tobago unabhĂ€ngig von Großbritannien als Teil der Westindischen Föderation, deren Hauptstadt Port of Spain war. Die Föderation zerbrach aber schon 1962; am 31. August wurde Trinidad und Tobago endgĂŒltig unabhĂ€ngig. Das Frauenwahlrecht wurde bei der UnabhĂ€ngigkeit 1962 bestĂ€tigt. ZunĂ€chst war das Land eine Monarchie unter Elisabeth II., seit 1976 ist es eine Republik im Rahmen des Commonwealth of Nations.

1990 stĂŒrmten 114 Mitglieder von Jamaat al Muslimeen, einer muslimischen Rebellengruppe unter der FĂŒhrung von Yasin Abu Bakr (eigentlich Lennox Phillip), das ParlamentsgebĂ€ude „Red House“ und die damals einzige Fernsehstation von Trinidad und Tobago. Dort hielten sie sechs Tage lang Beamte als Geiseln, bevor sie aufgaben.

Der Nationalfeiertag ist der 31. August. Aufgrund des Kapitulationsvertrages zwischen Spanien und Großbritannien vom 18. Februar 1797 blieb Fronleichnam auch unter britischer Herrschaft ein staatlicher Feiertag und ist es bis heute.

Trinidad und Tobago ist einer der Staaten im Commonwealth, der bis heute fĂŒr bestimmte Straftaten die Todesstrafe verhĂ€ngt. FĂŒr Mord war sie bis 2011 die einzig vorgesehene Strafe. Vollstreckung der Todesstrafe war nach einem Urteil des Judicial Committee of the Privy Council in London faktisch außer Kraft gesetzt worden, da das Komitee eine Vollstreckung der Todesstrafe nach einer Haftzeit von ĂŒber fĂŒnf Jahren als „grausam“ (engl. cruel and unusual punishment) angesehen hatte. Den Verteidigern gelang es im Anschluss an dieses Urteil, die Dauer des Revisionsverfahren bis zu einem endgĂŒltigen Urteil ĂŒber diese festgesetzte FĂŒnf-Jahres-Frist zu ziehen, so dass seit 1999 kein Todesurteil mehr vollstreckt wurde.

Politik

Politisches System

Trinidad und Tobago ist eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der PrĂ€sident, der von einem Wahlkollegium (Vertreter beider Kammern) indirekt auf fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt. Seit 2018 ist Paula-Mae Weekes die erste PrĂ€sidentin des Landes.

Das Parlament besteht aus einem ReprĂ€sentantenhaus mit 41 gewĂ€hlten Abgeordneten und einem Senat aus 31 vom PrĂ€sidenten ernannten Mitgliedern. Von diesen schlĂ€gt der MinisterprĂ€sident 16 Mitglieder vor, 9 der OppositionsfĂŒhrer. Die Republik ist ein Einheitsstaat, aber Tobago hat ein eigenes Parlament und begrenzte Autonomie.

Das ReprĂ€sentantenhaus wird nach dem relativen Mehrheitswahlrecht in Einpersonenwahlkreisen gewĂ€hlt, so dass sich ein Zweiparteiensystem entwickelte. Die dominierenden Parteien sind der United National Congress (UNC), die Partei der indischen Einwanderer, und das People’s National Movement (PNM), die sich hauptsĂ€chlich auf die Bevölkerung afrikanischen Ursprungs stĂŒtzt. Nur selten saßen weitere Parteien im Parlament.

Bei der Wahl zum ReprĂ€sentantenhaus 2015 siegte das PNM unter Keith Rowley, der damit das Amt des Premierministers von der UNC-Vorsitzenden Kamla Persad-Bissessar ĂŒbernahm. Bei den letzten Wahlen am 10. August 2020 verlor die PNM zwar einen Sitz, konnte mit 22 Sitzen aber die Mehrheit knapp verteidigen. Die UNC erhielt 19 Sitze.

Polizei und MilitÀr

Die Trinidad and Tobago Defence Force (TTDF) besteht aus den TeilstreitkrĂ€ften Trinidad and Tobago Regiment (Infanterie), KĂŒstenwache, Air Guard (Luftwaffe) und der Reserve. Das Regiment besteht aus rund 2.800 MĂ€nnern und Frauen, die TTDF insgesamt aus etwa 4.000.

Die 1962 nach der UnabhĂ€ngigkeit des Landes eingefĂŒhrte Armee ist die grĂ¶ĂŸte militĂ€rische Einheit in der englischsprachigen Karibik. Die TTDF untersteht dem Ministry of National Security. Der Commander in Chief ist der PrĂ€sident, derzeit PrĂ€sidentin Paula Mae Weekes. Chef des Verteidigungsministeriums ist Brigadier General Kenrick Maharaj.

Menschenrechte, KriminalitÀt und Drogenhandel

Es gibt wiederholt von Amnesty International bestĂ€tigte Berichte ĂŒber Tötungen durch die Polizei, deren UmstĂ€nde auf rechtswidrige Tötungen hindeuten.

Trinidad und Tobago hat unter einer relativ hohen Mordrate zu leiden, die zu großen Teilen auf Drogen- und BandenkriminalitĂ€t zurĂŒckzufĂŒhren ist. In den vergangenen Jahren waren zumeist ĂŒber 400 Mordopfer bei einer Gesamtbevölkerung von circa 1,3 Millionen zu beklagen. Trinidad und Tobago gilt als Umschlagplatz fĂŒr Drogen, insbesondere Kokain, die vom nahegelegenen sĂŒdamerikanischen Kontinent aus vor allem nach Nordamerika transportiert werden. Die geographische Lage der beiden Inseln Trinidad und Tobago, nur schwer zu bewachende KĂŒstenabschnitte und eine hohe Korruption verbunden mit einer gewissen UnfĂ€higkeit bzw. Unwilligkeit von staatlichen Behörden zur BekĂ€mpfung des Drogenhandels machen Trinidad und Tobago zu einem „idealen“ Umschlagsort fĂŒr Drogen. So wurde im Dezember 2013 im US-Bundesstaat Virginia Kokain im Wert von circa 100 Millionen US-Dollar sichergestellt. Die Drogen waren als Fruchtsaft in Dosen einer trinidadischen Firma getarnt in einem Schiffscontainer von Trinidad nach Virginia transportiert worden.

Verwaltungsgliederung

Trinidad und Tobago gliedert sich in neun Regionen, drei Boroughs, zwei StÀdte und einen Ward.

Bis 1990 waren Trinidad und Tobago in acht Countys geteilt, diese wiederum waren unterteilt in Wards. Tobago war ein Ward des Countys Saint David.

  • Caroni
  • Mayaro
  • Nariva
  • Saint Andrew
  • Saint David
  • Saint George
  • Saint Patrick
  • Victoria

Wirtschaft

Allgemeines

UrsprĂŒnglich wurden in Trinidad Zuckerrohr und andere Plantagenpflanzen fĂŒr den Export angebaut. Heute gibt es noch Zucker- und Kakaoanbau. In jĂŒngster Zeit wurden immer mehr landwirtschaftliche Produkte fĂŒr den Eigenbedarf angebaut. Die Forstwirtschaft beschrĂ€nkt sich auf die Gewinnung von Teak und einigen anderen Tropenhölzern. Der wenige noch vorhandene tropische Regenwald wird geschont. Trinidad und Tobago deckten vor der Erfindung des Kunstasphalts gemeinsam mit Venezuela einen großen Bedarf an Asphalt. Der Asphalt wurde im La Brea Pitch Lake abgebaut.

Wichtig fĂŒr die Entwicklung der Insel war die Förderung von Erdöl. Daraus ist eine ganze Industrie (ErdgasverflĂŒssigung u. a.) entstanden, die 2014 45 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitrug. Trinidad ist die am meisten industrialisierte Insel der Karibik. Neben der petrochemischen Industrie gibt es viele Betriebe der Nahrungsmittel- und Leichtindustrie fĂŒr den lokalen Bedarf und die Versorgung der Nachbarinseln. Die Industrie ist zum Teil staatlich, aber ĂŒberwiegend privat. Viele Staatsbetriebe wurden in den letzten Jahren privatisiert.

Das Land hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen (15.342 US-Dollar im Jahre 2016) des gesamten Amerikanischen Doppelkontinents. Der Absturz des Ölpreises sorgte ab 2015 allerdings fĂŒr eine Wirtschaftskrise.

Trinidad und Tobago ist Mitglied der International Cocoa Organization.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Trinidad und Tobago Platz 83 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 87 von 180 LĂ€ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenrate lag im Jahr 2017 bei 4,5 %, unterbeschĂ€ftigte Personen sind nicht mit einberechnet. 2016 arbeiteten 3,1 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft, 11,5 % in der Industrie und 85,4 % im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2017 auf 629.000 geschĂ€tzt; davon sind 42 % Frauen.

Dienstleistungen

Der Dienstleistungssektor ist geprĂ€gt von Finanzdienstleistern wie Banken, Versicherungen sowie von vielen Groß- und Einzelhandelsbetrieben. Es gibt eine nationale Fluggesellschaft, die Caribbean Airlines, und zwei VerkehrsflughĂ€fen, den Flughafen Piarco auf Trinidad in der NĂ€he von Port of Spain und den Flughafen Crown Point auf Tobago. In Tobago besteht ein ausgeprĂ€gter internationaler Tourismus.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 9,3 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 7,3 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 9,7 % des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 12,8 Mrd. US-Dollar oder 61,0 % des BIP.

Kultur und Medien

Kultur

Die Steel Pan ist das nationale Musikinstrument von Trinidad und Tobago und wird aus einem runden Metallresonanzkörper hergestellt. Das Instrument wurde in den 1930er-Jahren erfunden. Die britischen Kolonialherren verboten den Einheimischen das Trommeln auf afrikanischen Schlaginstrumenten. Deshalb suchte die Unterschicht Trinidads nach neuen Möglichkeiten des musikalischen Ausdrucks. Somit entstanden die ersten Steel Pans aus ausrangierten ÖlfĂ€ssern, die es in Trinidad aufgrund der Ölindustrie im Überfluss gab. Internationale Aufmerksamkeit erlangte die Steel Pan, als TASPO (Trinidad All Steel Percussion Orchestra) 1951 nach England eingeladen wurde, um auf dem Festival of Britain dieses neuartige Musikinstrument zu prĂ€sentieren. Die Steel Pan ist eines der wenigen akustischen Musikinstrumente, das wĂ€hrend des 20. Jahrhunderts erfunden wurde, und erfreut sich seit ihrer Entstehung vor allem in Nordamerika und Europa großer Beliebtheit. Der u. a. auf Steel Pans gespielte Calypso und die daraus entstandenen Musikrichtungen Soca, Rapso und Chutney haben ihre Heimat ebenfalls in Trinidad und Tobago. Neben einheimischen Musikstilen erfreut sich R&B US-amerikanischer PrĂ€gung großer Beliebtheit. Ein Nischendasein fĂŒhrt Anti-Everything, Trinidads einzige Punk-Band.

Trinidad ist fĂŒr seinen Karneval bekannt, einen der grĂ¶ĂŸten der Welt.

Bekannte Schriftsteller aus Trinidad und Tobago sind der LiteraturnobelpreistrÀger V. S. Naipaul, C. L. R. James, Michael Anthony und Anthony de Verteuil.

Die trinidadische KĂŒche ist geprĂ€gt durch die Vielfalt ihrer Ă€ußeren EinflĂŒsse.

Medien

Im Land gibt es Pressefreiheit.

Es gibt drei unabhÀngige Tageszeitungen:

  • Newsday (Auflage ca. 71.000)
  • Express (Auflage ca. 88.000)
  • Guardian (Auflage ca. 56.000)

Radiostationen:
In Trinidad und Tobago gibt es zahlreiche Radiosender. Drei davon werden von der staatlichen Caribbean New Media Group (CNMG) betrieben.

Fernsehen:

  • TV 6 (privat)
  • CNN 3 (privat)
  • TIC
  • Gayelle TV (privat)
  • CNC 3 (privat)
  • NCC (staatlich)
  • PARL (staatlich)
  • CNMG (staatlich)
  • WIN TV (privat)
  • IBN (privat)
  • IETV (privat)
  • Synergy (privat)

2016 nutzten 69,1 % der Bevölkerung das Internet.

Sport

Der Nationalsport auf den beiden Inseln ist Cricket. Die Spieler aus Trinidad und Tobago spielen im West Indies Cricket Team. Das West Indies Cricket Team nahm an jedem Cricket World Cup teil und gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979. Im MĂ€rz und April 2007 fand erstmals eine Cricketweltmeisterschaft in der Karibik statt. Einige Spiele der Vorrunde wurden im Queen’s Park Oval in Port of Spain ausgetragen.

Die Fußballnationalmannschaft von Trinidad und Tobago (auch Soca Warriors genannt) qualifizierte sich 2005 zum ersten Mal fĂŒr eine Fußballweltmeisterschaft und nahm an der Endrunde in Deutschland 2006 teil. Die Mannschaft unter Trainer Leo Beenhakker schied in der Vorrunde aus, ĂŒbertraf jedoch viele Erwartungen. Trinidad und Tobago war, bis sich Island fĂŒr die Weltmeisterschaft 2018 qualifizierte, bevölkerungsmĂ€ĂŸig das kleinste Land, das an einer Fußballweltmeisterschaft teilgenommen hat. Aus Tobago stammt der Fußballspieler Dwight Yorke, der bei Manchester United spielte und auf 72 EinsĂ€tze in der Nationalmannschaft kam. In Trinidad und Tobago fand die U-17-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2010 statt.

Der berĂŒhmteste Sportler des Landes ist der Leichtathlet Hasely Crawford, der bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal eine Goldmedaille im 100-Meter-Lauf gewann. Keshorn Walcott wurde in London 2012 ĂŒberraschend Olympiasieger im Speerwurf, er erzielte dabei die Weite von 84,58 Metern. Auch Ato Boldon gewann mehrere Medaillen bei Olympischen Spielen 1996 und 2000 und wurde 1997 Weltmeister ĂŒber 200 Meter. Darrel Brown errang bei Weltmeisterschaften mehrere Silbermedaillen ĂŒber 100 Meter und in der 4-mal-100-Meter-Staffel. Die zweite olympische Medaille bei den Spielen 2012 in London wurde in der 4-mal-100-Meter-Staffel nach der Disqualifikation von Kanada und hinter den Teams von USA und Jamaika (Weltrekord) errungen. Der erste Medaillengewinner im Bereich Leichtathletik bei Olympischen Spielen war Edwin Roberts, 1964 mit Bronze ĂŒber 200 Meter. Rodney Wilkes gewann bereits bei den Olympischen Spielen 1948 und 1952 Medaillen im Gewichtheben. PopulĂ€r sind auch der Cricketspieler Brian Lara oder der Bahnradsportler Roger Gibbon, der als erster Radsportler des Landes eine Medaille bei Rad-Weltmeisterschaften errang. George Bovell errang als erster karibischer Schwimmer 2004 eine olympische Bronzemedaille.

Die grĂ¶ĂŸten Stadien des Landes sind das Hasely Crawford Stadium fĂŒr 27.000 und das Queen’s Park Oval fĂŒr 25.000 Zuschauer, beide in Port of Spain. Auf Tobago befindet sich das Dwight Yorke Stadium. Trinidad verfĂŒgt auch ĂŒber drei Radrennbahnen.

Die Liste der olympischen Medaillengewinner aus Trinidad und Tobago zeigt, dass auf den beiden Inseln hervorragende Sprinter zu Hause sind.

Literatur

  • Christian Cwik, Verena Muth: Trinidad und Tobago. In: Wolfgang Gieler, Markus Porsche-Ludwig (Hrsg.): Staatenlexikon Amerika: Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft. Peter Lang, Berlin 2018, ISBN 978-3-631-77017-7, S. 417–428.
  • The Central Statistical Office (Hrsg.): Trinidad and Tobago 2011 Population and Housing Census Demographic Report. Port of Spain 30. November 2012 (englisch, online [PDF; 27,4 MB]). 

Weblinks

Staatliche Seiten

  • Offizielle InternetprĂ€senz der Regierung (englisch)
  • Offizielle Tourismus-InternetprĂ€senz
  • Offizielle InternetprĂ€senz des Parlaments
  • National Library and Information System Authority Nationalbibliothek

Andere

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Trinidad und Tobago
  • Timeline: Trinidad and Tobago – wichtige Daten der Geschichte Trinidad und Tobagos auf einer Webseite der BBC
  • The Geological Society of Trinidad and Tobago (englisch)
  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Trinidad und Tobago
  • Dossier des CIA ĂŒber der Republik Trinidad und Tobago

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
TT.TP Arima  
TT.CH Chaguanas  
TT.CT Couva/Tabaquite/Talparo  
TT.DM Diego Martin  
TT.MR Mayaro/Rio Claro  
TT.PD Penal/Debe  
TT.PF Point Fortin  
TT.PS Port of Spain  
TT.PT Princes Town  
TT.SF San Fernando  
TT.SL San Juan/Laventille  
TT.SN Sangre Grande  
TT.SI Siparia  
Tobago  
TT.TP Tunapuna/Piarco  
 

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Flagge: Trinidad and Tobago

Name englisch: Trinidad and Tobago
Hauptstadt: Port of Spain
Kfz: TT
ISO: TT
ISO3: TTO
Fläche: 5128 km²
Tld: .tt
Wärung Einheit: TTD
Währung: Dollar
Vorwahl: +1-868

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 11.3625357
südlichster Punkt: 10.0431694
westlichster Punkt: -61.9310689
östlichster Punkt: -60.4924177


 
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