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Staat Informationen : Guyana

Informationen:


Guyana – amtlich Kooperative Republik Guyana ([guˈjaːna], englisch Co-operative Republic of Guyana) – ist ein Staat an der AtlantikkĂŒste SĂŒdamerikas. Er grenzt im SĂŒden und Westen an Brasilien, im Nordwesten an Venezuela und im Osten an Suriname.

Geografie

Guyana liegt zwischen 1° und 8,5° nördlicher Breite und zwischen 57° und 61° westlicher LĂ€nge. Der tiefste Punkt befindet sich an der Atlantik-KĂŒste, höchster Punkt ist der Berg Roraima-Tepui mit 2.810 m. An der Grenze zu Venezuela und Brasilien erhebt sich das Bergland von Guayana, nach dem der Staat benannt wurde. Der Hauptfluss ist der Essequibo, der im SĂŒden des Landes entspringt und im Norden in den Atlantik mĂŒndet. Im Nationalpark Potaro befinden sich die 225 m hohen Kaieteur-FĂ€lle.

85 % des Landes sind dĂŒnn besiedelter tropischer Regenwald. Der Westen und SĂŒden sind von Gebirgsketten durchzogen, in denen die wichtigsten FlĂŒsse des Landes entspringen. An der KĂŒste findet man einen sumpfigen KĂŒstenstreifen. Dahinter befindet sich eine 20 bis 70 km breite Schwemmlandzone, die teilweise auf Meeresspiegelniveau liegt und im 18. Jahrhundert von niederlĂ€ndischen Siedlern eingedeicht sowie durch zahllose EntwĂ€sserungskanĂ€le trockengelegt wurde. Hier befindet sich der AgrargĂŒrtel des Landes mit Anbau von Reis, Zuckerrohr, KokosnĂŒssen und ZitrusfrĂŒchten.

Klima

Das Klima ist tropisch mit NiederschlĂ€gen bis 3000 mm pro Jahr; Temperaturen im Jahresmittel 27 °C, Höchsttemperaturen um 34 °C, Niedrigsttemperaturen um 20 °C; Luftfeuchtigkeit 73–88 %. Es gibt zwei Regenperioden: stark von April bis August, schwĂ€cher September bis November, wieder stĂ€rker bis Ende Januar, danach Trockenheit bis Anfang April.

Umwelt

Nach Ansicht von Klimaexperten der Weltbank gehört Guyana zu den Staaten im sĂŒdamerikanisch-karibischen Raum, die von einem Anstieg des Meeresspiegels im Zuge des Klimawandels besonders stark betroffen sein werden. Ein Meeresspiegelanstieg von einem Meter wĂŒrde in Guyana ein Gebiet ĂŒberschwemmen, in dem 70 % der Bevölkerung leben und 40 % der landwirtschaftlichen NutzflĂ€che des Landes liegen. Die Regierung stellte 2004 im SĂŒdwesten von Guyana ein Gebiet von rund 4.000 Quadratkilometern unter Schutz, in dem das indigene Volk der Waiwai lebt.

Nach dem im Januar 2018 veröffentlichten Environmental Performance Index, Zustand und Dynamik des Umweltsystems, belegt Guyana den 128. Platz von 180 LÀndern.

StÀdte

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind (Stand 1. Januar 2017): Georgetown 235.017 Einwohner, Linden 44.690 Einwohner, New Amsterdam 35.039 Einwohner und Anna Regina 12.448 Einwohner.

Die Agglomeration Georgetown hatte bei der VolkszÀhlung 1991 151.679 Einwohner, bei der letzten VolkszÀhlung am 15. September 2002 waren es 137.330. Damit konzentrieren sich rund 20 Prozent der Menschen des Landes in der Hauptstadtregion.

Bevölkerung

Einwohner

Nach der VolkszÀhlung 2002 setzt sich die Bevölkerung entsprechend ihrer ethnischen Herkunft wie folgt zusammen:

  • 43,4 % Inder aus dem ehemaligen Britisch-Indien
  • 30,2 % Kreolen, auch Afro-Guyaner
  • 16,7 % gemischter Herkunft
  • 9,2 % Indigene Völker
  • 0,2 % Chinesen
  • 0,2 % Portugiesen
  • 0,1 % ĂŒbrige EuropĂ€er

Die hauptsĂ€chliche Besiedlung ist der KĂŒstenraum. Im Hochland sind einzelne IndianerstĂ€mme angesiedelt.

Religionen

Anteile der Religionen an der Bevölkerung:

  • 56,7 % Christen
    • 17,0 % Pfingstler
    • 8,1 % Katholiken
    • 7,0 % Anglikaner
    • 5,0 % Siebenten-Tags-Adventisten
    • 1,7 % Methodisten
    • 1,1 % Zeugen Jehovas
    • 17,9 % andere Christen
  • 28,8 % Hindus
  • 7,3 % Muslime
  • 4,3 % Atheisten
  • 0,5 % Rastafaris
  • 0,1 % Bahai
  • 1,3 % andere

Im Hochland leben nach wie vor Indianergemeinschaften, die ihre eigenen ethnischen Religionen praktizieren.

Sprachen

Umgangssprache ist vor allem ein teilweise kreolisiertes Englisch, daneben indische Sprachen (unter anderem Hindi) sowie Indianersprachen. Außer dem Englischen haben elf weitere Sprachen den Status einer amtlich anerkannten Sprache.

Geschichte

Herkunft des Namens „Guyana“

Der Name „Guyana“ wurde vom ursprĂŒnglichen Namen der Region Guiana abgeleitet. Die Region umfasst Guyana, Suriname, Französisch-Guayana und Teile von Venezuela und Brasilien. Laut dem Oxford English Dictionary bedeutet der Name „Land der vielen GewĂ€sser“.

Kolonialzeit

Das heutige Guyana bestand im 17. und 18. Jahrhundert aus den durch die Niederlande gegrĂŒndeten Kolonien Essequibo, Demerara und Berbice. 1763 kam es in Berbice zum Sklavenaufstand unter dem heute als Nationalheld angesehenen Cuffy.

Die Entwicklung des Frauenwahlrechts ist mit der Kolonialgeschichte des Gebietes verknĂŒpft. 1812 wurde nach Frank A. Narain Frauen das Stimmrecht zugestanden, wenn sie Sklaven besaßen oder Einkommensteuer auf mindestens 10 000 Gulden zahlen konnten; in der Quelle finden sich keine Angaben dazu, ob damit Gleichheit zwischen Frauen und MĂ€nnern hergestellt wurde.

Der Besitz dieser Gebiete wechselte bis 1815 mehrmals zwischen den KolonialmĂ€chten Niederlande, Großbritannien und Frankreich. Nach der Niederlage von NapolĂ©on Bonaparte wurden die drei Kolonien auf dem Wiener Kongress 1815 an das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland ĂŒbertragen. 1831 wurde hieraus die Kolonie Britisch-Guayana gegrĂŒndet.

Am 1. August 1834 trat die Abschaffung der Sklaverei in Kraft. Nach Ablauf der anschließenden Arbeitspflicht fĂŒr die ehemaligen Sklaven, am 31. Juli 1838 und dem Verlust von ArbeitskrĂ€ften vor allem auf den Plantagen verpflichteten die Briten Kontraktarbeiter aus Britisch-Indien als Ersatz.

Ab 1849 durften nur noch mĂ€nnliche britische StaatsbĂŒrger wĂ€hlen; durch Anforderungen an das Vermögen war deren Wahlrecht weiterhin eingeschrĂ€nkt.

Nach Frank A. Narain erhielten 1928 die Frauen das aktive Wahlrecht zurĂŒck; das Wahlrecht war auch weiterhin an ein bestimmtes Vermögen gekoppelt. Eine andere Quelle nennt 1945 als Jahr fĂŒr die EinfĂŒhrung des aktiven Frauenwahlrechts zum gesetzgebenden Gremium von Britisch-Guayana.

Im Jahre 1953 intervenierten britische Truppen in Britisch-Guayana, da befĂŒrchtet wurde, die durch das Ehepaar Janet und Cheddi Jagan gegrĂŒndete People’s Progressive Party (PPP) wolle in Guyana einen kommunistischen Staat einrichten.

Forschungsreisen

Der britische Geologe und Topograph Charles B. Brown bereiste von 1868 bis 1871 im Auftrag der Kolonialverwaltung das meist unerforschte Hinterland der Region zwischen Suriname und Venezuela. Brown war mit der exakten Vermessung der FlusslĂ€ufe und geologischen Untersuchungen beauftragt. Dank seiner 40-monatigen Forschungsreisen im tropischen Urwald wurden zahlreiche Einheimischensiedlungen, LagerstĂ€tten von BodenschĂ€tzen und topographische Besonderheiten im Landesinnern dokumentiert. Nach den Forschungsergebnissen von Schomburgk von 1841 bis 1844 war auch die Arbeit von Brown fĂŒr die exakte Bestimmung der GrenzverlĂ€ufe mit den Nachbarstaaten Suriname, Brasilien und Venezuela von Bedeutung.

UnabhÀngigkeit

Guyana erreichte die UnabhĂ€ngigkeit vom Vereinigten Königreich schließlich am 26. Mai 1966 und wurde am 23. Februar 1970 unter Premier Forbes Burnham vom People’s National Congress (PNC) zur Kooperativen Republik erklĂ€rt.

Seit den 1960er Jahren spielen ethnische Konflikte zwischen den Afro-Guyanern und den Indisch-Guyanern in Gesellschaft und Politik immer wieder eine Rolle. 1978 kam Guyana durch das Jonestown-Massaker in die Weltnachrichten. SektenfĂŒhrer Jim Jones vom Peoples Temple gab nach der Ermordung eines US-amerikanischen Politikers seinen AnhĂ€ngern den Auftrag zum kollektiven Selbstmord. Über 900 Menschen kamen ums Leben.

Im Jahre 1980 wurde eine neue Verfassung verabschiedet. Hierbei wurden die Macht des Premierministers eingeschrĂ€nkt und das ausfĂŒhrende PrĂ€sidentschaftsamt eingefĂŒhrt.

Freie Marktwirtschaft, Wahlen

1989 begann die Regierung Guyanas ein Wirtschaftsprogramm, das eine drastische Wende weg von staatlich kontrollierter Planwirtschaft hin zu einer freien Marktwirtschaft mit offenen MĂ€rkten beabsichtigte.

Nach den PrĂ€sidentschaftswahlen von 1992, die durch Cheddi Jagan von der PPP gewonnen wurden, kam es durch militante AnhĂ€nger der unterlegenen PNC zu heftigen Ausschreitungen in der Hauptstadt Georgetown. Nachdem Jagan 1997 gestorben war, wurde im Dezember 1997 seine Witwe Janet Jagan zur neuen PrĂ€sidentin gewĂ€hlt. Im August 1999 trat sie aus gesundheitlichen GrĂŒnden ab, und Bharrat Jagdeo wurde neuer StaatsprĂ€sident von Guyana. Am 2. September 2006 wurde Bharrat Jagdeo in seinem Amt als PrĂ€sident bestĂ€tigt. Nach dem erneuten Wahlerfolg der PPP im Jahre 2011 wurde ihr Kandidat Donald Ramotar am 3. Dezember 2011 neuer PrĂ€sident und Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Bharrat Jagdeo, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.

Die Wahlen zur Nationalversammlung am 11. Mai 2015 gewann das OppositionsbĂŒndnis A Partnership for National Unity (APNU) und Alliance for Change (AFC) unter FĂŒhrung des ehemaligen Brigadegenerals David Granger. Damit verlor die PPP nach 23 Jahren die Macht. Granger wurde am 16. Mai 2015 als PrĂ€sident vereidigt.

Am 21. Dezember 2018 sprach das Parlament Granger das Misstrauen aus. Der Verfassung gemĂ€ĂŸ hĂ€tte daraufhin innerhalb von 90 Tagen ein neues Parlament gewĂ€hlt werden mĂŒssen. Die Regierung focht das Misstrauensvotum jedoch gerichtlich an und konnte so Zeit gewinnen. Am 18. Juni 2019 entschied der Caribbean Court of Justice (CCJ) in letzter Instanz, dass die Regierung Neuwahlen anzusetzen habe. Die gerichtlich angeordneten Wahlen fanden schließlich am 2. MĂ€rz 2020 statt. Die Wahlkommission erklĂ€rte die regierende APNU-AFC-Koalition mit 59.077 Stimmen Vorsprung vor der PPP zur Wahlsiegerin. Die StimmauszĂ€hlung war jedoch nach den Feststellungen internationaler Wahlbeobachter teilweise regelwidrig erfolgt. Nach anhaltenden Protesten verstĂ€ndigten sich Regierung und Opposition schließlich auf eine NeuauszĂ€hlung. Diese lief jedoch sehr schleppend an. Am 18. Mai 2020 waren erst 642 von 2339 Wahlurnen neu ausgezĂ€hlt. Nach der NeuauszĂ€hlung trat schließlich Irfaan Ali von der PPP im August 2020 sein Amt an.

Politik

Regierungsform

Der StaatsprĂ€sident wird alle fĂŒnf Jahre direkt gewĂ€hlt. Er ist der oberste Inhaber der Exekutive. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung. Das Rechtswesen orientiert sich am britischen Vorbild.

Siehe auch:

  • Liste der PrĂ€sidenten von Guyana
  • Liste der Generalgouverneure von Guyana
  • Liste der Premierminister von Guyana

Menschenrechte

HomosexualitÀt

Amnesty International hat das Land in seinen jĂ€hrlichen Menschenrechtsberichten angemahnt; vor allem wegen der lebenslangen Freiheitsstrafen fĂŒr Homosexuelle sowie hĂ€ufig auch deren Missbrauch von staatlicher Seite.

Das Parlament hĂ€lt zwar an dem Gesetz fest, denkt aber zugleich ĂŒber ein Antidiskriminierungsgesetz nach, das u. a. vor Diskriminierungen aufgrund der sexuellen IdentitĂ€t schĂŒtzen soll.

Todesstrafe

Guyana ist der einzige sĂŒdamerikanische Staat, der die Todesstrafe auch im Strafrecht beibehalten hat (Brasilien, Chile und Peru haben sie noch im MilitĂ€rrecht). Das Land wird auch hierfĂŒr von Menschenrechtsaktivisten kritisiert. Die Todesstrafe gilt fĂŒr Mord, geplanten Mord, Massenmord, Terrorismus, Vergewaltigung, Verrat und Folter. Laut Verfassung ist ihre Anwendung aber nicht zwingend vorgeschrieben. Die letzte Hinrichtung fand 1997 statt (Stand: Juli 2017).

Außenpolitik

Internationale politische Mitgliedschaften

Seit der UnabhĂ€ngigkeit 1966 war Guyana um eine wichtige Rolle in der internationalen Politik bemĂŒht. So war das Land zweimal Mitglied des UN-Sicherheitsrates (1975–1976 und 1982–1983). Guyana unterhĂ€lt diplomatische Beziehungen mit einer großen Anzahl von LĂ€ndern und Organisationen. Die Vereinten Nationen, die EuropĂ€ische Union (EU), die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB), das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) haben alle eine Niederlassung in Georgetown. Guyana ist außerdem Mitglied des Commonwealth und der CELAC sowie GrĂŒndungsmitglied der Karibischen Gemeinschaft CARICOM.

Grenzkonflikte

Als Kolonialerbe hat Guyana auch die Grenzkonflikte mit den Nachbarstaaten ĂŒbernommen. Auf den hier im Artikel verwendeten Karten werden die umstrittenen LandflĂ€chen Guyana zugeschlagen.

Grenzkonflikt mit Venezuela

Venezuela, Nachbar im Westen, beansprucht das gesamte Gebiet westlich des Essequibo. Ein im Jahre 1899 von einer internationalen Vermittlungskommission gefĂ€llter Schiedsspruch, der damals von Venezuela angenommen wurde, bestimmte die heutigen Grenzen. In den 1960er Jahren wurden Informationen bekannt, die nach Ansicht von Venezuela die Voreingenommenheit der damaligen Vermittlungskommission bewiesen, woraufhin Venezuela seither seine AnsprĂŒche auf die Grenzziehung entlang des Essequibo erneuerte. Im Jahr 1966 fĂŒhrte die venezolanische Besetzung von Ankoko Island zu einer VerschĂ€rfung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden LĂ€ndern. Sollte dem venezolanischen Anspruch stattgegeben werden, wĂŒrde mehr als die HĂ€lfte des guyanischen Territoriums an Venezuela fallen. Guyana legte 2018 den Fall dem Internationalen Gerichtshof zur Entscheidung vor.

Grenzkonflikt mit Suriname

GebietsansprĂŒche macht auch der östliche Nachbar Suriname geltend. Nachdem Suriname im Juni 2000 seine maritimen GebietsansprĂŒche gegenĂŒber Guyana militĂ€risch durch den Einsatz von zwei Kanonenbooten gegen das kanadische Unternehmen CGX Energy durchgesetzt hatte und damit den Bau einer Ölbohrplattform verhinderte, rief der Staat Guyana im Februar 2004 den StĂ€ndigen Schiedshof, Permanent Court of Arbitration (PCA) mit Sitz in Den Haag zur KlĂ€rung des Grenzstreites an.

In Absprache mit dem PCA gaben die PrĂ€sidenten Ronald Venetiaan und Bharrat Jagdeo am 20. September 2007 das unanfechtbare Urteil des fĂŒnfköpfigen Schiedsgerichtes vom 17. September 2007 öffentlich bekannt. Das Schiedsgericht sprach von dem rohstoffreichen Meeresgebiet Guyana 33.152 und Suriname 17.871 Quadratkilometer zu. Beide StaatsoberhĂ€upter begrĂŒĂŸten die Entscheidung und die Beilegung des Streits. Der Urteilsspruch macht es möglich, dass Ölkonzerne mit der Erkundung und Erschließung des KĂŒstenbeckens beginnen können. Dort werden auf dem Meeresgrund Ölreserven von 15 Milliarden Barrel und Gasvorkommen von 1,2 Billionen Kubikmeter vermutet.

Nach bisherigen Untersuchungen liegen vermutlich die meisten dieser Vorkommen auf guyanischer Seite. Auch der Bereich, der im Juni 2000 zum militĂ€rischen Eingreifen durch Suriname fĂŒhrte und das Unternehmen CGX Energy zum RĂŒckzug zwang, liegt innerhalb des an Guyana zugewiesenen Gebietes. Die durch Guyana fĂŒr diese Aktion geforderte EntschĂ€digung von 34 Millionen US-Dollar wurde durch das Tribunal abgewiesen.

Das Schiedsgericht hat weiter bestĂ€tigt, dass der gesamte Corantijnfluss zum surinamischen Staatsgebiet gehört. Damit hat Suriname die Kontrolle ĂŒber den gesamten Schiffsverkehr ab der MĂŒndung auf dem Corantijn.

MilitÀr

Die StreitkrĂ€fte Guyanas sind die Guyana Defence Forces (GDF). Sie verfĂŒgen ĂŒber eine MannstĂ€rke von 3400.

Verwaltungsgliederung

Guyana ist in zehn Regionen eingeteilt. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die VolkszÀhlung vom 10. Mai 2012.

Wirtschaft

Allgemein

Guyana lebt hauptsĂ€chlich von der Landwirtschaft und vom Bergbau. Das Land besitzt eines der weltgrĂ¶ĂŸten Vorkommen an Bauxit, seinem wichtigsten Exportprodukt. Exportiert werden weiterhin Gold (siehe Tagebau Omai), Manganerze, Diamanten, Zucker, Reis, Garnelen, Rum und Holz. FĂŒr die Gewinnung von BodenschĂ€tzen wurden große Teile des Waldes abgeholzt, zugleich aber wĂ€re das Land „von einem Anstieg des Meeresspiegels im Zuge des Klimawandels besonders stark betroffen“. Guyana ist ein GrĂŒnderstaat und Mitglied der CARICOM, die seit 1973 besteht.

Die Arbeitslosenrate wird fĂŒr 2017 mit 11,1 % angegeben. UnterbeschĂ€ftigung ist weit verbreitet.

Erdölförderung

Bis zum Jahr 2020 wurden vor der KĂŒste Guyanas 13 Ölfelder mit einem geschĂ€tzten Gesamtvolumen von 5 bis 10 Milliarden Barrel Öl entdeckt. Diese Mengen sind seit 20 Jahren die weltweit grĂ¶ĂŸten neu entdeckten Ölvorkommen. Seit 2020 exportiert Guyana Erdöl. Experten gehen davon aus, dass Guyana mit diesem Vorkommen zum viertgrĂ¶ĂŸten Ölproduzenten Lateinamerikas aufsteigen und mehr Öl produzieren kann als Venezuela und Mexiko. Der IWF rechnet fĂŒr 2020 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von etwa 30 %.

Kennzahlen

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fĂŒr 2017 wird auf 4,5 Milliarden US-Dollar geschĂ€tzt. In KaufkraftparitĂ€t betrĂ€gt das BIP 6,3 Milliarden US-Dollar oder 9100 US-Dollar je Einwohner. Das reale Wachstum betrug 2,1 %. Guyana zĂ€hlt damit zu den Ă€rmsten LĂ€ndern in Lateinamerika. Aufgrund einer geplanten Ausweitung der Ölproduktion rechnet der IWF allerdings mit einer Verdoppelung des Pro-Kopf-Einkommens innerhalb der nĂ€chsten 5 Jahre.

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

WĂ€hrung

Der Guyana-Dollar wird nach ISO 4217 mit GYD abgekĂŒrzt.

Der Guyana-Dollar ist außerhalb des Landes nicht verwertbar und unterliegt einer relativ starken Inflation. Der kleinste Geldschein hat einen Nennwert von 20 GYD, der grĂ¶ĂŸte einen von 5000 GYD. Im August 2017 erhielt man fĂŒr 1 EUR umgerechnet 240,50 GYD. Kreditkarten werden nur von grĂ¶ĂŸeren GeschĂ€ften und Banken akzeptiert. Das Konto wird dabei in US-Dollar belastet.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste im Jahr 2017 Ausgaben von umgerechnet 1.152 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 939 Mio. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,9 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2017 52,3 % des BIP.

2006 betrug der Anteil folgender Bereiche an den Staatsausgaben (in % des BIP):

  • Gesundheit: 5,9 %
  • Bildung: 8,3 %
  • MilitĂ€r: 1,8 %

Verkehr

Wichtigster Verkehrsknotenpunkt ist die Hauptstadt Georgetown. Verbindungen mit dem Landesinneren bestehen ĂŒber Straßen, Fußwege, die Binnenschifffahrt und kleine FlugplĂ€tze.

Straßen

Das gesamte Straßennetz umfasste 2011 etwa 7.970 km, wovon 509 km asphaltiert sind. In Guyana herrscht Linksverkehr. Zur Umgehung von schwer befahrbaren Stromschnellenstrecken wurden von den Endpunkten der Flussschifffahrt aus Pisten gebaut. Weitere Straßen gibt es von der KĂŒste bis in die Bauxit-Abbaugebiete von Linden am Demerara River und von Berbice am Berbice River in Ost-Guyana. Entlang der KĂŒstenebene fĂŒhrt eine asphaltierte Straße von Corriverton am Ufer des Corantijn, dem Grenzfluss zu Suriname, ĂŒber New Amsterdam und Georgetown bis Charity an der NordkĂŒste. Die grĂ¶ĂŸeren FlĂŒsse werden mit FĂ€hren ĂŒberquert.

Schienenverkehr

Guyana besitzt ein kleines Schienennetz fĂŒr den GĂŒterverkehr.

Schifffahrt

Wichtigster Seehafen ist Georgetown. Von den wichtigsten FlĂŒssen des Landes ist allein der Demerara River bis in die Minengebiete hinein fĂŒr Erzschiffe befahrbar. Die anderen Ströme, der Essequibo und seine grĂ¶ĂŸten ZuflĂŒsse Rupununi, Potaro (mit den Kaieteur-FĂ€llen), Mazaruni und Cuyuni, sind ebenfalls wichtige Erschließungsadern von der KĂŒste ins Landesinnere. Sie sind jedoch von zahlreichen Stromschnellen und WasserfĂ€llen durchzogen. Im Zuckerrohr-Anbaugebiet der KĂŒstenebene nutzt man das Kanalnetz durch die Zuckerrohrfelder – anstelle schwierig zu unterhaltender Straßen –, um auf LastkĂ€hnen, die aneinandergebunden sind und vom Ufer aus von Traktoren gezogen werden, die Zuckerrohrernte zu den Fabriken zu ziehen.

Flugverkehr

Ein internationaler Flughafen konnte 40 km sĂŒdlich von Georgetown angelegt werden, weil sich erst hier im HĂŒgelland fester Baugrund fand. 2017 wurde das Ankunftsterminal erneuert.

Kultur

Die Kultur wird durch die Kolonialgeschichte und durch die beiden grĂ¶ĂŸten ethnischen Gruppen geprĂ€gt: die Afro-Guyaner, Nachfahren der ehemaligen Sklaven aus Afrika, und die Indisch-Guyaner, Nachfahren der ab 1838 ins Land geholten Kontraktarbeiter aus dem ehemaligen Britisch-Indien.

Feiertage

Die grĂ¶ĂŸten Religionsgruppen spiegeln sich u. a. auch in den Feiertagen, Ostern, Weihnachten, Holi und Diwali wider.

Der 23. Februar (1970) ist Nationalfeiertag, Tag der Republik und gleichzeitig jĂ€hrlicher Karnevalstag (Mashramani) mit farbenfrohen TrachtenumzĂŒgen, Musikbands und geschmĂŒckten Wagen.

Der Schriftsteller Wilson Harris (1921–2018) wurde mit seinen Romanen und Essays auch international bekannt.

Medien

  • Guyana Chronicle, staatliche Tageszeitung (Auflage ca. 40.000)
  • Stabroek News, unabhĂ€ngige Wochenzeitung (Auflage ca. 29.000)
  • Mirror, Parteiwochenzeitung PPP (Auflage ca. 20.000)
  • New Nation, Parteiwochenzeitung PNC (Auflage ca. 12.500)
  • Catholic Standard, Wochenzeitung (Auflage ca. 9000)
  • Guyana Broadcasting Corporation (staatlich)
  • private KabelfernsehkanĂ€le mit Sendezeiten fĂŒr Regierungsprogramme

Sport

Cricket ist der beliebteste Sport Guyanas und gilt als Nationalsport. Guyana ist eines der LĂ€nder, das mit anderen Karibikstaaten das West Indies Cricket Team bildet, eine der „Nationalmannschaften“ im internationalen Cricket mit Teststatus, der angesehensten Form dieses Sports. Das West Indies Cricket Team nahm an jedem Cricket World Cup teil und gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979. Zusammen mit Antigua und Barbuda, Barbados, Grenada, Jamaika, St. Kitts und Nevis, St. Lucia und Trinidad und Tobago war man Gastgeber des Cricket World Cup 2007.

Siehe auch

  • UniversitĂ€t Guyana

Literatur

  • Louis-Marc Prudhomme: Reise nach Guyana und Cayenne (1799). UNIKUM Verlag, Lindau 2013, ISBN 3-8457-1315-1.
  • Linda Schaumburg: Die drei Guayanas: Französisch-Guyana, Suriname, Guyana. GRIN Verlag GmH, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-656-25288-7.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Guyana
  • Linksammlung zu Guyana

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
GY.BA Barima-Waini  
GY.CU Cuyuni-Mazaruni  
GY.DE Demerara-Mahaica  
GY.EB East Berbice-Corentyne  
GY.ES Essequibo Islands-West Demerara  
GY.MA Mahaica-Berbice  
GY.PM Pomeroon-Supenaam  
GY.PT Potaro-Siparuni  
GY.UD Upper Demerara-Berbice  
GY.UT Upper Takutu-Upper Essequibo  
 

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Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Guyana

Name englisch: Guyana
Hauptstadt: Georgetown
Kfz: GUY
ISO: GY
ISO3: GUY
Fläche: 214970 km²
Tld: .gy
Wärung Einheit: GYD
Währung: Dollar
Vorwahl: 592

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 8.5482551
südlichster Punkt: 1.164724
westlichster Punkt: -61.414905
östlichster Punkt: -56.49112


 
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