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Staat Informationen : Bolivien

Informationen:


Bolivien (spanisch Bolivia [boňąliő≤iŐĮa], benannt nach Sim√≥n Bol√≠var, auf Quechua Puliwya und Aymara Wuliwya, offiziell: Plurinationaler Staat Bolivien) ist ein Binnenstaat in S√ľdamerika, der im Westen an Peru und Chile, im S√ľden an Argentinien und Paraguay, im Osten und Norden an Brasilien grenzt. Im Land gibt es drei klimatische Zonen: das Gebirge der Anden im Westen, die tropischen Tiefebenen im Osten und dazwischen eine Zone von T√§lern mit gem√§√üigtem und subtropischem Klima.

Das Land zeichnet sich besonders durch seine kulturelle und ethnische Vielfalt aus, welche im Namen Plurinationaler Staat zum Ausdruck kommt. Die Verfassung erkennt offiziell 36 verschiedene Ethnien und deren eigene Sprachen an.

Trotz hoher wirtschaftlicher Wachstumsraten von durchschnittlich 4,5 % zwischen 2006 und 2019 gilt Bolivien noch immer als eins der ärmsten Länder Lateinamerikas.

Geographie

Landschaften

Bolivien wird im Westen von zwei gro√üen und weit auseinander liegenden Ketten der Anden durchzogen, deren H√∂he bis √ľber 6500¬†m reicht (Sajama 6542¬†m, Illimani 6439¬†m). Dazwischen liegt das zentrale Hochland, der 3000 bis 4000¬†m hohe Altiplano. Dieses bis weit in das Nachbarland Peru reichende und im S√ľden den Nordwesten von Argentinien einschlie√üende Gebiet ist das eigentliche Kernland, in dem rund 60 Prozent aller Bolivianer leben, obwohl es nur etwa ein Drittel der Fl√§che Boliviens ausmacht. Inmitten des Altiplano liegen der Salar de Uyuni, der mit einer Fl√§che von 12.000¬†km¬≤ der weltweit gr√∂√üte Salzsee ist, sowie der Titicacasee, der h√∂chstgelegene kommerziell schiffbare See der Erde, durch dessen Mitte die Grenze zum Nachbarland Peru verl√§uft.

√Ėstlich schlie√üt sich das sogenannte ostbolivianische Bergland an, das sich geologisch deutlich vom Hochgebirge unterscheidet. Zwischen dem Ostabhang der Anden und dem ostbolivianischen Bergland erstrecken sich in den T√§lern mit Unterbrechungen Feuchtw√§lder in einer H√∂he zwischen etwa 1200 und 1800¬†m √ľ.¬†NN. Hervorzuheben sind diesbez√ľglich die fruchtbaren Yungas auf dem Gebiet des Departamentos La Paz. Eine √§hnliche Landschaft findet sich auch zum Beispiel in der Provinz Chapare im Departamento Cochabamba und im Naturschutzgebiet Tariqu√≠a ganz im S√ľden im Departamento Tarija, auch Yunga Tarije√Īa genannt.

Der fl√§chenm√§√üig gr√∂√üte Teil Boliviens sind die Llanos, die sich vom ostbolivianischen Bergland bis an die √∂stliche und s√ľd√∂stliche Grenze zu Brasilien und Paraguay erstrecken. Dieses au√üerhalb der Gro√üstadt Santa Cruz nur √§u√üerst d√ľnn besiedelte tropisch-hei√üe Tiefland untergliedert sich in die trockenen Savannen des Gran Chaco im S√ľden und die tropischen Regenwaldgebiete Amazoniens im Norden.

Eine Besonderheit sind auch die fruchtbaren T√§ler in den Ostabh√§ngen der Anden im S√ľden des Landes auf einer H√∂he von 1500 bis 2500¬†m √ľ.¬†NN. Im Valle Central de Tarija und bei Camargo wird intensiv Weinanbau betrieben.

Grenzen und Nachbarstaaten

Bolivien hat f√ľnf Nachbarstaaten. Diese sind im Uhrzeigersinn: im Norden und Osten Brasilien (3400¬†km Grenzl√§nge), im S√ľden Paraguay (750¬†km) sowie Argentinien (742¬†km), im Westen Chile (861¬†km) und Peru (900¬†km). Die Gesamtl√§nge der Staatsgrenzen betr√§gt 6653 Kilometer.

Bolivien und das benachbarte Paraguay sind die einzigen Binnenstaaten Amerikas. Bolivien hatte seinen Meereszugang bei Antofagasta nach dem Salpeterkrieg im Vertrag von Valpara√≠so 1884 Chile √ľberlassen m√ľssen. Dies wurde durch den Friedensvertrag von 1904 best√§tigt. Nach Ansicht Boliviens war Chile zu Verhandlungen √ľber einen Zugang zum Pazifischen Ozean verpflichtet und reichte deshalb am 24. April 2013 beim Internationalen Gerichtshof eine Klage ein. Der Internationale Gerichtshof verneinte am 1. Oktober 2018 eine solche Verpflichtung.

Klima

Das Klima in Bolivien ist, bedingt durch die enormen Höhenunterschiede, sehr vielfältig. Grob unterscheiden kann man

  • auf dem Altiplano
    • rund um den Titicacasee (etwa 150¬†km) und den Poop√≥-See (etwa 55¬†km) ein gem√§√üigtes H√∂henklima mit relativ geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen und mittelgro√üen Tag- und Nachttemperaturschwankungen sowie einer mittleren Luftfeuchtigkeit;
    • auf dem √ľbrigen Altiplano ein im Gesamtdurchschnitt k√ľhl-gem√§√üigtes H√∂henklima mit mittleren jahreszeitlichen Temperaturschwankungen und starken Tag- und Nachttemperaturschwankungen sowie allgemein einer sehr geringen mittleren Luftfeuchtigkeit;
  • am Ostabfall der Anden
    • ein warm gem√§√üigtes bis subtropisches Klima mit einer geringen jahreszeitlichen Temperaturamplitude und einer mittleren Tag-Nacht-Temperaturamplitude bei einer gr√∂√ütenteils hohen Luftfeuchtigkeit;
  • im Tiefland
    • im Gran Chaco ein Savannenklima mit relativ gro√üen jahreszeitlichen und gro√üen Tag- und Nacht-Temperaturunterschieden sowie im Durchschnitt einer geringen Luftfeuchtigkeit;
    • im Regenwald ein gr√∂√ütenteils tropisches Klima.

Bevölkerung

Etwas √ľber 50¬†% der Bev√∂lkerung geh√∂ren indigenen V√∂lkern (span. ind√≠genas) der s√ľdamerikanischen Indianer an, meist Quechua (30,7¬†%) und Aymara (25,2¬†%); gut 30¬†% der Bev√∂lkerung sind Mestizen. Die √ľbrigen Bewohner des Landes sind ‚ÄěWei√üe‚Äú, meist Nachkommen der verschiedenen Einwanderungswellen aus Europa bis nach dem Zweiten Weltkrieg, Nachkommen afrikanischer Sklaven, vornehmlich aus Angola, und Einwanderer aus Japan und China.

Das Medianalter betrug 2016 24 Jahre. Die Fertilit√§tsrate lag im selben Jahr bei 2,7 Kindern pro Frau und ging in den letzten Jahren deutlich zur√ľck. Aufgrund der Bem√ľhungen der Regierung haben inzwischen 60¬†% der Frauen Zugang zu Verh√ľtungsmitteln. Auf 1000 Einwohner kamen pro Jahr 22,4 Geburten und 6,5 Todesf√§lle. Insgesamt wuchs die Bev√∂lkerung von 3 Millionen im Jahr 1950 auf √ľber 11 Millionen heute an. Das Bev√∂lkerungswachstum hat sich allerdings deutlich verlangsamt und betrug 2016 noch 1,54¬†%. Der Anteil der unter 15-J√§hrigen sank in nur zehn Jahren von 36¬†% (2010) auf 31¬†% (2020).

Ungefähr 800.000 Bolivianer sind wegen der weit verbreiteten Armut im Land ausgewandert. Die meisten Migranten aus Bolivien leben in Argentinien, Brasilien, Chile und Spanien. In Bolivien selbst sind nur 1,3 % der Bevölkerung Ausländer.

Indigene Volksgruppen

Waren zu Zeiten der spanischen Eroberung allein im Departamento Santa Cruz 80 indigene Gruppen zu finden, so existieren heute durch die Folgen der Conquista im ganzen Land nur etwa 40 ethnische Gruppen, die 35 Sprachfamilien angeh√∂ren. Die gr√∂√üten ethnischen Gruppen finden sich auf der Hochebene, wo die Quechua und Aymara mit 3,2 bzw. 2,5 Millionen einen sehr gro√üen Teil der Bev√∂lkerung ausmachen. Etwa f√ľnf bis acht lokale Gemeinschaften leben in den Regenw√§ldern und im Gran Chaco als isolierte V√∂lker.

Im Gegensatz zu den kleinen und kleinsten indigenen Gruppen, von denen drei in absehbarer Zeit vermutlich aussterben werden, konnten die gro√üen und mittelgro√üen Bev√∂lkerungsgruppen wie Chiquitanos (180.000), Guaran√≠ (130.000), Moxe√Īos (80.000) und Afrobolivianer (20.000) sogar Bev√∂lkerungszuw√§chse verzeichnen. Gleichzeitig erleben die genannten Gruppen einen Prozess der R√ľckbesinnung auf ihre Wurzeln und ein Erstarken ihrer kulturellen Identit√§t. In weiten Teilen des Landes bem√ľhen sich Eltern, ihre indigene Sprache nicht an ihre Kinder weiterzugeben, um ihnen dadurch wirkliche oder vermeintliche Nachteile bei der schulischen Bildung zu ersparen. Allerdings gibt es inzwischen Bestrebungen, die Landkinder in ihrer indigenen Muttersprache zu alphabetisieren und diese Sprachen auch f√ľr gewisse Studien (beispielsweise Lehramt, Medizin) als Pflicht- oder wenigstens Freifach vorzuschreiben. Ein zumindest symbolischer Meilenstein f√ľr die Bem√ľhungen um den Erhalt der indigenen Kulturen war die Verfassungs√§nderung von 1994, mit der Bolivien nun auch offiziell als multikulturelle, pluriethnische Gesellschaft anerkannt wurde. In der neuen Verfassung von 2009 werden umfangreiche Rechte f√ľr die naciones y pueblos ind√≠gena originario campesinos festgeschrieben.

Der Willakatuti ist ein staatlicher Feiertag am 21. Juni.

Religionen

Laut dem Zensus 2001 bezeichnen sich 78¬†% der Bev√∂lkerung als Katholiken, 19¬†% gaben an, einer protestantischen oder evangelikalen Richtung anzuh√§ngen. In den urbanen Gebieten ist der katholische Anteil etwas h√∂her als im l√§ndlichen Raum. Bis zum Inkrafttreten der neuen Verfassung war der Katholizismus Staatsreligion. Nur 2,5¬†% gaben 2001 an, √ľberhaupt nicht religi√∂s zu sein. Weitere Religionen haben insgesamt nur einen sehr geringen Anteil, darunter auch die wenigen noch existenten ethnischen Religionen der Indigenen. Allerdings gibt es regional sehr stark pr√§sente Gemeinden der Zeugen Jehovas, des Islams, des Bahaitums und anderer. Weit verbreitet ist auch der Synkretismus, der den christlichen Glauben mit Elementen der traditionellen Weltanschauung der indigenen Bev√∂lkerung mischt. Seit der Macht√ľbernahme durch die Bewegung von Pr√§sident Morales wurden diese stark aufgewertet und entsprechende Rituale erreichen immer mehr Bev√∂lkerungsschichten.

Sprachen

Die Verfassung erkennt Spanisch und weitere 35 indigene Sprachen als offizielle Sprachen an. Der Staat und jedes Departamento m√ľssen Spanisch und mindestens eine weitere Sprache als Amtssprachen verwenden. Spanisch ist die Muttersprache von 69,6¬†% der Bev√∂lkerung, gefolgt von Quechua (nord- und s√ľdbolivianisches Quechua ‚Äď 17,5¬†%), Aymara (10,7¬†%) und Guaran√≠ (0,6¬†%). Spanisch ist in den St√§dten st√§rker vertreten, die indigenen Sprachen st√§rker bei der Landbev√∂lkerung. Viele wachsen mehrsprachig auf. In den Schulen und Universit√§ten des Landes wird meist nur auf Spanisch unterrichtet, allerdings wird seit 1995 erfolgreich interkulturelle zweisprachige Erziehung (Unterricht in indigener und spanischer Sprache) unterst√ľtzt.

Gesundheit

Im Zeitraum von 2010 bis 2015 betrug die Lebenserwartung bei der Geburt f√ľr Jungen 65,3 Jahre und f√ľr M√§dchen 70,2 Jahre. Noch 2010 hatte ein gro√üer Teil der Bev√∂lkerung keinen Zugang zum Gesundheitswesen. Allerdings implementiert die Regierung seither umfangreiche Programme, um das verfassungsm√§√üige Recht auf kostenfreien Zugang zu einem universellen Gesundheitssystem zu garantieren. Hierzu geh√∂ren auch mobile Einheiten und ein satellitengest√ľtztes Telemedizin-Programm zugunsten der Bev√∂lkerung in abgelegenen Gebieten. Impfungen sind kostenlos und erreichen nahezu die gesamte Bev√∂lkerung. Au√üerdem wird versucht, alle Provinzen mit Krankenh√§usern auszustatten und in Stadtteilen mehr Gesundheitszentren zu errichten, um das Versorgungsangebot zu dezentralisieren.

Es besteht im Gesundheitsbereich eine gute Kooperation mit Kuba: Bolivianische Medizinstudenten erhalten Stipendien und kubanische √Ąrzte unterst√ľtzen in Bolivien den Aufbau leistungsf√§higerer Strukturen. Komplexe Therapien und Operationen k√∂nnen von den √Ąrzten bolivianischer Krankenh√§user und Kliniken jedoch h√§ufig noch nicht fachgerecht durchgef√ľhrt werden, weshalb Patienten bei entsprechender Zahlungskraft bevorzugt in Nachbarl√§nder wie Argentinien und Chile reisen.

Geschichte

Vorläufer

Auf dem Gebiet des heutigen Bolivien bestanden verschiedene Kulturen, die wichtigste war die Tiwanaku-Zivilisation. Als die Spanier im 16. Jahrhundert das Land eroberten, wurde es, reich an Silbervorkommen, Teil des Vizekönigreiches Peru und später Teil des Vizekönigreiches Río de la Plata. Ab dem 16. Jahrhundert beuteten die Spanier die Silberminen von Potosí aus.

Der Weg zur Unabhängigkeit und Gebietsverluste

Der Kampf um die Unabh√§ngigkeit begann 1809. Bolivien blieb jedoch spanische Kolonie, bis eine internationale Unabh√§ngigkeitsarmee unter Antonio Jos√© de Sucre im Auftrag Sim√≥n Bol√≠vars im Jahre 1825 die Unabh√§ngigkeit milit√§risch durchsetzte, woraufhin das Land nach Bol√≠var benannt wurde. Einer chaotischen Zwischenzeit folgte die Pr√§sidentschaft von Andr√©s de Santa Cruz (1829‚Äď1839). In dieser wurde der Deutsche Otto Philipp Braun, ein Veteran des s√ľdamerikanischen Unabh√§ngigkeitskrieges und des europ√§ischen Befreiungskrieges, einer der wichtigsten milit√§rischen und politischen St√ľtzen der Regierung. Nach der Niederlage im Peruanisch-Bolivianischen Konf√∂derationskrieg gegen Chile und Argentinien (1836‚Äď1839) zerfiel die Administration von Santa Cruz. Im Salpeterkrieg (1879‚Äď1883) verlor Bolivien gro√üe Teile des seit der Unabh√§ngigkeit umstrittenen Territoriums mit Zugang zum Pazifik endg√ľltig an Chile. Im Chacokrieg (1932‚Äď1935) verlor Bolivien gro√üe Teile umstrittenen Gebiets im S√ľden an Paraguay. In den folgenden Jahren begann der Niedergang aufgrund der Kriege und √∂konomischer Verk√§ufe.

Zuwanderungswellen

In der Zeit des Nationalsozialismus war Bolivien eine Zuflucht f√ľr viele Juden aus Deutschland und √Ėsterreich, nach dem Ende des Dritten Reiches und Beginn der N√ľrnberger Prozesse auch f√ľr deutsche und √∂sterreichische Nazi-Kriegsverbrecher.

Mitte der 1950er Jahre begannen deutschsprachige Russlandmennoniten aus Paraguay nach Bolivien auszuwandern. Später kamen vor allem konservative Russlandmennoniten aus Mexiko, Kanada und Belize dazu. Im Jahre 2016 lebten etwa 70.000 Russlandmennoniten in Bolivien.

Revolutionen und Coups 1950‚Äď2005

Mit ethnischen und kulturellen K√§mpfen konfrontiert, gab es in Bolivien Revolutionen und milit√§rische Coups. Nach der erfolgreichen Revolution des Movimiento Nacionalista Revolucionario (MNR) im Jahr 1952 wurden 1953 Bildung und Erziehung ausgeweitet und das allgemeine aktive und passive Wahlrecht eingef√ľhrt, das das Frauenwahlrecht einschloss. Eine Milit√§r-Junta wurde in den fr√ľhen 1980ern gest√ľrzt, um eine Demokratie zu installieren.

Im Oktober 2003 kam es zu breiten Unruhen mit dem Charakter eines Volksaufstands, als Gewerkschaften gegen den Ausverkauf des wichtigen Bodenschatzes Erdgas an US-amerikanische Konzerne protestierten und Streiks organisierten. Dies stellte zugleich den H√∂hepunkt der teilweise gewaltsamen Proteste gegen die Reformen und Einsparungen im Staatshaushalt (im Rahmen der vom IWF geforderten Ma√ünahmen zur Verringerung der Auslandsverschuldung) dar, die im Februar 2003 mit einem Polizeistreik begonnen hatten. Die Regierung setzte Milit√§r gegen die ‚ÄěRebellen‚Äú ein; rund 60 Menschen kamen dabei ums Leben. Dies f√ľhrte jedoch zur Solidarisierung weiterer Volksschichten mit den Demonstranten. Im Ergebnis musste Pr√§sident Gonzalo S√°nchez de Lozada ins Exil in die USA gehen; ein Jahr sp√§ter erhob das bolivianische Parlament Anklage gegen ihn. Durch den R√ľcktritt Lozadas ging die Pr√§sidentschaft auf den Vizepr√§sidenten Carlos Mesa √ľber.

Im Januar 2005 versuchte ein B√ľndnis politischer Gruppen, die Autonomie der rohstoffreichen Region Santa Cruz zu erlangen. Vorausgegangen waren Massenproteste wegen hoher Benzinpreise, bei denen die Verstaatlichung der Gas-Industrie gefordert wurde. Mehrere Institutionen, wie zum Beispiel die Pr√§fektur, waren kurzzeitig von den Demonstranten besetzt.

Im Juni 2005 f√ľhrten soziale Unruhen zum R√ľcktritt von Pr√§sident Carlos Mesa. Wochenlange Streiks und Stra√üenblockaden zwangen ihn zu diesem Schritt, angesichts der Tatsache, dass die Versorgungslage in der Hauptstadt prek√§r wurde. Die Unruhen setzten sich fort, um zu verhindern, dass der Pr√§sident des Senates, der konservative Hormando Vaca D√≠ez aus Santa Cruz, die Pr√§sidentschaft verfassungsgem√§√ü √ľbernimmt. Die Blockade von La Paz zwang den Senat, in Sucre zusammenzutreten, um den R√ľcktritt Carlos Mesas formell anzunehmen und seinen Nachfolger zu vereidigen. Die Proteste zwangen Vaca D√≠ez zum Verzicht auf seine Nachfolge, so dass das Pr√§sidentenamt verfassungsgem√§√ü auf den Pr√§sidenten des Obersten Gerichtshofes Eduardo Rodr√≠guez als √úbergangspr√§sident √ľberging mit der Ma√ügabe, Neuwahlen herbeizuf√ľhren. Diese sollten am 4. Dezember 2005 stattfinden. Innenpolitische Machtk√§mpfe verz√∂gerten den Wahltermin. Hintergrund war ein Urteil des Verfassungsgerichts vom 22. September 2005, dass die Sitzverteilung im Parlament nicht mehr den aktuellen Bev√∂lkerungszahlen der Departamentos entspreche und vor der Wahl eine Neuregelung (zugunsten der Departamentos Santa Cruz und Cochabamba) gefunden werden m√ľsse. Nachdem sich das Parlament nicht auf eine Neuverteilung der Sitze einigen konnte, ordnete Pr√§sident Rodr√≠guez am 1. November 2005 per Dekret eine Neuverteilung der Sitze an (La Paz ‚ąí2, Oruro ‚ąí1 und Potos√≠ ‚ąí1 zugunsten von Santa Cruz +3 und Cochabamba +1) und bestimmte den Wahltermin auf den 18. Dezember 2005.

Pr√§sidentschaft von Evo Morales (2005‚Äď2019) und die Schaffung des Plurinationalen Staates Bolivien

Bei den Pr√§sidentschaftswahlen im Dezember 2005 waren die beiden aussichtsreichsten Kandidaten der Kokabauer Evo Morales von der sozialistischen Partei "Movimiento al Socialismo, welcher als indigener Aymara die indigene Bev√∂lkerungsmehrheit zu vereinen suchte und der konservative Wei√üe Jorge Quiroga Ram√≠rez, der schon einmal Pr√§sident gewesen war. Am 18. Dezember 2005 wurde Morales mit 54¬†% der Stimmen zum Pr√§sidenten gew√§hlt. Es war das erste Mal seit Wiedereinf√ľhrung der Demokratie im Jahre 1982, dass ein Pr√§sidentschaftskandidat die absolute Mehrheit erreichte. Zudem wurde das Ergebnis √ľber die Landesgrenzen hinaus als historisches Momentum des Postkolonialismus interpretiert, da zum ersten Mal seit der spanischen Kolonisation im 16. Jahrhundert ein Repr√§sentant einer indigenen Nation zum Pr√§sidenten eines s√ľdamerikanischen Landes gew√§hlt wurde. Dementsprechend nutzte Evo Morales w√§hrend seines Wahlkampfes und in den Jahren seiner Pr√§sidentschaft vermehrt ein anti-koloniales und anti-imperialistisches Narrativ. Eine wichtige S√§ule seiner anti-kolonialen Politik war die Wiedererlangung der wirtschaftlichen Souver√§nit√§t √ľber die Ressourcen des Landes. So verstaatlichte die Regierung im Mai 2006 alle √Ėl und Gasvorkommen des Landes und erlaubte k√ľnftige Joint Ventures mit ausl√§ndischen Unternehmen nur noch unter der Bedingung einer Mehrheitsbeteiligung (mind. 51¬†%) des bolivianischen Staatskonzerns YPFB.

W√§hrend der Pr√§sidentschaft von Evo Morales erlebte das Land einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Laut den statistischen Erhebungen der Weltbank vervierfachte sich das bolivianische Bruttoinlandsprodukt von 9,5 Mrd. Dollar 2005 auf 40,9 Mrd. 2019. Zugleich sank die Anzahl der in relativer Armut lebenden Menschen von 60¬†% auf 35¬†% im Jahr 2019. Diese Entwicklung l√§sst sich gr√∂√ütenteils auf die sozialdemokratische Politik der Regierungspartei zur√ľckf√ľhren, welche unter anderem weitreichende Arbeitsmarktreformen, Investitionen in Bildung und Gesundheit sowie die Einf√ľhrung von Sozialsystemen beinhalteten. So wurde der Mindestlohn von 440 auf 2122 Bolivianos (2019) erh√∂ht, was einer Lohnsteigerung von weit √ľber 300¬†% innerhalb von 15 Jahren entspricht. Allerdings muss hierbei differenziert werden, da die Mehrheit der arbeitenden Bev√∂lkerung im informellen Sektor t√§tig ist und daher keinen staatlich garantierten Anspruch auf den Mindestlohn hat.

Im Jahr 2014 erkl√§rte die UNESCO Organisation der Vereinten Nationen den Analphabetismus in Bolivien f√ľr besiegt, da das Land die Quote der Menschen ohne Lese- und Schreibf√§higkeiten auf 3,8¬†% (4¬†% = UNESCO Mindeststandard) dr√ľcken konnte.

Neue Verfassung 2009

Bolivien hat sich nach einem zum Teil chaotischen Prozess schlie√ülich am 25. Januar 2009 eine neue Verfassung gegeben. Hierf√ľr w√§hlte das Volk am 2. Juli 2006 eine verfassunggebende Versammlung (Asamblea Constituyente) mit 255 Mitgliedern. Die linksgerichtete Partei MAS (Movimiento al Socialismo) von Pr√§sident Evo Morales erreichte mit 134 Abgeordneten die absolute Mehrheit, verfehlte aber die f√ľr die Verabschiedung der neuen Verfassung notwendige 2/3-Mehrheit.

Eine gleichzeitig durchgef√ľhrte Volksabstimmung √ľber die k√ľnftige Staatsform lieferte kein klares Ergebnis, sondern zeigte die politische Spaltung des Landes. In den vier √∂stlichen Departamentos des ‚ÄěMedia Luna‚Äú oder ‚ÄěOriente‚Äú (Pando, Beni, Santa Cruz und Tarija) stimmte die Bev√∂lkerung f√ľr die Einf√ľhrung einer f√∂deralen Staatsstruktur mit regionaler Autonomie, in den f√ľnf westlichen Departamentos im Hochland (La Paz, Oruro, Cochabamba, Chuquisaca und Potos√≠) lehnte die Bev√∂lkerung Autonomiebestrebungen ab und stimmte f√ľr die Beibehaltung eines zentralistischen Staates.

Ein zentraler Aspekt der Verfassung war die Anerkennung von Kultur und Sprache der 36 verschiedenen indigenen Ethnien des Landes. Aus diesem Grund wurde mit Einf√ľhrung der neuen Verfassung der Name des Landes von ‚ÄěRepublik Bolivien‚Äú in ‚ÄěPlurinationaler Staat Bolivien‚Äú ver√§ndert, um der heterogenen Multikulturalit√§t des Landes zu entsprechen.

Der Verfassungsentwurf wurde am 25. Januar 2009 mit deutlicher Mehrheit vom bolivianischen Volk angenommen

Evo Morales wurde bei den Wahlen 2009 mit weit √ľber 60¬†% wiedergew√§hlt und errang mit seiner Partei sowohl im Senat als auch im Abgeordnetenhaus eine Zwei-Drittel Mehrheit. Bei der erneuten Wiederwahl 2014 war jedoch umstritten, um die wievielte Wiederwahl es sich handeln w√ľrde, da 2009 eine neue Verfassung in Kraft getreten war und Morales' Lager argumentierte, dass die Wahl von 2009 die Erstwahl (unter der neuen Verfassung) gewesen sei.

Nachdem eine Mehrheit 2016 bei einem Verfassungsreferendum die M√∂glichkeit einer erneuten Wiederwahl abgelehnt hatte, wurde durch das nicht unabh√§ngige Verfassungsgericht eine erneute Kandidatur Morales' trotzdem f√ľr verfassungsgem√§√ü erkl√§rt.

Landesweite Proteste und R√ľcktritt des Pr√§sidenten (2019)

Bei den Pr√§sidentschaftswahlen von 2019 kam es zu Unregelm√§√üigkeiten bei der Verk√ľndung der Schnellausz√§hlungsergebnisse, die Proteste und Forderungen nach dem R√ľcktritt des Pr√§sidenten nach sich zogen. Morales bot daraufhin Neuwahlen an. Nachdem Einheiten der Polizei Eins√§tze gegen die Proteste ablehnten und das Milit√§r sich den R√ľcktrittsforderungen angeschlossen hatte, kamen Morales und seine Kabinettsmitglieder den R√ľcktrittsforderungen nach. Morales ging kurze Zeit sp√§ter nach Mexiko ins Exil. Da viele Gefolgsleute Morales' ebenfalls zur√ľckgetreten waren, wurde Jeanine √Ā√Īez, zweite Vizepr√§sidentin des Senats, Interimspr√§sidentin. W√§hrend ihrer Pr√§sidentschaft gab es einen schweren Fall von Korruption innerhalb ihres Kabinetts, im Zuge dessen der Gesundheitsminister medizinische Beatmungsger√§te, zur Versorgung der bolivianischen Bev√∂lkerung im Kampf gegen das Covid-19 Virus, zu √ľberh√∂hten Preisen bei gleichzeitig minderwertiger Qualit√§t bei einem spanischen Unternehmen kaufte.

Im Oktober 2020 wurde zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres zur Pr√§sidentschaftswahl in Bolivien aufgerufen. Hierbei gewann der linke Kandidat Luis Arce von der Partei Movimiento al Socialismo mit √ľber 55¬†% der Stimmen gegen die bis dato regierende Interimspr√§sidentin Jeanine A√Īez, den liberal-konservativen Ex-Pr√§sidenten Carlos Mesa (28,8¬†%) und den rechtsradikalen Kandidaten Fernando Camacho.

Politik

Politisches System

An der Spitze der Zentralregierung mit Sitz in La Paz steht der f√ľr f√ľnf Jahre gew√§hlte Pr√§sident, vom 22. Januar 2006 bis zum 10. November 2019 war dies Evo Morales. Aufgrund der sehr h√§ufigen Umst√ľrze konnten sich vor ihm nur wenige √ľber die volle Legislaturperiode halten. Im Zuge der Annahme der neuen Verfassung im Jahr 2009 wurde die Republik in Plurinationaler Staat umbenannt, obwohl ein republikanisches Pr√§sidialsystem beibehalten wurde. Gleichzeitig wurden Neuwahlen abgehalten, so dass Evo Morales als erster Pr√§sident des neu verfassten Staats galt. Da ein Pr√§sident laut Verfassung nur einmal wiedergew√§hlt werden darf, war seine erneute Kandidatur im Jahr 2014 umstritten und wurde von der Opposition hart kritisiert. Eine Entscheidung des Verfassungsgerichts erlaubte das Vorgehen allerdings, mit der Begr√ľndung, dass es die erste Wiederwahl unter der neuen Verfassung sei. Somit konnte Evo Morales der am l√§ngsten regierende Staatschef Boliviens werden. Eine Verfassungs√§nderung, die die unbegrenzte Wiederwahl des Pr√§sidenten erm√∂glichen sollte, wurde in einer Volksabstimmung 2016 abgelehnt. Trotzdem hob das Verfassungsgericht (Tribunal Constitucional) am 28. November 2018 allgemein die Wirkung derjenigen Artikel der Verfassung auf, die der mehrfachen Wiederwahl eines Amtstr√§gers im Wege standen und begr√ľndete dies damit, dass sonst dadurch ‚Äěpolitische Rechte beeintr√§chtigt w√ľrden‚Äú. Konkret geht es dabei darum, dass die Verfassung in Art. 13 Abs. IV die in internationalen Vertr√§gen garantierten Menschenrechte besonders sch√ľtzt. Darunter f√§llt auch die Amerikanische Menschenrechtskonvention, welche in Art. 23 ohne Einschr√§nkung jedem B√ľrger politische Rechte zusagt, einschlie√ülich der Bewerbung f√ľr politische √Ąmter.

Das Regierungssystem wird laut neuer Verfassung (Artikel 11) als partizipative, repr√§sentative und gemeinschaftsorientierte Demokratie mit Gleichberechtigung f√ľr M√§nner und Frauen beschrieben. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Rechten und der Kultur der indigenen Bev√∂lkerung, einschlie√ülich der ihnen gleichgestellten Afrobolivianer. Die Verfassung gew√§hrt den B√ľrgern Weltanschauungsfreiheit, der plurinationale Staat ist unabh√§ngig von Religion. Entsprechend der Verfassung wird beabsichtigt, die Autonomie der Departamentos, Regionen, Gemeinden und indigenen Territorien zu st√§rken und die Dezentralisierung voranzutreiben. Obwohl hier bereits viele institutionelle Fortschritte gemacht wurden, hat die Zentralregierung zum Stand 2015 noch ein deutliches Macht√ľbergewicht gegen√ľber den dezentralen Strukturen. Dies liegt zum Teil auch daran, dass zahlreiche Gebietsk√∂rperschaften ihre Autonomieverfassungen noch nicht ausgearbeitet und verabschiedet haben.

Exekutive

Die Pr√§sidentschaftswahlen finden immer zusammen mit den Parlamentswahlen statt. Wenn bei der Wahl kein Pr√§sidentschaftskandidat die erforderliche absolute Mehrheit erreicht (Regelfall), wird der Pr√§sident mit einfacher Mehrheit vom neu gew√§hlten Parlament bestimmt. Wenn der Pr√§sident sein Amt niederlegt oder stirbt, r√ľckt der zusammen mit ihm gew√§hlte Vizepr√§sident nach, der laut Verfassung auch den Vorsitz des Abgeordnetenhauses innehat. Falls dieser verhindert ist, geht das Pr√§sidentenamt laut Artikel 169 der Verfassung auf den Pr√§sidenten des Senats und dann auf den (neuen) Pr√§sidenten der Abgeordnetenkammer √ľber. Im letzten Fall m√ľssen innerhalb von 90 Tagen Neuwahlen angesetzt werden.

Der Pr√§sident hat √§hnliche Machtbefugnisse wie seine Amtskollegen in Frankreich oder den USA. Er nimmt repr√§sentative Aufgaben wahr, bestimmt wesentlich die Au√üenpolitik und kann √ľber pr√§sidentielle Dekrete auch Rechtsakte erlassen. Ihm unterstehen Staatsminister f√ľr diverse Kompetenzbereiche, die zum Teil in Vizeministerien untergliedert sind. Die Streitkr√§fte h√§ngen ebenfalls vom Pr√§sidenten ab, werden vom Verteidigungsministerium verwaltet und fachlich vom Obersten Kommandeur geleitet.

Legislative

Das bolivianische Parlament, das seit der Verfassung von 2009 Plurinationale Legislative Versammlung (Asamblea Legislativa Plurinacional) genannt wird, besteht aus der Abgeordnetenkammer (C√°mara de Diputados) mit 130 Abgeordneten als Unterhaus und dem Senat (Senado) mit 36 Senatoren (vier aus jedem Departamento) als Oberhaus. Die Mitglieder beider Kammern werden f√ľr je f√ľnf Jahre gew√§hlt. Die Legislaturperiode ist an die des Pr√§sidenten gekoppelt und kann k√ľrzer sein, wenn eine vorzeitige Neuwahl des Pr√§sidenten erfolgt.

Judikative

Der Oberste Gerichtshof (Tribunal Supremo de Justicia) und das Verfassungsgericht (Tribunal Constitucional Plurinacional) haben ihren Sitz in Sucre, der formellen Hauptstadt des Landes. Im Bereich Agrarumwelt wurde ein weiteres oberstes Gericht auf nationaler Ebene eingerichtet. Au√üerdem gibt es die obersten Gerichtsh√∂fe der einzelnen Departamentos. F√ľr indigene Angelegenheiten sind in bestimmten Regionen eigene Jurisdiktionen verantwortlich. Ein weiteres wichtiges Teilorgan ist schlie√ülich der Justizrat (Consejo de la Magistratura).

Wahlorgan

Das Plurinationale Wahlorgan (√ďrgano Electoral Plurinational) hat Verfassungsrang als unabh√§ngige Gewalt. Es besteht aus der Obersten Wahlleitung (Tribunal Supremo Electoral), den Wahlleitungen der Departamentos und weiteren untergeordneten Einrichtungen. Eine wichtige Aufgabe besteht in der F√ľhrung des biometrischen W√§hlerverzeichnisses. Au√üerdem wurde dem Organ die Verantwortung f√ľr das Ausweiswesen (SEGIP), das F√ľhrerscheinwesen (SEGELIC) und die Funktionen der Standes√§mter (SERECI) √ľbertragen.

In Bolivien besteht Wahlpflicht, wahlberechtigt (und -verpflichtet) sind alle bolivianischen Staatsb√ľrger, die sich am Wahltag im Land aufhalten und das Wahllokal an ihrem Wohnort erreichen k√∂nnen. Eine Stimmabgabe f√ľr Bolivianer mit Wohnsitz im Ausland wurde f√ľr die Pr√§sidentschaftswahl 2014 erstmals erm√∂glicht. Die Teilnahme an den Wahlen wird nicht erzwungen, das unentschuldigte Fernbleiben kann jedoch indirekte Konsequenzen haben, da die √∂ffentliche Hand bestimmte Leistungen (beispielsweise Rentenauszahlung) an die Vorlage einer Bescheinigung kn√ľpft, die die Teilnahme an der Wahl (oder ein entschuldigtes Fernbleiben) best√§tigt.

Weitere autonome Organe

Zu den bedeutenden autonomen Institutionen, die durch die neue Verfassung eingerichtet wurden, gehören die folgenden:

  • Das Amt f√ľr die Verteidigung des Volkes (Defensor√≠a del Pueblo), das B√ľrgern Rechtsbeihilfe sichert (insbesondere bei Amtsmissbrauch)
  • Die Staatsanwaltschaft (Ministerio P√ļblico)
  • YPFB: der staatliche √Ėl- und Gaskonzern, EBIH: das Staatsunternehmen f√ľr die Industrialisierung von Kohlenwasserstoffen (Empresa Boliviana de Industrializaci√≥n de Hidrocarburos) und ANH: die nationale Regulierungsagentur f√ľr die Kohlenwasserstoffindustrie (Agencia Nacional de Hidrocarburos)
  • COMIBOL: der staatliche Bergbaukonzern, dem die gesamte Bergbauindustrie des Landes untersteht, und AJAM: die Regulierungsbeh√∂rde f√ľr den Bergbausektor (Autoridad Jurisdiccional Administrativa Minera)

Politische Indizes

Parteien

Parteien in Bolivien sind in der Regel eng mit ihrem Gr√ľnder verbunden und verlieren im Todesfall oder nach dessen Austritt oft stark an Bedeutung. Eine Ausnahme bildet die linksgerichtete Movimiento al Socialismo (MAS), die nach 13 Jahren Regierung (2006‚Äď2019) landesweit dauerhafte Strukturen etabliert hat. Dies erm√∂glichte ihr, den Wegfall von Evo Morales im Jahr 2019 zu kompensieren und 2020 die Macht zur√ľckzugewinnen.

Daneben besteht in den meisten F√§llen keine klare Positionierung im politischen Spektrum. In der Regel bewegen sie sich allerdings innerhalb der Bandbreite von sozialdemokratisch, konservativ und rechtsliberal. Extreme Gruppierungen kommen fast nur als Fl√ľgel innerhalb der Parteien vor. Hier sind beispielsweise Teile der MAS zu nennen, die marxistisch-leninistische Positionen vertreten, sowie marktliberale und christlich-fundamentale Kr√§fte innerhalb der Oppositionsparteien. Seit einigen Jahren entwickeln sich vor allem auf regionaler Ebene auch Umweltschutzparteien, die jedoch noch wenig R√ľckhalt in der Bev√∂lkerung genie√üen.

Bedeutende Oppositionsparteien der letzten Jahre sind die folgenden:

  • Creemos, gegr√ľndet 2020, f√ľhrende Kraft in Santa Cruz, angef√ľhrt von Luis Fernando Camacho
  • Allianza Comunidad Ciudadana, gebildet f√ľr die Wahlen 2019/2020, aus der sie mit Carlos Mesa an der Spitze als st√§rkste Oppositionspartei hervorgegangen ist
  • Unidad Nacional
  • Movimiento Nacionalista Revolucionario
  • Movimiento sin Miedo
  • Movimiento de Izquierda Revolucionaria

Militär

Bolivien gab 2017 knapp 1,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 657 Mio. US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Regionale B√ľndnisse

Angesichts seiner gesellschaftlichen und geographischen Heterogenit√§t sowie der zentralen Lage in S√ľdamerika hat Bolivien ein gro√ües Interesse an einer tieferen Integration mit seinen Nachbarstaaten, sowohl in Richtung Anden, als auch in Richtung Amazonasbecken und Paran√°-Becken.

Bolivien geh√∂rt zur 1969 gegr√ľndeten Andengemeinschaft, die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten aufgebaut hat. W√§hrend der Regierungszeit von Hugo Ch√°vez bestand eine sehr enge Bindung der Regierung Morales mit Venezuela, welche sich auch durch die Mitgliedschaft in der Bolivarianischen Allianz f√ľr Amerika ALBA ab 2004 ausdr√ľckte. Die Union S√ľdamerikanischer Nationen (Unasur) wurde 2008 gegr√ľndet, um die politische Integration S√ľdamerikas voranzutreiben. Der Sitz der Mitgliederversammlung (Centro de Convenciones) war in einem 2018 eingeweihten Geb√§ude bei Cochabamba vorgesehen. In Folge von politischen Umschw√ľngen in Lateinamerika verlor die UNASUR jedoch an Bedeutung zugunsten der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC), in der Bolivien ebenfalls mitwirkt. Daneben steht die Best√§tigung der seit 2015 angestrebten Vollmitgliedschaft im Mercosur zum Stand Oktober 2020 noch aus.

Verwaltungsgliederung

Departamentos

Bolivien ist in neun Departamentos aufgeteilt:

Da Bolivien weiterhin Anspruch auf die chilenische Región de Antofagasta erhebt, wird diese als zehntes Departamento Litoral bezeichnet.

Die laut neuer Verfassung von 2009 autonomen Departamentos werden von einem Gouverneur (Gobernador) regiert. Zuvor standen den Departamentos Pr√§fekten vor, die bis 2005 vom Pr√§sidenten ernannt wurden, bevor sie am 18. Dezember 2005 zum ersten und einzigen Mal vom Volk gew√§hlt wurden, als Zugest√§ndnis an Autonomiebestrebungen. F√ľnf Jahre sp√§ter fanden die ersten sub-nationalen Wahlen statt, bei denen gleichzeitig die Gouverneure, die Sub-Gouverneure (Subgobernador oder Ejecutivo Seccional), die B√ľrgermeister und die Parlamente (Asamblea Legislativa Departamental) gew√§hlt wurden.

Die Departamentos gliedern sich ihrerseits in insgesamt 112 Provinzen (Provincias), die vom jeweils gewählten Sub-Gouverneur verwaltet und gestaltet werden. Die Provinzen sind wiederum in 339 autonome Municipios untergliedert. Municipios umfassen eine Reihe von Ortschaften und gliedern sich weiterhin in Distrikte (zuvor Kantone).

Municipios und Provinzen, die eine in gewisser Weise homogene Struktur aufweisen, können sich optional zu einer Autonomen Region zusammenschließen. Daneben können indigene Gemeinschaften im ländlichen Raum Autonome Indigenengebiete (Territorios indígena originario campesinos) bilden. Das erste autonome Gebiet entstand 2017 im Municipio Charagua.

Die Interessen der Municipios gegen√ľber den Ebenen Departamento und Staat werden √ľber Verb√§nde verteidigt, die im Dachverband Federaci√≥n de Asociaciones Municipales de Bolivia (FAM ‚Äď Bolivia) organisiert und institutionalisiert sind. Hierf√ľr k√∂nnen Municipios auch so genannte Mancomunidades bilden, eine Art kommunaler Zweckverband.

Auf kommunaler Ebene gibt es gew√§hlte B√ľrgermeister (Alcaldes), in gr√∂√üeren St√§dten und Gemeinden auch einen gew√§hlten Stadtrat (Consejo municipal).

Städte

Die offizielle Hauptstadt Boliviens ist Sucre, der Sitz der Regierung befindet sich jedoch in La Paz, dessen Stadtgebiet auf Höhen zwischen 3200 m und 4100 m liegt. Damit gilt La Paz als der höchstgelegene Regierungssitz der Erde. Weitere auf 4.000 m und höher gelegene Großstädte sind El Alto, bis 1985 ein Stadtteil von La Paz, sowie Potosí. Die mit Abstand größte Stadt Boliviens ist hingegen Santa Cruz de la Sierra, die Hauptstadt des gleichnamigen Departamentos, die als der wirtschaftliche Motor des Landes gilt.

Die größten Städte Boliviens, geordnet nach der Zahl ihrer Einwohner im Jahr 2012 (Volkszählung) und 2005 (Zählung), sind:

Wirtschaft

Trotz seines Reichtums an Bodensch√§tzen (fr√ľher vor allem Silber und Zinn) war Bolivien f√ľr lange Zeit das √§rmste und exportschw√§chste Land S√ľdamerikas, sein nominales Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner betrug im Jahre 2016 lediglich 3197 US-Dollar pro Kopf. Zwei Drittel der Bev√∂lkerung lebten 2006 in Armut, 40 Prozent gar in extremer Armut, obwohl Bolivien √ľber die gr√∂√üten freien, d.¬†h. ohne gleichzeitige √Ėlf√∂rderung ausbeutbaren Erdgasvorkommen S√ľdamerikas verf√ľgt. Der Gini-Koeffizient, der die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums misst, lag bei 0,6, was eine starke Ungleichverteilung des gesellschaftlichen Einkommens bedeutet. 10¬†% der Bev√∂lkerung verf√ľgen √ľber 40¬†% des Gesamteinkommens.

Seit die Erdgasindustrie nach der Regierungs√ľbernahme von Evo Morales erfolgreich verstaatlicht wurde, konnten die Staatseinnahmen erheblich gesteigert werden. Zeitgleich wurden auch die Zoll- und Steuerbeh√∂rden gest√§rkt, sodass auch von dieser Seite her ein Vielfaches an Einnahmen dem Staat zugehen. Die Exporte wurden im Zeitraum 2000‚Äď2013 etwa verzehnfacht, die extreme Armut konnte stark reduziert werden und damit auch die Ungleichheit. Durch das im Vergleich mit den meisten L√§ndern der Region h√∂here Wachstum und die stabile Geldpolitik erreicht die Bev√∂lkerung Boliviens heute (Stand 2015) einen Lebensstandard, der mit vielen anderen L√§ndern der Region vergleichbar ist.

Ein zwischenzeitlich bedeutender Faktor war auch der Handelsvertrag der V√∂lker (span.: Tratado de Comercio de los Pueblos (TCP)), der am 29. April 2006 von den Pr√§sidenten der L√§nder Bolivien, Venezuela und Kuba unterzeichnet wurde. In diesem Vertrag verpflichten sich Venezuela und Kuba, bolivianische Sojabohnen zu kaufen und Bolivien in seinen Programmen zur Alphabetisierung und Gesundheitsversorgung und bei der Errichtung einer nationalen bolivianischen Fluggesellschaft zu unterst√ľtzen. W√§hrend der Pr√§sidentschaft von Evo Morales pflegten diese drei L√§nder enge wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen.

Die 2009 angenommene neue Verfassung (s.¬†o.) sieht ein neues, ‚Äěpluralistisches‚Äú Wirtschaftsmodell f√ľr Bolivien vor. Laut Verfassungstext strebt das Land ein gemischtes Modell aus staatlicher, gemein- und privatwirtschaftlicher √Ėkonomie mit sozialer Kontrolle an. Neben starken keynesianistischen Elementen enth√§lt das Modell Nachhaltigkeits-Elemente aus dem indigenen Denken.

Aus regionaler Sicht kann man in Bolivien eine multipolare Struktur erkennen. Santa Cruz bildet traditionell das industriell am weitesten fortgeschrittene Zentrum ‚Äď lediglich die aufstrebende Doppelmetropole La Paz/El Alto weist eine √§hnlich hohe Aktivit√§t auf. Im S√ľden liegt der Fokus der f√ľr das Land so wichtigen Erdgasf√∂rderung. Das Karnevalszentrum Oruro ist ein bedeutender Umschlagplatz f√ľr Importwaren, in seiner Umgebung befinden sich die gr√∂√üten Bergbaustandorte. Ein gern gew√§hlter Ort f√ľr internationale Gro√üveranstaltungen ist schlie√ülich das zentral und auch klimatisch g√ľnstig gelegene Cochabamba.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegte Bolivien Platz 121 von 138 L√§ndern (Stand 2016‚Äď2017). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte Bolivien 2017 Platz 168 von 180 L√§ndern. Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft sind unter der Regierung von Evo Morales stark gestiegen.

Wirtschaftszahlen

Statistische Angaben zur Wirtschaft Boliviens auf Grundlage des CIA-Factbooks und Angaben des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland.

  • BIP (PPP): 78,66 Milliarden US$ (Sch√§tzung 2016)
  • BIP ‚Äď reale Wachstumsrate: 4,1¬†% (Sch√§tzung 2016)
  • BIP pro Einwohner (PPP): 7.200 US$ (Sch√§tzung 2016)
  • BIP nach Sektor:
    • Landwirtschaft: 12,9¬†%
    • Industrie: 29,3¬†%
    • Dienstleistung: 57,7¬†% (Sch√§tzung 2016)
  • Einwohner unter der Armutsgrenze: 38,6¬†% (Sch√§tzung 2011) (Neue Definition: Menschen, die von weniger als 2 US$ am Tag leben)
  • Inflationsrate (Verbraucherpreise): 3,6¬†% (Sch√§tzung 2016)
  • Arbeitsf√§hige Bev√∂lkerung: 4,993 Millionen (Sch√§tzung 2016)
  • Arbeitslosenquote: 4,1¬†% (Sch√§tzung 2016)
  • Budget:
    • Eink√ľnfte: 14,69 Milliarden US$
    • Ausgaben: 16,93 Milliarden US$ (Sch√§tzung 2016)
  • Industrie: Bergbau, Erd√∂l, Nahrung und Alkohol, Tabak, Kleidung
  • Industrielles Produktionswachstum: 6,2¬†% (Sch√§tzung 2016)
  • Elektrizit√§t ‚Äď Erzeugung: 6,611 Milliarden kWh (Sch√§tzung 2011)
  • Elektrizit√§t ‚Äď Verbrauch: 6,301 Milliarden kWh (Sch√§tzung 2011)
  • Import ‚Äď Partner: China 17,9¬†%, Brasilien 16,5¬†%, Argentinien 11,8¬†%, USA 10,6¬†%, Peru 6,2¬†%, Japan 5,2¬†% (2016)
  • Export ‚Äď Partner: Brasilien 28,1¬†%, Argentinien 16,9¬†%, USA 12,1¬†%, Kolumbien 6,3¬†%, Volksrepublik China 5,3¬†%, Japan 4,7¬†% (2016)
  • Auslandsschulden: 5,451 Milliarden US$ (Sch√§tzung 31. Dezember 2011)
  • W√§hrung: 1 Boliviano (BOB) = 100 Centavos

Entwicklung der Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Landwirtschaft

Ein relativ gro√üer Teil der Bev√∂lkerung ist nach wie vor in der Landwirtschaft besch√§ftigt. Nur im tropischen Tiefland im Osten gibt es einigerma√üen moderne Betriebe, im Altiplano mit seinen klimatisch ung√ľnstigen Anbaubedingungen und bei den indigenen Gemeinschaften des Landes hingegen wird traditionell auf Subsistenz-Basis angebaut. Zudem existiert in der trockenen Punaregion eine extensive Fernweidewirtschaft mit Alpakas, die der Transhumanz der alten Welt sehr √§hnlich ist. Die Nachfrage nach Alpakawolle f√ľhrt zu einer st√§rkeren Marktorientierung der Weidewirtschaft und in der Folge zu Ver√§nderungen der Viehzucht-Technologien und der Wanderzyklen. Eine verst√§rkte Nutzung kann allerdings das fragile √Ėkosystem gef√§hrden. Dies trifft auch auf die gro√üen Anstrengungen des bolivianischen Staates zu, der versucht, die Subsistenzbauern in die Marktwirtschaft zu integrieren, da damit immer eine Intensivierung des Anbaus verbunden ist. Mit staatlicher Unterst√ľtzung wird die Exportf√§higkeit von Erzeugnissen wie Quinoa, Paranuss und Kakao vorangetrieben. Auf der anderen Seite wird mit der F√∂rderung des Weizenanbaus der Importbedarf von Weizenmehl gesenkt.

Der kontrovers diskutierte Koka-Anbau bleibt nach wie vor einer der Hauptwirtschaftszweige des Landes, vor allem in den Regionen Yungas und Chapare. Von Seiten der USA wird er zu unterbinden versucht, doch ist dabei zu bedenken, dass Coca nicht nur ein Rohstoff f√ľr Kokain ist, sondern von der Bev√∂lkerung der gesamten Andenregion als Heilungs- und Genussmittel genutzt wird, ob als Tee (mate de coca) oder zum Kauen. Um den Koka-Anbau ist ein heftiger Streit zwischen der Regierung und den Kokabauern entbrannt, der mit zu der chaotischen politischen Situation 2002‚Äď2003 f√ľhrte. Der langj√§hrige Pr√§sident Evo Morales ist ein Anf√ľhrer der Cocalero-(Kokabauern-)Bewegung.

Bergbau

Von der Kolonialzeit bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war die bolivianische Wirtschaft vor allem durch den Bergbau (Abbauprodukte Silber und Zinn) gekennzeichnet. Durch den Verfall der Rohstoffpreise in der zweiten H√§lfte des 20. Jahrhunderts und durch die zunehmende Ersch√∂pfung der Rohstoffquellen sind die Erl√∂se aus dem Bergbau drastisch zur√ľckgegangen und viele Bergleute entlassen worden. M√∂glicherweise k√∂nnte der Bergbau seine Bedeutung jedoch mit der Erschlie√üung der Region ‚ÄěEl Mut√ļn‚Äú (Eisenerz) wiedererlangen und noch viel mehr durch Lithium:

Der im S√ľdwesten Boliviens gelegene Salzsee Salar de Uyuni beherbergt mit gesch√§tzten 46,5 Millionen Tonnen abbaubaren Vorkommens an Lithium das derzeit weltweit gr√∂√üte bekannte Vorkommen dieses Leichtmetalls. Die staatliche Bergbaubeh√∂rde COMIBOL begann im Mai 2008 mit dem Bau einer Pilotanlage zur F√∂rderung und Verarbeitung des Lithiums. Wegen der zunehmenden Herstellung von Lithium-Ionen-Akkumulatoren wird Lithium ein Nachfrageboom vorhergesagt.

Der damalige Pr√§sident Evo Morales hat um 2008 verhindert, dass ein ausl√§ndisches Unternehmen die Sch√ľrfrechte erh√§lt und das Lithiumsalz exportiert. Am 30. April 2021 verlautet von Pr√§sident Luis Arce und dem Staatskonzern Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB), dass bis 2025 die F√∂rderung und industrielle Verarbeitung stark entwickelt werden soll.

Energiewirtschaft

Erdgas und Erdöl

Von mittlerweile √ľberragender Bedeutung f√ľr Bolivien ist die F√∂rderung von Energierohstoffen. Bolivien verf√ľgt √ľber S√ľdamerikas drittgr√∂√üte Erdgasreserven, wobei die meisten Lagerst√§tten in den s√ľdlichen Departamentos Tarija und Chuquisaca liegen. Die im Jahr 2013 zertifizierten Reserven reichen bei einer Beibehaltung der aktuellen F√∂rderkapazit√§t bis zum Jahr 2025. Aufgrund intensiver Explorationst√§tigkeit in Kooperation mit internationalen Konzernen wie Total, Repsol, BG Group und Petrobras wird mit einer erheblichen Ausweitung dieser Reserven gerechnet. Auch in den Departamentos von Santa Cruz, Cochabamba und La Paz werden Lagerst√§tten gesucht. Rund 80 Prozent des gef√∂rderten Erdgases wird exportiert, √ľberwiegend nach Brasilien und Argentinien. Nach der Privatisierung wichtiger Industrien unter dem Ley de Capitalizaci√≥n von 1994 hat die neue Regierung unter Pr√§sident Evo Morales 2006 die ‚ÄěSouver√§nit√§t des bolivianischen Volkes √ľber seine wichtigsten Ressourcen‚Äú wiederhergestellt, indem den im Land t√§tigen erdgasf√∂rdernden und -verarbeitenden Unternehmen die Verpflichtung zu Neuverhandlungen mit dem staatlichen YPFB (Yacimientos Petrol√≠feros Fiscales Bolivianos) auferlegt wurde. Mit der Unterzeichnung aller neu auszuhandelnden Vertr√§ge im Dezember 2006 kontrolliert die Regierung Boliviens jetzt die Erdgasreserven des Landes sowie die dort operierenden ausl√§ndischen Unternehmen. Laut der neuen Verfassung von 2009 hat YPFB das Monopol bei den fossilen Brennstoffen, von der F√∂rderung bis zur Vermarktung, darf aber in bestimmten Bereichen Gemeinschaftsunternehmen eingehen, wobei YPFB immer mindestens 51 Prozent der Anteile halten muss.

Bis etwa 2008 war Bolivien ein Netto-Exporteur von kleinen Mengen Erd√∂l und √Ėlprodukten. Das Land muss jedoch seither steigende Mengen an raffinierten √Ėlprodukten (Benzin, Diesel, Kerosin etc.) importieren, da die eigenen Raffineriekapazit√§ten noch zu gering sind und der Verbrauch stark steigt. Allerdings hat YPFB ein Investitionsprogramm gestartet, dass zu einer Deckung des Benzinbedarfs ab 2016 f√ľhren soll und auch die Importabh√§ngigkeit bez√ľglich Diesel wieder reduzieren wird. Zudem wird weiter in die Kapazit√§ten f√ľr Fl√ľssiggas investiert, die vor allem f√ľr den inl√§ndischen Konsum ben√∂tigt werden.

Elektrizitätsversorgung

Im Jahre 2012 lag Bolivien bzgl. der jährlichen Erzeugung mit 6,944 Mrd. kWh an Stelle 102 und bzgl. der installierten Leistung mit 1.365 MW an Stelle 119 in der Welt. Die installierte Leistung lag 2011 bei 1.221 MW, davon entfielen auf kalorische Kraftwerke 745 MW und auf Wasserkraftwerke 475 MW. Der Stromverbrauch stieg von 2,7 Mrd. kWh im Jahre 1996 auf 6,2 Mrd. kWh im Jahre 2011. Bis 2022 soll sich der Stromverbrauch auf 13,7 Mrd. kWh erhöhen.

Die Netzfrequenz in Bolivien beträgt 50 Hz. Neben dem staatlichen Stromversorger Empresa Nacional de Electricidad (ENDE) gibt es eine Reihe weiterer Stromerzeuger, mehrere Verteilnetzbetreiber sowie drei Übertragungsnetzbetreiber. In Bolivien existiert ein Verbundnetz, das Sistema Interconectado Nacional (SIN) sowie diverse Inselnetze. Die Erzeugungskapazität der Inselnetze lag 2013 bei 179 MW. Bis 2025 sollen eine Reihe von Inselnetzen an das SIN angeschlossen werden.

Im Jahre 2001 waren 64 % der Bevölkerung an das Stromnetz angeschlossen (89 % der Städter, aber nur 25 % der Landbevölkerung). Bis 2010 stiegen diese Werte auf 77 % (90 % Stadt, 53 % Land). Bis zum Jahre 2025 sollen dann alle Einwohner Boliviens Zugang zum Stromnetz haben.

Es gibt ehrgeizige Pl√§ne, das Wasserkraft-Energieversorgungssystem an diversen Fl√ľssen Boliviens auszubauen, um den √ľbersch√ľssigen Strom zu exportieren. Das Wasserkraftpotenzial wird auf 20.000 MW gesch√§tzt. Am R√≠o Beni ist z.¬†B. das Kraftwerk El Bala mit 1600‚Äď4000 MW geplant.

Der Präsident Boliviens, Evo Morales, beabsichtigt auf längere Sicht auch die Nutzung der Kernenergie. 2015 wurde eine Vereinbarung zwischen der russischen ROSATOM und Bolivien unterzeichnet, die eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet vorsieht. Ab 2016 soll zunächst ein Forschungszentrum in El Alto errichtet werden.

Industrie

Die Industrie ist wenig entwickelt, Hauptindustriezweige sind die Lebensmittelindustrie und die Metallverarbeitung. Das Handwerk und die einfache Werkstattfertigung spielt vielerorts noch eine wichtige Rolle. Dank der Vervielfachung des Staatshaushalts seit den Verstaatlichungen ab 2006 konnten jedoch eine Reihe von größeren Industrieprojekten auf den Weg gebracht werden, darunter eine Computer-Montage, eine Petrochemie-Fabrik und ein Hersteller von Kartonagen.

Private Investitionen in industrielle Anlagen bestehen allerdings nur in relativ geringem Umfang. Diese zielen eher auf Kleinbetriebe, Dienstleister und die Beteiligung an der Ausbeutung der nat√ľrlichen Rohstoffe.

Daneben wird von staatlicher Seite versucht, aus dem vielf√§ltigen Schatz an Naturheilmitteln und wilden Fr√ľchten Kapital zu schlagen. So hofft Bolivien beispielsweise, √ľber die industrielle Herstellung von Koka-Nutzprodukten auch ausl√§ndische M√§rkte zu erobern. Der f√ľr die Amazonas-Region wichtigen Paranuss wurde beispielsweise durch gezielte Investitionen erfolgreich wieder zur Exportf√§higkeit verholfen und gleichzeitig die Weiterverarbeitung vor Ort gesichert.

Tourismus

Der Tourismus hat in den letzten Jahren zwar einen hohen Zuwachs erfahren, ist aber trotzdem nur von untergeordneter Bedeutung ‚Äď im Jahr 2004 kamen gerade einmal 367.000 ausl√§ndische Besucher ins Land. Die meisten Touristen reisen in die Hauptstadt, an den Titicacasee und zum Salar de Uyuni ‚Äď nur etwa 10¬†% der Touristen entfallen auf die weite Ebene des Amazonasbeckens mit ihren 21 bolivianischen Nationalparks. Dazu z√§hlt der Nationalpark Noel Kempff Mercado, seit dem Jahr 2000 zum Weltnaturerbe der UNESCO erkl√§rt. Um diese und viele andere Sch√∂nheiten des Landes zu erhalten, haben sich eine Vielzahl von internationalen und nationalen Organisationen zum Erhalt von Lebensraum und Artenvielfalt gebildet, darunter zum Beispiel PRODENA (Prodefensa Association of Nature), FOBOMADE (Foro Boliviano sobre Medio Ambiente y Desarrollo), LIDEMA (Liga de Defensa del Medio Ambiente), Eco Bolivia Foundation und TROPICO (Bolivian Conservation Association).

Die landschaftliche Sch√∂nheit des Altiplano, aber auch der Amazonasregion, werden von immer mehr Ausl√§ndern gesch√§tzt. Die Einheimischen sind in der Regel sehr heimatverbunden und reisen, wenn √ľberhaupt, eher aus famili√§ren, gesundheitlichen oder beh√∂rdlichen Motiven. Massentourismus gibt es also kaum.

Hauptziele des Tourismus sind:

  • die Stadt La Paz als Regierungssitz und die Hauptstadt Sucre wegen ihrer kolonialen Bauten
  • Potos√≠ mit den Minen und prachtvollen Bauten aus der goldenen Zeit der Stadt
  • der Titicacasee mit den ‚Äěheiligen Inseln‚Äú (Sonnen- und Mondinsel)
  • die Amazonasregion um Rurrenabaque
  • der Salar de Uyuni, der gr√∂√üte Salzsee der Welt
  • Tiwanaku, das religi√∂se und administrative Zentrum einer pr√§kolumbischen Kultur

Ein j√§hrliches Ereignis mit internationaler Beachtung ist der bolivianische Karneval, mit dem Karneval von Oruro als bedeutendster Veranstaltung. F√ľr Fotografen und Naturliebhaber gibt es eine Reihe weiterer hochwertiger Ziele, darunter Tupiza (eine in einer vielfarbigen Gebirgslandschaft gelegene Kleinstadt im S√ľden), die Yungas und das Naturreservat Cordillera de Sama. Bei Touristen aus dem Inland und dem Norden Argentiniens ist das Valle Central de Tarija aufgrund der zahlreichen Weinkellereien beliebt.

Die touristische Infrastruktur ist in den meisten F√§llen gut, die Preise vor allem f√ľr Europ√§er sehr niedrig. In den gr√∂√üeren St√§dten besteht eine gute Auswahl an g√ľnstigen und gehobenen Hotels, in Kleinst√§dten muss hingegen h√§ufig auf einfachere Unterk√ľnfte zur√ľckgegriffen werden. Dar√ľber hinaus gibt es Bestrebungen, den Gemeinschaftstourismus (turismo comunitario) zu f√∂rdern, wo Besucher die regionale Kultur und Natur besonders hautnah erleben k√∂nnen, etwa in der Chiquitania bei Santa Cruz oder in San Pedro de Sola bei Tarija.

Obwohl die Mehrheit der Bev√∂lkerung in Bolivien kein Englisch spricht, hat sich Bolivien zu einem Reiseland f√ľr Rucksacktouristen entwickelt, nachdem ein Netz von Jugendherbergen in Bolivien aufgebaut wurde. Die steigende Kriminalit√§tsrate im Land hat jedoch auch zu einem Anstieg der √úberf√§lle auf allein reisende Touristen gef√ľhrt. So kommt es zum Beispiel vereinzelt vor, dass Touristen von falschen Taxifahrern und angeblichen Polizisten ausgeraubt werden.

Staatshaushalt

Der konsolidierte Staatshaushalt von Bolivien ist seit der Regierungs√ľbernahme durch Evo Morales stark ausgeweitet worden. W√§hrend er im Jahr 2006 noch etwa 5,8 Mrd. US-Dollar betrug waren es im Jahr 2014 bereits 28,1 Mrd. US-Dollar. Dabei gelang es der Regierung, regelm√§√üig √úbersch√ľsse zu erzielen. Die zus√§tzlichen Mittel wurden prim√§r in die Sektoren Bildung und Gesundheit geleitet, aber auch Infrastruktur (Stromnetze, Gas-Pipelines, Wasserversorgung, Stra√üen), sozialer Wohnungsbau, Industrialisierung und Verteidigung waren wichtige Themen. Die Finanzierung durch ausl√§ndische Geldgeber hat demgegen√ľber stark an Bedeutung verloren. Sie lag 2005 noch bei 8 Prozent und verringerte sich √ľber die Jahre auf unter 2 Prozent. Die Staatsverschuldung betrug im Jahr 2016 42,1¬†% des BIP.

Währungsreserve

Die W√§hrungsreserven Boliviens, also der kumulierte Leistungsbilanz√ľberschuss des Landes, ist seit dem Jahr 2005 auf nahezu das Zehnfache angestiegen und betrug 15,3 Mrd. US$ im Jahr 2014 (zum Vergleich: Deutschland 196,8 Mrd. US$; Schweiz 530,9 Mrd. US$; USA 138,1 Mrd. US$). Im Verh√§ltnis zum Bruttoinlandsprodukt liegt Bolivien damit auf einem sehr hohen Niveau und hat damit ein starkes Instrument, um wirtschaftliche Schw√§chephasen abzufedern. Im Jahr 2015 musste auf einen Teil der Reserven zur√ľckgegriffen werden, um trotz des √Ėlpreisverfalls weiteres Wirtschaftswachstum zu stimulieren.

Verkehr

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualit√§t der Infrastruktur misst, belegte Bolivien 2018 den 131. Platz unter 160 L√§ndern. Der gro√üe Teil des gro√üen und d√ľnn besiedelten Landes ist nur schlecht erschlossen.

Straße

85¬†% des gesamten Waren- und Personenverkehrs des Landes spielen sich auf dem zu zwei Dritteln unbefestigten Stra√üennetz Boliviens ab. Auf dem s√ľdamerikanischen Kontinent, der im Vergleich zu anderen Weltregionen einen gravierenden Mangel an Infrastruktur aufweist, nimmt Bolivien damit einen der letzten Pl√§tze bez√ľglich des Verh√§ltnisses Fl√§che/Stra√üenkilometer ein. Bis 2001 waren nur f√ľnf Prozent der Stra√üen asphaltiert oder betoniert und die restlichen Stra√üen geschottert. Mittlerweile wird jedoch der Stra√üenausbau deutlich vorangetrieben und fast alle Stra√üen zwischen den gro√üen St√§dten sind vollst√§ndig asphaltiert. Das gesamte Stra√üennetz umfasste 2010 etwa 80.488¬†km, wovon 9.792¬†km asphaltiert sind. Zwischen La Paz und Oruro wurde im Februar 2015 die erste vierspurige √úberlandstra√üe er√∂ffnet. Durch die geographischen Gegebenheiten kommt es jedoch h√§ufig zu Steinabg√§ngen, da viele Strecken, vor allem in den bergigen Regionen, an gro√üen Bergen oder Felsen entlanglaufen. Da das Klima vor allem im Tiefland durch ausgedehnte Regenzeiten gekennzeichnet ist, kann es zu Schlammlawinen kommen oder k√∂nnen Stra√üen vollst√§ndig √ľberflutet werden. Regelm√§√üig kommt es wegen mangelhafter Stra√üenqualit√§t zu schweren Verkehrsunf√§llen. Dar√ľber hinaus ist die Versorgung mit Kraftstoff in vielen Teilen des Landes recht schwierig. So gibt es abseits der gro√üen St√§dte oftmals nur an wenigen Tagen in der Woche Benzin oder Diesel, wobei oft auch die Abgabemenge limitiert wird. Der nationale Einheitspreis f√ľr die beiden verf√ľgbaren Kraftstoffsorten lag im August 2012 f√ľr einheimische Fahrzeuge bei 3,73 BOB/Liter bzw. umgerechnet bei ca. 0,43¬†‚ā¨/Liter. Da der Kraftstoff staatlich subventioniert ist, wird bei Fahrzeugen mit ausl√§ndischem Kennzeichen deutlich mehr verlangt.

Eisenbahn

Das Eisenbahnnetz des Landes umfasst 3.700 km eingleisige Strecken in Meterspur und entspricht noch weniger als das Straßennetz den Anforderungen an ein modernes Schienennetz. Das Schienennetz ist zweigeteilt und gehört zwei Firmen:

  • der Empresa Ferroviaria Andina (FCA) auf dem Altiplano mit einem Schienennetz von 2276¬†km
  • der Ferroviaria Oriental S.A. (FOSA) im bolivianischen Tiefland mit 1244¬†km und Santa Cruz als Drehscheibe.

Mit der geplanten S√ľdamerikanischen Transkontinentalbahn soll √ľber bolivianisches Territorium ein Eisenbahnkorridor von der peruanischen Pazifikk√ľste zur brasilianischen Atlantikk√ľste gebaut werden, der sowohl den Personen- als auch den Warenverkehr auf der wichtigen West-Ost-Achse erleichtern soll. Damit werden die beiden bolivianischen Streckennetze erstmals verbunden.

Binnenschifffahrt

Die Binnenschifffahrt des Landes beschränkt sich mit einer Ausnahme auf das bolivianische Tiefland, wo die großen Flusssysteme in einer Gesamtlänge von etwa 5600 km befahrbar sind:

  • das Beni-Madre de Dios-Orthon-Flusssystem (etwa 2700¬†km)
  • das Ichilo-Mamor√©-Flusssystem (etwa 2000¬†km)
  • das Itonomas-It√©nez-Flusssystem (etwa 850¬†km)
  • das Paraguay-Paran√°-Flusssystem als Zugang zum Atlantik
  • der Titicacasee-Frachtverkehr als Zugang zu den peruanischen H√§fen am Pazifik

√úber vier Binnenh√§fen Puerto Aguirre, Puerto Gravetal, Puerto Su√°rez und Puerto Busch hat Bolivien, √ľber die internationalen Fl√ľsse Paraguay und Paran√° Zugang zum Atlantik.

Luftverkehr

Der Luftverkehr Boliviens wird unter anderem von folgenden Fluglinien bedient:

  • BoA (Aerol√≠nea Boliviana de Aviaci√≥n) ‚Äď staatliche Fluggesellschaft mit Sitz in Cochabamba. Sie nahm im M√§rz 2009 den Flugbetrieb auf und bediente in einer Anfangsphase die St√§dte La Paz, Santa Cruz und Cochabamba. Seit Mitte 2009 werden auch die St√§dte Sucre, Tarija und Cobija angeflogen. Im M√§rz 2010 kam au√üerdem noch das Ziel Buenos Aires in Argentinien dazu, sp√§ter auch Madrid und Miami, sowie Uyuni, Trinidad und Potos√≠.
  • TAM (Transporte Aereo Militar) ‚Äď eine lokale Fluglinie, vom Milit√§r betrieben, die vor allem schwer erreichbare Teile des Landes bedient.
  • Amas Bolivia ‚Äď Eine kleinere Fluggesellschaft mit kleinen Flugzeugen, die nationale und internationale Ziele anfliegt.
  • EcoJet ‚Äď 2013 gestartete Fluglinie mit Sitz in Cochabamba, die mittlerweile fast alle Landesteile anfliegt.
  • Avianca ‚Äď eine kolumbianische Airline (auch in der Star Alliance vertreten), die vor allem den s√ľdamerikanischen Raum bedient und in Bolivien den Flughafen La Paz-El Alto anfliegt.
  • LATAM ‚Äď der gr√∂√üte Luftverkehrskonzern Lateinamerikas
  • Gol ‚Äď eine brasilianische Fluggesellschaft, die von S√£o Paulo aus Santa Cruz anfliegt.
  • Aerol√≠neas Argentinas ‚Äď die wichtigste argentinische Airline mit Fl√ľgen nach Buenos Aires.
  • Air Europa ‚Äď eine spanische Airline, die von Madrid nach Santa Cruz fliegt.

Die wichtigsten der 37 bolivianischen Flughäfen sind der Flughafen La Paz/El Alto, der Flughafen Santa Cruz, der Flughafen Cochabamba und der 2016 eröffnete Flughafen Alcantarí in Sucre.

Nicht mehr aktiv sind die folgenden Fluglinien:

  • LAB ‚Äď Boliviens fr√ľhere wichtigste Fluggesellschaft mit Zielen in S√ľd-, Mittel- und Nordamerika. Nach verschiedenen finanziellen Problemen seit 2006 nicht mehr t√§tig.
  • AeroSur ‚Äď eine 1992 gegr√ľndete Fluglinie, Fl√ľge zu verschiedenen Zielen in Nord-, Mittel- und S√ľdamerika, sp√§ter auch nach Europa. Im Jahr 2012 wurde der Betrieb eingestellt.

Raumfahrt

Mit dem Start des ersten bolivianischen Kommunikationssatelliten Tupac Katari am 20. Dezember 2013 vom chinesischen Kosmodrom Xichang ist Bolivien das achte Land in S√ľdamerika mit eigenem Weltraumapparat. Profitieren sollen von der Weltraumtechnik vor allem Bewohner auf dem Land. In entlegenen Gegenden und schwierigem Gel√§nde haben viele Gemeinden weder Telefon, Radio noch Fernsehen. Die Bodenstationen zur Steuerung durch Boliviens Raumfahrtbeh√∂rde ABE sind in El Alto bei La Paz und in der Ortschaft La Guardia im Tieflanddepartamento Santa Cruz.

Kultur

Die bolivianische Kultur reflektiert die Vielfalt der 35 Ethnien des Landes, die unter den unterschiedlichsten klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen leben und entsprechend unterschiedliche Mythen, Riten, Textilien, Rhythmen und Tänze entwickelt haben.

Bildung

Im Dezember 2008 erkl√§rte Pr√§sident Morales nach einer dreij√§hrigen Alphabetisierungskampagne, in der etwa 820.000 Menschen lesen und schreiben lernten, das Land f√ľr analphabetenfrei, da nunmehr 97¬†% der Bev√∂lkerung lesen und schreiben k√∂nnten. Im Jahr 2001 hatte der Anteil der Analphabeten noch 14¬†% betragen.

Medien

In Bolivien garantiert die Verfassung die Pressefreiheit. Da die meisten Medienunternehmen des Landes eher dem liberal-konservativen Spektrum zugeordnet werden k√∂nnen, stehen sie tendenziell in Opposition zur Regierung Morales. Deshalb kommt es gelegentlich zum verbalen Schlagabtausch zwischen Regierungsvertretern und Medien, sodass kritischer Journalismus in sensiblen Bereichen etwas zur√ľckgedr√§ngt wurde. Insgesamt verf√ľgt Bolivien aber weiterhin √ľber eine lebendige Medienlandschaft. In jeder gr√∂√üeren Stadt gibt es mehrere Tageszeitungen und eine Reihe von Lokalrundfunkstationen. Einige Zeitungen und Fernsehsender haben auch √ľberregionalen Anspruch, darunter die Bl√§tter La Raz√≥n, P√°gina Siete, Los Tiempos, Opini√≥n und El Deber sowie die Sender ATB, Unitel und PAT. Charakteristisch ist der rege Einsatz von Reportern, die Vertreter von √∂ffentlichen Institutionen, Parteien, Verb√§nden usw. zeitnah zu aktuellen Themen befragen. Zeitungen verf√ľgen auch meist √ľber einen mehrseitigen Meinungsteil mit kritischen Stellungnahmen. Der Vertrieb erfolgt √ľberwiegend √ľber Stra√üenverk√§ufer, da der Zeitschriftenhandel und das Abonnement nur gering entwickelt sind.

Sehr beliebt bei der Bev√∂lkerung sind informative Journale im Fernsehen, die t√§glich zur Mittagszeit oder am Abend umfangreich √ľber das Lokalgeschehen berichten. Eine √§hnliche Funktion √ľbernehmen auch h√§ufig Radiosender. Staatsmedien spielen eher eine untergeordnete Rolle. Neben dem Internetportal abi.bo sind hier der Fernsehsender Bolivia TV und die Zeitung Cambio zu nennen. Diese Medien berichten vorwiegend √ľber die Regierungsarbeit und informieren √ľber soziale Programme, bem√ľhen sich aber beispielsweise auch, die Integration der Regionen und Volksgruppen zu f√∂rdern, indem die Vielfalt des Landes und die Traditionen positiv dargestellt werden. Au√üerdem werden lokale Radiosender in diversen Landessprachen betrieben.

Der Schwerpunkt der Musikauswahl der meisten bolivianischen Radiosender ist häufig lokal ausgerichtet. US-amerikanische oder gar europäische Musik wird von der breiten Bevölkerung nur in geringem Maße gehört. Auch Salsa spielt nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind es zum einen die lateinamerikanischen Klassiker zwischen Mexiko und Argentinien und zum anderen aktuelle Latin-Pop-Musik oder die in den jeweiligen Regionen bevorzugten Rhythmen, die am meisten gespielt und gehört werden. Folklore hat ihren festen Platz bei großen Bevölkerungsschichten.

Auf Partys und in Discos wird hingegen regelmäßig ein vielfältigeres Spektrum gespielt. Eurodance, Modern Talking und Michael Jackson gehören hier beispielsweise immer wieder dazu.

Als bedeutendster Filmregisseur Boliviens gilt Jorge Sanjinés. Bekannte neuere Filme sind u. a. Primavera von Joaquín Tapia Guerra und das Politdrama Forgotten von Carlos Bolado (beide 2014; Primavera wurde 2015 auf der Berlinale gezeigt).

  • Siehe auch: Bolivianischer Film

Sport

Spitzensport

Fu√üball ist die beliebteste Sportart Boliviens, wobei die bolivianische Nationalmannschaft traditionell zu den schw√§cheren Fu√üballmannschaften S√ľdamerikas geh√∂rt. Bolivien hat bisher an drei Fu√üballweltmeisterschaftsendrunden teilgenommen, schied aber jeweils in der Vorrunde aus ‚Äď zuletzt 1994. Bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 schied das Team bereits in den jeweiligen Qualifikationsrunden aus. Die bisher gr√∂√üten Erfolge der Nationalmannschaft waren der Sieg bei der Copa Am√©rica 1963 im eigenen Land, der zweite Platz 1997 ebenfalls im eigenen Land und ein 6:1 gegen Argentinien am 1. April 2009 in der Qualifikation f√ľr die WM 2010.

Der erste Fu√üballverein wurde 1886 in Oruro mit dem Klub Oruro Royal gegr√ľndet. Zu den bekanntesten Vereine z√§hlen:

  • Club San Jos√© und Oruro Royal aus Oruro
  • Club Bol√≠var und The Strongest aus La Paz
  • Club Jorge Wilstermann und Club Aurora aus Cochabamba
  • Club Blooming und Oriente Petrolero aus Santa Cruz

In den USA wurde der bolivianische Spieler Marco Etcheverry zur Jahrhundertmannschaft der Major League Soccer (MLS) einberufen, und der St√ľrmer Jaime Moreno von D.C. United wurde 2006 Torsch√ľtzenk√∂nig der MLS.

F√ľr Aufsehen gesorgt hat auch die Fu√üballakademie von ‚ÄěTahuichi‚Äú. Im Jahr 1978 gegr√ľndet, gelang den Spielern der Akademie der Sieg bei der U-16-S√ľdamerikameisterschaft 1986, viele Akteure nahmen dann auch bei der WM 1994 teil. Bolivien z√§hlte damals zu den besten Mannschaften S√ľdamerikas, einige Spieler wie Erwin S√°nchez schafften den Sprung nach Europa oder in die USA. Diese Spielergeneration ist aber seit der Qualifikation zur WM 2006 nicht mehr aktiv.

Seit 1995 gibt es auch eine bolivianische Fußballnationalmannschaft der Frauen.

Neben Fußball ist auch Racquetball sehr beliebt. Die bolivianischen Nationalmannschaften der Männer und der Frauen gehören mittlerweile zu den besten der Welt. Bei der Weltmeisterschaft im Jahr 2008 gelang es der männlichen Auswahl, den vierten Platz zu belegen, während die Frauen den zweiten Platz belegten. Seit den 1990er-Jahren sind die Mannschaften unter den besten zehn platziert.

Andere beliebte Sportarten sind Alpinismus, Automobilsport, Basketball, Volleyball, Mountainbiken und Straßenradsport (Bolivienrundfahrt).

Bolivien hat bisher 14-mal an den Olympischen Sommerspielen teilgenommen, zuletzt in Rio de Janeiro mit zw√∂lf Athleten, konnte bisher aber noch keine Medaille gewinnen. An den Winterspielen nahm Bolivien bisher f√ľnfmal teil, zuletzt 1992, aber bisher ohne Erfolg.

Breitensport

Die Regierung Morales hat die allgemeine F√∂rderung des Sports zu einer Priorit√§t gemacht. So wurden in den letzten Jahren im ganzen Land hunderte Sportpl√§tze gebaut, darunter unter anderem kleine Basketball- und Futsal-Felder, √ľberdachte Pl√§tze, gro√üe Kunstrasenpl√§tze und Sporthallen mit Zuschauerr√§ngen. Selbst abgelegene kleinere Orte und Au√üenbezirke der St√§dte verf√ľgen daher heute in der Regel √ľber ein solches Angebot. H√§ufig werden auch Trainingsleiter vom Staat bezahlt, welche die Kinder der Anwohner kostenlos betreuen. Entsprechend spielt auch in der Schule der Sport eine gro√üe Rolle. Schulmannschaften in diversen Ballsportarten, der Leichtathletik und anderen Disziplinen treten regelm√§√üig in regionalen oder auch landesweiten Turnieren gegeneinander an. Daneben wurden f√ľr Individualsportler zum Teil auch Trimm-Dich-Pfade und Radwege angelegt, wobei diese Angebote noch relativ selten sind.

K√ľche

Die Bolivianische K√ľche weist √Ąhnlichkeiten auf mit den K√ľchen der anderen Andenl√§ndern ‚Äď Peru und Ecuador.

Siehe auch

Literatur

  • Katharina Nickoleit: Bolivien. Ein L√§nderportr√§t. Ch. Links Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-96289-042-1.
  • Sinclair Thomson, Rossana Barragan, Xavier Albo, Seemin Qayum, Mark Goodale (Hrsg.): The Bolivia Reader: History, Culture, Politics. Duke University Press, Durham 2018, ISBN 978-0-8223-7152-6.
  • Alix Arnold: Grandiose Landschaft und begehrter Rohstoff. Der Salar de Tunupa/Uyuni in Bolivien ist reich an Sch√∂nheit ‚Äď und an Lithium. In: ila. Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika, 395, Bonn Mai 2016, S. 38‚Äď39.
  • Peter Strack: Schach, aber nicht matt. Hu√°scar Salazars linke Kritik an der Kontrolle der indigenen Gemeinden durch den bolivianischen Staat. In: ila. Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika, 395, Bonn Mai 2016, S. 20‚Äď21.
  • Benjamin Beutler: Das wei√üe Gold der Zukunft. Bolivien und das Lithium. Rotbuch Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86789-126-4.
  • Judith Gr√ľmmer, Max Steiner (Hrsg.): Mosaico Boliviano ‚Äď Bolivien in Reportagen, Interviews und Momentaufnahmen. Steiner & Gr√ľmmer, K√∂ln 2011. ISBN 978-3-00-033447-4. Mit Beitr√§gen von Judith Gr√ľmmer, Max Steiner, Franziska Becker, Edwin Bustamante, aktuellen und ehemaligen Freiwilligen aus Bolivien u.¬†v.¬†m.
  • Erich Riedler: Bolivien unter Evo Morales ‚Äď Neuanfang oder Altes in neuer Verpackung? Nomos, Baden-Baden 2011. ISBN 978-3-8329-6930-1.
  • Hella Braune, Frank Semper (2010): Nah Dran Bolivien. Hamburg. http://www.sebra.de/
  • Peter G√§rtner, Monika Grabow, Muruchi Poma, Florian Quitzsch, Sven Schaller, Gabriele T√∂pferwein (Hrsg.): Bolivien im Umbruch: Der schwierige Weg der Neugr√ľndung. GNN Schkeuditz, Leipzig 2010, ISBN 978-3-89819-352-8.¬†
  • Robert Lessmann: Das neue Bolivien. Evo Morales und seine demokratische Revolution. Rotpunktverl., Z√ľrich 2010, ISBN 978-3-85869-403-4.
  • Thomas J√§ger (Hrsg.): Bolivien. Staatszerfall als Kollateralschaden. Wiesbaden 2009. ISBN 978-3-531-16890-6.
  • Robert Lessmann: Bolivien: Zwischen Modellfall und Unregierbarkeit. In: Thomas J√§ger (Hrsg.): Bolivien. Staatszerfall als Kollateralschaden. Wiesbaden 2009. ISBN 978-3-531-16890-6. S. 37‚Äď64.
  • Johannes Rhomberg (2007): Zur Instrumentalisierung der Ethnie am Beispiel Boliviens ‚Äď Die Architektur eines konstruierten Antagonismus, Wien, Universit√§t Wien
  • Thomas Fritz (2006): Die Pl√ľnderung ist vorbei. Boliviens Nationalisierung der √Ėl- und Gasindustrie. Hrsg. v. FDCL. Online verf√ľgbar in: http://www.fdcl-berlin.de/index.php?id=728
  • Yesko Quiroga (2006): Revolution in der Demokratie. In: Institut f√ľr Ibero-Amerikakunde (Hrsg.), Lateinamerika Analysen, Jg. 14, H. 2, S. 75‚Äď111. Hamburg.
  • Johannes Winter (2006): Bolivien ‚Äď Armut schwei√üt zusammen. Ans√§tze f√ľr ein interkulturelles Zusammenleben jenseits aller Fragmentierung. In: eins ‚Äď Entwicklungspolitik Information Nord-S√ľd, H. 11‚Äď12 (Juni), S. 42‚Äď45, 2006.
  • Johannes Winter (2006): Regionalentwicklung durch Agrarkolonisation? Erfahrungen aus Bolivien. In: Bolivia ‚Äď Berichte und Analysen. Nr. 146, S. 42‚Äď45. Online verf√ľgbar in: Regionalentwicklung durch Agrarkolonisation? Erfahrungen aus Bolivien (Memento vom 12. Juni 2007 im Internet Archive)
  • Tangmar Marmon (2005): Bolivien hat die Wahl: Welchen Weg wird der neue Pr√§sident einschlagen? In: Brennpunkt Lateinamerika 23/2005. Online verf√ľgbar in: https://opac.giga-hamburg.de/brennpunkt_la/bpk0523.pdf
  • Detlef Nolte (2005): Lateinamerika: Politische Institutionen in der Krise? In: Brennpunkt Lateinamerika, Nr. 8, April 2005
  • Johannes Winter, Andr√© Scharmanski (2005): Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru. In: Zeitschrift Entwicklungspolitik 14/2005, S. 30‚Äď34. Online verf√ľgbar in: Sind die Andenstaaten unregierbar? (Memento vom 12. Juni 2007 im Internet Archive)
  • Johannes Winter: Integrationsprozesse im l√§ndlichen Bolivien. CeLA, M√ľnster 2005. In: Integrationsprozesse im l√§ndlichen Bolivien (Memento vom 25. Oktober 2011 im Internet Archive)
  • Robert Lessmann: Zum Beispiel: Bolivien. Lamuv, G√∂ttingen 2004.
  • Sim√≥n Ram√≠rez Voltaire (2004): Neue demokratische Formen in Bolivien? Von der dezentralen Rebellion zur Neugr√ľndung der Republik. In: Olaf Kaltmeier, Elisabeth Tuider, Jens Kastner: Neoliberalismus ‚Äď Autonomie ‚Äď Widerstand. Soziale Bewegungen in Lateinamerika. M√ľnster.
  • Herbert S. Klein (2003): A Concise History of Bolivia. Cambridge.
  • Hella Schlumberger: Bolivien, schwankende Wiege der Freiheit: Land zwischen Kokainmilit√§rs und Demokraten. Bund-Verlag, K√∂ln 1985
  • Moema Viezzer: Wenn man mir erlaubt zu sprechen. Lamuv, G√∂ttingen 1983.
  • Jorge Sanjinin√©s und Oscar Zambrano: Kino f√ľr das Volk ‚Äď die bolivianische Erfahrung. In: Peter B. Schumann (Hrsg.): Kino und Kampf in Lateinamerika. Zur Theorie und Praxis des politischen Kinos. Carl Hanser, M√ľnchen/Wien 1976, S. 144‚Äď167

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Bolivien
  • CIA World Factbook: Bolivien (englisch)
  • Linkkatalog zum Thema Bolivien bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Website der bolivianischen Botschaft
  • Bolivien: Aufstieg und Erosion eines Hegemonieprojekts (PDF; 517¬†kB), GIGA Focus 3/2012
  • Mosaico Boliviano mit Informationen zu Bolivien, Freiwilligenarbeit und zum Buch
  • Bolivien im Umbruch ‚Äď Dossier mit Analysen zur aktuellen und historischen Entwicklung Boliviens
  • Bolivien: Ein neues Paradigma? ‚Äď Informationen zu Verfassung, Rechtsstaat und indigenem Recht (VIDC news 16/2011)
  • Lynchjustiz in Bolivien (Die Welt) Auswirkung der neuen Verfassung auf Rechtssystem
  • Wo Lynchjustiz nicht legal ist (Lateinamerika Nachrichten 429 ‚Äď M√§rz 2010)
  • Die Verteilung der nat√ľrlichen Ressourcen Boliviens und die Autonomiekonflikte ‚Äď Dossier
  • Virtueller Reisef√ľhrer Bolivien
  • Vamos Juntos Freundeskreis Deutschland-Bolivien e.¬†V.

Einzelnachweise


 

Region Regionen (9)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Beni -10.392 -16.469 -67.568 -61.593  
Chuquisaca -18.345 -21.535 -65.694 -62.211  
Cochabamba -15.699 -18.669 -67.015 -64.212  
La Paz -11.905 -18.039 -69.667 -66.758  
Oruro -17.400000 -19.939787 -69.156000 -66.041000  
Pando -9.68 -12.497 -69.578 -65.285  
Potos√≠ -17.855 -22.897 -68.793 -64.747  
Santa Cruz -13.464 -20.475 -64.808 -57.466  
Tarija -20.891 -22.872 -65.329 -62.272  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Bolivia

Name englisch: Bolivia
Hauptstadt: La Paz
Kfz: BOL
ISO: BO
ISO3: BOL
Fläche: 1098580 km²
Tld: .bo
Wärung Einheit: BOB
Währung: Boliviano
Vorwahl: 591

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -9.669323
südlichster Punkt: -22.8980899
westlichster Punkt: -69.64499
östlichster Punkt: -57.453803


 
Bolivien: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Bolivien. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

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