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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Athos

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Der Berg Athos (altgriechisch ጌΞως Áthƍs, neugriechisch ΆΞως Áthos; seit byzantinischer Zeit meist ΆγÎčÎżÎœ ÎŒÏÎżÏ‚ Ágion Óros, „Heiliger Berg“) ist eine orthodoxe Mönchsrepublik mit autonomem Status unter griechischer SouverĂ€nitĂ€t in Griechenland.

Geographie

Der Athos befindet sich auf dem gleichnamigen östlichen Finger der Halbinsel ChalkidikĂ­ in der Region Zentralmakedonien. Das Territorium misst 43 Kilometer von Nordwest nach SĂŒdost und umfasst rund 336 kmÂČ; es zĂ€hlt 2262 (mönchische) Einwohner zuzĂŒglich Verwaltungsangestellten, Polizisten, GeschĂ€ftsbesitzern und einer saisonal wechselnden Zahl von zivilen Arbeitern. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht der Begriff „(Berg) Athos“ entweder fĂŒr die ganze Halbinsel Athos mit dem Mönchsstaat oder auch nur fĂŒr den eigentlichen Berg an der SĂŒdost-Spitze der Halbinsel, der 2033 Meter hoch ist.

Die maximal 8,5 km breite Halbinsel im geographischen Sinn reicht rund 6,9 bis 9 Kilometer weiter nach Westen bis zum Isthmus, der frĂŒher vom Xerxes-Kanal durchschnitten war.

Geschichte

Wenn auch gelegentlich der Beginn der Geschichte der Klöster und Mönchsrepubliken auf dem Athos bis weit in die frĂŒhchristliche Zeit zurĂŒckverfolgt wird, so lassen sich die ersten sicheren Hinweise auf mönchisches Leben auf dem Athos wohl erst zu Beginn des 9. Jahrhunderts in byzantinischer Zeit nachweisen.

Die Geschichte der Athos-Klöster ist eng mit dem Streit um das rechte mönchische Leben verbunden, der in der Orthodoxie immer wieder – und eben auch auf dem Athos – heftig aufflammte: der Hesychasmus-Streit zwischen Hesychasten und byzantinischen Humanisten. Der WortfĂŒhrer der hesychastischen Seite war der Athos-Mönch Gregorios Palamas (1296/1297–1359), der die vollkommene innere Ruhe (griech. áŒĄÏƒÏ…Ï‡ÎŻÎ±, hēsychĂ­a) in eremitischer Einsamkeit durch stĂ€ndiges Beten des Jesusgebets als Voraussetzung sah, um das Licht der VerklĂ€rung Jesu, das sogenannte „Taborlicht“ zu sehen. Seine Theologie verschaffte der hesychastischen Praxis ihre theoretische BegrĂŒndung und Rechtfertigung. Palamas verteidigte den Hesychasmus gegen die Kritik Barlaams von Kalabrien, der im Sinne eines nominalistischen Humanismus Kritik an der mystischen Praxis und ihrer BegrĂŒndung durch die Schriften von Gregorios Palamas ĂŒbte. Auf mehreren Konzilien in Konstantinopel fiel im Zeitraum von 1341 bis 1351 die Entscheidung der byzantinischen Kirche, zunĂ€chst die Gegner des Hesychasmus zu verurteilen und dann die theoretische BegrĂŒndung des Hesychasmus durch Gregorios Palamas („Palamismus“) zur verbindlichen Kirchenlehre zu erheben.

Seit dem 11. Jahrhundert hatte der Berg Athos auch fĂŒr die Christen der Kiewer Rus große Bedeutung. Es entstanden Klöster fĂŒr Mönche aus der Rus. Vom 15. Jahrhundert an trugen die Moskauer FĂŒrsten zur Finanzierung der Klöster bei und grĂŒndeten eigene. Sie wurden vom 16. Jahrhundert an dem Moskauer Patriarchat unterstellt.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert, also 550 Jahre nach ersten großen Auseinandersetzungen, fand der theologische Grundsatzstreit um den Hesychasmus zwischen Realisten und Nominalisten, zwischen rationalistischen Theoretikern und den an der mystischen Praxis orientierten Theologen, eine Fortsetzung. Er ging als Streit um die Imjaslavie-Bewegung, die Verehrung des Namens Gottes, in die Geschichte des Athos und der Orthodoxie ein. Der Streit trug nicht unwesentlich zum Niedergang des „russischen Berg Athos“ bei. Da sich die Mönche gegen den Heiligen Synod, die unter staatlicher Kontrolle stehende KirchenfĂŒhrung im Zarenreich, stellten, ließ der russische Botschafter in Istanbul mit Hilfe von Soldaten und Feuerwehrleuten mehr als 1000 Mönche aus ihren Klöstern vertreiben und nach Russland deportieren.

Ein Immobilien-Skandal in 2008 um das Kloster Vatopedi stĂŒrzte die griechische Regierung. Der Abt des Klosters, Archimandrit Efraim, wurde am 25. Dezember 2011 von der griechischen Polizei festgenommen, das Vermögen des Klosters wurde eingefohren.

Weltkulturerbe

Die 20 Großklöster der orthodoxen Mönchsrepublik sind Teil des UNESCO-Welterbes. Das erste Kloster, die Große Lavra, wurde 963 vom byzantinischen Mönch Athanasios Athonites gegrĂŒndet. Bis zu diesem Zeitpunkt siedelten auf dem Athos bereits Mönche, die sich an den Vorbildern der asketischen Mönche im Alten Ägypten orientierten. Bald grĂŒndeten bulgarische, rumĂ€nische, russische, georgische und serbische Mönche weitere Großklöster auf dem Berg Athos. Es gab auch italienische Gemeinden, z. B. die der sogenannten Amalfitaner (nach der Stadt Amalfi) sĂŒdlich des Klosters Karakallou, welche jedoch im 12. Jahrhundert verlassen wurden. Heute gibt es 20 Großklöster, davon sind 17 griechisch, eines serbisch (Kloster ChĂ­landar), eines bulgarisch (Kloster Zografou) und eines russisch (Kloster PanteleĂ­monos).

Neben den Klöstern gibt es auf dem Athos die Siedlungsform der Skiten (griechisch σÎșÎźÏ„Î”Ï‚), die jeweils von ihrem Mutterkloster abhĂ€ngen, somit keine eigenstĂ€ndigen Rechte in Regierung und Verwaltung der Mönchsrepublik besitzen. Skiten, rund um einen klösterlichen Zentralbau angelegt, der in GebĂ€uden und Funktionen den grĂ¶ĂŸeren Klöstern gleicht, sind dörfliche Siedlungen, deren Bauten in KalĂ­via (griechisch ÎșαλύÎČÎčα ‚HĂŒtten‘), Wohnbauten fĂŒr mehrere Mönche, und KelliĂĄ (griechisch ÎșΔλλÎčÎŹ ‚Zellen‘), HĂŒtten fĂŒr einen Bewohner, unterschieden werden. Außerdem siedeln an den schwer zugĂ€nglichen HĂ€ngen des eigentlichen Berges Athos Mönche in Eremitagen (griechisch Î·ÏƒÏ…Ï‡Î±ÏƒÏ„ÎźÏÎčα, Hesychasterien), zumeist Kleinstbauten und Höhlen.

BerĂŒhmt sind die MalerwerkstĂ€tten des Athos, deren große Tradition der Ikonenmalerei bis ins Hochmittelalter zurĂŒckreicht.

Siedlungen, Klöster, Skiten und ihre Bewohner

Die folgende Statistik (Zensus 2001) zeigt, dass nach langem Niedergang in den letzten Jahren wieder verstĂ€rkter Zuzug auf den Heiligen Berg festzustellen ist. DarĂŒber hinaus sind Umschichtungen zwischen Klöstern und Skiten erkennbar.

Klöster

Das Kloster Zographou ist bulgarisch-orthodox, das Kloster Agiou Panteleimonos russisch-orthodox, das Kloster Hilandar serbisch-orthodox.

Skiten und Siedlungen

Lebensform

Die meisten Klöster waren frĂŒher idiorhythmisch organisiert. Noch 1986 wollten die Mönche von Vatopedi diesen Lebensstil beibehalten und verweigerten die Aufnahme jĂŒngeres Mönche aus Klöstern, die seit 1980 zum koinobitischen Lebensstil zurĂŒckgekehrt waren, ebenso wie es die klosterĂ€hnlichen Skiten (zum Beispiel SkĂ­ti ProphĂ­ti IlĂ­ou, SkĂ­ti AgĂ­ou AndrĂ©ou u. a.) waren. DemgegenĂŒber leben aber die Mönche in den dorfĂ€hnlichen Skiten (zum Beispiel NĂ©a SkĂ­ti, SkĂ­ti AgĂ­as Annis u. a.) idiorhythmisch.

Die Klöster folgen weiterhin dem julianischen Kalender, der gegenĂŒber dem ab 1582 in Westeuropa und 1923 in Griechenland eingefĂŒhrten gregorianischen Kalender mittlerweile um 13 Tage nachlĂ€uft. Die Stundeneinteilung orientiert sich ebenfalls am byzantinischen Vorbild: Der Tag beginnt also mit Sonnenuntergang (Null Uhr); allein das Kloster von Iviron zĂ€hlt die Stunden ab Sonnenaufgang.

Pilgerreisen

Auf dem Berg war die Fortbewegung lange Zeit nur zu Fuß oder mit Maultieren möglich. Im Jahr 1963 wurde zur 1000-Jahr-Feier die erste Schotterstraße zwischen Dafni, dem Hafen von Athos, den man per Schiffsverbindung von Ouranopolis aus erreicht, und der Hauptstadt Karyes gebaut. Inzwischen sind alle 20 Klöster des Athos an das Straßennetz angeschlossen und werden regelmĂ€ĂŸig von GelĂ€ndewagen oder Bussen angefahren. Einige Skiten im gebirgigen SĂŒdteil der Halbinsel sind aber weiterhin nur ĂŒber Maultierpfade oder per Schiff erreichbar. Die Halbinsel ist fĂŒr mĂ€nnliche Pilger, jedoch nicht fĂŒr Touristen zugĂ€nglich. Wenn man gewisse Regeln einhĂ€lt und die maximal erlaubte Besucherzahl noch nicht ausgeschöpft ist, wird man problemlos als „Pilger“ anerkannt.

Zutrittsverbot fĂŒr Frauen („Ávaton“)

Das Zutrittsverbot ist seit dem Jahr 1045 in Kraft: Seitdem dĂŒrfen Frauen keinen Fuß auf die Halbinsel setzen. Schiffe mit Frauen an Bord mĂŒssen von der AthoskĂŒste einen Abstand von 500 Metern einhalten.

Der Athos heißt auch to perivĂłli tis PanagĂ­as ‚der Garten der Gottesmutter‘, und ist im theologischen Sinne einzig und allein der obersten Heiligen der orthodoxen Kirche, Maria, vorbehalten. So ist der Zutritt zum Berg Athos Frauen grundsĂ€tzlich untersagt. Ein pragmatischer Grund dafĂŒr ist wohl der Wunsch der Mönche, von optischen sexuellen Reizen unbeeinflusst zu leben und sich somit ungestörter der Gottesverehrung widmen zu können.

Die Frau auf dem Berg Athos war im 19. Jahrhundert ein beliebtes literarisches Motiv, so in der Oper Der heilige Berg (1914) des norwegischen Komponisten Christian Sinding. Bei der Aufnahme Griechenlands in die EuropĂ€ische Gemeinschaft im Jahr 1981 wurde der politisch-rechtliche Sonderstatus der Mönchsrepublik anerkannt, dennoch hat in jĂŒngster Zeit das Ávaton wiederholt zu Kontroversen mit der EuropĂ€ischen Union gefĂŒhrt; so forderte das Europaparlament zuletzt 2003 in einem nicht bindenden Beschluss mit knapper Mehrheit dessen Abschaffung.

Immer wieder wurde das Avaton von Frauen ĂŒbertreten. So von Helena, die Frau des serbischen Herrschers Stefan UroĆĄ IV. DuĆĄan im 14. Jahrhundert: Er wollte sie der Legende nach vor der Pest schĂŒtzen und brachte sie deshalb zu den Mönchen. Damit sie das Gesetz nicht brach, setzte sie angeblich keinen Fuß auf den Boden – sie wurde immer in einer SĂ€nfte herumgetragen. Die französische Autorin Maryse Choisy war in den 1920er Jahren als Matrose verkleidet in Athos (beschrieb in ihrem Buch "Ein Monat unter MĂ€nnern") Das Time-Magazin berichtete 1953 von einer griechischen Schönheitskönigin, die sich als Mann ausgab und Athos besuchte. FĂŒnf griechische Urlauberinnen betraten 1969 eigenmĂ€chtig das Gebiet des Athos. Eine deutsche Touristin verirrte sich 1989 in den Mönchsstaat. Im Januar 2008 ĂŒbersprangen sechs griechische Frauen vor laufender Kamera die Grenze zum Mönchsstaat, um gegen GebietsansprĂŒche der Mönche außerhalb des Athos zu protestieren.

Nutztierhaltung

Das Verbot weiblicher Wesen auf Athos betrifft auch Haustiere. Außer den allgegenwĂ€rtigen Katzen, die einen gewissen Schutz vor MĂ€usen, Ratten und Schlangen gewĂ€hren und den zahlreichen Bienenvölkern, wird auf dem Athos keine Viehzucht betrieben. Als Lasttiere werden (mĂ€nnliche) Esel, Pferde und Maultiere von außerhalb bei Bedarf eingefĂŒhrt. Die immer wieder kolportierte Geschichte von den HĂŒhnern, die Eidotter fĂŒr Ikonenmaler liefern, ist in den heutigen Zeiten eines gut organisierten und motorisierten Warenverkehrs auf dem Athos obsolet.

Verwaltung

Die Mönchsrepublik gehört völkerrechtlich zu Griechenland, genießt staatsrechtlich jedoch einen Autonomiestatus. Dadurch obliegen ihr einige innenpolitische Entscheidungen und die Verwaltung des Berges. Ebenso gehört der Berg Athos nicht zum steuerlichen Gebiet der EuropĂ€ischen Union. Jedes Kloster ist innerhalb der Mönchsrepublik autonom und wird von einem auf Lebenszeit gewĂ€hlten Abt geleitet. Die Macht liegt bei den 20 Großklöstern, von denen Kleinklöster (MetĂłchia), Mönchsdörfer (Skiten) und Einsiedeleien (KelliĂĄ) abhĂ€ngen.

In dem kleinen Hauptort Karyes befindet sich die Kirche des Protaton sowie das GebĂ€ude der HierĂĄ SĂœnaxis (‚Heilige Versammlung‘), die aus den Äbten der 20 Klöster besteht und legislative und judikative Funktionen wahrnimmt. In Karyes gibt es 19 Kellia (‚Zellen‘), in denen die Äbte untergebracht sind. Eine Ausnahme hierzu bildet das Kloster Koutloumousiou, da es in der NĂ€he von Karyes angesiedelt ist und demzufolge eine eigene Zelle nicht benötigt. Karyes ist der Sitz der HierĂĄ KoinĂłtis (‚Heilige Zusammenkunft‘), des „Parlaments“, in das jedes Großkloster einen Vertreter (AntiprĂłsopos, Nominativ) entsendet. Der PrĂłtos (‚der Erste‘), der jĂ€hrlich neugewĂ€hlte Vorsitzende der Exekutive, hat seinen Sitz ebenfalls dort.

Der staatliche Gouverneur Griechenlands auf dem Athos untersteht dem griechischen Außenministerium und ist zusammen mit einigen Beamten und Polizisten fĂŒr die Einhaltung der Verfassung des Athos und die Wahrung von Sicherheit und Ordnung zustĂ€ndig.

Post

Postalisch gehört Athos zu Griechenland, auf dem Gebiet befinden sich zwei Postfilialen, die durch die Griechische Post (ELTA) betrieben werden. Mit Autorisierung durch den Weltpostverein wurden von 2008 bis 2017 fĂŒr Athos eigene Briefmarken ausgegeben, die nur fĂŒr Sendungen gĂŒltig waren, die dort aufgegeben wurden.

Kfz-Kennzeichen

Seit 1983 vergab Athos Kfz-Kennzeichen fĂŒr die wenigen Fahrzeuge, die innerhalb deren Gebiets im Einsatz waren. Diese waren jedoch außerhalb nicht gĂŒltig oder anerkannt. Seit 2004 gibt es eine neue Serie. Diese Kennzeichen tragen links das griechische Banner mit GR-Kennzeichnung, aber eine eigene Nomenklatur (AO 999 99) und die in Griechenland nicht verwendete FE-Schrift. Sie sind weltweit gĂŒltig und unterscheiden sich von den ĂŒbrigen griechischen Kennzeichen, da die Mönchsrepublik nicht zum steuerlichen Gebiet der EU gehört.

Interne Konflikte

FĂŒr internationale Schlagzeilen sorgte im Dezember 2005 die Besetzung des KonĂĄki (Sitz des Vorstandes der Mönchsrepublik) durch 20 Mönche des Klosters EsfigmĂ©nou. Damit protestierten sie gegen den Beschluss der ĂŒbrigen 19 Klöster, die Vertretung ihres Klosters in den Gremien der Mönchsrepublik nicht mehr anzuerkennen. Ausgelöst wurde der Eklat nach jahrzehntelang schwelender Krise 2003, als die Mönche von EsfigmĂ©nou dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch BartholomĂ€us I. von Konstantinopel „Verrat an der Orthodoxie“ vorwarfen, weil er mit der römisch-katholischen Kirche GesprĂ€che aufgenommen hatte. Daraufhin hatte der Patriarch die Rebellen zum Verlassen der Mönchsrepublik aufgefordert. Die Mönche von EsfigmĂ©nou ignorierten die Forderung. Im Dezember 2006 kam es zu einer gewalttĂ€tigen Auseinandersetzung, als gemĂ€ĂŸigte Mönche versuchten, den besetzten Verwaltungskomplex zu rĂ€umen. Es gab eine Handvoll Verletzte, aber die Besetzung dauert an. Die griechische Regierung bot Polizei- und MilitĂ€rhilfe an, was vonseiten der Mönche abgelehnt wurde. Im August 2008 drohten die Mönche damit, sich und ihr Kloster in die Luft zu sprengen, falls die Polizei versuche, es zu rĂ€umen.

Die Mönche hatten zumindest bis zum Jahr 2016 noch nicht aufgegeben und hielten die RÀumlichkeiten weiterhin besetzt.

Klosterbrand am 3./4. MĂ€rz 2004

Bei einem Feuer in der Nacht vom 3. zum 4. MĂ€rz 2004 im serbischen Kloster ChiliandarĂ­ (serb. Hilandar) wurden zwei Drittel der Klosteranlage ein Raub der Flammen. Ursache des Feuers war möglicherweise ein Schwelbrand in einem Kamin einer Mönchszelle, von wo aus der Brand zuerst auf den GĂ€stetrakt, dann auf den Wohnbereich der Mönche ĂŒbergriff. Der gesamte GĂ€stetrakt (das sog. ArchondarĂ­ki), die Magazine, VorratsrĂ€ume des Klosters und etwa 100 Mönchszellen wurden zerstört. Vor dem Wehrturm des Klosters, in dem alle wertvollen Handschriften, Ikonen und liturgischen GerĂ€te untergebracht sind, kam das Feuer zum Stillstand. Die zentrale Klosterkirche (das sog. KatholikĂłn) und der Speisesaal (die sog. TrĂĄpeza) blieben vom Feuer verschont. In Medienberichten wurden auch andere Brandursachen, darunter auch Brandstiftung, diskutiert. Der materielle Schaden wurde auf ĂŒber 20 Millionen Euro geschĂ€tzt.

Obwohl immer noch kleinere BrĂ€nde von den Feuerwehren bekĂ€mpft werden mussten, konnten die Mönche schon ab dem Abend des 5. MĂ€rz wieder ihre Gottesdienste im KatholikĂłn feiern. Schon wenige Wochen nach dem Brand konnten auch wieder Pilger beherbergt werden. Der ehemalige serbische MinisterprĂ€sident Vojislav KoĆĄtunica rief in seinem Land zu Spenden fĂŒr die Wiederherstellung des Klosters auf und auch die serbisch-orthodoxe Kirche sammelte Mittel zur Restaurierung.

Der Berg Athos in alpinistischer Hinsicht

Die höchste Erhebung der Athos-Halbinsel ist der Berg Athos im engeren Sinne, ein kegelförmiges und auf allen Seiten steiles Bergmassiv mit nur einem einzigen deutlich ausgeprĂ€gten Gipfel (2033 m). Es ragt am sĂŒdöstlichen Ende der Athos-Halbinsel direkt aus dem Meer auf und erreicht somit einen fĂŒr nichtvulkanische Gebirgsmassive bemerkenswerten Höhenunterschied von ĂŒber 2000 Metern auf kĂŒrzester horizontaler Distanz.

WĂ€hrend der Berg Athos nach Norden hin mit schroffen WĂ€nden abbricht, bietet die SĂŒdflanke eine gute Aufstiegsmöglichkeit. Von einer der Skiten im sĂŒdlichen Teil der Halbinsel oder vom Kloster Megistis Lavras her kommend, fĂŒhrt ein durchgehend gut erkennbarer Pfad von der Wegkreuzung StavrĂłs ĂŒber die bunkerartige Kapelle PanagĂ­a (1.500 m) zum Gipfel hinauf. Er bietet keine technischen Schwierigkeiten und ist aufgrund der unterschiedlichen Vegetationszonen und der weiten Ausblicke aufs Meer hinaus abwechslungsreich und landschaftlich sehr reizvoll. Trotz der bescheidenen Höhe von 2033 m bietet der Berg Athos durchaus alpine Anforderungen, da er sehr exponiert jeden Wetterwechsel einfĂ€ngt, auch im Sommer mit plötzlichem Schneefall ĂŒberraschen kann, tagsĂŒber oft in Wolken gehĂŒllt ist und in den frĂŒhen Morgenstunden das Thermometer am Gipfel oft unter Null Celsius fĂ€llt. Diese Wetterbesonderheit ist seit dem Altertum bekannt, da geschichtlich ĂŒberliefert ist, dass die Flotte der Perser beim ersten Feldzug unter Darius I bei der Umsegelung des Athos in einen schweren Sturm geraten waren, der erhebliche Verluste verursacht hatte. Dies ist auch der geschichtliche Hintergrund fĂŒr den Bau des sog. Xerxes-Kanal im Norden des Athos bei Ouranopoulos beim zweiten Invasionsversuch der Perser unter Xerxes.

Auf dem Gipfel befindet sich eine kleine Kapelle, MetamĂłrfosis SotĂ­ros („VerklĂ€rung des Heilands“), in der einmal im Jahr, am Festtag der VerklĂ€rung Christi (am 6. August nach julianischem Kalender, am 19. August nach gregorianischem) eine Nachtwache (AgrypnĂ­a) gefeiert wird.

Pilger, die den Berg besteigen wollen, können sowohl in der PanagĂ­a als auch in der Gipfelkapelle eine Notunterkunft finden. Die Besteigung des Athos erfordert keine besonderen alpinistischen FĂ€higkeiten. Im Sommer 2018 war die Gipfelkapelle wegen Bauarbeiten geschlossen. Es wird derzeit (2018) das gesamte Gipfelplateau renoviert und gepflastert. Am Gipfel tritt eine Gesteinsader eines blĂŒtenweißen sog. Carrara-Marmors zu Tage, welches zum Teil fĂŒr die Renovierung genutzt wird. Will man den spektakulĂ€ren Sonnenaufgang erleben, der dem Pilger oder Bergsteiger bei gutem Wetter geboten wird, sollte man bis zur Beendigung der Bauarbeiten in der unbewirteten Kapelle Panagia ĂŒbernachten und den Aufstieg zum Gipfel (ca. 1–1 1⁄2 h) mit Stirnlampe vor Tagesanbruch machen. Letzte Trinkwasserversorgung bietet eine Zisterne (einzige zuverlĂ€ssige Trinkwasserversorgung oberhalb von StravĂłs!) innerhalb der Panagia, wo sich auch ein Matratzenlager mit ca. 30 SchlafplĂ€tzen Übernachtungsmöglichkeit bietet. 40° 9â€Č N, 24° 20â€Č O

Siehe auch

  • Vertrag von SĂšvres mit Griechenland
  • Berliner Vertrag 1878 (Art. 62)

Literatur

  • Efraim Archimandrit: Das Große Kloster Vatopaedi. Ein Handbuch fĂŒr den Pilger. Edition Hagia Sophia, Straelen, 2010.
  • Costas Balafas: A photographic itinerary on Mount Athos. 1969–2001. Agion Oros u. a. 2006.
  • Ernst Benz: Patriarchen und Einsiedler. DĂŒsseldorf 1964.
  • Rudolf Billetta: Der Heilige Berg Athos in Zeugnissen aus sieben Jahrhunderten. FĂŒnf BĂ€nde, Mosaic-Publications, Wien-New York-Dublin 1992–1994.
  • Rudolf Billetta: Athos. Europa erlesen. Wieser Verlag, Klagenfurt/Celovec 2000.
  • Heinrich Brockhaus: Die Kunst in den Athos-Klöstern. Leipzig 1924.
  • Robert Byron: Phoenix: The Station: Athos: Treasures and Men. Weidenfeld & Nicholson history, 2000.
  • Robert Byron: Der Berg Athos. Reise nach Griechenland. Berlin 2020, ISBN 978-3-8477-0422-5.
  • Massimo Capuani, Maurizio Paparozzi: Athos. Die KlostergrĂŒndungen; ein Jahrtausend SpiritualitĂ€t und orthodoxe Kunst. MĂŒnchen 1999.
  • Dimitri E. Conomos: Mount Athos, the sacred bridge. The spirituality of the Holy Mountain. Oxford u. a. 2005.
  • Freddy Derwahl, Hans-GĂŒnther Kaufmann: Athos. Das Heilige berĂŒhren. Augsburg 1997.
  • Franz Dölger: Mönchsland Athos. MĂŒnchen 1943.
  • Franz Dölger: Aus den Schatzkammern des Hl. Berges. MĂŒnchen 1948.
  • Hartmut Engel, Ulrike Engel: Chalkidiki mit Insel Thasos. 40 ausgewĂ€hlte Wanderungen und Sonderteil zum Berg Athos. Ottobrunn 2000.
  • Paul Evdokimov: Das Gebet der Ostkirche. Graz 1986.
  • Jakob Philipp Fallmerayer: Der Hl. Berg Athos. Bozen 1978.
  • Samir Girgis, Andreas Knoche, Karl-Heinz Knoche: Athos – Pilgerreisen zum Heiligen Berg, Bingen 2014, ISBN 978-3-939154-10-5.
  • Alexander Golitzin: The living witness of the Holy Mountain. Contemporary voices from Mount Athos. South Canaan, Pa. 1996.
  • RenĂ© GothĂłni, Graham Speake (Hrsg.): The monastic magnet. Roads to and from Mount Athos. Oxford 2008. Inhaltsverzeichnis
  • Johann GĂŒnther: Athos-Impressionen. Unterweitersdorf 1996, ISBN 3-901279-53-9. Mit einem Beitrag von Pater Mitrophan.
  • Ellen Hastaba u. a.: Der heilige Berg Athos. Bozen 2002.
  • Paul Huber: Athos. ZĂŒrich 1969.
  • Antonis Iordanoglou: Mount Athos. Road Editions, Greece 2005.
  • Emil Ivanov: Das Bildprogramm des Narthex im Rila-Kloster in Bulgarien unter besonderer BerĂŒcksichtigung der Wasserweihezyklen. Dissertation. Erlangen 2002 (mit vergleichenden Beispielen zu den AthosdenkmĂ€lern).
  • Erhard KĂ€stner: Die Stundentrommel vom Hl. Berg Athos. Frankfurt/Main 1956.
  • Werner Köppen: Wo die Welt vergessen wird. Mainz 1981, ISBN 978-3-7867-0869-8.
  • Rolf Kuhlmann: Der Athos. Auf den Spuren einer Faszination. Frankfurt am Main 1998.
  • Jean-Yves Leloup: Worte vom Berg Athos. MĂŒnchen 1981.
  • Philip Meyer: Die Haupturkunden fĂŒr die Geschichte der Athosklöster. Amsterdam 1965 (Reprint)
  • Andreas A. MĂŒller: Berg Athos. Geschichte einer Mönchsrepublik. MĂŒnchen 2005.
  • Paul M. Mylonas: Atlas des Athos. Berlin/Athen 2000. ISBN 3-8030-1047-0 .
  • Volker Reichert: Athos. Reisen zum Heiligen Berg 1347–1841. Stuttgart 2001.
  • GĂŒnter Spitzing: Athos. Der Heilige Berg des östlichen Christentums. Köln 1990.
  • (ohne Autorenangabe): Ritualbuch des Heiligen Berges. Athos-Typikon. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2005.
  • Kurt Weitzmann: Aus den Bibliotheken des Athos. Hamburg 1963.
  • Tasos Zembylas: Die Mönchsrepublik Athos. Eine spirituelle Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung. Passagen Verlag, Wien 2010.

Weblinks

  • Linkkatalog zum Thema Mönchsrepublik bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Athos-Seite (englisch)
  • EnzyklopĂ€die des EuropĂ€ischen Ostens/UniversitĂ€t Klagenfurt
  • Der Berg Athos – Geschichte und Mythologie
  • Besuchen Sie den Berg Athos (englisch)
  • Verein der deutschen Freunde des Agion Oros Athos e. V. – Informationen ĂŒber den Heiligen Berg
  • Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).

Einzelnachweise

 

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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Griechenland Griechenland

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 40.47829226
südlichster Punkt: 40.08227449
westlichster Punkt: 23.86367797
östlichster Punkt: 24.43084716


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
986 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
135 km
 
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