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Staat Informationen : Griechenland

Informationen:


Griechenland (griechisch ΕλλΏΎα [ɛˈlaĂ°a], EllĂĄda, formell Î•Î»Î»ÎŹÏ‚, EllĂĄs ‚Hellas‘; amtliche Vollform ΕλληΜÎčÎșÎź Î”Î·ÎŒÎżÎșÏÎ±Ï„ÎŻÎ±, EllinikĂ­ DimokratĂ­a ‚Hellenische Republik‘) ist ein Staat in SĂŒdosteuropa und ein Mittelmeeranrainerstaat. Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien und die TĂŒrkei. Griechenland ist eine parlamentarische Republik mit prĂ€sidialen Elementen; die Exekutive liegt bei der Regierung, zum kleineren Teil auch beim StaatsprĂ€sidenten. Die Hauptstadt des Landes ist Athen. Weitere bedeutende große StĂ€dte sind Thessaloniki, Patras, Iraklio und PirĂ€us.

Das antike Griechenland ist als frĂŒhe europĂ€ische Hochkultur bekannt, die wichtige Errungenschaften wie die attische Demokratie und Philosophie, frĂŒhe Naturwissenschaften und die klassische griechische Architektur hervorbrachte. Nach dem Ende der Antike und dem Aufgehen in verschiedenen Großreichen wie Byzanz und Osmanischem Reich konnte erst im 19. Jahrhundert im Zuge der griechischen Revolution und der folgenden UnabhĂ€ngigkeit von den Osmanen wieder ein griechischer Staat gebildet werden. Die heutige parlamentarische PrĂ€sidialdemokratie geht zurĂŒck auf das Referendum im Dezember 1974 zur Abschaffung der Monarchie und fĂŒr die EinfĂŒhrung der Republik.

Griechenland ist Mitglied der Vereinten Nationen, der OECD, der NATO (seit 1952), der OSZE und des Europarates. 1981 wurde Griechenland in die EuropÀische Gemeinschaft aufgenommen. Zum 1. Januar 2001 trat Griechenland der Eurozone bei.

Gemessen am Index der menschlichen Entwicklung (HDI) zÀhlt Griechenland zu den sehr hoch entwickelten Staaten. Wirtschaftlich bedeutend sind insbesondere die Branchen Tourismus und Handel. Das verarbeitende Gewerbe hat (Stand 2015) im Vergleich zu anderen hochentwickelten Staaten geringe Bedeutung. Einen wesentlichen Anteil im Industriesektor haben das ErnÀhrungsgewerbe und die Metallverarbeitung. Nach einer langen Rezession oder Stagnation der Wirtschaft seit 2008 erholt sich die Wirtschaft seit 2017 wieder; die Arbeitslosenquote Griechenlands ist die höchste in der EuropÀischen Union.

Begriff und Bezeichnung

Die Griechen der Neuzeit nennen sich selbst Hellenen (griechisch ΈλληΜΔς, Ellines), jedoch hatten sie im Laufe der Geschichte zahlreiche unterschiedliche Bezeichnungen. Homer (8. Jahrhundert v. Chr.) verwendete den Begriff „Hellene“ nicht in seinen Epen. Auch in der klassischen Antike legten die Hellenen kaum Wert darauf, sich als eine einheitliche Nation darzustellen. Die eigene Heimat, sei es eine Polis oder ein Königreich, stand stattdessen bis auf nur wenige Ausnahmen im Vordergrund. So wurden z. B. die bei den Thermopylen gefallenen Soldaten Hellenen genannt. Auch wurden die Teilnehmer an den Olympischen Spielen als Hellenen zusammengefasst. Vielleicht deshalb war gerade diese Bezeichnung spĂ€ter in den ersten Jahrhunderten des Christentums ein Synonym fĂŒr Heidentum. Von der SpĂ€tantike bis zum Ende des Mittelalters (1453) nannten die Griechen sich Rhƍmaioi (altgriechisch áżŹÏ‰ÎŒÎ±áż–ÎżÎč ‚Römer‘). Unterschiedlichste geschichtliche Entwicklungen beeinflussten ihre Selbstbezeichnung. Diese variierenden Namen waren entweder völlig neu, oder bereits frĂŒher benutzt worden und in Vergessenheit geraten. Sie waren zu jeweils ihrer Zeit signifikant und können heute als austauschbar betrachtet werden, was bedeutet, dass fĂŒr das Volk der Griechen die Vielnamigkeit gilt.

In den meisten europĂ€ischen Sprachen und jenen Sprachen, die deren Bezeichnungen ĂŒbernommen haben, beginnt der Name fĂŒr Griechenland mit den Buchstaben gr. Der Ursprung all dieser Bezeichnungen liegt im lateinischen Begriff Graecus, welcher seinerseits im griechischen Graikos (ΓραÎčÎșός) seinen Ursprung hat, dem Namen eines böotischen Stammes, der sich im 8. Jahrhundert v. Chr. in Italien ansiedelte und unter dessen Namen die Hellenen im Westen bekannt wurden. Homer erwĂ€hnt in der Ilias die böotische Stadt Graia (Î“ÏÎ±áż–Î±); Pausanias zufolge war dies der alte Name von Tanagra. Kyme, eine Stadt sĂŒdlich von Rom und nordwestlich von Neapel, wurde von Griechen aus den StĂ€dten Chalkis und Graia gegrĂŒndet. Durch den Kontakt letzterer mit den Römern könnte der Begriff Graeci als Sammelbezeichnung fĂŒr alle Hellenen entstanden sein.

Hingegen gehen die persische und tĂŒrkische Bezeichnung der Griechen Yunan ebenso wie die der meisten anderen nahöstlichen Sprachen ursprĂŒnglich auf altpersisches Yauna zurĂŒck, welches wiederum dem griechischen Íƍnes (ጌωΜΔς) entlehnt ist. Namensgeber war hier der griechische Stamm der Ionier, deren StĂ€dte im sechsten Jahrhundert v. Chr. von den Persern erobert wurden und deren Name, Ă€hnlich wie der Name der Graeci im Westen, auf die Gesamtheit der Hellenen bezogen wurde.

Geographie

Griechenland liegt am östlichen Mittelmeer in SĂŒdeuropa und setzt sich geographisch aus dem griechischen Festland am sĂŒdlichen Ende des Balkans, der Halbinsel Peloponnes, die jedoch durch den Bau des Kanals von Korinth (eingeweiht 1893) vom Festland getrennt wurde, sowie zahlreichen Inseln zusammen, die hauptsĂ€chlich in der ÄgĂ€is, im Ionischen, aber auch im Libyschen Meer liegen. Die politische Grenze nach Norden bilden die Staaten Albanien (282 km), Nordmazedonien (228 km) und Bulgarien (494 km) sowie im Osten die TĂŒrkei (206 km). Eine natĂŒrliche Grenze bildet das Ionische Meer im Westen des Landes mit der italienischen Halbinsel und Sizilien sowie das Libysche Meer im Ă€ußersten SĂŒden mit dem afrikanischen Kontinent. Die Insel Gavdos im Libyschen Meer ist der sĂŒdlichste Punkt des Landes und gilt zudem geographisch als sĂŒdlichster Punkt Europas.

Das Land hat eine GesamtflĂ€che von 131.957 kmÂČ: 106.915 kmÂČ entfallen auf das Festland, 25.042 kmÂČ (knapp 19 %) verteilen sich auf 3.054 Inseln, von denen 87 bewohnt sind. Auf Grund des Inselreichtums erzielt Griechenland eine bemerkenswerte KĂŒstenlĂ€nge von 13.676 km, wovon etwa 4.000 km auf das griechische Festland entfallen. Die zum Teil recht großen Distanzen innerhalb des Landes stellen im VerhĂ€ltnis zu seiner relativ kleinen GesamtflĂ€che ein weiteres geographisches Merkmal dar. So betrĂ€gt die Luftlinie zwischen der Insel Othoni bei Korfu und der Insel Kastelorizo im Ă€ußersten SĂŒdosten Griechenlands 983 km. Die kleinste geographische Ausdehnung – mit unter 550 km Luftlinie – besitzt das Land in ostwestlicher Richtung.

Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen Gebirgsanteil von 77,9 % und wird daher als Gebirgsland eingestuft. Zentrale Gebirge und GebirgszĂŒge des Landes sind das Pindos-Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion-Gebirgszug sowie das Rhodope-Gebirge auf dem griechischen Festland, das Taygetos-Gebirge auf der Halbinsel von Peloponnes und darĂŒber hinaus das Ida- bzw. Psiloritis-Gebirge auf der Insel Kreta. Höchste Erhebung des Landes ist der Mytikas (2917 m) im Gebirgsstock des Olymp. GrĂ¶ĂŸere wirtschaftlich verwertbare Ebenen sind nur spĂ€rlich vorhanden und befinden sich hauptsĂ€chlich in den Regionen Thessalien, Makedonien und Thrakien.

GewÀsser

GrĂ¶ĂŸere FlĂŒsse, die ganzjĂ€hrig Wasser fĂŒhren, gibt es ĂŒberwiegend im Norden des griechischen Festlandes, die dort zur BewĂ€sserung der fruchtbaren TĂ€ler und zum geringen Anteil der Energiegewinnung genutzt werden. Darunter der Pinios, Axios, Strymonas, Nestos und Evros. Im SĂŒden Griechenlands fĂŒhren die meisten FlĂŒsse nur saisonal Wasser, können sich aber in der Regenzeit zu reißenden Strömen wandeln. Durch Attika fließt der Kifisos. FĂŒr die Binnenschifffahrt wurde einst der heutige Grenzfluss Evros genutzt. Der Norden Griechenlands liegt im Blauen Herzen Europas.

Die griechische Seenlandschaft ist wenig bekannt und besteht etwa zur HĂ€lfte aus natĂŒrlichen Seen und aus Stauseen jĂŒngerer Zeit. Der Trichonida-See in Ätolien-Akarnanien hat eine OberflĂ€che von 96 kmÂČ und eine Tiefe von 57 m und ist somit einer der drei grĂ¶ĂŸten natĂŒrlichen Seen in Griechenland. Die umgebenden Eukalyptus- und Olivenhaine sind Lebensraum fĂŒr ĂŒber 140 Vogelarten, der See selbst fĂŒr einige seltene Fischarten. Ebenfalls in Ätolien-Akarnanien befindet sich der 92 kmÂČ große Kremasta-Stausee, der hauptsĂ€chlich vom Acheloos gespeist wird.

Klima

Griechenland hat ĂŒberwiegend ein mediterranes Klima mit feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. An der KĂŒste ist es im Winter sehr mild und es regnet hĂ€ufig; Schnee fĂ€llt nur selten. Die Sommer sind relativ heiß und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter. Mit 48° wurde 1977 in Griechenland der kontinentaleuropĂ€ische Hitzerekord gemessen.

Im Landesinneren ist es vor allem im Winter deutlich kĂŒhler und es gibt hĂ€ufig Nachtfrost, manchmal auch starke SchneefĂ€lle. Der FrĂŒhling ist kurz, verwöhnt aber „mit einem Feuerwerk aus Lavendel und Anemonen, Klatschmohn und Kamille“. Im Sommer ist es Ă€hnlich wie an der KĂŒste heiß und trocken. Die jĂ€hrlichen NiederschlĂ€ge schwanken zwischen 400 und 1000 mm. Da Griechenland sehr gebirgig ist, ist Wintersport durchaus möglich, es existieren 19 Wintersportgebiete unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe. Ein kleiner Teil im Nordwesten des Festlandes liegt in der gemĂ€ĂŸigten Klimazone.

Flora und Fauna

Flora und Fauna sind kulturell eng mit antiken Mythen verbunden, seltener jedoch mit den Hauptgottheiten. Chloris war die Göttin der Blumen, die fĂŒr Hera die Pflanzen sprießen ließ, Nymphen waren fĂŒr das Leben der Pflanzen verantwortlich. Der Hirtengott Pan galt auch als Gott des Waldes und der Natur. HĂ€ufig nehmen in der griechischen Mythologie Götter die Gestalt von Naturerscheinungen oder von Tieren an. Die Vorsilbe Bio- geht auf das griechische Wort Bios fĂŒr Leben zurĂŒck.

Bereits in der Antike wurden WĂ€lder gerodet. Das Holz wurde zum Kochen, zum Heizen, als Bauholz oder zum Schiffbau verwendet; die gerodeten FlĂ€chen wurden als Ackerland oder Weideland genutzt. 2005 gab es 3.752.000 Hektar Forst und 2.780.000 Hektar andere bewaldete Gebiete. Circa 80 % Forst ist in Staatseigentum. Wo heute keine Landwirtschaft mehr stattfindet, wachsen HartlaubgewĂ€chse (Erica, Erdbeerbaum, Echter Lorbeer, Johannisbrotbaum), aufgrund der gebirgigen Struktur wurden zahlreiche HĂ€nge durch Bodenerosion kahl. Trotzdem ist Griechenland eines der artenreichsten LĂ€nder Europas und bezĂŒglich der Vielfalt von medizinisch verwendbaren Pflanzen wird es weltweit nur von Madagaskar ĂŒbertroffen. Ursache sind die zahlreichen Inseln und abgelegenen TĂ€ler. Insgesamt zĂ€hlt Natura 2000 '241 LebensrĂ€ume mit Wichtigkeit fĂŒr die Gemeinschaft' (SCI) und 202 spezielle Schutzzonen (SPA) auf. Von den 5500–6000 Pflanzenarten und Unterarten in Griechenland sind 20 % endemisch, die hohe Anzahl an Arten beinhaltet auch einen ĂŒberdurchschnittlich hohen Anteil an Heilpflanzen. Sie bildeten einst die Grundlage fĂŒr eine ausgeprĂ€gte Volksmedizin, aber auch fĂŒr die Asklepiaden. Den Großteil der Vegetation machen immergrĂŒne Pflanzen (breitblĂ€ttrig, sclerophyllus (hartblĂ€ttrig)) aus.

An BĂ€umen wachsen der kulturell und wirtschaftlich bedeutende Ölbaum, weiterhin Pinien, Aleppokiefern, Zypressen, ObstbĂ€ume sowie an KĂŒstenregionen Palmen. Ab einer Höhe von 1000 m kommen Kastanien, Ulmen und Eichen vor, bis 2000 m Schwarzkiefern und Apollotannen, ĂŒber der Baumgrenze auch alpine Matten. Zu den endemischen BĂ€umen gehört die kefalonische Tanne.

Auch aufgrund großer klimatischer Unterschiede zwischen dem Gebirge und den KĂŒsten sowie dem milden Klima ist das Land so artenreich. Ein Großteil der sehr kleinteiligen LebensrĂ€ume ist nur schwer zugĂ€nglich und daher vor menschlichen EinflĂŒssen wie Besiedelung oder dem Tourismus geschĂŒtzt. Es finden sich ĂŒber 900 Tierarten, darunter Geckos, Eidechsen (z. B. Smaragdeidechse), die griechische Landschildkröte, im Gebirge auch Rehe, Wildschweine und FĂŒchse, vereinzelt auch Wölfe und BĂ€ren. Die Fauna der Inseln unterscheidet sich wesentlich von der des Festlandes. Regional finden sich dort z. B. die Unechte Karettschildkröte auf Zakynthos sowie als eine der endemischen Arten die Kretische Wildziege auf Kreta. Im Schmetterlingstal auf Rhodos ist die seltene Schmetterlingsart Russischer BĂ€r zu finden. Lagunen- und Feuchtgebiete fĂŒhren zu einem Reichtum an Vogelarten. Es kommen 36 der 38 europĂ€ischen Arten vor; davon brĂŒten 23 im Gebiet.

Die einheimische Tier- und Pflanzenwelt steht in zehn Nationalparks und zwei Meeresnationalparks unter Schutz. Griechenland hat Anteile am GrĂŒnen Band Europas.

Der griechische Begriff fĂŒr JĂ€ger (KynigĂłs) leitet sich aus dem altgriechischen Wort KyĂŽn (Gen. KynĂłs) fĂŒr Hund ab, bereits in der Antike gab es in Griechenland eine große Vielzahl an Hunden. Von Xenophon ist die Schrift KynegetikĂłs (Buch ĂŒber die JĂ€gerei) ĂŒberliefert, die FĂ€higkeiten und Nutzen des Hundes insbesondere fĂŒr die Jagd beschreibt. Es gibt nur wenige griechische Hunderassen, zum Beispiel den Hellinikos Ichnilatis und den Kritikos Lagonikos.

Bevölkerung

Als Seefahrtsnation und Land mit großer KĂŒstenlinie ist Griechenland seit je sowohl Auswanderungsland als auch Ziel von Immigranten. Neben der christlich-orthodoxen, griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren einige religiöse und sprachliche Minderheiten sowie Zuwanderergruppen. Da Griechenland solche Bevölkerungsgruppen statistisch nicht erfasst, beruhen alle Angaben zur Anzahl ihrer Mitglieder auf SchĂ€tzungen und können je nach politischem Standpunkt stark variieren. Eine vor allem wirtschaftlich bedeutsame Minderheit bilden die rund 500.000 Albaner, deren Zahl seit Anfang der Finanzkrise deutlich zurĂŒckgegangen ist, da viele albanische Arbeitsmigranten nach Albanien zurĂŒckkehren. Zu unterscheiden sind die neu zugewanderten Albaner von den ebenfalls albanischstĂ€mmigen Arvaniten, die schon vor Jahrhunderten nach Griechenland kamen oder deren Siedlungsgebiete in den neugriechischen Staat integriert wurden, heute weitgehend assimiliert. Es wird geschĂ€tzt, dass bis zu 1,6 Millionen Griechen arvanitische Vorfahren haben, was aber stark umstritten und nicht belegbar ist. Die Geburtenrate war im Zeitraum von 2010 bis 2015 mit 1,3 Kindern pro Frau eine der niedrigsten der Welt. Die Lebenserwartung betrug 80,7 Jahre (MĂ€nner: 78,0, Frauen 83,3). Die griechische Bevölkerung ist bereits eine der Ă€ltesten weltweit und wird weiter altern.

Entwicklung der Bevölkerung

Sprachen und Ethnien

97,4 % der griechischen Bevölkerung sprechen die neugriechische Sprache. Da der griechische Staat alle StaatsbĂŒrger als Griechen betrachtet, werden keine Informationen zu sprachlichen Minderheiten erhoben, stammen die folgenden Zahlen aus Angaben des griechischen Staates gegenĂŒber den europĂ€ischen Institutionen oder deren eigenen SchĂ€tzungen. SchĂ€tzungen verschiedener Minderheitsorganisationen sind oft weit höher; wie aktiv die jeweilige Sprache noch gesprochen wird, ist nur unzureichend erforscht.

Die Dialekte des TĂŒrkischen auf dem Balkan (dem frĂŒheren rumelischen Teil des Osmanischen Reiches) teilen sich in das Westrumelische, das in Makedonien und den heutigen Nachfolgestaaten Jugoslawiens gesprochen wurde, und das Ostrumelische Ostthrakiens. Die Mundart der meisten TĂŒrken im heute griechischen Westthrakien nimmt eine Sonderstellung zwischen beiden ein.

Die letzte staatliche Zahl zur Verbreitung des Mazedonischen veröffentlichte Griechenland nach der VolkszĂ€hlung 1951, die 41.017 „slawophone Griechen“ auswies. Aufgrund der starken Repressionen gegen das Mazedonische in der Öffentlichkeit gilt diese Zahl jedoch als viel zu niedrig. Sprachlich besteht ein Dialektkontinuum zwischen den mazedonischen und bulgarischen Mundarten. FĂŒr die Sprache der Minderheit werden Begriffe wie Slawomakedonisch, Slawisch, Entopia (letzteres bedeutet so viel wie ‚lokale Mundart‘) und vor dem beigelegten Streit um den Namen Mazedonien auch Makedonitisch gebraucht. Im Gebiet Griechenlands werden (vorwiegend in Westmakedonien, namentlich in der PrĂ€fektur Florina) mazedonische Mundarten gesprochen. Die Mundarten in Griechenland gehören ĂŒberwiegend der zentralen und der sĂŒdöstlichen Dialektgruppe an, aus den Dialekten letzterer bildete sich im 19. Jahrhundert eine als ÄgĂ€is-Mazedonisch bezeichnete Schriftsprache aus, die mit dem griechischen Alphabet geschrieben wurde.

Aromunisch ist eine dem RumÀnischen nahe verwandte Sprache. Sie wird hauptsÀchlich im Gebiet der Verwaltungsregion Thessalien in Zentralgriechenland von der Gruppe der Aromunen (im Griechischen meist als Wlachen bezeichnet) gesprochen. Ihre Anzahl wurde auf bis zu ca. 100.000 aktive und 300.000 passive Sprecher geschÀtzt. Die Zahl der Sprecher nimmt stÀndig ab, vor allem unter Kindern.

Die Sprache der Pomaken wird in Griechenland vor allem in den PrĂ€fekturen Xanthi, Rodopi und Evros gesprochen. Die Pomaken sprechen die jeweiligen bulgarischen Dialekte des Gebiets, in dem sie wohnen; die Pomaken Westthrakiens werden als thrakische Gruppe der östlichen Rhodopen-Dialekte eingeordnet. Im Gegensatz zu den rund 250.000 Pomaken in Bulgarien ist die Bindung an die bulgarische Schriftsprache in Griechenland verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gering, ein eigenes Schrifttum hat sich nicht ausgebildet.

Das Westarmenische drang zur Zeit des Osmanischen Reiches von Anatolien aus nach Griechenland, die einstige PrĂ€senz der Armenier in Griechenland ist heute noch in zahlreichen Ortsnamen (z. B. Armeni ΑρΌέΜÎč) gegenwĂ€rtig. GrĂ¶ĂŸere armenische Gemeinden gibt es in Athen und Thessaloniki. Die Armenier erhielten 1968 die griechische StaatsbĂŒrgerschaft.

Albanisch oder Arvanitisch ist seit spĂ€tbyzantinischer Zeit im Gebiet des heutigen Griechenland vertreten. Die erste und hauptsĂ€chliche Einwanderungswelle fand auf Einladung der örtlichen Herrscher ab dem 13. und dann v. a. im 14. und bis in das 15. Jahrhundert statt. Seit damals siedeln die Arvaniten in etwa 300 Orten in SĂŒdgriechenland. So in Böotien, im östlich daran angrenzenden Attika (dem Umland von Athen), auf einigen ÄgĂ€isinseln (u. a. Euböa, Hydra) und auf der Peloponnes. Die albanischsprachigen Bevölkerungsteile in Griechenland sind nach Geschichte, Sprache und Bewusstsein keine einheitliche Gruppe. Insofern ist ihre auf Griechisch ĂŒbliche Bezeichnung als „Arvaniten“ irrefĂŒhrend. Die internationale Wissenschaft bezeichnet als „Arvaniten“ deshalb nur die Angehörigen der Nachfahren von Zuwanderern aus dem sĂŒdalbanischen Bereich. Als Eigenbezeichnung verwenden sie teils ein frĂŒher gesamtalbanisches Ethnonym, arbĂ«rorĂ«. Die Sprache heißt dann entsprechend arbĂ«risht. Der Großteil hat inzwischen aber auch im eigenen Sprachgebrauch die griechischen Bezeichnungen αρÎČÎ±ÎœÎŻÏ„ÎčÎșα (arvanĂ­tika ,Arvanitisch‘) ĂŒbernommen.

Albanisch wird hauptsĂ€chlich im Gebiet des Verwaltungsbezirks Epirus in Nordwestgriechenland sowie von vereinzelten Bevölkerungsgruppen im Rest des Landes gesprochen. Man unterscheidet zwischen den Standardalbanisch sprechenden Çamen, die vorwiegend in Epirus siedelten und 1945 als „Kollaborateure“ mit den BesatzungsmĂ€chten fast vollstĂ€ndig nach Albanien vertrieben wurden und den ĂŒber ganz Mittel- und SĂŒdgriechenland verstreuten, griechisch-orthodoxen Arvaniten. Das Arvanitische hat gewisse archaische ZĂŒge des Albanischen bewahrt und ist im Wortschatz vom Neugriechischen so stark beeinflusst, dass es fĂŒr Sprecher des Standard-Albanischen von Albanien nicht mehr verstĂ€ndlich ist. WĂ€hrend der Pflege vlachischer und arvanitischer Traditionen und Folklore weiterhin hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird, nimmt die Anzahl der aktiven Sprecher der entsprechenden Dialekte generationsbedingt stĂ€ndig ab. Die Zahl der Arvaniten wird nach den Kriterien von Sprachgebrauch oder Bewusstsein heute oft auf 150.000 – 200.000 geschĂ€tzt.

Die in Griechenland ansĂ€ssigen Roma sprechen einen auf dem gesamten Balkan verbreiteten Dialekt des Romani. Neben den muslimischen Roma sind in ganz Griechenland auch zahlreiche christliche Roma (bezeichnet als Î±ÎžÎŻÎłÎłÎ±ÎœÎżÎč, athĂ­ngani, oder τσÎčÎłÎłÎŹÎœÎżÎč, tsingĂĄni) ansĂ€ssig, die zu Teilen von der Mehrheitsbevölkerung assimiliert sind, zu Teilen jedoch auch unter Bedingungen extremer sozialer Abgrenzung leben, die in der Regel mit dem Grad ihrer Erkennbarkeit als Roma einhergeht.

MeglenorumÀnisch, gesprochen von der Gruppe der MeglenorumÀnen (im Griechischen meist als Wlachoi (Wlachen) bezeichnet), hauptsÀchlich im Grenzgebiet zur Republik Nordmazedonien, im Meglen-Tal. Es sind wenige Tausend Sprecher. Die Zahl der meglenorumÀnisch sprechenden Bevölkerung nimmt rasch ab.

Ladino, die Sprache der Juden auf der Iberischen Halbinsel, gelangte mit FlĂŒchtlingen ab dem 15. Jahrhundert ins Osmanische Reich und wurde in vielen StĂ€dten des heutigen Griechenland gesprochen. Es ist heute nur noch in geringen Resten in Griechenland vorhanden.

Russisch, gesprochen von RĂŒckkehrern aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR, deren Hintergrund in mancher Hinsicht mit dem der in Deutschland als Russlanddeutsche bezeichneten Bevölkerungsgruppe vergleichbar ist.

Migration

Seit den 1990er-Jahren hat sich Griechenland von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland entwickelt. Die Zuwanderer kommen aus LĂ€ndern mit griechischer Diaspora (wie z. B. den ehemaligen GUS-Staaten), aus sĂŒdosteuropĂ€ischen Nationen (vor allem den NachbarlĂ€ndern) sowie aus Nordafrika und Asien.

Die grĂ¶ĂŸten in Griechenland ansĂ€ssigen Zuwanderergruppen waren laut Daten der VolkszĂ€hlung von 2001 (nicht erfasst werden griechische und eingebĂŒrgerte Zuwanderer):

Daneben leben schĂ€tzungsweise 300.000 illegale Einwanderer im Land, darunter Menschen aus Afghanistan, Irak und dem Maghreb; im Dezember 2010 wurde bekannt, dass Griechenland an jenen Teil der Grenze zur TĂŒrkei, der nicht durch den Fluss oder das Meer begrenzt wird, eine Art Grenzzaun errichten will, um weitere illegale GrenzĂŒbertritte zu begrenzen. 2015 erhöhten sich die Zahlen illegaler Einwanderung per Boot; betroffen ist u. a. die nur neun Kilometer vor der tĂŒrkischen Westgrenze gelegene Insel Lesbos.

Religionen

Ähnlich wie in Irland, Polen oder Kroatien spielte die religiöse Zugehörigkeit eine erhebliche Rolle als Identifikationsmerkmal bei der Bildung der griechischen Nation. NachdrĂŒckliches Bekenntnis zu religiösen Riten ist daher weit verbreitet unter der orthodoxen Bevölkerung. Griechenland ist religiös recht einheitlich. Das Orthodoxe Christentum ist laut Verfassung Staatsreligion (wörtlich: vorherrschende Religion); Griechenland ist der einzige Staat der Welt, der diese Konfession des Christentums zur Staatsreligion erklĂ€rt hat. GemĂ€ĂŸ Eurobarometer von 2018 bekennen sich rund 96 Prozent der Bevölkerung zum orthodoxen Glauben und 1,2 % betrachten sich als Atheisten und 1,7 % als konfessionslos oder Agnostiker.

Die meisten Griechen gehören zum autokephalen orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen. GlĂ€ubige auf Kreta, dem Dodekanes sowie in den meisten Klöstern der autonomen Mönchsrepublik Athos am Ostzipfel der Halbinsel von Chalkidiki gehören zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul. Die sogenannten „Neuen LĂ€nder“ (nach 1913 erworbene Gebiete in Nordgriechenland und in der ÄgĂ€is) unterstehen gemĂ€ĂŸ Patriarchatsakt von 1928 der Verwaltung der Kirche von Griechenland, in geistlicher Hinsicht aber unterstehen sie Konstantinopel.

Weiteren christlichen Konfessionen gehören die ca. 121.000 katholischen Christen des griechischen und des lateinischen Ritus an, des Weiteren etwa 50.000 Zeugen Jehovas und ca. 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen.

Die muslimische Bevölkerung Griechenlands setzt sich zum einen aus TĂŒrken, Pomaken und Roma als StaatsbĂŒrgern Griechenlands zusammen sowie zum grĂ¶ĂŸeren Teil aus Einwanderern, beispielsweise aus Albanien und Pakistan. Nach dem Bevölkerungstausch von 1923 war die Zahl der Muslime auf unter 100.000 gefallen. Heute wird die Zahl der vor allem in Thrakien lebenden autochthonen Muslime in Griechenland auf 140.000 bis 150.000 geschĂ€tzt. FĂŒr die Zahl der muslimischen Immigranten gibt es keine verlĂ€sslichen offiziellen Angaben, SchĂ€tzungen von Nichtregierungsorganisationen geben die Zahl mit 500.000 bis 700.000 an. Als griechische Muslime im engeren Sinne werden zum einen jene Nachfahren der zum Islam konvertierten Griechen im Osmanischen Reich bezeichnet, die im Zuge des Vertrags von Lausanne praktisch komplett in die TĂŒrkei ausgesiedelt wurden und zum anderen auch die ethnischen Griechen, die in der Neuzeit zum Islam konvertiert sind.

Das Judentum kann in Griechenland auf eine KontinuitĂ€t bis auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurĂŒckblicken. Die vermutlich Ă€lteste Ruine eines SynagogengebĂ€udes wurde auf Delos ausgegraben und auf 150 bis 200 v. Chr. datiert. Die Ă€lteste Synagoge in Betrieb ist die Kahal Shalom Synagoge von 1577 auf Rhodos. 1920 gab es 24 jĂŒdische Gemeinden, allein Thessaloniki hatte 40 Synagogen. Von den 77.000 Juden, die 1940 in Griechenland lebten, wohnten 55.000 in Thessaloniki (Sephardim), daher haben trotz spektakulĂ€rer Rettungsaktionen wie der des Erzbischofs Damaskinos oder der der BĂŒrger von Zakynthos nur 14 % den Holocaust ĂŒberlebt. Heute leben rund 5000 Juden in Griechenland. Viele griechische Juden heiraten Christen, was zur Schrumpfung des Judentums beitrĂ€gt.

Laut einer reprÀsentativen Umfrage des Eurobarometers glaubten von 2005 81 % der Menschen in Griechenland an Gott, 16 % glaubten an eine andere spirituelle Kraft. 3 % Prozent der Befragten glaubten weder an einen Gott noch an eine andere spirituelle Kraft.

Geschichte

Von der Antike bis zur Griechischen Revolution

Das antike Griechenland, welches ĂŒber das Gebiet des heutigen Staates nach Kleinasien reichte, wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund zivilisatorischer Leistungen auf Gebieten der Philosophie, Naturwissenschaften, Geschichtsschreibung und Literatur. 146 v. Chr. wurde das Gebiet des heutigen Griechenland römische Provinz, nach der Reichsteilung 395 war es Bestandteil des Oströmischen Reichs, aus dem das von griechischer Sprache und Kultur dominierte Byzantinische Reich hervorging.

Nach der Eroberung Konstantinopels durch Kreuzfahrer im Vierten Kreuzzug (1204) war die Macht des byzantinischen Staates gebrochen, das Gebiet zerfiel in Nachfolgestaaten wie das Königreich Thessaloniki, das FĂŒrstentum Achaia und einige weitere sowie in mehrere byzantinisch geprĂ€gte griechische Staaten, darunter das Despotat Epirus in Europa und das Kaiserreich Nikaia in Kleinasien. Einige Gebiete wurden Kolonien der Republik Venedig, spĂ€ter auch Genuas und des Johanniterordens.

Mit der RĂŒckeroberung Konstantinopels durch den nikaiischen Kaiser Michael VIII. 1261 grĂŒndete die Dynastie der Palaiologen das Byzantinische Reich erneut, konnte aber nur einen Teil Griechenlands erobern und verlor einige Gebiete an das Serbische Reich, das unter Stefan UroĆĄ IV. DuĆĄan um 1350 seine grĂ¶ĂŸte Ausdehnung erreichte, sowie ganz Kleinasien.

BegĂŒnstigt durch die SchwĂ€che des Byzantinischen Reiches konnten Truppen des Osmanischen Reichs zwischen 1359 und 1451 den grĂ¶ĂŸten Teil Griechenlands erobern. Mit dem Fall Mistras 1460 war die letzte unabhĂ€ngige griechische Herrschaft im heutigen Griechenland von den Osmanen erobert. In den folgenden Jahrhunderten dehnten die Osmanen ihren Staat auf das gesamte griechische Gebiet mit Ausnahme der Ionischen Inseln aus.

1821 kam es zur sogenannten Griechischen Revolution, deren intellektueller Wegbereiter eine Gruppe um Rigas Velestinlis und die Filiki Eteria waren. In der Schlacht von Navarino gelang es einer europĂ€ischen Seestreitmacht 1827, ĂŒber die osmanische Flotte die Oberhand zu gewinnen. 1827 bildete sich eine erste griechische Regierung, die die Inselstadt Ägina zu ihrer Hauptstadt machte. 1829 zog die Regierung nach Nafplio auf dem Peloponnes um. Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurden Zentralgriechenland, der Peloponnes und die Kykladen zum selbststĂ€ndigen Staat Griechenland erklĂ€rt.

Von der UnabhÀngigkeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Ioannis Kapodistrias war 1828 das erste Staatsoberhaupt des durch den griechischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg vom Osmanischen Reich befreiten Griechenlands. Um zu verhindern, dass sich der Funke des Republikanismus in Europa verbreitet, etablierten die europĂ€ischen GroßmĂ€chte in Griechenland von außen eine Monarchie. England, Frankreich und Russland hatten dies zur Zahlungskondition fĂŒr Kredite von 472.000 britischen Pfund und 60 Millionen Drachmen an das seit 1826 völlig ĂŒberschuldete Land gemacht. 1832 wurde der bayerische Prinz Otto, Sohn König Ludwigs I. von Bayern, als Otto I. erster König Griechenlands. Dieses umfasste allerdings nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Ottos Herrschaft wurde 1862 durch einen unblutigen Aufstand beendet. Zu seinem Nachfolger wurde am 30. MĂ€rz 1863 von der griechischen Nationalversammlung mit Zustimmung der GroßmĂ€chte Georg I. gewĂ€hlt. 1864 schlossen sich die Ionischen Inseln dem griechischen Staat an, 1881 musste das osmanische Reich gemĂ€ĂŸ den BeschlĂŒssen des Berliner Kongresses von 1881 Thessalien an Griechenland abtreten, und Kreta erklĂ€rte 1908 die Union mit Griechenland, was aber erst im Oktober 1912 von Griechenland und 1913 nach den Balkankriegen von den GroßmĂ€chten anerkannt wurde. Die meisten Inseln sowie Epirus im Norden und Makedonien (mit Thessaloniki) im Nordosten gingen erst als Ergebnis der beiden Balkankriege 1912 und 1913 an Griechenland. Das geschwĂ€chte Osmanische Reich hatte sich dort nicht mehr gegen die mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbĂŒndeten Griechen behaupten können. 1913 wurde Konstantin I. nach der Ermordung seines Vaters König.

Im Ersten Weltkrieg blieb Griechenland zunĂ€chst neutral. Es trat nach der von den Alliierten erzwungenen Abdankung von König Konstantin I. 1917 in den Krieg gegen die MittelmĂ€chte und deren VerbĂŒndete, insbesondere Bulgarien und das Osmanische Reich, ein. Nach dem Krieg wurde versucht, mit Billigung der SiegermĂ€chte die Niederlage des Osmanischen Reiches zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnenen Westthrakien auch Ostthrakien und das mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet um Smyrna (das heutige Izmir) unter griechische Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (der „Großen Idee“), welche vom damaligen MinisterprĂ€sidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck „Griechenland der zwei Kontinente und fĂŒnf Meere“ (gemeint sind die ÄgĂ€is, das eigentliche Mittelmeer, Marmarameer, Schwarzes Meer, Ionisches Meer) – also der Wiedererrichtung des Byzantinischen Reiches mit Konstantinopel als Hauptstadt – als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. 1922 endete der Griechisch-TĂŒrkische Krieg aber mit einer deutlichen griechischen Niederlage („Kleinasiatische Katastrophe“). Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der TĂŒrkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Konstantinopler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Millionen Personen), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist tĂŒrkischen Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Bevölkerung Athens vervielfachte sich in kĂŒrzester Zeit.

Mehrfach erfolgten seit 1922 militĂ€rische Umsturzaktionen, die in einer Revolte gegen König Konstantin I. ihren Anfang genommen hatten. Die AufstĂ€nde fĂŒhrten letztlich zu einer inneren Destabilisierung des Landes. 1924 wurde in einer Volksabstimmung die Abschaffung der Monarchie beschlossen. Von 1925 bis 1926 regierte General Theodoros Pangalos diktatorisch.

Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas am 28. Oktober 1940 ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab (der Tag der Ablehnung, der „Nein-Tag“, wird heute neben dem an die Griechische Revolution erinnernden 25. MĂ€rz als Nationalfeiertag begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort ΌχÎč, also Nein, an Italien gesendet haben soll). Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die zahlenmĂ€ĂŸig ĂŒberlegenen italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurĂŒckdrĂ€ngen. Erst durch das militĂ€rische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April und Mai 1941 ĂŒber Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. So wurde durch die erzwungene Ausfuhr fast der gesamten griechischen Produktion noch eine positive Handelsbilanz zum Deutschen Reich in Höhe von 71 Mio. Reichsmark festgestellt, die dann mit extremen Besatzungskosten (auf Wunsch von Hitler in „Aufbaukosten“ umbenannt) verrechnet wurden. Griechenland hatte von allen besetzten LĂ€ndern pro Kopf die höchsten Besatzungskosten zu zahlen. Um von der Bevölkerung mehr Sachwerte abzuziehen, wurde der Banknotenumlauf gesteigert. Der wirtschaftliche Zusammenbruch war abzusehen und wurde in Kauf genommen. Besonders der Mangel an Lebensmitteln fĂŒhrte zu einer Hungerkatastrophe und einer SĂ€uglingssterblichkeit von 80 %. Von 300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose erkrankt.

Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die BesatzungsmĂ€chte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als „Vergeltung“ fĂŒr PartisanenĂŒberfĂ€lle die jeweils gesamte Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder „Sondereinheiten“ ermordet. Die Frage nach einer EntschĂ€digung von deutscher Seite fĂŒr diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. FĂŒr Juden wurde 1942 von den BesatzungsmĂ€chten die Zwangsarbeit eingefĂŒhrt, ab Anfang 1943 wurden sie ghettoisiert, enteignet und vorwiegend nach Auschwitz und Treblinka deportiert, wo sie sofort ermordet wurden. Etwa 80.000 Menschen fielen der „Endlösung“ zum Opfer.

Der bewaffnete Widerstand ging hauptsĂ€chlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Ebenfalls gab es die rivalisierenden republikanischen, spĂ€ter royalistischen Partisanen der EDES, die im Kampf gegen die ELAS ab Ende 1943 mit der Wehrmacht kollaborierte (Bezug von Waffen und GerĂ€ten), in der Schlacht um Athen aber durch Großbritannien unterstĂŒtzt wurde. Ende 1944 löste sich die EDES nach schweren Verlusten informell auf. Nach militĂ€rischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.

Insgesamt wurden etwa 70.000 bis 80.000 Griechen im Partisanenkrieg oder bei Vergeltungsaktionen von deutschen, italienischen und bulgarischen Truppen getötet. ZĂ€hlt man den Zweiten Weltkrieg und den BĂŒrgerkrieg als dessen Folge zusammen, so verlor Griechenland nahezu 10 % seiner Bevölkerung.

Nachkriegszeit: BĂŒrgerkrieg und Westintegration

Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland nach dem in den Bergen gefĂŒhrten Kampf zwischen EDES und ELAS und der Schlacht um Athen fast direkt in den Griechischen BĂŒrgerkrieg ĂŒber. Die griechische Rechte brach den Vertrag von Varkiza zur Entwaffnung der Partisanen. In einigen Teilen Griechenlands entwickelte sich unter Duldung der republikanisch-gemĂ€ĂŸigten KrĂ€fte ein sogenannter weißer Terror der griechischen Rechten, welcher die ĂŒberwiegend (aber nicht ausschließlich) kommunistischen Mitglieder der EAM und ELAS zum Ziel hatte. Die kommunistischen Partisanen, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten, gingen erneut in die Guerilla. HauptsĂ€chlicher UnterstĂŒtzer war dabei Jugoslawien, in geringerem Umfang Albanien – die Sowjetunion beschrĂ€nkte sich im Wesentlichen darauf, durch ihr Veto eine UN-Intervention zu blockieren. Die royalistische Gegenwehr wurde vor allem von den Regierungen in Großbritannien und den USA unterstĂŒtzt. Im von Regierungsseite mit Ă€ußerster HĂ€rte, auch gegenĂŒber der Zivilbevölkerung (unter anderem unter Einsatz von Napalm), gefĂŒhrten BĂŒrgerkrieg wurden die kommunistischen VerbĂ€nde, die vom Guerillakrieg zum offenen Frontenkrieg ĂŒbergegangen waren, nach lĂ€ngeren KĂ€mpfen zum RĂŒckzug nach Nordwesten gedrĂ€ngt. Zuvor brachten sie aus den umkĂ€mpften Gebieten zahlreiche Kinder heraus, wovon die DDR etwa 1300 aufnahm. Das Ende der UnterstĂŒtzung durch Jugoslawien 1949 besiegelte schließlich das Ende ihrer militĂ€rischen Macht.

Grund fĂŒr die spĂ€rliche UnterstĂŒtzung durch die realsozialistischen „Bruderstaaten“ war ein entsprechendes Abkommen, das Stalin mit Churchill in Moskau Anfang Oktober 1944 geschlossen hatte ĂŒber die Aufteilung der russisch-britischen InteressensphĂ€ren auf dem Balkan, wo die Amerikaner militĂ€risch nicht, wohl aber die Briten, vor allem in Griechenland, bereits vertreten waren. Churchill und Stalin hatten dort ein EinflussverhĂ€ltnis von „90 % West zu 10 % Ost“ fĂŒr Griechenland vereinbart; dies wurde spĂ€ter von vielen griechischen Kommunisten als „sowjetischer Verrat“ empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei.

1930 formulierte ein Staatsrat (council of states), dass auf lokaler und kommunaler Ebene ein aktives und passives Frauenwahlrecht gelten sollte. Im April 1949 wurde ein Gesetz verabschiedet, das dieses Frauenwahlrecht umsetzte. Die neue Verfassung vom 1. Januar 1952 betonte ausdrĂŒcklich das Recht von Frauen, auf nationaler Ebene zu wĂ€hlen und gewĂ€hlt zu werden. Das Gesetz Nummer 2159, das diese Rechte garantierte, wurde im Mai 1952 vom Parlament verabschiedet. Bei den Wahlen vom November 1952 durften Frauen jedoch nicht wĂ€hlen, obwohl sie das Stimmrecht kurz vorher erhalten hatten: Die liberale Regierung argumentierte, dass es schwierig sei, mehr als eine Million WĂ€hlerinnen in den Wahlregistern zu verzeichnen, und dass entweder alle Frauen oder keine wĂ€hlen sollten. So wurde in das Wahlgesetz eine Klausel eingefĂŒgt, die das Frauenwahlrecht bis Ende 1952 blockierte. Das allgemeine Wahlrecht fĂŒr MĂ€nner galt schon seit 1864.

Bis in die 1960er Jahre blieben viele BĂŒrgerrechte und Freiheiten eingeschrĂ€nkt. 1952 trat Griechenland der NATO bei, 1954 dem Balkanpakt. Mit Hilfe des Marshallplans und der hohen Einnahmen von auslĂ€ndischen Touristen kam es ab den 1950er Jahren zu einer langsamen Erholung der Wirtschaft des Landes.

Nach den vor allem gegen die griechische Minderheit in Istanbul, Izmir und in Ankara gerichteten tĂŒrkischen Pogromen 1955 flohen rund 100.000 in der TĂŒrkei lebende Griechen nach Griechenland und in weitere LĂ€nder. WĂ€hrend 1945 fast 125.000 orthodoxe Griechen als Minderheit in Istanbul lebten, sank ihre Zahl als Folge des Pogroms von 1955 dramatisch. 1999 lebten noch 2500 Griechen in der TĂŒrkei.

Am 21. April 1967 ergriff in Reaktion auf den erwarteten Wahlsieg der sozialistischen Eniea Dimokratiki Aristera (griechisch ΕΜÎčαία Î”Î·ÎŒÎżÎșρατÎčÎșÎź ΑρÎčÏƒÏ„Î”ÏÎŹ ΕΔΑ, Vereinigung der Demokratischen Linken EDA), in der sich auch zahlreiche Mitglieder der illegalen KKE wiederfanden, eine Gruppe rechtsextremer Offiziere unter Georgios Papadopoulos durch den sog. Obristenputsch die Macht und errichtete eine MilitĂ€rdiktatur. Unter der MilitĂ€rdiktatur spaltete sich von der KKE ein eurokommunistischer FlĂŒgel unter dem Namen „KKE-Inland“ ab, was suggerieren sollte, dass die Rumpf-KKE, somit „KKE-Ausland“, von Moskau gesteuert sei. Heute gibt es in dieser Form nur noch die KKE, die sich weiterhin als marxistisch-leninistische Partei versteht, wĂ€hrend in der Nachfolge des Eurokommunismus der SY.RIZ.A als BĂŒndnis linker Kleinparteien im Parlament vertreten ist. Nach Massenverhaftungen wurden zahlreiche vor allem linksgerichtete Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben, darunter der Komponist Mikis Theodorakis. Eine entscheidende SchwĂ€chung erfuhr die Junta am 17. November 1973 durch den Aufstand der Studenten im Athener Polytechnikum, der unter Einsatz von Panzern brutal niedergeschlagen wurde und das Regime innerlich und Ă€ußerlich diskreditierte. Das Scheitern der von der Junta angestrebten Vereinigung mit der Republik Zypern und der dortige Einmarsch tĂŒrkischer Truppen fĂŒhrte 1974 endgĂŒltig zum Zusammenbruch der MilitĂ€rdiktatur und zur RĂŒckkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis. Die Staatsform der Republik wurde in einer Volksabstimmung klar der WiedereinfĂŒhrung der Monarchie vorgezogen. Im Juni 1975 wurde die neue Verfassung des Landes verabschiedet. Trotz außenpolitischer Westorientierung war Griechenland von 1974 bis 1980 aus der militĂ€rischen Organisation der NATO herausgelöst.

Griechenland seit dem Beitritt zur EWG

Bereits seit 1961 bestand ein Assoziierungsabkommen mit der EWG, aufgrund der zwischenzeitlichen Junta begannen die eigentlichen Beitrittsverhandlungen erst am 27. Juli 1976, so dass Griechenland zum 1. Januar 1981 als 10. Mitglied in die EWG aufgenommen wurde. Das Land profitierte von Wirtschafts- und Strukturhilfen, musste im Gegenzug auch hohe Importzölle fallen lassen, die bisher heimische Produzenten vor auslĂ€ndischem Wettbewerb schĂŒtzten.

Der Zerfall Jugoslawiens hatte auch ökonomische Folgen fĂŒr Griechenland, zumal bis dahin die Transit-Strecke durch den Balkan („Autoput“) fĂŒr Waren- und Personenverkehr die Nabelschnur des Landes zum restlichen Europa darstellte. Folglich stellte sich Griechenland gegen eine frĂŒhzeitige Anerkennung der nach UnabhĂ€ngigkeit strebenden Republiken, konnte sich mit seiner Haltung jedoch nicht durchsetzen. Weiterhin fĂŒrchtete man einen FlĂ€chenbrand politischer und militĂ€rischer Auseinandersetzungen, die auch Folgen fĂŒr Griechenland, etwa FlĂŒchtlingsströme, hĂ€tten. Weiterhin zeichnete sich ein Namensstreit mit der angrenzenden jugoslawischen Teilrepublik ab, die Anspruch auf den Namen Mazedonien erhob. Das Nachkriegsjugoslawien hatte 1945 die mehrheitlich von slawischen Mazedoniern bewohnten Gebiete SĂŒdserbiens zur Volksrepublik Mazedonien (spĂ€ter: Sozialistische Republik Mazedonien) deklariert. Die UnabhĂ€ngigkeit dieses Bundesstaates unter dem Namen Mazedonien wurde von Griechenland als Provokation aufgefasst, da es territoriale AnsprĂŒche auf die gleichnamige griechische Provinz befĂŒrchtete. Griechenland verhĂ€ngte ein Handelsembargo gegen das Land, das spĂ€ter aufgehoben wurde. Am 12. Februar 2019 vollzog Mazedonien die NamensĂ€nderung in Nordmazedonien. Griechenland ist heute der mit Abstand wichtigste Investor in der Republik Nordmazedonien.

Der kurzen Amtsperiode der Nea Dimokratia unter Konstantinos Mitsotakis folgte erneut eine Regierung der PASOK unter Andreas Papandreou, die auch wegen dessen angeschlagenem Gesundheitszustand in Stillstand gekommen war. Der Jurist Kostas Simitis ĂŒbernahm den Parteivorsitz und das Amt des MinisterprĂ€sidenten und leitete eine Abkehr von der traditionell sozialistischen Politik seines VorgĂ€ngers ein. Die Außenpolitik war nun nicht mehr von einer Sonderrolle Griechenlands geprĂ€gt, sondern von einer starken europĂ€ischen AusprĂ€gung. Innenpolitisch wurden zahlreiche Reformen durchgefĂŒhrt:

  • der Kapodistrias-Plan ordnete das Gemeindewesen neu und stĂ€rkte die Bedeutung der Regionen,
  • staatlich gefĂŒhrte Großunternehmen wurden privatisiert.
  • Investitionen in die Infrastruktur des Landes

Die Politik der europĂ€ischen Orientierung wurde im Wesentlichen auch von der Regierung der Nea Dimokratia unter Kostas Karamanlis weitergefĂŒhrt, setzte jedoch keine eigenen Impulse. Nach zwei Wahlperioden erfolgte ein Regierungswechsel. Unter dem neuen MinisterprĂ€sidenten Giorgos Papandreou von der PASOK wurde die Überschuldung des Landes offenbar und fĂŒhrte zu einem rapiden Verlust an KreditwĂŒrdigkeit auf den internationalen MĂ€rkten, in dessen Folge das Land in Zahlungsschwierigkeiten geriet.

Zur BewÀltigung wurde der EU-Finanzexperte Loukas Papadimos zum MinisterprÀsidenten bestimmt. Aus den Neuwahlen ging Antonis Samaras von der Nea Dimokratia als Sieger hervor und bildete mit der PASOK eine Koalitionsregierung, jedoch gewann auch die linke Opposition an Stimmen.

Bei den Parlamentswahlen vom 25. Januar 2015 errang die Linkspartei SYRIZA 149 von 300 Mandaten. Alexis Tsipras wurde am 26. Januar 2015 als MinisterprÀsident Griechenlands vereidigt. Nach dem Sieg bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im September 2015 konnte Alexis Tsipras erneut eine Regierung bilden.

Recht

Die Rechtsprechung in Griechenland erfolgt durch unabhĂ€ngige Gerichte und setzt sich dabei aus drei verschiedenen Arten von Gerichtshöfen zusammen, die jeweils fĂŒr die zivilrechtliche, die strafrechtliche sowie die verwaltungsrechtliche Rechtsprechung zustĂ€ndig sind. Es handelt sich dabei um das System der sogenannten getrennten Gerichtsbarkeiten. ZusĂ€tzlich existieren besondere Instanzen der Finanzkontrolle und der Verfassungsgerichtsbarkeit.

Die Zivilgerichte werden in Friedensgerichte, Landgerichte sowie Oberlandesgerichte eingeteilt und sind fĂŒr alle privaten Streitigkeiten und die ihnen gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zustĂ€ndig. Die Strafgerichte folgen demselben institutionellen Aufbau und beinhalten darĂŒber hinaus auch besondere Strafgerichte wie zum Beispiel die Jugend- oder Schwurgerichte. Gegen das Urteil der Zivil- und Strafgerichtshöfe kann bei einem Appellationsgericht Berufung und schließlich beim Areopag (griech. ΆρΔÎčÎżÏ‚ Î ÎŹÎłÎżÏ‚/Ários PĂĄgos) Revision eingelegt werden. Der Areopag ist der oberste Gerichtshof und die höchste Instanz fĂŒr zivil- und strafrechtliche Fragen. Die oberste Instanz in der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist der Staatsrat (griech. ÎŁÏ…ÎŒÎČÎżÏÎ»ÎčÎż της ΕπÎčÎșÏÎ±Ï„Î”ÎŻÎ±Ï‚/SymvoĂșlio tis EpikratĂ­as). Ihm unterstehen z. B. die einzelnen Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte, welche fĂŒr die Verhandlung von Verwaltungsstreitigkeiten zustĂ€ndig sind.

FĂŒr Verfassungsfragen stellt das sogenannte Oberste Tribunal (griech. Î‘ÎœÏŽÏ„Î±Ï„Îż ΕÎčÎŽÎčÎșό ΔÎčÎșÎ±ÏƒÏ„ÎźÏÎčÎż/AnĂłtato IdikĂł DikastĂ­rio) die letzte Entscheidungsinstanz dar. Das Oberste Tribunal ist fĂŒr die ÜberprĂŒfung der VerfassungskonformitĂ€t von Gesetzen zustĂ€ndig, die durch das Parlament verabschiedet werden und arbeitet zugleich als PrĂŒfungsgericht von Volksabstimmungen und Wahlen. Dem Rechnungshof (griech. ΕλΔγÎșτÎčÎșό ÎŁÏ…vέΎρÎčo/ElengtikĂł SynĂ©drio) unterliegt die Finanzkontrolle und ist als oberster Gerichtshof fĂŒr die KlĂ€rung strittiger Finanzangelegenheiten verantwortlich.

Menschenrechte

Minderheitenrechte

Amnesty International und der griechische Ombudsmann fĂŒr Menschenrechte weisen regelmĂ€ĂŸig auf Defizite beim Menschenrechtsschutz hin. Vor allem die Behandlung von Migranten und Roma-Familien ist ungenĂŒgend. Über eine Verletzung von Minderheitenrechten beklagt sich regelmĂ€ĂŸig die in Westthrakien lebende muslimische Minderheit. Aus griechischer Sicht darf sie nicht „tĂŒrkische Minderheit“ genannt werden, da der Friedensvertrag von Lausanne, der 1923 den griechisch-tĂŒrkischen Bevölkerungsaustausch regelte, die Minderheiten religiös definierte. Die kleine Zahl slawischsprachiger BĂŒrger wird nicht als Minderheit anerkannt.

Asylpolitik und FlĂŒchtlingssituation

In der FlĂŒchtlings- und Asylpolitik wird Griechenland immer wieder von NGOs kritisiert. Vor allem der große Zustrom von FlĂŒchtlingen aus afrikanischen LĂ€ndern macht dem Land zu schaffen, die Griechenland nur unzureichend bewĂ€ltigen kann. 2011 kamen 55.000 FlĂŒchtlinge alleine ĂŒber die griechisch-tĂŒrkische Landgrenze am Fluss Evros in die EU. Die griechischen Behörden sind dafĂŒr organisiert, Neuankömmlinge entweder zu versorgen oder öffentlichkeitsfern abzuschieben, so dass sich viele in illegalen Zeltlagern in GroßstĂ€dten niederlassen, von wo sie Arbeit suchen. Die Versorgung durch BĂŒrgerinitiativen und Kirchengemeinden deckt bei weitem nicht den Bedarf.

2010 wurde ein Nationaler Aktionsplan fĂŒr die Asylreform und das Migrationsmanagement beschlossen, der neben dem Aufbau von Behörden zur Erstaufnahme und AsylverfahrensdurchfĂŒhrung auch den Auf- und Ausbau von Auffangeinrichtungen fĂŒr Migranten vorsieht. Daneben erhofft sich die griechische Regierung vom baldigen Beitritt Bulgariens und RumĂ€niens zum Schengenraum Entlastung fĂŒr die eigenen Außengrenzen. Im MĂ€rz 2012 waren nur elf Personen in der staatlichen Behörde fĂŒr die Asylbewerber zustĂ€ndig. Rassismus und Gewalt gegen Einwanderer kommt, auch im Zusammenhang mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land, in den letzten Jahren hĂ€ufig vor.

Die griechische Regierung forderte wiederholt die UnterstĂŒtzung durch die EU bei der Sicherung seiner Außengrenzen, etwa durch die StĂ€rkung von Frontex und die Aushandlung von RĂŒcknahmeabkommen zwischen der EU und den Herkunfts- und Transitstaaten. Das Interesse von Seiten nicht betroffener EU-Staaten, sich der europĂ€ischen FlĂŒchtlingsproblematik zu stellen, ist jedoch de facto gering; aus diesen LĂ€ndern ist auch hĂ€ufig die Kritik zu hören, Griechenland versorge die FlĂŒchtlinge nicht ausreichend.

Im April 2014 wurde Griechenland von Amnesty International erneut kritisiert.

Politik

Die aktuelle Verfassung Griechenlands trat am 11. Juni 1975 in Kraft; sie wurde 1986, 2001 und 2008 ĂŒberarbeitet. Sie definiert Griechenland als parlamentarische Republik nach sozialen und rechtsstaatlichen Prinzipien.

StaatsprÀsident

Der griechische StaatsprĂ€sident (griech. Î ÏÏŒÎ”ÎŽÏÎżÏ‚ της Î”Î·ÎŒÎżÎșÏÎ±Ï„ÎŻÎ±Ï‚/PrĂłedros tis DimokratĂ­as) ist das Staatsoberhaupt des Landes und bildet zusammen mit der Regierung die Exekutive. Er wird alle fĂŒnf Jahre durch das Parlament gewĂ€hlt und hat im politischen Alltag vor allem eine reprĂ€sentative Funktion inne. Zu seinen Aufgaben gehört die Vereidigung des MinisterprĂ€sidenten und der von diesem vorgeschlagenen Minister. Der griechische StaatsprĂ€sident besitzt zusĂ€tzlich auch ein generelles Vetorecht im Parlament, dieses kann mit der absoluten Mehrheit der Abgeordneten ĂŒberstimmt werden. Unter besonderen UmstĂ€nden gestattet die Verfassung ihm, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen. Der StaatsprĂ€sident kann die Regierung auflösen, wenn diese einen Antrag darauf stellt oder das Parlament ein erfolgreiches Misstrauensvotum durchgefĂŒhrt hat. Der insgesamt relativ eingeschrĂ€nkte Handlungsspielraum des Staatsoberhauptes wird auch daran deutlich, dass fast alle seine hoheitlichen Handlungen durch den zustĂ€ndigen Minister gegengezeichnet werden mĂŒssen. Erweiterte Befugnisse erhĂ€lt der StaatsprĂ€sident lediglich im Notstandsfall. Er kann dann auf Vorschlag der Regierung gesetzgeberisch tĂ€tig werden. Der griechische StaatsprĂ€sident ist ebenfalls Oberbefehlshaber der griechischen StreitkrĂ€fte, die Verfassung untersagt es ihm jedoch, den Verteidigungsfall auszurufen sowie BĂŒndnisse und VertrĂ€ge zu schließen.

Das Amt des StaatsprĂ€sidenten genießt in Griechenland ein sehr hohes Ansehen in der Bevölkerung; dieses nahm seit 2009 (Beginn der Staatsschuldenkrise) noch zu, wohingegen das Vertrauen in Politik und Parteien sank. Die amtierende StaatsprĂ€sidentin Griechenlands ist seit Januar 2020 Katerina Sakellaropoulou. Sie ist die erste Frau Griechenlands, die dieses Amt bekleidet.

Der Amtssitz des PrĂ€sidenten ist das (von Ernst Ziller erbaute) PrĂ€sidialpalais in der Herodes Atticus Straße in Athen. Direkt gegenĂŒber befindet sich der Nationalgarten mit dem GebĂ€ude des griechischen Parlaments.

Parlament

Das griechische Parlament (griech. Î’ÎżÏ…Î»Îź τωΜ Î•Î»Î»ÎźÎœÏ‰Îœ/VoulĂ­ ton EllĂ­non) besteht aus einer Kammer mit 300 Sitzen und wird alle vier Jahre in geheimer, allgemeiner, freier, gleicher und unmittelbarer Wahl besetzt. Dabei werden 288 Abgeordnete in den 56 Wahlkreisen des Landes sowie 12 Abgeordnete ĂŒber landesweite Parteilisten gewĂ€hlt. Eine Besonderheit des griechischen Wahlsystems ist das verstĂ€rkte VerhĂ€ltniswahlrecht: Die Partei mit dem grĂ¶ĂŸten Stimmenanteil erhĂ€lt 50 zusĂ€tzliche Mandate im Parlament.

Das Parlament besitzt neben der Gesetzgebung das Recht, der Regierung oder einzelnen Mitgliedern das Vertrauen ĂŒber ein Misstrauensvotum mit absoluter Mehrheit zu entziehen und den StaatsprĂ€sidenten oder Regierungsmitglieder mit einer Zweidrittelmehrheit anzuklagen. Das Initiativrecht der einzelnen Parlamentarier ist beschrĂ€nkt, da die Regierung legislative Kompetenzen des Parlaments ĂŒber Rechtsverordnungen der Regierung oder untergeordneten Organen ĂŒbertragen kann. Zu den besonderen Charakteristiken des griechischen Parlaments und seiner Konstituierung zĂ€hlt, dass die quantitative StĂ€rke einer Partei im griechischen Parlament darĂŒber entscheidet, welcher Parteivorsitzende vom StaatsprĂ€sidenten als erster mit der Regierungsbildung beauftragt wird. Gelingt ihm dies nicht, erhĂ€lt der Vorsitzende der nĂ€chstkleineren Partei den Auftrag. In Bezug auf die Opposition besteht – wie innerhalb der EuropĂ€ischen Union sonst nur in Österreich, Deutschland und Portugal – das Recht, UntersuchungsausschĂŒsse einzusetzen (Minderheitenquorum).

Regierung

Die Regierung Griechenlands wird als Ministerrat (griech. Î„Ï€ÎżÏ…ÏÎłÎčÎșό ÎŁÏ…ÎŒÎČÎżÏÎ»ÎčÎż/YpourgikĂł SymvoĂșlio) bezeichnet und besteht aus dem MinisterprĂ€sident (Î ÏÏ‰ÎžÏ…Ï€ÎżÏ…ÏÎłÏŒÏ‚/ProthypourgĂłs) und den Ministern (Î„Ï€ÎżÏ…ÏÎłÎżÎŻ/YpourgĂ­). Nach einer Parlamentswahl beginnt die Regierungsbildung, wobei traditionell der Parteichef der grĂ¶ĂŸten Fraktion den MinisterprĂ€sident stellt. Dieser entscheidet ĂŒber die Zusammensetzung seines Kabinetts und der StaatssekretĂ€re und hat nach der Ernennung durch den StaatsprĂ€sidenten und erfolgreich verlaufener Vertrauensfrage im Parlament die Richtlinienkompetenz innerhalb der Regierung. Die Rechte des MinisterprĂ€sidenten wurden in der Verfassungsreform 1986 deutlich ausgeweitet, mit dem Ergebnis, dass die „vollziehende Funktion“ klar beim Regierungschef liegt, der trotz der KollegialitĂ€t des Ministerrates auch verfassungsrechtlich der Mittelpunkt der politischen Macht in Griechenland ist. Die Minister können zwar selbststĂ€ndig ihr Ressort verwalten, mĂŒssen aber politische Interventionen des MinisterprĂ€sidenten akzeptieren, da bei ihm die Richtlinienkompetenz und das Vorschlagsrecht zur Ernennung und Entlassung der Minister liegt. Die Regierung kann nur auf eigenen Antrag hin oder nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum des Parlaments entlassen werden.

Aus der wegen der Wirtschaftskrise vorgezogenen Parlamentswahl am 4. Oktober 2009 ging die PASOK als stĂ€rkste Partei hervor. Ihr Spitzenkandidat Giorgos Papandreou wurde mit der Regierungsbildung beauftragt und am 6. Oktober 2009 als MinisterprĂ€sident vereidigt. Am 9. November 2011 erklĂ€rte er offiziell seinen RĂŒcktritt. Am 11. November 2011 wurde Loukas Papadimos vereidigt. Das Kabinett Papadimos war vom 10. November 2011 bis zum 16. Mai 2012 im Amt. Nach der Parlamentswahl am 6. Mai 2012 kam keine Regierung zustande; am 17. Juni 2012 fand eine weitere Parlamentswahl statt. Dabei wurde die ND mit 29,7 % erneut stĂ€rkste Kraft; sie erhielt 10,8 Prozentpunkte mehr Stimmen als bei der Wahl vom 6. Mai 2012. Die Partei SYRIZA von Alexis Tsipras, die im Wahlkampf ein Ende der Sparmaßnahmen gefordert hatte, wurde mit 26,9 Prozent wieder zweitstĂ€rkste Kraft. Dennoch erreichten mit ND und PASOK die beiden Parteien eine parlamentarische Mehrheit (162 zu 138 Sitze), die an dem eingeschlagenen Sparkurs und der Umsetzung von Reformen festhalten wollen. Nachdem sich ND und PASOK mit der Demokratischen Linken auf die Bildung einer Regierung (Kabinett Samaras) einigen konnten, wurde Samaras am 20. Juni 2012 zum griechischen MinisterprĂ€sidenten vereidigt. Ab dem 27. Januar 2015, zwei Tage nach den griechischen Parlamentswahlen, war die neu gewĂ€hlte Regierung aus SYRIZA und ANEL unter der Leitung von MinisterprĂ€sident Alexis Tsipras (Kabinett Tsipras) im Amt. Diese wurde 2019 durch das Kabinett Kyriakos Mitsotakis abgelöst.

Politische Indizes

Innenpolitik

Zentrale Themen der griechischen Innenpolitik sind die Konsolidierung des Staatshaushaltes, die BekĂ€mpfung der hohen Arbeitslosigkeit, die Deregulierung sowie die Privatisierung des öffentlichen Sektors, die Förderung der griechischen Wirtschaft, die notwendige Umstrukturierung des ĂŒberschuldeten staatlichen Rentenversicherungssystems (Griechenland gibt fast 14 Prozent des Staatshaushaltes fĂŒr Renten aus und damit mehr als jedes andere Land), die Reformierung des Gesundheits- und Bildungssystems sowie die BekĂ€mpfung der illegalen Einwanderung. Nach dem Tod eines Jugendlichen, der von der Kugel eines Polizisten getroffen worden war, kam es 2008 zu landesweiten Ausschreitungen.

Nach dem Regierungswechsel 2009 kam es zu Protesten gegen den Sparhaushalt, mit der die neue Regierung das Staatsdefizit senken möchte, was aufgrund der von allen bisherigen Regierungen gleichermaßen hochgeschraubten Staatsausgaben und der verbreiteten Korruption als schwierige Aufgabe gilt.

Religionspolitik

Die orthodoxe Kirche ĂŒbt wesentlichen Einfluss auf das griechische Bildungswesen aus, wobei die besondere Stellung der griechisch-orthodoxen Konfession als „vorherrschender Religion“ in der griechischen Verfassung festgelegt ist. In der Regierung ist traditionell das Bildungsministerium auch zustĂ€ndig fĂŒr religiöse Angelegenheiten. Obwohl der orthodoxen Kirche in der Verfassung nicht ausdrĂŒcklich der Status einer Staatskirche zuerkannt wird, wird Griechenland aufgrund der engen institutionellen Verflechtung von Staat und Orthodoxer Kirche im konstitutionellen Recht, ebenso wie z. B. Großbritannien und DĂ€nemark, der Kategorie von Staaten mit einer Staatskirche zugeordnet. So untersteht die orthodoxe Kirche auch teilweise dem Staat, zum Beispiel mĂŒssen alle Bischöfe vom Parlament bestĂ€tigt bzw. neu gewĂ€hlte Regierungen vom orthodoxen Erzbischof vereidigt werden. Das Gehalt der griechischen Priester wird vom Staat gezahlt.

1982 wurde das Familienrecht dahingehend geĂ€ndert, dass standesamtliche Trauungen möglich wurden. Bis dahin fanden EhebĂŒndnisse, welche nicht nach dem griechisch-orthodoxen, jĂŒdischen, muslimischen oder römisch-katholischen Ritus geschlossen wurden, keine staatliche Anerkennung. So galten Kinder aus Ehen von Protestanten oder Zeugen Jehovas vor dem Gesetz als unehelich. Außerdem wurde die Pflicht zur kirchlichen Trauung aufgehoben und die standesamtliche Ehe als gleichwertig anerkannt. Ende der 1990er-Jahre wurde der Religionseintrag in den Personalausweisen abgeschafft. Im August 2008 wurde die Verpflichtung zum orthodoxen Religionsunterricht aufgehoben. Jeder SchĂŒler, der nicht am Religionsunterricht teilnehmen will, kann wĂ€hrend dieser Zeit nun Nachhilfe in FĂ€chern seiner Wahl erhalten. Die griechisch-orthodoxe Kirche bezeichnete diese Regelung als „falsch und verfassungswidrig“ und hĂ€tte allenfalls die Aufhebung der Religionsunterrichtspflicht fĂŒr SchĂŒler aus anderen Staaten gutgeheißen.

2008 sprach sich das Oberhaupt der Kirche von Griechenland, Erzbischof Hieronymos, bei seiner Wahl fĂŒr eine ÜberprĂŒfung des Kirchenstatuts aus. 2012 plante die Regierung eine Änderung bei der Bezahlung der Geistlichen. Durch stĂ€rkere Beteiligung der Kirchen an den GehĂ€ltern sollte die Staatskasse jĂ€hrlich um rund 100 Millionen Euro entlastet werden. FĂŒr die rund 20.000 Priester werden im Jahr ĂŒber 200 Millionen Euro bezahlt.

Minderheitenpolitik

Die muslimischen TĂŒrken, Pomaken und Roma Westthrakiens werden auf der Grundlage des Lausanner Friedensvertrags von 1923 zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige Sonderrechte, wie Schulunterricht in tĂŒrkischer Sprache, Verwendung von SchulbĂŒchern aus der TĂŒrkei (gem. bilateraler Abkommen), Koranschulen, Autonomie in Angelegenheiten des Familienrechts gemĂ€ĂŸ der Scharia etc. In den letzten Jahrzehnten fand zunehmend eine Assimilation der ca. 30.000 den als Pomakisch bekannten Rhodope-Dialekt des Bulgarischen sprechenden muslimischen Pomaken an die Gruppe der TĂŒrken statt. Diese grenzen sich scharf von der sehr heterogenen Gruppe der romani- und tĂŒrkischsprachigen muslimischen Roma ab.

Bis zum Bevölkerungsaustausch mit den Nachbarstaaten TĂŒrkei und Bulgarien von 1920 bis 1925 als Folge der VertrĂ€ge von Neuilly (1919) und Lausanne (1923) war Griechenland faktisch ein Vielvölkerstaat. Der 1925 noch etwa 15 % betragende Anteil nicht-griechischer Muttersprachler nahm in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ab; besonders wĂ€hrend der Besetzung durch die AchsenmĂ€chte (1941–1944) und des griechischen BĂŒrgerkriegs (1946–1949) wurden Angehörige von Minderheiten verfolgt oder vertrieben, ihre Quote fiel allmĂ€hlich unter fĂŒnf Prozent.

Die muslimische Minderheit bildete Anfang der 1990er-Jahre Parteiformationen. Diese waren zeitweise durch zwei Abgeordnete (die TĂŒrken Sadık Ahmet und Ä°brahim ƞerif) im Parlament vertreten, was jedoch nach der Erhöhung der Ein-Prozent- auf eine Drei-Prozent-HĂŒrde nicht mehr gelang. Aktuell stammt ein Abgeordneter der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia aus der muslimischen Minderheit (der TĂŒrke Ä°lhan Ahmet). Konfliktpunkte mit dem griechischen Staat bestehen in der aktuell untersagten Benennung von Vereinen unter Verwendung des Adjektivs „tĂŒrkisch“ und dem Anliegen, die fĂŒhrenden islamischen Rechtsgelehrten (Muftis), die zurzeit als öffentliche Angestellte vom Staat ernannt werden, durch Wahlen zu bestimmen.

Vor 1990 lebten bis auf die erwĂ€hnten Minderheiten nur wenige AuslĂ€nder in Griechenland. Aufgrund einer wenig restriktiven Politik gegen Einwanderer ist Griechenland prozentual zum EU-Land mit den meisten AuslĂ€ndern geworden. Der griechische Staat ist um eine Assimilation der Neuangekommenen bemĂŒht, der Erwerb der StaatsbĂŒrgerschaft fĂŒr Einwanderer wurde mehrmals vereinfacht. GegenwĂ€rtig ist ein Aufenthalt von fĂŒnf Jahren in Griechenland notwendig. Seit 2010 wird die StaatsbĂŒrgerschaft bei Geburt in Griechenland oder den Besuch der ersten drei Grundschuljahre oder sechs Schuljahren in Griechenland automatisch erteilt, eine Beantragung ist nicht notwendig.

Außenpolitik

Griechenland ist 1952 der NATO beigetreten und ist seit 1981 Mitglied in der EuropĂ€ischen Union. DarĂŒber hinaus bestehen Mitgliedschaften bei zahlreichen internationalen Organisationen und Foren wie zum Beispiel den Vereinten Nationen, der OECD, der Weltbank, dem Europarat, dem Internationalen WĂ€hrungsfonds, der UNESCO oder auf regionaler Ebene der BSEC und der SEECP.

Auf technologischem sowie wissenschaftlichem Gebiet unterstĂŒtzt oder beteiligt sich Griechenland an verschiedenen internationalen Projekten wie z. B. dem Large Hadron Collider (CERN) oder der Bibliotheca Alexandrina und ist unter anderem Mitglied bei der EuropĂ€ischen Raumfahrtorganisation (ESA). Von 2005 bis 2007 war das Land als nichtstĂ€ndiges Mitglied im Weltsicherheitsrat vertreten. Friedenspolitisch engagiert sich das Land bei mehreren internationalen Auslandsmissionen und Entwicklungsprojekten unter anderem in Afghanistan (ISAF), im Sudan (UNMIS), in Georgien (UNOMIG), in Bosnien-Herzegowina (EUFOR), im Kosovo (KFOR) oder in Albanien (NHQT).

Außenminister ist Nikos Dendias.

Griechenland in der EuropÀischen Union

Der Weg Griechenlands in das westeuropĂ€ische GefĂŒge ist eng mit dem Namen Konstantinos Karamanlis verknĂŒpft und begann am 8. Juni 1959 mit dem Antrag des national-radikalen Regierungschefs (1955–1963) auf Assoziierung mit der EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und den darauf folgenden Assoziierungsverhandlungen. Die Unterzeichnung des Vertrages zur Assoziierung des Landes erfolgte am 9. Juli 1961 und fĂŒhrte am 1. November 1962 zur Assoziierung Griechenlands mit der EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft. Nach den politischen Wirren in den 1960er Jahren, der darauf folgenden Zeit der MilitĂ€rdiktatur und der damit verbundenen Aussetzung des Assoziationsabkommens von 1967 bis 1974 reichte der wiedereingesetzte (und 1975 gewĂ€hlte) MinisterprĂ€sident Konstantinos Karamanlis mit seiner neu gegrĂŒndeten Nea Dimokratia (ND) am 12. Juni 1975 den offiziellen Antrag zur Aufnahme des Landes in die EuropĂ€ische Wirtschaftsgemeinschaft ein. Nach Beginn der Beitrittsverhandlungen am 27. Juli 1976 und Unterzeichnung der Beitrittsakte am 28. Mai 1979 trat Griechenland am 1. Januar 1981 gegen den Wunsch seiner Bevölkerung als zehnter Staat der EWG bei, was zugleich auch den Beginn der SĂŒderweiterung der Gemeinschaft darstellte. SpĂ€ter, wĂ€hrend Karamanlis’ Amtszeit als StaatsprĂ€sident, trat Griechenland ebenfalls unter einer ND-Regierung am 6. November 1992 dem Schengener Abkommen und am 1. Januar 1993 dem EG-Binnenmarkt (Vertrag von Maastricht) bei. Damit war die Integration des Landes in die nunmehr sog. EuropĂ€ische Gemeinschaft vollzogen.

Bedenken der EWG- und NATO-kritischen linken Parteien, der wieder zugelassenen KKE und der 1974 neu gegrĂŒndeten PASOK, wegen eines möglichen Verlusts politischer Autonomien und der WettbewerbsfĂ€higkeit lokaler Unternehmen zugunsten auslĂ€ndischer Konzerne, wurden als ideologisch motiviert beiseitegeschoben. Die BefĂŒrchtungen der weitgehend selbststĂ€ndig beschĂ€ftigten Bevölkerung sollten sich aber noch im EWG-Beitrittsjahr 1981 in der erdrutschartigen Wahl der sozialistischen PASOK (48 %) unter Andreas Papandreou und der kommunistischen KKE (11 %) widerspiegeln. Die Politik des neuen MinisterprĂ€sidenten Papandreou schien auch in der Folge oft im Gegensatz zur Politik anderer EWG-Staaten zu stehen, trotzdem aber missachtete er damals das WĂ€hlervotum und verblieb wider Erwarten in NATO und EWG. Dadurch, so fĂŒrchteten die Griechen, wĂŒrde die geopolitische Kluft zwischen West- und Osteuropa in der Region weiter verschĂ€rft und Griechenland von seinen Nachbarn noch stĂ€rker isoliert.

Das Land hat mit der Bildung der EuropĂ€ischen Gemeinschaft 1993 eher eine Destabilisierung der nationalen Wirtschaft erfahren. Die Europabegeisterung in der Bevölkerung hielt sich deshalb weiterhin in Grenzen. Der Grund hierfĂŒr lag vor allem an der Tatsache, dass sich trotz subventionierter Projekte aus den EG-Strukturfonds positive Auswirkungen der Mitgliedschaft schleppend sowie fĂŒr breite Teile der (selbstĂ€ndigen) Bevölkerung eher unsichtbar einstellten. Außer fĂŒr ganz wenige Großunternehmen, hatte sich die Erschließung des offenen Binnenmarktes fĂŒr sie als wenig ergiebig erwiesen. Stattdessen wurden die eigenen MĂ€rkte mit Waren und Dienstleistungen auslĂ€ndischer Konzerne ĂŒberschwemmt, gegen deren Preisdumping der klassische griechische Kleinbetrieb kaum ankĂ€mpfen konnte. Sodass von einst 52 % bei EWG-Beitritt (OECD-Statistik: „self-employment“), heute die SelbstĂ€ndigkeit 2015 nurmehr bei gut 30 % der ErwerbstĂ€tigen liegt – zwar immer noch EU-Rekord, so wird aber die SelbstĂ€ndigkeit bis heute nicht ausreichend mit lohnabhĂ€ngiger Arbeit ersetzt.

In der euphorischen Erwartung der Jahrtausendwende und wegen der 1997 erteilten Ehre der Ausrichtung der Olympischen Spiele 2004 schlug die Skepsis seit Mitte der 1990er Jahre allmĂ€hlich in eine zunĂ€chst zögerliche Integrationsfreudigkeit der griechischen Bevölkerung um. Abermalige Bedenken der griechischen SelbstĂ€ndigen wegen der EinfĂŒhrung einer gemeinsamen WĂ€hrung wurden zwar intensiv diskutiert, hatten jedoch – bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2008 – die Mitgliedschaft in der EU nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt. Griechenland setzte sich damals innerhalb der EuropĂ€ischen Union fĂŒr ein offenes Europa ein. Die geopolitische Lage ist zudem fĂŒr alle grĂ¶ĂŸeren politischen Parteien mit Ausnahme der KKE eine Motivation, die europĂ€ische Integration weiter voranzutreiben und begrĂŒndet das Interesse, den Balkan an die EU anzubinden sowie die BefĂŒrwortung eines EU-Beitritts der TĂŒrkei. Weitere Schwerpunkte der griechischen Politik in der EuropĂ€ischen Union sind beispielsweise eine gemeinsame Immigrations- und Asylpolitik oder eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die ein stĂ€rkeres Gegengewicht zur NATO bzw. den USA einnehmen soll.

Griechenland hatte im ersten Halbjahr 2003 die EU-RatsprĂ€sidentschaft unter dem sozialdemokratischen MinisterprĂ€sidenten Konstantinos Simitis inne. Sie stand im Zeichen der Osterweiterung der EuropĂ€ischen Union, der Ausarbeitung eines Verfassungsvertrages durch den Reformkonvent sowie des Irak-Krieges und seiner Auswirkungen auf die EuropĂ€ische Union. Als historischer Höhepunkt gilt dabei die Unterzeichnung der BeitrittsvertrĂ€ge mit den zehn neuen EU-Mitgliedstaaten am 16. April 2003 in Athen als der GeburtsstĂ€tte der Demokratie, was als symbolische Weichenstellung fĂŒr die Zukunft Europas betrachtet wurde. Nach 1983, 1988, 1994 und 2003 hatte Griechenland 2014 – vom 1. Januar bis 30. Juni 2014 – zum fĂŒnften Mal die EU-RatsprĂ€sidentschaft inne.

Internationale Beziehungen

Griechenland verfolgte ab 1996 unter MinisterprĂ€sident Konstantinos Simitis und Außenminister Giorgos Papandreou verstĂ€rkt eine Politik der europĂ€ischen Integration. Im Zentrum standen dabei einerseits eine stĂ€rkere Abstimmung der griechischen Europapolitik zur Politik der EuropĂ€ischen Union, andererseits aber v. a. der Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit mit den Staaten SĂŒdosteuropas und die AnnĂ€herung an die TĂŒrkei.

Dies fĂŒhrte zu einer Reihe vertrauensbildender Abkommen mit der TĂŒrkei sowie zu einer Vielzahl bi- und multilateraler Projekte zwischen Griechenland und den Staaten des Balkans. 2002 ratifizierte das griechische Parlament ein Hilfsprogramm in Höhe von 550 Millionen Euro fĂŒr SĂŒdosteuropa, mit dem Ziel, die StabilitĂ€t und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Region zu unterstĂŒtzen.

Die Beziehungen des Landes zu Deutschland finden seit dem 19. Jahrhundert fast ausschließlich auf staatlicher Ebene statt. Seit der Revolution gegen den osmanischen Sultan, waren alle „Könige der Hellenen“ ausschließlich Mitglieder deutscher KönigshĂ€user. Allgemeine Beziehungen bestanden dagegen schon seit Anfang des 16. Jahrhunderts durch die damals zahlreich werdenden, aus Byzanz ausgewanderten Auslandsgriechen und ihren engen kulturellen aber auch wirtschaftlichen Beziehungen zur alten Heimat. Mit der Integration dieser Einwanderungswelle entwickelte sich auch in Deutschland eine Epoche, die man spĂ€ter in der Kunst mit Renaissance und in den Wissenschaften mit AufklĂ€rung bezeichnete und die einher ging mit dem Aufkommen eines ausgeprĂ€gten Philhellenismus (z. B. GrĂŒndung der griechischen Gemeinde Leipzig um 1700). Dieser steigerte sich bis in die Romantik hinein so weit, dass er einer paneuropĂ€ischen UnterstĂŒtzung der Bildungseliten fĂŒr den Befreiungskampf der Hellenen den entscheidenden Impuls gab. Als herausragendes deutsches Beispiel sei hier der MĂŒnchner Prof. Friedrich Thiersch genannt, der durch sein enormes Engagement selbst finanzielle Mittel aufbrachte, um in die Sklaverei verkaufte Griechen im damals noch osmanischen Alexandrien frei zu kaufen.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besteht eine KontinuitĂ€t auf verschiedenen Ebenen. 1953 unterzeichnete Griechenland das Londoner Schuldenabkommen, verzichtete damit auf die Begleichung von Vorkriegsschulden durch Deutschland und trug damit zur Wiederherstellung der KreditfĂ€higkeit Deutschlands bei. Griechenland war nach 1945 das erste Land, das einen deutschen BundesprĂ€sidenten einlud, wĂ€hrend sich die Weltgemeinschaft zurĂŒckhielt. Die Einladung wurde von Ernst August von Hannover im Auftrag des griechischen Königs Paul ĂŒberreicht und Theodor Heuss machte seinen ersten Staatsbesuch nach Griechenland. Tausende Athener gingen zum Bahnhof, wo das BegrĂŒĂŸungszeremoniell stattfand. Bei seiner RĂŒckkehr in Deutschland bezeichnete Heuss die Reise als RĂŒckwanderung in die eigene geistige Heimat. Der Außenminister Heinrich von Brentano nahm die euphorische Stimmung zum Anlass, bilaterale Abkommen im Bereich Kultur und Erziehung abzuschließen. AuslĂ€ndische Botschafter blieben dem offiziellen Empfang demonstrativ fern.

Die Beziehungen Griechenlands zu den LĂ€ndern SĂŒdosteuropas können heute weitgehend als ausgeglichen betrachtet werden. Die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen „Erzfeind“ TĂŒrkei in den letzten Jahren gelten hierbei als ein richtungsweisender Schritt. Unter Ausklammerung einiger politischer Fragen hat eine wirtschaftliche und kulturelle AnnĂ€herung der beiden Staaten stattgefunden. Von öffentlicher Seite wurde beispielsweise die Bahnverbindung Thessaloniki–Istanbul aufgewertet und GrenzformalitĂ€ten vereinfacht. Griechenland gilt mittlerweile als einer der grĂ¶ĂŸten BefĂŒrworter eines EU-Beitritts der TĂŒrkei. Aktuelle kritische Fragen sind die hĂ€ufigen Verletzungen des griechischen Luftraums durch TiefflĂŒge tĂŒrkischer Kampfjets ĂŒber griechische Inseln der ÄgĂ€is, sowie das FlĂŒchtlingsproblem, da die meisten illegalen Einwanderer ĂŒber die TĂŒrkei eingeschleust werden.

Das VerhĂ€ltnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, wird heute von einer engen Zusammenarbeit geprĂ€gt. Die Beziehungen zu Albanien wurden in der Vergangenheit und seit dem Fall des Eisernen Vorhangs immer wieder durch eine starke und unkontrollierte Migrationsbewegung albanischer WirtschaftsflĂŒchtlinge belastet. Die Kontakte zu Bulgarien, RumĂ€nien sowie Serbien – das als historischer VerbĂŒndeter gilt – sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung neuer GrenzĂŒbergĂ€nge vereinbart und es wurden verschiedene Infrastrukturprojekte in Angriff genommen. Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Republik Nordmazedonien befinden sich im Ausbau und der Ausblick ist positiv. In den vergangenen Jahren haben sich die nachbarschaftlichen Beziehungen sowie die wirtschaftliche Kooperation beider Staaten in einem besonderen Maße entwickelt.

Auf der Ebene der Politik sind die transatlantischen Beziehungen zwischen Griechenland und den Vereinigten Staaten zwar traditionell gut, es herrschen jedoch in weiten Teilen der Bevölkerung historisch bedingte Vorbehalte gegenĂŒber der US-Außenpolitik. Die Verfolgungen linker Aktivisten gleich nach der Vertreibung der deutschen Besatzer wird den englischen und spĂ€ter amerikanischen Befreiern zur Last gelegt. Auch die passive Haltung der NATO zur 7-jĂ€hrigen MilitĂ€rdiktatur und zur tĂŒrkischen Besetzung Zyperns begrĂŒndeten den fehlenden Konsens zwischen Staat und Volk und fĂŒhrten bei den Parlamentswahlen 1981 zur erdrutschartigen Wahl linker Parteien und der ersten sozialistischen PASOK-Regierung. Es ist aber der Person ihres Vorsitzenden Andreas Papandreou zu verdanken, der als erster amerikanischer MinisterprĂ€sident Griechenlands die Beziehungen der beiden Staaten auch gegen seine Parteibasis vorsichtig zu harmonisieren begann. Noch konsequenter verfolgte nur Kostas Simitis diese AnnĂ€herung zu den NATO-Partnern wĂ€hrend seiner Amtszeit als MinisterprĂ€sident 1996–2004, ĂŒbrigens gemeinsam mit seinem Außenminister Giorgos Papandreou. Zwar belasteten spĂ€ter die ablehnende Haltung der Griechen gegenĂŒber dem völkerrechtlich umstrittenen Einsatz in Serbien im Rahmen der NATO 1999 sowie die Ablehnung einer Teilnahme an dem von den Vereinigten Staaten angefĂŒhrten MilitĂ€reinsatz im Irak von 2003 immer noch das VerhĂ€ltnis beider Staaten. SpĂ€testens aber mit der Wahl des zweiten Amerikaners Giorgos Papandreou zum MinisterprĂ€sidenten Griechenlands kurz nach dessen Treffen mit dem US-PrĂ€sidenten Barack Obama am 9. MĂ€rz 2009 in Washington, D.C. waren die bilateralen Beziehungen auf einem Höhepunkt angelangt.

Griechenland pflegt aufgrund seiner geographischen Lage im Allgemeinen relativ gute Kontakte zu mehreren Staaten des Nahen Ostens und unternahm in der Vergangenheit verschiedene Versuche, in den einzelnen Krisenregionen zu vermitteln. In den letzten Jahren wurden diese Beziehungen zur StĂ€rkung der von den USA gefĂŒhrten Antiterrorkoalition eingebracht. Zum Beispiel unterhielt Griechenland traditionell auch gute Kontakte zu den PalĂ€stinensern. WĂ€hrend des zweiten Libanonkrieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah von 2006 gehörte Griechenland zu den Staaten, die sich fĂŒr einen sofortigen Waffenstillstand einsetzten. Zu Israel hatte Griechenland lange Zeit keine besonderen politischen Beziehungen, dies Ă€nderte sich nach dem Regierungswechsel Ende 2009. Seitdem wurde auch mit UnterstĂŒtzung der Opposition die Beziehungen zu Israel intensiviert.

Verteidigungspolitik und MilitÀr

Griechenland ist Mitglied der NATO und unterhĂ€lt eine Wehrpflichtarmee, die sich in die TeilstreitkrĂ€fte Heer, LuftstreitkrĂ€fte und Marine untergliedert. Griechenland gab 2017 knapp 2,5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 5,1 Milliarden Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

In Griechenland gilt eine allgemeine Wehrpflicht fĂŒr MĂ€nner zwischen 18 und 45 Jahren, die Wehrdienstdauer fĂŒr Wehrpflichtige betrĂ€gt zurzeit (2008) zwölf Monate. Verwitwete VĂ€ter bzw. Ă€ltere BrĂŒder mit der Sorgepflicht fĂŒr einen oder mehrere MinderjĂ€hrige sind von der Wehrpflicht befreit. FĂŒr Auslandsgriechen, die auch im Ausland geboren sind, betrĂ€gt die Wehrdienstdauer nur drei Monate. Andere Auslandsgriechen, Einwanderer mit griechischem Pass und Geschwister einer Familie mit sechs oder mehr Kindern haben das Recht auf eine auf sechs Monate reduzierte Wehrdienstdauer. FĂŒr den Ă€ltesten Bruder dreier Geschwister, fĂŒr die zwei Ă€ltesten BrĂŒder vierer Geschwister, und fĂŒr VĂ€ter betrĂ€gt sie neun Monate. FĂŒr Frauen gilt keine Wehrpflicht, sie können jedoch ohne EinschrĂ€nkungen dem MilitĂ€r beitreten.

Das MilitĂ€r spielte immer eine besondere Rolle, so schon im griechischen Freiheitskampf, der mit der militĂ€rischen UnterstĂŒtzung der GroßmĂ€chte gefĂŒhrt wurde. Es ĂŒbernahm im 20. Jahrhundert zwei Mal die Macht.

Politische Gliederung

Mit dem Kallikratis-Gesetz von 2010 wurden öffentliche ZustĂ€ndigkeiten dezentralisiert und die Gliederung stark vereinfacht. 13 Regionen (Sg. πΔρÎčφέρΔÎčα periferia) bilden seit 2011 die regionale Ebene. Sie werden durch ein eigenes Parlament und durch einen RegionsprĂ€sidenten verwaltet. Die Regionen untergliedern sich weiter in insgesamt 325 Gemeinden (Sg. ÎŽÎźÎŒÎżÏ‚ dimos), die die kommunale Ebene bilden, in lĂ€ndlichen Gebieten jedoch eher deutschen Landkreisen vergleichbar sind. Damit wurde die seit der GrĂŒndung des modernen Griechenland praktisch unverĂ€ndert geltende Gliederung in zuletzt 54 PrĂ€fekturen (Sg. ÎœÎżÎŒÏŒÏ‚ nomos) aufgehoben; die Regionen, die zuvor direkt durch den Zentralstaat regiert worden waren, erhielten deutlich mehr Kompetenzen. Die Zahl der bis 1997 knapp 6000 Gemeinden, die bereits 1997 durch das Kapodistrias-Programm auf 1033 (2010: 1034) reduziert wurde, hat sich erneut auf 325 verringert.

Die Mönchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki wird weitgehend autonom verwaltet und gehört auch nicht zum Steuergebiet der EU.

Wirtschaft

Allgemeines

Die Wirtschaft Griechenlands ist eine marktorientierte Wirtschaft mit einer beschrÀnkten staatlichen Intervention.

Auch nach der Aufnahme Griechenlands in die EuropĂ€ische Wirtschaftsgemeinschaft 1981 war ein RĂŒckgang der selbststĂ€ndigen BeschĂ€ftigung zu verzeichnen. Bis zur EinfĂŒhrung des Euro, der die griechische Drachme ablöste, fiel sie von ursprĂŒnglich 52 % (1981) auf 35 % (seit 2008) der BeschĂ€ftigten. Da nicht im gleichen Maße lohnabhĂ€ngige Arbeit geschaffen wurde, profitierten von der Anbindung des Landes an das Wirtschaftsgeschehen der europĂ€ischen Industrienationen und den neu eingerichteten KohĂ€sionsfonds große Konzerne, die als Importeure mit westeuropĂ€ischen Partnern kooperierten. So fĂŒhrte der Beitritt Griechenlands 2001 in die Eurozone zu einer Reihe extensiver Infrastrukturmaßnahmen. Verschiedene Großereignisse, wie die Olympischen Spiele von 2004, fĂŒhrten zu einer vorĂŒbergehenden Stimulierung der griechischen Wirtschaft und einem wirtschaftlichen Aufschwung, der hauptsĂ€chlich auf StaatsauftrĂ€gen beruhte. Mit der Finanzkrise ab 2007 und der folgenden griechischen Staatsschuldenkrise sind BIP und Löhne gesunken und die Arbeitslosenzahlen massiv gestiegen. Die BeschĂ€ftigung ist auf etwa 33 % der Bevölkerung gefallen und liegt damit innerhalb der EU auf einer der letzten Stellen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in KaufkraftparitÀt (PPP, Marktpreise) pro Kopf betrug 2008 rund 21.600 Euro und 2017 rund 27.800 $ = rund 25.000 Euro.
Das verfĂŒgbare Einkommen ist von 2008 bis 2013 um knapp 40 % (inflationsbereinigt) gesunken.

Der TertiĂ€rsektor ist der grĂ¶ĂŸte und wichtigste Wirtschaftssektor in Griechenland. Er erwirtschaftete 2004 insgesamt 71,4 % und 2017 rund 80 % der griechischen Wirtschaftsleistung, wobei der Tourismus als Wachstumsmarkt eine grĂ¶ĂŸere Bedeutung (2017: Einnahmen 16,4 Mrd. $ bei 177,7 Mrd. $ BIP) hat.
2017 betrug die Arbeitslosenquote 21,5 % (Euroraums bei 10,0 %). Besonders stark angestiegen ist die Jugendarbeitslosigkeit (bis 24 Jahre) von 25 % im Mai 2008 auf 48,1 % (2016). Der stagnierende Binnenmarkt (weniger Privatkonsum und Staatsinvestitionen) und gesunkene Produktionskosten fĂŒhrten zu einer stĂ€rkeren Exportorientierung.

Aufgrund seiner geographischen Lage besitzt Griechenland ein hohes Potential fĂŒr die Nutzung sowohl von Solar- und Windenergie. Der Anteil der erneuerbaren Energien ist in der Energieversorgung Griechenlands derzeit gering, jedoch wĂ€chst ihr Anteil unter anderem aufgrund der staatlichen Förderung stetig. Bis 2020 will Griechenland 20 % der PrimĂ€renergie mit erneuerbaren Energien decken.

Griechenland verfĂŒgt außerdem ĂŒber nennenswerte Gas- und Erdölvorkommen, von denen bisher nur das Erdöl und Erdgas in der NordĂ€gĂ€is erschlossen wurden. Drei neue Konzessionen wurden 2012 vergeben, um weitere Felder zu erschließen, die vornehmlich im Ionischen Meer liegen. Erwartet werden dadurch Einnahmen in Höhe von 11 bis 15 Mrd. Euro in einem Zeitraum von 15 bis 25 Jahren. Es wird jedoch auch von erheblich grĂ¶ĂŸeren VorrĂ€ten berichtet, die Einnahmen von 300 Mrd. bis 465 Mrd. Euro annehmen lassen.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Griechenland Platz 87 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 127 von 180 LĂ€ndern.

Agrarsektor

Der PrimĂ€rsektor (Agrar) in Griechenland verlor in der Vergangenheit immer stĂ€rker an Bedeutung. Der Anteil der AktivitĂ€ten des primĂ€ren Sektors an der Wirtschaftsleistung des Landes belief sich 2004 auf 6,4 % und 2017 auf 4 %, wobei 12 % der BeschĂ€ftigten 2017 in der Landwirtschaft tĂ€tig waren. Angebaut werden vorzugsweise fĂŒr den Export bestimmte Produkte wie Wein (→ Weinbau in Griechenland), Tabak und Oliven. Die wichtigsten Anbaugebiete fĂŒr Weizen sind die Regionen Thessalien, West-Thrakien, Böotien und Makedonien. Die Nutztierhaltung in Griechenland beschĂ€ftigt sich ĂŒberwiegend mit der ZĂŒchtung von Schafen und Ziegen. Die zwischenzeitlich neu gesteckten Ziele, die Viehzucht zu erweitern, fĂŒhrten zu einem verstĂ€rkten Anbau von Gerste, Mais und anderen Futterpflanzen. FĂŒr den Anbau von Obst und GemĂŒse ist der Boden Griechenlands geeignet; so gedeihen Grapefruit, Soja, Avocado und auch Spargel. Infolge der topographischen VerhĂ€ltnisse wurde lange Zeit auf den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen verzichtet. Dies Ă€nderte sich mit der Intensivierung der Landwirtschaft. Dagegen steht immer noch die sehr kleine durchschnittliche AnbauflĂ€che pro Betrieb. Aufgrund des maritimen Charakters des Landes wird dem Fischfang und der Fischzucht in Griechenland eine besondere Rolle zugewiesen. Der Beitrag des Agrarsektors am Export Griechenlands liegt bei 22 %. Seit der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Landwirte innerhalb von zwei Jahren um 40.000 gestiegen, die meisten Neubauern betreiben Bio-Landwirtschaft oder spezialisieren sich, beispielsweise auf die Schneckenzucht oder die Gewinnung von TrĂŒffeln.

Industriesektor

Der SekundĂ€rsektor des Landes befand sich seit Mitte der 1990er-Jahre in stetigem Wachstum. Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung Griechenlands betrug 2004 22,2 % und 2017 noch 16 %. Der Industriesektor in Griechenland wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelstĂ€ndischen Unternehmen geprĂ€gt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie. Produziert werden traditionell Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Erdöl- und Kohleprodukte, Chemikalien, Glas und Zement, Maschinen und darĂŒber hinaus in neuerer Zeit auch zunehmend Technologie- und Telekommunikationsprodukte. Der Industriesektor trug 2004 zu 59 % zum Exportvolumen des Landes bei. AbnehmerlĂ€nder griechischer Industrieprodukte sind unter anderem Deutschland, Italien, Großbritannien oder die TĂŒrkei. Seit 2008 ist verbunden mit der allgemeinen wirtschaftlichen Rezession im Land die Wertschöpfung im Industriesektor deutlich gesunken (Stand: 2015). Das verarbeitende Gewerbe nahm 2015 einen Anteil von 15 % an der Wertschöpfung ein.

Dienstleistungssektor

Der Anteil im Dienstleistungssektor umfasste 2006 75,9 % und 2017 80 % der Wirtschaft mit 65 % aller BeschĂ€ftigten. Wichtige Branchen im Dienstleistungssektor sind der Tourismus, der Handel, der Schiffsverkehr sowie die Finanzdienstleistungen. WĂ€hrend der Handel, die Tourismusindustrie sowie die Schifffahrtsunternehmen schon immer eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft eingenommen haben, entwickelten sich die Finanzdienstleistungen erst mit der Liberalisierung des Bankenwesens in Griechenland und spielen heute eine wichtige Rolle bei Investitionen sowohl in Griechenland als auch im sĂŒdöstlichen Europa. Die griechische Schifffahrt hat international einen sehr hohen Stellenwert und bedient mit 3.618 griechisch kontrollierten Schiffen (ĂŒber 1000 Bruttoregistertonnen) 18,6 % des weltweiten Schiffsverkehrs. Sie weist auch bei Konsumkrisen stabile Wachstumsraten auf, griechische Reedereien haben eine der grĂ¶ĂŸten Eignerflotten, die zumeist jedoch auf Billigflaggen ausgeflaggt sind.

Der Tourismus hatte 2008 einen Anteil von 10 % am Bruttoinlandsprodukt. Seine Bedeutung hat zugenommen, in den vergangenen Jahren stieg der Anteil auf 18 %. 2014 war gemessen an der Zahl der GĂ€ste ein starker Aufschwung im internationalen TourismusgeschĂ€ft mit einer Zuwachsrate von 15 % zu verzeichnen. Hierzu haben auch die Kreuzfahrten beigetragen. Mit ĂŒber 24 Millionen Touristen stand Griechenland 2016 auf Platz 14 der meistbesuchten LĂ€nder der Welt. Die Tourismuseinnahmen beliefen sich im selben Jahr auf 14,6 Mrd. US-Dollar.

Energieversorgung

Bislang hĂ€ngt die Energieversorgung Griechenlands stark an Erdöl-, Kohle- und Gasimporten aus Russland, dem Iran und Saudi-Arabien. Erneuerbare Energien als Kernelement der Energiewende sind bisher kaum ausgeschöpft. Einer der GrĂŒnde ist die nicht funktionierende Fremdfinanzierung. Erschwert wird dies noch dadurch, dass die griechische Regierung nun ĂŒber zwei Jahre rĂŒckwirkende Besteuerung von VergĂŒtungseinnahmen beschlossen hat, die viele Wind- und Solarunternehmen zusĂ€tzlich in finanzielle Nöte bringt.

Der PrimĂ€renergieverbrauch Griechenlands betrug 2010 gemĂ€ĂŸ IEA schĂ€tzungsweise 27 Mtoe (314 TWh). Davon wurden 9,2 Mtoe im Inland generiert, was einem Anteil von 34 % vom Gesamtverbrauch entspricht. Der Rest wurde importiert. Damit fĂ€llt Griechenlands Energiehandelsbilanz negativ aus (Energieimport). Hauptanteile des Energieimports entfielen 2010 mit ĂŒber 96 % auf Mineralöl, Erdgas und Steinkohle. Aufgrund der Wirtschaftskrise ab 2009 sank der Energiebedarf zwischen 2006 und 2016 um 24 %; er betrug 2016 nach vorlĂ€ufigen Daten von 2017 etwa 22.9 Mtoe.

Griechenlands Photovoltaikleistung wurde im Zeitraum von 2010 bis 2013 deutlich ausgebaut, von 47 MW 2009 auf 2.579 MW 2013. Griechenland nahm 2012 weltweit den dritten Platz auf der Rangliste der pro Kopf installierten Photovoltaikleistung ein, direkt hinter Deutschland und Italien. Dieser Ausbau ging in allen drei LĂ€ndern auf einen Einspeisetarif fĂŒr Photovoltaikanlagen zurĂŒck. 2014 bis 2018 fand fast kein weiterer Ausbau mehr statt, Ende 2018 war die Gesamtleistung bei 2.665 MW angelangt. Photovoltaikanlagen lieferten 2018 8,2 % und 2019 8,3 % des erzeugten Stromes. Die die installierte Gesamtleistung der griechischen Windkraftwerke, die Ende 2014 bei 1,98 GW lag, betrug Ende 2019 3,58 GW und Ende 2020 ĂŒber 4,11 GW. Wind lieferte 2019 12 % und 2020 15 % des Strombedarfs des Landes.

Es gibt mehrere Wasserkraftwerke, von denen das am Kremasta-Stausee mit 437 MW das grĂ¶ĂŸte ist. Die Thissavros-Talsperre dient als Pumpspeicherwerk und hat eine Leistung von 384 MW.

Wirtschaftsdaten

Von 2013 bis 2015 war die Inflationsrate negativ (deflationÀr).

Staatshaushalt

2013 verbuchte Griechenland rund 81,5 Milliarden Euro an Staatseinnahmen. Dem gegenĂŒber standen Staatsausgaben in Höhe von etwa 86,2 Milliarden Euro. Das Staatsdefizit belief sich auf etwa 4,7 Milliarden Euro beziehungsweise 2,6 % des BIP. Der Schuldenstand des Staates belĂ€uft sich per Ende 2019 auf 180,92 % des BIP.

Infolge der internationalen Finanzkrise, die 2007 ihren Ausgang genommen hat, stieg die Verschuldung des griechischen öffentlichen Haushalts massiv an. Die damalige griechische Regierung gab umfangreiche Garantien fĂŒr die Banken und unterstĂŒtzte die GeldhĂ€user mit neuem Eigenkapital. Diese Rettungspakete machten die Bank-Risiken zu Staatsrisiken, dies fĂŒhrte nach einer EZB-Studie bei den Staatsanleihen zu höheren RisikoprĂ€mien.

Ein allgemeines Problem in Griechenland, wie auch in den meisten Staaten der EU, ist die seit den 1980er Jahren aufgebaute verzweigte Klientelpolitik und Korruption, laut Bonner Parlament angeheizt im Wesentlichen durch den Korruptions-Wettbewerb aus Industriestaaten, insbesondere französischer und deutscher Unternehmen, welche ĂŒber ihre Athener Lobbys die Ausgaben des Staates ungĂŒnstig beeinflussten, der dadurch oftmals von Ineffizienz betroffen war bzw. noch immer ist.

Aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Des Weiteren besteht in Griechenland eine unerwartet große Schattenwirtschaft. Sie ist mit jĂ€hrlich 3900 Euro pro Kopf der Bevölkerung knapp ĂŒber dem EU-Durchschnitt von 3700 Euro (Deutschland: 4400 Euro Schattenwirtschaft pro Kopf und Jahr). Die vorhandene Steuerhinterziehung ist verbreitet. Wegen deren großen Anzahl jedoch – ein Drittel aller ErwerbstĂ€tigen in Griechenland sind selbstĂ€ndig – ist die Steuerhinterziehung pro SelbstĂ€ndiger im EU-Vergleich nur gering. Andererseits ist die Zahl der Finanzbediensteten weit unter dem OECD-Durchschnitt, sodass deshalb nur eine geringe Kontrolle der Unternehmen möglich ist. Griechenland verfĂŒgt EU-weit ĂŒber die kleinste öffentliche Verwaltung (OECD 2011)

2007 lagen die effektiven Steuern auf Einkommen aus Gewinnen und Vermögen in Griechenland bei 15,9 %. In Deutschland lag der Satz bei 24,4 %, den Höchstwert in der EU gibt es im Vereinigten Königreich mit 42,7 %. Außerdem ist der Anteil der MilitĂ€rausgaben am BIP mit ca. 4 % (= 9,5 Milliarden Euro) deutlich höher als der anderer europĂ€ischer Staaten. Dagegen entsprechen 2009 die pro Kopf MilitĂ€rausgaben Griechenlands mit 860 Euro dem Mittelwert in der EURO-Zone.

Griechenland ist, gemessen an der Gesamtverschuldung im VerhÀltnis zum Bruttoinlandsprodukt, das am höchsten verschuldete Mitgliedsland der EuropÀischen Union.

Entwicklung seit 2009

2009 und 2010

Die Regierung Papandreou musste Ende November 2009 ein drohendes Staatsdefizit von 12,7 % (nach 7,7 % 2008) des Bruttoinlandsproduktes feststellen. DarĂŒber hinaus drohte im Haushaltsjahr 2010 ein Schuldenstand von 121 % des Bruttoinlandsproduktes (nach den EU-Konvergenzkriterien sind maximal 60 % erlaubt, was allerdings unter dem Einfluss der Finanzkrise ab 2007 damals nur wenige LĂ€nder der EU schafften). Bei LĂ€ndern wie Griechenland kommt erschwerend hinzu, dass die Wirtschaft hoch im Ausland verschuldet ist. Per Saldo (Vermögen abzĂŒglich Schulden) war die griechische Wirtschaft 2008 mit rund 76 % des Bruttoinlandsprodukts im Ausland verschuldet (nach Portugal mit 99 % und Spanien mit 81 %).

Der Vorsitzende des EU-Finanzministerrates Anders Borg schĂ€tzte bereits zum Jahreswechsel 2009/2010 die Finanzlage in Griechenland als dramatisch ein. Am 3. Februar 2010 beschloss die EU-Kommission, den griechischen Haushalt unter EU-Kontrolle zu stellen. Die Regierung in Athen erhielt die Auflage, alle zwei bis drei Monate in BrĂŒssel ĂŒber ihre Einsparungserfolge Bericht zu erstatten. Jean-Paul Fitoussi, Ökonom und Wirtschaftsberater des französischen StaatsprĂ€sidenten, verwies hingegen darauf, dass Griechenland nur 3 % der Eurozone ausmache.

Nach einem Bericht der New York Times vom Februar 2010 haben US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan Griechenland in den letzten zehn Jahren dabei geholfen, das Ausmaß seiner Staatsverschuldung zu verschleiern. So seien neu aufgenommene Kredite als WĂ€hrungsgeschĂ€fte verbucht worden. Im Gegenzug seien kĂŒnftig zu erwartende Einnahmen, zum Beispiel aus FlughafengebĂŒhren und Lotteriegewinnen, abgetreten worden. Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass der Beitritt Griechenlands zur Eurozone 2001 auf der Basis geschönter Angaben der Regierung, insbesondere unter Verschleierung des hohen Staatsdefizits, erfolgt war.

Am 11. April 2010 einigen sich die Finanzminister der Eurogruppe auf Einzelheiten eines dreijĂ€hrigen Hilfspaketes: Es soll im ersten Jahr ein Volumen von 45 Milliarden Euro haben, zwei Drittel ĂŒbernehmen die Euromitglieder. Der deutsche Beitrag fĂŒr 2010 wird von der Bundesregierung auf 8,4 Milliarden Euro beziffert. Das Problem der griechischen Finanzkrise verschĂ€rfte sich im April 2010 wegen eines erheblichen Kursanstieges im Handel von Credit Default Swaps (durch einen Massenaufkauf von mehreren Großbanken), die als Versicherung gegen den Ausfall von griechischen Staatsanleihen dienen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertete die BonitĂ€t Griechenlands mit BB+/B, Moody’s mit A3 und Fitch Ratings mit BBB- (Stand 27. April 2010). Am 14. Juni 2010 senkte auch Moody’s das Rating fĂŒr griechische Staatsanleihen auf Ba1 und somit auf „Ramschniveau“.

Nachdem die Zinsen fĂŒr zehnjĂ€hrige Staatsanleihen im April 2010 auf ĂŒber 8,5 % angestiegen waren, musste die griechische Regierung am 23. April 2010 vor dem Druck der FinanzmĂ€rkte kapitulieren und um auslĂ€ndische Finanzhilfen mit dem Ziel ersuchen, eine Insolvenz abzuwenden. In der Nacht zum 10. Mai 2010 einigten sich die EU und der IWF auf Kredite in Höhe von 110 Mrd. Euro zur StĂŒtzung der besonders betroffenen europĂ€ischen PIIGS-Staaten, zu denen auch Griechenland gezĂ€hlt wird. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert. EZB und andere EU-Staaten kauften außerdem griechische Staatsschulden von Banken und Fonds im Umfang von rund 100 Milliarden Euro (bis Juli 2011) auf.

Maßnahmen 2010 und die Entwicklung bis 2015

Am 3. MĂ€rz 2010 wurde eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 % beschlossen, die am 15. MĂ€rz 2010 in Kraft gesetzt wurde. Gleichzeitig wurden alle GehĂ€lter der öffentlichen Angestellten gekĂŒrzt. Dadurch sollen jĂ€hrlich 4,8 Milliarden Euro eingespart werden. Am 2. Mai 2010 beschloss die griechische Regierung ein mit IWF und EU ausgehandeltes Maßnahmenpaket. Bis 2013 sollen unter anderem durch Abbau von Verwaltungen und Gehaltssenkungen etwa 30 Milliarden Euro gekĂŒrzt werden: Tags danach starben bei gewaltsamen Protesten in der Athener Innenstadt 3 Menschen. Am 12. Mai 2010 erhĂ€lt Griechenland vom IWF die ersten 5,5 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket. Die großen Gewerkschaften kĂŒndigen einen weiteren Generalstreik an. Am 1. Juli 2010 trat eine erneute Mehrwertsteuererhöhung auf 23 % in Kraft, welche bis heute gilt.

Insgesamt wurden mit der griechischen AusteritĂ€tspolitik die Staatsausgaben zunĂ€chst um zehn Prozent zurĂŒckgefahren und das staatliche Haushaltsdefizit nahm bis August 2010 zunĂ€chst ab. Im Gegenzug nahmen jedoch die Haushaltsdefizite bzw. Insolvenzen im privaten Bereich wie auch die Anzahl der Arbeitslosen zu. Die Investitionen, das BIP und somit auch die darauf beruhenden Steuereinnahmen sind zurĂŒckgegangen. Die Renditen und RisikoaufschlĂ€ge auf griechische Staatsanleihen stiegen auf dem Finanzmarkt wieder an, erreichten (je nach Anlage) Ende 2010/Anfang 2011 wieder das Niveau der Krise im Mai und stiegen seitdem weiter an (siehe Grafik). Da unter anderem einerseits durch die hohe Arbeitslosigkeit die Staatseinnahmen gesunken sind, zugleich der Staat erhöhte Ausgaben zur Arbeitslosenabsicherung tĂ€tigen muss, steigt die Staatsverschuldung noch deutlicher an.

Am 7. MĂ€rz 2011 stufte die Ratingagentur Moody’s die BonitĂ€t Griechenlands weiter um drei Noten von „Ba1“ auf „B1“ zurĂŒck. Am 30. MĂ€rz 2011 senkte auch Standard & Poor’s erneut die BonitĂ€tsnote von BB+ auf BB-. Am 20. Mai 2011 folgte die Senkung des Fitch-Ratings von BB+ auf B+

Das griechische Parlament stimmte auf Forderung von EU und IWF dem dritten KĂŒrzungspaket der Regierung am 29. Juni 2011 zu. Bis 2015 will die griechische Regierung damit weiter rund 78 Milliarden Euro Ausgaben kĂŒrzen bzw. zusĂ€tzlich einnehmen (rund 28 Milliarden Euro durch LeistungskĂŒrzungen und Steuererhöhungen, 50 Milliarden durch Privatisierungen und Verkauf staatlicher Immobilien). 2010 und 2011 wurden Steuererhöhungen und AusgabenkĂŒrzungen im Volumen von 20 Prozent der Wirtschaftsleistung vorgenommen. Von 2009 bis 2013 wurden die Sozialleistungen um 26 Prozent gesenkt. Fitch kritisierte jedoch die Maßnahmen der EuropĂ€ischen Union (EU) sowie des Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) als unglaubwĂŒrdig und stufte am 13. Juli 2011 die KreditwĂŒrdigkeit von B+ auf CCC ab. Die beiden anderen Ratingagenturen Standard & Poor’s ('CCC') und Moody’s (Caa1) hatten schon im Vorfeld ihre Note auf ein vergleichbares Niveau reduziert. Der absolute Tiefpunkt wurde am 22. Februar 2012 erreicht: „Das Emittentenausfallrating wurde auf C von CCC gesenkt, worin die EinschĂ€tzung zum Ausdruck kommt, dass ein Zahlungsausfall in naher Zukunft sehr wahrscheinlich ist“, teilte Fitch mit. Bis 2014 verbesserten sich die Bewertungen auf B (S&P und Fitch) bzw. Caa1 (Moody's). Schon im Vorfeld der Parlamentswahl im Januar 2015 wurde Griechenland allerdings wieder herabgestuft, bis am 29. Juni nach monatelangen Konflikten zwischen dem frisch gewĂ€hlten linkspopulistischen MinisterprĂ€sident Alexis Tsipras und den internationalen Geldgebern ein neues Negativum erreicht wurde (S&P 'CCC–', Moody's 'Caa2', Fitch 'CCC'). Nach Verhandlungen um ein drittes Hilfspaket und angekĂŒndigten weiteren Sparmaßnahmen wurde Griechenland wieder heraufgestuft.

Im zweiten Quartal 2014 wuchs die griechische Wirtschaft erstmals seit 2008 wieder. Dies lag vor allem am starken touristischen Sektor.

Am 1. Juli 2015 fĂŒhrte MinisterprĂ€sident Tsipras Kapitalverkehrskontrollen mit Limits zur AuslandsĂŒberweisung und zum Abheben von Bargeld ein um Kapitalflucht zu verhindern.

Am 3. Juli wurde Griechenland von der EuropĂ€ischen FinanzstabilisierungsfazilitĂ€t (EFSF) nach ZahlungsausfĂ€llen fĂŒr insolvent erklĂ€rt.

Am 14. August stimmte das griechische Parlament einem dritten Hilfspaket mit einem Volumen von 84 Mrd. Euro zu.

Auslaufen der Kreditprogramme und weitere Entwicklung nach 2018

Am 20. August 2018 lief das letzte der drei internationalen Hilfsprogramme fĂŒr Griechenland aus. Die Staatsverschuldung war bei 180 % des Bruttoinlandsprodukts jedoch noch immer sehr hoch.

Im Januar 2019 gab Griechenland erstmals seit Ende der Hilfsprogramme wieder fĂŒnfjĂ€hrige Staatsanleihen aus, die mit einem Zinssatz von 3,6 % auf dem niedrigsten Wert seit ĂŒber zwölf Jahren lagen; im MĂ€rz erstmals seit 2010 wieder langfristige zehnjĂ€hrige.

Nach der Wahl des konservativ-liberalen MinisterprĂ€sidenten Kyriakos Mitsotakis lag der Indikator der wirtschaftlichen EinschĂ€tzung (IFE) im Juli 2019 trotz einer weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Situation mit geringen Wachstumsaussichten erstmals ĂŒber dem Durchschnittswert der 19 Euro-Staaten und auf dem höchsten Stand seit 2008. Mitsotakis hatte angekĂŒndigt, das Land innerhalb von 18 Monaten auf das Niveau eines investitionswĂŒrdigen Schuldners zu fĂŒhren. Ferner kĂŒndigte er Steuersenkungen und eine Verwaltungsreform an. Die Rendite der zehnjĂ€hrigen Staatsanleihen fiel indes zum ersten Mal seit EinfĂŒhrung des Euros auf unter 2 %.

Am 26. August schaffte Mitsokakis die 2015 eingefĂŒhrten Kapitalverkehrskontrollen wieder ab.

Goldreserven

Griechenland verfĂŒgte im 3. Quartal 2020 ĂŒber 113,84 Tonnen Goldreserven. Bei einem Preis von 1516 Euro je Feinunze (Stand 12. Januar 2021) entsprechen diese einem Wert von ca. 5,553 Milliarden Euro.

Verkehr

Personenschifffahrt

Neben der traditionell großen Bedeutung der Handelsschifffahrt fĂŒr die Wirtschaft Griechenlands, kommt aufgrund der langen KĂŒstenlinie und dem Inselreichtum auch der Personenschifffahrt eine besondere Bedeutung zu.

Aufgrund seiner NĂ€he zu Athen ist der wichtigste Hafen fĂŒr Inlandsverbindungen nach wie vor PirĂ€us, jedoch nimmt die Bedeutung des Hafens Rafina zu, der auch ĂŒber Ausbaumöglichkeiten verfĂŒgt. FĂ€hrschiffe verkehren zu allen grĂ¶ĂŸeren Inseln und von dort zu benachbarten kleineren. FĂŒr die Fernverbindungen nach Italien sind die HĂ€fen Igoumenitsa (fĂŒr den Westen und Norden des Landes) sowie Patras auf dem Peloponnes (fĂŒr den SĂŒden des Landes) von Bedeutung.

Im Bereich des Wassersports gelten aufgrund der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der TĂŒrkei besondere Rahmenbedingungen fĂŒr den Verkehr zwischen den LĂ€ndergrenzen beider Staaten. Werden Boote privat verwendet (Tourismus), um in das jeweils andere Land zu verkehren, muss dort eine Einklarierung in einem Port of Entry erfolgen. Eine Besonderheit besteht fĂŒr Boote unter griechischer Flagge, da diese nach Einklarierung in einem tĂŒrkischen Hafen sowohl die maritime Infrastruktur des Landes wie auch das kĂŒstennahe Gebiet wieder verlassen mĂŒssen. Auf der anderen Seite stehen einige HĂ€fen Griechenlands zudem aufgrund der Problematik des Menschenschmuggels nach Italien unter besonderer behördlicher Beobachtung.

Straßenverkehr

Nationalstraßen sind in blau ausgeschildert und in der Schriftart Transport, Autobahnen sind grĂŒn ausgeschildert und vornehmlich in der Schriftart DIN 1451. Der Autobahnbau in Griechenland wird ĂŒber MautgebĂŒhren finanziert, einige wurden privat finanziert und werden erst nach einigen Jahrzehnten in Staatseigentum ĂŒbergehen.

WĂ€hrend seit den 1960er-Jahren vor allem die Nationalstraßen ausgebaut (und teilweise neu gefĂŒhrt) wurden, entschloss man sich ab den spĂ€ten 1980er-Jahren aufgrund der fortschreitenden Motorisierung die griechischen Autobahnen auszubauen (bis dahin waren nur einige Nationalstraßen als Autobahn ausgebaut ohne separat ausgeschildert zu werden). Damals waren die öffentlichen und genossenschaftlichen Verkehrsmittel mit ca. 70 % am Gesamtverkehr beteiligt. Die Magistrale Korinth-Athen-Thessaloniki wurde sechsspurig ausgebaut und bei Athen mit der Spange Attiki Odos umfahren. 2010 wurde die Egnatia Odos (A2) fertig gestellt. GegenwĂ€rtig entstehen die LĂŒckenschließung der Autobahn Patras-Korinth (Olympia Odos) als PPP-Projekt sowie die Ionia Odos (A5) im Westen des Landes.

Die regionalen KTEL-Genossenschaften betreiben ein Netz aus Fernverbindungen mit Überlandbussen, ebenso den Nahverkehr in kleinen StĂ€dten und auf dem Land.

Eisenbahnverkehr

Das Eisenbahnnetz der Griechischen Eisenbahngesellschaft OSE hat aufgrund der Topografie (Gebirge und viele Inseln) eine weitaus geringere Bedeutung als beispielsweise in Mitteleuropa. Es besteht aus einem regelspurigen Hauptnetz, einem meterspurigen Netz auf dem Peloponnes, der Zahnradbahn von Diakopto nach Kalavrita mit einer Spurweite von 750 mm und der Pilionbahn mit einer Spurweite von 600 mm, auf der in zwei Abschnitten Museumsbetrieb stattfindet.

Es ist in großen Abschnitten eingleisig und in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlĂ€ssigt worden. In den 1990er-Jahren wurde mit Modernisierungsarbeiten begonnen, insbesondere auf der Bahnstrecke PirĂ€us–Thessaloniki, unter anderem die Modernisierung des Bahnhofs Athen, und 2004 wurde die Athener S-Bahn (Proastiakos) eröffnet. Dies fĂŒhrte zu einem betrĂ€chtlichen Anstieg der Beförderungszahlen. Auf der Strecke Athen–Thessaloniki ist die Bahn mittlerweile das schnellste Landverkehrsmittel.

Das schmalspurige Netz auf dem Peloponnes befindet sich in einem schlechten Zustand und wird etappenweise durch ein regelspuriges mit neuer TrassenfĂŒhrung ersetzt. Der Anschluss von Athen bis Kiato ist fertiggestellt, der Bau der VerlĂ€ngerung nach Rododafni soll Ende 2016 abgeschlossen werden. Die restlichen Teile sind derzeit außer Betrieb.

Internationale Direktverbindungen bestanden bis zum Zeitpunkt ihrer allgemeinen Einstellung im Februar 2011 zwischen Thessaloniki und folgenden StÀdten: Belgrad, Budapest, Bukarest, Istanbul, Ljubljana, Skopje, Sofia, Svilengrad und Zagreb. Seit Mai 2014 wurden wieder die internationalen Direktverbindungen von Thessaloniki nach Sofia einerseits und andererseits via Skopje nach Belgrad (dort Anschluss nach Budapest) aufgenommen. Das nordwestliche Landesinnere ist nicht vom Eisenbahnnetz erschlossen.

Aktuell sind folgende Inlandstrecken in Betrieb:

Luftverkehr

Von den etwa 40 griechischen zivilen FlughĂ€fen bieten etwa 15 internationale Flugverbindungen an. GrĂ¶ĂŸter und wichtigster Flughafen ist der Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos. Neben dem Flughafen Thessaloniki-Makedonia haben die vor allem dem Tourismus dienenden FlughĂ€fen Iraklio, Rhodos, Kos, Korfu, Chania und Flughafen Zakynthos erhebliche Bedeutung. Die griechischen Fluggesellschaften Olympic Air und Aegean Airlines sowie zahlreiche auslĂ€ndische Fluggesellschaften bedienen von Athen und Thessaloniki aus ein dichtes Netz an Verbindungen innerhalb Griechenlands und fliegen darĂŒber hinaus zahlreiche europĂ€ische Metropolen wie beispielsweise London, Madrid, Paris, Rom und Wien an.

Gesundheitswesen und Katastrophenschutz

Im griechischen Gesundheitssystem genießen, Ă€hnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und auslĂ€ndischen BĂŒrger, die in Griechenland tĂ€tig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wĂ€hlen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:

Die primĂ€re Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche VerhĂ€ltnisse bei den Ă€rztlichen Dienstleistungen in StĂ€dten, stĂ€dtischen Randgebieten und lĂ€ndlichen Bezirken bestehen. In den stĂ€dtischen Zentren ist die primĂ€re staatliche Ă€rztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte ÄrztehĂ€user gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundĂ€re private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den HauptstĂ€dten der Regierungsbezirke und in den StĂ€dten der grĂ¶ĂŸeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene Ă€rztliche Versorgung der Inseln wird hauptsĂ€chlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung sowie von LandĂ€rzten wahrgenommen.

Teilweise ist sogar in NotfĂ€llen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationĂ€r behandelt wird. Dies gilt fĂŒr alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten. Aufgrund der Sparmaßnahmen sind die Griechen nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit ohne Krankenversicherung.

Neben der staatlich organisierten Feuerwehr gibt es die Vereinigung der VolontĂ€re (ESEPA) vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland. Die geringe Bevölkerungsdichte und die vielen Inseln wirken sich fatal bei WaldbrĂ€nden im Sommer aus, die oft mit grob fahrlĂ€ssigem AbflĂ€mmen der abgeernteten Felder begĂŒnstigt durch die heißen WĂŒstenwinde aus der Sahelzone ausgelöst werden. Die griechischen LuftstreitkrĂ€fte verfĂŒgen ĂŒber die grĂ¶ĂŸte Flotte von Feuerlöschflugzeugen in der EuropĂ€ischen Union.

Kultur und Gesellschaft

Sprache

Die griechische Sprache ist die Ă€lteste heute gesprochene Sprache, die durch eine Schrift (zunĂ€chst die Silbenschrift Linear B und spĂ€ter das vollstĂ€ndige Alphabet) aufgezeichnet wurde. Die neugriechische Sprache ist mit Abstand die wichtigste gesprochene Sprache in Griechenland und wird in der Version der Dimotiki gesprochen und gelehrt. Von Bedeutung ist ferner das Altgriechische, welches Pflichtfach an Schulen ist, und (in einer jĂŒngeren Form, der Koine) noch im Gottesdienst der griechisch-orthodoxen Kirche benutzt wird. Regional werden von Minderheiten TĂŒrkisch oder slawische Dialekte gesprochen. Englisch und Französisch sind die beliebtesten Fremdsprachen, seit 2004 ist Griechenland auch Mitglied der Frankophonie. Seit den 1990er-Jahren ist Griechenland ein beliebtes Emigrationsziel und somit sind auch Sprecher weiterer Sprachen zahlreich vorhanden, wie Albanisch, Bulgarisch oder Russisch.

Literatur

Musik

Film

Zwischen 1955 und 1970 hatte Griechenland die höchste Filmproduktion weltweit gemessen an der Einwohnerzahl, diese lag im Durchschnitt bei ĂŒber 100 im Jahr. Die wichtigste Filmgesellschaft war Finos Film, deren Komödien und Tragödien dokumentieren auf heitere Weise ein Leben in Armut und erinnern an den italienischen Film jener Zeit. Bis heute haben diese Filme ein großes Ansehen und werden im Fernsehen meist im Vorabendprogramm gezeigt.

Die ersten zwei Filme, die internationales Aufsehen erregten, waren 1955 Stella unter der Regie von Michael Cacoyannis und 1956 The Ogre of Athens, unter der Regie von Nikos Koundouros. Ab den 1960er-Jahren entstanden zunehmend Produktionen des Neue Griechischen Films, einer experimentellen Richtung. Nach dem Zusammenbruch der Junta-Diktatur 1974 blĂŒhte das „Neue Griechische Kino“ auf. Viele dieser Richtung zugehörige Filme wurden bereits ganz oder teilweise wĂ€hrend der Diktatur illegal gedreht, es waren zumeist politische Filme, die ins Ausland geschmuggelt wurden, wie beispielsweise der 1973 entstandene Film Megara von Maniatis und Tsemperopoulos, der als Thema den Widerstand der Bauern in Megara gegen die Enteignung ihres Landes durch einen Großbankier verdeutlicht. Weitere wichtige Filme des „Neuen Griechischen Kinos“ sind der 1974 gedrehte Aus unwichtigem Anlass, sowie 1975 Die Wanderschauspieler von Theo Angelopoulos. Letzterer ist zudem der erste Film des „Neuen Griechischen Films“, der ein kommerzieller Erfolg wurde.

Der 1964 gedrehte Film Alexis Sorbas spielte eine wichtige Rolle in der Rezeption des Landes in den 1960er-Jahren. Politische Bedeutung hatte der griechisch-französische Film Z von Constantin Costa-Gavras (1969), der die Junta kritisierte. Ebenfalls französisch inspiriert ist das Werk des Regisseurs Theodoros Angelopoulos. Die Thematik der griechischen Diaspora thematisierten in einigen Filmen der Regisseur George Pan Cosmatos, der Schauspieler Telly Savalas, aber vor allem die Regisseurin Nia Vardalos (My Big Fat Greek Wedding). Als bedeutendster griechischer FilmkĂŒnstler des 21. Jahrhunderts gilt Giorgos Lanthimos.

Das Internationale Filmfestival Thessaloniki findet seit 1960 statt und ist das bedeutendste des Landes. VerbĂ€nde der Regisseure und Kinofachleute organisierten 1977 aus Protest gegenĂŒber einer Reihe von VerĂ€nderungen, die das zustĂ€ndige Ministerium vornahm, wie beispielsweise die Auswahlkriterien fĂŒr das Kritikerkomitee, ein Gegenfestival. Dieses „unabhĂ€ngige Festival“ konnte sich jedoch auf Dauer nicht durchsetzen.

KĂŒche

Kunst

Als Griechische Kunst wird vornehmlich die Bildhauerei der Antike verstanden, mitunter auch die Vasenmalerei. Kunstwerke wie der frĂŒhklassische Wagenlenker von Delphi, die Nike von Samothrake, nochmehr aber die hellenistischen Venus von Milo, Laokoon-Gruppe und die Gruppe von Aphrodite, Pan und Eros haben archetypischen Symbolcharakter erlangt. Die antike Kunst wurde durch die Byzantinische abgelöst, aus der sakralen Kunst der Kretischen Schule stammte der Maler El Greco (1541–1614). Das 19. Jahrhundert ist durch akademische Kunst geprĂ€gt und steht in Wechselwirkung zur MĂŒnchner Schule. BerĂŒhmte griechische Bildhauer des 20. Jahrhunderts sind u. a. Jannis Kounellis, Joannis Avramidis, Aris Kalaizis und Christos Kapralos. Auf der Insel Andros haben zahlreiche griechische KĂŒnstler ihre Ateliers, besonders der Sommer auf der ist durch zahlreiche Ausstellungen gekennzeichnet. KunstmĂ€zene sind hĂ€ufig Reeder, wie frĂŒher Stavros Niarchos oder heute George Economou. Der Kunstsammler Dakis Joannou und seine Stiftung DESTE gelten als wichtigste Förderer des Werks von Jeff Koons, George Costakis hatte unter schwierigen UmstĂ€nden eine große Sammlung des russischen Konstruktivismus angelegt. Iris Clert, TĂ©riade und Christian Zervos förderten die Pariser Kunstszene.

Architektur

In Griechenland finden sich viele Zeugnisse klassischer Architektur. GebĂ€ude wie der Parthenon oder das Theater von Epidauros geben einen guten Eindruck von der QualitĂ€t antiken Bauens. Diese wurden zum Vorbild des Klassizismus im 19. Jahrhundert, der in Griechenland von großer Bedeutung war. Architekten wie Theophil Hansen oder Ernst Ziller prĂ€gten die StĂ€dte mit großen öffentlichen Bauten, allem voran die Architektur Athens. Ausnahme ist der Bau der Athener Augenklinik von Theophil Hansen, der einer byzantinischen Formensprache folgt und damit den Auftakt fĂŒr deren teilweise Wiederbelebung bildete. Vor allem Thessaloniki, der Athos und andere Klöster, die Peloponnes (Mystras), aber auch Athen und Umgebung (z. B. Kloster Dafni, Kapnikarea-Kirche in Athen) liefern zahlreiche herausragende Beispiele der mittelalterlichen griechischen Bautradition.

Die griechische Moderne gilt als eine der frĂŒhesten in Europa. Als Patroklos Karantinos, SchĂŒler Auguste Perrets, den CIAM Kongress 1933 in Athen organisierte, konnte Griechenland ĂŒber eine bedeutende Anzahl an Zeugnissen der funktionalistischen Moderne aufweisen. Die hier verabschiedete Charta von Athen wurde zum Fanal der Moderne. In den spĂ€ten 1930er-Jahren gibt es auch restaurative Tendenzen (z. B. Bau der Bank von Griechenland und das Kronprinzenpalais), die jedoch keine Vorbildfunktion entwickeln.

WĂ€hrend Walter Gropius Bau der amerikanischen Botschaft und Eero Saarinens Westterminal des alten Athener Flughafens subtil auf Proportionen der Antike zurĂŒckgreifen, so stehen die Hotelbauten wie das Hilton in Athen von Spyros Staikos, 1963 und das Porto Carras auf der Halbinsel Chalkidiki von Walter Gropius (posthum, 1973 fertiggestellt) eindeutig unter dem Einfluss des International Style. Eine Ausnahme sind die zahlreichen touristische Bauten des staatlichen Bauprogramms Xenia der 1960er-Jahre unter der FederfĂŒhrung des griechischen Architekten Aris Konstantinidis. Diese modernen Bauten sind in der Landschaft eingebettet und kombinieren das industrialisierte Bauen mit lokalem Baumaterialien und -traditionen. Sie gelten als frĂŒhes Beispiel des kritischen Regionalismus.

Einen stĂ€dtebaulichen Impuls in Athen und Attika brachten die Olympischen Spiele 2004, allem voran die SportstĂ€tten und BrĂŒcken des Architekten Santiago Calatrava.

Die Architektur der Kykladen ist durch kubische Formen geprĂ€gt, deren blau-weiße, verschachtelte WohnhĂ€user und Kirchen zum Markenzeichen Griechenlands wurden. Regional von Bedeutung sind ferner frĂ€nkisch, spĂ€tbyzantinisch oder osmanisch geprĂ€gte AltstĂ€dte. Die Ionischen Inseln sind venezianisch geprĂ€gt, auf Kreta stellt das Kamara-Haus eine traditionelle Bauform dar. Bedeutende gotische Bauten finden sich nur auf dem Dodekanes, allem voran die Altstadt von Rhodos.

Sport

Unter dem Kontext der Olympischen Spiele der Antike hat die olympische Bewegung von Anfang an in Griechenland viele AnhĂ€nger gefunden, so dass Athen 1896 erster Austragungsort wurde, zehn Jahre spĂ€ter folgten die Olympischen Zwischenspiele als JubilĂ€umsveranstaltung. Seit 1936 wird die olympische Flamme in Olympia entzĂŒndet und in einem Fackellauf zum Austragungsort gebracht. 2004 wurden zum dritten Mal Olympische Sommerspiele in Athen ausgetragen.

Neben dem Marathonlauf der im 19. Jahrhundert gemĂ€ĂŸ der Marathonlegende auf den Boten Pheidippides zurĂŒckgeht, und viele MarathonlĂ€ufe initiierte, gibt es auch den weitaus weniger bekannten Spartathlon, der auch auf einen antiken Lauf von Pheidippides zurĂŒckgeht. Dieser findet seit 1983 regelmĂ€ĂŸig statt und wird auf den 245,3 Kilometern von Athen nach Sparta abgehalten.

Beliebte Publikumssportarten in Griechenland sind Basketball und Fußball. Zweiterer hat seine Rolle durch den Gewinn der EM 2004 gestĂ€rkt. Weitere beliebte Sportarten sind Volleyball und Wasserball.

Im Motorsport gehört die Akropolis-Rallye zum jÀhrlichen WM-Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft.

Da Griechenland ein Gebirgsland ist gibt es auch Wintersport. Es gibt 24 Skigebiete in Griechenland, die insgesamt 197 Pistenkilometer aufweisen und von 122 Skiliften erschlossen sind. Eisbahnen hingegen gibt es nur durch nur private Finanzierungen und haben ausnahmslos keine olympische GrĂ¶ĂŸe, auf diesen wird Eiskunstlauf und Eishockey ausgeĂŒbt. Das Stadion des Friedens und der Freundschaft in PirĂ€us wurde fĂŒr die Mischnutzung auch mit EisflĂ€che konzipiert, diese Funktion wurde jedoch seit 1991 nicht mehr genutzt.

Feiertage

Adel

Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden „griechischen StaatsbĂŒrgern (
) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt“. Jedoch werden Adelstitel im Zusammenhang mit historischen Personen und Personen aus dem Ausland weiterhin genannt.

Massenmedien

2016 hatten 64,8 Prozent der griechischen Haushalte Zugang zum Internet. Bereits 2004 erzielten Zeitschriften brutto erstmals höhere Werbeeinnahmen als Fernsehsender – inzwischen sind es rund 42 Prozent aller Werbeetats (978 Millionen Euro), deutlich mehr als TV und Zeitungen. Die hoch verschuldete Verlagsbranche wird von auslĂ€ndischen Investoren konsolidiert.

Bildung und Wissenschaft

Bildungswesen

Das griechische Bildungssystem untergliedert sich grob wie vergleichbare Bildungssysteme in europĂ€ischen und nordamerikanischen Staaten in Vorschul-, Schul-, Berufs- und Hochschulbildung. 2015 betrug die Alphabetisierungsrate in Griechenland 97,3 %. Im PISA-Ranking von 2015 erreichen griechische SchĂŒler Platz 44 von 72 LĂ€ndern in Mathematik, Platz 44 in Naturwissenschaften und Platz 41 beim LeseverstĂ€ndnis. Griechenlands Werte gehören damit zu den schlechtesten unter den OECD-Staaten.

Vorschulbildung

In Griechenland stehen fĂŒr die Vorschulbildung (Alter bis 6 Jahre) KindergĂ€rten und Horte zur VerfĂŒgung: 1991 besuchten 135.014 Kinder 5.529 Horte und 8.377 KindergĂ€rten. 2001 besuchten 143.401 Kinder 5.715 Horte und 11.461 KindergĂ€rten. Ein Besuch dieser Einrichtungen ist freiwillig.

Schulbildung

Artikel 16 Absatz 3 der griechischen Verfassung von 1975 legt eine neunjĂ€hrige Schulpflicht, beginnend mit dem fĂŒnften Lebensjahr, fest. Die Schulausbildung muss kostenlos sein. WĂ€hrend der griechischen MilitĂ€rdiktatur von 1967 bis 1974 hielt die Junta-Regierung eine sechsjĂ€hrige Schulpflicht fĂŒr ausreichend.

Das gegenwĂ€rtige griechische Schulsystem unterscheidet drei Formen von Schulen: das Dimotiko Scholio (Klassen 1–6), das Gymnasio (Klassen 7–9) und das Lykio (Klassen 10–12). Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem existieren keine parallelen Schulformen, alle Kinder besuchen die gleiche Schulform. Das Dimotiko Scholio – kurz Dimotiko – umfasst die Klassen 1 bis 6 fĂŒr die sechs- bis zwölfjĂ€hrigen Kinder. Das Dimotiko entspricht im Vergleich zum deutschen Schulsystem der Primarstufe plus der ersten beiden Jahre der Sekundarstufe I. Dem Dimotiko folgt fĂŒr alle SchĂŒler das Gymnasio, eine dreijĂ€hrige Schulform (Klassen 7–9), die fĂŒr alle Kinder entsprechend der neunjĂ€hrigen Schulpflicht obligatorisch ist. Das griechische Bildungssystem fasst Dimotiko und Gymnasio als Grundausbildung zusammen. 1991 gab es 7.526 Schulen der Grundausbildung (Dimotiko und Gymnasio) mit 784.707 SchĂŒlern und 42.991 Lehrern. 2001 gab es 5.753 Schulen mit 639.865 SchĂŒlern und 58.376 Lehrern.

Nach Abschluss des Gymnasio mit der neunten Klasse kann die Schullaufbahn freiwillig fortgesetzt werden: die nachfolgende Schule ist das Lykio, welches ĂŒber drei Jahre lĂ€uft (Klassen 10–12). Das Lykio entspricht der Sekundarstufe II bzw. der gymnasialen Oberstufe des deutschen Schulsystems. Die zeitweilig seit den 1980er-Jahren vorhandenen technischen Ausrichtungen des Lykio sind 1998 wieder abgeschafft worden: das Lykio ist seitdem wieder eine einheitliche Schulform. In der dritten Klasse des Lykio wĂ€hlen die SchĂŒler einen von fĂŒnf Wahlpflichtbereichen aus, der mehrere FĂ€cher beinhaltet. Die Wahlpflichtfachkombinationen fĂŒhren dabei jeweils zu unterschiedlichen Hochschulausbildungen: der erste zu einer Technischen Hochschule und/oder UniversitĂ€t, der zweite zu einer Medizinischen Hochschule bzw. FakultĂ€t, der dritte zu einer philosophischen oder juristischen Hochschulbildung, der vierte zur sozialwissenschaftlichen Hochschulausbildung und der fĂŒnfte fĂŒhrt zu einer technischen Hochschule (entsprechend deutscher Fachhochschule). 1991 besuchten 870.235 SchĂŒler 3.604 Schulen des Typs Lykio, 2001 besuchten 693.323 SchĂŒler 3.968 Schulen des Typs Lykio.

Hochschulbildung

Griechenland verfĂŒgt ĂŒber UniversitĂ€ten (Panepistimio) und Technische Hochschulen (TEI, am ehesten mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbar). Die Hochschulen sind dabei ausnahmslos in staatlicher Hand unter Verwaltung des Bildungsministeriums in Athen. Private UniversitĂ€ten sind nach Artikel 16 Absatz 8 der griechischen Verfassung von 1975 verboten. Die Ausbildung an einer griechischen Hochschule ist kostenfrei; BedĂŒrftige haben Anspruch auf staatliche UnterstĂŒtzung.

Der Zugang zur Hochschulbildung ist ausschließlich ĂŒber eine griechenlandweit abgehaltene zentrale EingangsprĂŒfung möglich. Voraussetzung fĂŒr die Teilnahme an dieser PrĂŒfung ist der erfolgreiche Abschluss der Sekundarstufe II des griechischen PrimĂ€rbildungssystems, des Lykion (Lyzeum). Diese jĂ€hrlich im spĂ€ten FrĂŒhjahr und Anfang des Sommers stattfindende zentrale ZulassungsprĂŒfung ist jedes Jahr dominierendes Thema in der griechischen Öffentlichkeit, einschließlich Politik und Massenmedien. Die Veröffentlichung von Listen der Zugelassenen pro Studiengang und Ort in ĂŒberregionalen Tageszeitungen ist die Regel, Sondersendungen im Radio und Fernsehen ebenfalls. In weiten Teilen der griechischen Gesellschaft gilt die Zukunft des Kindes als ungesichert wenn nicht sogar ruiniert, wenn die EingangsprĂŒfung zur Hochschulbildung nicht bestanden wird. Lediglich 18 % der PrĂŒflinge bestehen die UniversitĂ€tseingangsprĂŒfung, bezieht man die PrĂŒflinge ein, die einen Platz fĂŒr einen dreijĂ€hrigen Studiengang an einer technischen Hochschule (TEI) erhalten, steigt der Anteil der erfolgreichen Absolventen auf ca. 35 %. Die Anzahl der StudienplĂ€tze pro Studiengang und Ort wird vom griechischen Bildungsministerium fĂŒr alle Hochschulen in Griechenland festgelegt. Die hieraus resultierenden PrĂŒfungsanforderungen werden somit mittelbar (oder unmittelbar) ebenfalls vom Bildungsministerium griechenlandweit festgelegt. Analog dem deutschen ZVS-Zulassungsverfahren in seiner bundesweiten AusfĂŒhrung werden ausschließlich nach PrĂŒfungsergebnis Studiengang und Studienort festgelegt. In den 1980er-Jahren wurden die Anforderungen der PrĂŒfungen vermindert: beispielsweise wurde auch die Bedingung des erfolgreichen Bestehens des Lyzeums abgeschafft. Diese Abschaffung erfolgte in der Absicht, die Zugangschancen zur Hochschulbildung zu verbessern. Folge dieser Maßnahme war, dass Ende der 1980er-Jahre lediglich 50 % der PrĂŒfungskandidaten erfolgreich das Lyzeum (Sekundarstufe II) abgeschlossen hatten und damit der Stellenwert der „griechischen Sekundarstufe II“ weiter gesenkt wurde.

Die regionale Verteilung der Hochschuleinrichtungen ist inhomogen und entspricht annĂ€hernd der Bevölkerungsdichte. Der Ballungsraum Athen-PirĂ€us verfĂŒgt ĂŒber acht universitĂ€re Einrichtungen und zwei technische Hochschulen (TEI). Jede weitere Verwaltungsregion Griechenlands hat eine universitĂ€re Einrichtung. Der Ballungsraum Thessaloniki und Zentralmakedonien verfĂŒgen ĂŒber zwei UniversitĂ€ten, darunter die grĂ¶ĂŸte in Griechenland (Aristoteles-UniversitĂ€t Thessaloniki), Kreta hat mehrere universitĂ€re Einrichtungen, die UniversitĂ€t Kreta und die Technische UniversitĂ€t Kreta. Die Verwaltungsregion Peloponnes hat keine UniversitĂ€t: fĂŒr die Studenten auf der Peloponnes ist Patras die nĂ€chstgelegene universitĂ€re Bildungseinrichtung. Die TEI sind mit einer Einrichtung pro Verwaltungsregion vertreten; im Gegensatz zu den UniversitĂ€ten ist die Standortverteilung durch Filialenbildung in der FlĂ€che besser. In einem Einzelfall wurde die Auslagerung von FakultĂ€ten und Instituten auch auf universitĂ€rem Niveau betrieben: die pĂ€dagogische FakultĂ€t der Aristoteles-UniversitĂ€t Thessaloniki ist in Teilen nach Florina ausgelagert. Im Ballungsraum Athen-PirĂ€us ist das UniversitĂ€tssystem in unterschiedliche SchwerpunktuniversitĂ€ten differenziert: Nationale und Technische UniversitĂ€t, Panteion UniversitĂ€t fĂŒr Soziale und Politische Wissenschaften, Harokopio UniversitĂ€t fĂŒr Nationale Wirtschaft sind Beispiele hierfĂŒr. In anderen Regionen Griechenlands fehlt diese Differenzierung. 2005 verfĂŒgte Griechenland ĂŒber insgesamt 21 universitĂ€re Hochschulen mit 171.967 Studenten und 11.575 Personen im Lehrpersonal (ohne weitere AufschlĂŒsselung). 1991 waren 115.464 Studenten und 9.124 Personen im Lehrpersonal an universitĂ€ren Bildungseinrichtungen tĂ€tig. 75 Einrichtungen konnten 2005 den TEI zugerechnet werden: sie hatten 147.715 Studenten und 12.021 LehrkrĂ€fte (ohne Differenzierung). 1991 gab es 77 Einrichtungen der TEI mit 55.559 Studenten und 5.693 LehrkrĂ€ften (ohne weitere Differenzierung).

Die Studierendenzahlen sind in etwa analog der Bevölkerungsdichte verteilt: In Athen einschl. PirĂ€us studierten 1991–1992 ĂŒber 54.000 Studenten an acht UniversitĂ€ten und ĂŒber 30.000 Studenten an TEI (Fachhochschulen). In Thessaloniki inkl. des TEI in Serres studierten ĂŒber 53.000 Studenten an zwei UniversitĂ€ten und knapp 16.000 Studenten an TEI. Im Vergleich hierzu studierten beispielsweise nur knapp 7.900 Studenten an einer UniversitĂ€t in Westgriechenland (Patras), ca. 5.800 Studenten an einer UniversitĂ€t in Epirus (Ioannina) und etwas mehr als 5.000 Studenten an der UniversitĂ€t fĂŒr Ostmakedonien-Thrakien in Alexandroupolis. Die UniversitĂ€t der Ionischen Inseln hatte 1991–1992 lediglich 419 Studenten, die UniversitĂ€t in Thessalien (Larisa) 705 Studenten. Die Gesamtzahl der an UniversitĂ€ten studierenden Personen in Griechenland betrug fĂŒr den gleichen Zeitraum 117.980; an TEI studierten 79.974 Personen. 2001 studierten an den UniversitĂ€ten 148.772 Menschen, an den TEI 87.797 Menschen; 63.000 Menschen studierten im Ausland.

Die TEI wurden erst Anfang der 1980er-Jahre per Gesetz 1404/1983 unter der Regierung Andreas Papandreou eingefĂŒhrt. Die zuvor bestehenden technischen Bildungseinrichtungen KATEE wurden durch die TEI abgelöst. Die KATEE, als Bildungseinrichtungen mit nur bedingtem Hochschulcharakter, fanden in der griechischen Bevölkerung mit ihrer Bevorzugung einer universitĂ€ren Hochschulbildung keine Akzeptanz. Die EinfĂŒhrung der TEI hatte bezogen auf die zukĂŒnftigen Arbeitsmarktchancen ihrer Absolventen nicht die erhoffte oder beobachtete Wirkungen wie beispielsweise die EinfĂŒhrung der Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland: in Griechenland stieg die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen in den 1980er-Jahren an.

Das MissverhĂ€ltnis zwischen Angebot von StudienplĂ€tzen und der erheblich höheren Nachfrage wird von ökonomischer Seite auf die Bestimmungen des Artikel 16 der griechischen Verfassung zurĂŒckgefĂŒhrt, welcher eine kostenlose UniversitĂ€tsbildung und ein Verbot privater Hochschulen vorschreibt. Nach Psacharopoulos fĂŒhre die Verstaatlichung des Bildungssystems zu einem Mangel an Wettbewerb. Außerdem mĂŒssen die kostenlosen Studiumsleistungen im Rahmen der Volkswirtschaft erwirtschaftet werden. Der gleiche Kritiker weist aber auch darauf hin, dass Griechenland nur die HĂ€lfte an Finanzmitteln pro Studierenden im Vergleich zum OECD-Durchschnitt ausgibt (in kaufkraftkonstanten Preisen bemessen). Diese „relative Unterfinanzierung“ besteht auch im Vergleich zum Durchschnitt der EU-Staaten. Nach einer OECD-Statistik von 2001 wendet Griechenland pro Student 4.157 USD auf (zum Vergleich: Schweden 13.224 USD, Niederlande 10.757 USD, Deutschland 9.481 USD, EU-Durchschnitt 9.063 USD). Bemerkenswert ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Hochschulbildung unter 24 Jahren (nach Daten von Eurostat, 2000): 28,8 % in Griechenland gegenĂŒber 12,8 % im EU-Durchschnitt. Hierbei ist allerdings nicht eindeutig geklĂ€rt, ob diese Personen das Studium abgeschlossen haben und ob die staatliche Planung der StudienplĂ€tze und StudiengĂ€nge dafĂŒr verantwortlich ist. Ein Hinweis auf eine „Fehlplanung“ ergibt sich am Beispiel des Studiengangs Informatik: 2001 richtete das Bildungsministerium 125 StudienplĂ€tze in diesem Studiengang bei 20.824 Bewerbern ein. Indikativ fĂŒr eine Fehlsteuerung durch die hochrestriktive Vergabe von StudienplĂ€tzen und Studienorten ist dabei die Beobachtung, dass lediglich 15 % der Studenten im Studiengang Informatik dies auch studieren wollten. Auffallend ist auch, dass Griechenland, gemessen an seiner Bevölkerung, den höchsten Anteil an Studierenden im Ausland hat: 5.257 im Ausland Studierende pro eine Million Einwohner gibt es in Griechenland (zum Vergleich: Deutschland 637, Japan 499, Indien 47, Malaysia 1777, Frankreich 827; Daten nach OECD 2002). Dabei wird als besonders negativ gewertet, dass viele der im Ausland Studierenden nicht nach Griechenland zurĂŒckkehren, wenn sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben.

Wissenschaft

Neben den großen UniversitĂ€ten entstanden 1958 die National Hellenic Research Foundation und ein Jahr spĂ€ter das NCSR Demokritos, das bis vor 10 Jahren einen Forschungsreaktor betrieb. Es forscht auf vielen naturwissenschaftlichen Gebieten, musste aber im Laufe der Krise sich thematisch weitgehend einschrĂ€nken, weil sein Jahresetat von ursprĂŒnglich 25 auf nunmehr 12 Mio. € gekĂŒrzt wurde. Weitere bedeutende Forschungseinrichtung des Landes sind die 1983 gegrĂŒndete Foundation for Research & Technology - Hellas und das CERTH – The Centre for Research & Technology, Hellas mit Sitz in Thessaloniki.

Mit einem Anteil von 4,4 % haben Arbeitnehmer in Forschung und Wissenschaft einen relativ geringen Anteil an den Arbeitnehmern, wenngleich die Zahlen um 3,7 % jĂ€hrlich ansteigen (2001–2007). Die Akademikerarbeitslosigkeit ist mit 5,7 % jedoch hoch (OECD Durchschnitt: 3,2 %). Gemessen an der Bevölkerungszahl wird relativ viel wissenschaftlich publiziert, insgesamt 0,6 % der weltweiten Publikationen. Innovationen sind hĂ€ufig mit auslĂ€ndischen Partnern, 14 % der Unternehmen haben auslĂ€ndische Partner, 28,5 % der Patente erwĂ€hnen auslĂ€ndische Miterfinder. Die Wirtschaftskrise hat die Regierung zu zahlreichen Programmen der Förderung der Wissenschaft motiviert, besonders unkonventionelle AnsĂ€tze werden stĂ€rker gefördert als zuvor. Staatliche Programme werden durch das General Secretariat for Research and Technology of the Ministry of Development (GSRT) koordiniert. In Anbetracht der kleinen GrĂ¶ĂŸe des Landes und der Griechischen Diaspora besteht bei den meisten Forschungseinrichtungen eine starke Orientierung zum Ausland hin, auch Startups werden hĂ€ufig mit Sitz in grĂ¶ĂŸeren LĂ€ndern gegrĂŒndet, wenngleich die meisten AktivitĂ€ten in Griechenland sind.

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Bötig: Griechenland: Festland und Peloponnes. DuMont, Köln 1996, ISBN 3-7701-3456-7.
  • Wolfgang Josing: Griechenland: Festland. Nelles Verlag, MĂŒnchen 2004/2005, ISBN 3-88618-342-4.
  • Cay Lienau: Griechenland: Geographie eines Staates der europĂ€ischen SĂŒdperipherie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-02859-7. (Wissenschaftliche LĂ€nderkunden; Band 32)
  • Heinz A. Richter: Griechenland im Zweiten Weltkrieg 1939–1941. Contingenza Grecia - Operationen Barbarity, Lustre und Marita. 2. erweiterte Auflage, Franz Philipp Rutzen, Ruhpolding 2010, ISBN 978-3-447-06410-1.
  • Eberhard Rondholz: Griechenland: Ein LĂ€nderportrĂ€t Links Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86153-630-7.
  • Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus. G. Liebetrau, Seuzach 2004, ISBN 3-8334-0977-0.
  • Pavlos Tzermias: Neugriechische Geschichte: eine EinfĂŒhrung. Francke, TĂŒbingen 1999, ISBN 3-7720-1792-4.

Weblinks

  • Website des Premierministers der Hellenischen Republik (mehrsprachig)
  • Website des Parlaments der Hellenischen Republik (mehrsprachig)
  • Landesinformationen der Griechenland Zeitung ĂŒber Griechenland
  • Informationsseite ĂŒber das griechische MilitĂ€r (griechisch)
  • Linkkatalog zum Thema Open Directory Project: Griechenland bei curlie.org (ehemals DMOZ)

Einzelnachweise


 

Region Regionen (14)

Bezeichnung der Regionen: Region
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Athos 40.449 40.125 23.991 24.394  
Attika 38.340986 35.822475 22.890527 24.116524  
Epirus 40.376603 38.944698 20.008822 21.429255  
Ionische Inseln 39.898874 37.242064 19.372958 21.120011  
Kreta 35.695627 34.802021 23.473322 26.352986 Kreta  
Mittelgriechenland 39.273223 37.930452 21.374636 24.685685  
Nördliche ÄgĂ€is 40.036941 37.503125 24.970624 27.069748  
Ostmakedonien und Thrakien 41.748546 40.392163 23.623547 26.635237  
Peloponnes 38.143051 36.385331 21.538819 23.454786  
SĂŒdliche ÄgĂ€is 40.4536401 40.122074 23.912113 24.3992318  
Thessalien 40.196658 38.969701 21.120421 24.333256  
Westgriechenland 39.174742 37.376489 20.714906 22.378064  
Westmakedonien 40.943457 39.830359 20.776454 22.195319  
Zentralmakedonien 41.406733 39.907635 21.704198 24.117935  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

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Flagge: Greece

Name englisch: Greece
Hauptstadt: Athens
Kfz: GR
ISO: GR
ISO3: GRC
Fläche: 131940 km²
Tld: .gr
Wärung Einheit: EUR
Währung: Euro
Vorwahl: 30

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 41.7485356
südlichster Punkt: 34.5428
westlichster Punkt: 19.3098
östlichster Punkt: 29.6528


 
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