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Gebirge Karte: Sierra de la Estrela

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » Iberisches Scheidegebirge » Sierra de la Estrela
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Sierra de la Estrela

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Die Serra da Estrela (portugiesisch fĂŒr Stern-Gebirge) ist der westlichste Teil des Iberischen Scheidegebirges und mit einer Höhe bis zu 1993 m das höchste Gebirge des portugiesischen Festlands. Das Kerngebiet des Gebirges bildet heute den Naturpark Parque Natural da Serra da Estrela und beherbergt das einzige Skigebiet Portugals.

Geographie

Lage und Umgebung

Die Serra da Estrela erhebt sich im Osten Zentralportugals in der statistischen Subregion Serra da Estrela, die Teil des Distrikts Guarda und des Distrikts Castelo Branco in der Region RegiĂŁo Centro ist. Die wichtigsten Orte in der Umgebung des Gebirges sind CovilhĂŁ und Belmonte im SĂŒdosten, Seia im Nordwesten und Manteigas im Nordosten. Weiter nach Nordosten hin erstrecken sich die AuslĂ€ufer der Serra da Estrela bis ins etwa 40 Kilometer von den höchsten Gipfeln entfernte Guarda.

Gipfel

Das Gebirge wird im Wesentlichen von zwei Hochplateaus gebildet, die in sĂŒdsĂŒdwestlich-nordnordöstlicher Richtung von den TĂ€lern Alforfa im SĂŒden und ZĂȘzere im Norden getrennt werden und nach SĂŒdosten und Nordwesten hin mit steilen Flanken ins etwa 1000 Meter tiefer gelegene Flachland abfallen. Das grĂ¶ĂŸere westliche Plateau reicht von etwa 1450 m bis zum Torre (1993 m), dem höchsten Berg auf dem Festland Portugals. Das östliche Plateau erreicht Höhen zwischen 1450 und 1760 Metern.

Weitere wichtige Gipfel sind:

  • Cantaro Magro (1928 m)
  • Cantaro Raso (1916 m)
  • Alto da Pedrice (1759 m)
  • Polos Brancos (1704 m)
  • Fraga des Penas (1658 m)
  • Navo de Sanio (1541 m)
  • Curral da Nave (1457 m)

GewÀsser

In der Serra da Estrela entspringen die FlĂŒsse Mondego, ZĂȘzere und Ceira.

Geologie

Geologisch wird die Serra da Estrela von einem etwa 300 Millionen Jahre alten hercynischen Granit dominiert. Dieser Granit intrudierte in niedriggradige, grĂŒnschieferfaziell metamorph ĂŒberprĂ€gte, vorwiegend turbiditisch entstandene Sedimentgesteine aus prĂ€kambrischer und kambrischer Zeit. Bei diesen Gesteinen handelt es sich um Schiefer und Grauwacken, die lithostratigraphisch in zwei Formationen unterteilt werden. Die Malpica do Tejo-Formation besteht aus metamorph ĂŒberprĂ€gten Grauwacken, Konglomeraten und Phylliten. Die Rosmaninhal-Formation besteht vorwiegend auf Phylliten und einigen Lagen metamorpher Grauwacke. Im Bereich von etwa einem Kilometer rund um den Granitkörper kam es in den Sedimenten außerdem zu einer Kontaktmetamorphose mit Hornfelsbildung. Der Granit selbst ist zu einem großen Teil porphyrartig ausgebildeter grobkörniger, Biotit- und Muskovitgranit. Teilweise kommt auch der dem Granit Ă€hnliche aber plagioklasreichere Granodiorit vor.

Die Sedimente waren ursprĂŒnglich NW-SO orientiert gefaltet, ehe sie von einem hercynisch ausgerichteten Störungssystem in NO-SW und NNO-SSW Richtung deformiert wurden, also in etwa rechtwinklig zu den ursprĂŒnglichen Faltenachsen. Im Mesozoikum und KĂ€nozoikum wurde das herzynische Gebirge erodiert. Durch die alpidische Gebirgsbildung wurden durch Kompression die herzynischen Störungen wieder aktiviert und es bildete sich eine stufenförmige Horstarchitektur.

Neben den 300 Millionen Jahre alten Plutoniten und den noch Ă€lteren Sedimenten nehmen alluviale Ablagerungen, also Ablagerungen von BĂ€chen und FlĂŒssen, sowie quartĂ€re Gletscherablagerungen bedeutende Ausmaße an. AuffĂ€llig sind die Zeichen glazialer ÜberprĂ€gung: FĂŒr die sĂŒdliche Lage und geringe Höhe des Gebirges sind starke Zeichen gletscherbedingter Erosion zu erkennen. Die meisten dieser Zeichen stammen aus der WĂŒrmeiszeit, die etwa von 115.000 bis 10.000 Jahre vor heute dauerte, wobei sich kleinere Vergletscherungen auch noch bis lange nachher erhalten haben dĂŒrften.

Klima

Das Klima in der Serra da Estrela ist grĂ¶ĂŸtenteils mediterran, jedoch auch von Kennzeichen der gemĂ€ĂŸigten Klimazonen geprĂ€gt. Die Sommer sind trocken und warm, von Oktober bis Mai sind die meisten NiederschlĂ€ge zu erwarten. Die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt bis zu 2500 Millimeter, wobei die Niederschlagsmengen auf der Westseite etwas geringer sind, obwohl hier mehr Regentage zu verzeichnen sind. Auf den Gipfelplateaus liegt die Jahresdurchschnittstemperatur bei etwa 4 °C. In diesen Höhenlagen, also auf 1400 bis 1600 Metern, kommt es an etwa 40 bis 50 Tagen im Jahr zu Schneefall, wobei die jĂ€hrlichen Schwankungen groß sind. Eine durchgehende Schneedecke ist jedoch meist nur wenige Wochen im Jahr anzutreffen. Die Hauptwindrichtungen sind West und Nordwest.

Vegetation

Die Vegetation der Serra weist keine deutlichen Höhenstufen auf, da sich die einzelnen Vegetationszonen aufgrund von unterschiedlicher Exposition, VerfĂŒgbarkeit von Wasser und Nutzung durch den Menschen stark vermischen. In den niedrigeren Regionen des Gebirges bilden teilweise immergrĂŒne mediterrane LaubwĂ€lder, charakterisiert besonders durch die Steineiche, den natĂŒrlichen Bewuchs. Dieser wurde jedoch durch zahlreiche WaldbrĂ€nde hĂ€ufig zerstört. Aber auch Rodung und anschließende Überweidung haben ebenso wie intensive landwirtschaftliche Nutzung zur Zerstörung dieser Pflanzengemeinschaft beigetragen, die heute nur noch in kleinen isolierten Vorkommen zu finden ist. Insgesamt wird diese Zone heute von Grasland dominiert, bis in eine Höhe von 900 Metern ist fast die gesamte FlĂ€che kultiviert. Die mittleren Regionen werden natĂŒrlicherweise von der PyrenĂ€en-Eiche dominiert, auch die EuropĂ€ische Eibe ist hier heimisch. Auch diese Vegetationszone ist heute weitgehend zerstört und nur mehr fragmentiert vorhanden. Die höheren Lagen sind durch WaldkiefernwĂ€lder und Buschvegetation, etwa WacholderstrĂ€ucher, gekennzeichnet. In den felsigen Gipfelregionen sind Wiesen aus frosttoleranten GrĂ€sern der natĂŒrliche Bewuchs, hier sind viele Pionierpflanzen zu finden. HĂ€ufig ist der Boden aber auch aufgrund der Erosion ĂŒberhaupt nicht mehr von Erde bedeckt, weite Teile der Gipfelplateaus sind von anstehendem Gestein geprĂ€gt.

Fauna

Von den zahlreichen Nutztieren, besonders den zahlreichen Schafen, abgesehen, sind Wildschwein, Wildkatze und Fischotter die bedeutendsten Vertreter der SĂ€ugetierfauna, Wolf und Luchs wurden vermutlich bereits in den 1980er Jahren ausgerottet. Eine Besonderheit der Reptilienfauna ist die Iberische Gebirgseidechse, deren Unterart Iberolacerta monticola monticola hier endemisch ist.

Naturpark

Der Naturpark Parque Natural da Serra da Estrela (PNSE) umfasst mit einer FlĂ€che von etwa 1000 kmÂČ nahezu das ganze Massiv und ist damit das grĂ¶ĂŸte Schutzgebiet Portugals. Er wurde 1976 von der portugiesischen Regierung gegrĂŒndet und wird von den sechs Mitgliedsgemeinden Seia, Gouveia, Celorico da Beira, Guarda, Manteigas und CovilhĂŁ verwaltet. Seit 1999 hat ein Großteil des Parks auch den Status eines Natura-2000-Gebiets. Besucherzentren befinden sich in Manteigas, Seia, Gouveia und Guarda.

Wirtschaft

Traditionelle Wirtschaftsfaktoren in der Serra da Estrela sind Honig, der KĂ€se Queijo Serra da Estrela und der Hirtenhund CĂŁo da Serra da Estrela, der hier gezĂŒchtet wird. Lange Zeit wurde die reichlich vorhandene Schafwolle in der Region verarbeitet. Dieser Industriezweig hatte zwischenzeitlich stark an Bedeutung verloren, erfreut sich jedoch inzwischen wieder einer steigenden Aufmerksamkeit. Abgesehen von der Landwirtschaft entwickelt sich der Tourismus zu einem bedeutenden Einkommen. Mehrere Stauseen in der Serra da Estrela versorgen die umliegenden StĂ€dte mit Trinkwasser und ElektrizitĂ€t.

Erschließung fĂŒr den Tourismus

Die Serra da Estrela ist gut fĂŒr den Tourismus erschlossen. Seit dem 19. Jahrhundert wurde sie fĂŒr Kuraufenthalte, insbesondere zur Rehabilitation bei Tuberkulose genutzt. Manche der damals errichteten Kurzentren sind bis heute in Betrieb. Der Torre ist auf einer asphaltierten Fahrstraße erreichbar. DarĂŒber hinaus gibt es ein dichtes Netz von markierten Wanderwegen, das sich ĂŒber insgesamt etwa 357 Kilometer erstreckt. WĂ€hrend die meisten Gipfel fĂŒr Wanderer leicht zugĂ€nglich sind, fĂŒhren auf andere, wie etwa den Cantaro Magro, Kletterrouten unterschiedlicher Schwierigkeiten. Im Winter ist hier sogar Eis- und Mixedklettern möglich.

Das Gebiet um den Gipfel Torre ist als einziges Portugals fĂŒr den Wintersport erschlossen, auch der höchste Gipfel des Gebirges selbst ist mit dem Lift zu erreichen. Hier befinden sich insgesamt vier Skilifte, es gibt neun Pisten mit einer GesamtlĂ€nge von etwa acht Kilometern.

In Seia ist die Forschungseinrichtung CISE (Centro de Interpretação da Serra da Estrela) ansĂ€ssig, die fĂŒr Besucher eine virtuelle Multimedia-Dauerausstellung zur Serra da Estrela anbietet. Sie ist einer der beiden Veranstaltungsorte des seit 1995 jĂ€hrlich veranstalteten Umwelt-Filmfestivals CineEco, des Festival Internacional de Cinema Ambiental da Serra da Estrela.

Literatur

  • G. Vieira, J. Jansen, N. Ferreira: Environmental setting of the Serra da Estrela, Portugal: a short note. In: Landscape ecology series. (online [PDF; abgerufen am 21. November 2009]). 

Weblinks

  • All about the Serra da Estrela auf portugalholidayhome.net
  • Serra da Estrela auf Summitpost.org
  • Serra da Estrela auf pan.cultland.org

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

Kommentar Meinungen und Kommentare


Gast Gast 14.09.2012 12:08
Bitte den Staat von Spanien in Portugal aendern
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Synonyme / Sprachen:
Serra da Estrela


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Portugal Portugal

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 40.68272087
südlichster Punkt: 39.45316112
westlichster Punkt: -8.60778808
östlichster Punkt: -7.08892822


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
11191 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
427 km
 
Sierra de la Estrela: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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