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Staat Informationen : Portugal

Informationen:


Portugal (portugiesisch Portugal [pu…ĺtuňą…£al], amtlich Portugiesische Republik, portugiesisch Rep√ļblica Portuguesa) ist ein europ√§ischer Staat im Westen der Iberischen Halbinsel. Als westlichster Punkt Kontinentaleuropas wird das Land im Osten und Norden von Spanien und im Westen und S√ľden vom Atlantischen Ozean begrenzt. Zum portugiesischen Staatsgebiet geh√∂ren die Inseln der Azoren und Madeira (mit Porto Santo).

√úberblick

Das im 12. Jahrhundert gegr√ľndete K√∂nigreich Portugal stieg im 15. Jahrhundert zu einer Gro√ümacht auf und spielte eine wesentliche Rolle im Zeitalter der Entdeckungen. Das K√∂nigreich schuf eines der gr√∂√üten Kolonialreiche mit Besitzungen in Afrika, Asien und S√ľdamerika, dessen Niedergang jedoch bereits im Laufe des 17. Jahrhunderts eingel√§utet wurde. 1910 kam es durch einen milit√§rischen Aufstand zum Sturz der portugiesischen Monarchie, der K√∂nig Manuel II. ins Exil zwang. Die Erste Portugiesische Republik trat am 5. Oktober 1910 in Kraft und bestand bis zum Milit√§rputsch von General Gomes da Costa im Jahr 1926. Danach stand das Land f√ľr mehr als 40 Jahre unter der autorit√§ren Diktatur von Ant√≥nio de Oliveira Salazar. Die Nelkenrevolution vom 25. April 1974 f√ľhrte zum Sturz des Regimes und er√∂ffnete den Weg zur demokratischen Dritten Republik.

Portugal ist Gr√ľndungsmitglied der NATO (1949) und der OECD (1948) und Mitglied der Vereinten Nationen (seit 1955), des Europarats (seit 1976) und der Schengener Abkommen (seit 1995). Zum 1. Januar 1986 trat Portugal zusammen mit Spanien den Europ√§ischen Gemeinschaften (EG) bei, aus denen sp√§ter die EU entstand. Portugal galt damals als √§rmstes Land der EG. Portugal z√§hlt au√üerdem zu den Gr√ľndungsstaaten der Eurozone. Nach Einf√ľhrung des Euro (1999) sanken die realen Zinsen. Gro√üe Kapitalzufl√ľsse trugen zu Jahren des Wirtschaftswachstums bei; gleichwohl sank die Produktivit√§t. Die Banken- und Finanzkrise seit 2008 hatte auch in Portugal Auswirkungen auf die Realwirtschaft (Rezession). Im Rahmen der ab 2010 folgenden Eurokrise wurde Portugal zu den besonders betroffenen PIIGS-Staaten gez√§hlt. Die EFSF sagte Portugal im Mai 2011 Finanzhilfen in H√∂he von 78 Milliarden Euro zu. Danach erholte sich die wirtschaftliche Lage, und Portugal konnte unter Einhaltung aller Zahlungsverpflichtungen den Rettungsschirm 2014 bereits wieder verlassen, die Arbeitslosenquote blieb zun√§chst aber relativ hoch (im April 2017 9,8 Prozent). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner betrug 2016 16.900 Euro, und die Staatsverschuldung war Ende 2016 noch 1,30-mal so hoch wie das BIP des Jahres 2016. Seit dem Wahlsieg des neuen sozialistischen Premierministers Costa Ende 2015 und dem folgenden Ende der Austerit√§tspolitik verbesserte sich die wirtschaftliche Lage deutlich. Dank gestiegener Inlandsnachfrage, weiter gewachsenen Tourismuseinnahmen und anhaltend gesteigertem Export sank die Arbeitslosenquote bis 2019 auf 6,5 Prozent und die Staatsschuldenquote auf 117,2 Prozent des BIP, das 20.661 Euro pro Kopf erreichte (EU-Platz 18 von 28, EU-Schnitt 34.770 Euro).

Portugal war lange Zeit ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der portugiesischen Kultur in der Diaspora gibt es heute in Frankreich und in den USA (wo jeweils etwa 1 bis 2 Millionen Portugiesen leben) sowie in Brasilien, Angola, Mosambik, der Schweiz und Luxemburg. Wichtigste bilaterale Partnerländer sind Brasilien und Spanien.

Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle. Mit 17 Millionen Touristen pro Jahr (2015) geh√∂rt Portugal zu den meistbesuchten L√§ndern der Welt, h√§ufigste Reiseziele sind die Algarve und die Region um die Hauptstadt Lissabon. Das Land ist f√ľr den Weinanbau bekannt, insbesondere f√ľr den Portwein, und weltweit bedeutendstes Produktionsland f√ľr Rohkork.

Portugal ist ein sehr sicheres Land, 2019 stand es auf dem dritten Platz des Global Peace Index. Im Index der menschlichen Entwicklung steht es auf Platz 38 und gehört damit zu den entwickeltesten Staaten der Welt.

Landesname

Der Name Portugal entstammt dem vom R√∂mischen Imperium angelegten Hafen Porto, lateinisch Portus Cale (lateinisch portus bedeutet ‚ÄěHafen‚Äú). Es ist umstritten, was mit Cale gemeint ist. Einige Gelehrten meinen, Cale beziehe sich auf die Gallaeker (altgriechisch őöőĪőĽőĽőĪőĻőļőŅőĮ Kallaikoi, lateinisch Callaici oder Callaeci) ‚Äď ‚ÄěHafen der Gall√§ker‚Äú. Andere meinen, es handele sich um ein √úberbleibsel von lateinisch calidus, was ‚Äěwarm‚Äú bedeutet ‚Äď ‚ÄěWarmer Hafen‚Äú. Andere Historiker haben vermutet, die Griechen h√§tten als Erste dort gesiedelt und das altgriechische Wort őļőĪőĽŌĆŌā kal√≥s f√ľr ‚Äěsch√∂n‚Äú sei namensgebend gewesen ‚Äď ‚ÄěSch√∂ner Hafen‚Äú.Anm. Im Mittelalter wurde Portus Cale zu Portucale, sp√§ter Portugale, wobei der Name im 7. und 8. Jahrhundert nur die n√∂rdlichen Teile des Landes bezeichnete, also die Region zwischen den Fl√ľssen Douro und Minho.

Geographie

Im Westen und S√ľden wird Portugal vom Atlantischen Ozean begrenzt, im Osten und Norden von der 1224¬†km langen Grenze zu Spanien.

Der Norden Portugals hat ein relativ k√ľhles und feuchtes Klima und besteht aus zwei traditionellen Provinzen oder Landschaften: Der Minho im Nordwesten geh√∂rt zu den am dichtesten besiedelten Gegenden des Landes. Die gr√∂√üten St√§dte des Minho sind Braga und Viana do Castelo. Der Minho wird wegen seines Klimas und der vergleichsweise √ľppigen Vegetation als der gr√ľne Garten Portugals bezeichnet. Auf den H√§ngen der zahlreichen Flusst√§ler wird vor allem Wein kultiviert, der zum Vinho Verde weiterverarbeitet wird. Daneben gedeihen viele Gem√ľsesorten. Die nat√ľrliche Vegetation ist eine Mischung aus der Flora der gem√§√üigten Klimazone und der subtropischen Flora; je nach H√∂henlage gibt es Eichen und Kastanien oder Pinien und Olivenb√§ume.

Im Nordosten liegt Tr√°s-os-Montes (Hinter den Bergen). Diese dem Meer abgewandte Seite Nordportugals ist sehr gebirgig und hat sehr kalte Winter und sehr hei√üe Sommer. Die Vegetation ist bedeutend weniger √ľppig als im Minho und wird zur Grenze nach Spanien hin sp√§rlicher. Beiden Provinzen ist gemein, dass ihre Gebirgsmassive, wie z.¬†B. Mar√£o oder Peneda-Ger√™s, von zahlreichen Fl√ľssen wie dem Rio Minho (Grenzfluss zu Spanien) oder dem Rio Douro durchschnitten werden. Im Norden Portugals liegt der Nationalpark Peneda-Ger√™s. Dort gibt es noch Restbest√§nde naturbelassener W√§lder, in denen sich insbesondere die immergr√ľne Steineiche findet. Bedeutende St√§dte des Nordens sind Porto, Vila Nova de Gaia, Matosinhos, Braga, Vila Real und Bragan√ßa.

Mittelportugal ist gro√üenteils h√ľgelig bis gebirgig und hat mit der Serra da Estrela ein beachtliches Gebirge mit Wintersportm√∂glichkeiten. Der Torre ist mit 1993¬†m die h√∂chste Erhebung Kontinentalportugals. Die wichtigsten Landschaften sind die Beira, der Ribatejo (die Tejo-Ebene mit Beinamen Garten Lissabons), die Estremadura sowie die M√ľndung des Tejo in den Atlantik. Die gesamte Region ist sehr fruchtbar und hat ein f√ľr den Weinanbau g√ľnstiges Klima. Die Tradition des Weinbaus reicht bis in die R√∂merzeit zur√ľck. Daneben werden Getreide, Reis, Sonnenblumen und Gem√ľse angebaut. Die Region wird durch den Tejo geteilt. Seit dem Bau zahlreicher Staud√§mme (Liste hier) kommen √úberschwemmungen, die fr√ľher den Ribatejo regelm√§√üig heimsuchten, kaum mehr vor. Die wichtigsten St√§dte Mittelportugals sind Lissabon, Aveiro, Sintra, Coimbra, Viseu, Leiria, Castelo Branco sowie Santar√©m.

Der S√ľden Portugals setzt sich aus den drei Landschaften Terras do Sado, Alentejo und Algarve zusammen. Das Klima ist dort trocken und hei√ü; die Oberfl√§che der gesamten Region ist eben bis h√ľgelig. Der Alentejo, die fr√ľhere Kornkammer Portugals, ist heute nur d√ľnn besiedelt und von Abwanderung gekennzeichnet; weitl√§ufige Getreidefelder mit Olivenhainen und Korkeichen dominieren die Landschaft. Auch Wein und Sonnenblumen werden angebaut. Die Wiesen dienen zur Schafzucht und sind im Fr√ľhling mit Blumen √ľbers√§t. Zum wirtschaftlichen Niedergang haben die l√§nger werdenden Trockenperioden beigetragen, die mit dem Bau von Staud√§mmen gemildert werden sollen. Umstritten ist die Anpflanzung von schnell wachsenden Eukalyptusb√§umen. Diese stellen ein erh√∂htes Risiko f√ľr Waldbr√§nde dar, trotzdem haben die Anbaufl√§chen zugenommen. Die s√ľdlichen K√ľstenregionen sind h√§ufig von Kiefernw√§ldern bewachsen. Daneben finden sich zahlreiche Palmenarten, von denen nur die Zwergpalme einheimisch ist.

Die gesamte S√ľdk√ľste des Landes (Algarve) ist mit ihren h√ľbschen St√§dten, den Steilk√ľsten und Sandstr√§nden ein beliebtes Urlaubsziel f√ľr Massentourismus und Individualtourismus. Die gr√∂√üten St√§dte S√ľdportugals sind Portalegre, √Čvora, Beja sowie Faro und Lagos. Der bestimmende Fluss Rio Guadiana bildet zweimal ein l√§ngeres St√ľck die Grenze zu Spanien. An die gro√üe sommerliche Hitze angepasst sind zahlreiche sukkulente Pflanzen.

Zu Portugal geh√∂ren auch die Inselgruppen Madeira (Holzinsel) und die Azoren (Habichtsinseln) im Atlantik. Sie sind, bis auf die Azoreninsel Santa Maria, vulkanischen Ursprungs. Die Inselgruppe Madeira vor der K√ľste Afrikas hat eine teils tropische, teils subtropische Vegetation. Der h√∂chste Berg Portugals (Ponta do Pico, 2351¬†m) befindet sich auf der Azoreninsel Pico.

Die wichtigsten Fl√ľsse Portugals sind der Tejo, welcher in Spanien unter dem Namen Tajo entspringt, der Douro (spanisch Duero) und der Mondego, wobei letzterer nur durch Portugal flie√üt.

Siehe auch: Liste der Städte in Portugal; Liste portugiesischer Inseln.

Fauna

Die Tierwelt Portugals unterscheidet sich nur unwesentlich von der Spaniens. Vereinzelt leben hier noch W√∂lfe. Der nur auf der Iberischen Halbinsel verbreitete Pardelluchs ist in Portugal nahezu ausgestorben; selten werden Einzeltiere angetroffen, die vermutlich √ľber die Grenze zu Spanien eingewandert sind. Ansonsten finden sich Europ√§ische Wildkatzen, F√ľchse, Wildschweine, Hirsche, wilde Ziegen sowie Wildkaninchen. Da Portugal auf einer Zugvogelroute nach Afrika liegt, lassen sich zahlreiche V√∂gel beobachten, darunter insbesondere im S√ľden die Flamingos; Steinadler leben und jagen in den K√ľstengebieten. Im Landesinneren kommen diverse Schlangen und Skorpione vor.

Bevölkerung

√úbersicht

Portugal ist, bezogen auf die alteingesessene Bevölkerung, in sprachlicher, ethnischer und religiöser Hinsicht ein sehr homogenes Land.

Die portugiesische Sprache wird im ganzen Land gesprochen und nur in den Dörfern von Miranda do Douro wird ein dem Asturischen zugeordneter Dialekt (Mirandés) gesprochen, der als Minderheitensprache anerkannt wird. Die größte einheimische ethnische Minderheit bilden 40.000 bis 50.000 Roma, die sozial und ökonomisch marginalisiert sind.

Die dichteste Besiedelung weist ein K√ľstenstreifen von der spanischen Grenze im Norden bis in die Gegend um Lissabon auf. In diesem Streifen leben 70¬†% der Bev√∂lkerung; das Hinterland und der S√ľden Portugals dagegen sind nur d√ľnn besiedelt. Mehr als 10¬†% der Bev√∂lkerung entf√§llt auf zwei St√§dte (Lissabon und Porto), w√§hrend mehr als die H√§lfte in Orten unter 2000 Einwohnern lebt. Der Trend geht in Portugal in Richtung Verst√§dterung.

Bevölkerungsentwicklung

Die in Portugal ans√§ssige Bev√∂lkerung wurde f√ľr Ende Dezember 2008 auf 10.627.250 Personen gesch√§tzt. Damit hat sich die Bev√∂lkerung seit 1900 verdoppelt. Das Bev√∂lkerungswachstum war dabei keineswegs konstant. Einem Bev√∂lkerungsr√ľckgang im Jahre 1920 aufgrund der Auswirkungen des Ersten Weltkrieges, der Spanischen Grippe und einer Auswanderungswelle folgte eine Wachstumsphase, die bis in die 1940er-Jahre dauerte und die von steigender Lebenserwartung der Menschen profitierte. Von etwa 1965 bis 1973 kam es zu starker Auswanderung. 1974 migrierten wegen der Unabh√§ngigkeit der Kolonien viele Menschen nach Portugal. Die Auswanderung der 1980er-Jahre kam in den 1990er-Jahren zum Stillstand.

Das nat√ľrliche Bev√∂lkerungswachstum war 2007 leicht negativ, 2008 stagnierte es. Das leichte Gesamtwachstum, das 2008 0,09¬†% und 2007 0,17¬†% betrug, ist nur auf die Nettomigration zur√ľckzuf√ľhren. 2003 noch war die Bev√∂lkerung um 0,64¬†% gewachsen. Die Geburtenrate, die vor 1920 noch bei 30 pro 1000 Einwohnern lag, ist bis 2008 auf 9,8 pro 1000 Einwohner gesunken. Die Fruchtbarkeitsrate erreichte 2007 mit nur 1,33 Kindern pro Frau den tiefsten Wert in der Geschichte des Landes. In den 1960er-Jahren bekam eine Frau im Durchschnitt drei Kinder. Regional gibt es hinsichtlich der Bev√∂lkerungsentwicklung erhebliche Unterschiede: W√§hrend die Bev√∂lkerung der Algarve, Lissabons und der Azoren w√§chst, geht jene des Alentejo und der Region Centro zur√ľck. Innerhalb Portugals gibt es starke Migrationsbewegungen, wobei die Wanderungsbewegungen aus den Regionen des Hinterlandes in Richtung der Zentren von Industrie (Lissabon, Porto) und Tourismus (Algarve, Madeira und Azoren) gehen.

Die Bev√∂lkerung Portugals altert: 2008 waren 15,3¬†% der Bewohner 15 Jahre oder j√ľnger, w√§hrend 17,6¬†% 65 Jahre oder √§lter waren. Dieser Trend ist im Hinterland besonders ausgepr√§gt, der Grund ist die Abwanderung der j√ľngeren Bewohner in die Ballungszentren. Da zahlreiche Portugiesen, die im Ausland gearbeitet haben, f√ľr ihren Lebensabend in ihre Heimat zur√ľckziehen, ist die Alterung der Bev√∂lkerung des Landes besonders pr√§gnant. Die Lebenserwartung bei Geburt lag 2015 bei 83,5 Jahren f√ľr Frauen und 77,4 Jahren f√ľr M√§nner. Im Jahre 1970 hatte sie noch bei 70,3 bzw. 64,0 Jahren gelegen. Parallel dazu ging die Kindersterblichkeit zur√ľck: 2008 lag sie bei 3,3 pro 1000 Lebendgeborenen, w√§hrend sie 100 Jahre davor noch um 150 pro 1000 Lebendgeborenen gelegen hatte.

Das durchschnittliche Heiratsalter ist in den letzten Jahren gestiegen, 2008 heirateten Frauen zum ersten Mal mit 26,8 und Männer mit 29,7 Jahren. Dabei sank der Anteil kirchlicher Ehen rapide, von 59,6 % im Jahre 2003 auf 44,4 % 2008.

Innerhalb von zehn Jahren schrumpfte die Bevölkerungszahl Portugals um 45.000 Menschen (von 10,473 Mio. auf 10,427 Mio).

Portugiesen im Ausland

Lange Zeit war Portugal ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der portugiesischen Kultur in der Diaspora gibt es vor allem in Frankreich, wo allein 1.132.048 Portugiesen leben, aber auch in vielen anderen Staaten, insbesondere Brasilien, S√ľdafrika, Venezuela, Schweiz, an der Ostk√ľste der USA, und zuletzt verst√§rkt in Angola. In Luxemburg lebten 2012 81.274 Portugiesen, damit stellten sie 16 Prozent der Bev√∂lkerung Luxemburgs. Andererseits war Portugal schon w√§hrend der Unabh√§ngigkeitskriege seiner Kolonien Zielland f√ľr Einwanderer aus den kolonisierten Regionen.

Ausländische Bevölkerung

Seit dem Beitritt Portugals zur Europ√§ischen Gemeinschaft 1986 und dem damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Wandel ist Portugal verst√§rkt zu einem Einwanderungsland geworden, wobei die Herkunftsl√§nder der Zuwanderer vor allem in Afrika (Angola, Kap Verde, Guinea-Bissau), S√ľdamerika (Brasilien) sowie in Osteuropa (Ukraine, Russland und Republik Moldau) liegen.

Ende 2008 lebten 443.102 ausl√§ndische Staatsangeh√∂rige in Portugal. Diese stammen zu mehr als der H√§lfte aus anderen portugiesischsprachigen L√§ndern, sind meist katholischen Glaubens und haben deshalb einen √§hnlichen kulturellen Hintergrund. Etwa ein Viertel der Ausl√§nder, die in Portugal leben, sind Europ√§er, wovon ein Teil R√ľckkehrer sind, also aus Portugal ehemals ausgewanderte Portugiesen, die mit fremder Staatsb√ľrgerschaft zur√ľckgekehrt sind. Ein anderer Teil sind Dauerurlauber, die in Portugal ihren Ruhestand verbringen. Im Jahre 2017 waren 8,5¬†% der Bev√∂lkerung im Ausland geboren.

Die ausl√§ndische Bev√∂lkerung lebt zu mehr als der H√§lfte in Lissabon, davon abgesehen konzentriert sie sich auf die Stadtgebiete an der K√ľste. Im Hinterland liegt der Anteil bei unter 0,5¬†%.

Religion

Die große Mehrheit der Portugiesen bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben, wobei der Anteil an der Gesamtbevölkerung mit Werten zwischen 85 % und 95 % angegeben wird.

In Portugal herrscht Glaubensfreiheit und seit Einf√ľhrung des ‚ÄěGesetzes √ľber die Glaubensfreiheit‚Äú (Lei da Liberdade Religiosa) offiziell auch Gleichheit zwischen den Religionen. Die Gleichheit ist aber in der Realit√§t noch nicht erreicht: Die katholische Kirche betreibt in Portugal bedeutende Kultureinrichtungen, eine angesehene Universit√§t, Privatschulen und auch einen Radiosender. Weiter ist das Gesetz √ľber die Glaubensfreiheit nur teilweise auf die katholische Kirche anzuwenden. Ob √∂ffentliche Schulen verpflichtet sein sollen, Religionsunterricht anzubieten, ist in Portugal seit 1980 Jahren umstritten. 2004 wurde ein neues Konkordat zwischen Portugal und dem Heiligen Stuhl geschlossen. Einerseits hat die Kirche das Recht, Unterricht anzubieten, doch muss eine Zustimmung vorliegen. Auch m√ľssen prinzipiell alle Religionsgemeinschaften das gleiche Recht haben, was praktisch schwierig umzusetzen ist.

In der ersten Verfassung Portugals (1822) wurde der Katholizismus zur Staatsreligion erkl√§rt. Die Verfassung von 1826 schaffte die religi√∂se Verfolgung ab. Die offizielle Trennung von Staat und Kirche erfolgte mit der republikanischen Revolution von 1910, wobei Konkordate mit dem Vatikan der katholischen Kirche weiterhin weitreichende Privilegien einr√§umten. Die portugiesische Auspr√§gung des Katholizismus wird als ‚Äěmenschlich, lyrisch und mit Verst√§ndnis f√ľr die fleischlichen Dinge des Lebens‚Äú beschrieben. Typisch ist die starke Verehrung der Jungfrau Maria. Wichtigstes Pilgerziel ist der Wallfahrtsort F√°tima. Hier soll die Jungfrau Maria 1917 drei Hirtenkindern erschienen sein.

Im Mittelalter spielten zwei weitere Religionen eine bedeutende Rolle in Portugal. Muslimische Mauren und Araber beherrschten zeitweise den S√ľden des Landes. Nach der Reconquista mussten sie das Land verlassen oder sich den Christen unterwerfen. Sie brachten zahlreiche technische Fortschritte mit sich, wie Verbesserungen im Brunnenbau, Bew√§sserung, Olivenanbau, Anbau von Zitrusfr√ľchten, Baumwolle und Zuckerrohr, die Seidenraupenzucht, die Herstellung von Fliesen, Jalousien, Hygiene und Ornamentik. Die Gesellschaft im damaligen Portugal bot auch unterworfenen oder versklavten Mauren die M√∂glichkeit, gesellschaftlich aufzusteigen; die muslimische Bev√∂lkerung ging in der christlichen auf. Die Juden genossen im Mittelalter den Schutz der portugiesischen K√∂nige. Das durch Handel und Verwaltungsposten in Staat und Kirche erworbene und gesparte Verm√∂gen diente als Grundlage f√ľr den Aufbau der portugiesischen Flotte. 1504 und 1506 kam es in Lissabon zu anti-j√ľdischen Pogromen.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Eurobarometers glaubten im Jahr 2005 81 % der Menschen in Portugal an Gott, 12 % glaubten an eine andere spirituelle Kraft. 6 % Prozent der Befragten glaubten weder an einen Gott noch an eine andere spirituelle Kraft, 1 % der Befragten war unentschlossen.

Geschichte

Fr√ľhgeschichte bis Antike

Es wird gesch√§tzt, dass Portugal bereits vor 500.000 Jahren durch Homo heidelbergensis und sp√§ter durch den aus Homo heidelbergensis hervorgegangenen Neandertaler besiedelt war. Aus einer H√∂hle (Lapa do Picareiro) unweit der Atlantikk√ľste in Zentralportugal stammt der fr√ľheste Hinweis auf eine Besiedelung des westlichsten Europas durch anatomisch moderne Menschen (Homo sapiens). Entdeckt wurden Steinwerkzeuge, die auf ein Alter von 41.100 bis 38.100 Jahren (cal BP) datiert wurden. Felszeichnungen aus der Altsteinzeit, die die weltweit bedeutendsten ihrer Art sind, wurden auf ein Alter zwischen 22.000 bis 8.000 Jahren vor heute datiert. Der √úbergang zur Jungsteinzeit erfolgte zwar sp√§t, daf√ľr setzte sich speziell in S√ľdportugal die Kupferverarbeitung besonders schnell durch. Erste Handelsbeziehungen mit anderen Regionen Europas sind f√ľr diese Zeit belegt. Ab 800 v. Chr. gr√ľndeten Ph√∂nizier Handelsst√ľtzpunkte an der Algarve. Ab etwa 600 v. Chr. gr√ľndeten Griechen im √∂stlichen und nord√∂stlichen Bereich mehrere kleine Siedlungen. Fr√ľhestens ab dem 6. bis 3. Jh. v.¬†Chr. wanderten in mehreren Wellen Kelten ein, die sich mit den Iberern vermischten. Neben den Kelten wird der Stamm der Lusitaner genannt, der den R√∂mern als besonders wehrhaft galt und im Lateinischen namensgebend f√ľr das Land werden sollte. Die Vermischung der Kelten mit der einheimischen Kultur erschuf die Keltiberer.

Ab 450 v. Chr. wurde die s√ľdliche iberische Halbinsel von Karthago kolonisiert. Bis 206 v. Chr. gelang es den R√∂mern, die Karthager zu vertreiben. Im Verlaufe des Zweiten Punischen Krieges, an dem zahlreiche lusitanische S√∂ldner von Karthago eingesetzt wurden, kam es zu einer Gegeninvasion Roms auf der iberischen Halbinsel und damit zu einer Romanisierung. Von den R√∂mern wurde das Territorium Portugals zun√§chst als Provinz Hispania ulterior, ab der Regierungszeit von Augustus unter dem Namen Lusitania verwaltet, die neben dem Gro√üteil des heutigen Portugal weitere Gebiete im Westen des heutigen Spanien umfasste. In Nord- und Nordostportugal trafen die r√∂mischen Eroberer auf starken Widerstand; erst ab 19 v.¬†Chr. galt die Region als unterworfen. Danach kam es zu starker Romanisierung, St√§dte nach r√∂mischem Vorbild, R√∂merstra√üen, Villae und Bergwerke entstanden, mit den Siedlern kam das Vulg√§rlatein ins Land, aus dem sp√§ter die portugiesische Sprache entstand, und auch das Christentum. Die r√∂mische Herrschaft endete in der V√∂lkerwanderungszeit; Sueben (ab 409), Alanen, Vandalen und vor allem Westgoten (ab 416) fielen ein und gr√ľndeten kurzlebige Reiche auf dem Gebiet des heutigen Portugal. Nur die Sueben konnten sich l√§nger halten, ihr Reich um Braga wurde jedoch 456 durch Theoderich II. und ein zweites Mal 585 durch Leovigild zerst√∂rt.

Maurische Herrschaft bis Kolonialmacht Portugal

Im Jahr 711 besiegte ein von TńĀriq ibn ZiyńĀd gef√ľhrtes Berberheer die Armee von Westgoten-K√∂nig Roderich. Bis 716 war das ganze Territorium des Westgoten-Reiches unter Kontrolle der Umayyaden, Lusitanien wahrscheinlich schon 713. Al-Andalus und vor allem das Emirat, sp√§ter Kalifat von C√≥rdoba wurde teils von sehr f√§higen und erfolgreichen Herrschern wie Abd ar-Rahman I., Abd ar-Rahman III. oder al-Hakam II. gef√ľhrt und geh√∂rte zu den fortschrittlichsten Reichen seiner Zeit. Nach seinem Zerfall in mehrere Taifas geh√∂rte der Gro√üteil Lusitaniens zur Taifa von Badajoz, der √§u√üerste S√ľden zu Sevilla und zu anderen Kleink√∂nigreichen. Es kam zu einer Einwanderung von berberischen Siedlern, klimatisch bedingt vor allem in den S√ľden der Halbinsel. Der maurische Einfluss auf Kultur und Sprache Portugals war stark und nachhaltig.

Das K√∂nigreich Asturien war f√ľr die Mauren nicht von Interesse. Von hier ausgehend begann im 9. Jahrhundert die christliche Reconquista der Territorien des sp√§teren Portugal. Im Jahr 868, w√§hrend einer Schw√§chephase des Emirates von C√≥rdoba, wurde Portucale erobert (Pres√ļria), 879 Coimbra. Mit der Pres√ļria von Portucale durch V√≠mara Peres entwickelte sich in der Gegend um Porto als Teil des K√∂nigreiches Asturien-Le√≥n eine ‚Äěerste‚Äú Grafschaft Portucale (Condado Portucalense). Nachkommen aus der Familie von V√≠mara Peres herrschten in dieser Region bis 1071; es kam zum Wiederaufbau von Braga und zum Bau der Festung von Guimar√£es. 1071 wurde eine Revolte des letzten Grafen von Portucale, Nuno Mendes, gegen den 1065 zum K√∂nig von Galicien und Portugal ernannten Garcia niedergeschlagen. Der K√∂nig von Le√≥n belehnte um 1095 Heinrich von Burgund mit Portucale und Coimbra. Es entstand eine, ebenfalls als Condado Portucalense bezeichnete, ‚Äězweite‚Äú Grafschaft Portucale, die direkt zur Gr√ľndung des unabh√§ngigen K√∂nigreiches von Portugal f√ľhrte.

Bereits der Sohn Heinrichs von Burgund, Alfons I., rebellierte 1127 mit Unterst√ľtzung des lokalen Kleinadels (infan√ß√Ķes) nach dem Tod Heinrichs gegen seine eigene Mutter, die einen galicischen Prinzen geheiratet hatte. Nach der gewonnenen Schlacht von Ourique hatte er so weit an Prestige gewonnen, dass er 1143 mit Einverst√§ndnis von Alfons VII. von Le√≥n den K√∂nigstitel annahm. Im Jahre 1166 gab Le√≥n den Anspruch der Vorherrschaft √ľber Portucale auf, womit die formelle Unabh√§ngigkeit erlangt wurde. Die Herrscher des Hauses Burgund versuchten, ihr Territorium in Richtung S√ľden auszudehnen, wobei es das Ziel gewesen sein d√ľrfte, die Macht √ľber ganz Lusitanien zu erlangen. Kastilien verhinderte dies aber. Bis 1250 wurde die Reconquista mit der Eroberung der Algarve, unter starker Beteiligung ausl√§ndischer Ritter und Ritterorden, abgeschlossen.

1383 starb das Haus Burgund in Portugal aus. Ein nichtehelicher Abk√∂mmling, Johann von Avis rief sich zum K√∂nig aus, konnte kastilische Anspr√ľche auf den portugiesischen Thron in der Schlacht von Aljubarrota (1385) abwehren und gr√ľndete die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis. Unter den Avis-K√∂nigen (besonders Emanuel¬†I. ‚Äď er herrschte von 1495 bis 1521) stieg Portugal zu einer f√ľhrenden europ√§ischen Handels- und Seemacht auf. Heinrich der Seefahrer (1394‚Äď1460) initiierte Entdeckungsreisen an der westafrikanischen K√ľste, die am Beginn der Errichtung des portugiesischen Kolonialreiches zuerst in Afrika, sp√§ter in S√ľdamerika (Brasilien) sowie Asien (Portugiesisch-Indien, Ceylon, Malakka, Macau u.¬†a.) und der europ√§ischen Expansion standen. Das Land wurde zu einer Gro√ümacht und aufgrund der Eink√ľnfte vor allem aus dem Indienhandel eine der reichsten Nationen Europas. Auch kulturell kam es zu einer Bl√ľtezeit (Lu√≠s de Cam√Ķes).

1580 starb das Haus Avis aus, Portugal fiel aus dynastischen Gr√ľnden an die spanischen Habsburger (Iberische Union). Bis 1640 herrschten die Spanier; Portugal verlor seine Unabh√§ngigkeit, sank zur spanischen Provinz herab und verlor Teile seines Kolonialreiches. 1640 f√ľhrte der Herzog von Braganza eine Adelsrevolte gegen die spanische Herrschaft an und rief sich als Johann¬†IV. zum K√∂nig aus. Er gr√ľndete die vorletzte portugiesische Dynastie, das Haus Braganza. Au√üen- und wirtschaftspolitisch geriet das Land in immer gr√∂√üere Abh√§ngigkeit von England (Methuenvertrag, 1703). 1755 vernichtete ein Erdbeben gro√üe Teile der Hauptstadt Lissabon. Unter dem Ersten Minister und Reformer Marqu√™s de Pombal wurde die Stadt wieder aufgebaut und das Land mit zum Teil drastischen Methoden zu einem aufgekl√§rt absolutistischen Staat umgeformt. 1761 kam es zu einem Angriff Spaniens und Frankreichs auf das Land, Pombal trug Wilhelm Graf zu Schaumburg-Lippe den Oberbefehl √ľber die vereinigten portugiesischen und britischen Truppen an. Wilhelm wehrte die Angriffe ab und sicherte damit die Unabh√§ngigkeit Portugals. In den folgenden Jahren reformierte er das portugiesische Heer tiefgreifend und lie√ü die Festung Elvas an der spanischen Grenze errichten. 1807 besetzten napoleonische Truppen das Land; die k√∂nigliche Familie floh nach Brasilien. Nachdem die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben worden waren, kam es zur liberalen Revolution, das Land erhielt zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Verfassung (1821). Der anschlie√üende Kampf zwischen Anh√§ngern des Absolutismus und Bef√ľrwortern einer konstitutionellen Monarchie wurde erst durch den Sieg Letzterer im Miguelistenkrieg entschieden. Am 7. September 1822 erlangte Brasilien unter Kaiser Pedro I. seine Unabh√§ngigkeit.

Endphase der Monarchie bis Estado Novo

Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wurde von der Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksliberalen (Cartisten und Setembristen) gepr√§gt. 1853 starb mit K√∂nigin Maria II. das Haus Braganza in direkter Linie aus, √ľber die Ehe der K√∂nigin mit Ferdinand¬†II. von Sachsen-Coburg und Gotha √ľbernahm der portugiesische Zweig dieses deutschen Adelshauses den Thron (bis 1910). Die Endphase der Monarchie war durch eine gro√üe Armut, geringe Bildung (80 Prozent der Portugiesen waren Analphabeten), allgemeine wirtschaftliche Probleme (Staatsbankrott 1891) und durch sich zu Staatskrisen ausweitende republikanische Aufst√§nde gepr√§gt. Unter Jo√£o Franco wurden die K√∂nigsbez√ľge weiter erh√∂ht und das Ansehen der Monarchie litt versch√§rft durch den sichtbaren Widerspruch zwischen zerr√ľtteten Staatsfinanzen einerseits und dem luxuri√∂sen, extravaganten Lebensstil der Herrscherfamilie andererseits. 1908 wurden der K√∂nig Karl¬†I. und sein Sohn, Thronfolger Ludwig Philipp, bei einer Kutschfahrt erschossen. Nur der Sohn Manuel √ľberlebte das Attentat.

Am 3. Oktober 1910 wurde der republikanische Abgeordnete Miguel Bombarda unter ungeklärten Umständen ermordet. In der Nacht kam es daraufhin in Lissabon zu Aufständen. Eine schnell gebildete provisorische Regierung rief am 5. Oktober 1910 die Republik aus; König Manuel II. floh ins englische Exil.

Die junge Republik Portugal sagte Gro√übritannien 1914 materielle Unterst√ľtzung und die Entsendung eigener Truppen zu. Obwohl sie offiziell neutral war, rechtfertigte die portugiesische Regierung die Beteiligung am Ersten Weltkrieg mit einem alten Allianz-Abkommen der beiden L√§nder, das 1912 erneuert worden war.

Im März 1916 trat das Land auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Portugal mobilisierte zeitweise 56.500 Soldaten. In der Vierten Flandernschlacht fielen an einem einzigen Tag fast 7500 Männer bei einer deutschen Offensive.

In der sogenannten Ersten Republik (bis 1926) herrschten allgemeine politische Instabilität und chaotische Zustände. Sie war durch monarchistische und kommunistische Aufstände, Putschversuche (unter anderen des Sidónio Pais, 1917) und schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne parlamentarische Mehrheit gekennzeichnet.

1926 putschte das Milit√§r und beendete die erste Republik. Unter den Milit√§rs stieg ein Zivilist, Ant√≥nio de Oliveira Salazar, ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpr√§sident, zu h√∂chster Macht auf. Er gr√ľndete ab 1933 den ‚ÄěEstado Novo‚Äú, den neuen Staat, ein autorit√§res Gebilde mit faschistischen Tendenzen, mit Einheitspartei (Nationale Union), Staatsjugend und Geheimpolizei (PIDE). Die katholisch-autorit√§re und antidemokratische Ideologie des Diktators verfolgte das Projekt eines ‚ÄěSt√§ndestaates‚Äú.

Gem√§√ü dem Dekret Nummer 19694 vom 5. Mai 1931 erhielten Frauen das aktive und passive Wahlrecht unter der Bedingung, dass sie mindestens die Sekundarschule abgeschlossen hatten; M√§nner dagegen mussten nur lesen und schreiben k√∂nnen. Nach Adams bewirkte diese Klausel ein sehr eingeschr√§nktes Frauenwahlrecht f√ľr Frauen mit hoher Bildung. Mit dem Wahlgesetz D.L. 24631 vom 6. November 1934 erhielten alle, die lesen und schreiben konnten, das nationale Wahlrecht. Bei Wahlen zu bestimmten lokalen Gremien aber blieben einige Beschr√§nkungen f√ľr Frauen bis 1968 in Kraft.

Au√üenpolitisch baute Salazar auf die Bindung an Gro√übritannien, sympathisierte im spanischen B√ľrgerkrieg mit den nationalspanischen Kr√§ften und taktierte geschickt zwischen den Bl√∂cken. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Land neutral, belieferte beide Seiten mit dem wichtigen Rohstoff Wolfram und wurde zum Tummelplatz von Geheimagenten vieler Kriegsparteien. Salazar, der von Anfang an mit einem alliierten Sieg rechnete und entscheidend auf Franco im Sinne einer spanischen Neutralit√§t eingewirkt hatte, erlaubte den Alliierten schlie√ülich im Herbst 1943 die Einrichtung von Milit√§rbasen auf den Azoren.

Portugal ist Gr√ľndungsmitglied der 1949 geschaffenen NATO. Ab 1960 ‚Äď dem Afrikanischen Jahr, bei dem 18 L√§nder unabh√§ngig wurden ‚Äď begann der Kolonialkrieg, der in Afrika (Angola, Mosambik, Guinea-Bissau) mit gro√üer H√§rte gef√ľhrt wurde. Der Versuch des Offiziers Henrique Galv√£o, das Salazar-System durch die Entf√ľhrung des Passagierschiffs Santa Maria im Januar 1961 in der Karibik zum Einsturz zu bringen, scheiterte, obwohl die Santa-Maria-Aff√§re international Aufsehen erregte.

1968 musste Salazar wegen gesundheitlicher Probleme zur√ľcktreten. Sein Nachfolger, Marcelo Caetano, konnte sich nicht zu grundlegenden Reformen entschlie√üen. Durch den Kolonialkrieg war Portugal au√üenpolitisch zunehmend isoliert, die Kriegskosten f√ľhrten zu steigender Staatsverschuldung und Inflation.

F√ľhrende Milit√§rs erkannten, dass der Kolonialkrieg milit√§risch f√ľr Portugal nicht zu gewinnen war. Wegen der Unf√§higkeit der Regierung, eine politische L√∂sung des Problems zu finden, putschten sie 1974. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Bev√∂lkerung mit der Diktatur, durch die einsetzende Wirtschaftskrise (ausgel√∂st durch die erste √Ėlkrise 1973) noch verst√§rkt, f√ľhrte dazu, dass sich gro√üe Teile der Bev√∂lkerung mit den putschenden Offizieren solidarisierten. Es kam zu einer allgemeinen Volkserhebung, der Nelkenrevolution, die den Estado Novo beendete. Nach dem Milit√§rputsch von 1974 wurde am 14. Mai 1974 ein neues Wahlgesetz beschlossen (Gesetz 3/74, Artikel 4, Nummer 1). Nach dem Dekret-Gesetz Nummer 621-A/74, Artikel 1.1 vom 15. November 1974 waren f√ľr die Konstituierende Versammlung portugiesische Staatsb√ľrgerinnen und Staatsb√ľrger wahlberechtigt, die am 28. Februar 1975 18 Jahre oder √§lter waren. Zum ersten Mal in der portugiesischen Geschichte war damit das allgemeine Wahlrecht anerkannt und wurde im folgenden Jahr ausge√ľbt: Im April 1975 wurden die Mitglieder der Konstituierenden Versammlung gew√§hlt, die die Verfassung von 1976 konzipierte. Diese wurde am 2. Juni 1976 proklamiert und damit f√ľr alle Wahlen eine Gleichheit des Wahlrechts f√ľr Frauen und M√§nner verfassungsrechtlich abgesichert.

Die neuen Machthaber entließen die portugiesischen Kolonien, bis auf Macau, in die Unabhängigkeit (1974/1975). Macau folgte 1999.

Nelkenrevolution bis EG-Beitritt

Die erste Zeit nach der Revolution war gepr√§gt von der Auseinandersetzung zwischen einer eher konservativen Str√∂mung (General Sp√≠nola) und einem sozialistischen Fl√ľgel (Hauptmann Otelo Saraiva de Carvalho) innerhalb des MFA (Movimento das For√ßas Armadas ‚Äď Bewegung der Streitkr√§fte), der Vereinigung der putschenden Offiziere. Zun√§chst sah es so aus, als w√ľrde die sozialistische Str√∂mung siegen, es kam zu Verstaatlichungen und zu einer Landreform. Die Verfassung von 1976 definierte den √úbergang zum Sozialismus als Staatsziel.

Als sich bei den ersten Pr√§sidentschaftswahlen nach der neuen Verfassung 1976 der gem√§√üigtere General Eanes √ľberraschend deutlich gegen Otelo Saraiva de Carvalho durchsetzen konnte, waren die Weichen f√ľr eine R√ľckkehr des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie westeurop√§ischen Zuschnitts gestellt. Eanes und der Vorsitzende der Sozialistischen Partei M√°rio Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978 und 1983 bis 1985, Staatspr√§sident von 1986 bis 1996) f√ľhrten das Land schlie√ülich 1986 in die Europ√§ische Gemeinschaft.

Vom EU-Beitritt bis heute

1979 gewann zum ersten Mal seit der Nelkenrevolution wieder eine politische Gruppierung die Parlamentswahlen, die rechts der Mitte stand, die Regierungen unter Francisco S√° Carneiro und Francisco Pinto Balsem√£o. Die Regierung konnte sich mit der sozialistischen Opposition auf eine Verfassungs√§nderung einigen, die die sozialistischen √úberreste entfernte, welche nach der Nelkenrevolution in die Verfassung geschrieben worden waren. Die 1982 in Kraft getretene Verfassungs√§nderung ersetzte den bis dahin bedeutenden Revolutionsrat durch ein Verfassungsgericht nach dem Vorbild anderer demokratischer Staaten. 1985 wurde An√≠bal Cavaco Silva Premierminister. Seiner konservativen Partido Social Democrata (PSD) gelang bei den Wahlen 1987 ein Erdrutschsieg; erstmals errang eine Partei die absolute Mehrheit. Cavaco Silva blieb bis 1995 Ministerpr√§sident. Er verfolgte eine neoliberale Wirtschaftspolitik und nahm die Verstaatlichungen aus der Zeit der Nelkenrevolution zur√ľck. Von 1995 bis 2002 stellten wieder die Sozialisten mit Ant√≥nio Guterres die Regierung.

Bei den Parlamentswahlen vom 17. M√§rz 2002 kam es zu einem neuerlichen Rechtsrutsch. Bei einer Wahlbeteiligung von 62,3¬†Prozent erreichte die konservative PSD unter Jos√© Manuel Dur√£o Barroso eine relative Stimmenmehrheit von 40,1¬†Prozent, gefolgt von der sozialistischen Partido Socialista und der rechtskonservativen Volkspartei CDS-PP mit 37,9 beziehungsweise 8,8¬†Prozent. Mit letzterer bildete Barroso eine Koalitionsregierung, wobei der populistische Vorsitzende des CDS-PP, Paulo Portas, das Amt des Verteidigungsministers √ľbernahm und zudem die Bereiche Justiz sowie Arbeit und Soziales an das CDS-PP gingen. Die Sozialisten stellten jedoch ununterbrochen den Pr√§sidenten des Landes, da Nachfolger von Soares 1996 der Sozialist Jorge Sampaio wurde.

Im Juli 2004 wurde Barroso vom Europ√§ischen Rat zum Nachfolger von Romano Prodi als Pr√§sident der Kommission der Europ√§ischen Union nominiert. Sein Nachfolger als Ministerpr√§sident wurde Pedro Santana Lopes, der nur kurze Zeit regieren konnte, da Pr√§sident Sampaio bereits im November das Parlament vorzeitig aufl√∂ste und f√ľr Februar 2005 Neuwahlen ausschrieb, bei der die Partido Socialista mit 121 von 230 Sitzen zum ersten Mal in der Geschichte die absolute Mehrheit der Parlamentssitze errang. Ihr Spitzenkandidat Jos√© S√≥crates wurde am 12. M√§rz 2005 neuer Ministerpr√§sident des Landes.

Am 22. Januar 2006 w√§hlten ungef√§hr 8,9 Millionen Portugiesen einen neuen Pr√§sidenten. Der bisherige Pr√§sident, der Sozialist Jorge Sampaio, durfte sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl stellen. Gegen f√ľnf Kandidaten der Linken setzte sich bereits im ersten Wahlgang der Mitte-rechts-Kandidat und fr√ľhere Regierungschef An√≠bal Cavaco Silva (PSD) mit einer absoluten Mehrheit von 50,6¬†Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 62,6¬†Prozent durch. Er wurde von einem B√ľndnis aus PSD und CDS-PP unterst√ľtzt. Der als Architekt des portugiesischen Wirtschaftsaufschwungs in den Jahren 1985 bis 1995 geltende 66-j√§hrige Wirtschaftsprofessor wurde damit der erste b√ľrgerliche Pr√§sident in Portugal seit der Nelkenrevolution von 1974. Er wurde am 9. M√§rz 2006 f√ľr f√ľnf Jahre in sein Amt eingef√ľhrt. Am 23. Januar 2011 wurde Cavaco Silva im Amt best√§tigt.

Die drastischen Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise dominierten den Wahlkampf bei den Parlamentswahlen 2009. Obwohl die regierenden Sozialisten deutlich an W√§hlerstimmen verloren und ihre absolute Mehrheit einb√ľ√üten, gelang es ihnen, sich als w√§hlerst√§rkste Partei zu behaupten. Damit blieb auch die Regierung S√≥crates im Amt.

Nachdem das Sparkonzept der Regierung im Parlament keine Mehrheit fand, reichte S√≥crates am 23. M√§rz 2011 sein R√ľcktrittsgesuch ein. In den anschlie√üenden Neuwahlen erfuhren die Sozialisten eine deutliche Wahlniederlage. Folgerichtig wurde am 15. Juni 2011 Pedro Passos Coelho, Vorsitzender der mit fast 40¬†% der Stimmen siegreichen liberal-konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD), zum neuen Ministerpr√§sidenten Portugals ernannt. Er f√ľhrte eine Koalitionsregierung aus PSD und CDS-PP, die mit 132 von 230 Parlamentssitzen √ľber eine solide Mehrheit verf√ľgte.

Nach der Parlamentswahl am 4. Oktober 2015 blieb das bisher regierende Parteienb√ľndnis P√†F zwar st√§rkste Kraft, verlor jedoch die absolute Mehrheit. Die linken bisherigen Oppositionsparteien PS, BE und CDU halten zusammen mit 124 der insgesamt 230 Sitze im Parlament eine regierungsf√§hige Mehrheit. Am 20. Oktober 2015 sagte Ant√≥nio Costa (PS) dem Staatspr√§sidenten Anibal Cavaco Silva, dass er eine Linksregierung bilden wolle. Cavaco Silva blockierte jedoch vorerst die Versuche der Sozialisten und Kommunisten, ein Regierungsb√ľndnis zu schlie√üen, und ernannte den amtierenden b√ľrgerlich-konservativen Ministerpr√§sidenten Pedro Passos Coelho abermals zum Regierungschef. In einer Fernsehrede an die Nation am Abend des 22. Oktober 2015 begr√ľndete Cavaco Silva dies mit R√ľcksichtnahme auf Europ√§ische Union und Euro, ‚ÄěFinanzinstitutionen, Investoren und die M√§rkte‚Äú. Erst zwei Wochen, nachdem die Parlamentsmehrheit Passos Regierungsprogramm abgelehnt hatte, beauftragte der Pr√§sident am 23. November Costa, der ein Ende der unsozialen Politik versprach und den Mindestlohn und die Renten anheben und die Wirtschaft ankurbeln will, mit der Regierungsbildung unter der Auflage, den Regeln der Euro-Zone zu folgen und den internationalen Verpflichtungen Portugals nachzukommen. Ant√≥nio Costa ist seit 26. November 2015 als Premierminister im Amt. Am 24. Januar 2016 wurde Marcelo Rebelo de Sousa (PSD) zum Staatspr√§sidenten gew√§hlt.

Politik

Politisches System

Seit der Nelkenrevolution des Jahres 1974 hat sich Portugal zu einer stabilen, repräsentativen Demokratie mit semipräsidentiellem Regierungssystem entwickelt. Die vier wichtigsten Organe der Politik in Portugal sind der Präsident, der Premierminister und sein Ministerrat, das Parlament sowie die Justiz (siehe auch Verfassung Portugals). Im Demokratieindex 2020 belegt Portugal Platz 26 von 167 Ländern.

Der Pr√§sident, der alle f√ľnf Jahre direkt in allgemeinen und direkten Wahlen bestimmt wird, ist Oberkommandierender der Streitkr√§fte. Er ernennt einen Premierminister und den Ministerrat, wobei er sich am Ergebnis der Parlamentswahlen zu orientieren hat. Der Staatsrat ist ein Gremium, das den Pr√§sidenten ber√§t, und besteht aus dem Staatspr√§sidenten und seinen Vorg√§ngern, dem Premierminister, dem Pr√§sidenten des Verfassungsgerichtes (Tribunal Constitucional), dem B√ľrgerbeauftragten, den regionalen Pr√§sidenten (Madeira und Azoren) sowie f√ľnf vom Staatspr√§sidenten und f√ľnf vom Parlament ausgew√§hlten Personen.

Die Verfassung von 1976 galt als ein Kompromiss zwischen zwei Legitimit√§tsformen, die sich w√§hrend der Transformation herausgebildet haben: dem Milit√§r, dem gew√§hlten Parlament und dem gew√§hlten Pr√§sidenten. Bis zu einer endg√ľltigen Institutionalisierung des Regierungssystems in Portugal dauerte es bis 1982, als die Verfassung eine Revision erfuhr. Bis 1982 wurde die revolution√§re Legitimation des Milit√§rs als notwendig empfunden. Seit der Revision 1982 wurden die Befugnisse des Pr√§sidenten zu Gunsten des Parlamentes beschnitten. Man spricht in dem Zusammenhang von der Herausbildung eines parlamentarischen Regierungssystems. Die Regierung ist seitdem allein dem Parlament verantwortlich. Die Befugnisse des Milit√§rs wurden durch die Aufl√∂sung des Revolutionsrates beschnitten und einer zivilen Kontrolle unterstellt. Seit der Verfassungsrevision 1982 hat der direkt gew√§hlte Pr√§sident in Portugal keine exekutiven Befugnisse mehr.

Die Regierung wird vom Premierminister geleitet, der sich einen Ministerrat zusammenstellt. Jede neue Regierung muss dem Parlament ihr Programm zur Debatte vorlegen. Wird es nicht abgelehnt, ist die Regierung vom Parlament akzeptiert.

Das Parlament wird als Assembleia da Rep√ļblica (Versammlung der Republik) bezeichnet und besteht aus einer Kammer mit bis zu 230 Abgeordneten (Einkammersystem). Die Abgeordneten werden f√ľr vier Jahre nach Verh√§ltniswahlrecht gew√§hlt. Der Pr√§sident hat das Recht, das Parlament aufzul√∂sen und Neuwahlen anzusetzen.

Das Oberste Gericht ist die h√∂chste Instanz der portugiesischen Justiz. Zudem sind besondere Oberste Gerichte f√ľr milit√§rische, verwaltungsrechtliche und steuerrechtliche Fragen zust√§ndig. Das Verfassungsgericht Portugals hat neun Mitglieder und √ľberwacht die verfassungsgem√§√üe Auslegung des Rechts.

Die √ľber lange Zeit gr√∂√üten Parteien sind die sozialdemokratisch orientierte Sozialistische Partei (PS) und die b√ľrgerlich-konservativ orientierte Sozialdemokratische Partei (PSD). Daneben gibt es noch die rechtspopulistische Volkspartei (CDS/PP), die traditionsreiche Kommunistische Partei (PCP) und den vor wenigen Jahren als Sammelbecken der intellektuellen Linken gegr√ľndeten Linksblock (BE). Die f√ľnf Parteien sind seit der Parlamentswahl am 5. Juni 2011 im Parlament vertreten. Die Gr√ľnen (PEV) treten in Portugal seit 1987 immer in Listenunion mit den Kommunisten an und bekommen seit Gr√ľndung dieses B√ľndnisses (CDU) immer zwei Parlamentsmandate.

Internationale Beziehungen

Portugal ist Mitglied der Europäischen Union und hatte im zweiten Halbjahr 2007 den Ratsvorsitz inne. Das Land hatte den Vorsitz bereits im ersten Halbjahr 2000. In dieser Zeit verfolgte Portugal vor allem das Ziel, den Dialog mit Afrika zu forcieren und Impulse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu geben.

Portugal war Gr√ľndungsmitglied der NATO und beteiligt sich mit Truppen an der Friedenssicherung auf dem Balkan. Zusammen mit Spanien ist Portugal an den Ibero-Amerikanischen Gipfeltreffen beteiligt, die vor allem den Dialog mit den L√§ndern Lateinamerikas f√∂rdern sollen. Federf√ľhrend war das Land bei der Gr√ľndung der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen L√§nder (CPLP), deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit dieser L√§nder zu vertiefen. Ferner ist das Land Mitglied in der Lateinischen Union, die den Erhalt und die Vielf√§ltigkeit der romanischen Sprachen f√∂rdert.

Portugal unterst√ľtzte eins seiner fr√ľheren Kolonialgebiete, Osttimor, im Kampf um Unabh√§ngigkeit von Indonesien, und kooperiert dabei zugunsten des jungen Staates finanziell und milit√§risch mit asiatischen L√§ndern, den Vereinigten Staaten sowie der UNO.

Es besteht ein Streit zwischen Portugal und Spanien um das Gebiet von Olivenza (oder Oliven√ßa), das gegenw√§rtig zum spanischen Staat geh√∂rt, jedoch von Portugal beansprucht wird. Oliven√ßa kam 1801 unter spanische Verwaltung, doch Spanien erkl√§rte sich auf dem Wiener Kongress von 1815 bereit, das Gebiet an Portugal zur√ľckzugeben. Portugal verlangt seither die R√ľckgabe.

  • Siehe auch: √úbersicht der bilateralen Beziehungen Portugals

Bildungssystem

Bis zur Nelkenrevolution 1974 wurde Bildung vernachl√§ssigt, und nach der Revolution ging der Aufbau des Bildungssystems nur langsam voran. Dies macht sich bis heute bemerkbar: Im Jahr 2000 verf√ľgten beispielsweise nur ungef√§hr ein Zehntel der Drei√üigj√§hrigen √ľber einen Hochschulabschluss. Damit lag Portugal unter den EU-Mitgliedern vor der Osterweiterung mit gro√üem Abstand weit zur√ľck. Die Analphabetenquote liegt um 4,6¬†% (3,1¬†% bei M√§nnern, 5,9¬†% bei Frauen). Im PISA-Ranking von 2015 erreichen Portugals Sch√ľler Platz 29 von 72 L√§ndern in Mathematik, Platz 22 in Naturwissenschaften und Platz 21 beim Leseverst√§ndnis. Portugal liegt damit √ľber dem Durchschnitt der OECD-Staaten.

Das Schulsystem besteht aus einer vierj√§hrigen Grundschule und einer f√ľnfj√§hrigen Oberschule. F√ľr Kinder ab dem sechsten Lebensjahr besteht eine gesetzlich festgelegte neunj√§hrige Schulpflicht. Der Pflichtschulunterricht ist an staatlichen Schulen kostenlos. F√ľr den Unterricht an einer der vergleichsweise zahlreichen privaten Schulen k√∂nnen bed√ľrftige Familien Unterst√ľtzung erhalten.

Wer nach der Oberschule die dreij√§hrige Escola Secund√°ria absolviert, bekommt die Universit√§tsreife und kann zwischen mehreren M√∂glichkeiten des Hochschulstudiums w√§hlen: Hochschulbildung wird in Portugal von staatlichen und privaten Universit√§ten (universidades) sowie staatlichen und privaten Fachhochschulen (escolas polit√©cnicas) angeboten. Zur F√∂rderung abgelegener Gebiete wurden in vielen mittleren St√§dten Hochschulen eingerichtet. In jedem Fall ist eine Aufnahmepr√ľfung zu absolvieren und es sind Studiengeb√ľhren zu entrichten, die bei privaten Schulen h√∂her sind als bei staatlichen. Sie sind je nach Fachrichtung unterschiedlich, f√ľr staatliche Einrichtungen bis zu 850¬†‚ā¨ j√§hrlich. Trotzdem ist etwa ein Drittel der Studenten bei einer privaten Institution eingeschrieben. Zus√§tzlich zu den Einschreibegeb√ľhren sind propinas, Geb√ľhren f√ľr die Vergabe von Zeugnissen und Diplomen zu zahlen. Etwa 20¬†% der Studenten kommen in den Genuss einer einkommensabh√§ngigen staatlichen Unterst√ľtzung.

Gesundheitssystem

Mit dem steuerfinanzierten Servi√ßo Nacional de Sa√ļde steht seit 1979 allen Einheimischen und Besuchern ein, bis auf meist geringe Zuzahlungen, weitgehend kostenloses Gesundheitssystem zur Verf√ľgung, wie es die portugiesische Verfassung von 1976 festgeschrieben hat. Daneben bestehen berufsst√§ndische und private Gesundheitssysteme. Mit 3,34 √Ąrzten pro 1000 Einwohner befindet sich der medizinische Versorgungsgrad in Portugal weltweit auf dem 29. Rang (Vergleich: Deutschland 4,33; Schweiz 4,24; √Ėsterreich 5,14). Die Lebenserwartung in Portugal liegt mit 79 Jahren (2009) inzwischen √ľber dem europ√§ischen Mittelwert von 77 Jahren.(2012)

Der öffentliche Rettungsdienst INEM deckt Kontinentalportugal mit einem einheitlichen Notfalldienst ab.

Entwicklung der Lebenserwartung

Quelle: UN

Administrative Gliederung

Portugal gliedert sich in f√ľnf Regionen, 18 Distrikte und die zwei autonomen Regionen der Azoren und Madeira. Zu statistischen Zwecken sind zudem 28 sogenannte statistische Unterregionen eingerichtet. Eine Ebene darunter folgt die Kommunale Selbstverwaltung in Portugal mit 308 Kreisen (Concelhos) und 3091 Gemeinden (Freguesias). Bis zur administrativen Neuordnung 2013 waren es 4259 Gemeinden.

Militär

Die Portugiesischen Streitkräfte (portugiesisch: Forças Armadas Portuguesas) unterstehen dem Verteidigungsministerium und bestehen aus den Teilstreitkräften

  • Heer (Ex√©rcito Portugu√™s)
  • Marine (Marinha Portuguesa)
  • Luftstreitkr√§fte (For√ßa A√©rea Portuguesa)
  • Republikanische Nationalgarde (Guarda Nacional Republicana)

Der Pr√§sident ist Oberkommandierender der Streitkr√§fte. Die bis 2003 herrschende allgemeine Wehrpflicht ist ausgesetzt. Portugal gab 2017 knapp 1,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 3,8 Milliarden Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Recht und Justiz

Das portugiesische Recht hat sich aus dem römischen Recht entwickelt. Nach dem französischen Recht ist es im 20. Jahrhundert vor allem vom deutschen Recht beeinflusst worden.

In Portugal bestehen folgende Gerichte:

  • das Verfassungsgericht (Tribunal Constitucional)
  • der Oberste Gerichtshof (Supremo Tribunal de Justi√ßa)
    • 5 Rechtsmittelgerichte (tribunais da rela√ß√£o)
      • 23 Bezirksgerichte (tribunais de comarca), 4 Strafvollstreckungsgerichte (tribunais de execu√ß√£o das penas), 4 Fachgerichte (Tribunal mar√≠timo; Tribunal da propriedade intelectual; Tribunal da concorr√™ncia, regula√ß√£o e supervis√£o; Tribunal central de instru√ß√£o criminal)
        • 25 Friedensgerichte (julgados de paz)
  • das Oberste Verwaltungsgericht (Supremo Tribunal Administrativo)
    • 2 zentrale Verwaltungsgerichte (tribunais centrais administrativos)
      • 15 Verwaltungs- und Finanzgerichte (tribunais administrativos e fiscais), ein Bezirksverwaltungsgericht (tribunal administrativo de c√≠rculo), ein Steuergericht (tribunal tribut√°rio)
  • der Rechnungshof (Tribunal de Contas).

Wirtschaft

Allgemeines

Seit dem Beitritt Portugals zur EG im Jahre 1986 hat sich Portugal zu einer zunehmend diversifizierten, vor allem auf Dienstleistungen ausgerichteten √Ėkonomie entwickelt. Dienstleistungen sind mittlerweile f√ľr etwa zwei Drittel des BIP verantwortlich. Wie in anderen Staaten Europas wurden weit reichende Privatisierungen durchgef√ľhrt und die Staatsausgaben reduziert. Im Jahre 1998 hat sich Portugal f√ľr den Beitritt zur Europ√§ischen W√§hrungsunion qualifiziert und f√ľhrte wie elf andere Staaten am 1. Januar 2002 den Euro als Zahlungsmittel ein und l√∂ste damit den Portugiesischen Escudo ab.

Das Wirtschaftswachstum hat mit etwa 3,3¬†% j√§hrlich jenes des EU-Durchschnitts in den Jahren bis zur Weltwirtschaftskrise ab 2007 meist √ľbertroffen. Trotzdem ist Portugal immer noch das √§rmste Altmitglied der EU: Das Pro-Kopf-BIP (in Kaufkraftparit√§ten) liegt bei etwa 78¬†% des Durchschnitts der EU-L√§nder vor der Osterweiterung, wobei es im Jahr 1985 noch etwa bei 50¬†% lag. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreicht Portugal einen Index von 77 (EU-28:100) (2015). Die Entwicklung im Land ist jedoch sehr unterschiedlich. Nimmt man nur den Gro√üraum Lissabon, so liegt der Index hier mit √ľber 100 inzwischen leicht √ľber dem europ√§ischen Durchschnitt (2014).

2011 schrumpfte die Wirtschaft um 1,7¬†% und 2012 um 3,2¬†%. Erst in der zweiten Jahresh√§lfte 2013 konnte Portugal die Rezession √ľberwinden. Im Jahr 2014 wurde ein Wachstum von rund 1¬†% erzielt. F√ľr das Jahr 2015 werden knapp 2¬†% Wirtschaftswachstum erwartet. Das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen eines Arbeitnehmers betr√§gt aktuell ca. 1100 Euro brutto, der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 515 Euro brutto.

Das Bruttoinlandsprodukt Portugals betrug im Jahr 2017 193 Mrd. Euro. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr ca. 18.700 Euro.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Portugal Platz 42 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 77 von 180 L√§ndern.

Demographie und Arbeitslosigkeit

Als Hindernis f√ľr st√§rkeres Wachstum von Produktivit√§t und Besch√§ftigung wurden traditionell strukturelle Probleme angegeben. Zun√§chst waren dies Defizite im Bildungssystem, die relativ hohe Analphabetismusrate, die teils schlechte Infrastruktur und die ineffiziente Verwaltung. Insbesondere seit den sp√§ten 1990er-Jahren gelten diese Defizite weitgehend als behoben. So liegt die Analphabetenrate in Portugal inzwischen bei 5¬†%, Tendenz sinkend (zum Vergleich: Deutschland 1¬†%). 2013 hatten 24,6¬†% der M√§nner und 36,1¬†% der Frauen zwischen 30 und 34 Jahren einen Hochschulabschluss (zum Vergleich: NRW 28,3¬†% / 29,9¬†%). Zudem erfuhr die Infrastruktur im Land enorme Investitionen, auch mit Hilfe der EU. Als Ergebnis kann beispielhaft ein √ľberdurchschnittlicher Ausbau der Glasfaseranschl√ľsse f√ľr schnelles Internet gelten (2012: 10,3¬†%, zum Vergleich: Deutschland 1,1¬†%), auch ist das Autobahnnetz Portugals heute eines der dichtesten in Europa, und eine Unternehmensgr√ľndung ist online innerhalb eines Tages m√∂glich. Pr√§mierte Entwicklungen wie die weitverbreiteten Multibanco-Bankautomaten oder das Via-Verde-Mautsystem k√∂nnen als Beispiele f√ľr die Innovationsf√§higkeit im Land gelten. Nach einer Boomphase bis Anfang der 2000er-Jahre geriet Portugal dann zunehmend in Wettbewerb mit den Niedriglohnl√§ndern Mittel- und Osteuropas, Asiens und Nordafrikas, worunter die Attraktivit√§t Portugals f√ľr ausl√§ndische Direktinvestitionen litt. Diese steigen jedoch seit 2009 wieder deutlich an und betrugen 2012 √ľber 57 Mrd. Euro. Die Durchschnittsl√∂hne in Portugal sind f√ľr westeurop√§ische Verh√§ltnisse weiterhin niedrig und die Arbeitszeiten zum Teil wesentlich l√§nger.

Im April 2017 lag die Arbeitslosigkeit in Portugal bei 9,8 Prozent ‚Äď 7,9 Prozentpunkte weniger als noch 2013. Vor der Krise, 2008, hatte die Arbeitslosenquote bei 7,6 Prozent gelegen. Bis zum Juni 2018 sank es auf 6,7 Prozent ab und unterschritt damit das Vorkrisenniveau. Im Jahr 2017 betrug die Jugendarbeitslosigkeit 23 Prozent.

2014 arbeiteten 8,6¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft, 23,9¬†% in der Industrie und 67,5¬†% im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 5,23 Millionen gesch√§tzt; davon sind 48,8¬†% Frauen.

Außenhandel

Der Au√üenhandel wird zu etwa 80¬†% mit den EU-Partnern abgewickelt. Exportiert werden vor allem Bekleidung und Schuhe, Fahrzeuge, Maschinen, Chemieprodukte, Kork sowie Zellstoff und Papier. Importiert werden Maschinen, Fahrzeuge, √Ėl und √Ėlprodukte sowie Landwirtschaftsprodukte. Dabei hatte Portugal traditionell ein gro√ües Handelsbilanzdefizit, konnte jedoch im Rahmen seiner wirtschaftlichen Anstrengungen, nach seiner tiefen Wirtschaftskrise nach der Eurokrise 2010, seine Exporte deutlich steigern und weist etwa seit 2012 einen Handels√ľberschuss aus, der tendenziell seither weiter ansteigt. Das Zahlungsbilanzdefizit war dabei durch Einnahmen aus dem Tourismus und den R√ľck√ľberweisungen der Auslandsportugiesen auch fr√ľher nicht so hoch wie das Handelsbilanzdefizit.

Der Au√üenhandel hat f√ľr Portugals Wirtschaftspolitik seit 2010 eine gesteigerte Bedeutung gewonnen. Auch dank der Anstrengungen der staatlichen Au√üenhandelskammer AICEP und anderer Akteure erreichten die Exporte des Landes im Jahr 2018 den portugiesischen Rekordwert von 44,3¬†% des BIP, die Planungen der Regierung unter dem sozialistischen Premierminister Costa zielten -vor der im M√§rz 2020 auch in Portugal ausgebrochenen COVID-19-Pandemie- auf eine weitere Steigerung bis auf 50¬†% des BIP um das Jahr 2025 ab. Auch als IT-Standort gewinnt Portugal zunehmend an Bedeutung. So siedeln sich nicht nur immer mehr Start-up-Unternehmen in Portugal an, mit dem Cluster der LX Factory in Lissabon als bekanntestem Beispiel, sondern auch internationale Konzerne verlagern ihre Entwicklungsabteilungen hierher, etwa nach Oeiras bei Lissabon, oder gr√ľnden Joint Ventures, darunter auch deutsche Unternehmen wie BMW. Gr√ľnde sind das gro√üe Angebot an qualifizierten Absolventen, die gute IT-Infrastruktur und das vergleichsweise niedrige Lohnniveau.

Ausl√§ndische Investitionen kommen vor allem aus Spanien, Deutschland und Gro√übritannien, zwischenzeitlich sorgten auch zunehmende Investitionen aus der √∂lreichen ehemaligen portugiesischen Kolonie Angola f√ľr Aufsehen, etwa durch den Kauf der Bank Banco BIC Portugu√™s durch ein angolanisches Bankhaus oder die Investitionen von Isabel dos Santos u. a. in portugiesische Medienunternehmen.

Zu den bedeutendsten ausl√§ndischen Investitionen in Portugal z√§hlt das Automobil-Montagewerk Autoeuropa. Zu den wichtigsten international t√§tigen portugiesischen Unternehmen z√§hlen Energias de Portugal, die Portugal Telecom, der besonders im Einzelhandel erfolgreiche Konzern Jer√≥nimo Martins, und die Sonae-Gruppe, die beispielsweise das Alexa Einkaufszentrum am Berliner Alexanderplatz f√ľhrt.

Energiewirtschaft

Laut dem port. Übertragungsnetzbetreiber REN betrug die installierte Leistung der Kraftwerke in Portugal im Jahre 2010 11.195 MW, davon entfielen auf kalorische Kraftwerke 6.561 MW (59 %) und auf Wasserkraftwerke 4.584 MW (41 %). Insgesamt wurden im Jahre 2010 48,5 Mrd. kWh erzeugt, davon 37,4 Mrd. (77 %) durch kalorische Kraftwerke und 11,1 Mrd. (23 %) durch Wasserkraftwerke.

In den letzten Jahren wurde die Windenergie zu einem wichtigen Faktor in der Elektrizit√§tsversorgung. Ende 2020 waren in Portugal Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 5.486¬†MW installiert (2019: 5.437¬†MW). 2020 deckten diese mit 25¬†% ein Viertel des portugiesischen Strombedarfes (2019: 27¬†%). Schon 2014 waren 27¬†% erreicht worden, was weltweit der zweith√∂chste Wert war und nur von D√§nemark mit 39,1¬†% √ľbertroffen wurde. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik ist hingegen mit einer installierten Leistung von etwa 828¬†MW (2019) weniger bedeutend, ebenso die Bioenergie mit 891¬†MW. 2020 deckten erneuerbare Energien 61,7¬†% des portugiesischen Elektrizit√§tsbedarfes, fast die H√§lfte stammte von Windkraftanlagen. Im Mai 2016 wurde das Land 107 Stunden bzw. 4 Tage lang ununterbrochen ausschlie√ülich von erneuerbaren Energien versorgt. Ende 2008 wurde mit dem Windpark Alto Minho der zu diesem Zeitpunkt gr√∂√üte Onshore-Windpark Europas in Betrieb genommen.

Bezogen auf den gesamten Endenergiebedarf (Strom, Wärme, Verkehr) lieferten erneuerbare Energien im Jahr 2018 30,3 % der Energie (2013: 25,7 %). Bis 2020 will Portugal diesen Anteil auf 31 % erhöhen.

Bodenschätze

Portugal geh√∂rt zu den weltf√ľhrenden Nationen in der Wolframproduktion. An abbaubaren Bodensch√§tzen gibt es au√üerdem Kohle, Kupfer, Zinn, Gold, Eisenerze wie Pyrit und Chalkopyrit, Tonminerale wie Kaolinit sowie Wolframit, Uraninit und Lithium. In der zweiten H√§lfte des 20. Jahrhunderts galt Portugal als wichtiger Lieferant f√ľr Uran. Der Uranabbau wurde jedoch zu Beginn des 21. Jahrhunderts wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt. W√§hrend des Zweiten Weltkrieges versorgte sich Deutschland mit portugiesischem Wolfram f√ľr die Waffenproduktion. Die Atombombe von Hiroshima enthielt portugiesisches Uran.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft Portugals ist eine der ineffizientesten in Europa; der Anteil der Landwirtschaft am BIP liegt bei etwa 5¬†%, jedoch sind mehr als 15¬†% der Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft besch√§ftigt. Dies f√ľhrte dazu, dass viele Betriebe aufgaben und fast die H√§lfte der Nahrungsmittel importiert wird. Der Anbau von Mandeln befindet sich ebenso wie die Korkeichenplantagen (montados) im Alentejo und im Douro-Tal in einer tiefen Krise. Zwar ist Portugal mit etwa 125.000 Tonnen und damit der H√§lfte der weltweit geernteten Menge das bedeutendste Produktionsland f√ľr Rohkork. Dennoch steht der Wirtschaftszweig etwa seit der Jahrtausendwende durch die zunehmende Popularit√§t und internationale Herstellung von synthetisch hergestellten Verschlussalternativen f√ľr Weinflaschen stark unter Druck. Auch die Hoffnung zahlreicher Korkbauern (tiradores), der portugiesische Kork sei zumindest f√ľr Weine im Hochpreissegment unersetzlich, hat sich nicht erf√ľllt, denn der Trend weg vom Naturprodukt hin zu kosteng√ľnstigeren Alternativen aus Kunststoff ist auch bei teuren Weinen zu beobachten. Folge dieser Entwicklung sind zahlreiche Firmeninsolvenzen und Abwanderungen aus den Korkanbauregionen. Portugals Regierung und die Korkindustrie reagieren inzwischen auf die Entwicklung mit weltweiten ‚ÄěGreen-Marketing‚Äú-Werbekampagnen, in denen Winzer wieder von der √∂kologischen Nachhaltigkeit des Naturprodukts Kork √ľberzeugt werden sollen. Daneben gewinnt Kork als vielseitig verwertbarer und sehr leichter Werkstoff mit seinen wasserabweisenden, hitze- und f√§ulnisresistenten, w√§rmed√§mmenden und schallisolierenden Eigenschaften als eine √∂kologische Alternative Bedeutung, etwa als Bodenbelag oder D√§mmstoff. Kork findet auch in der Schuh- und Bekleidungsmode zunehmend Beachtung, auch als veganer Lederersatz.

F√ľr die Zellstoffindustrie, einen wichtigen Wirtschaftsfaktor Portugals, werden gro√üe Fl√§chen mit schnell wachsendem Eukalyptus als Rohstoff aufgeforstet. Dies ist aus √∂kologischen Gr√ľnden bedenklich, weil Eukalyptus den Boden auslaugt, den urspr√ľnglichen Wald und damit die Tierwelt verdr√§ngt, und die katastrophalen Waldbr√§nde im Sommer beg√ľnstigt.

√Ąhnlich der Landwirtschaft k√§mpft die Fischerei mit Produktivit√§tsproblemen. Die portugiesische Fischereiflotte ist im Vergleich zur spanischen schwach entwickelt. Der meiste Fisch wird importiert.

Tourismus

F√ľr etwa acht Prozent des BIP, mit steigender Tendenz, ist der Tourismus verantwortlich, wobei die meisten Besucher aus Spanien und Gro√übritannien kommen. Mit √ľber 11,4 Millionen Touristen stand Portugal 2016 auf Platz 30 der meistbesuchten L√§nder der Welt. Die Algarve ist dabei unangefochten das Zentrum.

15 Stätten in Portugal zählen zum Welterbe der Unesco, darunter zwei auf den Azoren und eine auf Madeira.

Zur internationalen Vermarktung des Portweins aus der ältesten Weinbau Region Alto Douro ab dem 17. Jahrhundert leisteten die drei deutschen Kopke, Burmester und Andresen einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung des Portwein.

Die Paläste mit Parkanlagen bei Sintra und Portugals größte Schloss-, Klosteranlage in Mafra sind von deutschen Baumeistern von Eschwege und Ludwig geplant worden.

Vor der Algarve, Sétubal und den Inselgruppen Madeira und Azoren sind Möglichkeiten sowohl Delfine als auch Wale in freier Natur zu erleben.

Auf der Atlantikinsel Madeira begann der Tourismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts; die Insel war eines der bevorzugten Ziele wohlhabender britischer Reisender. Sie stiegen vor allem im Hotel Reid’s Palace ab, das der Schotte William Reid 1891 hatte bauen lassen.

Internationale Wirtschaftsbeziehungen

  • Mitgliedschaften: EU, Europarat, Eurozone, OECD, WTO, Iberoamerikanischen Konferenz der Nationen, Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen L√§nder u. a.
  • staatliche Au√üenhandelskammer: Ag√™ncia para o Investimento e Com√©rcio Externo de Portugal (AICEP)

2018 exportierte Portugal Waren und Dienstleistungen im Wert von 89,211 Mrd. Euro. Die Importe des gleichen Zeitraums beliefen sich auf 87,211 Mrd. Euro, so dass das Land einen Handelsbilanz√ľberschuss von 2 Milliarden Euro verbuchte.

Die wichtigsten Ziell√§nder f√ľr portugiesische Exporte 2018 waren Spanien (25,27¬†%), Frankreich (12,27¬†%), Deutschland (11,48¬†%), Gro√übritannien (6,36¬†%), die USA (4,94¬†%), Italien (4,25¬†%), die Niederlande (3,81¬†%), Angola (2,60¬†%), Belgien (2,34¬†%) und Brasilien (1,46¬†%).

Die Importe Portugals stammten vor allem aus Spanien (31,43 %), Deutschland (13,85 %), Frankreich (7,63 %), Italien (5,32 %), den Niederlanden (5,20 %), China (3,14 %), Belgien (2,88 %), Großbritannien (2,51 %), den USA (1,8 %) und aus Russland (1,78 %).

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste im Jahr 2019 Einnahmen von 91,01 Mrd. Euro und Ausgaben von 90,6 Mrd. Euro, womit sich ein knapper Haushalts√ľberschuss von etwa 600 Mio. Euro ergab. Dies war ein Zeichen der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und guten Haushaltspolitik Portugals, nachdem das Land lange Jahre meist ein Haushaltsdefizit vorwies. 2016 standen Haushaltsausgaben von 92,2 Mrd. Dollar noch Einnahmen von 87,2 Mrd. Dollar gegen√ľber, woraus sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 5,0 Mrd. Dollar beziehungsweise 2,4¬†% des BIPs ergab.

Die Staatsverschuldung betrug 2009 127,9¬†Mrd. Euro oder 76,1¬†% des BIP (laut folgender Tabelle 83,6¬†%), mittlerweile liegt sie bei √ľber 100¬†% des BIP. Am 6. April 2011 gab der Premierminister Portugals bekannt, dass das Land im Zuge der Verschuldungskrisen von Eurozonen-Staaten Finanzhilfen der Europ√§ischen Union annehmen werde. Seit 2014 ben√∂tigt das Land keine EU-Finanzhilfen mehr.

Im Jahr 2011 betrug die Neuverschuldung 4,2¬†% des BIP. Damit erf√ľllte Portugal die vorgeschriebenen Sparziele der EU von 5,9¬†% des BIP deutlich. Dies gelang aber nur durch zus√§tzliche Zahlungen aus Pensionsfonds (√úbertragung der Pensionsfonds der staatlichen Sparkasse CGD zum Staatshaushalt), ansonsten h√§tte das Defizit bei 7,7¬†% gelegen.

Kenndaten

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real Eurostat

Entwicklung des BIP (nominal), Eurostat

Entwicklung des Außenhandels (GTAI)

Haupthandelspartner Portugals (2016), Quelle: GTAI

Infrastruktur

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Portugal 2018 den 23. Platz unter 160 Ländern.

Straßenverkehr

Das Stra√üennetz ist nicht zuletzt dank EU-Mitteln aus F√∂rderungsfonds seit den 1980er-Jahren schnell gewachsen und gut ausgebaut. Das gesamte Stra√üennetz umfasste 2008 etwa 82.900¬†km, wovon 71.294 km asphaltiert sind. Die wichtigen Routen werden von geb√ľhrenpflichtigen Autoestradas abgedeckt. Diese erreichen insgesamt eine L√§nge von 1100¬†km und werden gr√∂√ütenteils vom b√∂rsennotierten Unternehmen Brisa betrieben. Geb√ľhrenfrei sind hingegen Itiner√°rios Principais (IP) oder Itiner√°rios Complementares (IC). Die Investitionen in den Stra√üenverkehr verdeutlichen sich nicht zuletzt in den Unfallstatistiken, 2008 starben in Portugals Stra√üenverkehr 83 Menschen pro 1¬†Million Einwohner nach 323 im Jahre 1991 (zum Vergleich 54 pro 1¬†Million in Deutschland 2008).

Der Fernverkehr mit Bussen hat in Portugal einen höheren Stellenwert als in Mitteleuropa. Das größte Linienbusunternehmen ist Rede Expressos.

Schienenverkehr

Das Eisenbahnnetz Portugals ist relativ weitmaschig. Das staatliche Unternehmen Infraestruturas de Portugal verwaltet ein Schienennetz, das eine Gesamtl√§nge von 2789¬†km hat. Davon sind 188¬†km Schmalspur, 607¬†km sind mehrspurig ausgebaut. Z√ľge werden von der staatlichen Comboios de Portugal und seit kurzem von der privaten Fertagus angeboten. Auf den Hauptverkehrsrouten sind die Verbindungen jedoch effizient, der Hochgeschwindigkeitszug Alfa Pendular bietet die schnellsten Verbindungen zwischen den Ballungszentren, die H√∂chstgeschwindigkeit im Regelbetrieb betr√§gt je nach Strecke und Baureihe von 250¬†km/h bis zu 300 km/h.

Internationale Z√ľge verbinden Portugal mit St√§dten in Spanien. Daneben gibt es eine Verbindung nach Irun an der spanisch-franz√∂sischen Grenze mit direktem TGV-Anschluss nach Paris.

In Lissabon gibt es eine U-Bahn. Porto verf√ľgt √ľber eine Stadtbahn und einen davon unabh√§ngigen Stra√üenbahnbetrieb. Weitere Stra√üenbahnen existieren in Lissabon und s√ľdlich des Tejo.

Luftverkehr

Die f√ľnf wichtigsten Flugh√§fen Portugals sind Lissabon, Porto, Faro, Ponta Delgada und Funchal. Sie werden von mehreren Fluggesellschaften bedient, wobei die portugiesischen Linien TAP Portugal, SATA Air A√ßores und Portug√°lia Airlines die meisten Verbindungen bieten. Im Jahr 2006 fertigten die portugiesischen Flugh√§fen insgesamt 22¬†Millionen Passagiere und 135.000 Tonnen Fracht ab. Es wurde erwartet, dass das Verkehrsaufkommen bis 2025 auf 46,8¬†Millionen Passagiere und 259.000 Tonnen Fracht steigen werde.

Angesichts der steigenden Passagierzahlen wurde entschieden, zus√§tzlich zu dem existierenden Flughafen Lissabons einen neuen kommerziellen Flughafen (Novo Aeroporto Lisboa) zu schaffen. Er soll auf dem wenig benutzten Milit√§rflughafen in Montijo erbaut werden. Dieser liegt am s√ľdlichen Ufer des Tejo. Ab 2022 soll der Betrieb aufgenommen werden. Der Baubeginn und die urspr√ľnglich f√ľr 2017 vorgesehene Er√∂ffnung wurden im Jahr 2010 aufgrund der Finanzkrise auf unbestimmte Zeit verschoben.

Wassertransport

Die wichtigsten H√§fen Portugals befinden sich in Aveiro, Porto, Lissabon, Sines und Set√ļbal. Im Jahr 2007 kamen fast 70¬†% aller Importe √ľber den Seeweg ins Land, w√§hrend 41¬†% der Exporte √ľber die H√§fen abgewickelt wurden. Von den 58 Millionen Tonnen liefen 39¬†% √ľber den Hafen von Sines. Die H√§fen werden modernisiert und ihre Verkehrsanbindung verbessert, damit sie einen gr√∂√üeren Teil des spanischen Au√üenhandels abwickeln k√∂nnen. Von den Fl√ľssen sind der Douro und der Tejo schiffbar.

Kultur

Literatur

Portugal wird manchmal als Land der Poeten bezeichnet. In der portugiesischen Literatur hatte die Poesie immer st√§rkeren Einfluss als die Prosa. Im Mittelalter, als die portugiesische Nation entstand, war im Nordwesten der Iberischen Halbinsel die Poesie weit verbreitet. Es entstanden exzellente epische wie lyrische Werke. W√§hrend die bekanntesten klassischen Poeten Lu√≠s de Cam√Ķes und Fernando Pessoa sind, gibt es eine Reihe weniger bekannter K√ľnstler, die auf die moderne portugiesische Literatur bedeutenden Einfluss haben.

Die Prosa entwickelte sich sp√§ter als die Poesie und pr√§gte sich erst im 14. Jahrhundert in der Form von Chroniken oder der Beschreibung des Lebens von Heiligen heraus. Hier ist Fern√£o Lopes der ber√ľhmteste Vertreter; er verfasste eine Chronik der Regentschaften von drei K√∂nigen seiner Zeit. F√ľr ihn waren Genauigkeit der Darstellung sowie eine lebhafte Schilderung am wichtigsten. International ist die portugiesische moderne Literatur am bekanntesten, besonders mit den Werken von Jos√© Maria E√ßa de Queiroz und dem Nobelpreistr√§ger f√ľr Literatur 1998, Jos√© Saramago.

Auch Frauen sind unter den bedeutenden zeitgenössischen Schriftstellern des Landes zu finden, hier zu nennen wären besonders Sophia de Mello Breyner Andresen, Lídia Jorge und Agustina Bessa-Luís. Unter den jungen Autoren konnte sich zuletzt Valter Hugo Mãe einen Namen machen.

Film

Die Filmkunst hat eine lange Tradition in Portugal. International genie√üt vor allem der anspruchsvolle Autorenfilm des Landes unter Cineasten einen guten Ruf, doch sind preisgekr√∂nte Regisseure, wie Jo√£o Botelho oder Jo√£o Canijo, der breiten Bev√∂lkerung, selbst in Portugal, eher wenig bekannt. Wird die Filmwirtschaft auch hier von den internationalen Gro√üproduktionen und den Multiplex-Kinos bestimmt, so gibt es abseits davon aber noch immer eine rege Filmklub-Bewegung und eine Reihe verschiedener Filmfestivals im Land, die engagierte neue Regisseure wie die sehr unterschiedlichen Miguel Gomes, Jorge Pelicano oder Fernando Fragata hervorbringen, ebenso Schauspielernachwuchs mit Namen wie etwa Ana Moreira, Diogo Infante oder L√ļcia Moniz.

Als bekanntester portugiesischer Regisseur ist hier Manoel de Oliveira (‚Ć 2. April 2015) zu nennen, der zudem mit √ľber 100 Jahren (Jahrgang 1908) der √§lteste noch arbeitende Regisseur der Welt war, und der letzte lebende, der bereits zu Stummfilmzeiten drehte. Die bekanntesten Schauspieler sind Maria de Medeiros, die in Pulp Fiction die Filmpartnerin von Bruce Willis war, und Joaquim de Almeida mit seinen zahlreichen Hollywood-Rollen.

Musik

Fado

Die wichtigste Musikform Portugals ist der Fado, der sehr melancholisch sein kann und zum Klischee der melancholischen Portugiesen (gegen√ľber den temperamentvollen Spaniern) beigetragen hat. Diese Musik geht eng einher mit Saudade (etwa: Sehnsucht) und ist wahrscheinlich durch die Vermischung der Lieder von portugiesischen Seefahrern mit den Rhythmen afrikanischer Sklaven entstanden. Hierbei werden zwei Stilformen unterschieden, n√§mlich der variantenreichere, volksnahe Fado von Lissabon, und der akademische, nur von M√§nnern gesungene Fado von Coimbra. Das international bekannteste Fadolied wurde April in Portugal, das in einigen hundert Versionen weltweit ver√∂ffentlicht wurde und von Raul Ferr√£o stammt, und zudem den Fado Coimbras mit dem Lissabons vereint. Am√°lia Rodrigues war die bedeutendste Fado-K√ľnstlerin, nach ihrem Tod sind mehrere Musiker aus ihrem Schatten getreten und bringen neue Formen des Fado hervor, die teils nur noch die saudade mit dem urspr√ľnglichen Fado gemein haben, teils aber ganz bewusst an traditionellen Mustern des Fado festhalten. In den letzten Jahren hat die Zahl der Fado-Ver√∂ffentlichungen und seine √∂ffentliche Pr√§senz wieder st√§rker zugenommen, durch Erfolge von jungen S√§ngern wie Mariza, Caman√© oder Ana Moura. In den fr√ľheren Kolonien Portugals hat sich der Fado ebenfalls verbreitet und sich zur kapverdischen Morna einer Ces√°ria √Čvora und zum brasilianischen Choro weiterentwickelt. Zu den heute im deutschsprachigen Raum bekannten, vom Fado beeinflussten Gruppen z√§hlt Madredeus mit der S√§ngerin Teresa Salgueiro.

Klassik, Neue Musik, Jazz

Seit dem Mittelalter war die Kirchenmusik im Rahmen des starken portugiesischen Katholizismus sehr bedeutend in Portugal und erreichte ihren H√∂hepunkt in der Renaissance. Im Bereich der geistlichen Vokalpolyphonie hatte Portugal eine bemerkenswerte Generation portugiesischer Komponisten vorzuweisen, die im 16. und 17. Jahrhundert die Musikgeschichte von Portugal gepr√§gt haben: Est√™v√£o de Brito (c. 1575‚Äď1641), Filipe de Magalh√£es (c.1571‚Äď1652), Duarte Lobo (1565‚Äď1646) und Manuel Cardoso (1566‚Äď1650). Diese sogenannte Generation der Polifonisten von √Čvora stellt die Glanzzeit der Kirchenmusik in Portugal dar.

Im Bereich der klassischen Musik hat Portugal keine international bedeutenden Komponisten vorzuweisen. Im 18. und 19. Jahrhundert waren es einzelne Komponisten wie Carlos Seixas, Jo√£o Domingos Bomtempo, Jos√© Vianna da Motta oder Lu√≠s de Freitas Branco, die zwar f√ľr Portugal bedeutende Werke schrieben, jedoch keine nennenswerte internationale Aufmerksamkeit erreichten. Hingegen geh√∂rte Lu√≠sa Todi (La Todi, 1753‚Äď1833) zu den europaweit ber√ľhmtesten S√§ngerinnen ihrer Zeit.

Im 20. Jahrhundert wurde die Tradition portugiesischer klassischer Musik von Komponisten wie Emmanuel Nunes, António Victorino de Almeida oder Eurico Carrapatoso fortgesetzt. Der Tenor Lomelino Silva erlangte in den 1920er- und 1930er-Jahren internationalen Ruhm, geriet danach jedoch in Vergessenheit. Zum Ende des 20. Jahrhunderts konnte Portugal international bedeutende Komponisten vorweisen: Emmanuel Nunes, der unter anderem einen Lehrauftrag in Paris innehatte, Jorge Peixinho, den man als wichtigste Figur der zeitgenössischen Musik Portugals seiner Generation bezeichnen kann, und Joao Pedro Oliveira mit Lehraufträgen in Portugal und Brasilien.

Maria Joao Pires, M√°rio Laginha, Pedro Burmester, Ant√≥nio Pinho Vargas oder Bernardo Sassetti wurden sowohl in der Klassik als auch im Jazz bedeutende moderne Komponisten und Interpreten √ľber die Landesgrenzen hinweg.

Der Jazzclub Hot Clube de Portugal in Lissabon gilt als ältester noch bestehender Jazzclub Europas. Mit einer Reihe Jazzfestivals und zahlreichen Musikern ist die Jazzszene weiter lebendig im Land, mit Namen wie dem Trompeter Sei Miguel, dem Bassisten Carlos Bica, dem Gitarristen Manuel Mota, oder der bekannten Sängerin Maria João. Im Free Jazz und neuer Improvisationsmusik weist Portugal eine Reihe aktiver Musiker auf, etwa Carlos Zingaro, Ernesto Rodrigues, Carlos Maria Trindade oder Vítor Rua.

Der ehemalige Madredeus-Musiker Rodrigo Leão konnte sich mit seinen modern-klassischen Kompositionen im zeitgemäßen und doch traditionellen Gewand sowohl in seiner Heimat, als auch international einen Namen machen. Das Akkordeon-Quartett Danças Ocultas erhielt international ebenfalls einige Aufmerksamkeit. Auch gewann Portugal 2017 mit dem Sänger Salvador Sobral den 62. Eurovision Song Contest in Kiew.

Liedermacher und Folk

Aus der Zeit des faschistischen Estado Novo unter Salazar kommt eine kritische Liedermachertradition. Bekannteste Vertreter dieser Protestbewegung waren Jos√© Afonso (h√§ufig Zeca genannt) und Adriano Correia de Oliveira, w√§hrend Vertreter der Bewegung wie Jos√© M√°rio Branco und insbesondere S√©rgio Godinho bis heute in der Musikszene aktiv sind. Von Jos√© Afonso stammt das Lied Gr√Ęndola, Vila Morena, welches in der Nacht der Nelkenrevolution und dar√ľber hinaus landesweit politische Symbolwirkung entfaltete.

Die musikalischen Traditionen der verschiedenen Regionen werden zudem immer wieder neu belebt und zeitgem√§√ü interpretiert, oft auch durch die Vereinigung verschiedener Musikstile. K√ľnstler wie Trovante, J√ļlio Pereira oder R√£o Kyao, ein Komponist, Musiker und S√§nger portugiesischer Musik und des Fado hat sich durch Aufnahme musikalischer Einfl√ľsse aus indischer Musik (Goa, ehemalige portugiesische Kolonie), aus Macau (ehemalige portugiesische Kolonie), aus dem arabischen Raum und aus Nordafrika einen Namen gemacht.

Pop- und Rockvarianten, Folklore

Das Popmusik-Genre, das in den 1960er-Jahren vor allem mit Beatbands wie Quinteto Acad√©mico, Conjunto Acad√©mico Jo√£o Paulo und insbesondere den Sheiks in Portugal eingef√ľhrt wurde, konnte seit den 1980er-Jahren neben der Rockmusik zur bestimmenden Musik der Jugend aufsteigen, mit Namen wie Her√≥is do Mar, den Delfins, oder dem fr√ľh verstorbenen, exzentrischen S√§nger Ant√≥nio Varia√ß√Ķes. Die Band The Gift hat in den letzten Jahren mit ihrem vielschichtigen Pop und ihrem Am√°lia Rodrigues-Tribut-Projekt Hoje f√ľr vergleichbar viel Aufsehen unter Musikfreunden im Land gesorgt, ebenso Silence 4 und ihr inzwischen solo auftretender S√§nger David Fonseca. Die erste Eurodance-Gruppe Portugals, ‚ÄěSantamaria‚Äú, brachte auch Technobeats in die Diskotheken.

√úber die Landesgrenzen hinaus konnte sich der Rock und Blues S√§nger, Gitarrist und Komponist Rui Veloso einen Namen machen. Neben bekannten Gruppen wie GNR oder UHF sind die unbestritten popul√§rste Rockband des Landes die 1978 als Punkband gegr√ľndeten Xutos & Pontap√©s, w√§hrend Moonspell die international bekannteste Metal-Band aus Portugal ist. Aus Bands wie der als Psychobilly-Band begonnenen Gruppe T√©dio Boys oder der Punkband Censurados sind einige der pr√§gendsten Formationen der vielf√§ltigen Underground- und Independent-Szenen im Land entstanden. Mata-Ratos sind die √§lteste, noch bestehende Band der Punkszene Portugals.

Jede Region Portugals besitzt ihren Folklorestil (Ranchos Folcl√≥ricos). Projekte wie die Popbands S√©tima Legi√£o oder Sitiados verbinden diese mit zeitgem√§√üen Popstilen. Die portugiesische Musik- und Tanztradition hat sich in Brasilien mit den Traditionen der Sklaven aus dem heutigen Angola zur Samba gemischt und ist in dieser Mischung ebenso in Portugal popul√§r. Vor allem unter angolanischen Einwanderern ist der Kuduro beliebt. Hierbei handelt es sich um eine Musikrichtung welche unter anderem Einfl√ľsse des Sungura sowie des Afro Zouk beinhaltet. Der Rhythmus ist schnell und hart. Die verbreitete Kizomba ist eine Mischform aus dem angolanischen Semba und Zouk. Es handelt sich meist um romantische Lieder mit entsprechend langsamen Rhythmen. Popul√§r sind diese beiden Musikrichtungen (jedoch die Kizomba im Besonderen) bei der jungen Generation afrikanischer Einwanderer. In den vergangenen Jahren wurde diese Musikrichtung unter Jugendlichen kulturell portugiesischer Herkunft verbreitet.

Zudem hat sich in Portugal der Hip Hop Tuga entwickelt, eine an Portugal adaptierte Version des Hip-Hop, die unter Jugendlichen populär ist. Bekannteste Vertreter wurden Da Weasel und Sam the Kid. Auch Reggae ist nach dem Erfolg der Gruppe Kussondulola in Portugal populärer geworden, mit heutigen Interpreten wie Richie Campbell, Mercado Negro oder Freddy Locks.

Tanz

Im Bereich des Kunsttanzes ist Portugal seit Anfang der 1990er-Jahre recht erfolgreich und gehört mit Russland zu den wichtigsten Ländern in Europa auf diesem Gebiet. Zahlreiche Tänzer sowie Choreographen konnten europaweiten oder weltweiten Ruhm erlangen: Rui Horta, João Fiadeiro, Clara Andermatt. Dabei werden oftmals moderne und innovative Formen eingesetzt, neue Stile entwickelt. An der Ausbildung junger Tänzer ist Portugal regelmäßig beteiligt. Die Tanzkultur in Portugal wird als Nova Dança Portuguesa bezeichnet.

Bildende Kunst

In der Malerei und Bildhauerei erreichten portugiesische K√ľnstler nie gro√üe Bekanntheit. Das lag an diversen Gr√ľnden: Zum einen gab es keine neuen, innovativen Techniken und Formen aus dem Land. Oft wurden viele Gem√§lde und Skulpturen zur Ehre Gottes nur f√ľr bestimmte Kl√∂ster oder Kirchen erschaffen, ohne dass die Namen der K√ľnstler bekannt waren (die oftmals ihren Namen absichtlich nicht angaben). Daneben spielte die oft schwierige Aussprache portugiesischer Namen sowie die Zerst√∂rung von Kunst durch das Erdbeben von 1755 und durch napoleonische Truppen Anfang des 19. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle. Dennoch hat auch Portugal viele Maler hervorgebracht. Die heutige Malerei ist an den Tendenzen moderner Malerei ausgerichtet.

Im Mittelalter und der Renaissance waren es oftmals ausl√§ndische Maler, die in Portugal wirkten, etwa aus Flandern, die aber keine ber√ľhmten Maler waren, sondern dort, weil sich durch die gro√üen Meister ihres Landes verdr√§ngt worden waren, dann in Portugal wirkten konnten. Bedeutende Namen aus dieser Zeit waren Nuno Gon√ßalves, Gregorio Lopes und Gr√£o Vasco.

Barock, Rokoko und beginnendes 19. Jahrhundert wurde durch Maler wie Domingos de Sequeira, Vieira Portuense oder Francisco Augusto Metrass abgedeckt.

Im 20. Jahrhundert dann kamen viele Maler: Paula Rego, Almada Negreiros, M√°rio Eloy, Santa Rita Pintor, Maria Helena Vieira da Silva, Amadeo de Souza-Cardoso und viele andere.

Architektur

Baustile umfassen nahezu alle Epochen der europ√§ischen Kunstgeschichte. Kl√∂ster, Kirchen, Burgen, Schl√∂sser und staatliche Einrichtungen wurden oftmals nach den in Europa vorherrschenden Stilen wie z.¬†B. Gotik oder Neoklassizismus, erbaut. Der Architekt √Ālvaro Siza Vieira erhielt den Pritzker-Preis, ebenso sein Landsmann Eduardo Souto de Moura. Weitere bekannte Architekten waren oder sind Raoul Mesnier de Ponsard (ein Eiffel-Sch√ľler), Miguel Ventura Terra, Tomas Taveira.

In der Dekoration (Baudekoration) konnte Portugal vor allem durch den Manuelismus und die Azulejo-Kunst eine eigene, nationale Note erreichen.

K√ľche

Die portugiesische K√ľche ist mannigfaltig, sie folgt in mancher Hinsicht der iberischen Tradition, dar√ľber hinaus nahm sie jedoch viele Elemente aus den kolonisierten Gebieten auf. Nach der maurischen Herrschaft √ľber Portugal blieben auch viele nordafrikanische Einfl√ľsse erhalten, dazu geh√∂ren der starke Gebrauch von Zucker, Zimt, Gew√ľrzen und Eidotter.

Als Nationalgericht Portugals gilt der Bacalhau. Bereits seit dem 13. Jahrhundert spielte diese Art Trocken- und Salzfisch in der Ern√§hrung der Portugiesen eine bedeutende Rolle. Heute sagt man, dass es in der portugiesischen K√ľche ein Bacalhau-Rezept f√ľr jeden Tag des Jahres gibt. Sardinen, im 16. Jahrhundert das billigste Nahrungsmittel im Land, sind auch heute ein traditionelles Essen. So sind gegrillte Sardinen (Sardinhas Assadas) insbesondere im Sommer sehr popul√§r. Zahlreiche weitere Gerichte wie Caldeirada, Am√™ijoas √† Bulh√£o Pato, Riss√≥is de Camar√£o oder Arroz de marisco unterstreichen die Bedeutung von Fisch und anderen Meeresprodukten in der portugiesischen K√ľche.

Typisch sind au√üerdem Suppen wie Caldo verde, eine Gr√ľnkohl-Kartoffelsuppe aus dem portugiesischen Kohl Couve-galega, die typischerweise mit Broa (Maisbrot) und Chouri√ßo serviert wird, oder die Sopa alentejana mit Brot, Ei, Koriander, Knoblauch und Oliven√∂l. Fleisch wurde im Mittelalter Portugals nur sehr wenig gegessen, trotzdem sind W√ľrste (enchidos) verbreitet und es gibt einige ber√ľhmte Fleischgerichte wie Cozido √† portuguesa oder das popul√§re Schnellgericht Francesinha. Frango Assado (Gegrilltes H√§hnchen) insbesondere mit scharfem Piri-Piri gew√ľrzt, ist heute ein weitverbreitetes Gericht, das aus den afrikanischen Kolonien nach Portugal kam. Au√üerdem gibt es eine lange Tradition in der K√§serei, nennenswert sind Queijo do Pico, Queijo Serra da Estrela oder Queijo de Azeit√£o.

S√ľ√üspeisen nehmen in Portugal einen ganz bedeutenden Platz ein. Die ber√ľhmten Past√©is de Nata (Past√©is de Bel√©m) sind eine Spezialit√§t aus Bel√©m und verbreiteten sich in den letzten Jahren √ľber Macau in weite Teile S√ľdostasiens. Einige der zahlreichen weiteren S√ľ√üspeisen sind die Past√©is de Tent√ļgal, die Ovos moles de Aveiro, oder auch der vor allem zu Weihnachten verbreitete Bolo Rei. Vor allem im Herbst werden traditionell ger√∂stete Maronen an kleinen Stra√üenst√§nden verkauft.

F√ľr seinen Wein ist Portugal bekannt. Seit der R√∂merzeit wird Portugal mit dem Gott des Weines und der Feste, Bacchus/Dionysos, assoziiert. Einige portugiesische Weine geh√∂ren zu den besten der Welt. Eine bekannte Weinspezialit√§t ist der spritzig-moussierende Vinho Verde. Weltbekannt ist der Portwein, w√§hrend von der Insel Madeira ein weiterer bekannter Lik√∂rwein aus Portugal stammt, der Madeira. Daneben gibt es auch einige einheimische Bierbrauereien.

Volksfeste

Im Juni finden in ganz Portugal Feste zu Ehren der drei Volksheiligen (Santos Populares) statt. Diese drei Heiligen sind Antonius, Johannes und Petrus. Gefeiert wird mit Wein, √°gua-p√© (Most), traditionellem Brot mit Sardinen, Stra√üenumz√ľgen und -t√§nzen, Hochzeiten, Feuer und Feuerwerk sowie viel guter Laune.

Santo Ant√≥nio wird in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni gefeiert, vor allem in Lissabon (wo dieser Heilige geboren wurde und lebte), wo eine Art Stra√üenkarneval (Marchas Populares) stattfindet. Zu diesen Tagen gibt es Hochzeiten, die Casamentos de Santo Ant√≥nio. Der popul√§rste Heilige ist S√£o Jo√£o (hl. Johannes), f√ľr den am Johannistag vor allem in Porto und Braga gefeiert wird, wobei es Sardinen und Caldo Verde (eine traditionelle Suppe) gibt. Zu Ehren von S√£o Pedro wird am 28. und 29. Juni gefeiert, besonders in P√≥voa de Varzim und Barcelos, wobei diese Feste dem Meer gewidmet sind. Dabei gibt es Feuer (fogeiras) und einen Stra√üenkarneval.

Sport

Fußball

Fu√üball ist der am meisten ausge√ľbte Sport in Portugal. Der portugiesische Fu√üball hat Weltklassespieler wie Eus√©bio, Nen√©, Paulo Sousa, Rui Costa, Nani, Cristiano Ronaldo, V√≠tor Ba√≠a, Deco, Fernando Meira oder Lu√≠s Figo hervorgebracht. Im Jahr 2004 wurde die Fu√üball-Europameisterschaft in Portugal ausgetragen, bei der die portugiesische Nationalmannschaft nach Griechenland Vize-Europameister wurde. Das Erreichen des dritten Platzes bei der WM 1966 war lange Zeit der gr√∂√üte Erfolg der portugiesischen Fu√üballgeschichte, bis zum Gewinn der EM 2016 in Frankreich. Die h√∂chste Spielklasse, die Primeira Divis√£o, wird von den drei bedeutendsten Vereinen FC Porto, Sporting Lissabon, und dem Rekordmeister Benfica Lissabon dominiert. Erster Gewinner des Landespokals Ta√ßa de Portugal wurde 1939 Acad√©mica Coimbra, der ihn 2012 erneut gewinnen konnte, und dank seiner Rolle als oppositioneller Studentenverein der 1960er-Jahre eine besondere Geschichte vorweisen kann. Weitere Traditionsvereine sind Belenenses Lissabon, Boavista Porto und Vit√≥ria Set√ļbal. Neben Fu√üball sind noch Futsal und Strandfu√üball verbreitet, und Portugal hat dort Erfolge zu verzeichnen.

Kanusport

Auch im Kanusport kann Portugal Erfolge vorweisen, etwa seine Silbermedaille bei Olympia 2012. Der portugiesische Kanuhersteller Nelo ist Weltmarktf√ľhrer und r√ľstete auch die Mehrzahl der erfolgreichen Olympia-Wettbewerbsteilnehmer 2012 aus. In der Kleinstadt Montemor-o-Velho hat der portugiesische Kanuverband mit seinem Leistungszentrum seinen Schwerpunkt. Hier wurden auch mehrmals internationale Veranstaltungen ausgerichtet, zuletzt die Kanurennsport-Europameisterschaften 2013.

Laufen

Insbesondere portugiesische Langstreckenl√§ufer waren h√§ufig international erfolgreich. Die bekannteste weibliche L√§uferin d√ľrfte die olympische Goldmedaillengewinnerin Rosa Mota sein, w√§hrend Carlos Lopes 1984 im Marathonlauf die erste olympische Goldmedaille f√ľr Portugal √ľberhaupt holte.

Die Orientierungslauf-Europameisterschaften 2014 richtete Portugal aus. Seit 1991 findet in der Hauptstadt mit dem Lissabon-Halbmarathon jährlich im März auch einer der weltweit bedeutendsten Halbmarathonläufe statt.

Motorsport

In der N√§he des Seebades Estoril, nahe der Atlantikk√ľste, befindet sich mit dem Circuito do Estoril eine bekannte Rennstrecke f√ľr Auto- und Motorradrennen, auf der jahrelang der Formel 1 Grand Prix von Portugal ausgefahren wurde. Auch als Teststrecke f√ľr Rennwagen wird der Kurs in Estoril genutzt.

In der Hafenstadt Portimão ist das Autódromo Internacional do Algarve, wo die Superbike-Weltmeisterschaft und die FIA-GT-Meisterschaft ausgerichtet werden. 2020 wurde auf dieser Strecke der erste portugiesische Formel-1-Grand-Prix seit 1996 ausgetragen.

In der Stadt Santarém befindet sich ein bekanntes Speedway-Stadion, in dem auch bereits internationale Meisterschaften ausgefahren wurden, wie die Europäische Speedway-Club-Meisterschaft im Jahre 2000.

Radsport

Seit 1927 wird mit der Volta a Portugal ein landesweites Rennen des populären Radsports veranstaltet. Beliebte Radfahrer waren der erste Berufssportler Portugals 1896, José Bento Pessoa, der zweimalige Tour-de-France-Dritte Joaquim Agostinho, oder auch Alves Barbosa, der auf dem Höhepunkt seiner Popularität 1958 Titelheld des ersten Werks des Portugiesischen Films in Cinemascope wurde.

Surfen und Segeln

Ganzj√§hrig bieten die K√ľsten im S√ľden und Westen ideale Bedingungen zum Wellenreiten. Einige der besten Surfspots Europas ziehen Surfer aus aller Welt an, etwa in Ericeira, das weltweit dritte und Europas erstes Surfreservat. Unter den vielen weiteren Surfspots sind das traditionsreiche Seebad Figueira da Foz, der nahe Lissabon gelegene Strand Praia do Guincho, oder auch das fr√ľhere Fischerdorf Nazar√©, das f√ľr seine besonders gro√üe Welle bekannt ist. Seit dem Jahr 2010 ist Portugal einer der offiziellen Stopps der WSL Championship Tour. Jedes Jahr veranstaltet das Land den "MEO Rip Curl Pro Portugal" am Supertubos-Strand in Peniche. Der beste portugiesische Surfer ist Frederico Morais. In der WSL Championship Tour erreichte er 2017 den 14. Platz in seinem Rookie-Jahr. Vasco Ribeiro gewann 2014 die Junioren-Weltmeisterschaft der M√§nner und Teresa Bonvalot gewann 2016 und 2017 die Junioren-Europameisterschaft der Frauen.

Segeln hat eine lange Tradition in Portugal. Bekannt daf√ľr sind insbesondere die Azoren, etwa mit der Les Sables‚ÄďLes A√ßores‚ÄďLes Sables-Regatta oder dem international bekannten Treffpunkt, der Stadt Horta. Segelveranstaltungen finden zudem an der Algarve und im Gro√üraum Lissabon statt. So fanden die ISAF-Segel-Weltmeisterschaften 2007 in Cascais statt, das auch f√ľr seinen Yachthafen bekannt ist.

Tennis und Badminton

Mit dem ATP Oeiras beziehungsweise WTA Oeiras finden in Oeiras bekannte internationale Tennisturniere in Portugal statt. Weitere Turniere sind ATP Porto bzw. WTA Porto, und seit 2013 ATP Challenger Guimar√£es. Zuletzt war Jo√£o Sousa aus Guimar√£es der vielversprechendste portugiesische Tennisspieler. Am 14. Juli 2014 erreichte er mit dem 35. Platz seine bisher beste Platzierung in der Tennisweltrangliste.

F√ľr portugiesisches Badminton ist dagegen Caldas da Rainha der wichtigste Ort, etwa als h√§ufiger Austragungsort f√ľr Turniere der Portugal International, und als Sitz des portugiesischen Badmintonverbandes. Als erfolgreichste Spielerin kann Isabel Rocha gelten, die in den 1960er- und 1970er-Jahren insgesamt 32 nationale Titel gewann. Als besonders erfolgreicher m√§nnlicher Spieler ist Jos√© Bento zu nennen. Er stammte aus Louren√ßo Marques, der heute Maputo genannten Hauptstadt der damaligen portugiesischen Kolonie Mosambik, und dominierte besonders w√§hrend der 1970er-Jahre das Badminton in Portugal.

Wintersport

Außerhalb Portugals eher unbekannt sind die Snowboard-Meisterschaften in den Skigebieten der Serra da Estrela, oder auch der portugiesische Eishockeyverband Federação Portuguesa de Desportos no Gelo.

Weitere Sportarten und internationale Veranstaltungen

Mit 13 Landesmeisterschaften ist Joaquim Dur√£o Rekordmeister im Schach. Erfolgreichste weibliche Spielerin ist Catarina Leite, w√§hrend Schachgro√ümeister Lu√≠s Galego der aktuell bedeutendste Schachspieler Portugals sein d√ľrfte.

José Oliveira de Sousa ist der erfolgreichste portugiesische Dartspieler. 2020 gewann er den Grand Slam of Darts, was den ersten Sieg eines Portugiesen bei einem Darts-Major-Turnier bedeutet.

Portugiesische Sportler sind international im Beachvolleyball und insbesondere im Rollhockey erfolgreich, wo sie mit Spanien im Wechsel Rekord-Rollhockey-Weltmeister sind. Traditionelle Sportarten Portugals wie das Jogo do pau sind dagegen international weitgehend unbekannt.

Rugby Union erfreut sich ebenfalls zunehmender Beliebtheit. Die portugiesische Nationalmannschaft qualifizierte sich 2007 erstmals f√ľr eine Rugby-Union-Weltmeisterschaft, bei dem Turnier in Frankreich landete man in der Gruppenphase jedoch auf dem letzten Platz. Portugal ist einer der Teilnehmer bei der Rugby-Union-Europameisterschaft und trifft dort auf andere aufstrebende Nationalmannschaften. 2003/04 konnte man dieses Turnier erstmals gewinnen. Als Heimatstadion dient das Est√°dio Universit√°rio de Lisboa in Lissabon.

Portugal richtete eine Vielzahl internationaler Sportveranstaltungen aus, neben der Fußball-Europameisterschaft 2004 sind so verschiedene Turniere wie die Handball-Europameisterschaft 1994, die Handball-Weltmeisterschaft 2003 oder die Spiele der Portugiesischsprachigen Länder, die Jogos da Lusofonia 2009 zu nennen. Inline-Speedskating-Europameisterschaften fanden mehrmals in Portugals statt, so 1989, 1995, 2001 und 2007.

Bibliothekswesen

Portugal verf√ľgt, ausgehend von mittelalterlichen und kl√∂sterlichen Sammlungen, √ľber eine lange Bibliothekstradition. So entwickelten sich bis heute vielf√§ltige Bibliothekstypen, wie wissenschaftliche Bibliotheken, Universit√§tsbibliotheken, √∂ffentliche Bibliotheken, Bibliotheken der zentralen Verwaltung und Spezialbibliotheken. Die genaue Anzahl von Bibliotheken und der Gesamtbestand an Medien sind nicht bekannt (die LIB2-Studie von 1986 ermittelte 556 portugiesische Bibliotheken). Systematische und methodische Arbeiten zur F√∂rderung des √∂ffentlichen Bibliothekswesens und der Bibliothekswissenschaft begannen Ende des 19. Jahrhunderts.

In der Zeit des Estado Novo (1928‚Äď1974) waren die Bedeutung der Bibliotheken und die Bibliotheksarbeit selbst durch Zensur und Restriktionen stark eingeschr√§nkt. Dadurch gibt es bis heute Defizite in der Entwicklung des Bildungs- und Bibliothekssystems. Die jahrzehntelange Diktatur beg√ľnstigte eine mangelnde Volksbildung und den Analphabetismus. Nach der Nelkenrevolution 1974 kam es zur Demokratisierung im Bildungs- und Kulturbereich.

Gegen die mangelnde Volksbildung und den Analphabetismus wurde systematische Erwachsenenbildung und Lesef√∂rderung betrieben. Die besorgniserregende Situation der √∂ffentlichen Bibliotheken hatte zahlreiche Initiativen und Neuregelungen innerhalb des Bibliothekswesens zur Folge, z.¬†B. 1983 das ‚ÄěManifest des √∂ffentlichen Lesens‚Äú. 1986 wurde dies durch eine Gesetzgebung zur Schaffung und Koordinierung eines Netzes des √∂ffentlichen Lesens untermauert. Gleichzeitig kam es zur in Portugal erst relativ sp√§t einsetzenden Automatisierung der Bibliotheksarbeit und zum Einsatz moderner Informationstechnik, zun√§chst in Universit√§tsbibliotheken und der Nationalbibliothek ‚ÄěBiblioteca Nacional de Lisboa‚Äú.

Letztere war die erste √∂ffentliche Bibliothek, die 1796 als K√∂niglich-√∂ffentliche Hofbibliothek gegr√ľndet wurde. Sie betreibt z.¬†B. die nationale bibliographische Datenbank PORBASE. Diese enth√§lt √ľber 1 Million Titeleintr√§ge, 800.000 Verfassereintr√§ge von etwa 134 Bibliotheken und Dokumentationszentren und die Portugiesische Nationalbibliographie. Die Nationalbibliothek und vermutlich fast alle anderen Bibliotheken arbeiten mit dem Bibliothekssystem CDS/ISIS und dem Datenaustauschformat UNIMARC.

Eine Archivar- und Bibliothekar-Ausbildung ist √ľber ein Studium an den staatlichen Universit√§ten Coimbra, Lissabon und Porto m√∂glich. Einige zum Teil staatliche Institutionen √ľbernehmen Koordinierungsaufgaben und unterst√ľtzen die F√∂rderung des portugiesischen Buches und die Kooperation und Unterst√ľtzung von Bibliotheken.

Durch umfangreiche innovative Arbeiten der letzten Jahre hat das portugiesische Bibliothekswesen den Anschluss an europäische und internationale Standards geschafft. Noch existierende Defizite sollen durch Förderung des Lesens und der Bibliotheken und durch internationale Zusammenarbeit weiter abgebaut werden.

Medien/ Neue Medien

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2020, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Portugal Platz 10 von 180 Ländern. Das Land hatte damit eine der freiesten Pressen der Welt.

Vier Hauptfernsehkan√§le k√∂nnen im ganzen Land per Antenne empfangen werden: RTP1 und RTP2, die vom staatlichen portugiesischen Rundfunk R√°dio e Televis√£o de Portugal (RTP) betrieben werden und die privaten Kan√§le SIC (Grupo Sonae) und TVI (Media Capital, davon 32¬†% RTL-Group). Das Programm wird bei diesen Sendern, au√üer dem kulturell ausgerichteten RTP2, besonders am Abend stark von brasilianischen und portugiesischen Telenovelas bestimmt; die Nachrichtensendungen sind mit meist ein bis zwei Stunden Dauer sehr lang und in hohem Ma√üe auf das Tagesgeschehen in Portugal ausgerichtet. Fremdsprachige Spielfilme werden angesichts des kleinen Binnenmarktes selten synchronisiert, sondern mit Untertiteln gezeigt. Der Auslandssender RTP Internacional kann u.¬†a. auch in Mitteleuropa empfangen werden und zeigt eine Auswahl der vier Programme, w√§hrend RTP √Āfrica aus den portugiesischsprachigen L√§ndern Afrikas berichtet. Daneben gibt es eine Vielzahl von Kabelkan√§len, zu nennen ist insbesondere Sport TV und brasilianische Sender. In Porto und Lissabon gibt es Lokalsender, zudem unterh√§lt die RTP auf Madeira und den Azoren eigene Sendeanstalten.

Es gibt etwa 150 Radiostationen in Portugal. Die Sender der RTP, des katholischen R√°dio Renascen√ßa und der TSF sind landesweit zu empfangen. Die RTP ist √ľber Kurzwelle auch in Mitteleuropa zu h√∂ren, allerdings nur auf Portugiesisch.

Unter den zahlreichen Zeitungen, die in Portugal gedruckt werden, findet ein Konsolidierungs- und Konzentrationsprozess statt, bei dem viele der kleinen Bl√§tter aufgeben m√ľssen. Bedeutende t√§glich erscheinende Zeitungen sind der konservativ-liberale Di√°rio de Not√≠cias, der linksliberale P√ļblico (beide aus Lissabon) und das Jornal de Not√≠cias aus Porto, dazu die Boulevardzeitung Correio da Manh√£. Wichtige Wochenzeitungen sind Expresso und Sol, auch das politische Wochenmagazin Vis√£o und die Musikzeitung Blitz sind zu nennen. Jornal de Letras geh√∂rt zu den bedeutendsten Kulturzeitungen des Landes, w√§hrend Jornal de Neg√≥cios und der Di√°rio Econ√≥mico die bedeutenden Wirtschaftszeitungen sind. Destak und Metro sind die wichtigsten Gratiszeitungen in Portugal.

Sehr gro√üe Auflagen haben Sportzeitungen, die t√§glich erscheinen und sich fast ausschlie√ülich mit Fu√üball besch√§ftigen ‚Äď die bedeutendsten sind O Jogo, A Bola und Record. Die Benfica Lissabon nahestehende A Bola ist die auflagenst√§rkste Zeitung in Portugal.

Die Betreiber der Seite Football Leaks sind Whistleblower aus Portugal.

Von Bedeutung sind auch die zahlreichen Lokalzeitungen. Unter den Regionalzeitungen ist OMIRANTE und der Di√°rio As Beiras zu nennen.

Im Bereich der Klatschpresse sind die wöchentlich erscheinenden Magazine Maria und Nova Gente die auflagenstärksten. Die bedeutendste Parteizeitung ist der Avante! von der Portugiesischen Kommunistischen Partei.

Feiertage

Anmerkung: Jeder Kreis hat einen eigenen kommunalen Feiertag, oft f√ľr den Heiligen Antonius am 13. Juni, den Heiligen Johannes am 24. Juni oder den Heiligen Petrus am 29. Juni. Wenn der Kreis einen solchen Feiertag nicht hat, ist Karneval ein gesetzlicher Feiertag. Der Karneval wird wie ein normaler Feiertag behandelt, insbesondere Staatsbedienstete haben an diesem Tag normalerweise frei. Der erfolglose Versuch im Jahre 1995, diese Regelung abzuschaffen, kostete den damaligen Ministerpr√§sidenten Cavaco Silva viel Popularit√§t. Daneben wird der 24. Juni als Feiertag diskutiert (Unabh√§ngigkeit Portugals im Jahre 1128).

Siehe auch

Literatur

Neben den zahlreichen Reisef√ľhrern bietet sich folgendes an:

  • Walther L. Bernecker, Horst Pietschmann: Geschichte Portugals. Vom Sp√§tmittelalter bis zur Gegenwart. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. C. H. Beck, M√ľnchen 2014, ISBN 978-3-406-66375-8.
  • David Birmingham: A Concise History of Portugal. 3. Auflage. Cambridge University, Cambridge 2018, ISBN 978-1-108-43955-8.
  • Dietrich Briesemeister, Axel Sch√∂nberger (Hrsg.): Portugal heute. Politik, Wirtschaft, Kultur. Vervuert, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-89354-564-6 (Aufsatzsammlung, sehr informativ und tiefsch√ľrfend)
  • Walter G. Armando: Geschichte Portugals. W. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin K√∂ln Mainz 1966.
  • Gilberto Freyre: Herrenhaus und Sklavenh√ľtte. Klett-Cotta, M√ľnchen 1990, ISBN 3-423-04554-X (das wichtigste Werk des brasilianischen Soziologen und Anthropologen gibt zwar ein Bild der Gesellschaft Brasiliens, etwa ein Drittel des Buches ist aber den portugiesischen Kolonisatoren und besonders deren kulturelle Herkunft und Wirtschaftsgeschichte gewidmet).
  • Winfried Kreutzer: Geschichte Portugals. Reclam, Ditzingen 2013. ISBN 978-3-15-019143-9.
  • Eckhart Nickel: Gebrauchsanweisung f√ľr Portugal. Piper, M√ľnchen 2001, ISBN 3-492-27520-6.
  • Ant√≥nio Henrique de Oliveira Marques: Geschichte Portugals und des portugiesischen Weltreichs (= Kr√∂ners Taschenausgabe. Band 385). Aus dem Portugiesischen von Michael von Killisch-Horn. Kr√∂ner, Stuttgart 2001, ISBN 3-520-38501-5.
  • Henry Thorau (Hrsg.): Portugiesische Literatur. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-39270-0.
  • Il√≠dio Rocha: Chronologisches Lexikon der portugiesischen Literatur. TFM Verlag Teo Ferrer de Mesquita, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-925203-62-1.

Weblinks

  • Klimadiagramme und Tabellen von Portugal
  • Webpr√§senz der portugiesischen Regierung
  • L√§nder- und Reiseinformationen des Ausw√§rtigen Amtes
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Portugal
  • cibera ‚Äď Virtuelle Fachbibliothek Ibero-Amerika / Spanien / Portugal
  • Portuguese Culture, Digitale Bibliothek, Biblioteca Nacional de Portugal
  • Webseite Observat√≥rio da Emigra√ß√£o abgerufen 29. Juli 2011 (portugiesisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (20)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Aveiro 41.0801593 40.2788087 -8.7838511 -8.0891793  
Azoren 39.7244545 36.9286428 -31.267487 -25.0131958 Azoren  
Beja 38.3311461 37.3189669 -8.8196145 -6.9315043  
Braga 41.819919 41.3187926 -8.8113525 -7.8106811  
Braganca 41.9927963 41.0245454 -7.4318708 -6.1902091  
Castelo Branco 40.4161456 39.5373763 -8.2931234 -6.8638635  
Coimbra 40.520266 39.9237985 -8.9090959 -7.7317567  
Evora 39.0269205 38.1546422 -8.6584476 -7.1071145  
Faro 37.5291346 36.9630652 -8.9970474 -7.3921422  
Guarda 41.1793672 40.2298986 -7.8492225 -6.7810496  
Leiria 40.0897369 39.2115317 -9.5467555 -8.1080314  
Lissabon 39.3177327 38.673112 -9.5004901 -8.781991  
Madeira 33.116665 32.397476 -17.266071 -16.275116 Madeira  
Portalegre 39.6637253 38.7514995 -8.3438713 -6.9511632  
Porto 41.4717519 41.0013802 -8.7883771 -7.8756023  
Santarem 39.8385567 38.7314904 -9.0015643 -7.8089786  
Setubal 38.9284389 37.7493394 -9.2632624 -8.1296941  
Viana do Castelo 42.1542048 41.606343 -8.8817203 -8.0829724  
Vila Real 41.9269941 41.1187276 -8.1194595 -7.1705394  
Viseu 41.2146495 40.3226395 -8.3594445 -7.304582  
 

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Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

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Flagge: Portugal

Name englisch: Portugal
Hauptstadt: Lisbon
Kfz: P
ISO: PT
ISO3: PRT
Fläche: 92391 km²
Tld: .pt
Wärung Einheit: EUR
Währung: Euro
Vorwahl: 351

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 42.1542048
südlichster Punkt: 32.2895
westlichster Punkt: -31.4648
östlichster Punkt: -6.1902091


 
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