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Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Azoren

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Die Azoren (portugiesisch Ilhas dos Açores [ɐ'soɟɚʃ], zu deutsch: Habichtsinseln) sind eine Gruppe von portugiesischen Atlantikinseln (Hauptinsel SĂŁo Miguel).

Die Azoren umfassen neun grĂ¶ĂŸere und mehrere kleinere Inseln, die 1369 km westlich vom europĂ€ischen Festland (Cabo da Roca) liegen. Die kĂŒrzeste Entfernung (Insel Flores) zu Nordamerika (Neufundland in Kanada) betrĂ€gt 1930 km, die Entfernung zu New York etwa 3600 km.

Verwaltungstechnisch bilden die Azoren zusammengefasst eine autonome Region Portugals, die Região Autónoma dos Açores, und gehören somit zur EuropÀischen Union.

Geographie und Geologie

Lage

Die Azoren liegen auf 36° 43' bis 39° 56' N und 24° 46' bis 31° 16' W und umfassen eine GrundflĂ€che von 2330 Quadratkilometern. Sie sind Teil des Mittelatlantischen RĂŒckens und liegen auf der Plattengrenze zwischen der Eurasischen Platte und der Nordamerikanischen Platte. Die westlichsten Inseln Flores und Corvo gehören geologisch bereits zur Nordamerikanischen Kontinentalplatte.

Inselgruppen

Die neun großen Inseln werden in drei Gruppen unterteilt:

  • Grupo Ocidental (nordwestliche Gruppe): Corvo und Flores.
  • Grupo Central (zentrale Gruppe): Faial mit der Inselhauptstadt Horta, dem Hauptanlaufpunkt fĂŒr AtlantikĂŒberquerer, Pico mit Hauptort Madalena, SĂŁo Jorge, Graciosa und Terceira. Hauptstadt von Terceira ist das als Weltkulturerbe anerkannte Angra do HeroĂ­smo, das nach dem Erdbeben von 1980 wiederaufgebaut wurde.
  • Grupo Oriental (sĂŒdöstliche Gruppe): Santa Maria, die Formigas, eine unbewohnte Inselgruppe, und SĂŁo Miguel, die grĂ¶ĂŸte Insel (Hauptinsel) der Azoren, deren Hauptstadt Ponta Delgada zugleich Hauptstadt des gesamten Archipels und auch unter anderem Hauptsitz der auf mehreren Inseln angesiedelten UniversitĂ€t der Azoren ist.

Der gleichnamige Vulkan auf der Insel Pico ist mit 2351 m die höchste Erhebung Portugals.

Alle Inseln des Archipels sind vulkanischen Ursprungs. Nur die Àlteste der Inseln, Santa Maria, weist zusÀtzlich Sedimentgesteine auf.

Höhlen

Klima

Die Azoren sind durch ein ozeanisch-subtropisches Klima geprĂ€gt. Die Lage inmitten des Atlantischen Ozeans sorgt dafĂŒr, dass Jahreszeiten und Temperaturextreme sehr ausgeglichen sind, d. h. fĂŒr die Breitenlage sehr milde Winter und nicht so heiße Sommer. Zudem sind die Luftmassen aufgrund des langen Wegs ĂŒber dem offenen Ozean relativ feucht. Zugleich befinden sich die Inseln die meiste Zeit des Jahres unter dem Einfluss der subtropischen Hochdruckzone (Rossbreiten). Das Azorenhoch, dem Volksmund oft bekannter als die Inseln selbst, ist dabei keinesfalls durch bestĂ€ndigen Sonnenschein geprĂ€gt. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit entstehen hĂ€ufig, aber nicht immer, tiefe, mal geschlossene, mal aufgelockerte Wolkenschichten (Passatwolke). Anders als z. B. im Falle der Kanaren oder Madeira ist die Windrichtung auf den Azoren aber nicht vorherrschend aus Nordost (NO-Passat), sondern wechselnd; manchmal gibt es aufgrund einer Lage mitten in der Hochachse auch sehr schwache Winde. Generell bringen diese tiefen Wolken keinen oder nur sehr schwachen Niederschlag.

Die Inseln liegen mit 36 bis 40 Grad geographischer Breite wesentlich nördlicher als Madeira und die Kanaren und können daher ganzjĂ€hrig von TiefauslĂ€ufern erreicht werden. Im Hochsommer herrschen etwa 50 % Sonnenschein und vorwiegend trockene Bedingungen vor. Ab September nimmt der Tiefeinfluss jedoch an HĂ€ufigkeit zu, mitunter geraten die Inseln auch in den Randeinfluss von alternden tropischen StĂŒrmen; selten, etwa einmal pro Jahrzehnt, ĂŒberqueren Reste von TropenstĂŒrmen sogar unmittelbar die Inseln und können dort fĂŒr starke Winde und intensive NiederschlĂ€ge sorgen. Der „Azorenwinter“ zwischen Dezember und April erinnert eher an den September in Mitteleuropa: er kann sowohl durch relativ ruhige, milde Hochdrucklagen wie auch durch intensives Westwetter mit heftigen StĂŒrmen, Regenfronten, Gewitter etc. geprĂ€gt sein. Vielfach dominiert den ganzen Monat ĂŒber entweder das Hoch oder der Tiefdruckeinfluss. TiefdruckgeprĂ€gte Wintermonate können extrem regenreich sein (bis zu 300 mm), hochdruckgeprĂ€gte dagegen trocken verlaufen.

Das Klima auf der am meisten westlich gelegenen Insel Flores ist wesentlich wolken- und regenreicher als auf der östlich gelegenen Insel Santa Maria. Flores hat ca. 1600 Sonnenstunden (etwa wie im Ruhrgebiet), Santa Maria ca. 1900 Stunden (etwa wie im Oberrheingraben). Die NiederschlÀge variieren zwischen 900 mm auf Santa Maria (auch etwa wie im Ruhrgebiet) und rund 1500 mm auf Flores (etwa wie im Berchtesgadener Land). Besonders signifikant ist der Unterschied im Sommer, wo Santa Maria oft trocken bleibt und damit dem mediterranen Klima Àhnelt, wÀhrend es auf Flores öfter regnet, wodurch Flores wegen der sehr hohen Temperaturen in Tieflagen schon fast feucht-tropisch anmutet.

In höheren Lagen der Vulkangipfel nimmt die Sonnenscheindauer weiter ab und die Niederschlagsmenge zu; mancherorts können ĂŒber 5000 mm erreicht werden (so heftig wie etwa in SĂŒdostasien). Ab 400 m Seehöhe ist auch Nebel sehr hĂ€ufig, insbesondere im Winter, da die Wolkenschichten sehr tief hĂ€ngen.

Die Temperaturen liegen im „Azorenwinter“ im Mittel bei 11 °C in der Nacht und 17 °C am Tag. Kalte NĂ€chte bringen etwa 6 °C, sehr milde Tage rund 22 °C (Wassertemperatur 16 °C). Die Inseln sind völlig frostfrei und ermöglichen damit auch manchen tropischen Pflanzen das Überleben. Erst ab ca. 400 m kann Frost auftreten, ab ca. 800 m in seltenen FĂ€llen Schneefall. Der Vulkangipfel auf Pico ist mit 2300 m Höhe im Winter sehr hĂ€ufig schneebedeckt.

Im Sommer (August) erreicht die mittlere Temperatur milde 19 °C in der Nacht und 25 °C am Tag. KĂŒhle SommernĂ€chte haben 15 °C, warme Sommertage erreichen die 30-Grad-Celsius-Marke. Die Wassertemperaturen betragen 22 bis 24 °C.

Klimawandel

Die Azoren sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen; so zeigt eine Studie von Karnauskas et al. (2016) in der Fachzeitschrift Nature Climate Change auf, dass ein fortschreitender Klimawandel bis zum Jahr 2090 zu einer vollstĂ€ndigen Austrocknung der Inseln fĂŒhren könnte.

Natur

Die Azoren weisen eine große biologische Vielfalt auf und sind biogeographisch weitgehend isoliert, so dass sich eine Reihe endemischer Arten entwickelte. Conservation International hat die Azoren als BiodiversitĂ€ts-Hotspot ausgewiesen. Die Azoren gehören zum Mediterranen Becken, das sich von den Azoren bis nach Jordanien erstreckt.

Seit der Ankunft der ersten Siedler auf den Inseln litt die heimische Flora und Fauna dramatisch. Hauptfaktoren sind die Degradation von Landschaften, Abholzung, konventionelle Landwirtschaft und eingefĂŒhrte exotische Arten, die den endemischen Arten das Habitat streitig machen. Der fĂŒr die Azoren vormals typische Laurisilva (Lorbeerwald) findet sich nach wie vor auf einzelnen Inseln, ist aber weitgehend durch BestĂ€nde des Australischen Klebsamenbaums (Pittosporum undulatum) verdrĂ€ngt worden.

Obwohl die Natur der Azoren großem Druck von Touristen ausgesetzt ist, sind Maßnahmen fĂŒr einen wirksamen Naturschutz noch in den AnfĂ€ngen begriffen. Informationszentren, Ranger und Gebiete mit kontrollierten ZugĂ€ngen oder gekennzeichneten Pfaden gibt es aber schon auf allen Inseln. Weite Bereiche der Inseln stehen außerdem unter Naturschutz.

Landschaft

Die Vegetation auf den Azoren ist aufgrund des humiden Klimas ĂŒppig. Daneben findet man aber auch eher karge, vulkanische Landschaften.

Flora und Vegetation

Etwa 70 Pflanzenarten sind endemisch, kommen also nur auf den Azoren vor. AuffĂ€llig ist in Hecken und an WaldrĂ€ndern Rubus hochstetterorum, eine Brombeerart mit außergewöhnlich großen, hellrosa BlĂŒten. Deutlich seltener ist die weißblĂŒhende, sukkulente Azorenglockenblume (Azorina vidalii), die man an manchen naturnahen FelskĂŒsten noch finden kann. Die bis zu 5 Meter hohe Garten-Hortensie (Hydrangea macrophylla), die das Bild der Azoren dominiert, ist dagegen erst Ende des 19. Jahrhunderts aus Asien eingefĂŒhrt worden und mittlerweile eine große Bedrohung fĂŒr die endemischen Arten. Weitere invasive Pflanzenarten sind Hedychium gardnerianum aus der Familie der IngwergewĂ€chse, eingefĂŒhrt aus dem Himalaja, der Australische Klebsame und der Orangen-Klebsame (Pittosporum undulatum), der den heimischen Azoren-Lorbeer (Laurus azorica) weitgehend verdrĂ€ngt hat.

Fauna

Eine große Rolle spielen marine Arten. So sind im Laufe der Zeit vor den KĂŒsten des Archipels 38 Wal- und Delphinarten gesichtet worden. Bedingt durch den warmen Golfstrom tummeln sich um die Inseln etwa 500 Fischarten, wodurch die Azoren eines der fischreichsten Gebiete der Welt sind.

Die Avifauna der Inseln ist artenarm. Es gibt lediglich zwei endemische Arten, von denen der Azorengimpel am bekanntesten ist. Ihn gibt es nur noch in wenigen hundert Individuen im Nordosten von SĂŁo Miguel. HĂ€ufig ist dagegen der „Cagarro“, Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea). Die Inseln bieten Seevögeln eine Ruhestation auf dem Zug ins Winter- oder Sommerquartier ĂŒber den Atlantik, die Zugrouten der Landvögel verlaufen nicht ĂŒber die Azoren.

Viele Arten, die heute auf den Azoren vorkommen, wurden eingefĂŒhrt. Außer FledermĂ€usen gibt es keine ursprĂŒnglich einheimischen SĂ€ugetierarten.

Geschichte

Karthagische und kyrenische MĂŒnzen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., die 1749 auf der Insel Corvo entdeckt worden sein sollen, deuten darauf hin, dass die Azoren eventuell bereits von den Phöniziern besucht wurden. Zweifel bezĂŒglich dieses Funds Ă€ußerte 1836 bereits Alexander von Humboldt. Hasso Pfeiler datierte die MĂŒnzen ins 3. Jahrhundert v. Chr., Hans Hellmuth Kricheldorf konnte zeigen, dass von den neun MĂŒnzen nur eine aus Kyrene stammte. In der Antike gab es Sagen um Inseln im Atlantik; so wird auch eine der Lokalisierungshypothesen zu Atlantis auf die Azoren bezogen (Ignatius Donnelly, 1882).

Die Inseln sind erstmals auf den Portolan-Seekarten des 14. Jahrhunderts verzeichnet, so im Medici-Atlas (1351) und dem Atlas Catalan (1375). Sie werden dort als neun Inseln in drei Gruppen entlang einer falschen Nord-SĂŒd-Achse und mit falschen Umrissen verzeichnet. Dies könnte auf Sichtungen zurĂŒckgehen, die Seefahrer bei der RĂŒckkehr von den Kanarischen Inseln gemacht haben, wenn sie das „volta-do-mar“-Manöver durchfĂŒhrten (man segelt erst nach Nordwesten, um dort auf stetige Westwinde zu treffen). Eine der frĂŒhesten Expeditionen zu den Kanarischen Inseln ist hierbei fĂŒr das Jahr 1341 belegt.

Die Azoren wurden offiziell 1427 von Diogo de Silves im Auftrag von Heinrich dem Seefahrer aufgesucht und fĂŒr Portugal in Besitz genommen. Der portugiesische Name Ilhas dos Açores („Habichtsinseln“) entstand nach offizieller azoreanischer Darstellung aufgrund der zahlreich dort lebenden Bussarde, die die portugiesischen Eroberer zunĂ€chst fĂ€lschlich fĂŒr Habichte hielten. Der Name blieb auch nach Entdeckung des Irrtums erhalten.

Die Besiedlung durch Portugal begann Mitte des 15. Jahrhunderts, zuerst ab 1431 auf der Insel Santa Maria. Auf Initiative von Isabella von Portugal, der Schwester von Heinrich dem Seefahrer, die mit Philipp dem Guten von Burgund verheiratet war, gehörten zu den frĂŒhen Siedlern nicht nur portugiesische Bauern, sondern auch Flamen, da die Niederlande zum Herrschaftsbereich von Burgund gehörten. Auf der Insel Faial erinnern noch heute die WindmĂŒhlen und der Ortsname Flamengos daran. Die Azoren wurden bald ein wichtiger StĂŒtzpunkt auf dem Weg zu den Besitzungen in Mittel- und SĂŒdamerika. So besuchte Christoph Kolumbus die Inseln 1493 auf dem RĂŒckweg von seiner ersten Entdeckungsfahrt.

1580 wurde Philipp II. von Spanien in Personalunion Philipp I. von Portugal. Die Azoren versagten dem spanischen König zunĂ€chst die Anerkennung. So kĂ€mpften die Bewohner der Insel Terceira mit allen Mitteln, unter anderem mit Stieren, gegen die spanischen Truppen. 1583 unterwarf sich Terceira der spanischen Krone. Erst 1640 wurde Portugal wieder unabhĂ€ngig. 1694 kam es zur Taro-Revolte auf SĂŁo Jorge, als die Besteuerung auf die ErnteertrĂ€ge stark angehoben wurde. Der Aufstand wurde im FrĂŒhjahr 1696 niedergeschlagen.

1759 wurden die Jesuiten von den Inseln vertrieben. 1770 erklĂ€rte Minister Pombal die Azoren zur Kolonie. Nach dem Niedergang des Zuckerrohranbaus erlebten mit Beginn des 19. Jahrhunderts die Azoren wieder eine wirtschaftliche BlĂŒte. Orangen, Ananas, Tee und Tabak werden angebaut und erzielen gute ErtrĂ€ge. Die Orangenplantagen wurden jedoch Ende des 19. Jahrhunderts durch SchĂ€dlinge vernichtet. Der Walfang wurde intensiviert und durch den Aufbau einer Walfangflotte durch Portugal unterstĂŒtzt. Zu dieser wirtschaftlichen Entwicklung trugen auch die guten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika bei. Viele Bewohner der Azoren heuerten auf amerikanischen Walfangschiffen an und wanderten dauerhaft aus.

Mit der zunehmenden Technisierung wurden die Azoren zur Schaltstelle zwischen Amerika und Europa. Die aufkommende Dampfschifffahrt benötigte HĂ€fen zur Versorgung mit Kohle, weshalb Kohlebunker angelegt wurden. Ab 1893 verband das erste Unterseekabel ĂŒber Faial die beiden Kontinente. In den 1930er Jahren landeten die ersten TransatlantikflĂŒge im Linienverkehr mit großen Wasserflugzeugen im Hafen von Horta.

Nachdem der 1941 von den USA gefasste militĂ€rische War Plan Gray zur Annexion der Inseln nicht umgesetzt wurde, entdeckten diese aber die versteppte Westseite der Insel Santa Maria als geeignetes GelĂ€nde fĂŒr einen Großflughafen. Ab 1944 begannen sie den Bau des Flughafens Santa Maria, der mit einer PistenlĂ€nge von 3 km einen erheblichen Teil der von nur 5.780 Menschen bewohnten und 97 kmÂČ großen Insel beansprucht und bis in die 1970er Jahre als Zwischenstopp fĂŒr TransatlantikflĂŒge diente. Heute landet im Sommer zweimal tĂ€glich ein Flugzeug der lokalen Fluglinie, um Badetouristen den Besuch der Insel zu ermöglichen. Internationale FlĂŒge landen allerdings nicht auf dem ehemaligen MilitĂ€rflugplatz. 1943 bauten die Amerikaner auf der Insel Terceira ihren bereits 1913 gegrĂŒndeten StĂŒtzpunkt aus; ein Flugfeld ermöglichte es der US-Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg, große FlugverbĂ€nde einzusetzen. Heute (April 2013) wird China mittel- und langfristiges Interesse an diesen Einrichtungen unterstellt. 1975/76 wurden die Azoren autonome Region innerhalb Portugals (RegiĂŁo AutĂłnoma dos Açores) mit einer Regionalregierung in Ponta Delgada und einem Regionalparlament in Horta. Der Vertreter der Republik Portugal residiert in Angra do Heroismo. Nach dem EU-Beitritt Portugals wurde die Milchwirtschaft erheblich intensiviert und verdrĂ€ngte zum Teil die Plantagenwirtschaft. Der Tourismus und insbesondere auch der Ökotourismus werden fĂŒr die Azoren immer wichtiger. 2008 wurde auf der Hauptinsel SĂŁo Miguel ein neuer Jachthafen eingeweiht, neue Straßen werden gebaut und der Flugverkehr zu den Azoren und zwischen den Inseln nimmt stetig zu. Die Azoren wurden immer wieder von VulkanausbrĂŒchen und Erdbeben heimgesucht. Der letzte Ausbruch fĂŒhrte 1957 zur Entstehung des Vulkans Capelinhos an der KĂŒste der Insel Faial. Etwa 2000 Menschen mussten umgesiedelt werden, und viele Bewohner wanderten in die USA aus, die durch ein Sondergesetz ihre Immigration ermöglichten. 1980 erschĂŒtterte ein Erdbeben die Insel Terceira und zerstörte deren Hauptstadt Angra do HeroĂ­smo. Das letzte grĂ¶ĂŸere Beben ereignete sich 1998, es tötete auf der Insel Faial zehn Menschen und machte Tausende obdachlos.

Bevölkerung

Auf den Azoren leben insgesamt 245.766 Einwohner, die ĂŒberwiegend portugiesische StaatsbĂŒrger sind. Sie sind zu 95 Prozent römisch-katholisch. Evangelische Gemeinden, vor allem Gemeinden der Igreja EvangĂ©lica Baptista, gibt es auf SĂŁo Miguel, Terceira und Faial.

Im 15. und frĂŒhen 19. Jahrhundert sowie 1933–1945 kam es zur verstĂ€rkten Einwanderung von Juden. So wanderten 1818/19 viele jĂŒdisch-marokkanische HĂ€ndlerfamilien ein, die erheblich dazu beitrugen, den Fernhandel der Azoren zu entwickeln. Eine Synagoge, die noch heute zu besichtigen ist, wurde 1836 in Ponta Delgada auf SĂŁo Miguel erbaut. Dort und auf den Inseln Terceira, Faial und Graciosa gibt es noch heute jĂŒdische Friedhöfe.

Nach Jahrzehnten der Auswanderung in die USA (im 19. Jahrhundert oft auch als Besatzung von Walfangschiffen), nach Kanada und Brasilien sowie in neuester Zeit nach Portugal verzeichnen die grĂ¶ĂŸten Orte auf SĂŁo Miguel wieder bescheidene BevölkerungszuwĂ€chse.

Die Bevölkerung spricht untereinander sehr differierende Dialektformen der portugiesischen Sprache. So können Festlandportugiesen die Einheimischen oft schwer verstehen.

Politik und Verwaltung

Die Azoren bilden seit 1976 die Região Autónoma dos Açores. Die Aufgaben der Hauptstadt sind geteilt. Sitz des PrÀsidenten und der Regionalregierung ist Ponta Delgada. Das Regionalparlament, die Assembleia Legislativa dos Açores, hat ihren Sitz in Horta, der Vertreter der Republik Portugal residiert in Angra do Heroísmo.

PrÀsident der Autonomen Region Azoren ist seit 20. November 2020 José Manuel Bolieiro (Partido Social Democrata).

PrÀsidenten der Autonomen Region Azoren

  • Altino Pinto de MagalhĂŁes, 27. August 1975 bis 8. September 1976 (Regionale Junta der Azoren)
  • JoĂŁo Bosco Mota Amaral, 8. September 1976 bis 20. Oktober 1995 (Partido Social Democrata)
  • Alberto Madruga da Costa, 20. Oktober 1995 bis 9. November 1996 (Partido Social Democrata)
  • Carlos CĂ©sar, 9. November 1996 bis 6. November 2012 (Partido Socialista)
  • Vasco Cordeiro, 6. November 2012 bis 24. November 2020 (Partido Socialista)
  • JosĂ© Manuel Bolieiro, seit 24. November 2020 (Partido Social Democrata)

Verwaltungsgliederung

Bis 1976 gab es auf den Azoren drei politische Distrikte: Ponta Delgada, Angra do HeroĂ­smo und Horta. Diese entsprachen den Distrikten in Festlandportugal.

Die Azoren sind heute in 19 Kreise (municĂ­pios) aufgeteilt. Diese sind als unterste administrative Einheit in 155 Gemeinden (freguesias) unterteilt. Als einziger Kreis Portugals hat Corvo keine Gemeinde.

Die Kreise sind:

Fahne und Wappen

Wirtschaft

Im Vergleich mit dem BIP (Bruttoinlandsprodukt) der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreichen die Azoren einen Indexwert von 61.1 (EU-25:100, 2003). Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 9 %. Die Azoren gelten als eine, im europĂ€ischen Durchschnitt gesehen, wirtschaftsschwache Region Europas und erhalten Fördergelder der EU. Da die Azoren wĂ€hrend der Diktatur Portugals, die bis 1974 reichte, stark vernachlĂ€ssigt wurden, sind die Kosten des nachhaltigen Aufbauens enorm.

Verkehr

Jede der neun Inseln verfĂŒgt ĂŒber einen modernen Flughafen, die regelmĂ€ĂŸig von Kurz- und Langstreckenflugzeugen unterschiedlicher Airlines angeflogen werden. Der wichtigste Flughafen befindet sich in Ponta Delgada. Der Flugverkehr zwischen den Inseln wird insbesondere von der Fluglinie SATA Air Açores abgewickelt. Die Azores Airlines fĂŒhrt LinienflĂŒge zu verschiedenen Zielen in Europa und Nordamerika durch. Im Jahr 2005 wurde die Reederei AtlĂąnticoline gegrĂŒndet, die Schiffsverbindungen zwischen den einzelnen Azoreninseln betreibt.

Landwirtschaft

Bedeutendste Wirtschaftszweige auf den Inseln sind die Vieh- und Milchwirtschaft. Exportiert werden hauptsÀchlich Milch, Milchprodukte sowie Rindfleisch.

Die Azoren sind, neben einer Plantage im englischen Cornwall, der einzige europĂ€ische Standort, an dem Tee angebaut wird (zwei Plantagen auf der Insel SĂŁo Miguel). 2012 wurden auf einer FlĂ€che von 42 ha 136 t Tee geerntet. Der Tee weist sehr wenig Teein auf, im Gegensatz zu den Teesorten aus Asien und Afrika. Ein Großteil des Tees geht nach Festland-Portugal, insbesondere der bekannte ChĂĄ Gorreana, der Rest wird von der Bevölkerung selbst verbraucht. Die Teeplantagen sind zudem eine Touristenattraktion.

Der Ananasanbau auf SĂŁo Miguel erfolgt in GewĂ€chshĂ€usern und ist sehr arbeitsintensiv, so dass die einheimischen Sorten teurer sind als die Importe aus Zentralamerika oder Afrika. 2012 wurden auf einer FlĂ€che von 260 ha 3250 t Ananas geerntet. FĂŒr den Eigenverbrauch wird auf den Azoren auch Yams angebaut: Die AnbauflĂ€che betrug 2012 115 ha und erbrachte eine Ernte von 1900 t.

Weinbau wird in nennenswertem Umfang auf der Insel Pico (seit 2004 als UNESCO-Weltkulturerbe), auf der Insel Graciosa und auf der Insel Terceira betrieben. Nach den RĂŒckschlĂ€gen durch die Reblausplage im 19. Jahrhundert wird der Wein der Azoren (anders als in Madeira) kaum mehr exportiert.

An Meeresfisch wird unter anderem Thunfisch gefangen und in Dosen konserviert.

Tourismus

Wegen ihrer UrsprĂŒnglichkeit und des einzigartigen Klimas mit milden, nie extremen Temperaturen gewinnt auch der Tourismus auf den immergrĂŒnen Azoren zunehmend an Bedeutung, so verdoppelte sich die Passagierzahl am wichtigsten Flughafen in Ponta Delgada zwischen 2014 und 2017. Neben den Festland-Portugiesen und internationalen Seglern stellen Touristen aus Deutschland, Frankreich und Italien eine große Besuchergruppe dar, ebenso wie Reisende aus den Neuengland-Staaten der USA sowie aus Kanada, die oft ausgewanderte Vorfahren von den Azoren haben.

Die Anreise erfolgte frĂŒher per Schiff. Heute erfolgt die Anreise von verschiedenen FlughĂ€fen in Europa, Kanada und den USA zu den internationalen FlughĂ€fen in Ponta Delgada (SĂŁo Miguel), Lajes bei Angra do HeroĂ­smo (Terceira), Horta (Fajal) oder Madalena (Pico).

Da es keine ausgedehnten SandstrĂ€nde gibt, sind Azoren-Urlauber meist Naturliebhaber und Wanderer. Transatlantische Segler nutzen die HĂ€fen von Horta (Fajal) und Ponta Delgada (SĂŁo Miguel) fĂŒr Zwischenstopps. Auf mehreren Inseln wird Walbeobachtung angeboten.

Aufgrund ihrer exponierten Lage im offenen Atlantik und dem Golfstrom, der relativ warmes Wasser anspĂŒlt, gibt es rund um die Azoren zahlreiche Großfische und MeeressĂ€uger, weshalb die Azoren auch bei Tauchern beliebt sind. Die stellenweise starke Strömung macht jedoch die TauchgĂ€nge eher anspruchsvoll und fĂŒr AnfĂ€nger ungeeignet. Auf allen neun Inseln gibt es inzwischen Tauchbasen, die auch gefĂŒhrte TauchgĂ€nge anbieten.

Verschiedene Heil- und Thermalquellen machen den Ort Furnas (auf der Hauptinsel SĂŁo Miguel) seit langem zu einem attraktiven Kurort, nicht nur fĂŒr Festland-Portugiesen. Weitere heiße Quellen, die zum Baden genutzt werden, befinden sich in der Caldeira Velha unterhalb des Pico da Barrosa sowie im Meer bei Ginetes (Ponta da Ferraria), beides auf SĂŁo Miguel.

Die Inselgruppen im Detail

GrĂ¶ĂŸen der Inseln

Entfernungen der Inseln

Quelle

UNESCO-Kultur- und -Naturerbe

Auf den Azoren befinden sich zwei StĂ€tten des UNESCO-Welterbes: das Stadtzentrum von Angra do HeroĂ­smo (1983) und die Weinbaukulturlandschaft der Insel Pico (2004). Ferner stehen die Azoren als Teil des multinationalen Vorschlags Mittelatlantischer RĂŒcken zur Aufnahme in das Weltnaturerbe auf der Tentativliste.

Die gesamte LandflĂ€che der Inseln und ein Meeresgebiet von etwa 10.000 kmÂČ um sie herum sind als Geopark seit 2013 Mitglied des Global Geoparks Network und seit 2015 ein UNESCO Global Geopark.

Siehe auch

  • Administrative Gliederung Portugals
  • Azorenhoch
  • Azorenstrom
  • Makaronesien

Literatur

  • Michael Bussmann: ReisefĂŒhrer Azoren. 6. Auflage, Michael MĂŒller, Erlangen 2016, ISBN 978-3-95654-215-2.
  • Roman Martin: Azoren – die 77 schönsten KĂŒsten- und Bergwanderungen. 5. neu bearb. Auflage, Rother Bergverlag, MĂŒnchen 2017, ISBN 978-3-7633-4367-6.
  • Autokarte: Azoren. Freytag + Berndt, Wien 2013, ISBN 978-3-7079-1060-5.

Weblinks

  • Açores UNESCO Global Geopark auf der Website der UNESCO zu Global Geoparks (englisch).
  • Governo Regional dos Açores – Website der Regionalregierung (portugiesisch, englisch)

Einzelnachweise

 

Kommentar Meinungen und Kommentare


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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Portugal Portugal

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 39.86758762
südlichster Punkt: 36.83566824
westlichster Punkt: -31.5197753
östlichster Punkt: -24.609375


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
77473 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
1464 km
 
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