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Gebirge Karte: Vogesen

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Vogesen

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Die Vogesen ([voˈgeːzən], Pluraletantum; frz. les Vosges [voːʒ], dt. frĂŒher auch Wasgauen, Wasgenwald oder Wasigenwald) sind ein Mittelgebirge in Ostfrankreich mit der höchsten Erhebung von 1424 m. Sie sind gemeinsam mit dem PfĂ€lzerwald, der sich nördlich des Gebirges ohne morphologische Trennung anschließt, Teil eines einheitlichen Mittelgebirgsraumes von etwa 8000 kmÂČ GesamtflĂ€che, der sich von der Burgundischen Pforte (Linie Belfort–Ronchamp–Lure) bis zur Börrstadter Senke (Linie Winnweiler–Börrstadt–Göllheim) erstreckt und die westliche Begrenzung der Oberrheinischen Tiefebene bildet.

Der Name leitet sich vermutlich von dem ursprĂŒnglich keltischen, spĂ€ter von den Römern in Gallien ĂŒbernommenen Berg- und Waldgott Vosegus (auch Vosagus, Vosacius) ab.

Geographie

Allgemeines

Historisch, naturrĂ€umlich und geologisch gesehen erstrecken sich die Vogesen von der Burgundischen Pforte im SĂŒden bis zur Zaberner Steige im Norden. Sie bilden das sĂŒdwestliche Randgebirge des Oberrheingrabens. Das sich nördlich an die Zaberner Steige anschließende Gebiet bis zur französisch-deutschen Grenze wird in Frankreich ebenfalls zu den Vogesen gezĂ€hlt und dort als "Nordvogesen" (Vosges du Nord) bezeichnet, allerdings bildet dieses Gebiet weniger eine Einheit mit den eigentlichen Vogesen, sondern vor allem mit dem nördlich anschließenden PfĂ€lzerwald. Beide Gebiete bilden das grenzĂŒberschreitende BiosphĂ€renreservat PfĂ€lzerwald-Vosges du Nord. Diese "Nordvogesen" werden zusammen mit dem sĂŒdlich der Queich liegenden Teil des PfĂ€lzerwalds auch als Wasgau bezeichnet.

In den sĂŒdlichen Vogesen, zwischen Burgundischer Pforte und Breuschtal, besitzen die Berge hĂ€ufig die charakteristische Form einer Rundkuppe, die durch Erosion und GletschertĂ€tigkeit zu erklĂ€ren ist und deren markanteste Vertreter das sogenannte Belchen-System bilden. Hier liegen die höchsten Erhebungen des Gebirges. Zwischen Breuschtal und Zaberner Steige dominieren tafelartig geformte Berge aus Buntsandstein. Sie erreichen in Rocher de Mutzig (1010 Meter) und Donon (1009 Meter) ihre grĂ¶ĂŸten Höhen. Der Wasgau hingegen ist durch niedrig gelegene Berge und BergrĂŒcken, vielfĂ€ltige Bergformen (zum Beispiel Kegelberge) und bizarre Sandsteinfelsen gekennzeichnet.

Berge

Die höchsten Berge sind:

  • Großer Belchen (frz. Grand Ballon) 1424 m
  • Storkenkopf 1366 m
  • Hohneck 1363 m
  • Kastelberg 1350 m
  • Klintzkopf (dt. Klinzkopf) 1330 m
  • Rothenbachkopf 1316 m
  • Lauchenkopf 1314 m
  • Batteriekopf 1311 m
  • Haut de Falimont 1306 m
  • Rainkopf 1305 m
  • Gazon du FaĂźte 1303 m
  • Gazon du Faing 1302 m
  • Ringbuhl (dt. RingbĂŒhl) 1302 m
  • Soultzereneck (dt. Sulzereneck) 1302 m

Eine Auswahl weiterer Vogesengipfel:

  • Tanet (dt. Tanneck) 1292 m
  • Kahler Wasen (auch Kleiner Belchen, frz. Petit Ballon) 1272 m
  • ElsĂ€sser Belchen (frz. Ballon d'Alsace) 1247 m
  • BrĂ©zouard 1229 m
  • Ballon de Servance (Höchster Punkt des DĂ©partements Haute-SaĂŽne) 1216 m
  • TĂȘte des Faux 1208 m
  • Drumont 1200 m
  • Planche des Belles Filles 1148 m
  • Molkenrain 1123 m
  • Champ du Feu (dt.Hochfeld, auch Firstfeld) 1099 m
  • Baerenkopf 1074 m
  • Rocher de Mutzig (dt. Mutzigfelsen) 1010 m
  • Donon 1009 m
  • Taennchel (dt. TĂ€nnchel) 992 m
  • Climont 965 m
  • Hartmannswillerkopf (dt. Hartmannsweilerkopf) 956 m
  • Chatte Pendue 902 m
  • Ungersberg 901 m
  • TĂȘte du Coquin 837 m
  • Odilienberg (frz. Mont St. Odile) 760 m
  • Dagsburg (Schlossberg) (frz. Dabo) 647 m
  • Großer Wintersberg 581 m
  • Hohenburg (Schlossberg) (frz. Hohenbourg) 550 m

PĂ€sse

Die Kammlinie des Gebirges bildet grĂ¶ĂŸtenteils die Grenze zwischen den französischen Regionen Elsass im Osten und Lothringen im Westen, die ĂŒber einige wichtige PĂ€sse verbunden sind (von SĂŒd nach Nord):

  • Col de Bussang (731 m): MĂŒlhausen – Remiremont
  • Col d’Oderen (884 m): Cornimont – Fellering
  • Col de la Schlucht (1139 m): Colmar – GĂ©rardmer
  • Col du Bonhomme (949 m): Colmar – Saint-DiĂ©-des-Vosges
  • Col de Saales (554 m): Schirmeck – Saint-DiĂ©-des-Vosges
  • Zaberner Steige (413 m): Saverne – Phalsbourg

Anders als der Schwarzwald besitzen die Vogesen zwischen Burgundischer Pforte und Zaberner Steige einen durchgehend verlaufenden Hauptkamm. Er trennt die nach Ost und West laufenden TÀler streng voneinander ab. Auch die meisten der höchsten Erhebungen liegen auf dem Hauptkamm. Da die Vogesen Teil eines leicht nach West gekippten Schichtstufenlandes sind, sind manche der höchsten Erhebungen allerdings auch am Ostrand der Vogesen zu finden.

Seen

In den Vogesen gibt es zahlreiche Seen. Die bekanntesten sind:

  • östlich vom Hauptkamm im DĂ©partement Haut-Rhin
    • Lac Blanc (dt. Weißer See): 29 Hektar
    • Lac Noir (dt. Schwarzer See): 14 Hektar
    • Lac des Truites (dt. Forellenweiher): 2,8 Hektar
    • Lac de Kruth-Wildenstein (Stausee): 81 Hektar
  • westlich vom Hauptkamm im DĂ©partement Vosges
    • Lac de GĂ©rardmer: 116 Hektar
    • Lac de Longemer: 76 Hektar
    • Lac de Retournemer: 5 Hektar
    • RĂ©servoir de Bouzey (Stausee): 140 Hektar
  • in den Nordvogesen
    • Etang de Hanau (dt. Hanauer Weiher): 1,6 Hektar (DĂ©partement Moselle)
    • Lac de la Maix: 1,6 Hektar (Departement Vosges)
    • Lac de Pierre-PercĂ©e (bzw. Lac du Vieux PrĂ©) (Stausee): 304 Hektar (DĂ©partement Meurthe-et-Moselle)

Entstehung

Entstanden ist das Mittelgebirge im TertiĂ€r (genauer EozĂ€n) vor rund 50 Millionen Jahren durch eine bis heute anhaltende tektonisch bedingte Anhebung, aus der heraus zunĂ€chst ein mit dem Schwarzwald zusammenhĂ€ngendes Gebirge resultierte. Dann senkte sich der Oberrheingraben ab, der seither die beiden BergzĂŒge trennt. Die Anhebung hatte auch die Entstehung des nordfranzösischen beziehungsweise sĂŒdwestdeutschen Schichtstufenlandes zur Folge.

Geologie

Die Vogesen sind aus Gneisen, Graniten, palĂ€ozoischen Schiefern und Vulkaniten aufgebaut. Im Norden und Westen taucht das Grundgebirge unter die jĂŒngeren Gesteine des Buntsandsteins ab, die nördlich der Breusch (frz. Bruche) die OberflĂ€chengestalt des Gebirges bestimmen. Im Osten fĂ€llt das GelĂ€nde an StaffelbrĂŒchen zur Oberrheinebene ab, dort sind auch Ablagerungen aus der Trias und dem Jura erhalten. Abgebaut wurden Blei und Silber, spĂ€ter auch Baryt (z. B. bei Sainte-Marie-aux-Mines oder Sainte-Croix-aux-Mines). Im SĂŒden und nach Osten hin gab es einige kleine Vorkommen von Steinkohle (Kohlebergbau in den Vogesen und im Jura).

Glazialmorphologie

Die Vogesen gehören zum Typus der glazial ĂŒberprĂ€gten Mittelgebirge. Ihre Gesteine gehören zum armorikanischen Gebirgssystem. Sie sind das erste große Hindernis fĂŒr die feuchten Luftmassen vom Atlantik und haben deshalb stĂ€rkere NiederschlĂ€ge als der benachbarte Schwarzwald. In den vergangenen Eiszeiten gab es deshalb auch eine stĂ€rkere glaziale AktivitĂ€t.

Als typische Landschaftsformen findet man eine Reihe von Karen, in denen hÀufig Karseen (Bsp.: Lac Blanc) und Moore liegen.

Vegetation

Wie in fast allen Gebirgen der gemĂ€ĂŸigten Zone hĂ€ngt die Vegetation auch in den Vogesen von den Höhenstufen ab:

  • Die colline Stufe, auch Eichenwaldstufe genannt, in der frĂŒher wĂ€rmeliebende EichenmischwĂ€lder standen, sind heute aufgrund ihrer Lage in Kulturlandschaften umgewandelt.
  • Die nachfolgende (sub-)montane Stufe wird auch Buchenwaldstufe genannt. Der vorherrschende Buchenwald ist durchsetzt mit Tannen, Bergulmen, Fichten, Bergahornen und Eichen, im Wasgau auch mit Kiefern. Aufgeforstet wird heute aber fast ausschließlich mit Fichten.
  • In den Vogesen bildet die Buche die Waldgrenze. Ein schmaler Streifen entlang des Kammes, oberhalb von etwa 1250–1300 m ist von Natur aus waldfrei. Vielerorts wurden diese waldfreien FlĂ€chen durch Beweidung noch vergrĂ¶ĂŸert. Durch die hohen Windgeschwindigkeiten in den stark exponierten Kammlagen werden die Buchen mit zunehmender Höhe immer kleinwĂŒchsiger und fehlen schließlich ganz. Auch das Vorkommen von Latschenkiefern in Höhen von ĂŒber 1200 mÂ ĂŒ. NHN verweist auf die subalpine Krummholzzone und die besonderen klimatischen und edaphischen Bedingungen, die am Vogesenhauptkamm herrschen. Bergkiefern finden sich besonders im Kammbereich zwischen Col de la Schlucht und Col du Calvaire und hier vor allem in den etwa 1300 mÂ ĂŒ. NHN hoch gelegenen Hautes Chaumes/Reisberg (dt. Hochweiden) nördlich des Lac Noir (dt. Schwarzer See) und Lac Blanc (dt. Weißer See).
  • Bedingt durch das atlantisch beeinflusste Klima hat die Fichte zwar ein natĂŒrliches Vorkommen in den Vogesen, spielt jedoch keine große Rolle. Die Gipfelheiden der Vogesen zeichnen sich durch zahlreiche botanische RaritĂ€ten aus; unter anderem finden sich zahlreiche Glazialrelikte.

Im Bereich der Hochvogesen haben sich an verschiedenen Stellen (z. B. am Tanet (1293 m) nördlich des Col de la Schlucht) Hochmoore entwickelt, die teilweise als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. Auch aus verlandenden Karseen (z. B. im Frankenthal nordwestlich des Hohneck, am Lac de Lispach oder am Etang du Devin in der Nordostflanke des TĂȘte des Faux) entwickeln sich Moore.

Fauna

Neben den ĂŒblichen heimischen Wildtieren finden sich in den Vogesen vereinzelt die EuropĂ€ische Wildkatze sowie durch WiedereinbĂŒrgerung der Biber, der Luchs und die GĂ€mse. Das fĂŒr die Vogesen besonders typische Auerhuhn ist vom Aussterben bedroht.

Vergleich mit dem Schwarzwald

Im Vergleich zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald fĂ€llt zunĂ€chst der etwas stĂ€rkere Niederschlag auf. Dies liegt an der exponierten Lage der Vogesen, wodurch die Luft vom Atlantik abgefangen wird, und durch Steigungsregen einen Teil ihrer Feuchte verliert. WĂ€hrend der Eiszeiten fĂŒhrte dies auch zu einer stĂ€rkeren Vergletscherung der Vogesen. WĂ€hrend die einander zugewandten Seiten der beiden Gebirge Ă€hnlich steil sind, da hier jeweils der Rhein als Vorfluter dient und somit die Erosionskraft vergleichbar ist, kann man an den Außenseiten deutliche Unterschiede erkennen. Der Schwarzwald fĂ€llt deutlich flacher ab, da sein östlicher Vorfluter die Donau ist, die wegen ihres schwachen GefĂ€lles und des langen Weges bis zum Schwarzen Meer eine deutlich geringere Erosionskraft hat als der Rhein. Auf der Westseite der Vogesen ist jedoch die zum tiefer verlaufenden Rhein fließende Mosel der Vorfluter. Daraus folgt eine stĂ€rkere fluviatile Zerschneidung der Westvogesen als des Ostschwarzwaldes.

Im Unterschied zum Schwarzwald findet sich in den Vogesen ein in Nord-SĂŒd-Richtung verlaufender Kamm. Dieser Kamm entstand bzw. entsteht durch beidseitige erosive Zerschneidung. Er beginnt sĂŒdlich der Zaberner Steige mit dem großen Rosskopf (811 m ĂŒ. NHN) und endet am Roc du Plainet (807 m ĂŒ. NHN) bei Ronchamp in der Burgundischen Pforte. Am Kamm können sich vor allem in den Hochvogesen durch den Wind die gefĂŒrchteten Wechten – ĂŒberhĂ€ngende Schneebretter – bilden, die eine Gefahr fĂŒr Wintersportler darstellen können. Anders als im Schwarzwald, der vor allem in seinem Mittel- und SĂŒdteil bis in Höhen von etwa 1000 m ĂŒ. NHN dauerhaft besiedelt ist, findet in den Kammlagen der SĂŒdvogesen – zum Beispiel im Bereich des MĂŒnstertals (franz. VallĂ©e de Munster) – lediglich Almwirtschaft statt: Die KĂŒhe werden im Winter abgetrieben, die fermes geschlossen, die Kammstraße Route des CrĂȘtes wird nicht vom Schnee befreit und verschwindet teilweise unter Skipisten (Kastelberg). Besiedelung und Bewirtschaftung sind auch in tiefer gelegenen Regionen weit weniger intensiv als im Schwarzwald und lediglich in den TĂ€lern vergleichbar.

Besiedlung und Sprache

Im Laufe der Jahrhunderte erfolgte eine fĂŒr Waldgebiete typische langsame Verdichtung der Besiedlung. WĂ€lder wurden unter anderem fĂŒr Ackerbau, Viehzucht und frĂŒhindustrielle Anlagen (Köhlereien, oder die bedeutenden GlashĂŒtten) gerodet. Die Wasserkraft zog MĂŒhlen nach sich. Nicht nur in Gebieten mit BodenschĂ€tzen konnte Siedlungskonzentration und Zuwanderung stattfinden. Im Bergbaugebiet des Lebertals fand beispielsweise Zuwanderung sĂ€chsischer Bergbaufachleute statt. Kriege, Seuchen oder Religionskonflikte konnten Landstriche entvölkern – im Nachgang wurden nicht selten Menschen aus anderen Regionen angesiedelt.

In vorrömischer Zeit waren die Vogesen siedlungsleer oder von Kelten besiedelt und beherrscht. Nach der römischen Epoche siedelten im Osten auch Alemannen, im Nordwesten auch Franken. Entgegen weit verbreiteter Annahme fĂ€llt der Hauptkamm der Vogesen nur in den SĂŒdvogesen mit der historischen romanisch-germanischen Sprachgrenze zusammen. Altromanisch sind östlich des Hauptkamms: das Tal der Weiss um Lapoutroie, das Tal der LiĂšpvrette (modern auch Val d’Argent, das heißt Tal des Silbers), Teile des Weilertals (VallĂ©e de VillĂ©) und Teile des Breuschtals (VallĂ©e de la Bruche). Dagegen gehören die nördlich des Breuschtales gelegenen Teile der Nordvogesen und der gesamte Wasgau zum germanischen Sprachraum, da ab Schirmeck die historische deutsch-französische Sprachgrenze nach Nordwesten abbiegt und zwischen Donon und Mutzigfelsen Richtung Saarburg (Lothringen) (frz. Sarrebourg) verlĂ€uft. Die germanischen Gebiete der Vogesen zĂ€hlen zum alemannischen Dialekt- und Kulturraum, die romanischen Gegenden zum Gebiet des Patois. Die Verbreitung der Sprachen und Dialekte hĂ€ngt fĂŒr einen langen Zeitraum grundsĂ€tzlich mit dem Gang von Besiedlungsbewegungen zusammen. Hingegen zeigt der zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert erfolgte elsassweite Wechsel von Deutsch zu Französisch als Verkehrssprache keine wesentlichen VerĂ€nderungen in der Besiedlung mehr an.

Geschichte

Die Vogesen waren in merowingischer Zeit (5.–7. Jahrhundert) wenig besiedelt, aber kulturhistorisch bedeutsam durch das in den Westvogesen gelegene Kloster Luxeuil, in dem sich der Ire Columban einige Zeit aufhielt, bevor er ĂŒber die Alpen nach Oberitalien zog, um dort das Kloster Bobbio zu grĂŒnden. Aus dem Kloster Luxueil sind vorkarolingische Handschriften erhalten (Codex Ragyndrudis).

Im Ersten Weltkrieg waren die Vogesen Schauplatz erbitterter KĂ€mpfe. Auf der Ostseite der Vogesen liegen große Soldatenfriedhöfe (z. B. Hartmannswillerkopf). Auch heute noch sind an vielen Stellen die SchĂŒtzengrĂ€ben deutlich sichtbar, in denen sich die Feinde oft nur wenige Meter voneinander entfernt gegenĂŒberlagen. Auf der Westseite des Vogesenkammes verlĂ€uft kurz unterhalb der Gipfel die Route des CrĂȘtes (Gratstraße), eine MilitĂ€rstraße, die von der Französischen Armee als Versorgungsstraße zur Sicherung des gerade eroberten Terrains gegen die von Osten anrĂŒckenden Deutschen gebaut wurde. Anders als die meisten anderen Straßen verbindet sie keine Orte untereinander. Heute ist diese Straße eine beliebte Touristenstrecke, vor allem fĂŒr MotorrĂ€der.

Wirtschaft

WĂ€hrend die TĂ€ler der Vogesen schon lange besiedelt sind und schon frĂŒh industrialisiert wurden (z. B. Textil, Bergwerke, siehe Bergbau in den Vogesen), finden sich auf mittleren Höhen verstreute „fermes“ – Bauernhöfe aus Stein mit weiten, flachen DĂ€chern. In den mittleren Höhen wurden auch SteinbrĂŒche betrieben, deren WeiterfĂŒhrung sich aber heute nur noch in wenigen FĂ€llen lohnt. Auf den weitgehend unbewaldeten Höhen der Hochvogesen findet Almwirtschaft statt, höhere Lagen sind oft nicht dauerhaft besiedelt. Die meisten dieser hochgelegenen AlmhĂŒtten befinden sich entlang des Vogesenkammes in den SĂŒdvogesen und bieten als „ferme auberge“ einfaches Essen an („Roigabraggeldi“ = Bratkartoffeln) und gelegentlich auch Unterkunft. Insgesamt ist die landwirtschaftliche Nutzung der oberen Regionen weniger intensiv, was dazu beitrĂ€gt, dass die Landschaft oft wild wirkt: Steine und Felsblöcke sind nicht beiseitegeschafft, StrĂ€ucher und Ginster ĂŒberwuchern die HĂ€nge.

Wirtschaftlich ist fĂŒr die höheren Regionen damit vor allem die touristische Nutzung: ĂŒberwiegend lokaler Tourismus und aus den BeneluxlĂ€ndern, fĂŒr die die Vogesen die nĂ€chste höhere Erhebung darstellen. Im Winter werden dafĂŒr Skigebiete angeboten, die fĂŒr ein Mittelgebirge zum Teil sehr groß sind (zum Beispiel: La Bresse, Hohneck und GĂ©rardmer mit jeweils zirka 20 Liften). Die geringe Schneesicherheit gleicht man mit Schneekanonen aus. Es gibt zahlreiche Langlaufloipen. Im Sommer kann man in den Vogesen wandern, klettern (Rocher de Martinswand), mit dem Gleitschirm fliegen u. Ä. Die OstabhĂ€nge mit ihren WeinhĂ€ngen und pittoresken Dörfern profitieren von Touristen.

Naturparks

Zwei Naturparks liegen in den Vogesen: der Regionale Naturpark Ballons des Vosges und der Regionale Naturpark Vosges du Nord. Der Regionale Naturpark Vosges du Nord bildet zusammen mit dem auf deutscher Seite liegenden Naturpark PfĂ€lzerwald das grenzĂŒberschreitende BiosphĂ€renreservat PfĂ€lzerwald-Vosges du Nord.

Namensverwandtschaften

Das französische DĂ©partement Vosges (88) ist nach dem Gebirge benannt; gleichwohl erstrecken sich die Vogesen auch auf fĂŒnf weitere DĂ©partements. Verwandt ist der Name der sĂŒdwestlich an die Vogesen anschließenden VĂŽge, deren Name sich aus dem Femininum Vosagia entwickelt hat. Zudem hat die deutsche Bezeichnung Wasgau fĂŒr den sich nördlich der Zaberner Steige bis zur Queich erstreckenden Gebirgsraum den gleichen Namensursprung wie die Wörter Vosges und Vogesen.

Literatur

Allgemein
  • Association philomathique d'Alsace et de Lorraine (Hrsg.): Le Hohneck. Aspects physiques, biologiques et humains. o. O. 1963
  • H. Eggers: Schwarzwald und Vogesen. Ein vergleichender Überblick. Braunschweig 1964.
  • G. und C. Dubois: La gĂ©ologie de l'Alsace. Strasbourg 1955.
Glazialmorphologie
  • J.-C. Flageollet: QuartĂ€re Vereisungen in den lothringischen Vogesen: Anzahl, Ausdehnung und Alter. In: Eiszeitalter und Gegenwart, Bd. 38. S. 17–36. 1988.
  • G. Rahm: Die Vergletscherungen des Schwarzwaldes im Vergleich zu denjenigen der Vogesen. In: Alemannisches Jahrbuch 1966/67, S. 257–272. 1967.
  • G. Seret: Die eiszeitlichen Vergletscherungen der lothringischen Vogesen und ihre Stratigraphie. o. O. 1985.
  • Franz Firbas, G. GrĂŒnig, I. Weischedel, G. Worzel: BeitrĂ€ge zur spĂ€t- und nacheiszeitlichen Vegetationsgeschichte der Vogesen. Schweizerbart, Stuttgart 1948.
Vegetation
  • A. Bogenrieder: Schwarzwald und Vogesen – ein vegetationskundlicher Überblick. In: Mitt. d. bad. Landesverbandes f. Naturkde. u. Naturschutz, Bd. 17, H. 4. 2001.
  • P. Frankenberg: Schwarzwald und Vogesen. Ein pflanzengeographisch-floristischer Vergleich. (=Arb. z. rhein. Ldkde. H. 47) 1979
  • J. Hummel: Pflanzengeographie des Elsaß im Rahmen seiner Florenelemente. Heidelberg 1927.
  • E. Ißler: Vegetationskunde der Vogesen. Jena 1942.
Geschichte
  • Manfred Böckling: Im allgemeinen ist es ruhig. Der Beginn des Stellungskriegs an der Vogesenfront 1914 im Spiegel des Kriegs-Notizbuchs des NastĂ€tter AmtsgerichtssekretĂ€rs Joseph Klemen. In: Nassauische Annalen, Jahrbuch des Vereins fĂŒr Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, 121 (2010), S. 277–313, ISSN 0077-2887 (es geht um den Einsatz des Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 80 am Beginn des Ersten Weltkrieges im Raum Sainte-Marie-aux-Mines (Markirch) – Hergauchamps – Col de Sainte-Marie).
  • Jean-Marc Dreyfus: Eine Grenze in Ruinen. Zur Symbolik der Gipfel in den Vogesen. In: Peter Oliver Loew, Christian Pletzing, Thomas Serrier (Hrsg.): Wiedergewonnene Geschichte. Zur Aneignung von Vergangenheit in den ZwischenrĂ€umen Mitteleuropas. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 3-447-05297-X, S. 363–382.

Film

  • Die Vogesen – Schroffe Schönheit. Dokumentarfilm, Deutschland, 2010, 43 Min., Buch und Regie: Annette Scheurich, Produktion: ZDF, arte, Erstsendung: 25. Mai 2011 bei arte, Inhaltsangabe von arte.

Weblinks

  • Bildergalerie Vogesen von M. KlĂŒber
  • Vosges.com – Portal der Wirtschaftsinformationen zu den Vogesen (französisch)
  • Seite des Vogesenclubs (franz. Club Vosgien)

Einzelnachweise

 

Kommentar Meinungen und Kommentare


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Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Synonyme / Sprachen:
Les Vosges, Wasgauen, Wasgenwald, Wasigenwald


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Frankreich Frankreich

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 48.780854
südlichster Punkt: 47.570967
westlichster Punkt: 6.281433
östlichster Punkt: 7.508812


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
6314 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
393 km
 
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