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Gebirge Karte: Korsika

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » Korsika
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Korsika

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Korsika (korsisch Corsica, franz√∂sisch Corse [k…Ē Ās]) ist eine zum gro√üen Teil aus einem Hochgebirge bestehende Insel im Mittelmeer und politisch eine Gebietsk√∂rperschaft Frankreichs mit Sonderstatus. Die nach Sizilien, Sardinien und Zypern viertgr√∂√üte Mittelmeerinsel liegt westlich von Italien auf H√∂he der Abruzzen, n√∂rdlich von Sardinien und s√ľd√∂stlich des franz√∂sischen Festlandes.

Die Insel hat eine Fläche von 8.680 km² und zählt 338.554 Einwohner (Stand 1. Januar 2018). Hauptstadt und Verwaltungssitz ist Ajaccio.

Geografie

Korsika ragt als imposante Gebirgslandschaft stellenweise aus 2500¬†m Meerestiefe empor. Nur 24¬†km von der Westk√ľste entfernt erreicht sie mit dem Massiv des Monte Cinto (2706¬†m) ihre h√∂chste Erhebung. Die Gel√§ndemorphologie erm√∂glicht einzigartige Ausblicke und gab Korsika den Beinamen ‚ÄěGebirge im Meer‚Äú. Aufgrund der zahlreichen Buchten hat Korsika eine √ľber 1000¬†km lange K√ľste. Ein Drittel davon besteht aus Strand, der Rest ist Felsk√ľste.

Lage

Korsika liegt zwischen 43¬į¬†01‚Ä≤ und 41¬į¬†22‚Ä≤ n√∂rdlicher Breite und 9¬į¬†34‚Ä≤ und 8¬į¬†33‚Ä≤ √∂stlicher L√§nge. Die Insel wird im Norden vom Ligurischen Meer begrenzt, im Osten und S√ľden vom Tyrrhenischen Meer und im Westen vom westlichen Mittelmeer. Von Norden (Cap Corse) bis S√ľden (Capo Pertusato) misst die Insel 183¬†km, von Osten (Alistro) nach Westen (Capo Rosso) 83¬†km.

Die Entfernung nach Frankreich (Nizza) betr√§gt 180¬†km, das italienische Festland ist dagegen nur 83¬†km entfernt (Livorno), die italienische Insel Sardinien an der Stra√üe von Bonifacio im S√ľden sogar nur 12¬†km.

Gebirge

Zum Gro√üteil besteht die Insel aus einem Hochgebirge im Westen und einem Mittelgebirge im Osten. Etwa 86¬†% der Insel sind Bergland und nur 14¬†% K√ľstentiefland. Lediglich die Ostk√ľste besitzt einen ebenen Streifen, der maximal 10¬†km breit ist. Korsika hat eine durchschnittliche H√∂he von 568¬†m (Sardinien: 344¬†m, Sizilien: 441¬†m). Auf Korsika befinden sich mehr als 50 Zweitausender.

Das Grundgebirge im Westen besitzt einen von Nordwesten nach S√ľdosten ziehenden √ľber 2000¬†m hohen, meist gratf√∂rmigen Hauptkamm mit S-f√∂rmigem Verlauf und zeigt typischen Hochgebirgscharakter. Vom Hauptkamm aus, der gleichzeitig die Wasserscheide darstellt, laufen zahlreiche steil abfallende Seitenk√§mme und Seitent√§ler hinunter bis zur buchtenreichen Westk√ľste. Der Hauptkamm wird auf seiner ganzen L√§nge durch den Weitwanderweg GR¬†20 (im Regionalen Naturpark Korsika) durchquert.

Direkt im Hauptkamm befinden sich die zwei höchsten Berge der Insel:

  • Monte Cinto (2706¬†m)
  • Monte Rotondo (2622¬†m)

Erw√§hnenswert sind ferner die schroffen Felst√ľrme der Aiguilles de Bavella, die auch als die korsischen Dolomiten bezeichnet werden, obwohl sie aus Graniten aufgebaut sind. Der Hauptkamm des Gebirges wird von insgesamt vier P√§ssen durchquert (Col de Bavella, Col de Verde, Col de Vergio, Col de Vizzavona), von denen der Col de Vergio mit einer H√∂he von 1470¬†m der h√∂chste und der Col de Vizzavona (1163¬†m) der verkehrsreichste ist. Weitere Passstra√üen erschlie√üen in √ľber 1000¬†m H√∂he die Seitenausl√§ufer.

Nach S√ľden hin nimmt das Relief der Insel deutlich an Prominenz ab. Am S√ľdende bei Bonifacio trifft man gro√üfl√§chig sedimentierte Dolomit-Kalke an, die vermutlich durch sekund√§re Dolomitisierung von Kalkschlamm marinen Ursprungs entstanden. Die verkarsteten Kalkfelsen von Bonifacio sind sowohl von den Gezeiten als auch von St√ľrmen eindrucksvoll gezeichnet.

Geologie

Korsika entstand wie die Alpen im Terti√§r und besteht zu zwei Drittel aus einem kristallinen Granitsockel, vor allem im Westen und S√ľden, man spricht vom Kristallinen Korsika. Der Nordosten, das Alpine Korsika besteht √ľberwiegend aus Schiefern, die sich aus Meeressedimenten gebildet haben, und aus Schwemmland. Die Grenze dazwischen verl√§uft ungef√§hr entlang einer Linie von Saint-Florent im Norden √ľber Corte in der Inselmitte bis Sari-Solenzara im S√ľdosten. Die Gesteine des Hauptkamms bestehen √ľberwiegend aus variszischen Graniten und Vulkaniten, wie z.¬†B. Rhyolith und Quarzporphyr, aus dem Karbon bis Perm. Das √∂stlich gelegene ‚Äěalpine‚Äú Schiefergebirge bleibt mit seinen Gipfelh√∂hen deutlich unter 2000¬†m und besitzt damit den Charakter eines Mittelgebirges. Es besteht aus untermeerisch abgelagertem und sp√§ter gefaltetem Schiefer (Tonschiefer, Glanzschiefer, metamorphe Ophiolithe), dessen Entstehung auf die gewaltigen Landmassenbewegungen w√§hrend der Auffaltung der Alpen in der geologischen Epoche des Eoz√§n zur√ľckgeht. Stellenweise weist der Tonschiefer fein verteilte Pyrit¬≠einschl√ľsse auf. Die Glanzschieferdecke ist weniger klastisch gepr√§gt und enth√§lt daf√ľr zahlreiche Radiolarit-Vorkommen.

Ganz im Nordosten gibt es auch noch vereinzelt junge Vulkanite der Korsischen Magmenprovinz, an die weiter östlich die Toskanische Magmenprovinz (inkl. Elba) anschließt.

W√§hrend der Hochzeit der letzten Eiszeit des Pleistoz√§ns, also vor 30.000 bis 20.000 Jahren, war Korsika stark vergletschert. Als √úberbleibsel dieser Zeit finden sich in den Bergen Kare, die zum Teil mit Wasser gef√ľllte Karseen bilden, und zahlreiche durch Gletscher geformte T√§ler mit Endmor√§nen. In den Zungenbereichen der ehemaligen Gletscher liegen heute noch ausgedehnte Schutt- und Ger√∂llhalden, die nicht selten bis in die Sommermonate hinein von abflie√üendem Schmelzwasser durchstr√∂mt werden.

Geologisch interessant ist auch der K√ľstenabschnitt im Westen zwischen Porto und Piana, der als ‚ÄěCalanche de Piana‚Äú und f√ľr seine Tafoni-Verwitterungen bekannt ist. Die wissenschaftliche Bezeichnung Tafone wurde der korsischen Sprache entlehnt.

Städte

Die bevölkerungsreichsten Städte Korsikas sind:

Die Hauptst√§dte der beiden fr√ľheren D√©partements waren Ajaccio (die Geburtsstadt Napoleons) an der Westk√ľste und die Hafenstadt Bastia im Nordosten. Calvi im Nordwesten ist eine weitere wichtige Hafenstadt. In Corte, der fr√ľheren Hauptstadt im Zentrum der Insel, befindet sich der Sitz der Universit√§t Pascal Paoli Korsika.

Weitere bedeutende St√§dte im S√ľden sind:

  • Bonifacio (Bunifaziu): s√ľdlichste Stadt Korsikas
  • Sart√®ne (Sart√®): gilt als die ‚Äěkorsischste aller korsischen St√§dte‚Äú

Politische Gliederung

Bereits von 1793 bis 1811 war die Insel in zwei D√©partements gegliedert, Golo und Liamone. Die beiden D√©partements der Region Corse bestanden seit dem 1. Januar 1976 und wurden am 1. Januar 2018 f√ľr die Aus√ľbung staatlicher Kompetenzen abgeschafft. Die beiden D√©partements selber blieben aber als statistische Einheiten bestehen.

Klima

√úbersicht

Auf Korsika herrscht ein typisches Mittelmeerklima: Hei√üe, trockene Sommer und milde, feuchte Winter. Dabei wirkt im Winter das Mittelmeer (13‚Äď24¬†¬įC) als W√§rmespeicher. Aufgrund der hohen Berge und der starken Winde gibt es auf Korsika allerdings einige Abweichungen.

Die Niederschlagsmenge ist abh√§ngig von der H√∂he. Auf 2000¬†m H√∂he ist der Niederschlag etwa viermal so stark wie an der K√ľste, wo im Sommer fast kein Regen f√§llt. Sommerliche Gewitterg√ľsse lassen nur kurz die Fl√ľsse anschwellen. Korsika hat mit etwa 2750 Stunden mehr Sonnenschein als das franz√∂sische Festland.

Die Winter sind an der K√ľste mit Tagestemperaturen um 12¬†¬įC recht mild, wenn auch gelegentlich Nachtfrost auftritt. Im h√∂heren Bergland gibt es regelm√§√üig Schneef√§lle und geschlossene Schneedecken, wobei Wintersport bis ins Fr√ľhjahr durchaus m√∂glich ist. Das Fr√ľhjahr ist mit Werten zwischen 15 und 20¬†¬įC recht angenehm, wobei es nachts noch recht frisch werden kann. Ab Juni steigt die Temperatur jedoch auf Werte von 25¬†¬įC und mehr. Im Juli und August ist es mit rund 30¬†¬įC hei√ü, allerdings k√ľhlt es nachts auf um die 20¬†¬įC ab. Auch im Sommer ist auf den hohen Bergen noch oft Schnee zu sehen. Der Herbst ist mit rund 20¬†¬įC wieder wesentlich angenehmer, jedoch k√∂nnen wie im Fr√ľhling die N√§chte deutlich k√ľhler (teils unter 10¬†¬įC) werden.

Die Extremwerte in Ajaccio liegen bei ‚ąí8,1¬†¬įC im Januar und +40,5¬†¬įC im August.

Im Zeitraum 1981‚Äď2010 wurde die h√∂chste mittlere Jahrestemperatur von ganz Metropolitan-Frankreich an der Messstation in Sari-Solenzara im S√ľdosten Korsikas gemessen: 16,41¬†¬įC. Die tiefste je gemessene Temperatur an dieser Station betrug ‚ąí5,9¬†¬įC am 7. M√§rz 1971. Die h√∂chste Temperatur betrug 39,9¬†¬įC, gemessen am 4. Juli 1965.

Winde auf Korsika

Die in den Sommermonaten am häufigsten wehenden Winde:

  • Nord: Tramontana, kalt und trocken; von jenseits der Alpen
  • Nordwest: Mistral (Maestrale), kalt und trocken; bringt klare Sicht
  • Nordost: Grecale, feucht und schw√ľl
  • Ost: Levante, warm und feucht; ist verantwortlich f√ľr die D√ľnen¬≠bildung und die Entstehung der Lagunen an der Ostk√ľste
  • S√ľdost: Scirocco, feucht und hei√ü; bringt Gewitterst√ľrme
  • S√ľdwest: Libeccio (Libecciu), weht am h√§ufigsten, m√§√üig stark, gro√üe Temperaturschwankungen; sagt Regen voraus
  • West: Poniente: sehr selten, hei√ü

Zusätzlich gibt es auch Land- und Seewinde, die sich aufgrund der unterschiedlich starken tageszeitlichen Erwärmung ergeben:

  • Die Seebrise Mezziornu setzt etwa zwei bis vier Stunden nach Sonnenaufgang ein, erreicht ihren H√∂hepunkt zwischen 13 und 14 Uhr und endet ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang.
  • Die Landbrise Terranu weht in der Nacht und tr√§gt h√§ufig den Duft der Macchia ins Meer hinaus.

Bei einer Fahrt entlang der K√ľste sollte man immer im Hinterkopf haben, dass der Wind von einem Kap zum anderen aus unterschiedlicher Richtung und in unterschiedlicher St√§rke wehen kann. Die steil aufragenden Berge verursachen besonders dort, wo sie direkt aus dem Meer aufsteigen, eine starke Kreuzsee. Bei schwerem Seegang erreicht diese enorme Ausma√üe und gl√§ttet sich erst weit drau√üen auf dem offenen Meer.

Gezeiten und Wasserstände

Wie √ľberall auf der Erde treten auch im westlichen Mittelmeer gleiche Gezeiten in Abst√§nden von knapp zw√∂lfeinhalb Stunden auf. Der Tidenhub an der K√ľste Korsikas betr√§gt bei Springtide 30¬†cm, bei Nipptide 10¬†cm. Abweichungen zwischen Morgen- und Abendpegel k√∂nnen bis zu 10¬†cm betragen. Winde erh√∂hen oder vermindern, je nach Richtung, den Wasserstand erheblich.

Vegetation

Höhenstufen

Mediterrane Stufe (0‚Äď900/1000¬†m)
  • Eumediterraner Olivenbaum-Johannisbrotbaum-Wald (Olea europaea ssp. sylvestris-Ceratonia siliqua), fragmentarisch.
  • Tiefmediterraner Hartlaubwald mit Steineiche und Korkeiche, lokal Pinie, Aleppo-Kiefer auf kalkreichen Standorten, sekund√§r tiefmediterrane Macchie.
  • Hochmediterraner Steineichen-Pinien-Wald, hochmediterrane Macchia.
Submediterrane Stufe
  • Tiefere hoch- bis submediterrane √úbergangsstufe (600‚Äď1100¬†m) mit Edelkastanie (anthropogen, meist in Selven) und regelm√§√üig Steineiche, kleinfl√§chig Flaumeiche und Traubeneichen-Wald.
  • Mittlere bis h√∂here Stufe (900‚Äď1400/1800¬†m) mit Schwarzkiefern-Wald.
Mediterran-montane Stufe (1100‚Äď1800¬†m)
  • Tieferer Rotbuchen-Wald.
  • H√∂herer Wei√ü-Tannen-Wald.
Waldfreie hochmontane Stufe (1600‚Äď2000¬†m)
  • Subalpine Schattseiten mit Gr√ľn-Erlen-Geb√ľschen.
  • Hochmontane Sonnseite mit Zwerg-Wacholder-Salzmanns-Ginster-√Ątna-Berberitzen-Heide.
Alpine (Nordseiten) bis kulminale (Sonnseiten) Stufe (2000‚Äď2700¬†m)
  • Geb√ľsche, Grasheiden, Schutt- und Felsengesellschaften.

Macchia

Die Macchie, auf Korsisch Macchia genannt, ist ein immergr√ľner Buschwald, der rund die H√§lfte der Insel bedeckt. Dieser Vegetationstyp ist typisch f√ľr mediterrane Winterregenklimate und ist f√ľr die Insel besonders pr√§gend. Die Pflanzen haben oft ledrige Bl√§tter und sind unterseits behaart, um die Verdunstung m√∂glichst gering zu halten. √Ėlhaltige und stark duftende Pflanzen sind ebenfalls typisch f√ľr die Macchia.

Schon im ausgehenden Winter erbl√ľht die Macchia in bunten Farben, und ein intensiver Duft entstr√∂mt der Insel, der auch vom Meer her wahrnehmbar ist; Napoleon Bonaparte soll gesagt haben, er k√∂nne seine Heimatinsel schon allein daran erkennen. Wichtige Pflanzen sind beispielsweise Lavendel, Ginster, Zistrose, Myrte, Baumheide und Erdbeerbaum. In den hei√üen Sommermonaten vertrocknet die Vegetation in vielen Bereichen, sodass die Landschaft ein steppenhaftes Aussehen erreicht.

Allj√§hrlich kommt es im Hochsommer zu Waldbr√§nden, die meistens auf Brandstiftung oder Fahrl√§ssigkeit zur√ľckzuf√ľhren sind. Hirten legen absichtlich Br√§nde, um die ‚Äěwertlose‚Äú Macchia zu Weideland aufzuwerten. In der Vergangenheit war Brandstiftung auch Mittel von Bauspekulanten, die so die Macchia als Natur entwerteten und dann leichter Baugenehmigungen erhielten. Ein kleiner Teil dieser Br√§nde entsteht auch durch Selbstentz√ľndung der ausgetrockneten Vegetation (Feuer√∂kologie). Zum L√∂schen gr√∂√üerer Waldbr√§nde werden spezielle L√∂schflugzeuge eingesetzt, die im k√ľstennahen Bereich Seewasser aus dem Meer aufnehmen, um es im Landesinneren direkt √ľber den Brandherden abzuwerfen. Dies kann stellenweise zu Versalzungen des Oberbodens f√ľhren und das Wiederaufkommen der Vegetation erschweren.

Garigue

Die Garigue wird oft mit der Macchia verwechselt. Die Vegetation ist aber niedriger und erreicht meist nur eine H√∂he von bis zu einem Meter; au√üerdem sind andere Pflanzen zu finden. Auf besonders d√ľnnen B√∂den finden sich Zistrosen, Wolfsmilchsarten, verschiedene Ginster, Rosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei und Geophyten wie Orchideen, Affodill oder die Merendera.

Bäume und Kulturpflanzen

Die wichtigsten forstlichen Ertragswaldbäume Korsikas sind Laricio-Kiefern (31 %), Steineichen (21 %), Seestrandkiefern (29 %), Buchen (15 %), Korkeichen (4 %) und Weiß-Tanne (1 %).

Die Laricio-Kiefer, auch Korsische Schwarzkiefer (Pinus nigra ssp. laricio) genannt, kann eine Wuchsh√∂he von bis zu 50 Meter und ein Alter von nahezu tausend Jahren erreichen. Der Baum ist auf Korsika in den h√∂heren Gebirgslagen ab etwa 800¬†bis 1800¬†m stark verbreitet. Die Korsische Schwarzkiefer ist sehr anspruchslos. Auf den kargen, felsigen B√∂den der Hochlagen w√§chst sie naturgem√§√ü sehr langsam. Sie √ľbersteht ohne Probleme l√§ngere Frostperioden.

Die Edelkastanie, die auch als Esskastanie bezeichnet wird, bedeckt allein im Gebiet der Castagniccia etwa eine Fl√§che von 15.000¬†ha, auf der gesamten Insel sind 40.000¬†ha mit Edelkastanienpflanzungen bestanden. Die Anlage von siedlungsnahen Edelkastanien-Selven wurde ma√ügeblich von den Genuesen auf der gesamten Insel gef√∂rdert, um die damals immer wieder auftretenden Hungersn√∂te zu lindern. Daf√ľr wurden auch zahlreiche frischere Stein- und Flaumeichenstandorte gerodet und in die heute noch charakteristische mediterrane Kastanienlandschaft umgewandelt. Neben der Viehzucht (Schafe, Ziegen) waren die Kastanien die Hauptnahrungsquelle der Korsen ‚Äď deshalb auch die Bezeichnung als ‚ÄěBrotbaum‚Äú.

Im S√ľden der Insel rund um Porto-Vecchio und Figari, ist die Korkeiche verbreitet. Kleinere Vorkommen gibt es auch im Norden, zum Beispiel bei Saint Florent. Alle 10 bis 20 Jahre kann der Baum zur Gewinnung von Naturkork gesch√§lt werden.

In den zur Malariabek√§mpfung trockengelegten Sumpfgebieten wurde vielfach Eukalyptus angepflanzt, der schnell w√§chst und sehr viel Wasser verdunstet. Eukalyptus wird bis zu 40¬†m hoch und hat eine silbrig graue Rinde, die meist in senkrechten Fetzen und Streifen vom Stamm herab h√§ngt. Die Bl√§tter sind lang sichelf√∂rmig gebogen und verstr√∂men den typischen ‚ÄěHusten-Bonbon‚Äú-Duft, ebenso die Fr√ľchte. Eine Anpflanzung mit teils stattlichen B√§umen befindet sich im Golf von Porto an der Westk√ľste, der Hain beherbergt unter anderem den √∂rtlichen ‚ÄěCamping Municipal d'Ota Porto‚Äú.

Soweit die Bodenverh√§ltnisse es zulassen, gedeihen bis auf eine H√∂he von etwa 400 Meter weitere typische Pflanzen, die im gesamten Mittelmeerraum anzutreffen sind. Dazu geh√∂ren beispielsweise Zypressen, √Ėlb√§ume, Oleander, Platanen, Mimosen und Dattelpalmen. Wichtige landwirtschaftliche Kulturen sind in dieser H√∂henstufe Zitrusfr√ľchte (Zitronen, Orangen, Clementinen, Limonen), Feigenb√§ume, Mandel- und Pfirsichb√§ume sowie der Anbau von Wein.

Fauna

Korsika beherbergt mehrere endemische, also ausschließlich auf dieser Insel vorkommende Tierarten.

Amphibien

Unter den Amphibien sind als Endemiten der Korsische Gebirgsmolch, der Korsische Feuersalamander und der Korsische Scheibenz√ľngler zu nennen, s√§mtlich Arten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in mittleren und gro√üen H√∂henlagen haben.

Die tieferen Lagen sind Verbreitungsschwerpunkt von Arten, die auch andernorts im Mittelmeerraum anzutreffen sind: Sardischer Scheibenz√ľngler, Wechselkr√∂te, Tyrrhenischer Laubfrosch sowie Italienischer Wasserfrosch.

Reptilien

Zu den Reptilienarten Korsikas, die vor allem die tieferen Lagen besiedeln, geh√∂ren die Griechische Landschildkr√∂te, die Europ√§ische Sumpfschildkr√∂te, Europ√§ischer Halbfinger, Mauergecko sowie die Ruineneidechse. Je nach Relief kommt die Tyrrhenische Gebirgseidechse auch in Meeresn√§he vor, so beispielsweise an der teils sehr schroffen Westk√ľste. Generell besiedelt sie eher die hohen Lagen und ist als einzige Eidechse noch in den Gipfellagen jenseits von 2500¬†m regelm√§√üig anzutreffen. Tyrrhenische Mauereidechse, Gelbgr√ľne Zornnatter sowie die Ringelnatter, die hier als eigene Unterart vorkommt, sind in beinahe jeder H√∂henstufe der Insel zu finden, nur die Gipfellagen werden nicht besiedelt. Sehr selten kommen auf Korsika noch Europ√§ischer Blattfinger und Zwerg-Kieleidechse vor, beides Arten, die nur noch Refugiallebensr√§ume besetzen k√∂nnen.

Vögel

Da Korsika eine wichtige Zwischenstation des europ√§ischen Vogelzugs ist, lassen sich in den Lagunen der Ostk√ľste zwischen Oktober bis M√§rz gro√üe Schw√§rme von Wasser- und Watv√∂geln beobachten, darunter sehr seltene Arten wie z.¬†B. Gro√üer Brachvogel, Bekassine, Kn√§kente, Rotschenkel, Trauerente und Zwergseeschwalbe. Die meisten Arten sind durch die EG-Vogelschutzrichtlinie gesch√ľtzt und d√ľrfen auch auf Korsika nicht bejagt werden. Der Triel wurde auf Korsika stellenweise auch als Brutvogel festgestellt.

Greifv√∂gel sind oft zu beobachten, zum Beispiel Fischadler (an der Westk√ľste, beispielsweise im Naturreservat La Scandola), Steinadler und Bartgeier (vor allem im Hochgebirge), Rotmilan, M√§usebussard, Schlangenadler und Turmfalke. Einzige nur auf Korsika vorkommende, also endemische Vogelart ist der Korsenkleiber.

Tiere in Gewässern

Die K√ľstengew√§sser sind fischreich, man kennt hier etwa 300 Brack- und Salzwasserarten. In den Flie√ügew√§ssern sind Forellen und Aale anzutreffen, die zum Teil eingesetzt werden. Dies bereitet vor allem der urspr√ľnglich heimischen Mittelmeer-Bachforelle Probleme, die nur noch in wenigen Flie√ügew√§ssersystemen der Insel h√§ufiger zu finden ist. Eine weitere Besonderheit der S√ľ√ügew√§sser Korsikas sind S√ľ√üwassergarnelen, die in den Unterl√§ufen kleinerer Fl√ľsse stellenweise h√§ufig anzutreffen sind.

Säugetiere

Die wildlebenden S√§ugetiere sind aufgrund der Insellage, der gebirgigen Topografie und der intensiv betriebenen Bejagung nicht sehr artenreich. Der heute auf Korsika dominierende S√§uger ist das Wildschwein. Selten ist der Europ√§ische Mufflon geworden, der durch starke Bejagung in ganz Europa ausgerottet war und einzig auf Korsika und Sardinien √ľberleben konnte. Auf Korsika sind nur zwei Populationen erhalten geblieben, und zwar im Monte-Cinto-Massiv n√∂rdlich von Calacuccia und in der Umgebung des Col de Bavella zwischen Zonza und Solenzara. In der N√§he von Venaco am Monte Rotondo-Massiv wurden Mufflons wieder angesiedelt, um nach und nach wieder den gesamten Hauptkamm des korsischen Hochgebirges zu besiedeln.

Der Korsische Zwerghirsch wurde auf Korsika ausgerottet und konnte als Unterart nur auf Sardinien √ľberleben. Inzwischen wurden sardische Tiere auf der n√∂rdlichen Nachbarinsel wieder angesiedelt. In den Macchie- und Garrigue-Landschaften trifft man auf Hasen, Mauswiesel sowie F√ľchse und Wildkatzen. Pottwale und Delfine sind besonders h√§ufig am Cap Corse und in der Stra√üe von Bonifacio zu beobachten, wenn sie von einem in ein anderes Becken des Mittelmeeres wechseln.

Spinnen

Bemerkenswerte Spinnentiere sind die Europäische Schwarze Witwe und die Tarantel.

Insekten und Malaria

Unter der großen Gruppe der auf Korsika verbreiteten Insekten befindet sich auch die Europäische Gottesanbeterin.

√úber 60 Arten der Tag- und Dickkopffalter sind bisher auf dieser Insel nachgewiesen worden. Davon sind mindestens vier Arten Endemiten der tyrrhenischen Inseln, kommen also nur auf Korsika und Sardinien vor: Korsischer Schwalbenschwanz, Euchloe insularis (eine Wei√ülingsart), Korsischer Perlmutterfalter und Korsischer Waldportier. Das Korsische Wiesenv√∂gelchen hat auch Populationen auf Elba und umgebenen Inseln, sowie in k√ľstennahen Gebieten der Toskana. Die dort vertretene Unterart elbana wird jedoch manchmal auch als eigene Art eingestuft, in diesem Fall ist die Nominatform corinna ein echter tyrrhenischer Endemit. Die in Hochlagen vertretene Unterart ichnusa des Kleinen Fuchses ist leicht am Fehlen schwarzer Flecke auf der Vorderfl√ľgel-Oberseite zu erkennen. Auch dieses Taxon soll manchmal als Art bewertet werden.

Bis in die 1950er Jahre war die Malaria auf Korsika noch ein gro√ües Problem, insbesondere an den ausgedehnten Brackwasserfl√§chen der Ostk√ľste. Diese eigentlich landwirtschaftlich interessante weil ertragreiche K√ľstenebene war traditionell zwar nie dicht besiedelt, weil die Korsen in der Vergangenheit die Piraten f√ľrchteten. Aber die vor allem durch die Anopheles-M√ľcken √ľbertragene Krankheit war auch ein Hinderungsgrund, vor der sich die Korsen traditionell w√§hrend des Hochsommers in h√∂here Lagen zur√ľckzogen. Ab 1944 bek√§mpfte die amerikanische Luftwaffe im M√ľndungsdelta des Stabiacco bei Porto-Vecchio die Malariam√ľcke durch Verspr√ľhen von DDT, was die Ansiedlung der ehemaligen Algerienfranzosen (pieds-noirs) und die Urbarmachung der K√ľstenebene und sp√§ter den Tourismus erst m√∂glich machte. Bis 1973 gab es jedoch immer wieder aufkeimende Malaria, heute gilt die Insel als malariafrei.

Geschichte

Herkunft des Namens

Der Name der Insel Corsica bzw. Franz√∂sisch Corse geht wohl auf den ph√∂nizischen Begriff Korsai zur√ľck, was in etwa ‚Äěmit W√§ldern bedeckt‚Äú bedeutet. Gelegentlich wird die griechische Bezeichnung f√ľr die Insel Kalliste (‚Äědie Wundersch√∂ne‚Äú) als Wurzel f√ľr den heutigen Namen vermutet.

Bis zur Spätantike

Die korsische Urbev√∂lkerung, J√§ger und Sammler, wurde um 6000 v.¬†Chr. von einwandernden Neolithikern der Impresso-Kultur verdr√§ngt. Im S√ľden der Insel entwickelte sich etwa 3000 v.¬†Chr. eine mehrphasige Megalith-Kultur (Filitosa), die auch zahlreiche Menhire errichtete und um 1800 v.¬†Chr. von der Kultur der Torreaner abgel√∂st wurde, die Torren, nuraghenartige Turmbauten eigener Pr√§gung errichteten.

Im 6. Jahrhundert v. Chr. gelangten zuerst karthagische Siedler auf die Insel, danach griechische Siedler, die um 565 v. Chr. eine Niederlassung namens Alalia gr√ľndeten (das heutige Al√©ria). In griechischer Zeit hie√ü die Insel KŌćŌĀőĹőŅŌā (Kyrnos). Die vorherrschenden Seem√§chte dieser Zeit, Karthago und die Etrusker, besiegten gemeinsam die Griechen in der Seeschlacht von Alalia (um 540 v. Chr.). Danach wurde Alalia bis ins 3.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. von den Etruskern beherrscht.

Nachdem Karthago kurzfristig die Vorherrschaft wiedererlangt hatte, wurde Alalia 259 v.¬†Chr. im Ersten Punischen Krieg von den R√∂mern erobert. Mit Gr√ľndung der Kolonie Sardinia et Corsica 227 v.¬†Chr. wurde Korsika f√ľr rund 650 Jahre Teil des R√∂mischen Reiches.

Fr√ľh- und Hochmittelalter

Noch in der Endphase des Westr√∂mischen Reichs begannen im 5. Jahrhundert n.¬†Chr. K√§mpfe zwischen Vandalen und Goten um die Insel, aus denen der Vandalenk√∂nig Geiserich als Sieger hervorging. Nach der Eroberung Italiens durch das Ostr√∂mische Reich wurde Korsika 536 Teil des byzantinischen Exarchats von Karthago. In den folgenden Jahrhunderten war die Insel unter wechselnden Regionalm√§chten umstritten: Byzantinern, Langobarden, Sarazenen, Franken, den Markgrafen von Tuszien und den Seerepubliken Pisa und Genua gelang es aber stets nur, sich in den K√ľstenregionen festzusetzen. Vor allem die √úberf√§lle sarazenischer Piraten f√ľhrten dazu, dass ein Gro√üteil der Bev√∂lkerung sich ins Innenland zur√ľckzog und die Insel zunehmend verarmte. Mit der Zeit bildete sich ein Feudalsystem heraus. Zudem gewann damals die katholische Kirche auch politisch an Autorit√§t.

14. bis 18. Jahrhundert

Ab dem 14. Jahrhundert geh√∂rte Korsika zur Republik Genua. 1729 begannen mehrj√§hrige Aufst√§nde gegen die Genuesen. Am 15. April 1736 machten korsische Rebellen den deutschen Abenteurer Baron Theodor von Neuhoff (1694‚Äď1756) im Kloster von Alesani in der Castagniccia zu ihrem K√∂nig. K√∂nig Theodor¬†I. von Korsika war der einzige K√∂nig, den Korsika je hatte. Das K√∂nigreich Korsika bestand aber kaum ein Jahr lang.

1755 wurde die Unabh√§ngigkeit ausgerufen. Unter F√ľhrung von Pasquale Paoli, der als Babbu di a Patria (‚ÄěVater des Vaterlandes‚Äú) verehrt wird, schufen die Korsen eine demokratische Verfassung und ein relativ fortschrittliches Staatswesen. Die Verfassung Korsikas 1755 war die erste Verfassung im Zeitalter der Aufkl√§rung (vor den Verfassungen von Polen 1791 und Frankreich 1791). Daraufhin verkaufte Genua die Insel an Frankreich, das 1769 die korsischen Truppen in der Schlacht bei Ponte Nuovo besiegte. Korsika ist seitdem ‚Ästabgesehen von einem kurzen Zeitraum im Verlauf der Franz√∂sischen Revolution, als die Insel zu England geh√∂rte¬†‚Äď franz√∂sisches Staatsgebiet. Das nur zeitweilig erfolgreiche Bestreben der Inselbewohner nach Unabh√§ngigkeit und Selbstbestimmung besch√§ftigte die Intellektuellen der Epoche der Aufkl√§rung bis hin zu Jean-Jacques Rousseau und den amerikanischen Verfassungsv√§tern.

Ajaccio auf Korsika ist der Geburtsort Napoleon Bonapartes, dessen Eltern dem niederen korsischen Adel angeh√∂rten. Korsika stand damals unter franz√∂sischer Besatzung, und korsischen Adeligen wurde angeboten, franz√∂sische Adelstitel anzunehmen, wenn sie ihre Herkunft l√ľckenlos nachweisen konnten. Um dem nachzukommen, reisten seine Eltern nach Frankreich und schickten den jungen Napoleon dort zur Schule.

Vom 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg

Mit Einf√ľhrung der Schulpflicht loi Ferry (1882), dem Bau der Eisenbahn (1888‚Äď1894) und anderen administrativen Ma√ünahmen verfestigte sich die franz√∂sische Herrschaft √ľber die Insel, das Franz√∂sische begann durch den st√§rkeren Einfluss von Schule und Verwaltung das Korsische (corsu) zu verdr√§ngen. Gleichzeitig dr√§ngte die bittere Armut in vielen D√∂rfern viele Korsen zur Auswanderung, die Emigrationswelle erreichte um das Jahr 1900 ihren H√∂hepunkt. In Marseille entwickelte sich das Viertel Quartier du Panier neben dem Alten Hafen (Vieux-Port) zum Zentrum der korsischen Diaspora, wo Sprache und Kultur der Insel weiter gepflegt wurden und die engen Familienbande der D√∂rfer bestehen blieben. Gleichzeitig entwickelte sich hier in der Zwischenkriegszeit das Netzwerk der korsischen Mafia, deren Vertreter im Waffen- und Drogenhandel t√§tig waren, aber auch einen betr√§chtlichen Einfluss in der lokalen Politik aus√ľbten, indem sie sich verschiedenen politischen Gruppierungen als bewaffneter Arm andienten. Diese Aktivit√§ten erreichten in den 1930er Jahren ihren H√∂hepunkt, blieben aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg in anderer Form bestehen, in den 1950er und 1960er nahmen diese Netzwerke auch Einfluss auf die nationale Politik Frankreichs. Gleichzeitig profitierten Korsen in vielen Funktionen von der Ausdehnung des Franz√∂sischen Kolonialreiches, einerseits als Soldaten und Kolonialbeamte, andererseits auch, indem sie in den Kolonien als H√§ndler und Gesch√§ftsleute t√§tig wurden. Auch in Franz√∂sisch-Algerien als wichtigster Siedlungskolonie des empire fran√ßais lie√üen sich viele Korsen nieder.

Als Antwort auf die Vereinnahmungsversuche des faschistischen Italien unter Mussolini, der Korsika 1936 zum integralen Bestandteil Italiens erkl√§rt hatte, definierten korsische Schriftsteller und Intellektuelle in den 1930er und 1940er Jahren das Korsische erstmals als eigenst√§ndige Sprache und nicht wie bis dahin √ľblich als italienischen Dialekt und definierten ihre Identit√§t als korsisch, nicht als italienisch. Einen Ausdruck erhielt diese Einstellung durch den Eid von Bastia 1938, durch den die Korsen ihre Zugeh√∂rigkeit zu Frankreich beschworen und italienische ‚ÄěBefreiungs‚Äú-Bestrebungen ablehnten. W√§hrend des Zweiten Weltkriegs wurde Korsika am 11. November 1942 als Reaktion auf die Landung alliierter Truppen in Nordafrika wie die gesamte Zone libre, der vom Vichy-Regime beherrschte Bereich im S√ľden Frankreichs, von deutschen Truppen besetzt. Verb√§nde des Freien Frankreichs (FFL) begannen daher im April 1943 mit der Bewaffnung der Inselbev√∂lkerung, die als Partisanen gegen die Besatzer k√§mpften. Die italienischen Truppen wechselten nach dem Sturz Mussolinis und dem Waffenstillstand von Cassibile mit den Alliierten am 8. September 1943 die Seiten und am selben Tag landeten Verb√§nde unter dem Kommando von General Henri Giraud auf der Insel. Die korsischen Partisanen und die Soldaten der FFL befreiten bis zum 4. Oktober 1943 gemeinsam die Insel. Die Erinnerung an die eigene Rolle in der R√©sistance ist auf Korsika bis heute sehr lebendig.

Von 1945 bis zur Gegenwart

Nach 1945 konnte die arme und unterentwickelte Insel in bescheidenem Ma√üe vom franz√∂sischen Wirtschaftswunder Trente glorieuses profitieren, was aber auch die Einwanderung von Festlandfranzosen verst√§rkte, w√§hrend gleichzeitig noch mehr Korsen die Insel verlie√üen, um auf dem Festland zu arbeiten. Das drohende Ende des franz√∂sischen Kolonialreichs in den 1950er Jahren f√ľhrte bei vielen Korsen zu wirtschaftlichen √Ąngsten, so dass auf der Insel im Gegensatz zu anderen Regionen Frankreichs dem Putsch d‚ÄôAlger gegen die Unabh√§ngigkeit Algeriens im Mai 1958 Sympathien entgegengebracht wurden. Die putschenden Milit√§rs planten ihren Aufstand mit der Op√©ration R√©surrection auf die Insel auszuweiten; Korsika wurde anschlie√üend ein Zentrum des Gaullismus. Die in Charles de Gaulle gesetzten Hoffnungen wurden aber insofern nicht erf√ľllt, als er nach seiner R√ľckkehr und der Gr√ľndung der F√ľnften Republik mit Unterst√ľtzung der gro√üen Mehrheit der Franzosen in ein Ende des Algerienkrieges und die Unabh√§ngigkeit Algeriens einwilligte. In den Jahren nach der Unabh√§ngigkeit 1962 wurden gezielt aus Algerien vertriebene und geflohene Franzosen (Pieds-noirs, w√∂rtlich: schwarze F√ľ√üe) vor allem entlang der Ostk√ľste angesiedelt, so dass die Korsen bef√ľrchteten, zur Minderheit auf der eigenen Insel zu werden. Gleichzeitig wurde die korsische Sprache durch ihre Verbannung aus Schule und √∂ffentlichem Leben immer weiter zur√ľckgedr√§ngt.

Die zunehmende Angst um die eigene Identit√§t brachte einen gro√üen Aufschwung f√ľr die nationalistische Bewegung, die sich zun√§chst gegen die tats√§chliche oder vermeintliche Bevorzugung der pieds-noirs gegen√ľber den alteingesessenen Bewohnern der Insel wandte. Ab 1964, verst√§rkt ab 1968, kam es zu Angriffen auf Eigentum von Pieds-noirs. In den fr√ľhen 1970er Jahren gr√ľndeten sich mehrere politische Parteien als ‚Äělegalistischer‚Äú Fl√ľgel der regionalistischen Bewegung. Eine von ihnen, der Front r√©gionaliste corse, gab 1971 das Buch Main basse sur une √ģle heraus, in dem die √∂konomische Situation der Insel mit der einer Kolonie verglichen wurde und ein ‚Äěkorsischer Sozialismus‚Äú gefordert wurde. Initiativen zur Erhaltung und Wiederbelebung der korsischen Sprache und Kultur entstanden im Rahmen der Bewegung des Riacquistu (‚ÄěWiederaneignung‚Äú) und schufen ein neues Bewusstsein f√ľr die korsische kulturelle Identit√§t.

In Verbindung mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten radikalisierte sich die nationalistische Bewegung ab Mitte der 1970er Jahre. Als Fanal der Unabh√§ngigkeitsbewegung gilt die Besetzung des Weinguts eines Pied-noir-Winzers in der N√§he von Al√©ria im Jahr 1975. Eine weitere Forderung war die (Wieder-)Er√∂ffnung der korsischen Universit√§t, die im 18. Jahrhundert unter Pasquale Paoli bestanden hatte, was 1981 umgesetzt wurde. Es kam zwar in der Folge zu einigen Dezentralisierungsma√ünahmen wie der Gr√ľndung der Collectivit√© r√©gionale mit einem gew√§hlten Regionalparlament im Jahr 1982, die franz√∂sische Regierung lehnte aber Forderungen nach Zweisprachigkeit, Autonomie oder gar Unabh√§ngigkeit strikt ab wegen der Bef√ľrchtung, sie bedrohten die Einheit Frankreichs. Einige Unterst√ľtzer der korsischen Unabh√§ngigkeit, insbesondere die am 5. Mai 1976 gegr√ľndete FLNC, versuchten durch Bombenanschl√§ge und Mord die Regierung zur Gew√§hrung der Unabh√§ngigkeit zu zwingen.

Gleichzeitig wuchs in diesen Jahren der Tourismus stark an, da Korsika aufgrund seiner unber√ľhrten Naturlandschaften besonders bei Festlandfranzosen, Italienern und Deutschen immer beliebter wurde; die touristische Erschlie√üung und der Bau von Zweitwohnungen stie√üen aber auf ‚Äď teils auch gewaltsame ‚Äď Ablehnung durch die Nationalisten. In den 1990ern eskalierte die Gewalt auf Korsika, als sich auch verschiedene bewaffnete Gruppierungen gegenseitig bek√§mpften und dazu die mafi√∂sen Organisationen auf der Insel selbst Einfluss zu gewinnen versuchten. Im Februar 1998 wurde der Pr√§fekt der Insel, Claude Erignac, in Ajaccio ermordet: Die Tat schreckte die franz√∂sische √Ėffentlichkeit auf, da der Eindruck entstand, der franz√∂sische Staat habe die Kontrolle √ľber die Situation auf Korsika verloren.

Im Jahr 2000 stimmte der damalige Ministerpr√§sident Lionel Jospin im Rahmen des Prozesses von Matignon einer gr√∂√üeren Autonomie Korsikas im Tausch gegen ein Ende der Gewalt zu. Dem stand die gaullistische Opposition in der franz√∂sischen Nationalversammlung entgegen, die bef√ľrchtete, dass andere Regionen (Bretagne, Baskenland oder Elsass) ebenfalls Autonomie fordern k√∂nnten und dies in einer Aufspaltung Frankreichs endete. Die vorgeschlagene Autonomie f√ľr Korsika schloss einen gr√∂√üeren Schutz des Korsischen als zentralem Identifikationspunkt der Inselbev√∂lkerung ein. Frankreich lehnt jedoch traditionell den Gebrauch regionaler Sprachen oder Minderheitensprachen ab, da das Vorherrschen der franz√∂sischen Sprache als Absicherung f√ľr die Existenz des franz√∂sischen Staates angesehen wird. Am 6. Juli 2003 stimmten bei einem Referendum knapp 51¬†% der Korsen gegen den Prozess von Matignon. Obwohl es keinen politisch bindenden Charakter hatte, respektierte die franz√∂sische Regierung das Votum und stoppte die weitere Umsetzung des Vorhabens. Das Scheitern wurde vor allem Jospin angelastet; er habe durch die Verhandlungen mit Vertretern der Unabh√§ngigkeitsbewegung die von Teilen derselben ausge√ľbte Gewalt legitimiert. Die Forderung nach Unabh√§ngigkeit hatte auch zu keinem Zeitpunkt die Mehrheit der Inselbewohner hinter sich.

Bewaffnete Gruppierungen sind heute weitgehend inaktiv. Allerdings haben sie in den letzten Jahren nach der Krise der 2000er Jahre wieder verst√§rkt Zulauf gefunden, auch aus Entt√§uschung √ľber die Korruption in der etablierten Politik. Bei den Regionalwahlen im November 2015 gewann das B√ľndnis gem√§√üigter (f√ľr eine Autonomie) und radikaler Nationalisten (f√ľr die Unabh√§ngigkeit) die Mehrheit im Regionalparlament, der Assembl√©e de Corse. Bei den Parlamentswahlen im Juni 2017 gewannen die Nationalisten drei von vier Mandaten. Die Region wurde 2017 von Waldbr√§nden heimgesucht.

Im April und Mai 2018 litt die Insel unter einer M√ľllkrise. In den Vorjahren war das M√ľllaufkommen stark angewachsen, ohne dass geeignete administrative Ma√ünahmen getroffen worden waren. Mitte April drohten die zwei gr√∂√üten Deponien √ľberzulaufen. Die Gemeinden, auf deren Gebiet sich diese Deponien befinden, verweigerten die Annahme von weiterem M√ľll und sperrten die Tore der Deponien. In den folgenden Wochen h√§uften sich M√ľllberge an den Stra√üen, und sie wurden vereinzelt in Brand gesetzt. Eine vorl√§ufige Besserung, aber keine grundlegende L√∂sung ergab sich, als die beiden Deponien am 9. Mai ihre Tore wieder √∂ffneten.

Sprache

Etwa 60.000 bis 100.000 Einwohner Korsikas sprechen Korsisch. Französisch ist aber in fast allen Bereichen des Alltags die vorherrschende Sprache.

Die meisten offiziell als ‚Äěfranz√∂sisch‚Äú bezeichneten Namen von Orten, Bergen und anderen geografischen Punkten sind bis heute in ihrer italienischen Fassung erhalten geblieben. Dies war beim Verkauf der Insel von Genua an Frankreich 1768 eine Bedingung. Oft werden die italienischen Ortsnamen zwar franz√∂sisch ausgesprochen, aber anders als im Falle deutscher Ortsnamen im Elsass wurden sie weder franz√∂sisiert, noch wurden √úbersetzungen eingef√ľhrt. Zus√§tzlich existieren vielerorts Bezeichnungen in korsischer Sprache.

Religion

Das Christentum auf Korsika ist von der katholischen Kirche geprägt. Ihr gehören 92 % der Korsen an. Das Bistum Ajaccio umfasst die gesamte Insel. Der Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs gehören auf Korsika nur 230 Familien an.

Politik

Korsika war traditionell eine Bastion der konservativen Parteien und der politischen Rechten. Die Gr√ľnde hierf√ľr liegen in der Verankerung des Gaullismus, der l√§ndlichen und traditionellen Struktur der Insel und in der starken Rolle der katholischen Kirche. Bei allen Pr√§sidentschaftswahlen zwischen 1965 und 2012 gewannen die konservativen Kandidaten auf Korsika eine Mehrheit. Nur zwischen 2010 und 2015 wurde die Insel von einem Linksb√ľndnis regiert. Eine Ausnahme bildete dabei u.¬†a. Bastia, das jahrzehntelang von B√ľrgermeistern der politischen Linken regiert wurde. Seit den 1970er Jahren gewann der korsische Nationalismus in seinen verschiedenen Spielarten an Einfluss. Die korsischen Nationalisten fordern eine Eind√§mmung der Immobilienspekulation durch Festlandsfranzosen, eine Verl√§ngerung der Befreiung der Korsen von der Erbschaftssteuer, mehr Geld f√ľr die F√∂rderung des Korsischen und eine st√§rkere F√∂rderung der korsischen Wirtschaft und Fischerei. Bei nationalen Wahlen gewann in den letzten Jahren au√üerdem der Front National an Einfluss, bei der Pr√§sidentschaftswahl 2017 gewann in beiden korsischen D√©partements Marine Le Pen die meisten Stimmen. Dies wird mit der ablehnenden Haltung der Korsen gegen√ľber der Einwanderung erkl√§rt (siehe oben); jedoch spielt die Partei, die sich strikt gegen regionale Selbstbestimmungsrechte und die Anerkennung von Minderheitensprachen ausspricht, bei regionalen Wahlen kaum eine Rolle.

Bei den Regionalwahlen 2015 wurden die Nationalisten (P√© a Corsica) mit 35 Prozent erstmals st√§rkste Partei im Regionalparlament, der (Assembl√©e de Corse). Die gem√§√üigten Autonomisten und die radikalen Separatisten waren dabei ein Wahlb√ľndnis eingegangen. Der bisherige B√ľrgermeister von Bastia, Gilles Simeoni, f√ľhrt seit 2016 auch die Regionalregierung, den (Conseil ex√©cutif). Der landesweite Kampf zwischen Front National (FN), Sozialisten (PS) und Konservativen (LR) in Frankreich spielte in Korsika nur eine geringe Rolle.

Ergebnis der Wahl der Assemblé de Corse (insgesamt 51 Sitze) vom 13. Dezember 2015:

  • Liste Gilles Simeoni (Liste der Autonomiebewegung aus Femu a Corsica und Corsica libera): 35,3¬†% (52.840 Stimmen) ‚Äď 24 Sitze
  • Liste Paul Giacobbi (Unabh√§ngige linke Liste aus diversen linken Parteien und Front de gauche/FG): 28,5¬†% (42.607 Stimmen) ‚Äď 12 Sitze
  • Liste Jos√© Rossi (Union de la Droite aus Les R√©publicains/LR, Union des d√©mocrates et ind√©pendants/UDI und Comit√© central bonapartiste/CCB): 27,1¬†% (40.480 Stimmen) ‚Äď 11 Sitze
  • Liste Christophe Canioni (Front National/FN): 9,1¬†% (13.599 Stimmen) ‚Äď 4 Sitze

Das korsische Wappen

Das korsische Wappen zeigt einen Maurenkopf mit krausem Haar und weißem Stirnband. Dieses Wappen ist eigentlich ein Freiheitssymbol der Korsen, allerdings ist nicht sicher, wer dargestellt ist. Es gibt zahlreiche Legenden um die Entstehung und Bedeutung des Symbols.

Der einen Legende nach entf√ľhrte im 13. Jahrhundert ein maurischer Herrscher eine junge Korsin nach Spanien. Deren korsischer Verlobter reiste hinterher, um sie zu befreien, woraufhin der Maure einen seiner tapfersten Getreuen gegen ihn in den Kampf schickte. Der Korse schlug jedoch dem Mauren den Kopf ab und hielt diesen als Zeichen des Triumphs hoch.

Ein weiterer Erkl√§rungsansatz geht in Richtung der Reformen von Pascal Paoli: √Ąhnlich wie bei der Nachbarinsel Sardinien zeigte das korsische Wappen urspr√ľnglich einen Maurenkopf mit verbundenen Augen. Pascal Paoli verschob die Binde in Richtung Stirn und entfernte auch den Ohrring, denn beides galt als Zeichen der Sklaverei, von der sich die Korsen durch seine Reformen befreit hatten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Eine echte Gro√üindustrie gibt es auf Korsika nicht. Das produzierende Gewerbe beschr√§nkt sich im Wesentlichen auf landwirtschaftliche Produkte, Bau- und Dienstleistungen. Die meisten auf der Insel hergestellten Produkte wie beispielsweise die traditionellen heimischen Taschenmesser werden an Ort und Stelle an Touristen verkauft. Im Vergleich mit dem BIP der Europ√§ischen Union ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreichte Korsika 2006 einen Index von 85,8 (EU-27 100). Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 7,8¬†%.

Tourismus

Korsika ist trotz des idealen Naturpotenzials touristisch relativ wenig erschlossen. Von der korsischen Bev√∂lkerung wird bef√ľrchtet, dass eine weitere Erschlie√üung durch den Massentourismus die Eigenst√§ndigkeit der korsischen Kultur gef√§hrden k√∂nnte. Nach korsischer Tradition ist der Strand √ľberall allgemein zug√§nglich; es gibt kaum gr√∂√üere Hotelkomplexe oder Hotels mit ausl√§ndischen Eigent√ľmern. An der Ostk√ľste gibt es s√ľdlich von Phare d‚ÄôAlistro und s√ľdlich von Porto-Vecchio zahlreiche FKK-Urlaubsanlagen und -Str√§nde. 1995 waren 73¬†% aller Touristen, die Korsika besuchten, Festlandfranzosen. 38¬†% aller H√§user und Wohnungen werden als Zweitwohnung genutzt; dies ist im Vergleich zum franz√∂sischen Durchschnitt sehr viel.

Verkehr

Straßenverkehr

Die Stra√üen in Korsika sind, was ihre Breite und Qualit√§t betrifft, sehr unterschiedlich. Im felsigen Gebiet der Westk√ľste und im Gebirge findet man teilweise sehr enge Stra√üen in schlechtem Zustand, die nur einspurig genutzt werden k√∂nnen. Zum Teil ist ein Befahren mit Wohnmobilen nicht m√∂glich. Etwas besser ist die Verkehrssituation an der flachen Ostk√ľste. Zwischen den gr√∂√üeren St√§dten gibt es teilweise gut ausgebaute Schnellstra√üen. Im Jahr 2016 lag der Motorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 558.

Schienenverkehr

Mit nur zwei Strecken erschlie√üt die Eisenbahn die Insel. Die Chemins de fer de la Corse (CFC) ‚Äď eine Tochter der franz√∂sischen Staatsbahn SNCF ‚Äď ist die einzige Eisenbahngesellschaft auf Korsika.

Die Strecken, durchweg als eingleisige Schmalspurbahn, verbinden die beiden Hafenst√§dte Bastia an der Ostk√ľste und Ajaccio an der Westk√ľste. Zudem wird die Nordk√ľste der Insel mit der Hafenstadt Calvi erschlossen. Die gesamte L√§nge betr√§gt 231¬†km.

Luftverkehr

Korsika verf√ľgt √ľber Flugh√§fen in folgenden St√§dten:

  • A√©roport de Bastia-Poretta (IATA-Code BIA), 20¬†km von Bastia entfernt
  • A√©roport de Campo dell'Oro (IATA-Code AJA), 12¬†km von Ajaccio entfernt
  • A√©roport de Figari (IATA-Code FSC), 24¬†km von Porto-Vecchio entfernt
  • A√©roport de Sainte Catherine (IATA-Code CLY), 7¬†km von Calvi entfernt

Größere Fluggesellschaften, die Korsika anfliegen, sind Air France und Air Corsica sowie aus dem deutschsprachigen Raum Eurowings, TUIfly, Lufthansa und easyJet.

Schiffsverkehr

Die F√§hrh√§fen Ajaccio, Porto-Vecchio, Propriano und Bonifacio bedienen S√ľd-Korsika, w√§hrend die in Bastia, Calvi und L‚Äô√éle-Rousse vor allem Nord-Korsika mit dem europ√§ischen Festland verbinden.

Autofährverbindungen gibt es beispielsweise von Marseille, Nizza und Toulon in Frankreich sowie von Sardinien, Savona Vado, Livorno und Genua in Italien. Die wichtigsten Schifffahrtsgesellschaften sind Moby Lines und Corsica Ferries.

Rundfunk

In Ajaccio und Bastia sind starke Mittelwellen- und UKW-Sender zur Ausstrahlung des Programms France Bleu RCFM ("Radio Corse Frequenza Mora") von Radio France installiert. Ein Teil der Sendungen erfolgt in korsischer Sprache.

  • Ajaccio: 97,0¬†MHz (4¬†kW), 100,5¬†MHz (10¬†kW), 1404¬†kHz (20¬†kW)
  • Bastia: 101,7¬†MHz (10¬†kW), 1494¬†kHz (20¬†kW).

Daneben sendet Radio France die √ľberregionalen Programme, die in ganz Frankreich empfangbar sind (France Inter, France Culture, France Musique, France Info).

Von Cervione aus sendet die ADECEC (Association pour le D√©veloppement des Etudes Arch√©ologiques, Historiques, Linguistiques et Naturalistes du Centre-Est de la Corse ‚Äď ‚ÄěVereinigung f√ľr die Entwicklung der Arch√§ologischen, Historischen, Linguistischen und Natur-Studien des Zentral-√Ėstlichen Korsika‚Äú) mit dem Sender Voce Nustrale ein Programm ausschlie√ülich in korsischer Sprache auf 105,1 und 95,1 MHz.

Internet

Seit 2016 ist f√ľr Personen, Institutionen oder Firmen, die ihre Verbindung mit Korsika demonstrieren m√∂chten, die gesponserte Top-Level-Domain .corsica reserviert. Die TLD wird vom Collectivit√© Territoriale de Corse, der Korsischen Gebietsk√∂rperschaft, verwaltet.

Kulinarisches

Lebensmittel/K√ľche

Korsika besitzt eine sehr reichhaltige und meist deftige mediterrane K√ľche. Typisch sind die oft halbwilden Hausschweine, die frei im Wald oder in der Macchie laufen und sich von Kastanien, Eicheln und Bucheckern ern√§hren. Ihr Fleisch wird dann √ľber Kastanienholz ger√§uchert oder mit Kr√§utern in Wein geschmort. Korsische Fleischereispezialit√§ten sind:

  • Coppa ‚Äď ger√§ucherter Schweinenacken und -filet
  • Figatellu ‚Äď ger√§ucherte, kr√§ftige Leberwurst mit Kr√§utern
  • Lonzu ‚Äď ger√§uchertes Schweinefilet.

Nudelgerichte und Nudeln als Beilage zu Fleischgerichten sind verbreiteter als in den meisten anderen Provinzen Frankreichs. Es gibt zahlreiche Sorten Schafs- und Ziegenkäse, zum Beispiel Brocciu, ein Molkenkäse aus Schafs- oder Ziegenmilch.

Weinbau

Auf Korsika wird eine gro√üe Vielfalt an Weinen produziert: Rotwein, Ros√©, Wei√üwein, still und sch√§umend, trocken und s√ľ√ü. Das Relief sowie unterschiedliche B√∂den sind f√ľr diese Vielfalt verantwortlich. Reben werden bis in einer H√∂he von ca. 300¬†m kultiviert. Traditionell verwendet man die Rebsorten Cinsault, Carignan, Grenache, Ugni Blanc und Syrah. Inzwischen sind Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Viognier, Merlot sowie Pinot noir hinzugekommen. Regionale Bedeutung haben die Sorten Niellucciu, Sciaccarellu und Vermentinu.

Weine aus acht Weinbaugebiete d√ľrfen das Pr√§dikat AOC tragen. Diese Appellationen sind:

  • Ajaccio ‚Äď AOC Coteaux d‚ÄôAjaccio: Westk√ľste n√∂rdlich von Sart√®ne bis Ajaccio, Hauptrebsorten: Sciaccarellu, Grenache, Verentinu
  • Balagne ‚Äď AOC Calvi Balagne: zwischen Calvi und der D√©sert des Agriates, sandige Tonb√∂den, Hauptrebsorten: Syrah, Sciaccarellu, Vermentinu, Ugni Blanc
  • Cap Corse ‚Äď AOC Coteaux du Cap Corse: die schroffe Felshalbinsel n√∂rdlich von Bastia, Hauptrebsorten: Niellucciu, Grenache, Malvoisie, Vermentinu, Muscatellu
  • Cote orientale ‚Äď AOC Vin de Corse: die Ostk√ľste zwischen Bastia und Solenzara. Hauptrebsorten: Niellucciu und Vermentinu
  • Figari ‚Äď AOC Figari-Pianottoli: S√ľdspitze Korsikas, Hauptrebsorten: Carcajolo, Barbarossa, Sciaccarellu, Malvoisie de Corse
  • Patrimonio ‚Äď AOC Patrimonio: Gegend zwischen Cap Corse und der D√©sert des Agriates, schiefrige Sand- und Tonb√∂den, Hauptrebsorten: Nielluciu, Grenache, Vermentinu
  • Porto-Vecchio ‚Äď AOC Porto-Vecchio: Gegend um Porto-Vecchio, Granitb√∂den, Hauptrebsorten: Niellucciu, Sciaccarellu, Malvoisie de Corse
  • Sart√®ne ‚Äď AOC Sart√®ne: um Sart√®ne im S√ľdwesten von Korsika, ton- und kieselhaltige B√∂den, Hauptrebsorten: Niellucciu, Sciaccarellu, Barbarossa, Cinsault, Vermentinu

Weitere Getränke

  • Cap Corse (Kr√§uter-Aperitif Destillerie Matte√Į, Bastia)
  • Eau de vie und Whisky (P&M) der Destillerie Mavela, Al√©ria
  • Kastanien- und Myrtenbier (Pietra, Furiani)
  • Mineralwasser aus Orezza
  • Pastis Dami (Anisschnaps), Furiani

Musik

Paghjella ist der polyphone Männergesang der traditionellen korsischen Volksmusik. Dabei trägt die mittlere Stimme die Melodie, die zweite, tiefere bildet die Begleitung, die dritte und höchste singt die Koloratur. In dieser Tradition stehen unter anderem die Gruppen I Muvrini und A Filetta.

Sport

Rad-/Motorradfahren

Besonders beliebt ist Korsika bei Fahrrad- und Motorradfahrern, nicht zuletzt wegen der Kombination von Bergstraßen und Meerblick. Die Rennradfahrer schätzen an der Insel den Trainingseffekt der anspruchsvollen Passstraßen.

Wandern/Klettern

Der umfangreiche Fernwanderweg GR¬†20 mit zahlreichen Kletterpartien zieht sehr viele Wanderer an. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gewinnt das Klettern zunehmend an Bedeutung. Die zahlreichen bizarren Felsformationen, die auch als ‚ÄěTafoni‚Äú bezeichnet werden, sind extrem griffig. Die bekanntesten Kletterzentren sind das Restonica-Tal und der Bavella-Pass.

Skisport

Trotz der s√ľdlichen Lage kann im Winter mancherorts ein Skibetrieb aufrechterhalten werden. Am Col de Vergio zwischen Porto und Calacuccia, unterhalb des Monte Renoso bei Ghisoni (Capannelle), sowie auf dem Plateau d'Ese nord√∂stlich von Bastelica gibt es drei kleinere Skigebiete mit jeweils drei bis sechs Schleppliften. Ein Skigebiet bei Haut-Asco n√∂rdlich des Monte Cinto ist seit dem Winter 1997/98 nicht mehr in Betrieb, da der Hauptskilift durch einen Steinschlag besch√§digt wurde. Skilanglauf kann man auf dem Plateau de Coscione zwischen Zicavu und Monte Incudine sowie oberhalb von √Čvisa betreiben.

Fußball

Die Insel hat mit Gazélec FC Ajaccio, AC Ajaccio, CA Bastia und SC Bastia vier Fußballvereine in der französischen Liga.

Tour de France

2013 gastierte die Tour de France mit ihrer 100. Auflage zum ersten Mal auf Korsika. Im Rahmen der sogenannten Grand Départ (große Abfahrt) begann die Grande Boucle mit drei Etappen auf der Mittelmeerinsel:

  • 1. Etappe am Samstag, den 29. Juni, √ľber 200 km von Porto-Vecchio nach Bastia
  • 2. Etappe am Sonntag, den 30. Juni, √ľber 155 km von Bastia nach Ajaccio
  • 3. Etappe am Montag, den 1. Juli, √ľber 145 km von Ajaccio nach Calvi

Segeln/Windsurfen

Die gesamte Insel ist aufgrund ihres Klimas und der vorherrschenden Winde nicht nur bei Franzosen ein sehr beliebtes Segel- und Windsurfrevier. Es gibt zahlreiche gut ausger√ľstete H√§fen und Marinas als Ausgangspunkte f√ľr diese Sportarten.

Gesundheit

Seit 2011 ist das Auftreten von Schistosomiasis (Bilharziose) in Korsika gesichert nachgewiesen. Betroffen sind Personen, die Kontakt mit dem Wasser des Fl√ľsschens Cavo nahe dem Ort Sainte-Lucie-de-Porto-Vecchio n√∂rdlich von Porto-Vecchio im S√ľdosten von Korsika hatten. Es wurden F√§lle bei Einheimischen und Touristen diagnostiziert. Dieser Schistosomiasis-Ausbruch ist inzwischen auf Korsika erloschen (Stand 2017).

Persönlichkeiten

Literatur

  • Ferdinand Gregorovius: Corsica. 1854. Societ√§ts-Verlag, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-7973-0274-6.
  • Michel Delaugerre, Marc Cheylan: Atlas de Repartition des Batraciens et Reptiles de Corse. Parc Naturel Regional de Corse/Ecole Pratique des Hautes Etudes, o.¬†O. 1992, ISBN 2-905468-09-2.
  • Nicole Luzar, Volker Roth: Kletterf√ľhrer Korsika. Topoguide.de, Betzenstein 2008, ISBN 978-3-00-024237-3.
  • Hannes Mayer: Die W√§lder Korsikas. Wanderungen durch ein Waldparadies. 2., durchgesehene Auflage. Fischer, Stuttgart u.¬†a. 1990, ISBN 3-437-30624-3.
  • Monika Siegfried-Hagenow: Korsika ‚Äď Ein Reisebuch. VSA, Hamburg 1991, ISBN 3-87975-551-5.

Weblinks

  • Rendez-vous in Korsika. Offizielle Seite des franz√∂sischen Tourismusverbandes
  • Visit Corsica. Offizielles Tourismus-Portal Korsikas
  • Collectivit√© Territoriale de Corse. Offizielle Seite der Gebietsk√∂rperschaft (franz√∂sisch)
  • G√©ographie de la Corse (inkl. physische und thematische Landkarten; franz.)

Einzelnachweise

 

Kommentar Meinungen und Kommentare


Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Gebirge Touren in diesem Gebirge

Bücher und Karten Bücher und Karten


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Frankreich Frankreich

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 43.03075300
südlichster Punkt: 41.31907562
westlichster Punkt: 8.517150878
östlichster Punkt: 9.610290527


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
11171 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
469 km
 
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