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Gebirge Karte: Alpenvorland

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » Alpenvorland
Untergruppen:
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Alpenvorland

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Als Alpenvorland bezeichnet man das Hochland rund um die Alpen.

Gliederung

  • Nördliches Alpenvorland: nördliche Schweiz und Gebiete Deutschlands zwischen Donau (bzw. Schwäbische Alb, Fränkische Alb, Bayerischer Wald) und Nordalpen
    • Schweizerisches Mittelland, zwischen Jura und Alpen vom Genfersee bis zum Bodensee
    • Deutscher Naturraum Alpenvorland
      • Naturraum Haupteinheitengruppe (D64) Donau-Iller-Lech-Platte
      • Naturraum Haupteinheitengruppe (D65) Unterbayerisches HĂĽgelland und Isar-Inn-Schotterplatten
      • Naturraum Haupteinheitengruppe (D66) Bayerisches Alpenvorland
    • Ă–sterreichisches Alpenvorland: hpts. Molassezone in Norden Ober- und Niederösterreichs
      • Salzburger Alpenvorland im nördlichen Flachgau bis zum Innviertel
      • Oberösterreichisches Alpenvorland
      • Niederösterreichisches Alpenvorland
    • Ă–stliches und sĂĽdöstliches Alpenvorland zwischen dem Alpenostrand und dem pannonischen Becken (hpts. Marchfeld, Wiener Becken, Steiermark und östliches Pannonien)
  • Französisches Alpenvorland
    • In der Region Auvergne-RhĂ´ne-Alpes in etwa die Gebiete, welche durch die Westalpen, den Französischen Jura, die Region Beaujolais sowie die nördlichen Ausläufer des Zentralmassives begrenzt sind, einschlieĂźlich Rhone- und SaĂ´ne-Tal, die nördliche DauphinĂ© sowie die sĂĽdliche Bresse (Bresse savoyarde)
    • In der Region Provence-Alpes-CĂ´te d’Azur alle Gebiete zwischen dem Mittelmeer im SĂĽden, den Westalpen im Osten sowie dem Zentralmassiv im Osten
  • SĂĽdliches Alpenvorland, auch Italienisches Alpenvorland, zwischen Alpen und der Poebene

Begriffsklärung, Geologie

Alpenvorland bezeichnet in der Geomorphologie die Regionen rund um die Alpen, in denen die Grundgebirge (Granit, Gneis) sowie die Gesteine aus der Jura und Triaszeit an der Oberfläche großflächig von Sedimenten aus dem Tertiär und Quartär abgelöst werden oder überdeckt sind welche später im südlichen Teil wiederum von eiszeitlichen Veränderungen überprägt wurden. Dagegen steht auch Voralpenland in regionalgeographischem Zusammenhang.

Nördliches Alpenvorland

  • Vor etwa 150 Millionen Jahren (Grenze Jura-Kreide) bildeten sich langsam die Vorläufer der Alpen heraus, da die afrikanische Kontinentalplatte nach dem Auseinanderbrechen von Pangäa begann, sich auf die europäische Kontinentalplatte zuzubewegen. Der Ozean zwischen den Kontinentalplatten (ein Ausläufer der Thetys) wurde dabei durch Subduktion zu groĂźen Teilen unter die afrikanische Kontinentalplatte gedrängt. Beim Aufeinanderprallen der afrikanischen und europäischen Kontinentalplatte begann sich die afrikanische Platte auf die europäische aufzuschieben. Durch den enormen Druck kam es zu Faltungen der Gesteinsschichten, die wir heute Alpen nennen. Der GroĂźteil der alpidischen Gebirgsbildung fand vor etwa 50 – 2,6 Millionen Jahren statt. Der durch die Aufschiebung gebildete Trog (Molassebecken) bildet heute das Gebiet des Nördlichen Alpenvorlandes. Mit der Bildung der Alpen begann auch zeitgleich deren Erosion durch Wind und Wasser (Gesteinskreislauf). Durch die Erosion wurden der Tertiärzeit (ca. 66–2,5 Mio. Jahre vor heute) bis zu 5000 Meter mächtige Sedimente aus Schluff und Ton („Tegel“, „Schlier“), Sand und Geröll in dem Molassebecken abgelagert. Der Trog wurde so gewissermaĂźen durch die Erosion der Alpen aufgefĂĽllt. Durch wechselnde Phasen der Ăśberflutung und Verlandung unterlag die damalige Landschaft einem groĂźen Wandel. Da die Region in der Tertiärzeit noch näher am Ă„quator lag, bildeten sich in den verlandeten Teilen des Beckens etwa vor 30 Millionen Jahren immer wieder tropische und subtropische Wälder aus. Durch die spätere Ăśberlagerung dieser ĂĽppigen Vegetation mit Meereswasser und abgetragenen Sedimenten sowie durch die weitergehende Ăśberschiebung der afrikanischen Kontinentalplatte ĂĽber die europäische wurde ein hoher Druck auf die Pflanzenreste ausgeĂĽbt, welcher schlieĂźlich zu deren Verkohlung fĂĽhrte. Aus dieser Zeit stammen demnach die Vorkommen an Pechkohle, die im 19. und 20. Jahrhundert in PeiĂźenberg und Penzberg abgebaut wurden.
  • Während in einem Streifen, der etwa von Dachau bis Ingolstadt reicht, die im Tertiär abgelagerten Molassegesteine auch heute noch den direkten Untergrund bilden verdankt der sĂĽdlichere Teil des nördlichen Alpenvorlands seine heutige Gestalt insbesondere den Eiszeiten, die vor etwa 2,6 Millionen Jahren einsetzten und den Beginn des Quartär markieren. In den Eiszeiten bahnten sich wiederholt Gletscher aus den Zentralalpen (beispielsweise dem Ă–tztal) ihren Weg durch die nördlichen und sĂĽdlichen Teile der Alpen bis weit ins Alpenvorland hinein. Dabei hobelten sie die durch FlĂĽsse vorgeformten Täler zu breiten Trogtälern aus (Inntal, Isartal, Loisachtal, Ammertal, Lechtal). Auch in den Gebirgsbereichen die nicht durch FlĂĽsse vorgeformt waren, hinterlieĂźen sie deutliche Spuren, so etwa zwischen Jochberg und Herzogstand von wo aus die Hauptzunge des Isar-Loisach-Gletschers in das Alpenvorland stieĂź. Je nach Festigkeit und Widerstandsfähigkeit wurde der Untergrund des Alpenvorlands unterschiedlich tief von den Gletschern ausgeschĂĽrft. Diese AusschĂĽrfungen lassen sich auch heute noch anhand von topografischen Karten und Reliefkarten sehr gut nachvollziehen und zeigen die Vorstöße der (insbesondere in der WĂĽrm-Kaltzeit) vorgestoĂźenen Gletscherzungen an. Die so ausgeschĂĽrften Becken des Alpenvorlandes werden seitdem durch die in sie mĂĽndenden, Abtragungsschutt aus den Alpen transportierenden FlĂĽsse sowohl mit Wasser als auch mit Schutt aufgefĂĽllt. Die noch nicht verlandeten Gebiete bilden dabei einige Seen des Alpenvorlandes (Ammersee, Starnberger See, Staffelsee, Chiemsee, Wörthsee, Tegernsee, Pilsensee), während die relativ frisch mit Seeton aufgefĂĽllten (und dadurch weitgehend wasserstauenden) Gebiete die Moorlandschaften des Alpenvorlandes bilden (u. a. das Murnauer Moos und Weilheimer Moos). Da der Starnberger See kaum ZuflĂĽsse besitzt verlandet er sehr langsam und ist deshalb mit 128 m deutlich tiefer als die anderen Seen des Alpenvorlandes.Toteisseen wie die Osterseen bei Iffeldorf entstanden dagegen nicht primär durch AusschĂĽrfung, sondern durch groĂźe Eisblöcke, die beim Abschmelzen von der Hauptzunge des Gletschers abgetrennt wurden und heute teilweise vom Grundwasser gespeist werden. Während die eiszeitlichen Gletscher also Teile des Vorlandes zu Seengebieten ausschĂĽrften bildeten sich an den Rändern der Gletscher sogenannte Moränenwälle. Diese entstehen dadurch, dass der Gletscher das abgetragene Gesteins- und Erdmaterial vor sich herschiebt (Endmoräne) und an den Seiten ablagert (Seitenmoräne). Halten sich der Nachschub an Gletscher und das Abschmelzen die Waage häufen sich an den Gletscherrändern durch Wind und Schmelzwassersand mächtiger werdende Schuttberge an. Auch unterhalb des Gletschers können durch im Gletscher verlaufende Bäche und Hohlräume sog. Grundmoränen abgelagert werden. Die End-, Seiten- und Grundmoränen der Gletscher sind der Ursache fĂĽr einen GroĂźteil der HĂĽgel im Alpenvorland. Je nach Bedingungen bilden sich auch besondere Moränenformationen heraus, so etwa im Eberfinger Drumlinfeld, wo die tropfenförmigen länglichen HĂĽgel die HauptstoĂźrichtung der Gletscherzungen anzeigen.
  • Die größte Ausdehnung erreichten die Gletscher vor etwa 460.000–400.000 Jahren (Mindel-Kaltzeit) und vor 150.000 Jahren (RiĂź-Kaltzeit). Die Gletscherzungen reichten damals bis fast nach MĂĽnchen. FĂĽr die heutige Gestalt der Landschaft des nördlichen Alpenvorlands sind aber besonders die Gletschervorstöße der letzten Kaltzeit verantwortlich, die etwa von 115.000 – 15.000 Jahren vor heute andauerte (WĂĽrm-Kaltzeit). Auf jede Kaltzeit folgt eine Warmzeit, in welcher die Gletscher sich wieder zurĂĽckziehen. Beim Abschmelzen der einige hundert Meter mächtigen Gletscher wurden groĂźe Mengen an Schmelzwasser und vom Gletscher mitgefĂĽhrter Schotter freigesetzt, die dann – meist den Flussverläufen folgend – in Richtung Norden abflossen. Die Schottermassen lagerten sich entsprechend nördlich der Gletschergebiete ab und schufen so die ausgedehnte MĂĽnchener Schotterebene, die nach Norden hin an die Molasseschichten aus dem Tertiär angrenzt. Die FlĂĽsse gruben sich im Laufe der Jahrtausende immer tiefer in die Schotterschichten und sogar in die Molasseschichten ein und schufen so charakteristische Terrassen, wie sie etwa bei Apfeldorf nachzuvollziehen sind. Nördlich der Molasseschichten bilden mit der Schwäbischen und Fränkischen Alb im Wesentlichen die nicht in den Molassetrog einbezogenen Gesteinsschichten aus der Jura und Kreidezeit den Untergrund.
  • In den Warmzeiten konnten Pflanzen und Tiere die vom Gletscher freigegebenen Lebensräume besiedeln. Durch die groĂźen Unterschiede der Böden (Moore, Auen, kalkarme/kalkreiche Böden etc.) gibt es im nördlichen Alpenvorland eine auĂźergewöhnliche Vielfalt an verschiedenen – auch seltenen – Pflanzen- und Tierarten. Diese hatten wiederum Einfluss auf die Geologie und trugen beispielsweise durch das beim Stoffwechsel anfallende Kohlendioxid zur Bildung der charakteristischen Kalktuffe bei, welche fĂĽr die kulturelle Entwicklung der Region von Bedeutung sind.
  • An Bodenschätzen findet man Braunkohle, Erdöl und Erdgas. Der SĂĽdrand ist im Gegensatz zur Vorlandmolasse von den DeckenĂĽberschiebungen der Alpen stark ĂĽberprägt (Subalpine Molasse). Dabei wurde der bereits vorher abgelagerte Molasseschutt durch spätere Ăśberschiebungen aufgefaltet und verfestigt. Diese Ăśberschiebungen hatten die Bildung von HĂĽgeln und kleineren Bergen zur Folge, die durch ihre Festigkeit von den später vordringenden Gletschern nicht abgetragen werden konnten. Unter ihnen sind der PeiĂźenberg, Berg bei Huglfing, der Auerberg bei Bernbeuren, der Tischberg, Taubenberg und Irschenberg zu nennen.
  • Das östliche und sĂĽdöstliche, das italienische wie auch das französische Alpenvorland sind stark ĂĽberprägte Ränder des alpinen Deckensystems.

Geschichtliche Bedeutung

Historisch betrachtet ist das Alpenvorland eine Region von besonderem Interesse, da an den Austritten von Flüssen aus den Alpen wegen der günstigen Lage an Transportwegen (Flusstäler), guten ebenen Böden und leicht verteidigbarem Randgebirge Städte gegründet wurden und sich gut entwickeln konnten, Beispiele sind Salzburg, Graz, Görz, Verona und Mailand.

Morphologie

Einteilung

Nördliches Alpenvorland

Von den Ausdehnungen her am bedeutendsten ist das nördliche Alpenvorland, das sich in einem weiten, zum Osten hin schmäler werdenden Bogen vom südlichen Schwarzwald über Württemberg und Bayern bis nach Österreich zieht. In den Endmoränenlandschaften im südlichen Teil des nördlichen Alpenvorlandes gibt es viele Seen, die teilweise ins Gebirge hineinragen (Bodensee, Tegernsee, Starnberger See, Chiemsee, Attersee, Mondsee, Traunsee etc.). Das nördliche Alpenvorland ist von teils ebenen, teils hügeligen Wiesenlandschaften und Waldgebieten geprägt. Die südliche Grenze bilden die alpinen und voralpinen Erhebungen; wobei zu beachten ist, dass einige größere Erhebungen weit nach Norden in den flacheren Raum vorgelagert sind, etwa der Auerberg (Allgäu) der Hohe Peißenberg und der Taubenberg in Bayern sowie der Haunsberg im Salzburger Flachgau, der jedoch geologisch bereits zur Flyschzone und damit zu den Voralpen zu rechnen wäre. Im Nordwesten wird die Landschaft durch die Schwäbische Alb, im weiteren Verlauf durch die Donau begrenzt, die das Alpenvorland von den nördlich gelegenen Höhenzügen Frankens sowie Ostbayerns und Österreichs (u. a. dem Granit-und-Gneis-Hochland) trennt. Im Osten endet das nunmehr zum schmalen Streifen gewordene nördliche Alpenvorland vor den Toren des Tullnerfeldes.

Folgende Länder und Regionen haben Anteil am nördlichen Alpenvorland: Baden-Württemberg (Oberschwaben, Bodensee), Bayern (Schwaben, Allgäu, Ober- und Niederbayern südlich der Donau), Salzburg (Flachgau), Oberösterreich (Zentralland, Inn-, Traun- und Hausruckviertel), Niederösterreich (vor allem das Mostviertel).

Auch die Landschaften der nördlichen Schweiz zwischen Alpen und Jura —das Mittelland— können dieser Region zugerechnet werden, obwohl sie dort nicht als „Alpenvorland“ bezeichnet werden. Die höheren Gebiete im Norden zwischen Mittelland und Alpen resp. im Süden zwischen Alpen und Poebene werden in der Schweiz als Voralpen bezeichnet.

Französisches Alpenvorland

Das Alpenvorland Frankreichs liegt in den beiden Regionen Auvergne-Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d’Azur. Es beginnt an der Schweizer Grenze bei Genf als Fortsetzung des Schweizer Mittellandes und erstreckt sich entlang des Rhonetals zwischen den Savoyer Alpen und dem französischen Jura bis zur Metropolregion von Lyon. Hier können streng genommen auch schon die nördlich davon gelegene Bresse savoyarde sowie die Gebiete um den südlichen Lauf der Saône dazu gezählt werden, woran im Osten die Region Beaujolais grenzt. In diesem Teil weist das französische Alpenvorland ziemlich genau die gleichen landschaftlichen Prägungen auf wie das im vorigen Absatz beschriebene nördliche Alpenvorland. Südlich von Lyon zählen in etwa die Gebiete zwischen den Französischen Kalkalpen im Osten und dem Massif Central im Westen zum französischen Alpenvorland, einschließlich der nördlichen Dauphiné, den Voralpenzügen Vercors und Chartreuse, den Côtes du Rhône, den Provenzalische Voralpen und dem Massif des Maures, das geologisch nicht mehr zu den Alpen gehört.

Alpenvorland im Osten und SĂĽdosten

Am Ostrand der Alpen, ab dem Leithagebirge, umfasst das Alpenvorland den Rand der Kleinen Puszta sowie die Hügelländer des südlichen Burgenlandes und der unteren Steiermark, sowie das oststeirische Hügelland beiderseits der Grenze, um am Krainer Karst zu enden. Dort finden sich Reste vulkanischer Erscheinungen mit vielen Thermalbädern, die touristisch genutzt werden.

SĂĽdliches Alpenvorland

Das südliche Alpenvorland liegt fast vollständig in Italien, der Ostrand erstreckt sich nach Slowenien. Es umfasst als Regionen die Kuppenzüge am Rande der Südlichen Kalkalpen bzw. der Poebene und deren Verlängerung im Osten an den Unterläufen von Etsch, Brenta, Piave, Tagliamento und Isonzo sowie die Hügellandschaften der Lombardei und des Piemont.

Weblinks

  • Eintrag zu Alpenvorland im Austria-Forum (im AEIOU-Ă–sterreich-Lexikon)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

Kommentar Meinungen und Kommentare


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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Ă–sterreich Ă–sterreich

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 48.58160415
südlichster Punkt: 47.97015743
westlichster Punkt: 12.74688720
östlichster Punkt: 13.99452209


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
34439 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
1049 km
 
Alpenvorland: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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