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Gebirge Karte: La Gomera

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: La Gomera

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

La Gomera ist nach El Hierro die zweitkleinste der sieben Hauptinseln des Kanarischen Archipels im Atlantischen Ozean. Sie gehört zur spanischen Provinz Santa Cruz de Tenerife.

Geografie

Die Insel La Gomera liegt rund 1300 Kilometer vom spanischen und 300 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt. Die Entfernung vom nächstgelegenen Fährhafen Los Cristianos auf Teneriffa beträgt 38 Kilometer. Bei einer Fläche von 369,76 km² hat die Insel einen Flächenanteil an der Gesamtfläche aller Kanaren von 4,94 Prozent. Im Jahr 2013 hatte La Gomera 21.503 Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von 58 Einwohnern pro km² entspricht

Höchste Erhebung der Insel ist der 1487 Meter hohe Garajonay, der im gleichnamigen Nationalpark liegt.

Geologie

La Gomera ist vulkanischen Ursprungs, etwa elf Millionen Jahre alt und besteht zum gro√üen Teil aus por√∂ser Lava, gelbem und rotem Aschentuff und Lapillituff, √§lteren schr√§g gestellten Basalten (an der K√ľste in Los Organos zu sehen) sowie j√ľngeren horizontalen Basalten. Der letzte Vulkanausbruch liegt etwa zwei Millionen Jahre zur√ľck. La Fortaleza ist eine phonolithische Quellkuppe (Kryptodom). Einige Vulkanschlote bestehen aus Trachyt. Teile der Insel sind abgesenkt und vom Meer oder durch Wasser und Wind abgetragen. Kerbt√§ler (barrancos) schneiden tief ein und m√ľnden in Muldent√§ler (valles) mit Sedimentb√∂den. Die Verwitterung ist durch das feuchte Klima fortgeschritten; zur√ľck bleiben schwer l√∂sliche Eisen- und Aluminiumoxide.

Vegetation

La Gomera besitzt mehrere Vegetationszonen. Aufgrund der H√∂henunterschiede zeigen sich hier verschiedenartige Mikroklimata. Im Norden der Insel finden sich ab 500¬†Meter H√∂he Lorbeerw√§lder und immergr√ľne Farne. Oberhalb einer H√∂he von 1000¬†Metern gehen sie flie√üend in die Fayal-Brezal-Formation √ľber, einen Heidemischwald aus Gagelbaum (faya) und Baumheide (brezo). Im regenarmen S√ľden der Insel dominieren neben verschiedenartigen kargen Str√§uchern der Ph√∂nizische Wacholder, Dickblattgew√§chse der Gattung Aeonium und die Kanarenpalme. In K√ľstenn√§he befinden sich vorwiegend Pflanzen, die auf die salzhaltige Brise des Meeres angewiesen sind, zum Beispiel der Strandflieder, diverse Wolfsmilchgew√§chse, Agaven und Feigenkakteen. Inmitten La Gomeras liegt der Nationalpark Garajonay, der rund 10¬†Prozent der Inselfl√§che bedeckt. Sein √Ėkosystem steht seit 1986 als Weltnaturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Die W√§lder im Park sind Lorbeerw√§lder (Laurisilva), die aufgrund der fehlenden Eiszeit hier noch existieren. Das Herzst√ľck des Nationalparks besteht aus immergr√ľnem, subtropischem Nebelwald mit bis zu zwei Meter hohen Farnen, von den B√§umen h√§ngenden langen Bartflechten, mit Moos bewachsenen √Ąsten und B√§chen mit einigen wenigen Wasserf√§llen.

Waldbrände

  • 1984 kam es zu gro√üfl√§chigen Waldbr√§nden, die mehrheitlich auf die Best√§nde der Kanarischen Kiefer beschr√§nkt blieben, allerdings gab es wegen der raschen Ausbreitung √ľber 20¬†Todesopfer.
  • Im August 2012 betraf erneut ein Gro√übrand die Insel, beg√ľnstigt durch einen sehr trockenen Winter und Fr√ľhling, der etwa 40¬†km¬≤ zerst√∂rte. Betroffen waren auch erhebliche Teile des Nationalparks und des Lorbeerwaldbestands.

Klima

Klimatisch trennt sich die Insel in die trockene S√ľd- und die von Passatwinden mit feuchter Luft versorgte, fruchtbare Nordh√§lfte. Zur Wasserversorgung der in Terrassen an den Bergh√§ngen angelegten Feldfl√§chen werden Regen und kondensierendes Wasser in Reservoirs aufgefangen und an die Bewohner verteilt. Neben Bananen werden auch Kartoffeln, Tomaten und Wein angebaut.

Nat√ľrliche Symbole der Insel

Nat√ľrliche Symbole der Insel La Gomera sind die Lorbeertaube (Columba junoniae) und die Indische Persea (Persea indica).

Geschichte

Erste Besiedlung

Das bisher √§lteste Fundst√ľck, das darauf hinweist, dass La Gomera im 1. Jahrhundert n. Chr. besiedelt war, stammt von der Fundstelle ‚ÄěEl Lomito del Medio-1‚Äú (Casas C√°idas, San Sebasti√°n de La Gomera). Auf den Kanareninseln Lanzarote und Teneriffa ist die Anwesenheit von Menschen seit der Mitte des 10. Jahrhunderts v. Chr. nachgewiesen. Zu dieser Zeit hatten nur die Ph√∂nizier Schiffe, die die technischen Voraussetzungen f√ľr eine Hin- und R√ľckreise aus dem Mittelmeergebiet erf√ľllten. Die arch√§ologischen Fundst√ľcke von Buenavista (Teguise / Lanzarote) weisen auf ph√∂nizisch / punische Herkunft hin. Die Theorie, dass ausreichend viele Bewohner der nahen afrikanischen K√ľste auf gut Gl√ľck in einer ‚ÄěArche-Noah-Aktion‚Äú auf die Inseln gelangten, wird von Historikern heute als sehr unwahrscheinlich abgelehnt. Um die Besiedlung der Kanarischen Inseln zu erkl√§ren, wurde seit den 1980er-Jahren, auf der Grundlage von arch√§ologischen Funden die ‚Äěhip√≥tesis mediterr√°nea‚Äú (mittelmeerische Hypothese) formuliert. Sie besagt, dass ph√∂nizisch-punische und sp√§ter r√∂mische Seefahrer vermutlich zu verschiedenen Zeiten Menschen auf den Inseln ansiedelten, die aus dem ‚ÄěC√≠rculo del Estrecho‚Äú stammten. Als ‚ÄěC√≠rculo del Estrecho‚Äú (englisch Circle of the straits) wird die ausgedehnte geopolitische Zone bezeichnet, die sich √ľber den √§u√üersten S√ľden der iberischen Halbinsel und den westlichen Teil der nordafrikanischen K√ľste am √úbergang des Atlantischen Ozeans zum Mittelmeer erstreckt.

Die Gr√ľndung von Kolonien auf den Kanarischen Inseln war f√ľr die Punier aus mehreren Gr√ľnden interessant: Es waren strategisch wichtige Gebiete, die reich an potenziell nutzbaren Ressourcen waren. Diese zu kontrollieren und zu nutzen, beg√ľnstigte die karthagische Vormachtstellung. Sie boten die Gelegenheit, √ľbersch√ľssige Bev√∂lkerung zu verlegen und soziale Spannungen zu vermeiden. Das waren die Gr√ľnde f√ľr die Verschiebung von Nordafrikanern in die Siedlungskolonien an die afrikanische Atlantikk√ľste. Mit der Ausdehnung Karthagos scheint auch das Interesse an den Kanarischen Inseln zugenommen zu haben. Der Reisebericht Hannos des Seefahrers aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. beschreibt die Gr√ľndungen von ph√∂nizisch-punischen Siedlungen an der Westk√ľste Afrikas. Von der Besiedlung der Kanarischen Inseln wird nicht berichtet, das schlie√üt sie aber nicht aus.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. entstand in Nordwestafrika unter der Schirmherrschaft Roms das K√∂nigreich Mauretanien. K√∂nig Juba II. der in Rom aufgezogen worden war, betrieb eine Politik der Siedlungsgr√ľndung. Er lie√ü Anlagen zur Herstellung von Purpur und zum Einsalzen von Fisch an der Westk√ľste Marokkos einrichten. Plinius berichtet, dass Juba II. nach dem Jahr 25 v. Chr. die Fortunatae insulae, wie die R√∂mer die Kanarischen Inseln nannten, erforschen lie√ü. Auf die Zeitenwende datierte Funde von verschiedenen Inseln deuten auf eine enge wirtschaftliche Verbindung der Kanarischen Inseln mit dem Mittelmeerraum hin. Die intensive und lang anhaltende Verbindung mit der alten mittelmeerischen Welt wurde durch die R√∂mische Reichskrise des 3. Jahrhunderts beendet. Zu dieser Zeit gerieten die Kanarischen Inseln immer mehr in die Isolation. Das f√ľhrte schlie√ülich dazu, dass die Einwohner der Inseln, die √ľber keinerlei Kenntnisse des Schiffbaus und der Nautik verf√ľgten, nicht einmal Verbindungen zwischen den Inseln unterhalten konnten.

Zeit der isolierten Entwicklung

In der Zeit zwischen dem 4. und dem 14. Jahrhundert entwickelten die Ureinwohner aller Kanarischen Inseln jeweils eine eigenständige Kultur. Die Kultur der Gomeros hatte die gleichen Grundlagen wie die der Altkanarier auf den anderen Inseln. In etwa tausend Jahren entwickelten sich Eigenarten, die eine getrennte Betrachtung der Kulturen der verschiedenen Inseln erfordert.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war die Insel in vier Herrschaftsbereiche geteilt. Trotz dieser Teilung kamen die Gomeros regelmäßig zu Besprechungen und Versammlungen zusammen, bei denen auch Feste gefeiert wurden. Diese Treffen fanden offenbar jeweils zwischen den Bewohnern zweier Stämme statt. Zwischen dem Stamm der Hipalán und dem der Mulagua gab es eine Vereinbarung, dass die Hipalán ihre Ehepartner nur unter den Mulagua suchen durften und umgekehrt.

Wiederentdeckung der Kanarischen Inseln im 14. Jahrhundert

Die √§lteste Nennung des Namens Gomera f√ľr diese Insel ist ‚ÄěGommaria‚Äú auf der Karte des Angelino Dulcert, die 1335 auf der Insel Mallorca erschien.

Im Jahr 1341 schickte der portugiesische K√∂nig Alfons IV. eine aus drei Schiffen bestehende Expedition zur Erforschung und u. U. Eroberung zu den Kanarischen Inseln. Der Navigator der Expedition, der Genuese Niccoloso da Recco (1327‚Äď1367), berichtete, dass es auf La Gomera viele B√§che mit hervorragendem Wasser und in den W√§ldern wohlschmeckende Tauben und andere V√∂gel g√§be. Die Expedition kehrte nach Portugal zur√ľck, ohne den Versuch gemacht zu haben, die Inseln zu erobern.

W√§hrend des 14. Jahrhunderts gelangten immer wieder Seeleute und Piraten nach La Gomera. Sie beschr√§nkten sich bei ihren Aufenthalten auf die Versorgung mit Holz und Harz oder den Fang von Vieh und von Menschen, um sie als Sklaven zu verkaufen. Es gibt keine Berichte √ľber Missionsbem√ľhungen auf La Gomera vor dem 15. Jahrhundert.

Entwicklung unter der Herrschaft der Krone von Kastilien

Jean de Béthencourt bis Hernán Peraza

Das Recht, die Insel zu erobern, um sie danach als Lehensmann des K√∂nigs zu beherrschen, gew√§hrten die K√∂nige von Kastilien nacheinander verschiedenen Personen. Um das Herrschaftsrecht zu erhalten, wurden zeitweise √ľbertriebene Angaben √ľber den tats√§chlichen Stand der Unterwerfung der Gomeros und √ľber den Stand ihrer Christianisierung gemacht.

Im Jahr 1402 begannen die franz√∂sischen Adeligen Jean de B√©thencourt und Gadifer de La Salle, auf den Kanarischen Inseln Handelsstationen und europ√§ische Siedlungen zu gr√ľnden. Als sie feststellten, dass ihre eigenen Mittel daf√ľr nicht ausreichten, unterstellte sich Jean den B√©thencourt K√∂nig Heinrich III. von Kastilien, in dessen Namen er die Bev√∂lkerung der Inseln unter die Herrschaft der Krone von Kastilien unterwerfen sollte. Die Franzosen besuchten Gomera zweimal, jeweils unter dem Befehl Gadifer de La Salles. Beim ersten Mal wollten sie ihre Wasservorr√§te auff√ľllen. Die Chronik Le Canarien, in der zwei franz√∂sische Kleriker die Ereignisse der franz√∂sischen Expedition aufzeichneten, berichtet dar√ľber, dass die Franzosen, kaum dass sie die Insel betreten hatten, durch die Ureinwohner angegriffen wurden und sich zur√ľckziehen mussten. Beim zweiten Mal wird die Insel als kleeblattf√∂rmig beschrieben mit au√üerordentlich gro√üen und tiefen Barrancos, bewohnt von vielen Menschen, die eine der eigenartigsten Sprachen benutzten. Das ist sicher eine Anspielung an das Kommunikationssystem Silbo, das die Gomeros bis heute erhalten haben. Die Franzosen machten keine Versuche, La Gomera zu besetzen oder zu erobern.

Im Dezember 1405 verlie√ü Jean den B√©thencourt die Kanarischen Inseln und kehrte nach Frankreich zur√ľck. Die Verwaltung der eroberten Inseln √ľberlie√ü er seinem Verwandten Maciot de B√©thencourt. Am 15. November 1418 √ľbertrug Maciot de B√©thencourt das Recht auf die Eroberung und Herrschaft √ľber die Kanarischen Inseln im Namen Jean de B√©thencours unwiderruflich an Enrique de Guzm√°n, den Grafen von Niebla. Maciot de B√©thencourt scheint im Jahr 1420, als Vertreter des Grafen von Niebla, einen Versuch gemacht zu haben, La Gomera zu erobern. Genauere Einzelheiten dar√ľber sind nicht bekannt.

Im Jahr 1420 erhielt Alfonso de las Casas von König Johann II. alle Rechte an den bisher noch nicht eroberten Inseln. Dazu zählte neben Gran Canaria, La Palma und Teneriffa auch La Gomera.

Familie Peraza

Die Besetzung der Insel geschah im Verlauf der Jahre 1445 bis 1447 durch Hern√°n Peraza den √Ąlteren. Die politisch-milit√§rische Geschichte beschr√§nkte sich auf die juristische Fiktion, dass La Gomera eine ‚ÄěIsla de Se√Īor√≠o‚Äú unter der Herrschaft der Krone von Kastilien sei. Die Portugiesen unterhielten mit drei St√§mmen im Norden der Insel gute Kontakte, w√§hrend Hern√°n Peraza, der seit 1447 die Befestigungsanlage Torre de San Sebasti√°n de La Gomera bauen lie√ü, mit der Unterst√ľtzung der Ureinwohner des Stammes der Hipal√°n rechnen konnte. Nach internationalen Vereinbarungen von 1454 verzichten die Portugiesen einstweilig auf die Kontrolle der Inseln und r√§umten die von ihnen angelegten St√ľtzpunkte.

Hern√°n Peraza Martel (Hern√°n Peraza der √Ąltere) starb 1452. Seine Erbin In√©s Peraza de las Casas war mit Diego Garc√≠a de Herrera y Ayala verheiratet und Mutter mehrerer Kinder. Wegen der Unsicherheit der Herrschaft √ľbernahmen sie und ihr Mann erst 1454 nach einem Umzug von Sevilla nach Lanzarote die tats√§chliche Herrschaft √ľber die Insel. Im Jahr 1477 wurde die Herrschaft √ľber La Gomera dem zweit√§ltesten Sohn Hern√°n Peraza (dem J√ľngeren) √ľbergeben, der sich auf Gomera niederlie√ü. Am 26. Mai 1478 bezeichneten die K√∂nigin und der K√∂nig von Kastilien Hern√°n Peraza in einem Brief als Herren der Insel La Gomera. Er erweiterte das Abkommen mit dem Stamm der Hipal√°n durch die Einbeziehung des Stammes der Mulagua und begann daraufhin Gomeros der anderen St√§mme zu versklaven, ‚Äěobwohl sie Christen waren, die Sakramente erhielten und den Zehnt auf die Ernten und die Tierhaltung entrichteten.‚Äú Das f√ľhrte zu Aufst√§nden der Ureinwohner auf der Insel. Auf die Bitte Hern√°n Perazas kam im Jahr 1484 Pedro de Vera mit einigen hundert M√§nnern auf zwei Karavellen von Gran Canaria nach San Sebasti√°n de La Gomera, weitere Schiffe zur Verst√§rkung kamen von Fuerteventura. Pedro de Vera fand Hern√°n Peraza belagert von aufst√§ndischen Gomeros. Die im Kampf um die Insel Gran Canaria erfahrenen Soldaten Pedro de Veras nahmen nach kurzer Zeit einen gro√üen Teil der Aufst√§ndischen gefangen. Pedro de Vera kehrte mit mehr als zweihundert Gomeros als Sklaven nach Gran Canaria zur√ľck. Der Bischof der Kanarischen Inseln Juan de Fr√≠as protestierte gegen das gewaltt√§tige Vorgehen. Pedro de Vera rechtfertigte sein Vorgehen, vermutlich 1486, vor einem Gerichtshof in Sevilla. Von den Sklaven von La Gomera wurde nicht mehr gesprochen.

Ermordung Hern√°n Perazas

Im Jahr 1488 wurde Hern√°n Peraza (der J√ľngere) get√∂tet, als er sich bei seiner Geliebten Yballa, einer Ureinwohnerin Gomeras befand. Der Tod des Herren der Insel war der Auftakt zu einem Aufstand, der nicht von allen Ureinwohner unterst√ľtzt wurde. Die Hipal√°n, auf deren Gebiet San Sebasti√°n de La Gomera lag, schlossen sich nicht an und erm√∂glichten der Witwe des Ermordeten, die sich mit ihren Kindern in die Torre del Conde in San Sebastian gefl√ľchtet hatte, die Kommunikation mit der K√∂nigin und dem K√∂nig von Kastilien, mit In√©s Peraza, der Mutter des Ermordeten auf Lanzarote und Pedro de Vera, dem Gouverneur von Gran Canaria, der bereits vier Jahre vorher auf La Gomera eingegriffen hatte. Die K√∂nigin und der K√∂nig von Kastilien ordneten am 4. M√§rz 1489 an, dass Pedro de Vera die Witwe Beatriz de Bobadilla und ihre Schwiegermutter dabei unterst√ľtzen solle, die B√ľrger zu strafen, die sich gegen ihren Herren Hern√°n Peraza erhoben und ihn ermordet hatten. Pedro de Vera kam im Fr√ľhjahr 1489 mit 400 altgedienten Soldaten auf sechs Schiffen nach La Gomera. Nach einer Beratung zwischen ihm und Beatriz de Bobadilla wurden alle Gomeros aufgefordert in San Sebasti√°n an einer Trauerfeier f√ľr den verstorbenen Hern√°n Peraza teilzunehmen. Es fanden sich viele Unvorsichtige ein. Das zeigte, dass sich die Gomeros nicht zusammen als im Kriegszustand befindlich ansahen. Pedro de Vera verk√ľndete, dass alle Mitglieder der St√§mme der Orone und Agana f√ľr den Mord an ihrem Herren verantwortlich und als Verr√§ter zum Tod verurteilt seien. Daraufhin wurde das Urteil vollstreckt und etwa 500 M√§nner zum Teil auf bestialische Weise umgebracht. Die Frauen und Kinder wurden als Sklaven auf die anderen Inseln und nach Europa gebracht. Die genaue Zahl der verkauften Sklaven ist nicht bekannt, es m√ľssen ungef√§hr vierhundert gewesen sein.

Der Verkauf der Sklaven in Europa verlief nicht problemlos. Moss√®n √áalba, der Gouverneur der Insel Mallorca, die damals unter der Herrschaft der Krone von Aragonien stand, widersetzte sich dem Verkauf von 91 Gefangenen von Bord des Schiffes Santa Maria de la Antigua. Die durch den Gouverneur vorgebrachten Gr√ľnde waren einerseits das Fehlen einer ausdr√ľcklichen Erlaubnis daf√ľr und andererseits der Verdacht, dass sie Christen waren und nicht in einem ‚Äěguten Krieg‚Äú gefangen wurden. Der Bischof der Kanarischen Inseln Miguel L√≥pez de la Serna informierte die K√∂nigin von Kastilien √ľber die Gewalttaten an den Gomeros, ihren Untertanen, die Christen waren und frei wie alle Kastilier. Die K√∂nigin und der K√∂nig von Kastilien ordneten, nachdem sie den K√∂niglichen Rat geh√∂rt hatten, die Freilassung der Gefangenen an. Sie ernannten Pedro D√≠az de Toledo y Ovalle den Bischof von M√°laga und Miguel L√≥pez de la Serna, den Bischof der Kanarischen Inseln, zu Beauftragten f√ľr die Durchsetzung dieser Anordnung. Die R√ľckf√ľhrung der versklavten Gomeros verlief sehr schleppend, weil an ihren Aufenthaltsorten ihre Herkunft meist unbekannt war. K√∂nigin Isabella lie√ü durch den K√∂niglichen Rat einen Prozess gegen Pedro de Vera und Beatriz de Bobadilla er√∂ffnen, ihnen wurde auferlegt, je eine halbe Million Maraved√≠es zu hinterlegen, um damit die gutgl√§ubigen K√§ufer der zu Unrecht als Sklaven verkauften Gomeros zu entsch√§digen. Die Prozesse selbst verliefen allerdings ohne Ergebnis.

Ende der Herrschaft der Grafen von Gomera

1837 wurde die Insel anstelle der einheimischen Grafenfamilie direkt der spanischen Krone unterstellt. Die meisten Gomeros blieben weiterhin schlecht bezahlte Pächter oder Tagelöhner auf den grundherrschaftlichen Plantagen. 1852 wurden die Kanaren zur Freihandelszone erklärt und damit als internationaler Warenumschlagplatz interessant.

Die auf den Opuntien lebenden Cochenille-Schildläuse lieferten begehrte und hoch gehandelte rote Farbstoffe. Mit der Erfindung synthetischer Farbstoffe brach kurze Zeit später die viel aufwändigere Cochenille-Produktion zusammen. Vor diesem Hintergrund wirtschaftlicher Not kam es Ende des 19. Jahrhunderts zur zweiten Auswanderungswelle, vor allem nach Kuba und Venezuela.

1974 gab es ersten regelmäßigen Fährverkehr zwischen Los Cristianos auf Teneriffa und San Sebastián de la Gomera.

1975 kam es nach dem Tod des spanischen Diktators Francisco Franco zu einer Demokratisierung unter dem spanischen König Juan Carlos. Die Canarios wählten erstmals ein regionales Parlament und erhielten eine eigene regionale Regierung. Im Jahr 1982 erhielten die Kanaren den Autonomiestatus, unterteilt in die Provinzen Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife, zu der La Gomera gehört.

Verwaltung

La Gomera gehört zur spanischen Provinz Santa Cruz de Tenerife in der seit 1982 bestehenden Spanischen Autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln, und damit seit 1986 zur EU. Die Hauptstadt der Insel ist San Sebastián de La Gomera, die Landessprache ist Spanisch. La Gomera besitzt einen eigenen Inselrat, den Cabildo Insular, und ist in die sechs Gemeinden Agulo, Alajeró, Hermigua, San Sebastián de La Gomera, Valle Gran Rey und Vallehermoso gegliedert. Präsident des Inselrats ist seit 1991 Casimiro Curbelo Curbelo (zuletzt 2015 wiedergewählt).

Allgemeines

La Gomera geh√∂rt mit etwa elf Millionen Jahren zu den √§lteren der Kanarischen Inseln. Ihr vulkanischer Ursprung ist noch sehr gut sichtbar. Die Entstehungsgeschichte ist im Artikel Kanarische Inseln ausf√ľhrlich beschrieben. Inmitten der Insel gedeiht der gr√∂√üte noch zusammenh√§ngende Lorbeerwald der Erde. Mit den eng zusammenstehenden Vulkanschloten geh√∂rt er zum Nationalpark Garajonay, der UNESCO-Weltnaturerbe ist. H√∂chste Erhebung der Insel ist der gleichnamige Garajonay mit 1.487¬†Metern H√∂he.

Zu den Besonderheiten La Gomeras geh√∂rt die weltweit nur hier existierende Pfeifsprache der Gomeros, El Silbo, die schon von den Ureinwohnern zur Verst√§ndigung genutzt worden sein soll. Sie hat den Vorteil, auch √ľber gro√üe Distanz geh√∂rt zu werden, was den Gomeros zu einer einfachen Verst√§ndigung √ľber ihre weiten T√§ler (Barrancos) verhalf und verhilft. Die UNESCO hat El Silbo 1982 auf die Liste der zu sch√ľtzenden Weltkulturg√ľter gesetzt. Im September 1999 hat die kanarische Inselregierung an allen Grundschulen der Insel La Gomera El Silbo als Pflichtfach eingef√ľhrt, vorher war die Pfeifsprache Wahlfach.

Im bekanntesten Tal der Insel, dem Valle Gran Rey (Tal des gro√üen K√∂nigs), gab es √ľber viele Jahre Hippie-Kommunen, die zum Teil in H√∂hlen an einem Strand wohnten, der so genannten Schweinebucht. Heute wird die Schweinebucht noch zeitweise von einigen Aussteigern f√ľr einen preisg√ľnstigen Urlaub genutzt.

Wirtschaft

In den flachen Gebieten der K√ľstenregionen herrschen Bananenplantagen vor, deren kleine, schmackhafte Fr√ľchte aber nicht f√ľr den Export bestimmt sind. Weitere Landwirtschaft war weit verbreitet, da in h√∂heren Lagen die in den Wintermonaten h√§ufigen Regenf√§lle genutzt werden konnten und im Fr√ľhjahr geerntet wurde. Viele Anbaufl√§chen liegen inzwischen brach, da in den 1960er und 1970er Jahren eine Landflucht stattfand. Auch einige entlegenere D√∂rfer sind verlassen.

Der traditionelle Fischfang verlor wegen der starken Überfischung an Bedeutung; eine große Fischfabrik wurde schon in den 1970er Jahren geschlossen.

Bei Spaniens Eintritt in die Europ√§ische Gemeinschaft 1986 r√§umte man den Kanarischen Inseln einen Sonderstatus mit Absatzgarantie bei Bananen ein, der Ende 1995 auslief. Heute spielt die Landwirtschaft f√ľr den Eigenbedarf in den T√§lern und auf wenigen der Terrassen mit Zitrusfr√ľchten, Obst, Gem√ľse und Wein zwar noch eine Rolle.

Die nicht direkte Erreichbarkeit der Insel und das Fehlen klassischer Str√§nde machen La Gomera f√ľr pauschalen Massentourismus unattraktiv.¬†Stattdessen wird sanfter Tourismus gef√∂rdert, besonders in Form von Wandertouren. Daraus resultiert heute ein akzeptabler Wohlstand f√ľr die lokale Bev√∂lkerung. Zudem konnten viele Orte der Insel ihren urspr√ľnglichen Charakter erhalten.

Energieversorgung

Die Stromversorgung auf La Gomera erfolgt zum gr√∂√üten Teil √ľber ein Dieselkraftwerk des spanischen Energieversorgungsunternehmens Endesa. Acht Aggregate ‚Äď zwei davon mobil ‚Äď liefern in Summe 22,8¬†MW elektrische Leistung. Das Kraftwerk liegt im Industriegebiet von San Sebasti√°n de La Gomera. Die √Ėltanks stehen an einem Berghang nahebei, √ľber Pumpen und Leitungen str√∂mt das Diesel√∂l zum Werk.

Verkehr

Straßennetz

Bis in die 1960er Jahre existierten zwischen den zumeist an der K√ľste gelegenen Orten kaum Stra√üenverbindungen. Alle Waren und Personen gelangten nur per Schiff in die Inselhauptstadt. Seitdem wurde das Stra√üennetz umfangreich ausgebaut. Da es kaum K√ľstenstra√üen gibt, f√ľhren die Verbindungen zwischen den Orten meist √ľber das Landesinnere.

Linienbusse, auf den Kanaren Guaguas genannt, bieten eine preisg√ľnstige Verbindung aller gr√∂√üeren Gemeinden mit der Hauptstadt. Insgesamt verkehren mit Stand von 2018 acht Buslinien auf der Insel, welche die wichtigsten Ortschaften miteinander verbinden. Die meisten Busse fahren dreimal t√§glich; an Sonn- und Feiertagen gibt es eingeschr√§nkten Fahrpl√§ne. Im Juni 2018 wurden sieben neue Linienbusse in Betrieb genommen, welche √ľberwiegend auf den Strecken Valle Gran Rey ‚Äď San Sebastian und Alajer√≥ ‚Äď San Sebastian eingesetzt werden. Zudem wurde, ebenfalls im Juni 2018, eine direkte Verbindung von Valle Gran Rey nach Vallehermoso geschaffen.

Fähren

La Gomera kann mit der Schnellfähre der Reederei Fred Olsen von Los Cristianos oder einer Autofähre der Reederei Naviera Armas erreicht werden.

Von November 2008 bis Februar 2009 bediente die Reederei Garajonay Express eine Schnellbootlinie zwischen Los Cristianos und Vueltas im Valle Gran Rey auf La Gomera, mit Zwischenstopps in San Sebasti√°n de la Gomera und Playa Santiago im S√ľden der Insel. Im M√§rz 2009 √ľbernahm die Reederei Fred. Olsen diese Linie. Seit 1.¬†Februar 2012 ist sie eingestellt.

Im Oktober 2017 wurden neue F√§hrverbindungen nach Valle Gran Rey durch die Reedereien Fred Olsen und Naviera Armas aufgenommen. Die Fred-Olsen-F√§hre, die von San Sebastian nach Playa Santiago und dann nach Valle Gran Rey fuhr, hatte Platz f√ľr 250 Personen. Ein Transport von Fahrzeugen war nicht m√∂glich, ausgenommen kleinere Motorr√§der oder Fahrr√§der. Mit der gro√üen Autof√§hre der Reederei Armas konnte man von Los Cristianos direkt in das Valle Gran Rey fahren. Die knapp 100 Meter lange F√§hre hatte Platz f√ľr 870 Passagiere und 220 Autos. Inzwischen wurden beide F√§hrverbindungen zum Valle Gran Rey wieder eingestellt.

Flugverkehr

Der erst im Jahr 1999 er√∂ffnete Flughafen La Gomera liegt bei Playa Santiago in der Gemeinde Alajer√≥. Die Landebahn ist zu kurz f√ľr internationale Chartermaschinen, daher dient der Flughafen nur dem regionalen Verkehr. Die Kanarische Fluggesellschaft Binter Canarias bietet regelm√§√üige Verbindungen auf alle anderen kanarischen Inseln an, aber auch in andere Destinationen wie Marrakesch, Madeira oder die Kapverden.

Wanderwege

F√ľr Wanderer gibt es ein ausgedehntes, √ľberwiegend beschildertes Wanderwegenetz, das alle Inselteile¬†‚Äď teils mit betr√§chtlichen H√∂henunterschieden¬†‚Äď miteinander verbindet.

Literatur

  • Juan Francisco Navarro Mederos et al.: La Gomera ‚Äď Entre bosques y taparuchas. Hrsg.: Julio Afonso-Carrillo. Instituto de Estudios Hisp√°nicos de Canarias, Puerto de la Cruz 2016, ISBN 978-84-617-4752-8 (spanisch, PDF [abgerufen am 27.¬†Juli 2018]).¬†
  • Brigitte Kramer: La Gomera ‚Äď Die Olsenbande. In: Mare. Nr.¬†80, 2010 (spiegel.de [abgerufen am 8.¬†Februar 2020] zur wirtschaftlichen Situation).¬†

Weblinks

  • Verwaltung der Insel La Gomera (spanisch)
  • Bilder von geologischen Strukturen und Verwitterungsformen

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Spanien Spanien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 28.22334
südlichster Punkt: 28.011377
westlichster Punkt: -17.3693849
östlichster Punkt: -17.0912929


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
472 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
71 km
 
La Gomera: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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