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Gebirge Karte: Stubaier Alpen

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Stubaier Alpen

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Die Stubaier Alpen sind eine Gebirgsgruppe in den zentralen Ostalpen. Sie befinden sich s├╝dwestlich von Innsbruck zwischen dem Wipptal (Brennerpass), dem ├ľtztal und dem Passeier. Anteil haben ├ľsterreich mit dem Bundesland Tirol und Italien mit der Provinz S├╝dtirol.

Geographie

Benannt sind die Stubaier Alpen nach dem Stubaital, das von s├╝dlich Innsbruck s├╝dwestw├Ąrts tief in die Gruppe vordringt.

Bedeutende Teile der Stubaier Alpen weisen eine Vergletscherung auf. Der n├Ârdliche Teil rund um das Sellraintal und das K├╝htai ist nur noch gering vergletschert und ein beliebtes Skitourenziel (Zischgeles, Lampsenspitze, Pirchkogel, Sulzkogel). Das Hochstubai rund um das hintere Stubaital ist noch stark vergletschert und ein klassisches Hochtourengebiet. Dort findet sich auch ein Gletscherskigebiet, der sogenannte Stubaier Gletscher.

Zusammen mit den westlich benachbarten ├ľtztaler Alpen, mit denen sie am Timmelsjoch verbunden sind, bilden die Stubaier Alpen eine der gr├Â├čten Massenerhebungen der Ostalpen.

Umgrenzung und benachbarte Gebirgsgruppen

In der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE) haben sie die Nummer 31. Als Umgrenzung ergibt sich folgende Linie:

  • im Norden der Inn
    • im Nordwesten von Einm├╝ndung ├ľtztaler Ache (bei ├ľtztal-Bahnhof) bis zur M├╝ndung des Niederbachs in Dirschenbach bei Inzing zur Mieminger Kette┬á(AVE┬á4) der N├Ârdlichen Kalkalpen
    • im Nordosten Inn weiter bis Innsbruck zum Karwendel┬á(AVE┬á5) der N├Ârdlichen Kalkalpen
  • im Osten das Wipptal:
    • im Nordosten Sill bis Einm├╝ndung Schmirnbach (Schmirntal) bei St.┬áJodok zu den Tuxer Alpen┬á(AVE┬á33)
    • im S├╝dosten Sill zum Brenner ÔÇô Eisack bis Sterzing zu den Zillertaler Alpen┬á(AVE┬á35)
  • im S├╝den unterer Ridaunbach ÔÇô Jaufenbach (Jaufental) ÔÇô Jaufenpass ÔÇô St.┬áLeonhard in Passeier zu den Sarntaler Alpen┬á(AVE┬á32, dort noch zu den zentralen Ostalpen gerechnet)
  • im Westen Passeiertal ÔÇô Timmelsjoch ÔÇô Timmelsbach ÔÇô Gurgler┬áAche ÔÇô ├ľtztaler┬áAche (das ganze ├ľtztal) bis M├╝ndung in den Inn zu den ├ľtztaler Alpen┬á(AVE┬á30)

Untergruppen

Der Alpenvereinsf├╝hrer Stubaier Alpen teilt die Gebirgsgruppe in 15 Untergruppen ein:

Gipfel

Die 10 h├Âchsten Gipfel der Stubaier Alpen:

In den Stubaier Alpen gibt es knapp 500 benannte und mit H├Âhenkote versehene Gipfel. Zu den bekannteren geh├Âren (geordnet nach der H├Âhe):

Geologie

Der gr├Â├čte Teil der in den Stubaier Alpen vorkommenden Gesteine geh├Ârt dem ├ľtztal-Stubai-Kristallin an, das gro├če ├ähnlichkeiten mit dem Silvretta-Kristallin aufweist. Vorherrschende Gesteine im ├ľtztal-Stubai-Kristallin sind verschiedene Gneise. Begleitet werden diese Gneise unter anderem von Glimmerschiefern und Amphiboliten, die zum Teil auf ehemalige Tuffe und Tuffite zur├╝ckgehen. Eine Besonderheit stellt der Winnebachgranit dar, der im Bereich der Winnebachseeh├╝tte und am G├Ąnsekragen vorkommt. Es ist ein in variszischer Zeit teilweise aufgeschmolzenes Gestein, ein sogenannter Migmatit. Die teilweise deutlich ├Ąlteren Gesteine des ├ľtztal-Stubai-Kristallins wurden in variszischer Zeit metamorph ├╝berpr├Ągt.

Im Ostteil der Stubaier Alpen liegen dem ├ľtztal-Stubai-Kristallin nur leicht metamorph ver├Ąnderte Sedimentgesteine auf, das Brennermesozoikum. Es reicht etwa von der Perm-Trias-Grenze zumindest bis ins Jura empor, wobei den gr├Â├čten Teil des Gesteins Dolomite der mittleren und oberen Trias darstellen. In diese Dolomite ist ein Band aus Raibler Schichten eingelagert, an dem sich der im Brennermesozoikum von Norden nach S├╝den hin zunehmende Metamorphosegrad deutlich ablesen l├Ąsst. W├Ąhrend dieses Band im Norden vorwiegend aus Tonschiefern besteht, geht es in Richtung S├╝den in Glimmerschiefer ├╝ber. Ebenfalls zum Brennermesozoikum geh├Ârt die Blaserdecke, eine kleine, tektonisch auflagernde Einheit, die etwa den Bereich von der Kesselspitze bis zum Blaser umfasst. Berge die aus Gesteinen des Brennermesozoikums aufgebaut werden sind unter anderem die Kalkk├Âgel, der Serleskamm, die Tribulaune oder der Telfer Wei├če.

Im Raum zwischen dem Gschnitztal und dem Pflerschtal tritt ├╝ber dem Brennermesozoikum eine weitere tektonische Einheit auf: Die Steinacher Decke. Sie besteht vor allem aus Quarzphyllit mit Einschl├╝ssen von Eisendolomit. Im Hangenden dieser Decke finden sich Quarzkonglomerate mit anthrazitf├╝hrenden Fl├Âzen. Pflanzenfossilien aus diesen Fl├Âzen, die am N├Â├člachjoch gefunden wurden, sind dem Oberen Karbon zuzuordnen.

Eine weitere erw├Ąhnenswerte Einheit bildet der Schneebergerzug. Diese etwa f├╝nf Kilometer breite Einheit setzt westlich von Sterzing ein und reicht bis zur Texelgruppe. Aufgebaut wird er vor allem aus Glimmerschiefern weiters aus Marmoren und Quarziten. Die Gesteine stellen Sedimente dar, die im Pal├Ąozoikum dem kristallinen Untergrund aufgelagert wurden und in der Kreidezeit vor etwa 80 Millionen Jahren metamorph ├╝berpr├Ągt wurden. Diese Schneeberger Metamorphose zeichnet auch verantwortlich f├╝r die metamorphe ├ťberpr├Ągung des Brennermesozoikums und ist auch in den angrenzenden Teilen des Altkristallins nachweisbar.

Die Randterrassen zum Inntal, das Tiroler Mittelgebirge, sind eine periglaziale Schuttlandschaft, die auch reich an glazialmorphologischen Erscheinungen, wie Toteisresten, ist.

Tektonik

Charakteristisch f├╝r das ├ľtztal-Stubai-Kristallin sind flach liegende Faltenachsen im Nordteil und steil stehende Faltenachsen im S├╝dteil, man spricht hier von Schlingentektonik, die erdgeschichtlich auf die variszische Zeit zur├╝ckgeht. An St├Ârungssystemen sind im Stubai-├ľtztal-Kristallin vor allem die in SW-NO-Richtung hervorzuheben, die am l├Ąngsten zu verfolgen sind, besonders auffallend ist etwa das Matscher-Tal-Stubaital-St├Ârungssystem.

Tourismus

In den Stubaier Alpen gibt es die folgenden H├╝tten des Deutschen, ├ľsterreichischen und Italienischen Alpenvereins sowie des Landes S├╝dtirol:

Die Stubaier Alpen erreicht man durch das Stubaital, das ├ľtztal, das Gschnitztal und das Sellraintal bzw. von S├╝dtirol her durch das Passeiertal, das Ridnauntal und das Pflerschtal.

Der Stubaier H├Âhenweg ist ein H├Âhenwanderweg von etwa 120┬ákm L├Ąnge, der acht H├╝tten beiderseits des Stubaitals miteinander verbindet.

Literatur

  • Walter Klier: AVF alpin Stubaier Alpen, Bergverlag Rother, Ottobrunn, ISBN 3-7633-1271-4
  • Heinz Zak: Stubai. Die Berge und das Tal, Tyrolia Verlag, 2016, ISBN 3-7022-3525-6

Karten

  • Alpenvereinskarte Nr. 31/1, 31/2, 31/3. Stubaier Alpen. Deutscher Alpenverein: M├╝nchen (1:25.000)
  • Kompass-Karte Nr. 83. Stubaier Alpen (1:50.000).
  • Freytag & Berndt Wanderkarte Nr. 241. Innsbruck, Stubai-Sellrain-Brenner (1:50.000).

Weblinks

  • Ruhegebiet Stubaier Alpen

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

AVE (Alpenvereinseinteilung der Ostalpen): 31

Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (2):
├ľsterreich ├ľsterreichItalien Italien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 47.308801
südlichster Punkt: 46.810757
westlichster Punkt: 10.84144600
östlichster Punkt: 11.50800700


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
1724 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
179 km
 
Stubaier Alpen: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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