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Gebirge Karte: Zillertaler Alpen

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Zillertaler Alpen

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Die Zillertaler Alpen sind eine Gebirgsgruppe der Zentralen Ostalpen. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Zillertaler Alpen befindet sich im österreichischen Bundesland Tirol, gefolgt von der italienischen Provinz SĂŒdtirol und einem kleinen Teil im österreichischen Bundesland Salzburg. Die Zillertaler Alpen erreichen auf ihrem Hauptkamm Berghöhen von ĂŒber 3500 Metern, ihr höchster Berg ist der Hochfeiler.

Benachbarte Gebirgsgruppen

Die Zillertaler Alpen grenzen an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:

  • Tuxer Alpen (im Norden)
  • KitzbĂŒheler Alpen (im Nordosten)
  • Venedigergruppe (im Osten)
  • Rieserfernergruppe (im SĂŒdosten)
  • Dolomiten (im SĂŒden)
  • Sarntaler Alpen (im SĂŒdwesten)
  • Stubaier Alpen (im Westen)

Umgrenzung

Die Grenze im Norden verlĂ€uft von St. Jodok am Brenner entlang des Schmirntals und des Kaserer Winkls zum Tuxer Joch. Von dort geht es entlang des Tuxertals bis Mayrhofen und entlang des Zillertals flussabwĂ€rts bis Zell am Ziller. Anschließend verlĂ€uft die Grenze entlang des Gerlostals ĂŒber den Gerlospass und entlang der Salzach bis zur EinmĂŒndung der Krimmler Ache. Im Osten bildet das Krimmler Achental die Grenze von Krimml bis zur BirnlĂŒcke. Im SĂŒdosten verlĂ€uft die Grenze von der BirnlĂŒcke entlang des Tauferer Ahrntals bis Bruneck im Pustertal. Die Grenze im SĂŒden wird vom Pustertal gebildet von Bruneck entlang der Rienz flussabwĂ€rts bis zur EinmĂŒndung in den Eisack. Im Westen verlĂ€uft die Grenze durch das Wipptal zunĂ€chst dem Eisack entlang talaufwĂ€rts zum Brennerpass und anschließend der Sill entlang abwĂ€rts bis zur EinmĂŒndung des Schmirnbachs.

Die BirnlĂŒcke, 2665 m, verbindet die Zillertaler Alpen mit der Venedigergruppe. Der Brennerpass, 1374 m, stellt die Verbindung mit den Stubaier Alpen her. Das Tuxer Joch, 2338 m, verbindet die Zillertaler Alpen mit den Tuxer Alpen und der Gerlospass, 1531 m, mit den KitzbĂŒhler Alpen.

Der Hauptkamm mit den höchsten Gipfeln der Zillertaler Alpen verlĂ€uft in ost-westlicher Richtung. Er trĂ€gt seit dem Inkrafttreten des Friedensvertrags von Saint-Germain 1920 die Staatsgrenze zwischen Italien und Österreich.

Geologie

Die Zillertaler Alpen liegen vor allem im penninischen Tauernfenster und bestehen hauptsĂ€chlich aus Granitgneis (Zentralgneis des Zillertaler Kerns) und Gesteinen der Oberen SchieferhĂŒlle. Die HochtĂ€ler, bezeichnet als GrĂŒnde, werden mit Stauseen zur Erzeugung von ElektrizitĂ€t per Wasserkraft genutzt. Das Gebiet der Zillertaler Alpen ist als Naturpark unter Schutz gestellt, da hier bedrohte Tier- und Pflanzenarten noch heimisch sind.

Gletscher

Zahlreiche Gletscher bedecken ab einer Höhe von etwa 2500 mÂ ĂŒ. A. besonders die nördlichen Bereiche, sind aber durch die globale ErwĂ€rmung stark im Schwinden begriffen. Im SĂŒdtiroler Teil der Zillertaler Alpen liegen die Gletscher höher und sind kleiner. Einige der höchsten Dreitausender im Hauptkamm können daher von SĂŒden her „eisfrei“ begangen werden.

FĂŒr die Zillertaler Alpen werden nach unterschiedlichen Erhebungsmethoden folgende GletscherflĂ€chen angegeben:

  • österreichischer Anteil: 116,6 kmÂČ fĂŒr 1850 und 61,2 kmÂČ fĂŒr 1969 bzw. 66 kmÂČ fĂŒr 1969 und 51 kmÂČ fĂŒr 1999
  • italienischer Anteil: 37,2 kmÂČ fĂŒr 1850 und 14,6 kmÂČ fĂŒr 1997

Im 150-jÀhrigen Beobachtungszeitraum zw. 1850 und 2000 hat sich die GletscherflÀche in den Zillertaler Alpen um rund 60 % verringert.

Die Tabelle zeigt die grĂ¶ĂŸten Gletscher nördlich des Alpenhauptkammes:

Untergruppen

Die Zillertaler Alpen werden in die folgenden Untergruppen unterteilt:

  • Tuxer Hauptkamm
  • Zillertaler Hauptkamm und SeitenkĂ€mme
    Eine weitere Unterteilung erfolgt in: Hauptkamm, Hochstellerkamm, Greinerkamm, Mörchner- und Ingentkamm, Floitenkamm, Ahornkamm, Riblerkamm, Magnerkamm, MĂŒhlwalder Kamm.
  • Reichenspitzgruppe und östliche ZillerkĂ€mme
    Eine weitere Unterteilung erfolgt in: Reichenspitzkamm, Gerloskamm, Schönachkamm, Wimmerkamm, Schwarzachkamm, Zillerkamm.
  • Pfunderer Berge
    Eine weitere Unterteilung erfolgt in: Kreuzspitzkamm, Plattspitzkamm, Wurmaulkamm, Grubbachkamm.

Bedeutende Gipfel

Geschichte

Urgeschichte

Bereits JĂ€ger, Sammler und Hirten der Steinzeit nutzten den hochalpinen Raum der Zillertaler Alpen fĂŒr die sommerliche Jagd, aber auch als Abbaurevier fĂŒr Bergkristall, der als hochwertiges Tauschgut gehandelt wurde. Allerdings sind nur wenige Spuren und Artefakte prĂ€historischer Kulturen fĂŒr den Nordtiroler Teil der Zillertaler Alpen bekannt:

Aus der Mittelsteinzeit stammen Funde von Hornstein und Flint am Tuxer Joch, 2338 m. Im Bereich Pfitscherjoch, 2270 m, wurden mehrere Fundstellen mit Spuren (Bergkristall und Feuerstein, spĂ€ter aber auch Speckstein) von JĂ€gern und Hirten entdeckt. Diese belegen die Begehung dieses hochalpinen Übergangs durch den Menschen in der Mittelsteinzeit, der Jungsteinzeit und in der Eisenzeit. Am Tuxer Joch wurde ein bronzezeitlicher Gebrauchsgegenstand entdeckt, im Zemmgrund eine bronzezeitliche Feuerstelle mit Bergkristallobjekten im Bereich der Schwarzensteinalm auf 2185 m. Durch diese Feuerstelle wird der pollenanalytisch festgestellte massive Eingriff des Menschen in die subalpine Waldstufe des oberen Zemmgrunds wĂ€hrend der Bronzezeit archĂ€ologisch bestĂ€tigt.

Kupferbergbau ist auf der Kelchalm in den KitzbĂŒheler Alpen nachgewiesen. Im vorderen Zillertal fanden sich bisher nur erheblich spĂ€tere Artefakte. Sie gehören der Urnenfelderkultur an und stammen aus der Zeit zwischen 1200 und 800 v. Chr., damit aus der spĂ€ten Bronzezeit. So fand man bei Strass am Steilhang unterhalb der Wallfahrtskirche von Maria Brettfall und nördlich der Wiese ein bronzenes Schwert und einen Angelhaken. In der Eisenzeit erstreckte sich das Gebiet der Fritzens-Sanzeno-Kultur, die mit den RĂ€tern assoziiert wird, zum einen ĂŒber Nordtirol. Diese Kultur löste um 600 v. Chr. dort die Inntalkultur ab. Zum anderen lĂ€sst sie sich fĂŒr SĂŒdtirol belegen, wo sie auf die Laugen-Melaun-Kultur folgte.

Römer, Bajuwaren

Bis zur Donau im Norden und zum Zillertal im Westen reichte das Königreich Norikum. Drusus zog 15 v. Chr. mit einem Heer ĂŒber den Brennerpass in das Gebiet nördlich der Alpen. Mit der Eroberung des Raumes sĂŒdlich der Donau richteten die Römer dort Provinzen ein. Dabei bildete das Zillertal die Grenze zwischen Raetia und Noricum.

Um 560, als der oströmische Feldherr Narses Italien zurĂŒckeroberte, lebten im Tal Bajuwaren.

Christianisierung, BistĂŒmer SĂ€ben und Salzburg, Bergbau

Die Grenze zwischen den BistĂŒmern SĂ€ben-Brixen (heute Innsbruck) im Westen und Salzburg im Osten verlief durch das Zillertal. EisenlagerstĂ€tten waren im Bereich des Zillertals zwar abbauwĂŒrdig, doch blieb das innere Zillertal noch unbesiedelt.

Die Privilegien Karls des Großen fĂŒr das Erzstift Salzburg fanden auch im Zillertal Anwendung. Das Zillertal („pagus qui dicitur Cilarestale“) erhielten die Salzburger 889 durch Schenkung. Einer der Vögte dieser Besitzungen war Hugo von Taufers, der 1232 auf die Vogtei zugunsten des Erzstiftes verzichtete. Im SpĂ€tmittelalter verĂ€nderte der Silber- und Kupferbergbau im Schwazer Revier die regionalen LebensverhĂ€ltnisse. Schwaz, das 1312 vielleicht 200 Einwohner hatte, wies gegen Ende des 15. Jahrhunderts 15.000 bis 20.000 Einwohner auf. Im Bergrevier Ringenwechsel, mit Teilrevieren wie Burgstall, Rotenstein oder Trogbach, das sich vom Bucherbach bis zum Zillertal erstreckte, wurde der Bergbau 1435 begonnen. 1526 gab es 26 Stollen mit ca. 1900 Mann Belegschaft. Dennoch war das Falkensteiner Revier das bedeutendste in den Alpen.

Pest (1611/12), Niedergang des Bergbaus, Verarmung

Doch 1611 bis 1612 traf Tirol die Pest. Im Juni 1611 erreichte Erzherzog Maximilian III. ein Brief, in dem die Forderung aufgestellt wurde, es sollte eine Wache an der ZillerbrĂŒcke aufgestellt werden, damit niemand mehr aus dem Zillertal herauskommen könnte. Jakob Wippershauser, dem Salzburger Propst im Zillertal, sollte nahegelegt werden, seinen Untertanen das Verlassen des Tals zu untersagen, das sowieso abgesperrt war. Viele der Arbeiter im Zillertal arbeiteten jedoch im Schwazer Bergbau, so dass sich dieser nur schwer von diesem RĂŒckschlag erholen konnte. Die Region insgesamt litt unter dem RĂŒckgang des Bergbaus. 1645 kam es zu einem Aufstand der Zillertaler Bauern gegen zu hohen Steuern, vier Jahre spĂ€ter kam es zum großen Knappenaufstand im Schwazer Revier.

SpĂ€testens im 17. Jahrhundert begannen als „ÖltrĂ€ger“ bezeichnete HĂ€ndler, KrĂ€uter und Salben in die Nachbargebiete auszufĂŒhren. Dabei war um 1700 der Theriak des BartholomĂ€us Hauser aus Stumm als Universalheilmittel berĂŒhmt.

Die Aufteilung zwischen den BistĂŒmern hatte zur Folge, dass die Bedeckung der DĂ€cher im Westen durch rote Ziegel erfolgte, im Osten durch Kupfer, das sich grĂŒn verfĂ€rbte. Das Erzbistum Salzburg verfĂŒgte ĂŒber deutlich grĂ¶ĂŸere materielle Ressourcen als sein Nachbar.

Gegenreformation, Vertreibung der Protestanten (1731, 1837)

1674 berichtete der Pfarrvikar von Mayrhofen nach Salzburg, dass „fast alle bis auf etliche Wenige mit der Lehre Luthers befleckt“ seien. Dies, obwohl die Salzburger Erzbischöfe die Gegenreformation forciert und 1588 einen ersten Versuch unternahmen, die Protestanten aus ihrem Machtbereich zu vertreiben. Doch gelang ihnen dies fast nur in Salzburg. Doch im 17. Jahrhundert spitzte sich der Konflikt immer wieder zu. 1684/85 mussten rund 800 Protestanten aus dem salzburgischen Defereggental in Osttirol ihre Heimat verlassen, 1731 wurden die 10 bis 20.000 Protestanten aus dem FĂŒrsterzbistum Salzburg vertrieben. 1781 erging jedoch ein Toleranzedikt, so dass die Zillertaler Protestanten geduldet wurden.

Ein Großteil des Zillertals gehörte zum Hochstift Salzburg; sie wurden von den beiden Pfleggerichten Zell und FĂŒgen verwaltet. Am Taleingang gehörten jedoch Bruck (Landgericht Rattenberg), Strass und Schlitters (Landgericht Rottenburg) zur Grafschaft Tirol, zu der darĂŒber hinaus zwei kleine Enklaven im mittleren Talabschnitt gehörten, nĂ€mlich die einen eigenen Gerichtsbezirk bildende Hofmark Stumm (Stumm, Stummerberg) sowie die Gebiete um Uderns und Ried, die dem Tiroler Landgericht Rottenburg unterstanden. 1780 hatte das Zillertal etwa 17.000 Einwohner, davon waren 3.000 Tiroler und 14.000 Salzburger. Um 1830 zĂ€hlte die Erzdiözese Salzburg dort 8.114 und die Diözese Brixen 8.985 Angehörige.

Besonders in der Pfarre Zell, in Mayrhofen, der Kuratie Hippach und in Taxenbach bildeten sich Zellen der protestantischen Gruppen. Als ihre fĂŒhrenden Köpfe galten Johann Fleidl, Christian Brugger, BartlmĂ€ Heim, AndrĂ€ und Adam Egger, Matthias und Josef Kreidl, Josef Gruber, Jakob Hanser, Josef Kröll und Matth. Schiestl. 1829 traten sechs der elf Protestanten aus der katholischen Kirche aus. Registriert waren allerdings bereits 10 bis 12 „Abgefallene“ in Hippach, etwa 20 in Zell und 6 in Mayrhofen. 1832 und 1835 versuchten einige von ihnen beim Kaiser und beim Erzherzog vergeblich die Anerkennung ihrer Gemeinde zu erreichen. 1837 wurden diese Zillertaler Inklinanten, die der Vertreibung von 1731 entgangen war, vertrieben. Zwischen dem 31. August und dem 4. September 1837 verließen 427 Zillertaler die Region, von denen 416 in das niederschlesische Erdmannsdorf (spĂ€ter Zillerthal-Erdmannsdorf, heute MysƂakowice) gingen, die ĂŒbrigen nach KĂ€rnten und in die Steiermark. Am 31. August 1837 zogen die Protestanten aus Zell, am 1. September aus Brandberg, am 3. September aus Finkenberg und am 4. September aus Hippach aus.

Der Spanische Erbfolgekrieg von 1701 bis 1714 traf auch das Zillertal, denn dabei wurde erneut der Bergbau schwer getroffen. Die Gewerke im Zillertal machten EntschĂ€digungsansprĂŒche geltend. Zwar wurde die jĂ€hrliche Eisenfron reduziert, dazu erhielten sie die Gewerke Klemm und Pillersee zugesprochen, doch hatten auch sie gleichfalls partiell Schaden genommen.

Modernisierung der Verwaltung, Salzburger Zillertal an Tirol (1816)

Laut Steuerkataster von 1779 waren Finkenberg und Brandberg frĂŒher eine eigene Hauptmannschaft oder Gemeinde als Mayrhofen, das diesen Status erst 1801 erlangte. Am 2. August 1809 fielen bayerische Truppen zum zweiten Mal ins Zillertal ein. 1816 kam das salzburgische Zillertal an Tirol und damit an Österreich.

Forschungs- und Erschließungsgeschichte

Die erste ĂŒberlieferte wissenschaftlich-geografische Darstellung der Zillertaler Alpen erschien im Atlas Tyrolensis von Peter Anich und Blasius Hueber aus dem Jahr 1774. Dort tauchten bereits die Namen mehrerer hoher Berge auf, die jedoch erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts bestiegen und vermessen wurden. Die erste Beschreibung der Zemmgrundgletscher, Waxegg-, Horn- und Schwarzensteinkees, stammt von Franz von Paula Schrank und Karl von Moll, die 1783 eine Exkursion in den hochalpinen Bereich der Zillertaler Alpen unternahmen und ihre Erkenntnisse in den Naturhistorische(n) Briefe(n) ĂŒber Oestreich, Salzburg, Passau und Berchtesgaden 1785 veröffentlichten. Auf Anregung von Erzherzog Johann bereiste um 1800 der Mineraloge Gebhard das wegen seiner Mineralienvorkommen seit langem bekannte Gebiet um den Großen Greiner, einem bis 3200 Meter hohen Bergkamm zwischen Schlegeis- und Zemmgrund. Doch alle diese und auch weiteren wissenschaftlichen Exkursionen hatten vordergrĂŒndig nie eine Besteigung der Gipfel zum Ziel.

Erst am 1. September 1840 begann die Epoche, die spĂ€ter als Klassischer Alpinismus bezeichnet wurde. An diesem Tag bestieg Peter Carl Thurwieser die 2973 Meter hohe Ahornspitze bei Mayrhofen. 1843 folgte die Besteigung des Großen Löfflers und des 2767 Meter hohen Dristners, oberhalb von Ginzling, durch den Bergrat Markus Vincent Lipold. In der Folge wurden zahlreiche weitere Begehungen unternommen, das touristische Interesse war geweckt worden. In den Jahren 1852 bis 54 erkannte das MilitĂ€r die Notwendigkeit genauer Karten und begann eine großangelegte Vermessung, auch Triangulation genannt. Zahlreiche Zwei- und Dreitausender des Zillertaler Hauptkamms wurden mit Vermessungsstangen versehen.

Die nĂ€chste Periode, die wieder touristisch geprĂ€gt war und bis etwa 1866 dauerte, leiteten 1858 die Alpinisten Paul Grohmann und Anton von Ruthner ein. Davor, 1856, gelang nur eine bedeutende Erstbesteigung auf die Reichenspitze durch einen anonym gebliebenen Bauern aus Prettau. In den Sommern zwischen 1865 und 67 bestieg Paul Grohmann den Hochfeiler und den Olperer, Ruthner war in den Zillertaler Alpen dagegen nur am Schwarzenstein erfolgreich, sein Verdienst liegt jedoch vor allem in seinen kartografischen Arbeiten und, zusammen mit Grohmann, in der GrĂŒndung des Oesterreichischen Alpenvereins am 19. November 1862.

1865 erschienen die englischen Alpinisten G. H. Fox, Douglas William Freshfield und Francis Fox Tuckett mit ihren BergfĂŒhrern François Devouassoud und Peter Michel in den Zillertaler Alpen und bestiegen erstmals den Großen Möseler. Eine zweite englische Unternehmung im Jahr 1872 mit W. H. Hudson, C. Taylor und R. Pendlebury fĂŒhrte zur ersten in der Literatur anerkannten Besteigung des Turnerkamps. 1867 fĂŒhrte Carl Sonklar in dem Gebiet umfangreiche Vermessungsarbeiten durch.

1879 gelang den BrĂŒdern Otto und Emil Zsigmondy aus Wien die Erstbesteigung des bis dahin fĂŒr „unbezwingbar“ gehaltenen Feldkopfes (Zsigmondyspitze).

Nach der GrĂŒndung des Alpenvereins setzte eine verstĂ€rkte touristische Erschließung der Zillertaler Alpen mit der Anlage von Wegen und dem Bau von SchutzhĂŒtten ein. ZunĂ€chst begann die Sektion Berlin im Jahr 1879 mit dem Bau der Berliner HĂŒtte, die Sektion Prag folgte 1881 mit der OlpererhĂŒtte.

Mit der Fertigstellung der Zillertalbahn im Sommer 1902 wurden die Zillertaler Alpen fĂŒr Reisende leicht erreichbar. Erst mit dem 1930 fertiggestellten Friesenberghaus, das auf eine Initiative von Alpenvereinsmitgliedern zurĂŒckging, die ausgeschlossen worden waren, endete die HĂŒttenneubautĂ€tigkeit. Nachdem nĂ€mlich die Sektion Austria des DuÖAV 1921 einen „Arierparagraphen“ in ihre Satzung aufgenommen hatte, entstand aus Protest gegen den Ausschluss der jĂŒdischen Mitglieder die neue Sektion Donauland, die sich zur drittgrĂ¶ĂŸten österreichischen Alpenvereinssektion entwickelte. Zu deren UnterstĂŒtzung grĂŒndeten 600 Berliner Bergsteiger einen neuen Verein (Deutscher Alpenverein Berlin), der zusammen mit Donauland das Friesenberghaus plante und am 3. Juli 1932 eröffnete.

Naturparks (seit 2006)

Der Kernraum des Gebirgszugs ist auf österreichischer Seite seit 2006 als Naturpark Zillertaler Alpen geschĂŒtzt, ein kleiner Teil auf italienischer Seite befindet sich im Naturpark Rieserferner-Ahrn.

SchutzhĂŒtten

Fern-/Weitwanderwege

Die touristische Erschließung der Zillertaler Alpen begann erst in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts, als die SchutzhĂŒtten und Wege durch den Alpenverein gebaut wurden. Vorher waren durch die langen Anstiegswege Erstbesteigungen gewisse Grenzen gesetzt. Heute sind die Zillertaler Alpen völlig erschlossen. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Bevölkerung lebt vom Fremdenverkehr. Das ganze Gebiet ist von einer großen Zahl von Wanderwegen durchzogen. Internationale und österreichische Fernwanderwege fĂŒhren durch die Zillertaler Alpen.

Eine Auswahl der Wege:

  • Via Alpina, roter Weg
  • Österreichischer Weitwanderweg 02, Zentralalpenweg
  • Traumpfad MĂŒnchen-Venedig

Hochalpine Höhenwege:

  • Berliner Höhenweg, enthĂ€lt Aschaffenburger Höhenweg
  • DreilĂ€nderweg
  • Lausitzer Höhenweg
  • Stabelerweg
  • Neveser Höhenweg
  • Pfunderer Höhenweg
  • Tiroler Höhenweg

Literatur

  • Walter Klier: Zillertaler Alpen (= AlpenvereinsfĂŒhrer). 12. Auflage. Bergverlag Rother, 2011, ISBN 978-3-7633-1269-6 (rother.de). 

historisches (chronologisch):

  • Peter Anich, Blasius Hueber: Atlas Tyrolensis. Wien 1774. 
  • F. von Paula Schrank, K. von Moll: Naturhistorische Briefe ĂŒber Oestreich, Salzburg, Passau und Berchtesgaden. I. Band. Salzburg 1785, S. 75–134. 
  • Gustav von Gasteiger: Die Zillertaler Protestanten und ihre Ausweisung aus Tirol. Eine Episode aus der vaterlĂ€ndischen Geschichte, Meran 1892.
  • Carl Diener: Die Zillerthaler Gruppe. In: Eduard Richter [Redaktion] (Hrsg.): Die Erschließung der Ostalpen. III. Band. Berlin 1894, S. 3 ff. 
  • Otto Stolz: Geschichtskunde des Zillertales (= Schlern-Schriften, 63), Wagner, Innsbruck 1949.
  • Wilfried Beimrohr: Die Zillertaler Protestanten oder Inklinanten und ihre Austreibung 1837 (PDF) Tiroler Landesarchiv 2007.

Kartenmaterial:

  • Alpenvereinskarten 1:25.000, BlĂ€tter 35/1, 35/2 und 35/3 fĂŒr den zentralen Teil der Zillertaler Alpen
  • Freytag & Berndt Wanderkarte 1:50.000, Blatt 151, Zillertal–Tuxer Alpen–Jenbach–Schwaz
  • Kompass Karten 1:50.000, Blatt 37, Zillertaler Alpen–Tuxer Alpen
  • Casa Editrice Tabacco, Tavagnacco, Wanderkarten 1:25.000, BlĂ€tter 035, 036, 037 (fĂŒr den sĂŒdlichen Teil des Gebiets)
  • von historischem Interesse: Touristenkarte 1:100.000, Blatt 15, Zillertaler Alpen

Weblinks

  • Ruhegebiet Zillertaler Alpen, Land Tirol
  • Bildgalerie Zillertaler Alpen, M. KlĂŒber: Fotografie
  • Die Zillertaler Alpen und der Naturpark Rieserferner-Ahrn in 3D

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

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Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

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AVE (Alpenvereinseinteilung der Ostalpen): 35

Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (2):
Österreich ÖsterreichItalien Italien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 47.249174
südlichster Punkt: 46.712818
westlichster Punkt: 11.43453599
östlichster Punkt: 12.23739599


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
1731 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
231 km
 
Zillertaler Alpen: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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