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Gebirge Karte: Karwendel

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Karwendel

Informationen zur Lage und Bezeichnung:
Im Westen wird das Karwendel durch den Seefelder Sattel begrenzt, im Norden durch das Tal der Isar, den Sylvensteinstausee und das n├Ârdliche Achental, im Osten durch den Achensee und im S├╝den durch das Inntal.
Von Ost nach West hat das Gebirge eine Ausdehnung von etwa 45, von Nord nach S├╝d von knapp 30 Kilometern.

Das Karwendel grenzt an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:
im Norden an die Bayerischen Voralpen
im Osten an das Rofangebirge
im S├╝den an die Tuxer Alpen
im S├╝dwesten an die Stubaier Alpen
und im Westen an das Wettersteingebirge, Mieminger Gebirge

ausführliche Beschreibung:
Wikipedia  *  Übersichtskarte.

Das Karwendel ist eine Gebirgsgruppe der N├Ârdlichen Kalkalpen. Es liegt zum gr├Â├čeren Teil (rund 80┬á%) in Tirol, zum kleineren in Bayern; die Grenze verl├Ąuft ├╝ber die N├Ârdliche Karwendelkette und durch das Vorkarwendel. Vier gro├če Gebirgsketten ziehen sich von West nach Ost; hinzu kommen zahlreiche Seitenketten und -gruppen und nach Norden ein weitl├Ąufiges Vorgebirge. Seinen Namen tr├Ągt das Karwendel nach dem altdeutschen Familiennamen Gerwentil, erstmals 1280 erw├Ąhnt, der urspr├╝nglich nur auf das Karwendeltal bei Scharnitz beschr├Ąnkt war. Hermann von Barth dehnte den Begriff im Zuge der Alpenerschlie├čung im 19. Jahrhundert auf das gesamte Gebiet aus.

Umgrenzung und Ausdehnung

Im Westen wird das Karwendel durch den Seefelder Sattel und einen Teil des Isartals begrenzt, im Norden durch den Isarwinkel mit dem Sylvensteinspeicher und das untere Achental, im Osten durch das obere Achental mit dem Achensee und im S├╝den durch das Inntal. Bedeutende Orte sind im Westen Seefeld in Tirol und Mittenwald, im Osten Pertisau und im S├╝den Innsbruck. Von Ost nach West hat das Gebirge eine Ausdehnung von etwa 45, von Nord nach S├╝d von knapp 30 Kilometern.

Gliederung

Hermann von Barth, der Erschlie├čer des Karwendels, begr├╝ndete die Tradition der Benennung der Ketten nach den T├Ąlern, die sie im S├╝den begrenzen: Karwendeltal, Hinterautal und Vomper Loch, Gleirschtal und Halltal, Inntal:

  • N├Ârdliche Karwendelkette
  • Hinterautal-Vomper-Kette (auch Karwendelhauptkette)
  • Gleirsch-Halltal-Kette
  • Inntalkette (die s├╝dlichste Karwendelkette, aber aus Innsbrucker Sicht und im allgemeinen Sprachgebrauch nur Nordkette genannt)

Seitengruppen sind: Erlspitzgruppe, Soierngruppe, Vorkarwendel, Falken-, Gamsjoch- und Sonnjochgruppe sowie die Rauer Kn├Âll-Verzweigung im S├╝dosten des Karwendels.

Einteilung nach SOIUSA

Das Karwendel wird nach SOIUSA in zwei Obergruppen und acht Gruppen aufgeteilt.

  • Karwendelmassiv (A)
    • Erlspitzgruppe (A.1)
    • Inntalkette (A.2)
    • Gleirsch-Halltal-Kette (A.3)
    • Hinterautal-Vomper-Kette (A.4)
    • Karwendelkette (A.5)
    • Falken-Gamsjoch-Sonnjoch-Massiv (A.6)
      • Falkengruppe (A.6.a)
      • Gamsjochgruppe (A.6.b)
      • Sonnjoch Gruppe (A.6.c)
    • Rauer-Kn├Âll-Verzweigung (A.7)
  • Risser Berge (B)
    • Soierngruppe (B.8)
    • Vorkarwendel (B.9)
      • Montschein-Schafreuter-Kette (B.9.a)
      • Schrecken-Juffen-Kette (B.9.b)

Gipfel

Es gibt im Karwendel 125 Gipfel, die eine H├Âhe von ├╝ber 2000┬ám┬á├╝.┬áA. erreichen. Hier ein Auszug der wichtigsten Gipfel:

Benachbarte Gebirgsgruppen

Das Karwendel grenzt an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:

  • Bayerische Voralpen (im Norden)
  • Brandenberger Alpen (im Osten)
  • Tuxer Alpen (im S├╝den)
  • Stubaier Alpen (im S├╝dwesten)
  • Mieminger Gebirge (im Westen)
  • Wettersteingebirge (im Westen)

Geologie

Das Karwendel besteht aus Wettersteinkalk und Dolomit (letzterer insbesondere in der Erlspitzgruppe). Die vier Hauptketten sind aus m├Ąchtigen Kalkb├Ąnken aufgebaut, die durch die geologische Auffaltung nach S├╝den geneigt sind. Der charakteristische Bau des Karwendels ist in den Laliderer W├Ąnden in der mittleren Hinterautal-Vomper-Kette besonders gut zu erkennen. Die Bruchkanten der Auffaltung bilden senkrechte bis zu 1.000 Meter hohe W├Ąnde auf der Nordseite, aus der sanfteren S├╝dseite haben die Gletscher der vergangenen Glaziale weite Kare ausgefr├Ąst, die durch m├Ąchtige Grate voneinander getrennt werden.

Gew├Ąsser

Der einzige, sehr kleine Gletscher im Karwendel befindet sich in der Hinterautal-Vomper-Kette n├Ârdlich unterhalb der Eiskarlspitze in den Eiskarln.

Das Karwendelgebiet wird mit Ausnahme seiner Au├čenseiten nach Westen und Norden entw├Ąssert. Im Hinterautal zwischen der Hinterautal-Vomper-Kette und der Gleirsch-Halltal-Kette entspringt die Isar, in den benachbarten Parallelt├Ąlern deren Zufl├╝sse Gleirschbach (links) und Karwendelbach (rechts). Auch die beiden n├Ąchstgr├Â├čten Gew├Ąsser im Karwendel m├╝nden in die Isar: Das Einzugsgebiet des Ri├čbachs, dessen Wasser auf der bayerischen Seite durch den rund sieben Kilometer langen Ri├čbachstollen dem Kraftwerk Niedernach zugef├╝hrt und dann in den Walchensee geleitet wird, umfasst vor allem die Nordseite des Hauptmassivs und die Soierngruppe. Nord├Âstlich davon entw├Ąssert die D├╝rrach das Vorkarwendel. Die B├Ąche auf der Ostseite des Gebirges flie├čen in den Achensee (Pletzach mit dem Falzthurnbach und der Oberaubach) und dessen nat├╝rlichen Ablauf, den Isarzufluss Seeache (Unteraubach, Dollmannsbach). Der einzige nennenswerte nat├╝rliche Innzufluss ist der Vomper Bach im S├╝dosten.

Insgesamt weist das Isar-Flusssystem, insbesondere auf der Tiroler Seite im Naturpark Karwendel, f├╝r mitteleurop├Ąische Verh├Ąltnisse einen sehr hohen Nat├╝rlichkeitsgrad auf. Naturkundlich besonders interessant sind der Ri├čbach von den Hagelh├╝tten bis zur Staatsgrenze und die Obere Isar im Hinterautal. Dort finden sich auch die typischen Tier- und Pflanzenarten wie die Deutsche Tamariske, die Gefleckte Schnarrschrecke oder der Flussuferl├Ąufer. Der zweite typische Kiesbankbr├╝ter, der Flussregenpfeifer, kommt nur zwischen Wallgau und Sylvensteinspeicher vor.

Tier- und Pflanzenwelt

Im Karwendel finden sich die ├╝blichen Tierarten der N├Ârdlichen Kalkalpen; insbesondere kann man in den hohen Karen oft gro├če Gamsrudel beobachten. Im Sonnjochgebiet und auf der Nordkette wurden Steinb├Âcke angesiedelt, die sich gut eingelebt haben. Aus Sicht der Vogelfauna ist das Karwendel ein Gebiet von europ├Ąischer Bedeutung. Alleine auf der ├Âsterreichischen Seite wurden im Rahmen einer mehrj├Ąhrigen, umfassenden Vogelkartierung 96 Brutvogelarten nachgewiesen, was circa 2/3 des Tiroler Vogelfauna entspricht. Gerade bei den Felsenbr├╝tern und zahlreichen Waldv├Âgeln wie Spechte und Eulen beherbergt das Karwendel europaweit bedeutende Best├Ąnde.

Siedlungen

Die einzige Dauersiedlung innerhalb des Karwendelgebirges ist die Enklave Hinterri├č, welche zur Marktgemeinde Vomp und der Achenseegemeinde Eben geh├Ârt. Von den zahlreichen Almen liegen einige in T├Ąlern, darunter als die wohl bekannteste die Eng. ├ťber dem Inntal und im Vorkarwendel gibt es aber auch Hochalmen. Im ├Âstlichen Vorkarwendel wird im Bereich der Tiefenbachalm am Osthang des Rether Horns (1656┬ám┬á├╝.┬áA.) ├ľlschiefer abgebaut, allerdings nur zur Kosmetikaproduktion sowie zur Herstellung des sogenannten Tiroler Stein├Âls und daher in relativ geringen Mengen.

Naturschutz

Sowohl der Tiroler als auch der bayerische Teil des Karwendels stehen unter Naturschutz. Der Tiroler Anteil am Naturpark Karwendel besitzt eine Gr├Â├če von 727┬ákm┬▓ und bildet somit eines der gr├Â├čten Naturschutzgebiete der Ostalpen. Das direkt angrenzende bayerische Naturschutzgebiet Karwendel und Karwendelvorgebirge misst weitere 190┬ákm┬▓. Diese Schutzgebiete sind grenz├╝bergreifend mit Bayern als Natura-2000-Gebiet (sowohl nach Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie/FFH als auch nach Vogelschutzrichtlinie) ausgewiesen.

Das Gebiet zeichnet sich besonders durch die gro├če Steinadlerpopulation, die hohe Nat├╝rlichkeit des Waldes und des Wildflusssystems Isar aus. Des Weiteren befindet sich dort mit dem Gro├čen Ahornboden f├╝r den Alpenraum das gr├Â├čte Vorkommen der sog. "Bergahornweiden". Im Naturschutzgebiet sind insbesondere Zelten, Feuermachen, die St├Ârung von Wildtieren und das Pfl├╝cken von Pflanzen(teilen) verboten.

Naturpark Karwendel

Der Naturpark Karwendel geht auf eines der ├Ąltesten Schutzgebiete der Ostalpen (Banngebiet von 1928) zur├╝ck. Mit einer Fl├Ąche von 727┬ákm┬▓ ist er als Ganzes auch Natura-2000-Gebiet (Sitecode AT3309000). Der Naturpark bildet sich aus 3┬áNaturschutz-, 2┬áRuhe- und 6┬áLandschaftsschutzgebieten, und wurde 2009 von der Tiroler Landesregierung zum Naturpark erkl├Ąrt (LGBl. 26/2009):

  • Naturschutzgebiet Karwendel
  • Naturschutzgebiet Martinswand
  • Naturschutzgebiet Fragenstein
  • Ruhegebiet Eppzirl
  • Ruhegebiet Achental-West
  • Landschaftsschutzgebiet B├Ąrenkopf
  • Landschaftsschutzgebiet FalzthurntalÔÇôGerntal
  • Landschaftsschutzgebiet Gro├čer Ahornboden
  • Landschaftsschutzgebiet MartinswandÔÇôSolsteinÔÇôReither Spitze
  • Landschaftsschutzgebiet Nordkette
  • Landschaftsschutzgebiet Vorberg

Seit 2008 ist auf der Tiroler Seite der Tr├Ągerverein Naturpark Karwendel mit der Schutzgebietsbetreuung betraut. Mitglieder des Vereins sind die 15┬áKarwendelgemeinden, f├╝nf Tourismusverb├Ąnde, die ├ľsterreichischen Bundesforste, der Deutsche und ├ľsterreichische Alpenverein, die Landwirtschaftskammer Tirol sowie das Land Tirol, auf dessen Initiative die Vereinsgr├╝ndung zur├╝ckgeht. Damit soll eine st├Ąrkere Involvierung der Gemeinden und Grundbesitzer und damit schlussendlich eine h├Âhere Akzeptanz f├╝r das Schutzgebiet erreicht werden.

Die Arbeitsschwerpunkte des gemeinn├╝tzigen Vereins liegen im Bereich "Naturschutz", "Erholung & Tourismus", "Umweltbildung" sowie "Wissen & Forschung". Daf├╝r wurden 2009 und 2015 umfassende Ziele und Projekte ("Karwendelprogramm") verabschiedet.

Naturschutzgebiet Karwendel und Karwendelvorgebirge

Ungeachtet dieses Schutzes gibt es auch Erschlie├čungsma├čnahmen, die Kritik hervorgerufen haben (neue Almstra├čen, ├╝berdimensionierte Almgeb├Ąude). Insbesondere die Erschlie├čung des Isar-Ursprungs im Hinterautal im Jahr 2003 hat eine Gegeninitiative zum Schutz des Karwendels auf den Plan gerufen (Jetz werds eng). Umweltsch├╝tzern ist der starke Autoverkehr in die Eng ein Dorn im Auge. Auf Initiative der Sektionen M├╝nchen und Oberland des Deutschen Alpenvereins wurde die zwischenzeitlich eingestellte Buslinie von Lenggries in die Eng (Bergsteigerbus, RVO-Linie 9569) wiederbelebt. Seit 2020 wurde der Takt durch die finanzielle Unterst├╝tzung des DAV an den Wochenenden deutlich verbessert.

Tourismus

Erschlie├čungsgeschichte

  • 1843: Markus Vincent Lipold, Haller Berg- und Salinenpraktikant, bestieg mehrere Gipfel, darunter die Speckkarspitze und Pleisenspitze.
  • Sommer 1870: Hermann von Barth bestieg als Alleing├Ąnger 88 Gipfel (davon zw├Âlf Erstbesteigungen).
  • 1888: Heinrich Schwaiger gibt den ersten Karwendelf├╝hrer heraus.
  • 6. Oktober 1901: Otto Melzer und Emil Sp├Âtl st├╝rzen beim Versuch der Erstbesteigung der Nordwand der Praxmarerkarspitze t├Âdlich ab (daran erinnert ein Denkmal am Weg zur Sunntigerspitze).
  • 9. August 1911: Erstbesteigung der Nordkante der Laliderer Spitze (Herzogkante) durch Otto, Christian und Paula Herzog
  • 4. bis 10. M├Ąrz 1969: Erste Winter├╝berschreitung der gesamten Hinterautal-Vomper-Kette durch Franz Sint, Paul G├╝rtler und Josl Knoll
  • 28. bis 30. Januar 1989: Erste Winter├╝berschreitung der gesamten Hinterautal-Vomper-Kette im Alleingang durch Heinz Zak

Auch um die Erschlie├čung der Gipfel des Karwendels gab es Konflikte. 2004 wurden Markierungen und Versicherungen an der Dreizinkenspitze (Rossloch) entfernt. Die an der Herzogkante angebrachten Bohrhaken wurden von Unbekannten umgeschlagen. Im Juli 2005 wurden die Gipfelkreuze des Gamsjochs und der Kaltwasserkarspitze aus ihren Verankerungen gebrochen und den Berg hinunter geworfen. Daneben gab es Nacherschlie├čungen von vormals unmarkierten Gipfelanstiegen (W├Ârner, Gipfel um die Pfeish├╝tte), die Kritik hervorriefen.

Bergsteigen im Karwendel

Nur wenige Gipfel der beiden m├Ąchtigen mittleren Ketten sind durch gute Weganlagen erschlossen. Die meisten anderen Gipfel sind zwar von S├╝den ohne allzu gro├če klettertechnische Schwierigkeiten erreichbar, die Anstiege durch steile Schrofen, Latschen- und Ger├Âllfelder sind jedoch teilweise weglos. Das Gestein im Karwendel ist vielerorts ├╝beraus br├╝chig.

Im Winter werden die Gipfel des Vorkarwendels (z.┬áB. Schafreuter, Juifen, Sch├Ânalmjoch) h├Ąufig mit Skiern bestiegen, im Fr├╝hjahr und Fr├╝hsommer auch die gro├čen Gipfel der Hinterautal-Vomper-Kette (Birkkarspitze, Gro├če Seekarspitze, Pleisenspitze).

Bergh├╝tten

Im Karwendelgebirge werden 25┬áBergh├╝tten bewirtschaftet, 14┬ádavon sind Alpenvereinsh├╝tten des deutschen bzw. ├Âsterreichischen Alpenvereins. Elf weitere privat betriebene H├╝tten bieten ebenfalls ├ťbernachtungsm├Âglichkeiten. Die meisten H├╝tten sind nur im Sommer (von Mai/Juni bis Oktober) ge├Âffnet, verf├╝gen aber oftmals ├╝ber Winterr├Ąume, die au├čerhalb der Bewirtschaftungszeit zug├Ąnglich sind. Dar├╝ber hinaus gibt es noch diverse Selbstversorgerh├╝tten sowie Biwakschachteln, welche vorwiegend als Notunterkunft dienen. Hier eine Auswahl:

Klettersteige

Im Karwendel gibt es einige gesicherte Gipfelanstiege und Klettersteige aller Schwierigkeitsgrade:

  • Mittenwalder H├Âhenweg von der Westlichen Karwendelspitze zur Tiroler H├╝tte (N├Ârdliche Karwendelkette)
  • Herzogensteig in der Soierngruppe
  • Brendelsteig in der Hinterautal-Vomper-Kette
  • Freiungen-H├Âhenweg und Steig auf die Reither Spitze in der Erlspitzgruppe
  • Zirler Klettersteig auf die Erlspitze (Erlspitzgruppe)
  • Kaiser-Max-Klettersteig durch die Martinswand in der Nordkette (schwierigster Klettersteig im Karwendel)
  • Julius-Pock-Weg auf die Vordere Brandjochspitze in der Nordkette
  • Innsbrucker Klettersteig von der Bergstation Hafelekar der Nordkettenbahn zum Frau Hitt-Sattel (Nordkette)
  • Klettersteig auf den Gro├čen und Kleinen Bettelwurf in der Gleirsch-Halltal-Kette
  • Felix-Kuen-Steig auf den Hundskopf in der Gleirsch-Halltal-Kette
  • Klettersteige auf die Lamsenspitze und den Hochnissl in der Hinterautal-Vomper-Kette
  • Gjaidsteig in der N├Ârdlichen Karwendelkette

Fern- und Weitwanderwege

Die Via Alpina, ein grenz├╝berschreitender Weitwanderweg mit f├╝nf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verl├Ąuft auch durch das Karwendel. Der Rote Weg der Via Alpina verl├Ąuft mit drei Etappen durch das Karwendel:

  • Etappe R41 f├╝hrt von Schwaz im Inntal zur Lamsenjochh├╝tte.
  • Etappe R42 verl├Ąuft von der Lamsenjochh├╝tte ├╝ber das Hohljoch zur Falkenh├╝tte.
  • Etappe R43 verl├Ąuft von der Falkenh├╝tte ├╝ber das Karwendelhaus nach Scharnitz.

Der Traumpfad M├╝nchen-Venedig f├╝hrt ebenfalls durch das Karwendel. Dies ist zwar kein offizieller Weitwanderweg, der im Jahr 1977 zum ersten Mal propagierte Weg hat jedoch inzwischen einen gr├Â├čeren Bekanntheitsgrad erlangt als so mancher von Wandervereinigungen oder ├Âffentlichen Institutionen geschaffene Weitwanderweg.

  • Der 5.┬áTag des Traumpfads f├╝hrt von der Jachenau in den Bayerischen Voralpen nach Hinterri├č im Karwendel.
  • Der 6. Tag f├╝hrt von Hinterri├č ├╝ber den Kleinen Ahornboden zum Karwendelhaus.
  • Der 7. Tag f├╝hrt vom Karwendelhaus ├╝ber den Schlauchkarsattel und das Hinterautal zum Hallerangerhaus. Von allen Etappen des Traumpfads zwischen M├╝nchen und Venedig ist dies die herausforderndste, weshalb sie auch K├Ânigsetappe genannt wird.
  • Der 8. Tag f├╝hrt vom Hallerangerhaus ├╝ber das Lafatscher Joch nach Hall in Tirol.

Verkehrserschlie├čung

Im S├╝den wird das Karwendel durch das Inntal mit der Landeshauptstadt Innsbruck und ihrer Agglomeration begrenzt, das die wichtigste Verkehrsachse (Autobahn, Bahn und Flughafen) in Tirol bildet. Gut ausgebaute Stra├čen erschlie├čen auch die West- (Mittenwald, Scharnitz), Nord- (Vorderri├č, Fall) und Ostseite (Achensee, Pertisau, Achenkirch) des Gebirges.

Nur eine ├Âffentliche Stra├če f├╝hrt von Norden (Vorderri├č) ├╝ber Hinterri├č in das Herz des Gebirges zum Gro├čen Ahornboden. Diese Stra├če ist ganzj├Ąhrig bis Hinterri├č befahrbar, der weitere Abschnitt bis in die Eng ist mautpflichtig und nur von Mai bis zum Wintereinbruch ge├Âffnet. Von Pertisau am Achensee k├Ânnen das Falzthurntal sowie das Gerntal auf einer mautpflichtigen Stra├če von Mitte Mai bis Ende Oktober befahren werden. Die T├Ąler bieten f├╝r Bergsteiger gute Ausgangsm├Âglichkeiten f├╝r Unternehmungen in der Sonnjochgruppe und der ├Âstlichen Hinterautal-Vomper-Kette bzw. im Vorkarwendel.

Die gro├čen Ost-West-T├Ąler sind durch gute, geschotterte Forstwege erschlossen, aber f├╝r den motorisierten Verkehr gesperrt (ausgenommen sind Anrainer, Forstbetriebe und der Taxiservice von Scharnitz) und entsprechend beliebt bei Mountainbikern. Das Hinterautal, in welchem die Isar entspringt, ist von Scharnitz aus bis zur bewirtschafteten Kastenalm ├╝ber eine L├Ąnge von 14┬ákm gut mit dem Mountainbike befahrbar. Die weiterf├╝hrende Strecke von der Kastenalm bis zum Hallerangerhaus hingegen stellt sehr hohe Anspr├╝che an die Kondition und ist nur f├╝r ausreichend ge├╝bte Mountainbiker geeignet.

Mit ├Âffentlichen Verkehrsmitteln bzw. bei Anreise mit dem PKW ist das Karwendel auf der West- und S├╝dwestseite recht gut erreichbar. Insbesondere Gipfelziele in der Gleirsch-Halltal-Kette, der Hinterautal-Vomper-Kette sowie der N├Ârdlichen Karwendelkette sind als Tagestouren von Scharnitz bzw. von Hinterri├č in Verbindung mit einer Mountainbiketour durch die T├Ąler erreichbar. Die Mittenwaldbahn (auch Karwendelbahn) von Innsbruck nach Garmisch erschlie├čt die Westseite mit den Bahnh├Âfen Mittenwald, Scharnitz, Gie├čenbach, Seefeld in Tirol und Hochzirl. Die schmalspurige Achenseebahn f├╝hrt von Jenbach zum Bahnhof Seespitz am Achensee, Zugbetrieb erfolgt zwischen Mai und Anfang November. Ganzj├Ąhrige Buslinien verkehren von Tegernsee zum Achensee bis nach Pertisau und vom Bahnhof Jenbach im Inntal nach Pertisau. Von Mitte Mai bis Anfang November f├Ąhrt der sogenannte Bergsteigerbus (RVO-Linie 9569) von Lenggries bis in die Eng.

Bergbahnen

Luftseilbahnen
Von Mittenwald f├╝hrt eine Luftseilbahn, die Karwendelbahn, hoch zum Fu├č der Westlichen Karwendelspitze, dem Ausgangspunkt des Mittenwalder H├Âhenwegs. Im Winter ist die Abfahrt mit Skiern durch das Dammkar m├Âglich. Die Route wird nicht pr├Ąpariert, aber gegen Lawinen gesichert (Sprengungen, ggf. Sperrung).

Vom Innsbrucker Stadtteil Hungerburg f├╝hrt die Nordkettenbahn in zwei Sektionen ├╝ber die Seegrube zur Hafelekarspitze.

Westlich von Achenkirch befindet sich das Wintersportgebiet Hochalmlifte Christlum, das einige Sesselbahnen und Schlepplifte bietet.

Von Pertisau f├╝hrt die Karwendel-Bergbahn, eine Gondelbahn, welche ein Wander- bzw. Wintersportgebiet n├Ârdlich des B├Ąrenkopfs erschlie├čt, auf den Zw├Âlferkopf.

Standseilbahnen
Im Karwendel gibt es zwei Standseilbahnen.

  • Die Hungerburgbahn verbindet die Innsbrucker Innenstadt ├╝ber eine geschwungene Trasse mit dem Stadtteil Hungerburg am Berghang n├Ârdlich des Inns, wo sich die Talstation der Nordkettenbahn befindet.
  • Von Seefeld f├╝hrt eine Standseilbahn zur Rossh├╝tte. Von dort f├╝hren Luftseilbahnen weiter zum Seefelder Joch und zum H├Ąrmelesgrat.

Literatur und Karte

Der Alpenvereinsf├╝hrer enth├Ąlt ab der 14.┬áAuflage Berg- und Klettertouren, die den II.┬áSchwierigkeitsgrad der UIAA-Skala ├╝bersteigen, bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr. Damit gibt es zurzeit kein Werk, das das Karwendel aus bergsteigerischer und touristischer Sicht umfassend beschreibt, jedoch entstanden in den letzten Jahren einige umfassende Bildb├Ąnde mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Anbei eine Auswahl (geordnet nach Erscheinungsdatum):

  • Hermann Sonntag & Franz Straubinger (Hrsg.): Gro├čer Ahornboden. Eine Landschaft erz├Ąhlt ihre Geschichte. 2. Auflage. Berenkamp Verlag, Wattens 2019, ISBN 978-3-85093-332-2
  • Bernd Eberle u.┬áa.: Kletterf├╝hrer Karwendel, 3. Auflage. 2006, Panico Verlag, ISBN 3-926807-54-7
  • Walter Klier: Alpenvereinsf├╝hrer Karwendel alpin, 15. Auflage, 2005, Bergverlag Rother, M├╝nchen ISBN 3-7633-1121-1
  • Wolfgang Ehn: Karwendel, Innsbruck 2002
  • Walter Klier: Alpenvereinsf├╝hrer Karwendel, 13. Auflage 1990, Bergverlag Rother, M├╝nchen, vergriffen
  • Heinz Zak: Karwendel, Bruckmann, 1990, ISBN 3-7634-1022-8

Historisch:

  • Otto Stolz: Geschichtskunde des Karwendelgebietes. In: Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins 66, 1935, S. 39ÔÇô71.
  • August Rothpletz: Das Karwendelgebirge, Abdruck aus der Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, M├╝nchen 1888 (online, archive.org).

Kartenmaterial:

  • Alpenvereinskarte 1:25.000, Bl├Ątter 5/1, 5/2 und 5/3, Karwendelgebirge West, Mitte und Ost

Weblinks

  • karwendel.org ÔÇô Offizielle Website des Naturpark Karwendel. Mit Informationen zum Naturschutz, Erholungs- und Freizeitm├Âglichkeiten und zahlreichen Hintergrundinformationen ├╝ber die Projekte und Aktivit├Ąten des Vereins
  • steinmandl.de ÔÇô Allgemeine Artikel zum Karwendelgebirge und Beschreibungen zu ausgew├Ąhlten Touren
  • tiroler-schutzgebiete.at ÔÇô Offizielle Website des Landes Tirol, Abteilung Umweltschutz zu den Tiroler Schutzgebieten
  • jetz-werds-eng.de ÔÇô Initiative gegen den Ausverkauf des Naturschutzgebiets Karwendel

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

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Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

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Bücher und Karten Bücher und Karten

AVE (Alpenvereinseinteilung der Ostalpen): 5

Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (2):
├ľsterreich ├ľsterreichDeutschland Deutschland

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 47.584516
südlichster Punkt: 47.252699
westlichster Punkt: 11.13464399
östlichster Punkt: 11.77991900


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
1102 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
141 km
 
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