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Gebirge in Sachsen-Anhalt: 6
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Region Informationen Bundesland: Sachsen-Anhalt

Informationen:


Das Land Sachsen-Anhalt [ňĆzaksnŐ©ňą Ēanhalt] (niederdeutsch Sassen-Anholt, Landescode ST, gel√§ufige Abk√ľrzung LSA) ist eine parlamentarische Republik und als Land ein teilsouver√§ner Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland. Das Fl√§chenland hat etwa 2,18¬†Millionen Einwohner. Die beiden gr√∂√üten St√§dte des Landes sind die Landeshauptstadt Magdeburg und Halle (Saale), ein weiteres Oberzentrum ist Dessau-Ro√ülau.

Das Land entstand am 21.¬†Juli 1947 durch Vereinigung des Freistaates Anhalt mit den preu√üischen Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg, die der Freistaat Preu√üen am 1.¬†April 1944 durch Teilung seiner Provinz Sachsen geschaffen hatte. Das Land Sachsen-Anhalt ging mit der DDR-Verwaltungsreform in Bezirke auf und besteht in der heutigen Form seit der deutschen Wiedervereinigung am 3.¬†Oktober 1990. Es gliedert sich in elf Landkreise und drei kreisfreie St√§dte. Angrenzende L√§nder sind Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen und Th√ľringen, von 1990 bis 1992 auch Mecklenburg-Vorpommern.

Sachsen-Anhalt liegt zentral in Deutschland und Mitteleuropa. Es wird von einer der wichtigsten West-Ost-Verbindungen Europas (A 2) und einer der bedeutendsten Nord-S√ľd-Verbindungen des Kontinents (A 9, einst Via Imperii) durchquert. Der s√ľdliche Teil Sachsen-Anhalts geh√∂rt zur Metropolregion Mitteldeutschland. Das Land grenzt an die Metropolregionen Hamburg, Berlin-Brandenburg und jene um Hannover und infolge seiner gro√üen Nord-S√ľd-Ausdehnung (rund 210 km) ist der s√ľdlichste Teil nur circa 60 Kilometer (Luftlinie) von der Grenze zu Bayern entfernt.

Sachsen-Anhalt besitzt f√ľnf UNESCO-Welterbest√§tten ‚Äď das Bauhaus, das Dessau-W√∂rlitzer Gartenreich, die Luthergedenkst√§tten in Eisleben und Wittenberg, die Altstadt von Quedlinburg und den Naumburger Dom. Im Land gibt es eine vielf√§ltige Burgen-, Schl√∂sser- und Kirchenlandschaft und weitere wertvolle Kulturdenkmale. Mit mehreren Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind Halle und Magdeburg wissenschaftliche Zentren.

Geographie

Im Norden wird Sachsen-Anhalt von Flachland gepr√§gt. In der d√ľnn besiedelten Altmark befinden sich alte Hansest√§dte wie Salzwedel, Gardelegen, Stendal und Tangerm√ľnde. Den √úbergang von der Altmark zur Region Elbe-B√∂rde-Heide mit der fruchtbaren, waldarmen Magdeburger B√∂rde bilden die Colbitz-Letzlinger Heide und der Dr√∂mling. In der Magdeburger B√∂rde liegen die St√§dte Haldensleben, Oschersleben (Bode), Wanzleben-B√∂rde, Sch√∂nebeck (Elbe), Aschersleben sowie Magdeburg, von dem die Region ihren Namen ableitet.

Im S√ľdwesten liegt der Harz mit dem grenz√ľbergreifenden Nationalpark Harz, dem Harzvorland und dem Mansfelder Land sowie unter anderem den St√§dten Halberstadt, Quedlinburg, Wernigerode, Thale, Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen.

An der Grenze zu Sachsen befindet sich der Ballungsraum Halle (Saale)/Merseburg/Bitterfeld-Wolfen (auch ‚ÄěChemiedreieck‚Äú genannt), der bis ins s√§chsische Leipzig reicht. Seit dem Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts ist hier die Chemieindustrie mit ihrem wirtschaftlichen Schwerpunkt in Leuna ans√§ssig.

An der Saale, der Wei√üen Elster sowie der Unstrut im S√ľden des Landes, wo sich das Weinbaugebiet Saale-Unstrut-Region befindet, liegen Zeitz, Naumburg (Saale), Wei√üenfels und Freyburg (Unstrut). Schlie√ülich geh√∂rt zu Sachsen-Anhalt noch die im Osten gelegene Region Anhalt-Wittenberg mit der drittgr√∂√üten Stadt des Landes Dessau-Ro√ülau, die aus der alten anhaltischen Residenzstadt Dessau hervorgegangen ist, der Lutherstadt Wittenberg und einem Teil des Fl√§mings.

Regionen

  • Altmark
  • Anhalt
  • Anhalt-Wittenberg
  • Chemiedreieck
  • Region Magdeburg
  • Harz
  • Mansfelder Land
  • Ostfalen
  • Saale-Unstrut-Region

Landschaften

  • Altmark mit
    • Colbitz-Letzlinger Heide
    • Dr√∂mling
  • Elbeniederung mit
    • Biosph√§renreservat Mittelelbe
    • Dessau-W√∂rlitzer Gartenreich
  • Fiener Bruch
  • Magdeburger B√∂rde
  • N√∂rdliches Harzvorland mit
    • Gro√üer Fallstein
    • Hakel
    • Huy (H√∂henzug)
    • Gro√ües Bruch
  • Harz / Nationalpark Harz
  • Naturpark Unteres Saaletal
  • Fl√§ming / Naturpark Fl√§ming
  • Naturpark D√ľbener Heide
  • Naturpark Saale-Unstrut-Triasland mit
    • Querfurter Platte
    • Goldene Aue
    • Kyffh√§user
    • Hohe Schrecke
  • Karower Platte

Mittelgebirge und Berge

Das gr√∂√üte Mittelgebirge Sachsen-Anhalts ist der Harz, in dem auch die h√∂chste Erhebung von Sachsen-Anhalt und ganz Norddeutschlands liegt. Dies ist mit 1141,1¬†m¬†√ľ.¬†NN der Brocken.

Gewässer

Insgesamt befinden sich die Gew√§sser in Sachsen-Anhalt in einem schlechten Zustand. Die hohen G√ľllemengen aus der Massentierhaltung machen den Gew√§ssern zu schaffen. Nur noch in Sachsen steht es schlechter um die Gew√§sser.

Fl√ľsse

Die nachfolgenden Fl√ľsse und/oder Str√∂me durchflie√üen Sachsen-Anhalt ganz oder nur teilweise. Bekannte Flie√ügew√§sser (mit jeweiliger Gesamtl√§nge) sind:

Seen

Sachsen-Anhalt hatte urspr√ľnglich nur wenige Seen. Wo Salze im Untergrund vorkommen, bildeten sich durch Erdsenkung Vertreter wie der Arendsee in der Altmark und die Mansfelder Seen S√ľ√üer- und Salziger See. Die Mehrzahl der gr√∂√üeren Seen Sachsen-Anhalts ist dagegen menschengemacht. Die meisten davon entstanden durch die Renaturierung alter Tagebaurestl√∂cher aus dem Braunkohlebergbau. Die folgende Liste gibt einen √úberblick √ľber die gr√∂√üten Seen Sachsen-Anhalts:

Talsperren

Muldestausee, Rappbode-Talsperre, Talsperre Kelbra, Wippertalsperre

Geschichte

Zur Geschichte des Gebietes vor 1944 siehe unter anderem bei Altmark, Erzstift Magdeburg, Hochstift Halberstadt, Stift Quedlinburg, Provinz Sachsen und Anhalt, Hauptartikel siehe unter Geschichte Sachsen-Anhalts

Im Juli 1944 wurde die vormalige preu√üische Provinz Sachsen, bestehend aus den Regierungsbezirken Magdeburg, Merseburg und Erfurt, aufgeteilt. Es entstanden die Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg. Der Regierungsbezirk Erfurt wurde dem Reichsstatthalter Th√ľringen unterstellt. Nach der deutschen Kapitulation 1945 wurden von der Sowjetischen Milit√§radministration in Deutschland (SMAD) die beiden Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg, ferner der Freistaat Anhalt (um Dessau), die fr√ľhere braunschweigische Exklave Calv√∂rde und der √∂stliche Teil des Landkreises Blankenburg im Harz, auch vorher dem Land Braunschweig zugeh√∂rig, sowie die th√ľringische Enklave Allstedt zur neuen Provinz Sachsen vereinigt und der Name im Oktober 1946 in Provinz Sachsen-Anhalt ge√§ndert. Im Zuge der Aufl√∂sung Preu√üens verk√ľndete die Provinz Sachsen-Anhalt am 10. Januar 1947 ihre eigene Landesverfassung. Am 21. Juli 1947 erfolgte die Umbenennung in Land Sachsen-Anhalt. Landeshauptstadt wurde Halle. Das Land umfasste 24.576¬†km¬≤.

Im Juli 1952 wurde im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR das Land Sachsen-Anhalt de facto aufgel√∂st (de jure bestand es noch einige Jahre weiter) und in die zwei Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt. Dabei wurden Grenzbereinigungen vorgenommen, bei denen einzelne St√§dte und Gemeinden von den Nachbarkreisen eingegliedert oder dorthin ausgegliedert wurden, wodurch sich die Bezirksgrenzen gegen√ľber den ehemaligen Landesgrenzen verschoben.

Am 3. Oktober 1990 erfolgte die Wiederherstellung des Landes Sachsen-Anhalt durch das L√§ndereinf√ľhrungsgesetz. Sachsen-Anhalt besteht seitdem wieder aus den ehemaligen Bezirken Halle (ohne den Landkreis Artern) und Magdeburg sowie dem Landkreis Jessen, welcher bereits vor 1952 zum Land Sachsen-Anhalt geh√∂rte. Landeshauptstadt wurde Magdeburg. Sachsen-Anhalts Partnerland w√§hrend des Aufbaus der neuen Strukturen war Niedersachsen. Der Anfang der 1990er Jahre war gepr√§gt durch h√§ufige Wechsel der Landesregierungen und politische Aff√§ren. Dies hatte zur Folge, dass die anfangs regierende CDU die zweiten Landtagswahlen nach der Wiedervereinigung verlor und es zu einer von der PDS tolerierten Landesregierung von SPD und B√ľndnis 90/Gr√ľne kam (Magdeburger Modell). Ministerpr√§sident Reinhard H√∂ppner regierte das Land √ľber zwei Legislaturperioden in einer Zeit gro√üer wirtschaftlicher und arbeitsmarktpolitischer Umstrukturierungen, nach Ausscheiden der Gr√ľnen in einer von der PDS tolerierten SPD-Alleinregierung. Sachsen-Anhalt hatte die h√∂chste Arbeitslosenquote aller Bundesl√§nder zu verkraften. In der dritten Wahlperiode seit der Wiedervereinigung gelang es der rechtsextremen DVU, in den Landtag einzuziehen. Jedoch zerbrach diese Fraktion bald an internen Streitigkeiten und wurde 2002 nicht wieder in den Landtag gew√§hlt. Die anhaltende wirtschaftliche Krise f√ľhrte bei den Wahlen im Jahr 2002 zu einem erneuten Regierungswechsel. Seither wurde Sachsen-Anhalt anfangs von einer CDU/FDP-Regierung, daraufhin von einer CDU/SPD-Regierung unter Wolfgang B√∂hmer regiert. Nach der Landtagswahl 2011 wurde er aus Altersgr√ľnden von Reiner Haseloff abgel√∂st, der wiederum seit 2016 eine sogenannte Kenia-Koalition anf√ľhrt.

Bevölkerung

Volksgruppen

Die Bev√∂lkerung Sachsen-Anhalts setzte sich im 7. Jahrhundert n. Chr. aus Niedersachsen (Ostfalen) und Th√ľringern zusammen. Hinzu kamen die im Zuge der deutschen Ostsiedlung christianisierten Elbslawen. Weiterhin leben in Sachsen-Anhalt auch Nachfahren der in den vergangenen Jahrhunderten eingewanderten Flamen und Hugenotten sowie anderer verfolgter Volksgruppen, die bei den fr√ľhneuzeitlichen Landesherren im heutigen Sachsen-Anhalt Zuflucht fanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Ansiedlung von Vertriebenen und Fl√ľchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der Tschechoslowakei. Ab 1990 zogen russlanddeutsche Sp√§taussiedler nach Sachsen-Anhalt. Vergleichsweise klein ist der Anteil an ausl√§ndischen Immigranten; der Ausl√§nderanteil lag Ende M√§rz 2017 bei 4,5¬†%. Hier sind als gr√∂√üte Gruppe Vietnamesen zu nennen, gefolgt von Russen und Ukrainern.

Die historisch korrekte und von den Landesbeh√∂rden unterst√ľtzte Bezeichnung f√ľr die Einwohner des Landes ist Sachsen-Anhalter, das entsprechende Adjektiv sachsen-anhaltisch. Daneben werden in der Umgangssprache f√§lschlich auch die Bezeichnungen Sachsen-Anhaltiner und der im Duden verzeichnete Ausdruck sachsen-anhaltinisch verwendet, wobei ‚Äöanhaltinisch‚Äė jedoch einen Bezug zum Adelsgeschlecht der anhaltinischen Linie der Askanier bedeutet.

Sprache

Sachsen-Anhalt geh√∂rt sowohl zum niederdeutschen als auch zum mitteldeutschen Sprachraum. Im Land wird heute ein eingef√§rbtes Hochdeutsch gesprochen, das eine Vielzahl spezifischer Wendungen aus dem Mark-Brandenburgischen aufweist, aber auch insbesondere in den s√ľdlichen Landesteilen vom Th√ľringisch-Obers√§chsischen gepr√§gt ist. Im Nordteil, in der Altmark und in der B√∂rde, trifft man bei √§lteren Sprechern noch auf die niederdeutsche Sprache. Im Mansfelder Land ist die Mansf√§ller Mundart anzutreffen, ein Dialekt, den Ortsfremde nur sehr schwer verstehen.

Religionen

Etwa 80 Prozent der B√ľrger sind konfessionslos. In Sachsen-Anhalt geh√∂rten Ende 2019 328.979 Menschen und somit 15,0¬†% der Einwohner einer der beiden gro√üen christlichen Konfessionen an. Davon waren 11,7¬†% der Bev√∂lkerung Mitglieder in den evangelischen Landeskirchen und 3,3¬†% der Sachsen-Anhalter waren r√∂misch-katholisch. Im Vorjahr geh√∂rten 15,3¬†% der Einwohner einer der beiden gro√üen christlichen Konfessionen an. Davon waren 11,9¬†% der Bev√∂lkerung Mitglieder in den evangelischen Landeskirchen, von denen die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und die Evangelische Landeskirche Anhalts die meisten Mitglieder haben; 3,3¬†% der Sachsen-Anhalter waren r√∂misch-katholisch und haupts√§chlich dem Bistum Magdeburg sowie zu kleinen Teilen dem Erzbistum Berlin (Stadt Havelberg) zugeordnet.

Die Region Sachsen-Anhalts geh√∂rte bereits in der ersten H√§lfte des 20.¬†Jahrhunderts zu den Gegenden mit vergleichsweise hohen Anteilen von Personen ohne Religionszugeh√∂rigkeit. Die geringe Anzahl von Kirchenmitgliedern in Sachsen-Anhalt ist u.¬†a. auch darauf zur√ľckzuf√ľhren, dass eine L√∂sung von kirchlichen Bindungen durch die DDR gef√∂rdert wurde.

Die Tendenz ist auch nach der friedlichen Revolution 1989 weiter sinkend f√ľr die evangelische and katholische Landeskirchen. Die Zahl der evangelischen und katholischen Christen in Sachsen-Anhalt sinkt kontinuierlich. Durchschnittlich verringerte sich deren Zahl zwischen 2001 und 2018 um 0,4 Prozentpunkte pro Jahr. Sachsen-Anhalt weist gegenw√§rtig die niedrigste Quote kirchlich gebundener Einwohner in Deutschland auf. 80.000 Einwohner geh√∂ren anderen Konfessionen an, davon ca. 11.000 der Neuapostolischen Kirche und 45.000 anderen Religionen (Judentum, Zeugen Jehovas, Islam). Im Vergleich zu vielen anderen deutschen L√§ndern ist der Anteil muslimischer B√ľrger sehr gering.

Sachsen-Anhalt zahlt pro Jahr etwa 35 Millionen Euro an Staatsleistungen an die evangelische und die r√∂misch-katholische Kirche. Obwohl Sachsen-Anhalt im Vergleich der Bundesl√§nder den niedrigsten Anteil an Mitglieder dieser Kirchen hat, wird dort pro Einwohner der h√∂chste Betrag an Staatsleistungen gezahlt. Auch wenn man die Staatsleistungen auf die Kirchenmitglieder umlegt, f√ľhrt Sachsen-Anhalt die Spitze des L√§ndervergleichs an mit 108 Euro pro Kirchenmitglied im Jahr.

Gesundheitswesen

2005 wurden in Sachsen-Anhalt 1.270.763 Impfungen durch 1.949 niedergelassene √Ąrzte durchgef√ľhrt. Hinzu kommt ein geringer Teil an Impfungen durch die Gesundheits√§mter. Gegen Influenza (‚Äěechte Grippe‚Äú) wurden 824.064 Menschen geimpft, der Bev√∂lkerungsanteil, der gegen Influenza geimpft ist, wird auf 33 Prozent gesch√§tzt.

Sachsen-Anhalt hat seit 2008 sowohl im ambulanten als auch im station√§ren Bereich mit einem √Ąrztemangel zu k√§mpfen, dem durch Einstellung von √Ąrzten aus Osteuropa und √Ėsterreich begegnet wird. Im Jahr 2000 gab es 1654 Haus√§rzte, 2007 waren es 1437. Die Zahl der berufst√§tigen √Ąrzte stieg ‚Äď fast ausschlie√ülich bedingt durch die Zunahme der Zahl ausl√§ndischer, berufst√§tiger √Ąrzte ‚Äď von 9200 (2016) auf 9499 (2019) an, wobei unter anderem das Durchschnittsalter sowohl der praktizierenden √Ąrzte als auch der Patienten weiter gestiegen ist und immer mehr √Ąrzte nur in Teilzeit arbeiten, weshalb die steigende Zahl der √Ąrzte ‚Äď aus Sicht der √Ąrztekammer ‚Äď bei Weitem nicht ausreicht, um den Mangel an Medizinern auszugleichen. Zwar ist die √Ąrztedichte in Sachsen-Anhalt (ein Arzt auf 236 Einwohner) h√∂her als in Brandenburg (249 Einwohner je Arzt) und Niedersachsen (242 Einwohner je Arzt), allerdings nutzen viele Brandenburger die Angebote in Berlin und viele Niedersachsen besuchen Praxen in Hamburg und Bremen, zudem ist das Durchschnittsalter sachsen-anhaltischer berufst√§tiger √Ąrzte und Patienten ‚Äď und damit die ‚ÄěKrankheitslast‚Äú pro Einwohner ‚Äď h√∂her. Die seit 2010 an den Universit√§ten in Halle und Magdeburg eingerichteten Lehrst√ľhle f√ľr Allgemeinmedizin, die 2020 erstmals umgesetzte Landarztquote und eine bessere Organisation der Facharztausbildung sind Ma√ünahmebausteine, die einer drohenden weiteren Versch√§rfung des Medizinermangels ‚Äď insbesondere hinsichtlich Haus√§rzten im l√§ndlichen Raum ‚Äď entgegenwirken sollen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Zeitraum 2015/17 bei 76,2 Jahren f√ľr M√§nner und bei 82,5 Jahren f√ľr Frauen. Die M√§nner belegen damit unter den deutschen Bundesl√§ndern Rang 16, w√§hrend Frauen Rang 14 belegen. Beide Werte liegen damit unter dem Bundesdurchschnitt, jedoch wesentlich ‚Äď um fast sieben beziehungsweise fast sechs Jahre ‚Äď √ľber den Werten von 1990. Regional hatten 2013/15 Magdeburg (Gesamtbev√∂lkerung: 80,07 Jahre), Dessau-Ro√ülau (79,88) und der Saalekreis (79,78) die h√∂chste sowie der Altmarkkreis Salzwedel (78,79), Landkreis Stendal (78,77) und der Salzlandkreis (78,41) die niedrigste Lebenserwartung.

Bevölkerungsentwicklung

Sachsen-Anhalt hatte am 31.¬†Dezember 2019 insgesamt knapp 2,2¬†Millionen Einwohner. Der zahlenm√§√üige Bev√∂lkerungsr√ľckgang in Sachsen-Anhalt ist ein nicht erst seit der Wiedervereinigung nahezu ungebrochener Trend und in ungef√§hr gleichem Ma√üe auf die geringe Anzahl Neugeborener sowie die Abwanderung von Sachsen-Anhaltern in andere Regionen zur√ľckzuf√ľhren, wobei seit 2014 ein positiver Wanderungssaldo bestand- seit 2019 auch hinsichtlich der Binnenwanderung der deutschen Bev√∂lkerung. Im Jahr 2015 wuchs die Bev√∂lkerung um 9.922 Personen. Trotz eines seit 1994 zu verzeichnenden leichten Anstieges der Geburtenzahlen erreichte die Reproduktionsquote nur etwa 50 Prozent. Laut einer Bev√∂lkerungsprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt (detailliert weiter unten angegeben) wird die Bev√∂lkerungszahl bis 2025 auf rund 1,9¬†Millionen zur√ľckgehen. Sollte diese Prognose zutreffen, w√§re die Bev√∂lkerung Sachsen-Anhalts seit der Wende um rund 30 Prozent geschrumpft. Besonders stark betroffen davon sind die Landkreise Mansfeld-S√ľdharz, Salzlandkreis und Anhalt-Bitterfeld, w√§hrenddessen sich die beiden Gro√üst√§dte stabilisiert haben.

Die Einwohnerzahlen nach der Kreisreform 2007 liegen zwischen 92.000 und 237.000 bei den kreisfreien Städten und zwischen 96.000 und 247.000 bei den Landkreisen (Datenstand 2005). Die Einwohnerdichte schwankt bei den neuen Kreisgebieten zwischen 42 und 159 Einwohnern pro Quadratkilometer (Datenstand 2005). Besonders niedrige Werte haben die beiden Landkreise der Altmark, der Landkreis Jerichower Land und der Landkreis Wittenberg.

Der Ausl√§nderanteil (Einwohner ohne deutsche Staatsangeh√∂rigkeit; Doppelstaatler z√§hlen nicht als Ausl√§nder) betrug am 31.¬†Dezember 2014 in Sachsen-Anhalt 2,8 Prozent und ist damit im Vergleich zu den anderen deutschen L√§ndern¬†‚Äď nach Th√ľringen und Brandenburg¬†‚Äď der drittniedrigste.

Die Fertilit√§tsrate pro Frau lag 2017 bei 1,61 Kindern und damit leicht √ľber dem landesweiten Durchschnitt von 1,57 Kindern.

Bevölkerungsentwicklung in den Landkreisen und kreisfreien Städten

Die f√ľnfte regionalisierte Bev√∂lkerungsprognose f√ľr Sachsen-Anhalt 2008 bis 2025 des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt prognostiziert einen weiteren Bev√∂lkerungsr√ľckgang. Dieser war f√ľr die gro√üen St√§dte weniger stark erwartet worden als f√ľr entlegenere, wirtschaftsschwache und d√ľnn besiedelte Landkreise sowie Gebiete mit Gro√üwohnsiedlungen. Die Prognose enth√§lt folgende Einwohnerzahlenentwicklung:

Anmerkungen:
1) 5. Regionalisierte Einwohnerprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt

3) Zum Vergleich und zur Vervollständigung nachgetragene tatsächlich in der Fortschreibung festgestellte Zahlen.

Bevölkerungsprognose

In der Bev√∂lkerungsprognose Wegweiser Kommune von 2011 der Bertelsmann Stiftung wird Sachsen-Anhalt ein fortw√§hrender Bev√∂lkerungsr√ľckgang von 13,6 Prozent bis 2030 vorausgesagt.

Die sechste regionalisierte Bev√∂lkerungsprognose f√ľr Sachsen-Anhalt 2016 bis 2030 des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt prognostiziert weiterhin einen Bev√∂lkerungsr√ľckgang. Die beiden Gro√üst√§dte werden zun√§chst weiter wachsen und erst ab Mitte der 2020er Jahre einen Teil des Zuwachses wieder verlieren. Die Prognose enth√§lt folgende Einwohnerzahlenentwicklung:

Anmerkungen:
2) 6. Regionalisierte Einwohnerprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt

Politik

Verfassung

Die Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt wurde 1992 vom Landtag Sachsen-Anhalt beschlossen. Sie gliedert sich in vier Hauptteile.

Wahlen

Bei der ersten freien Wahl nach der (Wieder-)Gr√ľndung des Landes 1990 bildeten CDU (39,0¬†Prozent) und FDP, die mit 13,5¬†Prozent ihr bislang bestes Ergebnis in Ostdeutschland erreichte, eine schwarz-gelbe Koalition unter dem Ministerpr√§sidenten Gerd Gies (CDU). Im Juli 1991 trat Gies zur√ľck, ihm folgte der bis dato als Finanzminister amtierende Werner M√ľnch (CDU). Als auch M√ľnch im November 1993 zur√ľcktrat, wurde Christoph Bergner (CDU) zum Ministerpr√§sidenten gew√§hlt. Hohe Arbeitslosigkeit und die schlechte wirtschaftliche Lage im ehemaligen Schwerpunktgebiet chemischer Industrie und des Schwermaschinenbaus f√ľhrten zu einer hohen Unzufriedenheit der W√§hler mit der schwarz-gelben Koalition. Bei der Landtagswahl 1994 zog die SPD mit 34¬†Prozent fast gleichauf mit der CDU (34,4¬†Prozent). Da jedoch die FDP mit 3,6¬†Prozent aus dem Landtag ausschied, kam der CDU der Koalitionspartner abhanden. So konnte der SPD-Spitzenkandidat Reinhard H√∂ppner mit den Gr√ľnen zun√§chst eine rot-gr√ľne Minderheits-Koalition mit Duldung der PDS bilden. Nach dem Ausscheiden der Gr√ľnen aus dem Landtag bei der Landtagswahl 1998 bildete H√∂ppner eine SPD-Minderheitsregierung unter Tolerierung der PDS. Dieses wurde als Magdeburger Modell bekannt. Aufsehen erregte bei dieser Wahl auch der Erfolg der als rechtsextrem geltenden DVU, die 12,9¬†Prozent erreichte.

Mit der Wahl zum vierten Landtag Sachsen-Anhalt im M√§rz 2002 fiel die vorher regierende SPD mit zweistelligen Verlusten hinter CDU und PDS zur√ľck und wurde nur drittst√§rkste Partei im Landtag. Die DVU war durch interne Streitigkeiten zerbrochen und schied wieder aus dem Landtag aus. Hingegen konnte die FDP mit einem Ergebnis von 13,3¬†Prozent erneut in den Landtag einziehen, CDU und FDP bildeten unter dem neuen Ministerpr√§sidenten Wolfgang B√∂hmer die Regierung. Bei der Landtagswahl 2006 erlitt die FDP Verluste auf 6,7¬†Prozent, f√ľr eine erneute Koalitionsbildung mit der CDU (36,2¬†Prozent) reichte es nicht mehr. Daher bildete die CDU mit der SPD eine gro√üe Koalition unter dem erneuten Ministerpr√§sidenten B√∂hmer. Bei der Landtagswahl 2011 konnten die Gr√ľnen, nachdem sie auch 2006 nicht die F√ľnf-Prozent-H√ľrde genommen hatten, erstmals seit 1998 wieder in den Landtag einziehen. Die FDP schied mit erneuten Verlusten und einem Ergebnis von 3,8¬†Prozent wieder aus dem Landtag aus. Eine rechnerisch m√∂gliche rot-rote Koalition unter F√ľhrung der Linken (23,7¬†Prozent) wurde von der SPD (21,5¬†Prozent) mit ihrem Spitzenkandidaten Jens Bullerjahn strikt ausgeschlossen, da die Linke den Posten des Ministerpr√§sidenten f√ľr sich beanspruchte. Somit bildeten CDU und SPD unter dem neuen Ministerpr√§sidenten Reiner Haseloff (CDU) erneut eine gro√üe Koalition. Amtsinhaber B√∂hmer trat aus Altersgr√ľnden nicht erneut zur Wahl an. Sachsen-Anhalt wies damit von 1994 bis 2016 mit wechselnder Beteiligung ein Vier-Parteien-Parlament auf.

Bei der Landtagswahl am 13. M√§rz 2016 wurden die Mehrheitsverh√§ltnisse deutlich ver√§ndert: Die erstmals kandidierende AfD erreichte aus dem Stand heraus 24,3 Prozent der Stimmen und l√∂ste die Linke als zweitst√§rkste Kraft im Landtag ab. Die Linkspartei selbst erreichte bei deutlichen Verlusten und 16,3 Prozent den dritten Platz, wohingegen die SPD von 21,5 Prozent der Stimmen auf 10,6 Prozent abst√ľrzte und damit nur noch den vierten Platz erreichte. Weiterhin wurde die CDU mit 29,8 Prozent st√§rkste Kraft, f√ľnfte Kraft wurden die Gr√ľnen.

Erstmals in der Landesgeschichte verfehlten CDU und SPD damit eine eigenst√§ndige Mehrheit, so dass Ministerpr√§sident Rainer Haseloff die bundesweit erste ‚ÄěKenia-Koalition‚Äú aus CDU, SPD und B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen bildete.

Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt
  • 1946‚Äď1948 Bruno B√∂ttge, SED
  • 1948‚Äď1950 Adam Wolfram, SED
  • 1950‚Äď1952 Michael Schr√∂der, SED
  • 1990‚Äď1998 Klaus Keitel, CDU
  • 1998‚Äď2002 Wolfgang Schaefer, SPD
  • 2002‚Äď2006 Adolf Spotka, CDU
  • 2006‚Äď2011 Dieter Steinecke, CDU
  • 2011‚Äď1. Dezember 2015 Detlef G√ľrth, CDU
  • 9. Dezember 2015‚Äď2016 Dieter Steinecke, CDU
  • 12. April 2016 ‚Äď 21. August 2016 Hardy G√ľssau, CDU
  • 1. September 2016 ‚Äď 6. Juli 2021 Gabriele Brakebusch, CDU
  • seit 6. Juli 2021 Gunnar Schellenberger, CDU
Oberpräsident der Provinz Sachsen-Anhalt
  • 1945‚Äď1947: Erhard H√ľbener, LDPD

Landesregierungen


Volksentscheide

Am 23. Januar 2005 fand im Land ein Volksentscheid zur Betreuung in Kindertagesstätten statt. Dieser scheiterte unecht u. a. an der niedrigen Wahlbeteiligung.

Extremismus

Laut Verfassungsschutzbericht war der Anteil von rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten 2005 im Vergleich h√∂her als in anderen deutschen L√§ndern. Im ersten Quartal 2007 wurde nahezu eine Halbierung der Straftaten verzeichnet, die nur auf eine ‚Äěandere Auslegung‚Äú von Straftaten durch das Landeskriminalamt zur√ľckzuf√ľhren war. 2006 wurden 1.240 rechtsextreme Straftaten verzeichnet.

Im November 2018 wurden in einer Kleinen Anfrage im Landtag von Sachsen-Anhalt, veranlasst aus der AfD-Fraktion, neue Zahlen zur politischen Kriminalität benannt. Demnach gab es im Vorjahr 2017 nach einem deutlichen Abfall nur noch 1.461 rechtspolitisch motivierte Straftaten (darunter 105 Gewalttaten), weiterhin 357 linkspolitisch motivierte Straftaten (darunter 41 Gewalttaten) und 30 religiöse Straftaten sowie 14 politische Straftaten ausländischer Ideologien.

Verwaltungsgliederung

Sachsen-Anhalt untergliedert sich administrativ in elf Landkreise und drei kreisfreie Städte. Die derzeitige Verwaltungsstruktur entstand durch zwei Kreisreformen, wobei in der ersten Kreisgebietsreform am 1. Juli 1994 aus vormals 37 Landkreisen 21 neue Landkreise gebildet wurden, deren Zahl am 1. Juli 2007 auf elf reduziert wurde (siehe auch: Kreisreform Sachsen-Anhalt 2007).

Sachsen-Anhalt gliedert sich in 218 Gemeinden, darunter 104 St√§dte, von denen drei kreisfrei sind (Stand: 1.¬†Januar 2014). Bis 31.¬†Dezember 2009 gab es 857 Gemeinden, die zur Erf√ľllung ihrer Aufgaben teils in Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen waren. Im Rahmen der Gemeindegebietsreform 2010 wurden die Verwaltungsgemeinschaften aufgel√∂st und in Verbandsgemeinden oder Einheitsgemeinden umgewandelt.

Bis 2003 gab es in Sachsen-Anhalt mit Dessau, Halle und Magdeburg drei Regierungsbezirke. Diese wurden zum 1.¬†Januar 2004 aufgel√∂st, die Arbeit der Regierungspr√§sidien √ľbernahm das f√ľr das gesamte Land eingerichtete Landesverwaltungsamt mit Sitz in Halle (Saale) und Nebenstellen in Dessau und Magdeburg.

Bevölkerungsreichste Städte

Wappen und Flagge

Das Wappen Sachsen-Anhalts symbolisiert im oberen Feld die ehemalige preußische Provinz Sachsen, im unteren Feld den ehemaligen Freistaat Anhalt. Die Landesfarben sind gelb-schwarz.

Genaueres siehe in den Artikeln Wappen Sachsen-Anhalts und Flagge Sachsen-Anhalts

Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt

  • Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt
  • Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt

Partnerschaften

Das Land Sachsen-Anhalt unterhält folgende Partnerschaften:

  • Region Centre-Val de Loire (Frankreich), seit 5. Juli 2004
  • Woiwodschaft Masowien (Polen), seit 13. Oktober 2003

Wirtschaft und Infrastruktur

Medien

Die Landeshauptstadt Magdeburg ist Sitz des Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt, das zum Mitteldeutschen Rundfunk gehört. Die Medienanstalt Sachsen-Anhalt hat ihren Sitz in Halle (Saale). In einigen Gebieten gibt es private Fernsehsender wie das Magdeburger Fernsehen 1, RAN 1, das Regionalfernsehen Harz oder TV Halle. Die größten Tageszeitungen sind die in Magdeburg erscheinende Volksstimme und die Mitteldeutsche Zeitung in Halle (Saale) mit einer Auflage von jeweils rund 190.000 Exemplaren.

Wirtschaft

Nach 1945

Mit der Gliederung der L√§nder in Bezirke wurde das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts 1952 im Wesentlichen in die zwei Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt. Im planwirtschaftlichen System der DDR wurde der Bezirk Halle zum Chemiestandort ausgebaut, gepr√§gt von gro√üen Chemiefabriken in Leuna (Leunawerke), Schkopau (Buna-Werke) und Bitterfeld/Wolfen, die auch heute noch das sogenannte Mitteldeutsche Chemiedreieck bilden. Auch das Mitteldeutsche Braunkohlerevier, zu dem das Geiseltal und das Bitterfelder Bergbaurevier geh√∂ren sowie die Kupfererzf√∂rderung im Mansfelder Land und um Sangerhausen besch√§ftigten Zehntausende von Arbeitern. Die Wirtschaft im Bezirk Magdeburg hingegen war einerseits durch gro√üfl√§chige Landwirtschaft in der B√∂rde und Altmark gepr√§gt, andererseits durch Schwermaschinenkombinate wie SKET, die VEB Schwermaschinenbau ‚ÄěKarl Liebknecht‚Äú oder die VEB Schwermaschinenbau Georgi Dimitroff in Magdeburg, in welchen die zahlreichen Maschinenbaufirmen aus der Zeit vor 1945 zusammengefasst wurden.

Seit 1990

Sachsen-Anhalt verarbeitete den wirtschaftlichen Strukturwandel nach 1990 mit Erfolg und R√ľckschl√§gen zugleich. Die gro√üen Kombinate hatten schwere strukturbedingte Schwierigkeiten beim √úbergang in die Soziale Marktwirtschaft, da ihre technischen Anlagen meist v√∂llig veraltet waren, durch einen hohen Einsatz von Arbeitskr√§ften gepr√§gt waren und schwere Umweltsch√§den verursachten. Insbesondere die Kombinate im Maschinenbau, dem Chemiedreieck und im Bergbau brachen rasch nach der Wende zusammen, was den Verlust von mehreren zehntausend Arbeitspl√§tzen zur Folge hatte. Die Arbeitslosigkeit stieg von 10,3¬†% (167.127 Menschen) im Jahre 1991 √ľber 16,5¬†% (208.149 Menschen) im Jahre 1995 auf den H√∂chststand von 21,7¬†% 1998/1999 und verharrte auf diesem, in Deutschland zu dieser Zeit h√∂chsten Niveau √ľber mehrere Jahre bis 2005. Ab 2005 sank die Arbeitslosigkeit langsam und kontinuierlich auf 7,3¬†% im Dezember 2018. Dabei zeigt sich innerhalb des Bundeslandes ein Gef√§lle: So betrug die Quote im Landkreis B√∂rde im Dezember 2018 5,3¬†% und lag im Landkreis Mansfeld-S√ľdharz mit 10,0 Prozent fast doppelt so hoch.

Im April 2021 betrug ‚Äď inmitten der Corona-Pandemie ‚Äď die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt 7,7¬†% und war damit niedriger als etwa in Hamburg (8¬†%) und auf dem gleichen Niveau wie in Nordrhein-Westfalen (7,7¬†%).

Insgesamt gelang dem Land seit 1990 eine langsame, aber relativ stetige wirtschaftliche Erholung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verdoppelte sich in sieben Jahren von 20,3¬†Milliarden Euro im Jahr 1991 auf 42,7¬†Milliarden Euro im Jahr 1998. Die n√§chsten sieben Jahre bis 2005 waren von einer geringeren Dynamik gepr√§gt, das BIP wuchs lediglich auf 47,4¬†Milliarden Euro, was rund zehn Prozent Wachstum entspricht. 2006 sprang das Wachstum wieder st√§rker an und das BIP stieg bis 2008 auf 52,7¬†Milliarden Euro, was rund elf Prozent in drei Jahren entspricht. Mit einem R√ľckschlag durch Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 liegt das BIP 2010 bei 52,1¬†Milliarden Euro, womit es im L√§ndervergleich auf dem 12.¬†Platz liegt. Im Vergleich mit dem BIP der EU, ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards, erreichte Sachsen-Anhalt im Jahr 2014 einen Index von 87,0 (EU¬†28: 100 Deutschland: 126,0). Nicht nur gemessen am BIP, sondern auch an anderen Indikatoren liegt der Wohlstand von Sachsen-Anhalt unter dem Bundesdurchschnitt. Mit einer Reichtumsquote von 3,0¬†% belegten Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern 2015 den letzten Platz im Vergleich der Bundesl√§nder (Bundesdurchschnitt 7,5¬†%). Dagegen hatte Sachsen-Anhalt 2019 nach Bremen mit 21,4¬†% die zweith√∂chste Armutsquote und die h√∂chste unter den Fl√§chenl√§ndern, nahezu gleichauf mit Mecklenburg-Vorpommern. Wenn allerdings die Berechnung der Armutsgef√§hrdungsquote auf dem mittleren Einkommen des jeweiligen Landes basiert (Landesmedian), wenn also jedes Bundesland f√ľr sich betrachtet wird, liegt Sachsen-Anhalt mit einer Quote von 14,8¬†% nahezu gleichauf mit Bayern (14,7¬†%) und besser als der bundesweite Durchschnitt (15,9¬†%).

Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind heute vor allem die Chemie-, Mineral√∂l- und Pharmaindustrie (Dow Olefinverbund, Total Raffinerie Mitteldeutschland, SKW Piesteritz, Salutas), die Automobilzulieferindustrie (IFA, Thyssenkrupp), der Maschinenbau (FAM, EMAG, KSB), die Metallindustrie (MKM, Novelis, Salzgitter, Trimet), das Ern√§hrungsgewerbe (Rotk√§ppchen-Mumm, Hasser√∂der, Lieken, Aryzta/ Klemme), das Gesundheitswesen (Ameos, Salus) und der Tourismus, unterst√ľtzt durch eine starke, √∂ffentlich gef√∂rderte Forschungslandschaft. Neben den traditionellen Branchen haben sich auch der Dienstleistungssektor und neue Industrien wie Automobilindustrie, Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnik, Medien, Holzindustrie, Nachwachsende Rohstoffe, Windenergie und Photovoltaik als wichtige Branchen etabliert. Die relative Strukturschw√§che des Landes bleibt jedoch bestehen, da Neuansiedlungen von Industriebetrieben mit Zehntausenden Besch√§ftigten in hochentwickelten Industriel√§ndern wie Deutschland heutzutage un√ľblich sind.

Insbesondere die chemische Industrie Sachsen-Anhalts ist in einigen Bereichen bundesweit f√ľhrend. So wurden im Jahr 2017 im Land D√ľngemittel und Stickstoffverbindungen im Wert von 808,6 Millionen Euro produziert, was einem Anteil von 26 Prozent der gesamten Produktion in Deutschland entspricht.

Sachsen-Anhalt hat zudem eine starke, hochproduktive pharmazeutische Industrie mit Werken zahlreicher namhafter Hersteller wie Bayer, Hexal, Dermapharm/ Mibe, Klocke-Gruppe/ IDT Biologika. So ist Bayer Bitterfeld der Standort, an dem Aspirin f√ľr den deutschen Markt hergestellt wird- etwa 10 Milliarden Tabletten j√§hrlich und mehr als 120 Milliarden seit 1995. Dar√ľber hinaus kommt ein wesentlicher Teil (etwa 30¬†%) der deutschen Impfstoffproduktion aus Dessau-Ro√ülau (IDT Biologika) und Brehna (Dermapharm/ Mibe). Hier werden zur Bek√§mpfung der Corona-Pandemie unter anderem Impfstoffe von AstraZeneca, Johnson und Johnson/ Janssen und Biontech produziert.

Sachsen-Anhalts Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist gepr√§gt durch √ľberregional bekannte Marken wie Rotk√§ppchen, Hasser√∂der, Halloren, Kathi, Zetti, Argenta und Wikana. Zudem werden in Lutherstadt Wittenberg in Deutschland f√ľhrende Margarinemarken (Rama, L√§tta, Becel) und Toast- sowie Brotmarken (Golden Toast, Lieken Urkorn) produziert. Rotk√§ppchen-Mumm aus Freyburg (Unstrut) ist Deutschlands gr√∂√üter Sekthersteller, Halloren aus Halle die √§lteste Schokoladenfabrik der Bundesrepublik. In Wei√üenfels befinden sich Deutschlands gr√∂√üter Mineralwasserproduzent (MEG-Gruppe) und bedeutende Schlachtereistandorte (T√∂nnies). Grundlage f√ľr das starke Ern√§hrungsgewerbe sind unter anderem die besten ‚Äď und mitunter ertragreichsten ‚Äď B√∂den Deutschlands und mitunter Europas, die sich in der Magdeburger B√∂rde befinden und eine hochautomatisierte Agrarwirtschaft. Sachsen-Anhalt ist mithin die Kornkammer Deutschlands.

Einer der gr√∂√üten Arbeitgeber f√ľr die Menschen in Sachsen-Anhalt befindet sich wenige Kilometer westlich der Landesgrenze zu Niedersachsen: Die gr√∂√üte Fabrik der Welt, das Volkswagenwerk in Wolfsburg, in dem rund 10.000 Sachsen-Anhalter besch√§ftigt sind.

In Sachsen-Anhalt selbst sind bei rund 270 Automobilzulieferern ca. 26.000 Beschäftigte zu verzeichnen. Zu den größten Automobilzulieferern des Landes gehört die Haldenslebener IFA-Group, der größte Kardanwellenhersteller Europas. Die Automobilzulieferindustrie Sachsen-Anhalts ist im Cluster MAHREG Automotive organisiert.

Eines der gr√∂√üten Photovoltaikunternehmen der Welt, Hanwha Q Cells, hat seinen weltweiten Hauptsitz f√ľr Technologie und Innovation in Thalheim im Solar Valley.

Sachsen-Anhalt weist zudem zahlreiche im E-Commerce tätige Unternehmen auf. So kommen aus dem Land einige der ersten und größten deutschen Internetapotheken (Mycare aus Wittenberg, Bodfeld aus Blankenburg, ipill aus Gräfenhainichen). Die Schweizer Zur Rose Gruppe, bekannt unter der Marke Doc Morris, begann einst ihr Deutschlandgeschäft mit Einrichtung eines Deutschlandsitzes in Halle. Ebenfalls in Halle ansässig ist das Startup Relaxdays, ein Produktentwickler, -vermarkter und -versender, der inzwischen (2021) zum größten E-Commerce-Unternehmen Mitteldeutschlands herangewachsen ist.

Innovative und mehrfach preisgekr√∂nte Startups wie Tesvolt und Ecosia wurden von Wittenbergern gegr√ľndet.

Ein Startup-Gr√ľnder aus Dessau stand ferner hinter dem im nahezu an Sachsen-Anhalt angrenzenden Leipzig domizilierten Unister (‚Äěab-in-den-urlaub.de‚Äú), dem zumindest zwischenzeitlich gr√∂√üten deutschen Online-Reisekonzern, der h√§tte f√ľr 900 Millionen Euro an ProSieben verkauft werden k√∂nnen und dessen Reisemarken mittlerweile an die tschechisch-chinesische Reisegruppe Invia Group verkauft worden sind.

Die Region zwischen Halle und dem in Sachsen liegenden Leipzig bildet eine wirtschaftliche Schwerpunktregion, die besonders von guter verkehrstechnischer Erreichbarkeit profitiert (Autobahnen A¬†9, A¬†14, A¬†38, A¬†143, Flughafen Leipzig-Halle, Bahnknotenpunkt Halle). Traditionell befindet sich in der Gegend mit dem ‚ÄěChemiedreieck‚Äú ein Schwerpunkt von Chemie- und Erd√∂lindustrie in Deutschland. Insbesondere in Leuna wurden in den letzten Jahren die gr√∂√üten Auslandsinvestitionen ganz Ostdeutschlands get√§tigt. Auch die Region n√∂rdlich und westlich von Magdeburg ist mit ihrer g√ľnstigen Lage zwischen Berlin und Hannover am Kreuz von A¬†2 und A¬†14 sowie dem Wasserstra√üenkreuz zunehmend ein Investitions- und Ansiedlungsschwerpunkt geworden.

Im Jahr 2020 war Sachsen-Anhalt das Bundesland, in dem die Wirtschaftsleistung am wenigsten stark zur√ľckging und zeigte damit bundesweit die beste Wirtschaftsentwicklung.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen

In Sachsen-Anhalt hat sich seit 1990 eine ausgepr√§gte Forschungs- und Wissenschaftslandschaft entwickelt. Neben der Otto-von-Guericke-Universit√§t Magdeburg und der Martin-Luther-Universit√§t Halle-Wittenberg verf√ľgt das Land Sachsen-Anhalt √ľber acht weitere Hochschulen.

  • Hochschule Anhalt
  • Hochschule Harz
  • Hochschule Merseburg
  • Hochschule Magdeburg-Stendal
  • Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  • Evangelische Hochschule f√ľr Kirchenmusik Halle
  • Theologische Hochschule Friedensau
  • Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt

Insbesondere um die beiden Universit√§ten haben sich Forschungseinrichtungen der gro√üen deutschen Forschungsinstitute angesiedelt. So gibt es heute f√ľnf Institute der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz, drei Max-Planck-Institute, eine Max-Planck-Forschungsstelle, zwei Fraunhofer-Einrichtungen und Standorte von zwei Gro√üforschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft. Hinzu kommt das Julius K√ľhn-Institut mit Sitz in Quedlinburg. Des Weiteren unterh√§lt das Robert Koch-Institut eine Liegenschaft mit dem Schwerpunkt Infektionskrankheiten in Wernigerode.

Leibniz-Gemeinschaft

  • Leibniz-Institut f√ľr Wirtschaftsforschung Halle
  • Leibniz-Institut f√ľr Agrarentwicklung in Transformations√∂konomien in Halle
  • Leibniz-Institut f√ľr Neurobiologie in Magdeburg
  • Leibniz-Institut f√ľr Pflanzenbiochemie in Halle
  • Leibniz-Institut f√ľr Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben

Max-Planck-Gesellschaft

  • Max-Planck-Institut f√ľr Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg
  • Max-Planck-Institut f√ľr ethnologische Forschung in Halle
  • Max-Planck-Institut f√ľr Mikrostrukturphysik in Halle
  • Max-Planck-Forschungsstelle f√ľr Enzymologie der Proteinfaltung in Halle

Fraunhofer-Gesellschaft

  • Fraunhofer-Institut f√ľr Fabrikbetrieb und -automatisierung in Magdeburg
  • Fraunhofer-Institut f√ľr Werkstoffmechanik in Halle
  • Fraunhofer-Center f√ľr Silizium-Photovoltaik in Halle
  • Fraunhofer-Institut f√ľr Zelltherapie und Immunologie, Projektgruppe Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung, Halle

Helmholtz-Gemeinschaft

  • Helmholtz-Zentrum f√ľr Umweltforschung ‚Äď UFZ in Leipzig, Halle und Magdeburg
  • Deutsches Zentrum f√ľr Neurodegenerative Erkrankungen in Magdeburg

Mit teilweise expliziten Stadtvierteln und Standorten f√ľr Forschungsinstitute wie dem Wissenschaftshafen in Magdeburg und dem Weinberg Campus in Halle versuchen die St√§dte, weitere Ansiedlungen von technik- und forschungsaffinen Einrichtungen besonders zu unterst√ľtzen.

Mit der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina hat die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt ihren Sitz in Sachsen-Anhalt. Am 14. Juli 2008 wurde die Leopoldina zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands erklärt. Sie hat ihren Sitz seit 1878 in Halle.

Energie

Zu DDR-Zeiten sollte das Kernkraftwerk Stendal als größtes seiner Art entstehen und wäre mit einer Gesamtleistung von 4000 Megawatt auch das größte Kernkraftwerk Deutschlands insgesamt geworden. Das Kraftwerk Schkopau ist das gegenwärtig größte Kraftwerk, das mit fossilen Brennstoffen betrieben wird und eine Leistung von 900 MW hat. Der größte Windpark des Landes befindet sich zwischen den Orten Biere und Borne; er hat eine Leistung von 109 MW.

Im Bundesl√§ndervergleich ‚ÄěErneuerbare Energie‚Äú wurde Sachsen-Anhalt im Jahr 2012 in der Kategorie ‚ÄěWirtschaftsmotor‚Äú als Sieger ausgezeichnet. In der Gesamtwertung zwar nur auf Platz 5 verortet, steht das Land demnach insbesondere bei den Wirtschafts- und Besch√§ftigungseffekten der Erneuerbare-Energien-Branche gut da. Durch Produktionsanlagen von Unternehmen der Branche, aber auch durch die eigene intensive Nutzung erneuerbarer Energien wird die regionale Wertsch√∂pfung durch Wind, Sonne und Biomasse vorangetrieben. Gem√§√ü dem Energiekonzept 2020 der Landesregierung sollen erneuerbare Energien bis 2020 einen Anteil von 20¬†% am Prim√§renergieverbrauch erreichen.

Gro√üe Bedeutung hat insbesondere die Windenergie. Im Jahr 2012 konnten die in Sachsen-Anhalt installierten Windkraftanlagen ca. 55¬†% des Nettostrombedarfs des Landes decken. Damit rangiert das Land deutschlandweit nach Mecklenburg-Vorpommern auf dem vierten Platz. Mitte 2016 waren 2.731 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 4.689 MW installiert. Die Tradition der verst√§rkten Windkraftnutzung reicht insbesondere in Anhalt tief in das 19.¬†Jahrhundert zur√ľck.

Das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt veröffentlicht regelmäßig Daten zur Stromerzeugung und zum -Verbrauch. Im Jahr 2018 wurden in Sachsen-Anhalt demnach 26,7 Mrd. kWh Strom erzeugt. Von diesen wurden 27,8 % durch Braunkohle erzeugt (7,4 Mrd. kWh) und 15,1 % durch Erdgas (4 Mrd. kWh). Der Hauptanteil der Stromerzeugung bildeten mit 51,2 % die Erneuerbaren Energien (13,7 Mrd. kWh). Diese 51,2 % lassen sich aufteilen in 30,5 % Windstrom (8,1 Mrd. kWh), weiterhin 11,1 % Biomasse (2,9 Mrd. kWh), außerdem 9,1 % Photovoltaik (2,4 Mrd. kWh) und jeweils unter ein Prozent Wasserkraft sowie Klär- und Deponiegas.

Schienenverkehr

Eine der ersten Bahnstrecken Deutschlands wurde 1840 zwischen K√∂then und Dessau er√∂ffnet. Nach dem abschnittsweisen Ausbau der sogenannten Anhalter Bahn √ľber Wittenberg und J√ľterbog endete diese Strecke im Berliner Anhalter Bahnhof. K√∂then wurde zum ersten Eisenbahnknoten Deutschlands, da es bereits an der Magdeburg-Leipziger Eisenbahn lag. Deren Strecke erreichte im Juni 1840 K√∂then, nachdem 1839 zwischen Magdeburg und Sch√∂nebeck der Verkehr aufgenommen worden war.

Heute sind die wichtigsten Bahnstrecken des Landes die als Lehrter Bahn bezeichnete Strecke von Berlin nach Hannover √ľber Stendal, die Bahnstrecke Berlin‚ÄďHalle als Verbindung zwischen Berlin und M√ľnchen, die Strecke Berlin‚ÄďMagdeburg, die Strecke Magdeburg‚ÄďBraunschweig mit Verbindungen nach Hannover sowie die Bahnstrecke Magdeburg‚ÄďLeipzig, mit der Magdeburg und Halle verbunden sind. Hinzu kommt ein Netz aus weiteren Haupt- und Nebenbahnen, welche die St√§dte des Landes verbinden, beispielsweise von Magdeburg und Halle in die Harzvorst√§dte und den Harz. Diese Strecken werden √ľberwiegend vom Verkehrsunternehmen Abellio Rail Mitteldeutschland bedient, welches in Sachsen-Anhalt nach der Deutschen Bahn die zweitmeisten Zugkilometer erbringt. Vor allem touristische Zwecke erf√ľllen die Harzer Schmalspurbahnen (HSB).

Wichtigste Bahnknoten sind Halle und Magdeburg, ferner sind auch die Bahnhöfe in Stendal, Halberstadt, Köthen, Dessau, Lutherstadt Wittenberg, Bitterfeld, Weißenfels, Naumburg und Sangerhausen von Bedeutung.

In den Großräumen Magdeburg und Halle existieren S-Bahnen (S-Bahn Mittelelbe, S-Bahn Mitteldeutschland).

Straßennetz

Von √ľberregionaler Bedeutung sind vor allem f√ľnf Bundesautobahnen, die das Land durchziehen. In Ost-West-Richtung verl√§uft im n√∂rdlichen Sachsen-Anhalt an Magdeburg vorbei die A¬†2 Berlin‚ÄďHannover, im √∂stlichen Teil des Landes verl√§uft die A¬†9 Berlin‚ÄďM√ľnchen in Nord-S√ľd-Richtung und erschlie√üt die St√§dte Dessau, Bitterfeld, Halle und Wei√üenfels. Quer durch Sachsen-Anhalt verl√§uft die A¬†14 von Dresden √ľber Halle nach Magdeburg und tangiert dabei Bernburg, Sta√üfurt und Sch√∂nebeck. Geplant ist eine Verl√§ngerung dieser Autobahn nach Norden √ľber Stendal, Osterburg (Altmark) und Wittenberge (Brandenburg) zum Dreieck Schwerin (Altmark-Autobahn). Bei Bernburg beginnt die A¬†36, die n√∂rdlich des Harz die St√§dte Aschersleben, Quedlinburg, Thale, Blankenburg (Harz) und Wernigerode erschlie√üt und bis Braunschweig f√ľhrt. Im S√ľden Sachsen-Anhalts verl√§uft in ostwestlicher Richtung die A¬†38 (Leipzig‚ÄďG√∂ttingen), tangiert Sangerhausen und erschlie√üt den S√ľdharz. Verbunden wird diese Autobahn mit der A¬†14 durch die noch unfertige A¬†143, die westlich um die Stadt Halle herumf√ľhrt und nach Fertigstellung zur Mitteldeutschen Schleife, einem Autobahn-Doppelring um die St√§dte Halle und Leipzig, werden soll. Ihre Fertigstellung wird jedoch seit mehreren Jahren durch Umweltverb√§nde verhindert.

Das n√∂rdliche Sachsen-Anhalt erschlie√üen von Magdeburg aus vor allem die B¬†71 und B¬†189, die in Ermangelung einer Autobahn in diesem Gebiet ein hohes Verkehrsaufkommen haben. Die B¬†71 bindet Haldensleben, Gardelegen und Salzwedel an, die B¬†189 die St√§dte Stendal, Osterburg (Altmark) und Seehausen (Altmark). Den Norden Sachsen-Anhalts verbindet die B¬†190 von Salzwedel nach Seehausen. Die Weiterf√ľhrung der B¬†6 vom Autobahnkreuz Bernburg an der A¬†14 zur A¬†9 s√ľdlich von Dessau ist bis K√∂then bereits in Betrieb. Der letzte Teilabschnitt zwischen K√∂then und der A¬†9 s√ľdlich Dessau soll 2022 fertiggestellt werden.

Durch Sachsen-Anhalt verl√§uft als Teil der Transromanica auch die Stra√üe der Romanik, eine Ferienstra√üe, die wegen des gro√üen romanischen Erbes dieser Landschaft eingerichtet wurde. Ebenfalls durch Sachsen-Anhalt f√ľhrt die Stra√üe der Familie Bismarck.

Flugverkehr

Zwischen Halle und Leipzig befindet sich auf sächsischem Gebiet der internationale Flughafen Leipzig/Halle. In Magdeburg liegt der Flugplatz Magdeburg, der vorrangig von Sport- und Privatfliegern genutzt wird. In der Nähe der Stadt Aschersleben gibt es den Flughafen Cochstedt, der mehrere Jahre ohne Betrieb war und vom 30. März 2011 bis Ende 2013 von Ryanair genutzt wurde. Im Januar 2016 meldete der Flughafen Insolvenz an.

Wasserstraßen

Durch Sachsen-Anhalt verlaufen mit der Elbe, der Saale, dem Mittellandkanal und dem Elbe-Havel-Kanal wichtige Wasserstraßen, die sich bei der Landeshauptstadt Magdeburg am Wasserstraßenkreuz treffen. Binnenhäfen bestehen u. a. mit dem Hafen Magdeburg und dem Hafen Halle (Saale).

Kultur

Kulturlandschaft

Die Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts ist, im Gegensatz zu den angrenzenden L√§ndern Brandenburg, Sachsen oder Th√ľringen, regional √§u√üerst unterschiedlich und weist verh√§ltnism√§√üig wenige Gemeinsamkeiten auf. Zun√§chst unterscheidet sich das bereits ab 700 besiedelte altdeutsche Bauerngebiet westlich von Saale und Elbe von den w√§hrend der deutschen Ostkolonialisierung im 12. Jahrhundert germanisierten slawischen Siedlungsgebieten √∂stlich der beiden Fl√ľsse.

So entstand ab 700 zwischen Magdeburg und dem Harz ein Siedlungsgebiet, das ‚Äď wie das angrenzende S√ľdniedersachsen ‚Äď zu Ostfalen gez√§hlt wird. S√ľdlich des Harzes entstand gleichzeitig ein th√ľringisch gepr√§gtes Gebiet zwischen Zeitz und Sangerhausen. Im Norden des Landes bildete sich um das Jahr 1000 das Siedlungsgebiet der Altmark, die dem heutigen Brandenburg sehr √§hnlich ist. Gleiches gilt auch f√ľr das Jerichower Land zwischen Elbe und Fl√§ming. Im S√ľdosten des Landes, zwischen Halle und Wittenberg, entstand ab 1100 eine Region, die kulturell enge Verbindungen zu Sachsen aufweist. In der Mitte des Landes zieht sich in einem schmalen Streifen vom Harz bis nach Dessau die Region Anhalt hin, die eine Mischregion aus kulturellen Einfl√ľssen Ostfalens, Th√ľringens, Sachsens und Brandenburgs darstellt.

Damit kann man das heutige Land Sachsen-Anhalt in die Kulturr√§ume Altmark im Norden, Jerichower Land im Osten, Ostfalen im Westen, th√ľringisch gepr√§gte Gebiete im S√ľdwesten und s√§chsisch gepr√§gte Gebiete im S√ľdosten unterteilen. Dazwischen liegt in der Landesmitte Anhalt.

Kulturgeschichte

Die Gegend des heutigen Landes Sachsen-Anhalt war im Fr√ľhmittelalter einer der kulturellen Schwerpunkte im deutschsprachigen Raum. Die heutige Landeshauptstadt Magdeburg war zu jener Zeit eines der politischen Zentren im Heiligen R√∂mischen Reich Deutscher Nation. Von der fr√ľheren Bedeutung der gesamten Region zeugen heute die f√ľr das Land typischen, gut erhaltenen Baudenkm√§ler aus der Zeit der Romanik und der Gotik (siehe auch: Stra√üe der Romanik), wie die Dome zu Magdeburg und zu Halberstadt, die Quedlinburger Altstadt und viele Burgen und Kirchen. Laut Landesmarketinggesellschaft ist Sachsen-Anhalt das Bundesland mit der h√∂chsten Dichte an UNESCO-Weltkulturerben in Deutschland. Hierzu z√§hlen das Bauhaus Dessau in Dessau-Ro√ülau, die Luthergedenkst√§tten in Wittenberg und Eisleben, die Altstadt von Quedlinburg, das Dessau-W√∂rlitzer Gartenreich mit dem W√∂rlitzer Park und der Naumburger Dom. Pr√§gend f√ľr die hiesigen Ortschaften und St√§dte sind neben verwinkelten Fachwerkhausaltst√§dten und eng bebauten D√∂rfern, ebenfalls oft mit Fachwerkarchitektur und sehenswerten alten Dorfkirchen, auch Geb√§ude aus der Zeit der preu√üischen Provinz Sachsen, die seinerzeit als reichste Provinz des Landes galt.

K√ľche

Nicht-bundeseinheitliche Feiertage

  • Heilige Drei K√∂nige: 6. Januar
  • Reformationstag: 31. Oktober

Städte

Am 31. Dezember 2006 lebten 1.116.692 von 2.441.787 Einwohnern in St√§dten mit mehr als 20.000 Einwohnern, was einem relativ niedrigen Verst√§dterungsgrad von 45,73¬†% entspricht. Obwohl die meisten St√§dte bereits seit 1940 schrumpfen, bilden sie die kulturellen Zentren des Landes. Dies gilt insbesondere f√ľr die beiden gr√∂√üten St√§dte Magdeburg und Halle sowie f√ľr die Bauhaus-Stadt Dessau und die Lutherstadt Wittenberg. Bedingt durch die kulturellen Unterschiede der Landesteile unterscheiden sich auch die Stadtbilder erheblich. Von der Backsteingotik des norddeutschen Mittelalters sind beispielsweise die St√§dte Stendal, Salzwedel, Tangerm√ľnde, Gardelegen und Burg gepr√§gt. Durch Romanik und Gotik sind besonders die St√§dte in der Harzregion wie beispielsweise Halberstadt, Wernigerode, Sangerhausen, Aschersleben und in besonderem Ma√üe Quedlinburg und Eisleben gepr√§gt. Auch Naumburg, Merseburg, Zeitz und Sch√∂nebeck tragen heute noch eine mittelalterliche Pr√§gung in ihrem Weichbild. Die folgenden Stilepochen der Renaissance und des Barocks sind in vielen St√§dten vertreten, hervorzuheben sind hier vor allem die Renaissancebauten in Wittenberg, das zu dieser Zeit eine Bl√ľtephase erlebte. Auch die Residenzst√§dte K√∂then, Bernburg und Wei√üenfels weisen heute eine Vielzahl an barocken Geb√§uden auf. Die gr√∂√üte Stadt des Landes, Halle, hat ein stark durchmischtes Stadtbild von der Gotik bis zur modernen Architektur. Eine industriest√§dtische Pr√§gung weist vor allem die Stadt Bitterfeld-Wolfen auf. Bedingt durch die starke Zerst√∂rung im Zweiten Weltkrieg sind die Innenst√§dte Magdeburgs und Dessau-Ro√ülaus vor allem durch die sozialistische Nachkriegsarchitektur und Bauten der j√ľngsten Zeit gepr√§gt. Nach dem Ideal der Sozialistischen Stadt entstanden zu DDR-Zeiten gro√üe Teile Wolfens sowie Halle-Neustadt, die gr√∂√üte Plattenbaustadt der DDR. Insgesamt sind die Stadtbilder in Sachsen-Anhalt somit von einer enormen Vielfalt gepr√§gt, die die reichhaltige und wechselvolle Geschichte der Region und des gesamten Landes widerspiegelt.

Bauwerke

Burgen

Beg√ľnstigt zur Anlage von Burgen waren vor allem die s√ľdlichen, h√ľgeligen Landesteile. Im Norden und im Flachland griff man daher vor allem auf die Anlage von Wasserburgen zur√ľck. Entlang der deutsch-slawischen Siedlungsgrenze des fr√ľhen Mittelalters entstanden auch Stadtburgen (Magdeburg, Bernburg, Merseburg, Naumburg). Zu den √§ltesten Burgen des Landes geh√∂ren die ottonischen K√∂nigspfalzen, die sich unter anderem in Allstedt, Magdeburg, Memleben, Merseburg, Quedlinburg, Tilleda und Westerburg befanden. Zu den bedeutendsten heute erhaltenen Burgen geh√∂ren die Burg Falkenstein (Harz), die Burg Landsberg mit einer Doppelkapelle der Stauferzeit, die Neuenburg bei Freyburg an der Unstrut, die gro√üfl√§chige Burg Querfurt, die Rudelsburg und Burg Saaleck √ľber dem Naumburger Saaletal, die Burg Giebichenstein, die Moritzburg in Halle sowie die Burg Wettin als Stammsitz des europ√§ischen Herrschergeschlechts der Wettiner und die Burg Anhalt im Harz als Ursprung Anhalts. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Burgen und Burgruinen, vor allem im Harz, aber auch in anderen Landesteilen.

Später wurde die Stadt Magdeburg durch die Preußen zur Festung ausgebaut und dadurch zu einer der stärksten Festungen Deutschlands (siehe hierzu: Festung Magdeburg).

Schlösser

Die meisten Schlösser Sachsen-Anhalts stammen aus der Zeit der Renaissance und des Barocks. Im Harz gibt es viele Stadtschlösser, die aus Burgen hervorgingen und sich oberhalb der mittelalterlichen Altstädte befinden. Das bekannteste dieser Schlösser ist das Schloss Wernigerode, aber auch das Schloss Stolberg, das Schloss Blankenburg oder das Schloss Mansfeld lassen sich in diese Kategorie einordnen. Oft handelt es sich hierbei um Mischformen aus Burg und Schloss.

Des Weiteren gibt es in Sachsen-Anhalt einige Residenzschl√∂sser. Dazu geh√∂ren das Schloss Bernburg (F√ľrstentum Anhalt-Bernburg), der Johannbau in Dessau (F√ľrstentum Anhalt-Dessau) das Schloss Moritzburg (Sachsen-Zeitz), das Schloss Neu-Augustusburg (Sachsen-Wei√üenfels) und das Schloss Wittenberg (Kurf√ľrstentum Sachsen). Eine dritte Gruppe bilden Land- und Sommerresidenzen wie beispielsweise Schloss Mosigkau bei Dessau oder das gesamte Dessau-W√∂rlitzer Gartenreich mit mehreren Schl√∂sschen. Auch Schloss Oranienbaum und Schloss Zerbst (Katharina die Gro√üe) geh√∂ren in diese Gruppe. Ein Beispiel f√ľr ein Jagdschloss ist das Jagdschl√∂sschen Spiegelsberge aus dem Jahre 1782 bei Halberstadt.

Kirchen und Klöster

Sachsen-Anhalt ist reich an hochmittelalterlichen Kirchen und Klöstern der ottonischen Baukunst, der Romanik und der Gotik. Die Straße der Romanik enthält eine Vielzahl alter Sakralbauten, die in dieser Dichte in Deutschland wohl einzigartig ist.

Dome und Stadtkirchen

Es gibt einige Dome (Magdeburger Dom, Merseburger Dom, Naumburger Dom, Zeitzer Dom, Halberst√§dter Dom, Hallescher Dom und Havelberger Dom) sowie eine Vielzahl gro√üer Stadtkirchen (z.¬†B. St. Stephani in Aschersleben, St. Stephani in Calbe, die Marienkirche, die Johanniskirche in Dessau, die Martinikirche in Halberstadt, die Marktkirche in Halle, St. Jakob in K√∂then, St. Wenzel in Naumburg, die Nikolaikirche in Quedlinburg, St. Jakobi in Sch√∂nebeck, St. Marien in Stendal, St. Stephan in Tangerm√ľnde und die Stadtkirche in Wittenberg).

In Magdeburg blieben von den ehemals zahlreichen Kirchen der Magdeburger Dom, das Kloster Unser Lieben Frauen sowie die Kirchen St. Petri, St. Sebastian, St. Johannis und St. Nicolai erhalten.

Stifts- und Klosterkirchen

Es sind noch ottonische und romanische Klosterkirchen erhalten wie die Stiftskirchen in Quedlinburg, Walbeck, Gernrode, Halberstadt und Jerichow. Sehenswert sind auch die Huysburg, das Kloster Dr√ľbeck, das Kloster Gr√∂ningen, das Kloster Hadmersleben, das Kloster Hamersleben, das Kloster Hillersleben und weitere ehemalige Kl√∂ster. Kulturgeschichtlich bedeutsam ist das ehemalige Zisterzienserkloster Pforta, in dem seit dem 16. Jahrhundert die dortige Landesschule zahlreiche bedeutende Pers√∂nlichkeiten der Kultur und Politik hervorbrachte.

Da nach der Reformation die meisten Klöster und Stifte aufgelöst wurden, sind einige Bauten in der mittelalterlichen Architektur bis heute erhalten.

Schauspiel und Musik

In den Großstädten Halle und Magdeburg gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Theatern und Schauspielhäusern. In Dessau-Roßlau gibt es ebenfalls zwei Theater. Daneben stehen mit der Oper Halle und dem Theater Magdeburg zwei Opernhäuser in Sachsen-Anhalt.

Weitere, kleine Spielst√§tten sind √ľber das Bundesland verteilt.

Museen

Sachsen-Anhalt hat eine umfangreiche Vor- und Fr√ľhgeschichte. Zahlreiche Funde werden im Landesmuseum f√ľr Vorgeschichte in Halle ausgestellt. Darunter ist zum Beispiel die Himmelsscheibe von Nebra aus dem 2. Jahrtausend vor Christus. In der N√§he der Fundstelle im Burgenlandkreis wurde in den letzten Jahren zus√§tzlich ein Besucherzentrum gebaut.

Das Bauhaus Museum Dessau präsentiert Sammlungsmaterial der aus der Region stammenden, im 20. Jahrhundert bedeutsamen Kunst, Design und Architekturschule Bauhaus.

Mit dem Leben und Wirken des aus Eisleben stammenden und u. a. in Wittenberg wirkenden Reformators Martin Luther beschäftigen sich die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg.

Die 1698 gegr√ľndeten Franckeschen Stiftungen in Halle beherbergen eine Vielzahl an kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Einrichtungen.

Es gibt außerdem eine umfangreiche Ansammlung an weiteren Museen in den Großstädten Magdeburg und Halle, in Dessau sowie in verschiedenen Kleinstädten.

Historische Bibliotheken

Es gibt eine Reihe von Bibliotheken mit bedeutsamem historischen Druckschriftenbestand, zum Beispiel

  • die Marienbibliothek zu Halle an der Saale
  • die Bibliothek der Franckeschen Stiftung zu Halle
  • die Historische Bibliothek der Landesschule Pforta
  • die Francisceumsbibliothek in Zerbst
  • die Bibliothek Johann Wilhelm Ludwig Gleims und seiner Freunde im Gleimhaus
  • in der Universit√§ts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt.

Sport

Handball

Sachsen-Anhalt ist eine Hochburg des Handballs. Der traditionsreiche SC Magdeburg spielt in der 1., der Dessau-Ro√ülauer HV in der 2. Handball-Bundesliga. In der dritten Liga spielen ferner die zweite Mannschaft des SC Magdeburg und der SV Anhalt Bernburg. In der Saison 2017/2018 gelang den Halleschen Handballfrauen ‚ÄěWildcats ‚Äď SV Union Halle Neustadt‚Äú der Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Basketball

Im s√ľdlichen Sachsen-Anhalt ist einer der erfolgreichsten Basketballclubs Ostdeutschlands beheimatet. Der Mitteldeutsche Basketball Club (MBC) aus Wei√üenfels spielte f√ľnf Jahre lang¬†‚Äď von 1999 bis 2004¬†‚Äď in der 1. Basketballbundesliga BBL. 2004 gewann das Team den Europapokal des FIBA Europe Cup Men. Nach einigen Jahren in der 2. Bundesliga Pro A und Vizemeisterschaften 2006 und 2007 gelang dem MBC in der Saison 2008/2009 erneut der Aufstieg in die 1. Liga. In der Saison 2010/11 stieg der Verein allerdings wieder ab, schaffte aber den direkten Wiederaufstieg. 2016 mussten die Wei√üenfelser die BBL zum dritten Mal verlassen, wobei im Folgejahr wiederum der Aufstieg in die h√∂chste Spielklasse gelang.

Mit den SV Halle Lions stellt Sachsen-Anhalt zudem eine Frauenbasketballmannschaft in der 1. Bundesliga DBBL.

Fußball

In Sachsen-Anhalt ist der ehemalige (1974) Europapokalsieger 1. FC Magdeburg beheimatet, der in der Saison 2021/22 in der 3. Liga spielt, ebenso wie der Hallesche FC. In der Regionalliga Nordost der Frauen spielt der Magdeburger FFC.

Motorsport

In Oschersleben (Bode) befindet sich die Motorsport Arena Oschersleben, in der nationale und internationale Auto- und Motorradrennen stattfinden. In Teutschenthal befindet sich eine Motocross-Rennstrecke, auf der schon einige Male der Motocross-Weltmeisterschaften stattfanden.

Eishockey

In Halle spielt der Eishockey-Verein Saale Bulls in der Oberliga Nord (Saison 2017/2018). Seit der Saison 2014/15 spielen die Saale Bulls im Sparkassen-Eisdom, da die Volksbank Arena 2013 durch Hochwasser stark besch√§digt und ab Fr√ľhjahr 2016 schlie√ülich abgerissen wurde.

Sonstige Statistiken

Sachsen-Anhalt hatte im Jahr 2006 die niedrigste Suizidrate aller deutschen Länder, im Jahr 2017 die höchste Rate. Die Suizidrate war in den Jahren 2006, 2017 und 2019 jeweils deutlich niedriger als im Jahr 1990.

In der ‚ÄěMitte-Studie‚Äú von 2015 wurde die Zustimmung zu ausl√§nderfeindlichen Aussagen in einzelnen deutschen Bundesl√§ndern untersucht. Die h√∂chste Zustimmung zu ausl√§nderfeindlichen Aussagen gab es im Vergleich der Bundesl√§nder mit 42,2¬†% in Sachsen-Anhalt (Bundesdurchschnitt: 24,3¬†%, Bayern: 33,1¬†%), wobei antisemitische Einstellungen in Bayern (12,6¬†%) und Th√ľringen (12,2¬†%) weitaus verbreiteter waren als in Sachsen-Anhalt (8,3¬†%), welches weniger ausgepr√§gte antisemitische Einstellungen aufwies als NRW (9,4¬†%) und Berlin (9,0¬†%).

Sachsen-Anhalt belegt regelmäßig deutschlandweit bei den Impfquoten die vorderen Plätze.

Siehe auch

  • Lied f√ľr Sachsen-Anhalt (inoffizielle Landeshymne)
  • Polizei Sachsen-Anhalt

Literatur

  • Stefanie H√§rtel, Michael Schwibbe, Hagen K√∂nigseder, Andreas Stephainski: Sachsen-Anhalt ‚Äď Land im Aufbruch. Saale Verlagsgesellschaft, Halle 2006, ISBN 3-00-019787-7.
  • Everhard Holtmann (Hrsg.): Landespolitik in Sachsen-Anhalt. Ein Handbuch. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2006, ISBN 3-89812-398-7.
  • Regionalbibliographie Sachsen-Anhalt.
  • Robert von Lucius: Jubil√§um ohne Feier. Sechzig Jahre Sachsen-Anhalt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. April 2007, Nr. 168, S. 4.
  • Frank Mangelsdorf (Hrsg.): Einst und Jetzt: Sachsen-Anhalt. Culturcon Medien, Berlin 2011, ISBN 978-3-941092-74-7.
  • Steffen Ra√üloff: Mitteldeutsche Geschichte. Sachsen ‚Äď Sachsen-Anhalt ‚Äď Th√ľringen, Leipzig 2016, √ľberarbeitete Neuausgabe, Sax Verlag, Markkleeberg 2019, ISBN 978-3-86729-240-5.
  • Steffen Ra√üloff: Sachsen-Anhalt. 55 Highlights aus der Geschichte. Sutton, Erfurt 2020, ISBN 978-3-96303-162-5.
  • Hendrik Tr√§ger, Sonja Priebus (Hrsg.): Politik und Regieren in Sachsen-Anhalt. Springer VS, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-13688-8.
  • Mathias Tullner (Hrsg.): Pers√∂nlichkeiten der Geschichte Sachsen-Anhalts. Fliegenkopf, Halle 1998, ISBN 3-910147-58-5.

Weblinks

  • Website des Landes Sachsen-Anhalt
  • Pressemitteilungen und Informationsportale des Landes Sachsen-Anhalt
  • Publikationen √ľber Sachsen-Anhalt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Linkkatalog zum Thema Sachsen-Anhalt bei curlie.org (ehemals DMOZ)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch: Saxony-Anhalt
Wappen/Flagge: Sachsen-Anhalt

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Bundesland

Fläche ca.: 20665.20 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 53.0416917
südlichster Punkt: 50.9378508
westlichster Punkt: 10.5607381
östlichster Punkt: 13.1868819

 
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