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Karte Karte: Autonome Region Andalusien

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Region Informationen Autonome Region: Andalusien

Informationen:


Andalusien (spanisch Andaluc√≠a [andalu√čňÜθi.a]) ist von den 17¬†autonomen Gemeinschaften Spaniens die s√ľdlichste, die auf dem europ√§ischen Festland liegt. Andalusien grenzt im Norden an Kastilien-La Mancha und an die Extremadura, im Osten an Murcia, im S√ľden an das Mittelmeer, das britische √úberseegebiet Gibraltar und den Atlantischen Ozean sowie im Westen an Portugal. Die Hauptstadt Andalusiens ist Sevilla.

Mit rund 8,44 Millionen Einwohnern ist Andalusien die bevölkerungsreichste autonome Gemeinschaft Spaniens und flächenmäßig mit 87.268 km² die zweitgrößte.

Die bedeutendsten Naturr√§ume Andalusiens sind die s√ľdliche Abdachung der Sierra Morena, das Becken des Guadalquivir und die Betische Kordillere, zu der die Sierra Nevada geh√∂rt. Der Campo de Gibraltar, mit dem Felsen von Gibraltar bildet den s√ľdlichsten Teil des europ√§ischen Festlandes. Bei Tarifa, der s√ľdlichsten Stadt, liegen Europa und Afrika nur 14 Kilometer voneinander entfernt, getrennt durch die Stra√üe von Gibraltar.

Andalusien war in der Vergangenheit oft umk√§mpft. Es kam daher zu vielf√§ltigen kulturellen Einfl√ľssen, wie zum Beispiel durch die Araber oder die R√∂mer.

Bekannt ist die Region auch durch ihre Musik, den Flamenco.

Provinzen

Andalusien ist in acht Provinzen unterteilt, in denen 691 Gemeinden (spanisch municipios) existieren.

Neben den gleichnamigen Provinzhauptstädten zählen Jerez de la Frontera und Ronda zu den bekanntesten Städten der Region.

Am dichtesten besiedelt sind das Tal des Guadalquivir und der K√ľstenstreifen s√ľdlich der Sierra Nevada.

Herkunft des Namens

Die zu Beginn des 8. Jahrhunderts einfallenden Mauren benutzten die Bezeichnung al-Andalus (√ė¬ß√ô‚Äě√ė¬£√ô‚Ć√ė¬Į√ô‚Äě√ė¬≥). Daraus ging der Name Andalusien, spanisch Andaluc√≠a, hervor. Zu seiner Herkunft gibt es verschiedene Deutungen. Sicher ist nur, dass der Name al-Andalus als Bezeichnung f√ľr den gesamten maurischen Herrschaftsbereich auf der iberischen Halbinsel erstmals 715/717 auf einer bilingualen M√ľnze auftaucht.

Eine popul√§re, oft dem Orientalisten Reinhart Dozy zugeschriebene, aber schon lange vor dem 19.¬†Jahrhundert bezeugte Legende, die heute unter Historikern kaum mehr vertreten wird, f√ľhrt das arabische Al-Andalus auf den Namen der Vandalen zur√ľck, die im Zuge der V√∂lkerwanderung im 5. Jahrhundert Zwischenstation im S√ľden der iberischen Halbinsel machten und dort einen Staat mit dem urspr√ľnglichen Namen Vandalusien gegr√ľndet h√§tten.

Der spanische Historiker Joaqu√≠n Vallv√© f√ľhrt den Namen Andalusiens auf eine Arabisierung der Bezeichnung Atlantis zur√ľck.

Eine Theorie des Arabisten Heinz Halm aus den 1980er-Jahren leitet Al-Andalus von *landa-hlauts ab, dem Namen, den die Westgoten der fr√ľheren r√∂mischen Provinz (Hispania) Baetica gegeben haben sollen – „das per Los verteilte Land“. Als Beleg f√ľhrt Halm den offiziellen lateinischen Namen des westgotischen Spaniens an: Gothica Sors, was sich in etwa mit „Gotenlos“, „Los der Goten“ √ľbersetzen l√§sst, was er wiederum eigenst√§ndig mit *landa-hlauts ins Gotische r√ľck√ľbersetzt. Die Mauren h√§tten nach der Eroberung Spaniens in Form phonetischer Lautnachahmung daraus al-Andalus gemacht.

Eine eingehendere Untersuchung aus dem Jahre 2002 l√§sst es als plausibel erscheinen, dass Andaluz’ der urspr√ľngliche altiberische, und damit noch vorr√∂mische Name der heutigen Insel Isla de Tarifa an der Stra√üe von Gibraltar, und damit am √§u√üersten s√ľdlichen Zipfel Spaniens ist, denn die Anfangssilbe And- sowie die Schlusssilbe -uz sind extrem h√§ufig in vorr√∂misch-iberischen Ortsnamen. Zwei- bis dreihundert Jahre nach der maurischen Eroberung Spaniens berichtet dann erstmals eine arabische Quelle von der Insel al-Andalus, die seit der Eroberung Spaniens samt der Stadt Tarifa den Namen von Tariq ibn Ziyad, ihrem Eroberer aus dem Jahr 711 bekommen habe. Ihr arabischer Name w√§re nach dieser Theorie zun√§chst √ĄŇĺaz√Ą¬ęrat al-Andalus „(Halb-)Insel Andalus“ gewesen, der sich dann, wie die arabische Quelle fortf√§hrt, als pars pro toto mit der (ein Jahr sp√§ter beginnenden) Eroberung des iberischen Festlands auf den gesamten arabischen Herrschaftsbereich in Hispanien ausgedehnt habe.

Sprache

Es wird Andalusisch, ein spanischer Dialekt, gesprochen, der sich phonetisch erheblich von der Standardvariet√§t des Spanischen unterscheidet. Auch f√ľr Spanier aus anderen Regionen ist der Dialekt ungewohnt. Es ist ein Dialekt, der nach der umstrittenen Andalucismo-These die Umgangssprache Lateinamerikas stark beeinflusst haben soll. Andalusisch, auf Spanisch andaluz, zeichnet sich durch das Verschlucken oder Aspirieren der Buchstaben „s“ oder „d“ in der Mitte oder am Ende eines Wortes aus. Das Diminutiv -illo/a am Ende eines Namens, statt des √ľblichen -ito/a ist oft zu h√∂ren. Im Allgemeinen wird das Diminutiv wesentlich √∂fter verwendet als im restlichen Spanien.

Geschichte

Im westlichen Teil Andalusiens existierte in der ersten H√§lfte des ersten vorchristlichen Jahrtausends das antike K√∂nigreich Tartessos. Seit sp√§testens dem Beginn des 9.¬†Jahrhunderts v.¬†Chr. segelten die Ph√∂nizier bis zur andalusischen K√ľste, auch √ľber die Meerenge von Gibraltar hinaus, und trieben Handel mit der einheimischen Bev√∂lkerung. Viele ph√∂nizische Funde aus der Zeit ab ca. 900¬†v.¬†Chr. in Huelva weisen darauf hin, dass es ein fr√ľhes ph√∂nizisches Emporion gewesen sein k√∂nnte. Nachdem sich die ph√∂nizischen Aktivit√§ten offenbar zun√§chst auf Handel und das Errichten von Handelsniederlassungen in einheimischen k√ľstennahen Siedlungen beschr√§nkten, gr√ľndeten sie ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. eigene Siedlungen. Eine fr√ľhe ph√∂nizische Kolonie war Gades (Gadir), das heutige C√°diz, das sp√§ter zur bedeutendsten ph√∂nizischen bzw. karthagischen Stadt Andalusiens aufsteigen sollte. Bis zum Ausbruch des ersten punischen Krieges 264 v. Chr. eroberte Karthago nach und nach ganz Andalusien, verlor aber nach Ausbruch des Krieges √ľber die meisten Gebiete wieder die Kontrolle. Zwischen dem ersten und zweiten punischen Krieg brachte es dann auf Betreiben der Barkiden ganz Andalusien erneut unter seine Kontrolle, bis es gegen Ende des zweiten punischen Krieges schlie√ülich von den R√∂mern erobert wurde.

Das heutige Andalusien geh√∂rte zun√§chst zur Hispania ulterior, ist in seiner Fl√§che weitgehend deckungsgleich mit der durch Augustus eingerichteten r√∂mischen Provinz Baetica, benannt nach dem Gro√üen Fluss Baetis (auch: Betis), dem Araber sp√§ter seinen bis heute bestehenden Namen Guadalquivir (arab. (al-)Wad al-kabir, ‚gro√üer Fluss‘) gaben. Die Baetica reichte im Norden in die heutige Extremadura hinein, mit dem Guadiana als Begrenzung zur Lusitania, wohingegen der √§u√üerste Osten Andalusiens zun√§chst zur Hispania citerior, nach Augustus zur Tarraconensis und nach deren Teilung zur Carthaginiensis geh√∂rte.

Zu Zeiten der r√∂mischen Herrschaft in Hispanien lernten die Andalusier schnell die lateinische Sprache und vertrugen sich recht gut mit den r√∂mischen Legion√§ren. Die in Hispanien stationierten Truppen √ľberwinterten mit Vorliebe in diesem w√§rmsten Teil der Iberischen Halbinsel. In der fruchtbaren Ebene des Guadalquivir wurden schlie√ülich zahlreiche r√∂mische Niederlassungen gegr√ľndet, aus denen sich sp√§ter gro√üe St√§dte nach r√∂mischem Vorbild entwickelten. So wurde Andalusien zu einer urbanen Region, und viele Bewohner dieses Landstriches erhielten sogar die r√∂mische Staatsb√ľrgerschaft. Au√üerdem richteten die R√∂mer Schifffahrtswege √ľber Fl√ľsse und Meeresh√§fen ein und bauten und befestigten √ľberregionale Stra√üenverbindungen, um Gem√ľse und Obst von hier nach Italien und in andere Provinzen zu bringen. Auch das Christentum fasste hier im 4. Jahrhundert Fu√ü.

In der Sp√§tantike, als das Westr√∂mische Reich Aufl√∂sungserscheinungen zeigte, fielen zu Beginn des 5. Jahrhunderts Vandalen und andere germanische St√§mme in Hispanien ein. Nach der Mitte des 5. Jahrhunderts eroberten die Westgoten Hispanien und begr√ľndeten ein eigenes Reich mit der Hauptstadt Toledo. Im 6. Jahrhundert wurden Teile Andalusiens von den Ostr√∂mern besetzt, die sich jedoch zu Beginn des 7. Jahrhunderts zur√ľckziehen mussten. 711 √ľberschritten die Mauren die Meerenge und eroberten binnen weniger Jahre den Gro√üteil des Westgotenreichs (siehe auch Al-Andalus, Geschichte Spaniens, Islamische Expansion).

Andalusien stand von allen spanischen Regionen am l√§ngsten unter islamischer Herrschaft. Ihre Bl√ľte erreichte diese unter dem Emirat von C√≥rdoba, dem Kalifat von C√≥rdoba sowie den Nasriden im Emirat von Granada. Die Einfl√ľsse der Muslime sind vor allem in der Architektur zu sehen: Als bedeutendste Beispiele sind die Alhambra in Granada, die Mezquita von C√≥rdoba und die Giralda in Sevilla zu nennen. Die Herrschaft der Mauren in Spanien wurde durch die Reconquista 1492 in Granada beendet (vergleiche auch: Geschichte Spaniens).

Die wirtschaftliche Bl√ľtezeit wurde im 19. Jahrhundert erreicht, wie etwa mit den Altos Hornos de Marbella.

Bis 1995 gehörten die Städte Ceuta (bis dahin Teil der Provinz Cádiz) und Melilla (bis dahin Teil der Provinz Málaga) zu Andalusien. Seither haben sie jedoch ein eigenes autonomes Statut.

Politik

Parlament

Seit dem Inkrafttreten des Autonomiestatuts im Jahre 1982 haben elf Wahlen zum andalusischen Regionalparlament stattgefunden. Bis 2008 wurde die sozialdemokratische PSOE bei allen Wahlen st√§rkste Partei, wobei sie f√ľnfmal die absolute Mehrheit in der aus 109 Abgeordneten bestehenden Kammer erzielen konnte. 2012 wurde die konservative PP erstmals st√§rkste Kraft. Einzige Regionalpartei von einiger Bedeutung ist die linksorientierte Partido Andalucista (PA), die durchgehend von der I. bis zur VII. Legislatur im Parlament vertreten war, bei den Wahlen im Jahr 2008 aber den Einzug in die Kammer erstmals verpasste. Seitdem spielt die Partei keine gro√üe Rolle mehr in Andalusien.

Bei den vorgezogenen Wahlen im Jahr 2015 wurde die PSOE wieder st√§rkste Kraft, verfehlte aber erneut die absolute Mehrheit. Erstmals schafften es die beiden Protestparteien Podemos und Ciudadanos in das andalusische Parlament. Nach der Wahl 2018 kam es erstmals zu einer Regierung ohne Beteiligung der PSOE. Zwar hatten sowohl diese wie auch die PP deutliche Verluste zu verzeichnen, die mit 11¬†Prozent erstmals in das Parlament eingezogene rechtspopulistische Vox unterst√ľtzt aber eine Minderheitsregierung aus PP und Ciudadanos.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Regierung

Von 1982 bis 2019 kamen alle Ministerpr√§sidenten (Presidente de la Junta) aus den Reihen der PSOE, wobei von 1996 bis 2004 eine Koalition mit der PA und von 2012 bis 2015 eine Koalition mit der IU bestand und sie in den √ľbrigen Legislaturperioden allein regierte.

Im Einzelnen:

Wappen

Das Wappen Andalusiens zeigt die Figur des jungen Herakles zwischen den zwei S√§ulen des Herakles, welche der Tradition nach die Meerenge von Gibraltar bilden. Zu F√ľ√üen tr√§gt er eine Inschrift, die lautet: „Andaluc√≠a por s√≠, para Espa√Īa y la Humanidad“ (dt.: „Andalusien f√ľr sich, f√ľr Spanien und die Menschheit“). Beide S√§ulen werden mit einem Bogen geschlossen, auf dem geschrieben steht: „Dominator Hercules Fundator“ (dt. „Herrscher Herkules der Gr√ľnder“).

Wirtschaft

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europ√§ischen Union ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreichte Andalusien 2015 einen Index von 66 (EU-27:100). Insgesamt wurde ein Bruttoinlandsprodukt von 143,8 Mrd. Euro erwirtschaftet. Einige Wirtschaftszweige, insbesondere die Landwirtschaft und die Bauwirtschaft (Ausbau von Stra√üen und andere Investitionen in das Verkehrsnetz) sind hochsubventioniert. In drei Jahrzehnten (1986 trat Spanien der EU bei) flossen mehr als 85 Milliarden Euro an Subventionen und Transferleistungen seitens der EU und des spanischen Staates nach Andalusien.

Mit einem Wert von 0,853 erreicht Andalusien Platz 14 unter den 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens im Index der menschlichen Entwicklung.

Die Arbeitslosenquote lag im ersten Quartal 2013 bei 36,8 Prozent. 2017 lag die Arbeitslosenquote bei 25,5 %.

Landwirtschaft, Viehzucht, Jagd und Forstwirtschaft

Die Gesellschaft Andalusiens ist seit Generationen hauptsächlich agrarisch geprägt. 45,64 Prozent des Territoriums Andalusiens werden landwirtschaftlich genutzt.

Die Kulturen des Trockenlandes sind f√ľr gro√üe Teile des Landes landschaftspr√§gend: Getreide und Sonnenblumen werden besonders in den gro√üen Ackerl√§ndern des Tales des Guadalquivir angebaut sowie in den Hochebenen von Granada und Almer√≠a.

Bei den Holzkulturen spielt vor allem der Olivenbaum eine Rolle, der bevorzugt bei Córdoba und Jaén verbreitet ist. Hingegen ist der Mandelbaum in den Hochebenen von Granada und Almería zu finden. Die Weinrebe wird extensiv in einigen Zonen wie Marco de Jerez, El Condado de Huelva, Montilla-Moriles und in Málaga kultiviert. Feigenkulturen sind weniger verbreitet als in Kastilien.

Bew√§sserungswirtschaft ist bevorzugt in den Auen des Guadalquivir und des Genil anzutreffen. Auf bew√§sserten Feldern werden in Andalusien Mais, Reis, Gem√ľse und auch Blumen angebaut, bei Huelva Erdbeeren. Plantagen liefern Zitrusfr√ľchte und Baumwolle.

Gemessen am Umsatz ist die produktivste und wettbewerbsf√§higste Landwirtschaft in Andalusien an den K√ľsten- oder Flussbereichen sowie auf sandigem Boden, wie etwa in Almer√≠a und Huelva, anzutreffen.

Die ökologische Landwirtschaft erfährt gleichzeitig auch eine breite Entwicklung durch den Export in europäische Länder und eine beginnende Nachfrage in Spanien selbst.

Die Viehzucht hat eine lange Tradition, obwohl sie momentan hauptsächlich auf Weiden im Gebirge beschränkt ist. Daher hat der Viehzuchtsektor einen eher marginalen Platz in der Wirtschaft Andalusiens. Er trägt nur 15 Prozent zur gesamten Agrarproduktion Andalusiens bei im Gegensatz zu durchschnittlich 30 Prozent in Spanien.

Die Jagd dient nicht mehr hauptsächlich der Beschaffung von Fleisch, sondern hat sich zu einer Freizeitaktivität in den Bergregionen gewandelt, wo sie eine ergänzende Aktivität zur Viehzucht geworden ist.

50 % des Territoriums Andalusiens bestehen aus Wald, und dementsprechend haben Waldflächen eine besondere Bedeutung. Vor allem sind sie wichtig zum Binden des Bodens, zur Wasserregulierung und zum Erhalt der Flora und Fauna. Die Baumsorten zur wirtschaftlichen Holznutzung sind hauptsächlich der Eukalyptus in Huelva, die Pappel in Granada und die Korkeiche in Sierra Morena.

Die meisten Naturschutzgebiete Europas besitzt Andalusien.

Fischerei

Die Fischerei ist eine traditionelle T√§tigkeit an den K√ľsten Andalusiens, die einen Beitrag zur Ern√§hrung der Andalusier leistet. Darin eingeschlossen ist die Gastronomiekultur mit beispielsweise Backfisch (pescaito frito), wei√üe Garnelen und Thunfisch. Die Fischereiflotte Andalusiens ist die zweitgr√∂√üte Spaniens nach der von Galicien und die Nummer eins nach der Anzahl der H√§fen mit 38.

Der Fischereisektor tr√§gt nur 0,52¬†% zur Agrarproduktion Andalusiens bei. Dennoch hat die Fischerei starke lokale Bedeutung. So ist beispielsweise in Punta Umbr√≠a 70¬†% der Bev√∂lkerung in der Fischerei besch√§ftigt. In den St√§dten an der Costa de la Luz ist au√üerdem der Thunfischfang mit der traditionellen Almadraba immer noch ein wichtiger Bestandteil der Fischereikultur. Durch j√§hrliche Aktivit√§ten wie die Ruta del At√ļn, bei der Restaurants aus Conil de la Frontera, Barbate und Tarifa ihre besten Thunfischtapas anbieten, wird gemeinde√ľbergreifend f√ľr die heimischen Spezialit√§ten geworben.

Das Nichteinhalten der Bestimmungen gegen das Schleppnetzfischen, die Verschmutzung der urbanen K√ľstengebiete, die Zerst√∂rung des Lebensraumes durch Bauma√ünahmen (z.¬†B. Bau von Sporth√§fen, √Ąnderungen im M√ľndungsverlauf von Fl√ľssen) und der Fischmangel durch √úberfischung haben zur Situation einer permanenten Krise der Fischerei Andalusiens gef√ľhrt. Deshalb entwickeln sich die Aquakultur und die Fischzuchtanlagen im Inneren Andalusiens mit gro√üer Geschwindigkeit.

Tourismus

Andalusien geh√∂rt zu den Regionen Spaniens, in denen der Tourismus von besonders gro√üer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Die meisten Touristen reisen mit dem Flugzeug an. Der gr√∂√üte Flughafen Andalusiens befindet sich in M√°laga. Badeurlauber bevorzugen die Costa del Sol am Mittelmeer, Windsurfer die Costa de la Luz am Atlantik. Ziele der Sightseeing-Touristen sind vor allem die maurischen Bauwerke in C√≥rdoba sowie die Alhambra in Granada, die Wei√üen D√∂rfer bei Ronda sowie auch die Grabst√§tte des Christoph Kolumbus und die vielen Sehensw√ľrdigkeiten in Sevilla. Ebenfalls sehenswert ist der Nationalpark Las Alpujarras in der Sierra Nevada, der zweith√∂chsten Gebirgskette Europas.

Energieproduktion

Als eine der s√ľdlichsten Regionen Europas hat Andalusien ein gro√ües Potential zur Nutzung der Sonnenenergie. Die Solaranlage Plataforma Solar de Almer√≠a (PSA) ist Europas gr√∂√ütes Sonnenkraftwerk. Auch in der N√§he von Sevilla ist eine gro√üe Solaranlage in Betrieb.

Rund um Tarifa nutzen Windparks die bei Surfern beliebten Winde Poniente und Levante. Auch die Provinzen Málaga und Almería haben großen Anteil an der Stromerzeugung durch Windparks. Andalusien war 2016 nach Castilla y León und Castilla-La Mancha mit 153 Windparks und einer installierten Leistung von rund 3,3 Gigawatt Spaniens drittgrößter Produzent von Windenergie.

Sport

Fußball

Der erfolgreichste Verein Andalusiens ist der FC Sevilla, der eine spanische Meisterschaft gewann, f√ľnfmal im nationalen Pokalwettbewerb, der Copa del Rey, erfolgreich war und auf europ√§ischer Ebene f√ľnfmal und damit so oft wie kein anderer Verein den UEFA-Pokal bzw. die Europa-League gewann. Ebenfalls einmal spanischer Meister wurde Betis Sevilla, zudem gewann der Verein zweimal die Copa del Rey und qualifizierte sich mehrfach f√ľr europ√§ische Wettbewerbe. Die Duelle beider Vereine aus Sevilla werden auch als Derbi sevillano bezeichnet. Auch der FC M√°laga spielte bereits im Europapokal. Neben diesen drei Vereinen waren weitere acht Vereine mehr oder minder lange in der Primera Divisi√≥n, der h√∂chsten spanischen Liga, vertreten und somit ist Andalusien die Region Spaniens, aus der bisher die meisten verschiedenen Vereine an der h√∂chsten Spielklasse des spanischen Fu√üballs teilgenommen haben. In der Saison 2019/20 spielen mit den beiden Vereinen aus Sevilla und dem FC Granada drei Vereine in der Primera Divisi√≥n, weitere drei sind in der zweitklassigen Segunda Divisi√≥n vertreten.

Die spanische Nationalmannschaft hat in ihrer Historie zahlreiche L√§nderspiele in Andalusien ausgetragen, meist in Sevilla. Die andalusische Hauptstadt wird bei der Anzahl der ausgetragenen Heimspiele der Nationalmannschaft nur von Madrid √ľbertroffen.

Bei der in Spanien ausgetragenen Weltmeisterschaft 1982 wurden mehrere Spiele in Andalusien ausgetragen. Spielorte waren die Stadien der beiden Vereine aus Sevilla sowie Malaga.

Golf

Beg√ľnstigt durch das ganzj√§hrig angenehme Klima spielt Andalusien im spanischen Golfsport eine herausragende Rolle. Die Costa del Sol ist neben der Region um die Hauptstadt Madrid das Gebiet mit der gr√∂√üten Golfplatz¬≠dichte Spaniens. Alleine zwischen M√°laga und Gibraltar gibt es mehr als 60 Golfpl√§tze, in ganz Andalusien sind es mehr als 100 Pl√§tze. Ausdruck dieses Golfschwergewichts ist der Andalusische Golfverband, Real Federaci√≥n Andaluza de Golf, der dem spanischen Golfverband, Real Federaci√≥n Espa√Īola de Golf, untersteht.

Die Costa del Sol war mehrmals Austragungsort von Turnieren der PGA European Tour, der h√∂chsten europ√§ischen Golftour f√ľr Berufsspieler. Unbestrittener H√∂hepunkt war die Austragung des Ryder Cups, dem Kontinentalvergleich zwischen Europa und den USA, 1997 in Valderrama (siehe Valderrama Golf Club), in der N√§he von Gibraltar. Valderrama war in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts auch mehrmals Austragungsort des Volvo Masters, dem Jahresabschlussturniers der European PGA, f√ľr das sich nur die 60 besten Golfer der europ√§ischen Preisgeldliste qualifizieren.

Von 2009 bis 2012 wurde das Volvo World Match Play Championship im neuen Modus im Finca Cortesín Golf Club in der Nähe von Málaga ausgetragen.

Infrastruktur

Eisenbahn

Das Eisenbahnnetz der RENFE ist wie in den meisten Regionen Spaniens nicht sehr dicht, verbindet aber alle wichtigen St√§dte. Seit 1992 ist die normalspurige (1435¬†mm) Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla in Betrieb. Diese Strecke wurde anl√§sslich der Expo¬†92 in Sevilla gebaut und war die erste Strecke f√ľr Hochgeschwindigkeitsz√ľge in ganz Spanien. Seit Ende 2007 ist von ihr abzweigend die Schnellfahrstrecke C√≥rdoba–M√°laga in Betrieb.

Flughäfen

Im Jahr 2014 besitzt Andalusien sechs Flugh√§fen, f√ľnf davon internationale Flugh√§fen. Es existiert ein Vorhaben, noch einen Flughafen in Huelva zu bauen. Er wird Flughafen von Antequera hei√üen und vor allem als Privatflugplatz dienen.

Der Luftverkehr konzentriert sich auf den Flughafen Málaga mit ungefähr 61 % des gesamten Passagieraufkommens Andalusiens. Die zwei Flughäfen Málaga und Sevilla kommen zusammen auf etwa 82 % des gesamten Passagieraufkommens Andalusiens. Die Passagierzahlen von 2013 teilen sich wie folgt auf:

  • Flughafen Almer√≠a. Er wird vor allem von spanischen Inlandsfl√ľgen der Iberia (nach Madrid, Sevilla, Barcelona) und von Billigfluglinien nach England angesteuert. Der moderne Flughafen war 2016 mit einem Passagieraufkommen von 919.808¬†PAX kaum ausgelastet.
  • Flughafen C√≥rdoba. Er wird gerade umgebaut im Einklang mit der Bewerbung von C√≥rdoba als europ√§ische Kulturhauptstadt. 6.955 Passagiere.
  • Flughafen Granada-Ja√©n. Er wird vor allem von Billigfluglinien angeflogen. Er wird gerne von Touristen mit Ziel Granada und der Sierra Nevada genutzt. Der Flughafen hat ein Passagieraufkommen von 638.289.
  • Flughafen Jerez. Er befindet sich acht Kilometer nord√∂stlich von Jerez de la Frontera. Er hat ein Passagieraufkommen von 811.554.
  • Flughafen M√°laga ist mit mehr als 12,9 Millionen Passagieren der gr√∂√üte in Andalusien (Nr. 3 auf dem spanischen Festland). Die Erweiterung mit einer zweiten Piste und einem dritten Terminal wurde im M√§rz 2010 in Betrieb genommen. 2012 umbenannt in „M√°laga – Costa del Sol“.
  • Flughafen Sevilla, rund 3,69 Millionen Passagiere. Der Flughafen wurde f√ľr die Weltausstellung 1992 umgebaut.

Medien

Die autonome Gemeinschaft verf√ľgt mit der La Agencia P√ļblica Empresarial de la Radio y Televisi√≥n de Andaluc√≠a (RTVA) √ľber eine √∂ffentlich-rechtliche Sendergruppe, die unter dem Namen Canal Sur folgende regionale Fernseh- und H√∂rfunkprogramme ausstrahlt.

TV
  • Canal Sur
  • Canal Sur 2
  • Andaluc√≠a Televisi√≥n
  • Canal Sur 4K
Radio
  • Canal Sur Radio
  • Canal Fiesta
  • Radio Andaluc√≠a Informaci√≥n – regionaler Nachrichtensender
  • Radio Flamenco – reines Internetradio

Hymne

Die Melodie der Hymne Andalusiens wurde von José del Castillo Díaz zum Text von Blas Infante komponiert. Seit 1981 ist sie offizielle Hymne Andalusiens.

Von andalusischen Nationalisten wird Espa√Īa (Spanien) gerne durch los pueblos (die V√∂lker) ersetzt.

Literatur

  • Andr√© Clot: Das maurische Spanien. 800¬†Jahre islamische Hochkultur in Al Andalus. Patmos, D√ľsseldorf 2004, ISBN 3-491-96116-5.
  • Willy Puchner, Walter Haubrich: Andalusien. Bucher, M√ľnchen 1983, ISBN 3-7658-0420-7.
  • Arnold Hottinger (Fotos: Hans W. Silvester): Andalusien: Zwischen Fron und Feria. In: Geo-Magazin. Hamburg 1978, 8, S. 42–70. („Seit Francos Tod schwindet die Macht der Gro√ügrundbesitzer …“) ISSN¬†0342-8311
  • Brigitte Hintzen-Bohlen: Andalusien: Kunst & Kultur. Verlag K√∂neman, K√∂ln 1999, ISBN 3-8290-2654-4.

Film

  • Reisewege Andalusien – Das Land der Wei√üen D√∂rfer. Dokumentation, 45¬†Minuten, Buch und Regie: Barbara Dickenberger, Produktion: SR, Erstsendung: 28. M√§rz 2007

Siehe auch

  • Stierkampf

Weblinks

  • Andaluz.tv – Nachrichtenportal f√ľr Andalusien (deutsch, spanisch, englisch)
  • Website der Regierung von Andalusien (Junta de Andaluc√≠a) (spanisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch: Andalucía, Andalousie, Andaluc¡a, Andaluzia
Wappen/Flagge: Andalusien

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Autonome Region

Fläche ca.: 87371.50 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 38.7288907
südlichster Punkt: 36.0001131
westlichster Punkt: -7.5227018
östlichster Punkt: -1.6276826

 
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