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Staat Informationen : Marokko

Informationen:


Marokko ([maňąr…Ēko], arabisch¬†ōßŔĄŔÖōļōĪō®¬†al-Maghrib, DMG al-Mań°rib¬†‚Äöder Westen‚Äė, marokkanisches Tamazight ‚Ķć‚Ķé‚īį‚ĶĖ‚ĶĒ‚ĶČ‚īĪ Elma…£rib / ‚Ķé‚Ķď‚Ķē‚Ķē‚īį‚īĹ‚Ķď‚Ķõ MuŠĻõŠĻõakuc), offiziell K√∂nigreich Marokko (arabisch¬†ōßŔĄŔÖŔÖŔĄŔÉō© ōßŔĄŔÖōļōĪō®Ŕäō©, DMG al-Mamlaka al-Mań°ribiyya), ist ein Staat im Nordwesten Afrikas. Er ist durch die Stra√üe von Gibraltar vom europ√§ischen Kontinent getrennt. Als westlichstes der f√ľnf (mit Westsahara sechs) Maghrebl√§nder grenzt es im Norden an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantischen Ozean und im Osten an Algerien. Marokkos S√ľdgrenze ist wegen des Westsaharakonfliktes bis zum Abhalten eines UN-Referendums √ľber die zuk√ľnftige Zugeh√∂rigkeit der Westsahara international umstritten.

Marokko ist seit 1956 wieder unabhängig und gemäß Verfassung von 1992 eine konstitutionelle Monarchie. Die bedeutendsten Städte des nordafrikanischen Landes sind Casablanca, die Hauptstadt Rabat, Fès, Marrakesch, Agadir, Tanger und Meknès. Neun Stätten gehören zum Welterbe in Marokko.

Landesname

W√§hrend sich das Land in der eigenen offiziellen Staatsbezeichnung al-Mamlaka al-Maghribiyya ‚ÄöDas Westliche K√∂nigreich‚Äė als ‚ÄěMaghrebinisches K√∂nigreich‚Äú bezeichnet (bis in die 1960er ‚ÄěScherifisches Maghrebinisches K√∂nigreich‚Äú), hat sich international die europ√§ische Ableitung des Namens der ehemaligen Hauptstadt Marrakesch (marokkanisches Tamazight ‚Ķé‚Ķē‚Ķē‚īį‚īĹ‚Ķõ MŠĻõŠĻõakc) f√ľr das gesamte K√∂nigreich Marokko durchgesetzt.

Geographie

Im Vergleich mit anderen afrikanischen Staaten besitzt Marokko kein gro√ües Staatsgebiet, in seiner Oberfl√§chenform zeigt es jedoch ein √ľberaus wechselvolles Bild. Im Wesentlichen lassen sich folgende nat√ľrliche Einheiten unterscheiden: die K√ľstenregionen im Norden und Westen; die atlantische Region mit der Marokkanischen Meseta; die montane Region mit dem Hohen und Mittleren Atlas und dem Rifgebirge; schlie√ülich die transmontane Region mit den Plateaus im nord√∂stlichen Grenzgebiet, dem Antiatlas und den Beckenlandschaften im Randbereich der Sahara.

Die Mittelmeerk√ľste ist √ľberwiegend steil und felsig und weist viele Kaps und Buchten auf. Nur im M√ľndungsbereich des Moulouya nahe der algerischen Grenze erweitert sich die mediterrane K√ľstenlandschaft zu einem Becken. Im Westen l√§uft der gebirgige K√ľstenabschnitt in der sichelf√∂rmig nach Europa gerichteten Nordwestspitze Afrikas aus.

Die Atlantikk√ľste dagegen ist eine flache, kaum gegliederte Ausgleichsk√ľste mit starkem Sandtransport und deshalb nur schlecht f√ľr H√§fen geeignet. Landeinw√§rts folgen hier breitere K√ľstenebenen wie die Niederung des Sebou bei Kenitra und die weitl√§ufige K√ľstenmeseta von Casablanca. Weiter zum Innern steigt das Gel√§nde auf etwa 450¬†m √ľber dem Meeresspiegel zum zentralen Teil der Marokkanischen Meseta an, einer weiten Tafellandschaft, die auch als Binnenmeseta oder Hochebene von Marrakesch bezeichnet wird. Sie besteht haupts√§chlich aus schwach gewellten, steppenhaften Hochfl√§chen, √ľber die vereinzelt Inselberge aufragen.

Im S√ľden und Osten wird die Meseta von den markanten Gebirgsz√ľgen des Hohen und Mittleren Atlas umrahmt. Dieses gewaltige Faltengebirge wurde im Terti√§r beim Zusammensto√ü der Afrikanischen mit der Eurasischen Platte aus dem damaligen Sedimentationsbecken herausgehoben. Erdbeben wie das von Agadir im Jahre 1960 zeugen davon, dass die gebirgsbildenden Vorg√§nge in diesem Raum bis heute nicht abgeklungen sind. Das Atlasgebirge bildet gleichsam das morphologische R√ľckgrat des Landes und stellt sowohl eine naturr√§umliche als auch eine wirtschaftlich-kulturelle Barriere dar. Als wichtige Klimascheide trennt der Gebirgswall das atlantisch-mediterrane Marokko vom saharisch gepr√§gten Landesteil.

Der Hohe Atlas erstreckt sich in leichtem Bogen √ľber rund 800¬†km von S√ľdwesten nach Nordosten. Mit seinen schroffen, gratigen Gebirgsformen und den steilen Gipfeln hat er Hochgebirgscharakter. Hier liegen die h√∂chsten Erhebungen des gesamten Atlas-Gebirgssystems und zugleich ganz Nordafrikas, darunter auch der h√∂chste Berg Marokkos, der 4167¬†m hohe Jabal Toubkal.

Nach Nordosten setzt sich der Hohe Atlas im niedrigeren algerischen Sahara-Atlas fort; im zentralen Marokko schlie√üt sich, n√∂rdlich versetzt, auf √ľber 300¬†km der Mittlere Atlas an. Dieser besitzt in seiner √∂stlichen, steil zur Moulouya-Senke abfallenden Kette ebenfalls √ľber 3000¬†m hohe Gipfel, weist ansonsten jedoch eher Mittelgebirgsformen auf. Den n√∂rdlichen Abschnitt des marokkanischen Atlasgebirges bildet das bis zu 2456¬†m hohe Rif, ein wildzerkl√ľfteter Gebirgsbogen, der sich von der Stra√üe von Gibraltar parallel zur Mittelmeerk√ľste bis zur M√ľndungsebene des Moulouya erstreckt. Die L√§ngsfurche zwischen dem Rif und dem Mittleren Atlas, die ‚ÄěPforte von Taza‚Äú, ist das wichtigste west-√∂stliche Durchgangstal Marokkos.

√Ėstlich des Moulouya-Tals, das im n√∂rdlichen Marokko die montane von der transmontanen Region trennt, steigt das Gel√§nde allm√§hlich zu weiten, steppenhaften Plateaus an, die zum Hochland der Schotts in Algerien √ľberleiten. Die Gebirgsz√ľge s√ľd√∂stlich des Atlashauptkammes, der Anti-Atlas und seine √∂stliche Fortsetzung Jabal Sarhro sowie der s√ľdlich parallel ziehende Jabal Bani, geh√∂ren ihrem Aufbau nach nicht mehr zu den terti√§ren Faltengebirgen, sondern sind Teil der alten afrikanischen Masse. Im S√ľden davon erstrecken sich Randlandschaften der Sahara, zu denen auch die Beckenregion des Tafilalt und die Senke des Draa geh√∂ren.

Im Gebiet der Westsahara folgen auf eine breitere K√ľstenebene bis √ľber 350¬†m ansteigende, von Wadis zerschnittene und mit D√ľnen √ľberzogene Sandsteinplateaus, die gleichfalls der Sahara zuzurechnen sind.

Klima

Das Klima Marokkos zeigt einen √úbergang vom mediterran beeinflussten Nordwesten des Landes zum saharisch-kontinentalen S√ľdosten und S√ľden. Der Hohe und Mittlere Atlas, die zusammen als eigener Klimaraum aufzufassen sind, bilden mit ihrem Hauptkamm die Klimascheide. Der nordwestliche Landesteil hat trockenhei√üe Sommer mit einer mittleren Augusttemperatur von 23¬†¬įC und mittleren Temperaturmaxima zwischen 26¬†¬įC (Casablanca) und 29¬†¬įC (Tanger). Die Winter sind mild (Januarmittel 12¬†¬įC) und regenreich, wobei die Niederschlagsmengen nach S√ľden hin geringer werden (Tanger 900¬†mm, Agadir 200¬†mm Jahresniederschlag). Landeinw√§rts nimmt der mildernde Einfluss des Meeres rasch ab, so dass in der zentralen Meseta und im Atlasgebirge ausgepr√§gtes Kontinentalklima herrscht: In Marrakesch (Augustmittel 29¬†¬įC) k√∂nnen im Sommer 45¬†¬įC erreicht werden, w√§hrend im Winter die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen k√∂nnen; an Niederschlag fallen kaum 250¬†mm. Dagegen bringen Steigungsregen an der Westabdachung der Gebirge zum Teil mehr als 1000¬†mm Niederschlag pro Jahr, der √ľber 1000¬†m Meeresh√∂he in den Wintermonaten gew√∂hnlich als Schnee f√§llt. In den s√ľdlich des Atlas gelegenen Sahara-Randgebieten herrscht extrem trockenhei√ües W√ľstenklima. Es fallen nur unregelm√§√üig Niederschl√§ge, die selten 200¬†mm im Jahr erreichen, so dass Ackerbau lediglich in Oasen mit Bew√§sserung betrieben werden kann. W√§hrend der Sommermonate weht zeitweise der Scirocco, ein hei√üer, staubbeladener Wind aus der Sahara.

Flora und Fauna

Auch die Pflanzenwelt ist durch das Atlasgebirge zweigeteilt: Nordwestlich des Gebirges √ľberwiegt der mediterrane Bewuchs, s√ľd√∂stlich davon die W√ľstensteppe. Geschlossene Waldbest√§nde mit Stein- und Korkeichen, Thujen, Atlas-Zedern und Aleppokiefern finden sich noch in den regenreichen Gebirgszonen und den westlichen Ebenen; sie bedecken nur etwa ein Zehntel der Landesfl√§che. Im s√ľdlichen K√ľstenbereich wachsen Argan-B√§ume und Jujuben. Im √ľbrigen Marokko hat der jahrhundertelange Raubbau die Mittelmeervegetation ‚Ästsoweit sie nicht Kulturfl√§chen weichen musste¬†‚Äď auf Baumheiden, Erdbeerb√§ume, Pistazien, Wacholderarten und Zwergpalmen reduziert. Oberhalb der Waldgrenze (bei 3100¬†m) gibt es eine Stufe von Polsterpflanzen. Jenseits des Atlasgebirges ist Trockensteppenvegetation mit B√ľschelgr√§sern und Dornstr√§uchern vorherrschend; in der nord√∂stlichen Hochsteppe w√§chst das widerstandsf√§hige Halfagras. In den wenigen Oasen werden Dattelpalmen kultiviert.

Die wildlebenden Tiere haben sich in die d√ľnnbesiedelten Gebiete Marokkos zur√ľckgezogen; einige Arten, wie etwa der Leopard und der W√ľstenluchs, sind vom Aussterben bedroht. Weitere S√§ugetiere des Landes sind Berberaffen (Magots), Gazellen, Hy√§nen, Schakale und W√ľstenf√ľchse (Fenneks); auch Reptilien (Eidechsen, Cham√§leons, Schildkr√∂ten, Schlangen) kommen zahlreich vor. Bis 2003 wurden 452¬†verschiedene Vogelarten in Marokko nachgewiesen. 209 Arten, 49¬†% der nachgewiesenen Vogelarten, br√ľten regelm√§√üig im Land, w√§hrend 15¬†Arten nur unregelm√§√üig im Land br√ľten. Unter den nachgewiesenen Vogelarten befinden sich St√∂rche, Adler, Geier, Bussarde und Milane. Es gibt mehrere Nationalparks in Marokko. Das Gebiet um den Jabal Toubkal im Hohen Atlas wurde bereits 1942 zum Nationalpark erkl√§rt. Der Ifrane-Nationalpark sch√ľtzt ausgedehnte Zedernw√§lder, in denen Berberaffen leben.

Bevölkerung

Um 1950 lebten neun Millionen Menschen in Marokko, 2017 waren es 35,7 Millionen;. Das Bevölkerungswachstum betrug 2015 1,3 % und das Durchschnittsalter 28 Jahre. Die Fertilitätsrate betrug 2018 2,1 Kinder pro Frau. Auf 1000 Einwohner kamen im selben Jahr 17,5 Geburten und 4,9 Todesfälle. Aufgrund der sinkenden Geburtenziffer beginnt die noch sehr junge Bevölkerung langsam zu altern.

Etwa 45¬†% der Bev√∂lkerung sind Berber einschlie√ülich 21¬†% arabisierte Berber. Sie sind heute zumeist sesshafte Bauern; nur eine Minderheit lebt noch als Nomaden oder halbnomadisch in abgelegenen Gebieten des Mittleren Atlas oder auf den Hochplateaus im Osten des Landes. Rund 44¬†% der Marokkaner sind arabischst√§mmig. Nordmarokko mit der alten Metropole F√®s ist eher arabisch (34¬†% der Bev√∂lkerung Araber, 25¬†% arabisierte Berber), S√ľdmarokko und dessen Metropole Marrakesch eher berberisch (30¬†% der Bev√∂lkerung Berber) gepr√§gt. Dazu kommen 10¬†% urspr√ľnglich aus Mauretanien stammende Mauren und 1¬†% Sonstige. Hierzu z√§hlen mehrere Tausend Ausl√§nder, darunter vor allem Franzosen, Spanier, Italiener, Tunesier und Algerier.

Die Bev√∂lkerung ist in Marokko sehr ungleich verteilt. Zwei Drittel der Einwohner leben auf etwa einem Zehntel der Landesfl√§che im Nordwesten oder Westen. Ballungsgebiete sind die K√ľstengebiete im Norden und Nordwesten und das Sebou-Tiefland. Marokko hat eine alte Stadtkultur; 2015 lebten 60,2¬†% der Bev√∂lkerung in St√§dten. Die Urbanisierung schritt langsamer voran als in anderen afrikanischen Staaten. 27,3¬†% der Einwohner waren 2015 j√ľnger als 15 Jahre; 6,1¬†% waren √§lter als 65¬†Jahre. Die Lebenserwartung betrug 74,3¬†Jahre (Frauen: 75,3 Jahre; M√§nner: 73,3 Jahre).

Sprache

Etwa 90¬†% der Marokkaner sprechen das marokkanische Arabisch, genannt Darija, den Hassania-Dialekt hingegen nur etwa 0,7¬†% der Bev√∂lkerung. Von Marokkanern berberischer Abstammung werden verschiedene Berbersprachen gesprochen, gut die H√§lfte der Marokkaner beherrscht eine Berbersprache. Zu den Berbersprachen in Marokko geh√∂ren Zentralatlas-Tamazight (auch Tamazight, im Mittleren Atlas), Ghomara, Tarifit (im Rif-Gebirge), Taschelhit (in S√ľdmarokko), Tassoussit (in der Sous-Region), Senhaja de Srair und heute nur noch vereinzelt Jud√§o-Berberisch.

Die offiziellen Sprachen Marokkos sind das Arabische und das Marokkanische Tamazight. Französisch wird im gesamten Land als Handels-, Bildungs- und inoffizielle Arbeitssprache benutzt. Bei der staatlichen Eisenbahn Office National des Chemins de Fer (ONCF) ist es die Betriebssprache. Im Norden Marokkos, der Westsahara und um Sidi Ifni wird zusätzlich Spanisch gebraucht. Englisch gewinnt als Sprache der gebildeten Jugend an Bedeutung.

Religion

Staatsreligion ist der Islam. Rund 98,7¬†% der Bev√∂lkerung sind Muslime, davon 90¬†% Sunniten malikitischer Richtung. Rund 0,1¬†% der Einwohner bekennen sich zum Christentum (meist Katholiken), die meisten davon Europ√§er sowie afrikanische Migranten ‚Äď siehe auch Christentum in Marokko ‚Äď sowie noch gesch√§tzte 2000 Menschen zum Judentum. In der Volksreligion ist der Glaube an Geister ‚Äď als Erbe vorislamischer Berber sowie afrikanischer Einfl√ľsse ‚Äď tief verwurzelt.

Auswanderung

Von 1972 ‚Äď ein Jahr vor dem Anwerbestopp f√ľr Arbeitsmigranten in zahlreichen europ√§ischen L√§ndern ‚Äď bis 2005 hat sich die Zahl der in wichtigen europ√§ischen L√§ndern (ohne Gro√übritannien und Skandinavien) lebenden Marokkaner verneunfacht. Zahlreiche Marokkaner leben vor√ľbergehend im Ausland, vor allem in West- und S√ľdeuropa, oder haben ihr Land auf der Suche nach besseren wirtschaftlichen Perspektiven dauerhaft verlassen. In vielen L√§ndern bilden Marokkaner und Marokkanischst√§mmige die gr√∂√üte muslimische Gemeinde. Etwa 1,2 Millionen leben in Frankreich, etwa 750.000 in Spanien, etwa 500.000 in Italien, etwa 350.000 in Belgien, etwa 330.000 in den Niederlanden und etwa 100.000 in Deutschland. Weitere Gemeinden existieren auch in Norwegen, Schweden und Gro√übritannien. Kleinere, aber rasant anwachsende Gemeinden h√∂her qualifizierter Auswanderer leben in den USA (mindestens 100.000) und Kanada (mindestens 78.000). Sch√§tzungsweise 300.000 Marokkaner leben in anderen Staaten des Maghreb oder in Staaten im Nahen Osten.

Einwanderung

Mit der wachsenden Wirtschaftskraft des K√∂nigreichs wandern immer weniger Marokkaner in andere Staaten aus. Daf√ľr steigt die illegale Zuwanderung von Schwarzafrikanern (Subsahariens). Marokko hat sich seit Mitte der 1990er Jahre zu einem Transitland vorwiegend f√ľr Migranten aus Westafrika entwickelt, die aus wirtschaftlichen oder politischen Gr√ľnden ihre Heimat verlassen haben; von diesen wollen immer mehr dauerhaft im Land bleiben. 2005 lebten 25.000 schwarzafrikanische Migranten aus Subsahara-Afrika legal in Marokko. Da die Einreise nach Europa massiv erschwert worden ist, entschlie√üen sie sich dazu, in Marokko zu bleiben. Neben den afrikanischen Migranten residierten im selben Jahr 28.000 Europ√§er im Land, √ľberwiegend in St√§dten wie Marrakesch. Im Jahre 2017 waren 0,3¬†% der Bev√∂lkerung im Ausland geboren.

Soziale Lage

Marokko liegt beim Pro-Kopf-Einkommen in der h√∂heren Gruppe der afrikanischen Staaten. Die Sozialversicherung umfasst Alters-, Hinterbliebenen- und Invalidenrenten. Auch Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft sowie Familienbeihilfen werden gew√§hrt. Versichert sind allerdings nur Arbeitnehmer in Industrie und Handel, beziehungsweise Genossenschaftsmitglieder. Die Arbeitslosigkeit (2015 durchschnittlich¬†9,6¬†%) ist besonders unter Jugendlichen hoch (19,6¬†%). Viele m√§nnliche Jugendliche wandern daher in europ√§ische Staaten aus. Um das Problem der Arbeitslosigkeit zu l√∂sen, gehen staatliche Ma√ünahmen in Richtung ‚ÄěMarokkanisierung‚Äú, das hei√üt Verdr√§ngung ausl√§ndischer Fachkr√§fte. Die Inflation lag 2015 durchschnittlich bei¬†1,6¬†%. Das Gesundheitswesen ist im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten gut entwickelt. Die medizinische Versorgung der Stadtbev√∂lkerung ist allerdings wesentlich besser als die der Landbev√∂lkerung. Knapp die H√§lfte aller √Ąrzte praktiziert in Casablanca und Rabat. Hauptprobleme der Gesundheitsvorsorge sind die Bek√§mpfung der Durchfall- und Parasitenkrankheiten, der Malaria und teilweise noch der Mangelern√§hrung. Im Jahr 2015 betrugen die Gesundheitsausgaben 2,0¬†% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zugang zu Sanit√§reinrichtungen hatten 2015 77¬†% der gesamten Bev√∂lkerung, aber nur 66¬†% auf dem Land. Allgemeine Schulpflicht besteht f√ľr 7- bis 13-J√§hrige, jedoch werden nur 91¬†% aller Jungen und lediglich 88¬†% aller M√§dchen eingeschult. Bei leicht sinkender Tendenz sind noch 27,6¬†% der Erwachsenen Analphabeten, vor allem ist die √§ltere Gesellschaft vom Analphabetismus betroffen, die nie eine Schule besuchen musste. Das Schulsystem ist dreistufig: auf f√ľnf Jahre Grundschulausbildung folgen in der Sekundarausbildung eine vierj√§hrige Unterstufe und eine dreij√§hrige Oberstufe. Daran schlie√üt die Hochschulausbildung an. Universit√§ten befinden sich in Rabat, Casablanca, Oujda, Marrakesch, Ifrane, Fes, Tanger, Tetouan und vereinzelt in kleineren St√§dten. Auch Fachhochschulen wurden gegr√ľndet wie z.¬†B. in Al-Hoceima. Im Allgemeinen ist die Ausstattung der meisten Hochschulen ‚Äď auch der neueren ‚Äď noch v√∂llig unzureichend. Auf eine lange Tradition kann die islamische Al-Qarawiyin-Universit√§t in Fes zur√ľckblicken, die bereits 859 gegr√ľndet wurde.

Bildung

Der Schulbesuch ist seit 1963 f√ľr 5- bis 13-J√§hrige obligatorisch und wurde 2002 auf die bis zu 15-J√§hrigen erweitert. Die Einschulungsquote betr√§gt 92¬†%, von den 15-J√§hrigen besucht jedoch nur noch die H√§lfte die Schule. Der Unterricht erfolgt in den beiden ersten Schuljahren ausschlie√ülich in arabischer Sprache, danach werden Mathematik und Naturwissenschaften in franz√∂sischer Sprache unterrichtet. Die Alphabetisierungsrate betrug 2015 72,4¬†% (Frauen: 62,5¬†%, M√§nner: 82,7¬†%).

Etwa seit dem Jahr 2000 wurden die Bildungsanstrengungen stark erh√∂ht. Das Bildungsbudget √ľbersteigt seither das vieler anderer arabischer Staaten, jedoch gilt die Effizienz nach Analysen der Weltbank immer noch als sehr gering. Die Abbrecherquote in der Sekundarstufe ist hoch; weniger als 15¬†% der Sch√ľler erreichen das Abitur. Marokko bildete 2003 mit Jemen und dem Irak nach Weltbankanalysen die Schlussgruppe bei einem Ranking der Schulleistungen in den arabischen L√§ndern. In Mathematik und Naturwissenschaften stellte Marokko 2003 das absolute Schlusslicht im Vergleich arabischer L√§nder dar. Ein Schwerpunkt der Bildungsanstrengungen wurde seither auf die Informatikausbildung gelegt. Doch sind auch die neugegr√ľndeten Schulen und Hochschulen unterfinanziert. Es fehlt an Computern, Lehrb√ľchern und Pl√§tzen f√ľr Praktika; die Fachrichtungsstruktur geht z.¬†T. am Bedarf vorbei, so dass zahlreiche Absolventen der Sekundarschulen und Hochschulen nur schwer eine angemessene Besch√§ftigung im Land finden.

Die Ursachen dieser Schwächen sieht die Weltbank vor allem in der quantitativ und qualitativ unzureichenden Primarschulbildung, zu der der mit hohen Kosten modernisierte Überbau des Sekundarschulwesens und der Hochschulen in einem Missverhältnis steht, sowie in einer traditionalistischen pädagogischen und didaktischen Ausbildung, zentralistischen Entscheidungsstrukturen und einer fehlenden Evaluation. Dementsprechend ist das berufsbildende Schulwesen nur schwach entwickelt; es fehlt an praktischen Ausbildungsmöglichkeiten.

Geschichte

Antike

Bereits im 2. Jahrtausend v.¬†Chr. besiedelten Berber-St√§mme das Gebiet des heutigen Marokko. Vom 12.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. an gr√ľndeten die Ph√∂nizier an der K√ľste Handelsniederlassungen, darunter auch Karthago im Gebiet des heutigen Tunesien, das seit dem 8.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. St√ľtzpunkte im Mittelmeerraum errichtete. Im Innern des Landes bildete sich wahrscheinlich schon im 4.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. das K√∂nigreich Mauretanien heraus, das durch den Zusammenschluss mehrerer Berber-St√§mme entstanden war.

Nach der Zerst√∂rung Karthagos im Dritten Punischen Krieg 146 v.¬†Chr. gerieten die Handelsniederlassungen an der K√ľste wie auch das K√∂nigreich Mauretanien unter r√∂mischen Einfluss. 33 v.¬†Chr. wurde das Gebiet r√∂misches Protektorat und schlie√ülich 42 n.¬†Chr. als Mauretania Tingitana mit der Hauptstadt Tingis (heute Tanger) und Mauretania Caesariensis mit der Hauptstadt Caesarea (heute Cherchell in Algerien) zu r√∂mischen Provinzen. Rom errichtete in der Folge zum Schutz gegen die im Gebirge und in der Sahara lebenden Berber-St√§mme im S√ľden einen Grenzwall (Limes).

429 fielen die Vandalen in Nordafrika ein, konnten sich jedoch nur bis 477 in Tanger und Ceuta behaupten. Unter Kaiser Justinian¬†I. (527‚Äď565) stie√üen ostr√∂mische Truppen bis zur Stra√üe von Gibraltar vor, beschr√§nkten aber ihre Herrschaft im heutigen Marokko ebenfalls auf diese beiden St√§dte und befestigten sie.

Mittelalter

Um 700 erreichten die Araber bei ihren Vorst√∂√üen nach Westen die Gegend, begannen mit der Islamisierung der unterworfenen Bev√∂lkerung und benannten sie nach dem arabischen Wort f√ľr Westen oder Sonnenuntergang ‚ÄěMaghreb‚Äú: Al-Maghrib ist heute der offizielle Name Marokkos. Ein islamisierter Berber, Tariq ibn Ziyad, setzte dann 711 mit einer Reitertruppe von Ceuta √ľber die Meerenge nach Spanien √ľber und eroberte das Westgotenreich. Der Ort der Landung, der ‚ÄěFelsen des Tarik‚Äú (arabisch Jabal Tariq), tr√§gt seinen Namen: Gibraltar.

Die Araber konnten den Widerstand in Nordafrika zun√§chst jedoch nicht brechen; gegen die Herrschaft der Kalifen kam es um 750 zu zahlreichen Berber-Aufst√§nden. 789 begr√ľndete schlie√ülich Mulay Idris als Idris¬†I. die Dynastie der Idrisiden mit der Hauptstadt F√®s. Das Reich war bis Ende des 10.¬†Jahrhunderts Zentrum des Islam in Nordafrika. Die von 1062 bis 1147 herrschenden Almoraviden, Angeh√∂rige einer Berber-Sekte aus dem S√ľden, verlegten die Hauptstadt nach Marrakesch. Die Almohaden (1147 bis 1269) machten Marokko zum Herzst√ľck eines Reiches, das sich von Sizilien im Osten √ľber das Atlasgebirge bis weit nach Spanien hinein erstreckte. Die Herrschaft der folgenden Dynastie, der Meriniden, w√§hrte etwa 150 Jahre; die Hauptstadt F√®s wurde zu einem Zentrum von Kunst und Wissenschaft. Bereits ab 1420 √ľbernahmen ihre Vettern, die Wattasiden stellvertretend die aktive Regentschaft. Die Oberherrschaft fiel Ihnen dann ab 1465 in G√§nze zu. Sie konnten jedoch gegen√ľber den lokalen Berberf√ľrsten, den religi√∂sen Bruderschaften und den lokalen Stadtf√ľrsten keine Autorit√§t gewinnen, und scheiterten darin, die atlantischen H√§fen und die einsetzende Einwanderung aufgrund der spanischen Reconquista zu kontrollieren. Die K√ľstenst√§dte des Maghreb gerieten in dieser Zeit unter die Kontrolle Portugals, sowie, mit dem Abschluss der Reconquista ab 1492, auch von der neu entstehenden Gro√ümacht Spanien, welches zu Beginn der Neuzeit seinerseits mit einer Allianz zwischen den Habsburgern und den Osmanen konfrontiert wurde. Das osmanische Gro√üreich dehnte seine Einflusssph√§re im Mittelmeer bis in den Maghreb aus.

Neuzeit

W√§hrend die Macht der Wattasiden zusehends erodierte, erstarkte im S√ľden des Maghreb die n√§chste Dynastie, n√§mlich jene der Saadier (Banu Saad), welche als scherifischer Clan ab 1510 die islamischen Bruderschaften und Marabouts S√ľdmarokkos vereinen und den Widerstand gegen Portugal organisieren konnte. Sie eroberten im Jahre 1541 Agadir von den Portugiesen zur√ľck. Dies verschaffte dem Clan eine breite Anerkennung auch im Norden des Landes, sodass sie schlie√ülich 1549 mit der Eroberung von F√®s als erstes scherifisches Sultanat die Oberhoheit √ľber das gesamte Land erlangten. Erst ab 1578 gelang unter Ahmad al-Mansur eine wirtschaftliche und politische Stabilisierung des Landes. Ein Stopp der fortw√§hrenden Angriffe von Korsaren auf die maghrebinische K√ľste jedoch war nur durch die Anerkennung der Oberhoheit der Osmanen zu erreichen. Neue Handels- und Konsularvertr√§ge mit europ√§ischen M√§chten sowie ein Fokus auf den Transsahara-Handel erlaubten jedoch eine vorsichtige Emanzipation gegen√ľber osmanischen Versuchen der Einflussnahme. Ein Thronfolgestreit nach dem Tod al-Mansurs im Jahre 1603 f√ľhrte zu einer erneuten Zersplitterung des Landes, deren Auswirkungen das Land unregierbar machten und zum Ende der Dynastie f√ľhrten.

Bis die Macht im Jahre 1669 schlie√ülich an die Dynastie der Alawiden √ľberging, welche bis heute in Marokko herrscht, hatten kleinere F√ľrsten ihre lokale Macht stabilisiert ‚Äď ihre wirtschaftliche Macht basierte auf den tributpflichtigen M√§rkten und H√§fen, letztere oft die Basis von international operierenden Freibeutern und Korsaren. Das bekannteste Beispiel eines solchen Stadtstaates innerhalb Marokkos ist die Piratenrepublik in Sal√©.

Die Alawiden befreiten nach und nach die meisten der von Spanien und Portugal besetzten K√ľstenst√§dte und weiteten ihren Einfluss aus. Die verbreitete Duldung und auch Nutzung der Piraterie zur Wahrung wirtschaftlicher und geostrategischer Interessen jedoch brachte dem Sultanat Marokko und auch den osmanischen Regentschaften in Algier, Tunis und Tripolis die Bezeichnung als Barbareskenstaaten ein. Es kam in diesem Zusammenhang mehrfach zu milit√§rischen Konflikten mit Frankreich, Spanien und Venedig.

Eine nachhaltige innere Balance zwischen der Autonomie von Berberst√§mmen und St√§dten auf der einen Seite und der Oberhoheit der Dynastie der Alawiden auf der anderen kam aber erst ab 1757 unter Mulai Muhammad zum Tragen. Die daf√ľr n√∂tigen Finanzmittel versprach man sich durch Freundschafts- und Handelsvertr√§gen mit diversen europ√§ischen L√§ndern, und auch mit den USA.

Die internationalen Partner erwarteten sich von den G√ľtern in Marokko nicht allzu viel. Hingegen versprachen der gefahrlose Zugang zu marokkanischen H√§fen, das Zur√ľckdr√§ngen der Piraterie sowie des immer noch h√§ufigen Handels mit europ√§ischen Sklaven eine nachhaltige Absicherung der Handelsschifffahrt im Mittelmeer gegen den Einfluss der Gro√ümacht der Osmanen, und man war bereit daf√ľr zu bezahlen ‚Äď wenn auch unter Z√§hneknirschen und unter Bedingungen. Die Vertragsm√§chte nutzten in der Folge ihren wachsenden Einfluss und erreichten so ein offizielles Verbot der Piraterie im Sultanat Marokko im Jahre 1817 sowie weitere Handels- und Zollerleichterungen.

W√§hrend die Alawiden ihren Einfluss im Inneren steigern konnten, erlitten sie au√üenpolitisch empfindliche R√ľckschl√§ge, haupts√§chlich, weil aus marokkanischen H√§fen operierend weiterhin Piraten den Seehandel im Mittelmeer gef√§hrdeten, und weil im Sog des Zerrens der Gro√üm√§chte um Einfluss im Maghreb die Alawiden den lokalen Widerstand gegen die Besetzung Algeriens durch Frankreich im Jahr 1830 unterst√ľtzten.

In der Folge versuchte Frankreich, seinen Einfluss auf Marokko weiter auszudehnen. 1843/44 kam es zum Krieg, der mit einer Niederlage der marokkanischen Truppen endete, worauf das Sultanat Marokko vollends zum Zankapfel der miteinander konkurrierenden europäischen Mächte wurde.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es im Zuge dieser Entwicklung zu einer Konfrontation Frankreichs mit dem Deutschen Reich, das versuchte, gegen den wachsenden franz√∂sischen Einfluss in Marokko eigene wirtschaftliche und politische Interessen durchzusetzen. 1905 stattete Kaiser Wilhelm¬†II. dem Sultan in Tanger einen demonstrativen Besuch ab (‚Üí¬†Erste Marokkokrise). Dennoch stand das Deutsche Kaiserreich in der Konferenz von Algeciras 1906 mit seinen Anspr√ľchen isoliert da und es musste im Berliner Marokko-Kongo-Vertrag von 1911 Marokko als franz√∂sisches Einflussgebiet anerkennen (‚Üí¬†Zweite Marokkokrise/‚ÄěPanthersprung nach Agadir‚Äú).

Bereits ein Jahr später wurde das Land im Protektoratsvertrag vom November 1912 in die Protektorate Französisch-Marokko und Spanisch-Marokko im Norden aufgeteilt; die Stadt Tanger erhielt 1923 als Tanger-Zone internationalen Status. Formal blieb der Sultan Herrscher Marokkos.

Im S√ľden unterst√ľtzte Tihami al-Glawi, das Oberhaupt des einflussreichen Glaoui-Berberstammes, von Anfang an das franz√∂sische Protektoratsregime gegen den F√ľhrer des antikolonialen Aufstandes Ahmed al-Hiba (El Hiba) in S√ľdmarokko und Westsahara. Letzterer hatte den Kampf gegen die Kolonialmacht von seinem Vater MńĀ al- ŅAinin √ľbernommen. Der einhellige Widerstand der Berber im Norden ging zu dieser Zeit von Moha ou Hammon aus, dessen Stammsitz Kh√©nifra die Franzosen am 12. Juni 1914 eroberten. Am 13. November 1914 f√ľgten die unter Moha ou Hammon versammelten Berbertruppen einige Kilometer s√ľdlich von Kh√©nifra den Franzosen die schwerste Niederlage w√§hrend der ‚ÄěBefriedungsaktionen‚Äú zu. Dabei starben 613¬†franz√∂sische Soldaten und f√ľr den Generalresidenten Hubert Lyautey schien danach das gesamte Protektorat zu scheitern.

Auch nach dem Ersten Weltkrieg erhoben sich immer wieder Berber. Unter der F√ľhrung von Abd al-Karim brach 1921 in der spanischen Zone der Aufstand der Rif-Kabylen aus. Die Unruhen erfassten auch das franz√∂sische Protektorat. Erst 1926 gelang es Frankreich und Spanien gemeinsam, den Aufstand niederzuschlagen. Unter Sultan Mohammed¬†V. (1927 bis 1961), der im Zweiten Weltkrieg auf Seiten Frankreichs stand, konnte die arabisch-nationalistische Unabh√§ngigkeitsbewegung an Einfluss gewinnen. 1944 konstituierte sich die ‚ÄěPartei der Unabh√§ngigkeit‚Äú (Al-hizb al-istiqlal).

Anfang der 1950er Jahre kam es aufgrund der wachsenden Unabh√§ngigkeitsbestrebungen zu Spannungen zwischen dem Sultan und der franz√∂sischen Protektoratsverwaltung. Im August 1953 verbannten ihn die Franzosen nach Madagaskar und setzten seinen Onkel Muhammad Mulay ibn Arafah als Sultan ein. Daraufhin wurde das Land von einer Welle nationaler Emp√∂rung gegen die Fremdherrschaft erfasst. Frankreich und Spanien konnten ihre Protektoratsmacht nicht mehr aufrechterhalten. Muhammad¬†V. konnte im Jahr 1955 zur√ľckkehren.

Die volle Unabh√§ngigkeit von Frankreich und Spanien erlangte das Land 1956. Lediglich die Enklaven Ceuta, Melilla und Sidi Ifni (bis 1969) blieben in spanischem Besitz. 1957 nahm Muhammad¬†V. den K√∂nigstitel an. Am 1. September 1959 wurde das Frauenwahlrecht sowohl f√ľr die kommunale als auch f√ľr die nationale Ebene garantiert. Am 18. Juni 1963 wurde es erstmals ausge√ľbt.

Nach dem Tod Muhammad¬†V. 1961 folgte ihm sein Sohn als Hassan¬†II. auf den Thron, der von Anfang an einen Kurs der Westorientierung mit starker Anlehnung an Frankreich und das Europa der sp√§teren Europ√§ische Gemeinschaft anstrebte. Die Spannungen mit dem unabh√§ngigen Algerien f√ľhrten 1963 zum algerisch-marokkanischen Grenzkrieg. In der gesamtarabischen Politik bem√ľhte er sich um eine Mittlerrolle. 1971/72 und 1983 misslangen Versuche, eine Republik zu errichten.

1976 entlie√ü Spanien seine Provinz Spanisch-Sahara (Westsahara) in die Unabh√§ngigkeit. Mauretanien und Marokko teilten das Land kurzerhand unter sich auf. Kurz danach setzten die Kampfhandlungen zwischen der marokkanischen Armee und Einheiten der Frente Polisario (Volksbefreiungsbewegung der Westsahara) sowie Truppenteilen Algeriens ein, das die Polisario unterst√ľtzte. Diese rief die ‚ÄěDemokratische Arabische Republik Sahara‚Äú aus und gr√ľndete eine Exilregierung. 1979 schloss Mauretanien einen Friedensvertrag mit der Polisario und r√§umte seinen Anteil an der Westsahara. Daraufhin okkupierte Marokko das ganze Territorium. Seither tobte in der Westsahara ein blutiger Krieg, der Marokko stark belastete. Im August 1988 stimmten das in der Westsahara-Frage international zunehmend isolierte Marokko wie auch die Polisario dem Westsahara-Plan der Vereinten Nationen zu, der einen Waffenstillstand vorsah sowie die Durchf√ľhrung einer Volksabstimmung √ľber das zuk√ľnftige Schicksal des okkupierten Territoriums. 1991 wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Das Referendum wurde seither aber immer wieder verschoben, weil beide Seiten keine Einigung √ľber die genaue Zahl der Stimmberechtigten erzielen konnten. Unterdessen betreibt Marokko eine umfassende Besiedlungspolitik in der Westsahara. Ein Gro√üteil der westsaharischen Bev√∂lkerung lebt in Fl√ľchtlingslagern in Algerien.

Mit Spanien existieren noch ungel√∂ste Territorialstreitigkeiten √ľber die Exklaven Ceuta und Melilla sowie √ľber die k√ľstennahen Inseln Isla Perejil, Chafarinas, Alhucemas und V√©lez de la Gomera. Die Souver√§nit√§t Spaniens √ľber die genannten Gebiete wird von Marokko nicht anerkannt. Der Streit eskalierte 2002, als ein winziges Kontingent marokkanischer Truppen die Isla Perejil besetzte. Ein spanisches Armeekommando √ľberw√§ltigte die marokkanischen Soldaten unblutig und repatriierte sie. Der Streit wurde dabei diplomatisch durch die Vermittlung der USA und der EU entsch√§rft. Ungeachtet dieses kleinen Zwischenfalles gestaltet sich die praktische Zusammenarbeit spanischer und marokkanischer Beh√∂rden vor Ort ausgezeichnet, was beide Seiten stets offiziell beteuerten. Die amerikanisch-marokkanischen Beziehungen sind dagegen so gut, dass die USA Marokko im Juni 2004 den Status eines hauptverb√ľndeten Alliierten au√üerhalb der NATO zuerkannten.

K√∂nig Mohammed¬†VI. setzte im April 2004 eine unabh√§ngige nationale Kommission f√ľr Gleichheit und Vers√∂hnung ein, die sich mit der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen aus der Regierungszeit seines Vaters, K√∂nig Hassans, befassen sollte. Ab Dezember 2004 fanden √∂ffentliche Anh√∂rungen ehemaliger Gefangener statt, die auch im Radio und Fernsehen √ľbertragen wurden. Um die Idee der nationalen Vers√∂hnung nicht zu gef√§hrden, wurden die Beschuldigten nicht beim Namen genannt. Hauptziel ist nicht die strafrechtliche Verfolgung der T√§ter, sondern die moralische Wiedergutmachung f√ľr die Opfer und ihre Familien. Die Lage der Menschenrechte bot dennoch Anlass zur Kritik. Die Organisation Reporter ohne Grenzen erhob zur selben Zeit schwere Vorw√ľrfe gegen die Regierung wegen der Inhaftierung und Folterung von Journalisten. Au√üerdem waren im Zusammenhang mit den Terroranschl√§gen vom 11. September 2001 sowie von Casablanca (16. Mai 2003) und Madrid (2004) zwischen 2.000 und 7.000 Personen verhaftet worden. Deshalb startete im Mai 2005 ein neues Programm zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Slums, die als Hauptn√§hrboden f√ľr islamistische Gewalt gelten.

Anfang 2011 kam es unter dem Eindruck des Arabischen Fr√ľhlings zu Protesten in mehreren St√§dten, bei denen eine demokratische Verfassung gefordert wurde. Die Staatsspitze reagierte darauf mit einem Verfassungsreferendum, das von der Oppositionsbewegung jedoch boykottiert wurde. Die mit 98¬†% Zustimmung angenommene Verfassungs√§nderung schreibt erstmals Marokkanisches Tamazight als Amtssprache neben Arabisch fest und verschiebt einige Kompetenzen vom K√∂nig auf den Premierminister und das Parlament. Auch ist der K√∂nig nun verpflichtet, den Premierminister aus der Partei zu ernennen, die bei den Wahlen die meisten Parlamentssitze erhalten hat. Bisher hatte er diesbez√ľglich freie Hand.

Politik

Politisches System

Gemäß der Verfassung von 1992, zuletzt geändert 1996 und 2011, ist Marokko eine nominelle konstitutionelle Monarchie, deren derzeitiges Staatsoberhaupt seit dem 23. Juli 1999 König Mohammed VI. ist, der der Dynastie der Alawiden angehört. Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Der König ernennt nicht nur den Ministerpräsidenten, der in der Regel von der stärksten politischen Partei des Parlamentes vorgeschlagen wird, sondern auch einzelne Minister und muss dem gesamten Kabinett zustimmen. Außerdem hat er das Recht, das Parlament jederzeit aufzulösen und den Ausnahmezustand zu verhängen. Im Vergleich zu europäischen Monarchen hat der marokkanische König weitergehende Kompetenzen unter einer eingeschränkten Gewaltenteilung.

Unter dem Eindruck der Revolutionen in Tunesien und √Ągypten demonstrierten am 20. Februar 2011 auch die Marokkaner f√ľr politische Reformen und mehr Demokratie. Als Reaktion darauf schlug K√∂nig Mohammed¬†VI. am 17. Juni 2011 eine Verfassungsreform vor, die am 1. Juli 2011 in einem Referendum best√§tigt wurde. Gem√§√ü der Reform gibt der K√∂nig einen Teil seiner bisherigen Rechte an Parlament und Premierminister ab. Er ist au√üerdem verpflichtet, den Regierungschef aus der Partei mit den meisten Parlamentssitzen auszuw√§hlen.

Ministerpr√§sident war seit November 2011 Abdelilah Benkirane, zuvor Generalsekret√§r der moderat islamistischen Partei f√ľr Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD), der seit den Parlamentswahlen in Marokko 2011 st√§rksten Partei im Parlament. Nach der Parlamentswahl in Marokko 2016, welche die PJD ebenfalls gewann, gelang es Benkirane nicht, eine neue Regierung zu bilden. Am 15. M√§rz 2017 wurde er daher vom K√∂nig als Ministerpr√§sident offiziell entlassen, sowie sein Parteikollege Saadeddine Othmani mit der Regierungsbildung betraut. Am 5. April 2017 wurde er vereidigt.

Parlament

Marokko verf√ľgte nach der Verfassungsreform von 1996 √ľber ein Zweikammersystem aus Nationalversammlung und Senat. Die Nationalversammlung bestand nun aus 325¬†Mitgliedern, die alle f√ľnf Jahre direkt gew√§hlt werden; 30¬†Sitze waren f√ľr Frauen reserviert. Wahlberechtigt waren alle Marokkaner ab dem Alter von 20¬†Jahren. Die Nationalversammlung konnte mit Zweidrittelmehrheit dem Ministerpr√§sidenten das Misstrauen aussprechen. Der Senat bestand aus 270¬†Mitgliedern, die alle neun Jahre in indirekter Wahl bestimmt wurde. Die vom Parlament verabschiedeten Gesetze bedurften der Zustimmung des Monarchen. Um die Reformen z√ľgig umzusetzen, wurde die Parlamentswahl um etwa zehn Monate auf den 25. November 2011 vorverlegt. Nach der neuen Verfassung werden insgesamt 395¬†Parlamentssitze vergeben, davon 305 √ľber Parteilisten in 92¬†Wahlbezirken. Die weiteren 90¬†Sitze werden √ľber eine so genannte nationale Liste gew√§hlt; 60¬†Sitze sind f√ľr Frauen und 30¬†Sitze f√ľr junge Abgeordnete unter 40¬†Jahren reserviert.

Wahlen

Die letzte Wahl nach der alten Verfassung fand im September 2007 statt. Sie galt als geordnet und transparent, allerdings lag die Wahlbeteiligung bei nur 37¬†% ‚Äď ein historisches Tief. St√§rkste Parteien wurden Istiqlal (PI), PJD, welche in der Folge den Ministerpr√§sidenten stellte, die MP, RNI und UNFP. Die moderat islamistische Partei f√ľr Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) wurde zweitst√§rkste Partei.

Die Parlamentswahl in Marokko 2011, an welcher 31¬†nationale Parteien bzw. Listen teilnahmen, gewann die Partei f√ľr Gerechtigkeit und Entwicklung, frz. Parti de la justice et du d√©veloppement (PJD). Die Wahlbeteiligung lag trotz Boykottaufrufen einiger Oppositionsgruppen bei knapp 45¬†% und war damit gegen√ľber der letzten Wahl deutlich h√∂her. Dieser Prozentsatz bezieht sich allerdings lediglich auf die Zahl der registrierten W√§hler, die trotz Bev√∂lkerungswachstums mit rund 13,5¬†Millionen geringer war als 2007 (circa 15¬†Millionen). Die wahlberechtigte Bev√∂lkerung insgesamt betrug rund 21¬†Millionen.

Die Parlamentswahl in Marokko 2016, mit 24¬†teilnehmenden Parteien, wurde erneut von der PJD f√ľr sich entschieden ‚Äď es konnten sogar Stimmengewinne erzielt werden. Der bisherige Ministerpr√§sident Abdelillah Benkirane wurde daher vom K√∂nig erneut mit der Regierungsbildung beauftragt, welche allerdings scheiterte. Am 15. M√§rz 2017 wurde Benkirane daher trotz seines Wahlsieges als Ministerpr√§sident entlassen.

Die restlichen sieben Sitze verteilen sich auf vier weitere Parteien.

Rechtssystem

Die Verfassung des Landes gew√§hrt eine unabh√§ngige Judikative. Das Rechtswesen orientiert sich weitgehend am franz√∂sischen Vorbild. Im Familien- und Erbrecht gilt die Moudawana, die europ√§isches Zivilrecht enth√§lt und auf die Gesetze des sunnitischen Islam (Schari‚Äôa) zur√ľckgeht. F√ľr Juden gilt talmudisches Familienrecht. H√∂chste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof in Rabat. Dessen Richter werden vom K√∂nig ernannt.

Menschenrechte

Amnesty International sieht die Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit im Zusammenhang mit der staatlichen Sicherheit stark eingeschränkt. Die Regierung reagiert teilweise sehr intolerant auf Meinungen oder Informationen, die als Angriff auf die Monarchie gewertet werden. So wurden Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und weitere Personen strafrechtlich verfolgt, weil sie Korruption angeprangert und die Behörden kritisiert hatten.

Frauenrechte

Frauen und M√§nner haben laut Verfassung (von 2011) die gleichen Rechte. Die marokkanische Verfassung verlangt au√üerdem, dass Frauen bei der Eheschlie√üung vollj√§hrig sein m√ľssen, obwohl gewisse Ausnahmen zul√§ssig sind. Allerdings hat das marokkanische Justizministerium in einer Studie festgestellt, dass die Zahl von minderj√§hrig Verheirateten von 2004 bis 2013 auf fast das Doppelte angestiegen ist (von 18.341 auf 35.152). Laut Genfer Weltwirtschaftsforum rangiert Marokko bei den Frauenrechten auf Platz¬†133 von 142.

Homosexualität insbesondere unter Männern

Das marokkanische Strafgesetz Artikel¬†489 bedroht gleichgeschlechtliche Handlungen ‚Äď unabh√§ngig vom Geschlecht der Personen ‚Äď mit einer Gef√§ngnisstrafe von sechs Monaten bis zu drei Jahren und Geldbu√üe. Im 19.¬†Jahrhundert und bis in die 1960er Jahre galt Marokko als insbesondere in der arabischen Welt tolerantes Land in Bezug auf sexuelle Zuwendung unter M√§nnern, die auch heute graduell sichtbar gelebt wird.

2009 wurden 25 Teilnehmer an einem Pilgerfest zu Ehren des Heiligen Sidi Ali Ben Hamduch, der laut Legende homosexuell gewesen sein soll, aufgrund des Verdachts festgenommen, schwul zu sein. In vielen Jahren davor war die Teilnahme von homosexuellen Paaren an dieser Veranstaltung toleriert worden. Die Homosexuellenorganisation Kifkif (von Gleich zu Gleich) ortet R√ľckschritte und berichtet konkret von einer Kampagne der islamistischen Partei PJD und einer Fatwa gegen die ‚ÄěBesch√∂nigung der Homosexualit√§t‚Äú. Es kommt immer wieder zu Razzien und Verhaftungen von M√§nnern.

Außenpolitik

Marokko ist Mitglied der

  • Vereinten Nationen,
  • Afrikanischen Union,
  • Arabischen Liga,
  • Welthandelsorganisation (WTO),
  • Europ√§ischen Bank f√ľr Wiederaufbau und Entwicklung,
  • Organisation f√ľr Islamische Zusammenarbeit
  • Union des Arabischen Maghreb

Wegen der Aufnahme der Arabischen Demokratischen Republik Sahara (Westsahara) in die Afrikanische Union (AU) hatte Marokko als einziger afrikanischer Staat seine Mitgliedschaft in der AU, die Marokko mitbegr√ľndet hat, 33¬†Jahre lang zur√ľckgezogen. Am 30. Januar 2017 wurde Marokko wieder in die Afrikanische Union aufgenommen.

Im Jahr 1987 hatte Marokko einen Beitrittsantrag auf EG-Mitgliedschaft gestellt. Dieser wurde vom Rat der EG am 14. Juli 1987 aus geografischen Gr√ľnden abgelehnt. Marokko ist ein wichtiger Partner der Europ√§ischen Union (EU). Das im Jahr 2000 in Kraft getretene Assoziierungsabkommen bildet den allgemeinen Rahmen f√ľr die Beziehungen zwischen der EU und Marokko.

Im Rahmen der Euro-Mediterranen Partnerschaft kooperiert Marokko mit der EU, erg√§nzt durch die Instrumente der Europ√§ischen Nachbarschaftspolitik (ENP). 2008 wurde der Barcelona-Prozess in eine Union f√ľr den Mittelmeerraum umgewandelt.

Im Dezember 2011 gab der Rat der Europ√§ischen Kommission gr√ľnes Licht f√ľr die Aufnahme von Handelsverhandlungen mit Marokko √ľber ein vertieftes und umfassendes Freihandelsabkommen. Im Jahr 2012 schlossen die EU und Marokko ein Liberalisierungsabkommen mit Ma√ünahmen zur gegenseitigen Liberalisierung des Handels mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen, landwirtschaftlichen Verarbeitungserzeugnissen, Fisch und Fischereierzeugnissen, dessen r√§umlicher Geltungsbereich sich mit dem des Assoziierungsabkommens EU-Marokko deckt.

Am 7. Juni 2013 vereinbarten EU und Marokko eine Mobilit√§tspartnerschaft, aufgrund derer man in Verhandlungen √ľber ein Abkommen zur Erleichterung der Visaerteilungsverfahren f√ľr bestimmte Personenkategorien (unter anderem Studenten, Wissenschaftler und Gesch√§ftsleute) eintreten und die Verhandlungen √ľber ein Abkommen zur R√ľck√ľbernahme illegaler Migranten wieder aufnehmen konnte.

Marokko steht seit 2004 auf der Liste der Major non-NATO ally und gehört damit zu den engsten diplomatischen und strategischen Partnern der USA außerhalb der NATO.

Militär

Das marokkanische Milit√§r wurde 1956 nach der Unabh√§ngigkeit von Frankreich und Spanien gegr√ľndet. Es ist heute in f√ľnf Teile gegliedert.

Zwischen 1951 und 1963 bestanden in Marokko mehrere Basen des US-amerikanischen Strategic Air Command.

Das Milit√§r k√§mpfte 1973 im Jom-Kippur-Krieg, nahm 1975 am Gr√ľnen Marsch teil und griff 1977 in den Shaba-Konflikt zwischen Zaire und Angola ein. Am 31. August 2006 wurde die allgemeine Wehrpflicht in Marokko abgeschafft. Marokko gab 2017 knapp 3,2¬†% seiner Wirtschaftsleistung bzw. 3,5¬†Mrd. US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Verwaltungsgliederung

Im Rahmen eines Dezentralisierungsprogrammes wurden 1997 die Pr√§fekturen und Provinzen des Landes zu 16¬†Regionen (arab. ō¨Ŕáō©¬†dschiha) zusammengefasst; diese wurden im Jahr 2015 auf 12 reduziert. An der Spitze jeder Region steht ein vom K√∂nig ernannter Wali (Gouverneur).

Die Regionen sind weiter untergliedert in 13¬†Pr√§fekturen (ōĻŔÖōßŔĄō©¬† ŅamńĀla) und 62¬†Provinzen (ō•ŔāŔĄŔäŔÖ, DMG iqlńęm), wobei die Pr√§fekturen weitgehend urbane Gebiete umfassen und die Provinzen eher rural gepr√§gt sind. Die unterste Ebene der Gebietsk√∂rperschaften stellen √ľber 1500 Gemeinden (ō¨ŔÖōßōĻō©¬†dschamńĀ Ņa) dar. Zwischen den Gemeinden und der Provinz- und Pr√§fekturebene wurden im Zuge einer Dekonzentrationsprogramms Kreise (ōĮōßō¶ōĪō©¬†dńĀ ĺira), Paschaliks (ō®ōßōīŔąŔäō©¬†bńĀschawiyya) und Ca√Įdats (ŔāŔäōßōĮō©¬†qiyńĀda) eingerichtet.

Dakhla-Oued Ed-Dahab, der gr√∂√üere Teil von La√Ęyoune-Sakia El Hamra und ein kleiner Teil von Guelmim-Oued Noun bilden die Westsahara, deren Zugeh√∂rigkeit zu Marokko international nicht anerkannt ist.

Größte Städte

Die Einwohnerzahlen der größten Städte, zum Teil mit Vororten, nach einer Berechnung von 2012:

  1. Casablanca: 3.672.900 Einwohner
  2. Rabat: 1.722.860 Einwohner (mit Salé und Temara)
  3. Fès: 1.077.468 Einwohner
  4. Marrakesch: 920.142 Einwohner
  5. Tanger: 792.166 Einwohner
  6. Agadir: 781.795 Einwohner
  7. Meknes: 696.108 Einwohner
  8. Oujda: 427.533 Einwohner
  9. Kenitra: 403.262 Einwohner
  10. Tetouan: 363.000 Einwohner

Wirtschaft

Allgemein

Die St√ľtzen der marokkanischen Volkswirtschaft sind die Landwirtschaft und der Bergbau; daneben wird an einem Aufbau (der Infrastruktur) der Fischindustrie gearbeitet. Von sehr gro√üer Bedeutung ist die Phosphatgewinnung. Die zunehmende Verarbeitung der Rohphosphate in der eigenen D√ľngemittel- und Chemieindustrie steigert den Ausfuhrwert. Um die Industrialisierung auch in anderen Bereichen voranzutreiben, bem√ľht sich Marokko um die Ansiedlung ausl√§ndischer Investoren.

Marokko verf√ľgt √ľber eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung, die den Schutz des Eigentums sowie Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit und Wettbewerb vorsieht. Zu Zeiten Hassans¬†II. stellte Marokko einen Antrag zur Aufnahme in die EG, der jedoch abgelehnt wurde. Marokkos Ziel einer engeren Anbindung an die EU ist mit der Unterzeichnung eines Assoziationsabkommens mit der EU im Jahr 1996 (in Kraft getreten im Jahr 2000) ein St√ľck n√§her ger√ľckt. Seit den sp√§ten 1980er Jahren bem√ľht sich das K√∂nigreich, seine Staatsbetriebe zu privatisieren, wobei bis zum gegenw√§rtigen Zeitpunkt weniger als ein Viertel dieser staatlichen Unternehmen diesen Prozess durchlaufen hat. Erst vor Kurzem erlaubte Marokko ausl√§ndischen Kreditinstituten den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen an marokkanischen Banken. Die meisten Investitionen (vor allem in die Infrastruktur) t√§tigt immer noch der Staat; sie konzentrieren sich zudem auf die K√ľstenregion wie etwa der Ausbau der Autobahnen und Eisenbahn. Der wirtschaftliche Nutzen dieser Gro√üprojekte f√ľr die Entwicklung des Landes wird oft bestritten, so etwa der des Ausbaus der Hochgeschwindigkeitsstrecke Tanger‚ÄďRabat. Die l√§ndlichen und agrarisch gepr√§gten Regionen haben von diesen Investitionen nur einen geringen Nutzen.

Mit den USA wurde 2004 eine Freihandelszone vereinbart. Das US-amerikanisch-marokkanische Freihandelsabkommen wurde im Juli 2004 vom US-Senat ratifiziert und trat am 1. Juli 2006 in Kraft, es erm√∂glicht den Handel f√ľr 95¬†% der Industrie- und Konsumg√ľter ohne Z√∂lle. Seither ist das Handelsvolumen zwischen beiden L√§ndern um mehr als das 20-fache gestiegen.

Mit der EU gilt seit 2012 ein Freihandelsabkommen f√ľr Agrarprodukte, sowie ein Fischereiprotokoll seit 2014. Anfang 2014 war die dritte Verhandlungsrunde zu einem Freihandelsabkommen mit der Europ√§ischen Union abgeschlossen. Laut Urteil des Europ√§ischen Gerichtshofs vom Dezember 2016 sind Produkte aus dem Territorium Westsahara vom Abkommen jedoch ausgenommen.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Marokko Platz 71 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte Marokko 2017 Platz 86 von 180 L√§ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Bodenschätze

Marokko ist reich an Phosphat; etwa 75¬†% des weltweit gef√∂rderten Phosphats stammen aus Marokko. Daneben gibt es Vorkommen von Erd√∂l, Erdgas, Kohle, Salz, Eisenerz, Blei, Kupfer, Zink, Silber, Gold, Mangan, Nickel, Cobalt. Seinen Bedarf an Energie kann Marokko nur zu rund 13¬†% aus eigenen Mitteln decken. In der umstrittenen Westsahara sind ebenfalls gro√üe Mengen an Phosphat vorhanden, dar√ľber hinaus werden dort gro√üe Erd√∂l- und Erdgas-Vorkommen vermutet.

Marokko beschr√§nkt die Ausfuhr von gefundenen Meteoriten ungew√∂hnlicherweise nicht rechtlich. Dies f√ľhrt vielfach zur Meteoritensuche in der W√ľste, auch dem Einschmuggel von Meteoriten aus Nachbarl√§ndern wie etwa Libyen und einem breiten √∂ffentlichen Marktangebot. Ein Crowdfunding zum Ankauf des zweiteiligen gr√∂√üeren Mondmeteorits Oued Awlitis¬†001 um 110.000 Euro f√ľr das Naturhistorische Museum Wien gelang im Januar 2015. http://objekte.nhm-wien.ac.at/objekt/th1734/ob1733

Energiewirtschaft

Elektrizitätsversorgung

Laut dem Office National de l’Electricité et de l’Eau Potable (ONEE) betrug die installierte Leistung der Kraftwerke in Marokko am Ende des Jahres 2016 8.261,7 MW, davon entfielen auf thermische Kraftwerke 5.412 MW und auf Wasserkraftwerke 1.770 MW.

Dargebotsabhängige Windkraftanlagen und Solarkraftwerke waren im Umfang von 898 MW bzw. 181 MW installiert. Insgesamt wurden im Jahr 2016 30,8 TWh produziert, davon 0,4 TWh durch Pumpspeicher, 3,0 TWh durch Windkraftanlagen und 0,4 TWh durch Solarkraftwerke. Im Jahre 2016 lag Marokko sowohl bzgl. der jährlichen Erzeugung mit 28,75 Mrd. kWh als auch bzgl. der installierten Leistung mit 8.303 MW an 68. Stelle in der Welt.

Das mit Stand 2014 größte Kraftwerk des Landes ist das Kohlekraftwerk Jorf Lasfar mit einer installierten Leistung von 2.056 MW, das etwa 1/3 des Strombedarfs Marokkos abdeckt.

Das Verbundnetz Marokkos ist seit 1997 mit dem europäischen Verbundsystem synchronisiert, als ein erstes Drehstrom-Seekabel (400 kV, 700 MW) von Spanien aus verlegt wurde. 2006 folgte ein weiteres Seekabel mit derselben Leistung, so dass die Übertragungskapazität zwischen Spanien und Marokko jetzt bei 1.400 MW liegt. Marokko bezieht jährlich 5,289 TWh (2016) aus Spanien.

Marokko ist im ländlichen Raum zu 99,4 % elektrifiziert, dieser Wert lag Mitte der 1990er Jahre noch bei 20 %.

Energiewende

Marokko hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, die Energiewirtschaft durch eine Energiewende zu transformieren und damit Nachhaltigkeit und Energiesicherheit der Energiewirtschaft Marokkos zu stärken. Die Umstellung von fossilen auf Erneuerbare Energien bei gleichzeitiger Steigerung der Energieeffizienz, die im Rahmen des Nationalen Energieplans vorangetrieben wird, gilt als wichtigste Aufgabe der marokkanischen Politik. Um unabhängiger von fossilen Energieimporten zu werden, investiert das Land in den Ausbau von Wind- und Solarenergie. Am 10. Mai 2013 wurde mit einem symbolischen Spatenstich des Königs Mohammed VI. die Umsetzung des marokkanischen Solarplans, bis zum Jahr 2020 zwei Gigawatt Solarkapazität aufzubauen, gestartet. Als erstes wird das solarthermische Kraftwerk Ouarzazate errichtet, das unter anderem von Deutschland mit rund 770 Mio. Euro gefördert wird.

Im Februar 2013 teilte der franz√∂sische Energieversorger GDF¬†Suez mit, dass er in Marokko den Windpark Tarfaya bauen (bzw. von Siemens bauen lassen) und betreiben will. Nahe dem K√ľstenst√§dtchen Tarfaya wurden 131¬†Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 301¬†Megawatt errichtet. Der Windpark ging 2014 in Betrieb.

Im M√§rz 2014 wurde ein Tender f√ľr weitere 850¬†MW an Windkraftkapazit√§t ausgeschrieben. Bis 2020[veraltet] sollen zwei Gigawatt Windleistung installiert sein und parallel dazu eine eigene Windkraftindustrie aufgebaut werden. Zu diesem Zeitpunkt waren landesweit 495¬†MW in Betrieb, 450¬†MW in Bau und √ľber 500¬†MW in Planung.

Im Februar 2016 ging der erste Teil des solarthermischen Kraftwerks Ouarzazate in Betrieb; zur UN-Klimakonferenz in Marrakesch beschloss das Land in einem B√ľndnis mit anderen vom Klimawandel betroffenen Staaten (CVF), so schnell als m√∂glich komplett auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Zur UN-Klimakonferenz in Marrakesch 2016 konnte sich das Land mit dem Neubau von Solarkraftwerken als Vorreiter f√ľr den Klimaschutz in Afrika pr√§sentieren, bis zum Jahr 2030 soll die H√§lfte des Stroms mit Sonne, Wind- und Wasserkraftwerken erzeugt werden: In Ouarzazate ist die Strahlungsintensit√§t der Sonne mit j√§hrlich 2500¬†Kilowattstunden pro Quadratmeter doppelt so hoch wie in Deutschland, f√ľr die t√§gliche Bedarfsspitze am Abend kann die Sonnenenergie mit 537.000 Parabolrinnen (Noor¬†I) in einem Silo mit Spezialsalz gespeichert und mit einer Turbine abgerufen werden. Neben den Grosskraftwerken sollen k√ľnftig aber auch Solarmodule auf Hausd√§chern zur Energieversorgung beitragen.

Beim Klimaschutz-Index, einem Instrument zur Bewertung der Klimaschutzleistungen von Staaten, erreichte Marokko im Jahr 2021 den 7. Platz.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft Marokkos machte 2003 17¬†% am BIP aus, kann jedoch als wichtigster Wirtschaftssektor betrachtet werden, da hier 43,6¬†% der erwerbst√§tigen Bev√∂lkerung besch√§ftigt sind. Landwirtschaftlich genutzt werden vor allem der Westen und Nordwesten Marokkos; rund 18¬†% der Landesfl√§che sind Ackerland. Umfangreiche Bew√§sserungskulturen finden sich in den K√ľstenebenen Rharb (Sebou-Niederung) und Sous sowie bei Marrakesch und F√®s; um weitere Fl√§chen bew√§ssern zu k√∂nnen, werden zus√§tzlich Staud√§mme gebaut. Die ungleiche Landverteilung zwischen den kleinen Bauern und den Gro√ügrundbesitzern, die den gr√∂√üten Teil des Bodens bewirtschaften, konnte auch durch mehrere Agrarreformen kaum ver√§ndert werden. Angebaut werden Getreide (Weizen, Gerste, Mais, Hirse, Reis), H√ľlsenfr√ľchte, Zuckerr√ľben, Datteln, Sonnenblumen, Erdn√ľsse, Oliven, Zitrusfr√ľchte (vor allem Mandarinen), Baumwolle, Wein, Mandeln, Aprikosen, Erdbeeren, Fr√ľhkartoffeln, Spargel, Artischocken und Tabak.

Die Viehzucht in den Steppen der Meseta, im Osten des Landes und in den Gebirgen wird teilweise nomadisch betrieben (Schafe, Ziegen, Rinder, Esel, Dromedare, Pferde, Gefl√ľgel). Rund 10¬†% des Waldbestandes sind Korkeichen; Marokko ist der drittgr√∂√üte Korkproduzent der Welt, nach Portugal und Spanien. K√ľsten- und Hochseefischerei an der Atlantikk√ľste (Sardinen und Schalentiere) sind bedeutend f√ľr den Export.

Auf einer Fläche von circa 250.000 Hektar wird Cannabis angebaut, um Haschisch zu erzeugen, das in Europa einen Marktanteil von etwa 70 % besitzt. Vom Export, der etwa 3.000 Tonnen Haschisch pro Jahr umfasst, leben schätzungsweise 200.000 Bauern mit Familien, also etwa eine Million Menschen.

Industrie

Im Industriesektor, dem Bergbau und der Bauwirtschaft wurden 2003 insgesamt 30¬†% des BIP erwirtschaftet, dort besch√§ftigt sind aber nur 19,7¬†% aller Erwerbst√§tigen. Die Industrie ist stark auf den Binnenmarkt ausgerichtet; ausl√§ndische M√§rkte gewinnen jedoch an Bedeutung. In der Nahrungsmittelindustrie herrschen die Zucker- und √Ėlerzeugung sowie die Herstellung von Obst-, Gem√ľse- und Fischkonserven vor. G√ľnstig entwickelt haben sich Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Kraftfahrzeugindustrie und Montage von Elektroger√§ten. Es gibt ferner eine bedeutende chemische Industrie, Zementproduktion und Erd√∂lverarbeitung. Ein nach wie vor wichtiger Wirtschaftszweig ist das traditionelle Handwerk (Teppiche, Leder-, Kupfer-, Gold- und Silberarbeiten).

Das gr√∂√üte Unternehmen Marokkos ist die Firma OCP mit Hauptsitz in Casablanca. OCP ist Weltmarktf√ľhrer in der Phosphat- und D√ľngemittel-Produktion.

Fischerei

Der Haupthandelspartner ist Europa, z.¬†B. in der Pulindustrie, d.¬†h. gekochte Nordseegarnelen werden zum Pulen (Entfernen der Chitin¬≠h√ľlle) nach Polen, Russland oder Marokko gebracht, weil das Pulen dort 20-mal billiger ist als in Deutschland das Maschinenpulen. Die Jobs sind begehrt. Die Arbeiter, meist Frauen (30¬†% k√∂nnen lesen und schreiben), k√∂nnen etwa 150¬†Euro im Monat verdienen. Wenn die Garnelen nach Deutschland zur√ľckkommen, sind sie etwa drei Wochen alt.

Das Geld zur Modernisierung der Fischindustrie kommt von der EU. Sie zahlte f√ľr Fanglizenzen seit 2007 36¬†Mio. Euro j√§hrlich. H√§fen wurden modernisiert, Fischereizentren und Forschungseinrichtungen wurden gebaut. Allerdings wurden durch die industriellen Massenfangmethoden die Gew√§sser systematisch leergefischt, die einheimischen Fischer konnten nicht mithalten, um zu √úberleben, bef√∂rdern sie als F√§hrleute Wirtschaftsfl√ľchtlinge nach Europa (Kanarische Inseln). ‚ÄěSo sorgt die EU indirekt selbst f√ľr seeerfahrene Reiseunternehmer/innen und Bootsfl√ľchtlinge‚Äú.

Dienstleistungen und Tourismus

Im Dienstleistungsbereich wurden 2003 54 % des BIP erwirtschaftet, wobei 36,7 % der Erwerbstätigen in diesem Sektor arbeiten.

Marokko ist eines der bedeutendsten Reiseziele Nordafrikas und erwirtschaftet 10¬†% seiner Devisen durch den Tourismus. Etwa 80¬†% der Touristen, die Marokko besuchen, sind Europ√§er; die gr√∂√üte Gruppe stellten im Jahr 2013 Franzosen (33¬†%), gefolgt von Spaniern (12,8¬†%) und Deutschen (4,46¬†%). Marokko empfing 2016 10,3¬†Millionen Touristen; 2012 waren es 9,4¬†Millionen, 2008 waren es insgesamt acht Millionen, die einen Umsatz von circa 115¬†Milliarden Dirham generierten. Marokko ist damit inzwischen das meistbesuchte Land in Afrika. Au√üer der vielf√§ltigen Landschaft und den kulturellen Unterschieden bietet Marokko eine Vielzahl von Sehensw√ľrdigkeiten seiner orientalischen Geschichte. Die am meisten besuchten St√§dte sind Marrakesch, Agadir, Casablanca, Tanger, F√®s, Ouarzazate und Rabat. Im Jahr 2016 betrugen die Einnahmen durch Touristen in Marokko rund 6.548 Millionen US-Dollar. Im Land gibt es insgesamt neun UNESCO-Welterbest√§tten. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Standbeine f√ľr die wirtschaftliche Entwicklung Marokkos. Er tr√§gt etwa zehn Prozent zum BIP bei und sorgt gegenw√§rtig f√ľr mehr als 500.000 Arbeitspl√§tze.

Marokko verf√ľgte im Jahr 2013 √ľber 207.572 klassifizierte Hotelbetten. Hinzu kommen tausende von √úbernachtungsm√∂glichkeiten in Riads, renovierte traditionelle H√§user meist in den Altst√§dten.

Außenhandel

Exportiert wurden 2004 G√ľter in einem Gesamtwert von 9,6¬†Mrd.¬†US-$. Hauptexportg√ľter Marokkos sind Konsumg√ľter, die 37¬†% des Exportvolumens (davon 31¬†% Textilien) ausmachten. 27¬†% waren Halbwaren (8¬†% Phosphors√§ure, 6¬†% Transistoren, 5¬†% D√ľngemittel), 16¬†% Nahrungsmittel, 8¬†% Investitionsg√ľter und 7¬†% Rohstoffe. Hauptabnehmer marokkanischer G√ľter sind Frankreich (33¬†%), Spanien (17¬†%), Gro√übritannien (8¬†%), Italien (5¬†%), die USA (4¬†%), Indien (4¬†%) sowie Deutschland und Brasilien (jeweils 3¬†%).

Importiert werden nach Marokko j√§hrlich G√ľter im Gesamtwert von 14,9¬†Mrd.¬†US-$. Haupts√§chlich handelt es sich hierbei um industrielle Vorprodukte und Halbwaren (23¬†%), Konsumg√ľter (23¬†%), Investitionsg√ľter (21¬†%), Roh√∂l (9¬†%), Nahrungsmittel (9¬†%), Brennstoffe (7¬†%) sowie Tiere und Pflanzen (5¬†%). Hauptlieferanten dieser Importg√ľter sind Frankreich (18¬†%), Spanien (12¬†%), Italien (7¬†%), Deutschland (6¬†%), Russland (6¬†%), Saudi-Arabien (5¬†%) und die VR China (4¬†%).

Seit 2012, dem Jahr der Eröffnung des Renault-Werks in Tanger im Norden von Marokko, stiegen die Ausfuhren der Automobilindustrie stetig. Im Jahr 2015 exportierte diese Waren im Wert von 4,45 Mrd. Euro (im Jahr 2014 waren es 3,8 Mrd. Euro), vor Phosphatprodukten mit 4,1 Mrd. Euro und Landwirtschaft und Fischerei mit 3,9 Mrd. Euro. Die Ausfuhren der Textil- und Lederindustrie beliefen sich im Jahr 2013 auf 2,8 Mrd. Euro. In diesem Jahr exportierte das Offshoring und der Elektronikbereich jeweils 0,7 Mrd. Euro. Die junge Luftfahrtindustrie exportierte im Jahr 2014 Waren im Wert von 0,7 Mrd. Euro.

Seine defizit√§re Handelsbilanz kann das Land durch √úberweisungen der im Ausland t√§tigen Marokkaner sowie durch steigende Einnahmen aus dem Tourismus teilweise ausgleichen. Allein in Europa leben circa 2,5¬†Millionen marokkanische Arbeitsemigranten, die durch ihre √úberweisungen f√ľr eine Devisenzufuhr von etwa f√ľnf Milliarden Euro sorgen. Im Jahr 2013 wurde Marokko von fast zehn Millionen Touristen besucht. Dies brachte 5,2¬†Mrd. EUR ins Land.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2017 Ausgaben von umgerechnet 26,75¬†Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 22,81¬†Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 3,6¬†% des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2017 65,1¬†% des BIP. Von der amerikanischen Ratingagentur Standard & Poor‚Äôs werden die Staatsanleihen des Landes mit der Note BBB‚ąí bewertet (Stand November 2018). Das Land gilt damit als Schuldner mittlerer G√ľte.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 5,3¬†%
  • Bildung: 6,8¬†% (2005)
  • Milit√§r: 3,1¬†% (2018)

Verkehr

Straßenverkehr

Die Verkehrswege sind vor allem im Nordwesten gut ausgebaut. Das Stra√üennetz umfasst 62.000¬†km, circa die H√§lfte ist asphaltiert. √úber 1677¬†km sind Autobahnen. Im Bereich der Gro√üst√§dte sind die Stra√üen zum Teil √ľberlastet.

Das vom Ministère de l’Equipement, du Transport et de la Logistique unterhaltene Straßennetz wird in vier Kategorien klassifiziert: Autobahnen, Nationalstraßen, Regionalstraßen und Provinzialstraßen.

Schienenverkehr

Die Eisenbahn wird von der staatlichen Office National des Chemins de Fer (ONCF) betrieben. Das R√ľckgrat des Eisenbahnnetzes (2109 Kilometer Streckenl√§nge) bildet die Strecke von Oujda an der algerischen Grenze √ľber Fes und Casablanca nach Marrakesch, von der mehrere Stichbahnen abzweigen. √úber 1000¬†km der Eisenbahn sind elektrifiziert. Es sind zwei TGV-Linien zwischen Tanger und Agadir und zwischen Casablanca und Oujda geplant, die bis zum Jahr 2030 in Betrieb gehen sollen. Als erste Etappe wurde die LGV Tanger‚ÄďKenitra am 15. November 2018 er√∂ffnet. Im Schieneng√ľterverkehr ist der Transport von Phosphat zu den H√§fen am Atlantik mit etwa 27¬†Millionen Tonnen bedeutsam.

Luftverkehr

Marokko besitzt ein gut ausgebautes Flugnetz mit 15 internationalen Flugh√§fen und einer Vielzahl kleiner nationaler Flugh√§fen. F√ľhrender Flughafen ist Casablanca. Der f√ľr den Tourismus wichtigste Flughafen ist Agadir. F√ľhrende Airline ist die staatliche Royal Air Maroc. Betrieben werden die Flugh√§fen durch die Office National des A√©roports (ONDA).

Schiffsverkehr

In Tanger wurde 2006 bis 2008 eines der gr√∂√üten Hafenprojekte des Mittelmeerraumes realisiert. Gebaut wurden ein Containerhafen mit Tiefwasser-Containerterminal, Terminals f√ľr Sch√ľttgut, St√ľckgut, √Ėl und Gas sowie ein F√§hrhafen f√ľr f√ľnf Millionen Passagiere und 500.000 Fahrzeuge im Jahr. Der Hafen Tanger konkurriert mit dem gegen√ľber gelegenen Hafen Algeciras (Spanien).

Kultur

  • Welterbe in Marokko
  • Nationalfeiertag ist der 30. Juli (Thronbesteigung des K√∂nigs).
  • Zellij

Literatur

Film

Marokko gilt bis heute als beliebter Schauplatz f√ľr Historien- und Bibelverfilmungen. Viele namhafte Regisseure, darunter Ridley Scott (Gladiator, K√∂nigreich der Himmel) und Franco Zeffirelli (Jesus von Nazareth) haben hier ihre Filme gedreht. Auch wurde hier zwischen 1993 und 2001 die 13-teilige TV-Serie Die Bibel produziert. Viele der Einwohner von Ouarzazate, A√Įt-Ben-Haddou und der unmittelbaren Umgebung sowie deren Familien leben von der Filmindustrie, da sie bei der Produktion oft f√ľr die authentische Komparserie sorgen.

Denkmäler

Sport

Die höchste marokkanische Liga des Nationalsports Fußball ist das Groupement National de Football (GNF 1).

Literatur

  • Mahi Binebine: Die Engel von Sidi Moumen. Roman aus Marokko. Lenos, Basel 2011 und 2014, ISBN 978-3-85787-447-5 (Roman √ľber marokkanische Jugendliche in Casablanca, die von Islamisten instrumentalisiert werden)
  • Stephen O. Hughes: Morocco Under King Hassan. Ithaca Press, Reading, Mass. 2001, ISBN 0-86372-285-7.
  • Richard Pennell: Morocco Since 1830. A History. Hurst, London 2000, ISBN 1-85065-426-3.
  • Fran√ßois Maher Presley: Mein Marokko. Hg. von Peter Bergmann. in-Cultura.com, Hamburg 2011, ISBN 978-3-930727-24-7.
  • SympathieMagazine: Marokko verstehen. Studienkreis f√ľr Tourismus und Entwicklung e.¬†V., ISBN 978-3-9810102-2-0
  • John Waterbury: The Commander of the Faithful. The Moroccan Elite, A Study in Segmented Politics. Weidenfeld and Nicolson, London 1970, ISBN 0-297-00019-5.

Weblinks

  • Webpr√§senz der Marokkanischen Regierung (u.¬†a. arabisch, mazirisch, franz√∂sisch, englisch)
  • Morocco, aus dem CIA World Factbook (englisch)
  • Marc Perrenoud: Marokko. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Marokko in der Literatur ‚Äď Literaten in Marokko Schriftsteller in und zu Marokko
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Marokko
  • Google-Publicdata ‚ÄĒ Marokko

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (16)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Chaouia-Ouardigha 33.835 32.347 -8.118 -6.037  
Doukkala-Abda 33.466 31.745 -9.459 -7.968  
F√®s-Boulemane 34.311 32.613 -5.421 -2.926  
Gharb-Chrarda-B√©ni Hsen 35.01 34.104 -6.723 -5.178  
Grand Casablanca 33.733 33.362 -7.886 -7.341  
Guelmim-Es Semara 30.487 25.994 -12.577 -6.415  
La√Ęyoune - Boujdour - Sakia El Hamra 28.21 24.394 -15.012 -11.544  
Marrakech - Tensift - Al Haouz 32.834 30.829 -9.847 -7.028  
Mekn√®s-Tafilalet 34.281 30.381 -6.42 -3.152  
Oriental 35.446 31.788 -3.999 -1.032  
Oued el Dahab 24.592 21.374 -17.016 -12.947  
Rabat - Sal√© - Zemmour - Zaer 34.182 33.188 -7.117 -5.725  
Souss-Massa-Dra√Ę 31.97 29.076 -10.399 -5.031  
Tadla-Azilal 32.793 31.372 -7.284 -5.437  
Tanger - T√©touan 35.924 34.715 -6.249 -4.464  
Taza-Al Hoce√Įma-Taounate 35.267 33.513 -5.491 -2.949  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Morocco

Name englisch: Morocco
Hauptstadt: Rabat
Kfz: MA
ISO: MA
ISO3: MAR
Fläche: 446550 km²
Tld: .ma
Wärung Einheit: MAD
Währung: Dirham
Vorwahl: 212

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 35.9225072
südlichster Punkt: 27.6666665
westlichster Punkt: -13.1728913
östlichster Punkt: -0.9969757


 
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